Ein kurzes Interview zu fast allem

Kurz ist natürlich relativ. 38 Minuten mögen manchem lang erscheinen, gemessen am Umfang des Inhalts sind sie es aber sicher nicht.

Klaas Reese lud mich für den Ballpod-Podcast zum Gespräch über Schalke 04, und wir sprachen über die ersten Spiele gegen Hannover und Augsburg, über Jermaine Jones, über Huub Stevens in Beziehung zu Raúl und Teemu Pukki, über Teemu Pukki im Allgemeinen und über Teemu Pukki in Beziehung zu Ciprian Marica.

Wir sprachen über die Zugänge, sowohl über Ibrahim Afellay als auch über Tranquillo Barnetta und Roman Neustädter, über das Überangebot im Mittelfeld und über das Problem, falls Klaas-Jan Huntelaar mal ausfällt. Über die Torhüterverletzungsseuche und über die Stärken und Schwächen der drei Schalker Keeper. Über das Duo Papadopoulos / Matip, über den fehlende Platz für Benedikt Höwedes, über Heiko Westermann als Höwedes-Vorgänger, über Christoph Metzelders Rolle, über den Gesamteindruck und über Schalkes Champions League Gruppe.

Viel mehr gibt es in Bezug auf die erste Mannschaft des FC Schalke 04 meines Erachtens derzeit nicht zu bereden.


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(38:04 Min)
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Klaas Reese schreibt regelmäßig bei Reeses Sportkultur. Außerdem betreibt er seit neuestem gemeinsam mit Jens Peters eine Blog- und Presseschau namens Fokus Fußball.



6 Kommentare zu “Ein kurzes Interview zu fast allem”

  1. Matthias sagt:

    Schönes Interview, gut produziert, gut geführt, gute Antworten. Hat Spaß gemacht.

  2. hoffedocS04 sagt:

    Kann ich Matthias voll zustimmen, finde aber auch, dass man über einige Punkte diskutieren kann.

    Ad 1 habe ich festgestellt, Torsten, dass Du in puncto Fußball einen relativ pessimistischen Freundeskreis hast;-)

    Ad 2 finde ich die Ersatzbankrolle von Höwedes nicht so erwartbar. Habe ich diese Frage in der vorigen Saison verschlafen? Matip und Papadopoulos spielten in der Innenverteidigung und Höwedes spielte als RV. So. Dann sagte Löw, er sehe Höwedes eher als Innenverteidiger und plötzlich sieht ihn Schalke auch als Innenverteidiger, und diese Plätze sind nun einmal optimal ausgefüllt.
    ((Höwedes selbst hat übrigens im Interview auf Sky vorige Saison mal anklingen lassen, dass er sich selbst „eigentlich“ in einer offensiveren Rolle sieht, also eher im Mittelfeld.))
    Und wenn ich mir das Spiel in 14 Tagen vorstelle, dann sähe ich gegen Ribery lieber Höwedes als Uchida..!

    Drittens hat sich wohl Huntelaar Affelay gewünscht als Passgeber zentral in seinem Rücken. Barcelona hat A nach seinem Kreuzbandriss erst seit April „zurück“ und wollte ihn keinesfalls länger als ein Jahr ausleihen.

    Und zuletzt sehe ich die Prognose für Pukki optimistischer. Er ist nicht durchsetzungsfähig „Mann gegen Mann“, aber ein schneller
    „Um“spieler der Abwehr. Um das wirklich unter Beweis zu stellen, sind seine Einsatzzeiten zu kurz. Motto: wenn ich dem Finnen nichts zutraue, und der Finne kaum spielt, dann kann der Finne auch nichts zeigen.

    Zu den ganzen Mehrfachbesetzungen: Farfan und die Torhüter sind offensichtlich sehr verletzungsanfällig, Jones ist sehr sperrenanfällig, Obasi ist sehr stimmungsabhängig, da braucht man schon ein paar Backups;-) Und Holtby kann dann ja auch hinter Affelay…

  3. elbdeichrutscher sagt:

    Ich bin sehr gespannt, ob Barnetta – über dessen Kommen ich mich auch gefreut habe – bei uns so gut sein wird wie in Leverkusen. Möglicherweise wird er zu Kurzeinsätzen verdammt sein, sobald Affelay richtig eingespielt ist.
    Für Uchida spricht im Vergleich zu Höwedes m.E. die größere Sprintgeschwindigkeit mt Ball am Fuß, was in der von Dir angesprochenen Kombination mit Farfan in der letzten Saison oft für viel Wirbel sorgte. Leider hast Du hinsichtlich der, hm, Unbekümmertheit, die Uschi manchmal im Defensivverhalten zeigt, auch Recht. Da ist Benny sicher stärker.
    Mir fällt – auch wenn das Transferfensterchen sich erst zum Winter wieder öffnen wird in diesem Zusammenhang noch ein, was Anfang 2011 beim Rumgeeier über den Neuer-Wechsel entweder MN oder BH auf eine entsprechende Frage antwortete, er gehe davon aus, auch im nächsten Jahr in der gleichen Mannschaft zu spielen…damit war sicher nicht die Nationalelf gemeint, wer weiß, ob nicht das Interesse der Bayern noch mal aufflackert…Auf jeden Fall schön, dass Papa uns erhalten geblieben ist. Ich glaube nicht an die totale Rotation, auch wenn wir es schaffen sollten, in Pokal und CL zu überwintern, aber ich denke, allein durch die eine oder andere Gelbsperre wird es immer wieder neue Konstellationen im Defensivverbund geben.
    Hildebrand ist auch für mich erste Wahl. Ich hoffe, er ist bald wieder fit.
    Pukki – wird wohl ein Joker bleiben, bis er Schalke wieder verlässt.
    Schade, er hat eigentlich Talent, ist flink und kann für Wirbel sorgen.
    Ach ja – Habe ich es richtig interpretiert, dass Du Neustädter als Jones mit weniger gelben Karten siehst – effektiv, arbeitsam, flexibel, laufstark, schussgewaltig ( hoffentlich treffsicherer)?
    Auf jeden Fall hat es viel Spaß gemacht, dem Gespräch zuzuhören.
    Schönes Wochenende und viele Grüße von der Elbe an Ruhr und Rhein!

  4. Maddin sagt:

    Als Schalker ist man ja grundsätzlich ein gebranntes Kind und mag nicht so recht in Euphorie verfallen: aber der aktuelle Kader lässt mich doch von Höherem träumen. Dazu das nahezu unglaublich entspannte Umfeld, die Vertragsverlängerung mit Horst Heldt…
    Ach, diese blöde Länderspielpause tut schon wieder richtig weh.

  5. Torsten sagt:

    Matip und Papadopoulos spielten in der Innenverteidigung und Höwedes spielte als RV. So. Dann sagte Löw, er sehe Höwedes eher als Innenverteidiger und plötzlich sieht ihn Schalke auch als Innenverteidiger, und diese Plätze sind nun einmal optimal ausgefüllt.

    Jetzt frage ich mich, ob ich vielleicht was verschlafen habe. Dass Höwedes in der Nationalmannschaft als Innenverteidiger nicht zum Zuge kommen würde, war doch seit langem klar. Das Höwedes auf Schalke so häufig als RV eingesetzt wurde, ist doch regelmäßig mit dem Argument „schöngeredet“ worden, dass er auch in der Nationalmannschaft auf dieser Position bessere Chancen hätte.
    Sei’s drum. Löw hat angekündigt, dass bei ihm bis auf weiteres Lahm rechts und Schmelzer links spielen sollen, für seine IV dürfte Hummels gesetzt sein. Bleibt ein IV-Posten, um den er gegen Badstuber, Mertesacker, vielleicht Boateng kämpft. Aber das ist alles müßig, wenn er sich „nichtmal“ auf Schalke durchsetzen kann.

    Mir fällt – auch wenn das Transferfensterchen sich erst zum Winter wieder öffnen wird in diesem Zusammenhang noch ein, was Anfang 2011 beim Rumgeeier über den Neuer-Wechsel entweder MN oder BH auf eine entsprechende Frage antwortete, er gehe davon aus, auch im nächsten Jahr in der gleichen Mannschaft zu spielen…damit war sicher nicht die Nationalelf gemeint, wer weiß, ob nicht das Interesse der Bayern noch mal aufflackert…

    Das war vor deren Dante-Transfer. Mit ihm, Badstuber und Boateng sind sie ordentlich besetzt und grade in München müssen Transfers immer auch „verkauft“ werden. Ich denke Höwedes müsste erst wieder mehr Aufmerksamkeit erregen um noch mal das Interesse zu wecken.

    Und zuletzt sehe ich die Prognose für Pukki optimistischer. Er ist nicht durchsetzungsfähig “Mann gegen Mann”, aber ein schneller “Um”spieler der Abwehr.

