Viel Wille, wenig Glück, keine Ideen

Das Heimspiel des FC Schalke 04 gegen Borussia Mönchengladbach endete 1:1. Nur 1:1, so fühlt es sich an. Eben weil es bereits das vierte sieglose Ligaspiel in Folge war, und weil man sich erhoffte, dass die Mannschaft gegen die in dieser Saison bislang keineswegs überragenden Gladbacher „den Bock umstoßen“ könne, wie Horst Heldt es zuvor formulierte. Konnte sie aber nicht. Das ermüdende Anrennen gegen drohende Niederlagen lässt mittlerweile Anzeichen von Resignation erkennen.

Die für mich bildgebende Szene des Tages spielte sich in der 84. Minute neben dem Platz ab. Es stand 0:1 und Huub Stevens wollte tatsächlich Sergio Escudero einwechseln.

Ich habe nichts gegen den jungen Spanier. Er mag auch als Außenverteidiger gewisse Offensivqualitäten aufweisen. Trotzdem bleibt er Außenverteidiger, einer, der in dieser Saison noch nicht eine Minute Bundesliga gespielt hat, der auch im letzten Jahr quasi keine Rolle spielte, der zudem lange verletzt war. Eine Einwechslung, um mit der Brechstange den Rückstand aufzuholen? Um noch mal alles in die Waagschale zu werfen? Nein.
Huub Stevens hatte das Spiel abgehakt und wollte dem Jungen in den „leeren Minuten“ noch etwas Spielpraxis zukommen lassen. Weil aber just in diesem Moment der Ausgleich fiel, musste sich Sergio Escudero die Jacke wieder anziehen. Huub Stevens beließ es bei zwei Wechseln.

Bis zu diesem Schwermut und der Hilflosigkeit, welche in diesen Wochen die Aktionen der Schalker in Schlussphasen kennzeichnet, entwickeln sich die Spiele unterschiedlich. Gegen Gladbach begann Schalke spritzig und hatte früh gute Chancen. Ab Mitte der ersten Halbzeit hatte sich Gladbach aber besser auf die Blauen eingestellt und das Spiel verflachte.

In der zweiten Halbzeit zeigte Gladbach zeitweise ein großartiges Offensivpressing. Schalke wurde bereits am eigenen Strafraum attackiert, Fehler wurden provoziert. Eben daraus ging die Gladbacher Führung hervor: Die Szene entstand aus einer Offensivaktion des VfL. Nachdem Joel Matip diese erfolgreich störte, orientierte sich Gladbach aber nicht zurück, sondern setzte Matip an der Außenlinie gleich wieder unter Druck. Auch seine Anspielstation im Rückraum wurde gedeckt. Unter diesem Druck spielte Matip einen Pass in die Mitte, der bei Roman Neustädter ankommen sollte, aber am Fuß Patrick Herrmanns endete. Joel Matips schwerer Fehler, keine Frage, aber eben doch von Gladbach kreiert und keineswegs nur „Glück/Pech“ oder gar „Zufall“.

Schalke ackerte – ich denke bezüglich des „Rasens“ ist das die treffendste Formulierung. Schalke stemmte sich mit aller Kraft gegen die Niederlage. Fehlenden Willen kann man der Mannschaft auf keinen Fall vorwerfen. Trotzdem fehlt es derzeit an der geeigneten Spielidee, um den Vorteil der namentlich besseren Einzelspieler ausnutzen zu können.

Schalkes großes Manko ist ganz klar der Spielaufbau aus der Abwehr heraus. Wenn die Offensivspieler dann doch mal vernünftig eingesetzt werden, passiert zuviel nach Schema F. Mittelfeldspieler führt den Ball 10 Meter jenseits der Mittellinie, Pass auf Außen, Flanke in die Mitte, Verteidiger blockt ab, Ecke, bringt nichts ein. Wieder und wieder, ohne tatsächlich zu Abschlüssen zu kommen. Auch gegen Gladbach.

