Fast souverän in Piräus

Schalke 04 gewinnt 2:1 in Piräus und holt gleich am ersten Spieltag 3 wichtige Champions League-Punkte. Dabei bot das Spiel von angenehmer Langeweile bis Herzklabaster alles zu seiner Zeit.

Wer ein Blog wie dieses hier betreibt, leidet in der Regel unter Fublos D, so auch ich. Und so war ich während der 90 Minuten schon einige Male bei Formulierungen wie „sehr souverän“ oder „eben Champions League-Erfahrung“, denn ich hatte Freude daran, wie Schalke 04 in dieser Partie agierte. Aber immer wenn ich grade so dachte, schoss irgendein Schalker einen Bock, und ein Olympiakos-Spieler stand frei vor Lars Unnerstall.

Viermal brannte das griechische Feuer in Schalkes Strafraum lichterloh, einmal schlug die Fackel ein. In diesen Momenten offenbarte sich die Stärke des Gegners. Das größte Kompliment, das man Huub Stevens’ Mannschaft machen kann, ist, dass sie es schafften, ihre Aufgabe zwischen diesen brenzlichen Situationen leicht aussehen zu lassen.

Schalke versuchte dieses Spiel zu kontrollieren. Vor allem versuchten die Blauen stets aufs nächste Tor zu spielen, auch noch in Führung liegend 10 Minuten vor Schluss. Man versuchte Piräus in der Defensive zu binden, störte früh und gewann im Mittelfeld die deutliche Mehrzahl der Zweikämpfe. Am Ende war der Sieg verdient, keine Frage. Aber es hätte viel einfacher sein können.

Hätte Klaas-Jan Huntelaar den Strafstoß verwandelt, wäre die Luft sicher raus gewesen. Hätten Schieds- und Torrichter Papadopoulos’ einwandfreies Kopfballtor in der ersten Hälfte nicht zurückgepfiffen, wer weiß wie das Spiel verlaufen wäre. So war es bis zur letzten Minute spannend, denn ein Tor – auch das lehrte uns dieses Spiel – kann Schalke immer noch kassieren.

Auf einzelne Spieler möchte ich nun nicht mehr eingehen. Jetzt, da ich das hier schreibe, ist es mir für solche Ausführlichkeit zu spät. Trotzdem möchte ich der Hoffnung Ausdruck verleihen, dass Jermaine Jones nicht schwerer verletzt ist, dass er nicht länger ausfällt. Meines Erachtens ist er derzeit für diese Mannschaft so wichtig wie nie zuvor, er ist Bindeglied und Taktgeber zwischen Defensive und Offensive. Ihn sollte Schalke gegen Bayern München nicht vermissen müssen.

Und ein Wort noch zu „Turnvater Huub“, wie ihn Sky-Kommentator Wolff-Christoph Fuss nannte. Bislang dachte ich immer, in der Champions League herrsche für Trainer Anzugpflicht. In Piräus saß Huub Stevens im Trainingsanzug auf der Bank.
Grundsätzlich habe ich weder was gegen Trainer im Anzug, noch gegen Trainer in Sportkleidung. Grundsätzlich ist mir wichtig, dass Trainer „echt“ wirken. Ich sah Thomas Schaaf im Anzug und er kam mir fremd vor. Jürgen Klopp sah vergangene Saison im Anzug und rasiert aus wie ein Sitzenbleiber im Kommunionsvorbeitereitungskurs. Huub Stevens sah aus wie immer. Mir hat das gefallen. Und wenn er das durchzieht, obwohl alle anderen es anders machen, wenn er vielleicht sogar Strafe dafür zahlen muss, dann erst recht.

In zwei Wochen spielen die Blauen auf Schalke gegen Montpellier, aktuell nach fünf Spielen nur 15. der französischen Ligue 1. Mit einem Heimsieg wäre mehr als die „halbe Miete“ auf dem Weg ins CL-Achtelfinale eingefahren. Ma’kucken.



Foto: arnocastelli



27 Kommentare zu “Fast souverän in Piräus”

  1. blues sagt:

    „Dabei bot das Spiel von angenehmer Langeweile bis Herzklabaster alles zu seiner Zeit“

    Ging mir auch so. Es war ein intensives Spiel, bei dem sich unsere Mannschaft vom Gegner und vom Publikum wenig beeindruckt zeigte.