    Was ist mit „Um“Spieler gemeint? In welcher Position sollte er aufgestellt werden?
    Gegen Augsburg saß er nicht mal auf der Bank. Dass sich Teemu Pukki auf Sicht auf einer Außenposition etablieren kann, ist m.E. auf Grund der großen Konkurrenz mehr als unwahrscheinlich. Ich denke Teemu Pukki würde nur bei einer Huntelaar-Verletzung noch mal in Erscheinung treten. Aber auch dann kämen wohl erst noch Marica und Farfan-in-der-Mitte-Experimente.

    Farfan und die Torhüter sind offensichtlich sehr verletzungsanfällig

    Farfán beginnt seine 5. Saison auf Schalke. In den ersten 4 Jahren hatte er 31, 33, 28 und 23 Einsätze. In seinem zweiten Spiel für Schalke brach er sich die Schulter (CL-Quali gegen Atletico, ordentlich gespielt, aber nur 1:0, ich weiß es noch wie heute …). Letzte Saison dieser Außenbandanriss. Ansonsten nur kleinere Blessuren. Ich denke, Farfán ist eher als ziemlich zuverlässig zu bewerten, meinetwegen als „normal“, als „sehr anfällig“ aber sicher nicht. Ich hoffe es bleibt so.

    Habe ich es richtig interpretiert, dass Du Neustädter als Jones mit weniger gelben Karten siehst – effektiv, arbeitsam, flexibel, laufstark, schussgewaltig ( hoffentlich treffsicherer)?

    Vielleicht sollten wir noch zwei oder drei Spiele abwarten, bis wir Neustädter kategorisieren, aber vom Gefühl her und Stand heute würde ich Neustädter/Jones ähnlich skizzieren wie Matip/Papadopoulos. Jones wie Papadopoulos mit der überragenden Physis und sehr aggressiv, Neustädter und Matip smarter, mit dem besseren Blick, „vorausschauender“. Aber wie gesagt, mal abwarten. Ich bin froh, dass Schalke alle vier hat.

    Als Schalker ist man ja grundsätzlich ein gebranntes Kind und mag nicht so recht in Euphorie verfallen: aber der aktuelle Kader lässt mich doch von Höherem träumen.

    Ja, was die Einzelspieler angeht ist der Kader wirklich gut besetzt. Das Spiel der Mannschaft ist aber noch nicht kontrolliert genug. Wenn offensiv gespielt wird ist es „zu viel“, dann tun sich schnell Lücken auf. Gegen Hannover in Hz1 war viel Kontrolle da, da gab es aber zu wenig Druck aufs gegnerische Tor. Gegen Augsburg wollte man drücken, scheiterte vorne und lies Augsburg zuviel Platz zum Kontern. Das ist alles noch „unausgegoren“. Aber ja, ich kann mir auch vorstellen, dass das noch wird, und ich kann mir auch vorstellen, dass diese Mannschaft dann besser sein kann, als die Schalker Mannschaften der letzten Jahre.

    Ach, diese blöde Länderspielpause tut schon wieder richtig weh.

    !

  6. hoffedocS04 sagt:

    Vielleicht sieht man an manchen Stellen (Höwedes, Farfan) ja, dass ich Schalke erst seit ca. eineinhalb Jahren so nah verfolge. Seit ich das sehe, ist Farfan recht häufig ausgefallen, v.a. immer nach seinen Peruaufenthalten. Hoffentlich diesmal nicht!

    An Pukki habe ich zum Beispiel in den ersten dreißig Minuten gegen Augsburg gedacht. Pukki ist schnell und hat in seiner Anfangszeit auf Schalke gezeigt, dass er ein gutes Auge für Lücken hat. Dabei ist die Position, ob als zweite Spitze vor einer Raute oder im offensiven Mittelfeld bei 4-2-3-1, gar nicht so entscheidend. Die japanischen Spieler sind ja auch oft solche Typen: nicht so zweikampfstark, aber wendig, schnell und wenn sie z.B. in einer Mannschaft mit schnellem Kurzpassspiel eingesetzt werden, überragend. Dazu gehört natürlich auch (Selbst)vertrauen und Einsatzzeiten.

    Hier breitet sich gerade wieder ein seidig blauer Himmel aus bei zwanzig Grad. Richtig schönes Fußballwetter. Aber Fürth wird kein leichtes Spiel. Gibt es wohl zur Vorfreude auch einen Vorbericht?

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