Schalke braucht Glück, dass solche Spontanaktionen wie ein Kopfball Jones’ aus 8 oder 9 Metern mal ins Netz findet, dieses Glück hat Schalke aber derzeit nicht. Einer der ganz wenigen, blitzsauberen Angriffe, über vier Stationen, Richtung Strafraum und nicht nach Außen, führte tatsächlich zum Ausgleich.

Gleich drauf war es aber auch schon wieder vorbei. Weil Gladbach gut hoch verteidigte und alle potenziellen Passempfänger im Bereich der Mittellinie deckte, kam Schalke in den letzten Minuten kaum noch aus der eigenen Abwehr heraus. Bis zum Schlusspfiff konnte sich Schalke keine weitere Chance erspielen, passte sich stattdessen hilflos den Ball in der Verteidigung hin und her, bis das 1:1 endgültig feststand.

Das alles ermüdet. Die Zuschauer, sicher auch die Spieler selbst, offenbar sogar Huub Stevens. Man verlässt das Stadion mit dem Gefühl, dass im Schalker Spiel derzeit mehr nicht stimmt, als dass nur etwas Glück fehlt. Und während dieser Gedanken werden einem die Florians mit „Königsblauer S04“ in die Ohren gedrückt: „Deutscher Meister kann nur Schalke sein“.

Bizarr.



32 Kommentare zu “Viel Wille, wenig Glück, keine Ideen”

  1. Detlef sagt:

    Den geplanten Escudero Wechsel habe ich auch nicht verstanden.
    Zum Matip Fehlpass möchte ich meine Beobachtung beisteuern. Der geplante Paßempfänger Hochstätter schien von der Möglichkeit angespielt zu werden sehr überrascht. Genau so bewegte er sich dann nicht drekt auf Hermann zu sondern blieb mehr oder weniger stehen. Soll nicht heissen, dass nicht Matip die Schuld trifft, denn sein Paß war einer in den ganz freien Raum, jedenfalls war kein Schlker drin, sondern einfach nir, daß nach dem Ballverlust keine Reaktion stattfand.

    Zum Offensivspiel hast du alles geschrieben.

    Wird Zeit das Winterpause ist.

  2. Christian sagt:

    Interessant was du schreibst, aber noch interessanter was / über wen du nicht schreibst:
    Holtby und Huntelaar ;-)

  3. eakus1904 sagt:

    @Detlef
    Du meinst sicher Neustädter,richtig?? Wobei, Hochstätter wäre vor einigen Jährchen sicher auch überrascht gewesen,wenn er so einem Ball vom Gegner bekommen hätte! :-)

    Ja, der Wille war da, die Mannschaft fightete und gab sich nicht so einfach geschlagen. Es gab mal zeiten, da hätte das auf den Rängen für Standing Ovations gereicht. Am Samstag wurden wieder Spieler ausgepfiffen!

    Wobei ich mir nichtmal sicher bin,wem bei den Auswechselungen die Pfiffe galten. Den Ausgewechselten für ihre überschaubare Leistung, dem Trainer für seine Entscheidung,Huntelaar und Holtby rauszunehmen oder gar Ciprian Marica, der sich erdreistet, für unseren Club aufzulaufen!? Ich weiß es nicht und den Kommentaren der umstehenden Leute in der Kurve hätte ich alle drei Gründe entnehmen können.

    Die spielerische Leichtigkeit vom Beginn der Saison mit der kämpferischen Einstellung aus dem Gladbach-Spiel verbinden, das wäre es.

  4. David sagt:

    Heute im Sportteil der Süddeutschen Zeitung:

    „Die Schalker Fans haben offenbar ihr legendäres Gespür für Leidenschaft, Kampfgeist und bedingungslosen Einsatz doch noch nicht verloren, denn nach dem überfälligen Ausgleich in der 84. Minute trieben sie die Mannschaft frenetisch immer wieder nach vorn. Die Gladbacher wurden, wie in der gesamten zweiten Hälfte, regelrecht am Strafraum einschnürt, und in der ersten Minute der Nachspielzeit gelang tatsächlich noch den 2:1-Siegtreffer durch einen Kopfball von Benedikt Höwedes nach Ecke von Christian Fuchs.“

    (in my dreams)

  5. DeepBlue sagt:

    Unentschieden.
    Mal wieder.
    Wieder eine Niederlage verhindert.
    Wieder nicht gewonnen.