    Mir hat Tranquillo Barnettas´ Spielweise gut gefallen. Er spielte defensiv so geschickt, dass über unsere linke Seite selten Gefahr entstand, was ja eher selten vor kommt. In der Offensive war er gut anspielbar und Richtung Strafraum sehr präsent. Sieht nach einer echten Verstärkung aus.

  2. Tenkelberry sagt:

    Ich kann da Torsten uneingeschränkt zustimmen.
    Möchte aus meiner Sicht aber auch mal Holtby loben!
    Hat ein sehr gutes Spiel abgeliefert. War viel unterwegs, viele Positionswechsel und kluge Pässe!
    Ansonsten bin ich der Meinung das die breite unseres Kaders in diesem Jahr Gold wert ist. Qualität geht raus, Qualität kommt rein!
    Also mir hats Spass gemacht.

  3. Ney sagt:

    Jetzt brauchen wir nur noch einen Torwart hoher Güte.

  4. RWDJojo sagt:

    Toller Auftakt bei einem heimstarken Gegner! Vor der Partie wäre ich mit einem Punkt zufrieden gewesen.
    Der einzige Kritikpunkt ist, dass man den Sack schon früher zu machen konnte. Erst die Riesenchance von Barnetta zum 2:0 und dann natürlich der Elfer.

  5. hoffedocS04 sagt:

    Motto des Spiels:
    Wenn ein Tor nicht gegeben wird, dann schießen wir eben ein neues. Na und?

    Es gab Minuten in der zweiten Halbzeit, da spielte Schalke wie Barcelona. Da war ich richtig glücklich, dass Schalke SO spielen kann..

    Nebenbei: Fuß ist mein Lieblingskommentator. Er hat auch San Siro kommentiert. Sollte vielleicht alle Schalkespiele kommentieren in der Champions League.

  6. Kohlenjuke sagt:

    Meiner Meinung nach ein absolut souveräner Auftritt der mich streckenweise sogar begeistert hat. Ich weiß, dass Schalke so spielen kann, aber leider sieht man das noch zu selten. Unnerstall ist ein guter Keeper, aber seine Abschläge unbedingt verbesserungswürdig – hat für mich den Gegentreffer eingeleitet. Spieler des Tages auf jeden Fall Barnetta, Holtby, Jones und Papadopoulos. Farfan vielleicht ein wenig früher gegen Draxler ausgewechselt wäre nicht schlecht gewesen.
    Ich denke, wir sind bereit für die Bayern!

  7. Die Blog- & Presseschau für Mittwoch, den 19.September 2012 | Fokus Fussball sagt:

    […] Für seinen Schalker Blogger-Kollegen Torsten Wieland dagegen war es “ein fast souveräner” Sieg. […]

  8. Dreiköpfiger Affe sagt:

    Souveräner Auftritt mit zwischenzeitlicher Schnappatmung und Herztabeletten Knappheit bei den Böcken in der Abwehr.
    Wäre das nicht Piräus sondern z.B. Arsenal, dann hätte der Lukas gestern Abend drei Dinger eingeschenkt.

    Eigentlich bin ich als erstes auf den Blog heut morgen gegangen weil ich erhoffte etwas über die Kleidungswahl bei Huub zu lesen…und DANKE an dieser Stelle, dass du das getan hast.
    Ich finde den Trainingsanzug schon immer sehr gewöhnungsbedürftig und suboptimal…aber…im letzten Jahr gab es in der 11Freunde ein Interview, in dem HS auf die Frage „Wann sehen wir Sie mal ohne Trainingsanzug?“ antwortet:
    „Sollten wir uns nächstes Jahr für die ChampionsLeague qualifizieren führt wohl kein Weg dran vorbei. Vorher nicht.“
    Es scheint doch eine Umgehungsstrasse zu geben…

  9. McP sagt:

    Ich werde nie verstehen, warum ein Coach im Trainingsanzug auf der Bank sitzt. Das ergibt doch null Sinn und sieht einfach nur assig aus. Das dies jedoch in der CL verboten ist, wäre mir neu.