    Manchmal wünsche ich mir eine Regel wie im Basketball, nach der ein Spiel nach so viel Mühe auch einen Sieger verdient haben muss und bis zur Entscheidung gespielt wird.

    Hier hätten unsere Blauen bestimmt gute Chancen, da es augenscheinlich eines Gegentores bedarf, damit die Mannschaft ihr Kämpferherz auspackt und beginnt, Fussball zu spielen.

    Leider ist unser Spiel – wie auch hier im Blog schon oft erwähnt – momentan einfach zu durchsichtig, zu ausrechenbar, zu sehr von Fehlern des Gegners abhängig.

    Wo ist die Kreativität im Mittelfeld hin?
    Wo bleibt das frühe Pressing – insbesondere bei Heimspielen?
    Wann bekommen wir die abwehrstabilisierende Sicherheit auf der Torlinie zurück? (Bin kein Torhüter, doch das sah durchaus haltbar aus)

    „Für immer an der Spitze stehen“ muss ja nun wirklich nicht sein, doch derzeit geht der Trend eher nach unten als nach oben.

    ABER: Fussball kann ja so einfach sein. Mit zwei Siegen gegen Stuttgart und Freiburg ist die Weihnachsstimmung wieder da! ;-)

    Glück Auf!

  6. Matthias sagt:

    Und während dieser Gedanken werden einem die Florians mit „Königsblauer S04“ in die Ohren gedrückt: „Deutscher Meister kann nur Schalke sein“.

    Eine Schnulze halt. Austauschbar wie fast 99% aller musikalischer Ergüsse über Sportvereine. So austauschbar, dass ich schon längst aufgehört habe, hinzuhören. Lieder mit Textzeilen a la „Werden wir, wenn Spiele 1:1 nur steh’n, zufrieden doch nach Hause geh’n“ verkaufen sich wahrscheinlich eher schlecht.

  7. Detlef sagt:

    @eakus1904
    Irgendwann musste mir das passieren mit Neu und Hoch und dt und tt. Danke für den Hinweis. Ich schäme mich.

    Welche Leistung hätte man bei Huntelaar bewerten sollen und Holtby wird immer ausgewechselt.

    Verdammt, ich beginne meine Optimismus zu verlieren und sarkastisch zu werden.

  8. stollengewitter sagt:

    Dieses „Deutscher Meister kann nur Schalke sein“ zaubert so manchem Auswärtsfan selbst nach einer Niederlage sicher ein Lächeln aufs Gesicht. Nach über 50 Jahren ohne und diversen knapp verpassten Meisterschaften nicht mehr als ein Treppenwitz.

  9. Die Blogschau für Montag, den 03.Dezember 2012 | Fokus Fussball sagt:

    […] Torsten Wieland ist müde. Das alles ermüdet. Die Zuschauer, sicher auch die Spieler selbst, offenbar sogar Huub Stevens. Man verlässt das Stadion mit dem Gefühl, dass im Schalker Spiel derzeit mehr nicht stimmt, als dass nur etwas Glück fehlt. Und während dieser Gedanken werden einem die Florians mit „Königsblauer S04“ in die Ohren gedrückt: „Deutscher Meister kann nur Schalke sein“. […]

  10. werna sagt:

    Wir haben einen Millionen-Kader, wir spielen Champions Leaque!
    Und wir können in Heimspielen unsere Stärken nicht ausspielen, weil der Zustand des Rasens das nicht zulässt.
    Es ist so peinlich!

  11. Ney sagt:

    Auf dem vergleichsweise besseren Rasen in Hamburg und
    Leverkusen war das Schalker Spiel allerdings schlechter.

  12. Claus sagt:

    Jetzt kann Heldt ja seinen Kumpel Babbel nach der Saison (oder schon vorher?) nach Schalke holen …

  13. Torsten sagt:

    Ich habe auch schon den einen oder anderen Spruch diesbezüglich losgelassen, aber eigentlich nur aus Spaß. Tatsächlich glaube ich nicht, dass Heldt Babbel nach Schalke holen wird. Weder jetzt, noch am Saisonende.

  14. Matthias sagt:

    Ich habe auch schon den einen oder anderen Spruch diesbezüglich losgelassen, aber eigentlich nur aus Spaß.

    Sprüche diesbezüglich hat jeder schon rausgehauen. Babbel ist mit seinen Ex-Club-Tätowierungen dafür einfach wie geschaffen.

    Aber jetzt mal ganz ernsthaft: Wenn man davon ausgeht, dass Horst Heldt seine Aufgabe auf Schalke ernst nimmt und nicht etwa nur dunkle Geschäfte tätigen will, was spräche dann dagegen, wenn er Babbel holte? So er es denn täte.

    Heldt kennt Babbel und weiß, wie er als Trainer arbeitet. Es wäre alles andere als die Katze im Sack, die wir bei nahezu jedem anderen Trainer einkauften. Ich finde dieses Gegegargument „Der ist ein Kumpel von Heldt“ wirklich nicht sonderlich stark. Darf ein Manager nur Trainer verpflichten, die er gar nicht kennt? Holte Allofs Schaaf nach Wolfsburg würde doch auch niemand meckern und Vetternwirtschaft wittern.

    Allerdings glaube ich auch nicht an einen Trainer Babbel auf Schalke. Nur schließe ich es nicht hauptsächlich durch diese Freundschaftskiste kategorisch aus.

  15. ben sagt:

    @Matthias. Genau in der Freundschaft liegt der Grund warum,
    Heldt ihn auf keinen Fall verpflichten wird, egal wie passend ein Babbel ist oder nicht.

    Grundsätzlich handelt auch ein Horst Heldt nach Interessen des Vereins und nach persönlichen Interessen, man will ja gut aussehen. So handelt grundsätzlich jeder, auch wenn beteuert wird, es geht zu 100% um den Verein…

    Wenn ein Babbel auf Schalke Misserfolg hat, kostet dies Heldt den Job, da das Medienecho so stark sein wird , dass ein Manager dies nicht überlebt.

  16. blues sagt:

    Weil wir hier eine um die Ecke von Huub gedachte Trainerdiskussion führen:

    „…was spräche dann dagegen, wenn er Babbel holte?“

    Dagegen spricht Babbels Arbeit. Er ist einer der bei Mannschaften der 1. Liga nur kurzfristig Eindruck macht, aber nachhaltig profitiert von ihm bisher kein Team. Vielleicht ein guter Trainer für die zweite oder dritte Liga. 1860, Regensburg, Ingolstadt, Unterhaching oder auch die Zweite der Bauern würden kulturell besser zu dem Oberbayern passen. Mit seiner Arroganz scheiterte er auch bei den Vereinsführungen, egal ob schwäbische Hausfrauen, schnoddrige Berliner oder bodenständige Badenser. Im Pott würde er nie und nimmer ein Bein auf den Boden bekommen.

  17. Miles sagt:

    @ Einwechselung Escudero:

    Escudero spielt LV, Fuchs ins linke offensive Mittelfeld, 4-4-2 statt 4-5-1.

    @ Deutscher Meister kann nur Schalke sein

    Sein. Nicht werden. Für mich als Schalker gibt es in der Tat nur einen würdigen Deutschen Meister und dann eben noch die Realität, die sich dieser Erkenntnis verschließt. Ich find’s im Rahmen dieser Schnulze eigentlich poetisch.