    Ansonsten bin ich mit den Spiel einverstanden. Ich hatte nicht erwartet, dass man Piräus 90 Minuten am ausgestreckten Arm verhungern läßt. Und so kam es dann auch. Aber diese Mannschaft ist unter Stevens eben auch recht effektiv, wenn es gegen weniger oder etwa gleich gute Gegner zu punkten gilt.

  10. Ney sagt:

    Ich werde nie verstehen, warum ein Coach im Anzug auf der Bank sitzt. Das ergibt doch null Sinn und sieht einfach nur affig aus. Dass dies in der CL Pflicht ist, behauptete mal die Bild-Zeitung.

    SCNR

  11. hoffedocS04 sagt:

    @McP
    Besser ein authentisch wirkender Huub im Trainingsanzug als ein Mourinho im Designeroutfit mit nassen Grasflecken an den ausgebeulten Knien…,
    ach, ich vergaß, manche kleinen Jungs spielen ja auch bevorzugt im Sonntagsanzug im Sandkasten;-)
    Huub Stevens im seidig glänzenden maßgeschneiderten GRAU. Ein GRAUen, das erst im Finale erlaubt ist;-)

  12. Matthias sagt:

    Ich werde nie verstehen, warum ein Coach im Trainingsanzug auf der Bank sitzt. Das ergibt doch null Sinn und sieht einfach nur assig aus.

    Vielleicht weil er sich darin wohl fühlt? Vielleicht weil er keine Lust darauf hat, beim Aufspringen von der Trainerbank mit seinem Jäckchen irgendwo hängenzubleiben? Vielleicht weil es ihm widerstrebt, einen Designeranzug für ein paar tausend Euro nach nur einem Spiel und einem Mourinho-Knierutschjubel (Erster Kommentar meiner Frau: „Die Flecken bekommst du nie wieder raus!“) zu entsorgen? Letztendlich wird es nur Stevens wissen.

    Dass es „einfach nur assig“ aussieht, sehe ich nicht so. Klar, es gibt Anlässe, da sind Anzüge angebracht. Bei der Hochzeit der eigenen Tochter sollte man bspw. nicht in der Schnellfickerbuxe auftauchen. (Ich habe allerdings genau das einmal im wirklich extremst entferntenen Bekanntenkreis erleben müssen…) Aber einen Fußballrasen darf man m.E. schon in Sportkleidung betreten. Geschmackssache.

  13. Ganti sagt:

    Großartig, dass wir keine anderen Sorgen haben als Trainers Kleiderwahl. Nur zur Erinnerung: es ist CL und es wurde eine Mannschaft besiegt, die gefühlt noch nie gegen einen deutschen Gegner verloren hat.
    Vermutlich wird demnächst auch noch gefordert, dass der Trainer seinen Notizblock und Bleistift gegen iPad oder Smartphone eintauscht. Könnte in der CL ja auch Pflicht sein.

  14. Juwie sagt:

    Ein ganz dickes Lob und Dankeschön an Torsten für den schnellen und offenbar auch zutreffenden Spielkommentar. Da ich keine Gelegenheit hatte, das Spiel zu sehen, habe ich heute Morgen den Königsblog geöffnet – und wie selbstverständlich gab es hier schon den Bericht. Zum Vergleich: nur ein einziger Schalker-Blog war zu dieser Zeit (etwa 7.00 Uhr) genau so schnell. Und das unter der Überschrift, dass unser Lieblings-Blogger seit einiger Zeit nicht mehr so viel Zeit hat. Respekt!

  15. Stollengewitter sagt:

    @Torsten

    Ich meine gestern irgendwo gelesen zu haben das es in der CL erst ab der KO Runde Pflicht ist im feinen Zwirn an der Linie zu stehen/sitzen. Bescheuerte Regel wie ich finde…Ansonsten, wie so oft, eine sehr treffende Beschreibung des Geschehens und der Schalker Gefühlslage.

  16. elbdeichrutscher sagt:

    Begeisternd, beherzt und – bis auf die Pulsrasen verursachenden Unaufmerksamkeiten, ohne die unsere Abwehr wohl nicht zu haben ist – auch mit weniger BAllbesitz deutlich die dominierende Mannschaft. Ich muss schon sagen, das fand ich sehr hübsch anzuschauen. Ballstaffetten im Mittelfeld ohne -verlust, wenn doch, wurde gleich nachgesetzt.
    Sehr positiv war Barnettas Auftritt.
    Auch wenn ein Tor für Papa sehr schön gewesen wäre, habe ich mich doch auch sehr für den Käpt’n gefreut.Und was sagt er jetzt: Wir lechzen nach einem Sieg gegen die Bayern. Das klingt doch besser, als wenn einer wie bei Asterix der Mann im Mastkorb ruft “ Die Ba… die Baba…die Babababayern“.