  18. blues sagt:

    Weil ja die (Online-)Zeitungen der WAZ-Gruppe in Sachen Schalker Trainerdiskussion mal wieder von der Leine gelassen wurden -was sicher nicht der Schalker Greenkeeper entscheidet – und ich mich darüber ärgere, lenke ich jetzt mal den Blick weg von Huub und hin zu Horst Heldt (S04) und Roger Wittmann (FC Rogon). Der Stern veröffentlichte vor kurzem diese schöne Bild beim „Golfen“ und verweist dabei auf Horst Heldt:

    http://www.stern.de/sport/fuss.....18560.html

    Beim Lesen des Sternartikels zu diesem Foto zusammen mit dem Sternfolgebericht (beide lesenswert!) zu einem Treffen von Hopp mit den TSG-Fans, bei dem wohl echter Redebedarf zu ein paar „Geschäften“ mit Spielerverträgen bestand, dachte ich mir, mal kucken, wer eigentlich Obasi berät? Richtiger Verdacht! Es ist – laut transfermarkt.de – die Firma Rogon. Blöd gelaufen Horst.

  19. Torsten sagt:

    @blues:

    Dein Urteil über Babbel finde ich viel zu heftig. Er ist jetzt in Hoffenheim nicht klar gekommen, ok. Zuvor in Stuttgart und in Berlin war der Fall anders gelagert. In Stuttgart klappte es sportlich erst dann nicht mehr, als er gleichzeitig seinen Trainerschein machen musste. Das halte ich für plausibel, Babbel ist auch nicht der einzige, der an solch einem Versuch scheiterte. In Berlin hatte er wieder Erfolg. Erst der Aufstieg, dann den Aufsteiger im Mittelfeld gehalten. Das er dort rausgeworfen wurde lag nicht am Sport, sondern an einem Alphamännchen-Kampf mit Preetz. Dabei haben sich beide nicht mit Ruhm bekleckert, aber dass Preetz seinen Job nicht beherrscht, hat er meines Erachtens sowohl vor Babbel (Favre) als auch nach ihm (alles weitere) bewiesen.

    Der Tullus, der nun um „blos nicht Babbel“ gemacht wird, ist m.E. völlig übertrieben. Ich wäre gespannt auf ihn. Ich sehe es aber ähnlich wie ben. Ich denke, dass die Freundschaft Heldts zu ihm eher gegen denn für eine solche Verpflichtung spricht. Heldt würde sich, falls es nicht superglatt geht, sehr angreifbar machen, und ich denke er hängt an seinem Job.

    @Miles:

    „Escudero spielt LV, Fuchs ins linke offensive Mittelfeld, 4-4-2 statt 4-5-1.“

    Ja, denkbar. Aber Du meinst wohl nicht damit, dass Stevens dies als genialen Einfall erachtete, um das Spiel in den letzten Minuten noch herumzureißen, oder?

  20. Miles sagt:

    @ Torsten

    Genial nicht, aber eine Umstellung für mehr Offensive wär’s gewesen. Es waren ja so viele Offensivspieler auf der Bank nicht…

  21. Torsten sagt:

    Doch, Barnetta und Obasi.

  22. blues sagt:

    „der Tullus um Babbel…“ ist, wie oben gemeint, vermutlich eine Ersatzdiskussion um Huub, wegen der aktuellen Schalker Situation. Bei Babbel bin ich überzeugt, der macht, hauptsächlich wegen fehlender Erfahrung, überwiegend nur Blasen! Man kann die Art und Weise wie Babbel den Trainer gibt, auch mutig nennen. Er sieht oder inzeniert sich als Trainerüberflieger und agiert nach dem Motto „Frech kommt weiter“. Er hat sicher das Talent ein Strohfreuer an Motivation zu erzeugen. Erfahrung, systematisch nachhaltiges Trainerwissen und erfolgreiches Arbeiten hinterlässt andere Spuren. Für Schalke und andere Erstligisten hat sich das Thema Babbel nach Hoffenheim, mit seinem schnellen Scheitern, sowieso erledigt. Ich glaube der Mann hat sich einfach überschätzt. Trotz oder auch wegen Hopp und Rogon. Auch Schalke wäre eine Nummer zu groß für ihn.