    @Ney: Ham wa doch, Timo kommt bald wieder. Und so lange Unnerstall mehr hält als GEgentore vorbereitet, auch gut ;)

  17. hoffedocS04 sagt:

    Ach, ist das wieder reizend hier.
    Torsten, bitte, wenn Du, wie Du sagst, das nebensächliche Spiel gegen die Münchner Kleinkleinbayern nicht sehen kannst, könntest Du nicht jemanden bitten, Dich hier mit einem Bericht am Sonntag oder Montag zu ersetzen?! Ich will den Sieg kommentiert sehen!
    Sonst kriege ich einen Entzug, und die Patienten leiden, und das kann doch niemand wollen…

  18. McP sagt:

    Ich habe mal die Regularien überflogen und kann beim besten Willen keine Anzugspflicht finden. Siehe hier http://de.uefa.com/MultimediaF.....WNLOAD.pdf

    Es gab wohl mal eine Ermahnung an Klopp. Aber vielleicht auch nur, weil nicht erwünschte Markenzeichen auf der Kleidung waren.

    Was den Trainingsanzug betrifft, gebe ich gerne Matthias recht – Geschmackssache, extrem schlechter Geschmack mMn und auch unhöflich. Wenn jemand keinen Anzug mag, gibt es tausend andere Möglichkeiten, sich ordentlich anzuziehen. Jedenfalls habe ich keine Anzugspflicht gefordert. Aber nun gut, davon geht trotz allem die Welt nicht unter. Alle 3 Jahre etwa müsst ihr aushalten, dass ich meine Meinung dazu sage.

  19. hoffedocS04 sagt:

    Habe Huub mir gegenüber nicht als unhöflich empfunden.
    Wen hat er denn beleidigt?
    Habe gerade nachgedacht: trage im Job keinen weißen Kittel, habe aber schon manches Leben gerettet. Habe ich das nun auf unhöfliche Weise getan? Grübel, grübel, grübel..
    Sage mir so: lieber in dreckigen Jeans ein Leben gerettet als im weißen Kittel versagt … gilt im Zweifelsfall auch für Trainer…

  20. Manfred sagt:

    Yoah, egal, Sieg und gut. Bleibt aber eine Kleinigkeit: was in aller Welt ist ‚assig’? So wie ein Assistent? Oder wie ein As? Oder ist vielleicht irgendwas in Richtung ‚asozial‘ gemeint, also wie ein Asi?
    Wichtige Frage, ich weiß…

  21. hoffedocS04 sagt:

    OT
    Spiel gegen Bayern München:
    Was erwartet Ihr?
    Habe gerade die Pressekonferenz angeschaut. Eine Kampfansage ist das gerade nicht. Sagen wir „sehr vorsichtiges Selbstbewusstsein“.
    Ein kleiner Schritt fehlt mir da, nämlich zu sagen, wir werden hochkonzentriert und entschlossen sein, und wenn wir das sind, dann WERDEN wir sie schlagen.
    Rekordmeister, das war einmal…

    Sollte es anders kommen, denen gratulieren und fertig.

    Aber erst einmal die volle Entschlossenheit, die werden aus der Veltinsarena mit hängenden Köpfen als Verlierer rausgehen. Das Bild habe ich vor Augen. Philipp Lahm am Mikrofon, der die Niederlage erklären muss.

  22. Torsten sagt:

    Vielleicht fehlt dieser letzte Schritt tatsächlich, jedenfalls werde ich nie beweisen können, dass es nicht so ist. Ich persönlich glaube aber, dass es den Spielern völlig egal ist, was auf der PK erzählt wird, ich vermute, dass sich die Spieler diese gar nicht anschauen und dass der/ein/jeder Trainer zur Mannschaft ehedem völlig anders spricht.

  23. RWDJojo sagt:

    Die PK in voller Länge schauen sich doch eh nur ein paar Nerds an ;-)

    Ansonsten tickern die Medien (die ja ihre Vertreter dort sitzen haben) die wichtigsten Aussagen! Eine offene Kampfansage würde dann natürlich als Highlight in allen Gazetten stehen und wird einem bei Misserfolg wieder um die Ohren gehauen.

    Für die Spieler ist das im Vorfeld wirklich uninteressant. Ich denke schon, dass die Spieler so eingestellt werden, dass man bei konzentrierter Erfüllung der Vorgaben als Sieger vom Platz geht. So geht man übrigens in jedes Spiel. Selbst Spiele, in denen man „auf Unentschieden“ spielt, will man gewinnen. Dann eben durch einen überraschenden Konter.

  24. Ney sagt:

    Falls Jones und Huntelaar fehlen oder zumindest angeschlagen
    sind und man im Sturmzentrum nur noch Pukki hat, wäre das mit
    der Kampfansage sowieso eine Sache für sich.

  25. blues sagt:

    Ich bleib mal auf dem Boden. Der Auftritt der Mannschaft am Hafen von Athen war stark und hat meine Erwartungen weit übertroffen. Ein Unentschieden gegen Bayern ist für mich trotzdem das Maximum. Eine Niederlage würde mich nicht wundern, ein Sieg würde mich sehr überraschen. Glück auf!

  26. Blick zurück und nach vorn | unter Flutlicht… sagt:

    […] dieser Woche nahezu vorbei gerauscht. Schöne Zusammenfassungen und meinen zum Spiel findet Ihr im Königsblog, bei Blog und Weiß und beim Schalkefan. Ich habe das Spiel lediglich auf 90elf verfolgt und kann […]

  27. hoffedocS04 sagt:

    @Ney,RWDJojo,Blues

    Nach dem 0:1 standen in meinem Wohnzimmer eine ganze Menge Leute, und alle STANDEN(!) und brüllten – jeder mit anderen Worten – „Lasst sie jetzt nicht SPIELEN, lasst sie jetzt NICHT SPIELEN, lasst sie JETZT NICHT SPIELEN!!!“ (mit „sie“ waren natürlich die Bayern gemeint)

    Es war noch vor der 60. Minute.
    Wir hatten – wie immer bei Kommentatoren wie Marcel Reif – den Kommentar ausgeblendet und auf „Stadion“ geschaltet.
    Es fiel das 0:1, und MAN SAH UND HÖRTE ES – wie übrigens gegen Dortmund in der Rückrunde der letzten Saison -, dass in der Veltinsarena der Stecker gezogen war.
    Die ganze Szenerie war plötzlich ohne Saft. Die Spieler wie in der Bewegung erstarrt, die Arena fast still. BAYERNGESÄNGE waren zu hören.

    Mich schmerzt das. Es ist doch völlig wurscht, ob einem eine Niederlage „um die Ohren gehauen“ wird. Schalke mit seiner jetzigen Qualität könnte die Bayern schlagen!! Wenn es nicht klappt, dann „Glückwunsch“ und zum nächsten Spiel. Was aber richtig wehtut, ist dieser mangelnde letzte Glaube an die eigene Stärke.
    Schalke war letzte Saison der Meister im Drehen von Spielen, wenn Mainz, Köln, Hoffenheim und wie sie alle hießen in Führung gingen, dann ging auf Schalke erst so richtig die Post ab. Die Spieler hauten sich rein, das Publikum ebenso, nur wenn Dortmund oder Bayern in Führung gehen, dann wird bei Schalke der Stecker gezogen.
    Das ist eine typische selffullfilling prophecy, das heißt, ich erwarte im Grunde eine Niederlage und wenn ich dann zurückliege, bestätigt sich meine Erwartungshaltung, und ich kämpfe nicht mehr. Es waren noch 35(!) Minuten zu spielen, Schalke hatte eine Halbzeit lang gut dagegengehalten, sogar kurz vor der Pause eine Überlegenheit erspielt, und dann: Genickschuss!

    Hamburg hat Dortmund den Kampf angesagt, und dann gewonnen. HAMBURG. Und Schalke traut sich das nicht zu. Das kann doch nicht sein.

    Freunde von Schalke, DENKT UM!!

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