  23. Jörn sagt:

    Ich hätte die Einwechslung von Escudero schon als sinnvoll erachtet, da er denke ich mal aus der Entfernung draufhalten sollte. Fernschüsse kann er ja. Ist ähnlich wie zum schluss nochmal nen Innenverteidiger zu bringen der vorne noch einen reinnicken soll.

    Allgemein weiß ich nicht wie es euch geht, aber ich bin mit jedem Spiel mehr angefressen von der Spielweise und dem allgemeinen Auftreten der Truppe. Höwedes ist meistens der einzige bei dem ich wirklich zu jedem Zeitpunkt Wille und Überzeugung sehe. Der Rest ist spätestens seit der Länderspielpause total neben der Spur. Neustädter war anfangs der Saison überragend, macht jetzt ein schlechtes Spiel nach dem nächsten, Holtby und Huntelaar sind eh ewig und drei Tage ausser Form und der Rest sucht sich aus wann er mal n guten Tag hat. Dann auch noch diese ganzen Nebenkriegsschauplätze mit den Fans sodass sogar die NK inzwischen wieder entzweit ist oder besser gesagt die ganze Arena… Peters als Wortführer für die Aktion „sicheres Stadionerlebnis“. Selbst der Rasen ist scheiße. Im Moment fällt mir echt wenig gutes ein.

  24. Frank aus Rheinhessen sagt:

    Schalke schafft jeden. Ma kucken wer genehm ist als Trainer. Büskens raus will ich nicht hören.

  25. matz sagt:

    wir schaffen schlechte Stimmung auf den Rängen und in der Mannschaft sogar ohne Magath. Das soll uns mal einer nachmachen.

  26. Maddin sagt:

    Schalke schafftj jeden? Nun ja, der einzige der das entsprechende Standing und die Gelassenheit hat die speziellen Schalker Eigenheiten zu ertragen sitzt bereits bei uns auf der Bank.
    Aber wer käme denn wirklich in Frage?
    Babbel – gerade wegen Erfolgslosigkeit von Euro-Andy in SAP-Stadt gefeuert worden. Wäre mit unseren Ansprüchen wohl kaum zu verbinden.
    Veh – knurrt genauso wie der Huub, da nehm ich doch lieber das Orginal.
    Büskens – zu wenig Bulierfahrung als Trainer. Sollte vielleicht erst noch einige Jahre bei Stuttgart oder dem HSV hospitieren, dann gerne.
    Schaaf – würde im Sommer passen, ob der sich das nach 14 Jahren Bremen allerdings antun will?
    Stanislawski – wäre mal lieber bei Pauli geblieben. Funktioniert nur am Millerntor erfolglos und blass in Hoffenheim und Köln.
    The Only One – das wäre es! Nächste Saison holen wie das Triple, lachen die Bayern aus und melden dann mit 400 Mio Schulden die Insolvenz an.
    Guardiola – verdammt, da scheint der Billionärsclub aus Paris schneller gewesen zu sein. Ärgerlich….

    Es wird wohl im Sommer auf Tuchel hinaus laufen. Jung, große Klappe, seit Jahren konstant gute Arbeit in Mainz. Egal mit welchem Kader ist dort eine gewisse Spielphilosophie zu erkennen. Für ihn wäre Schalke die nächste logische Station in seiner Karriere.

    Ich fürchte allerdings das die Schenkelbürsten von Neustädter, Barnetta und Co. gar nix mit dem Movember zu tun haben, sondern uns Zuschauer schonmal optisch auf Luhukay vorbereiten sollen.
    Da peitscht mir der Ekel…

  27. werna sagt:

    @Torsten: „Er ist jetzt in Hoffenheim nicht klar gekommen, ok.“
    Das ist aber sehr euphemistisch ausgedrückt.
    Es ist ja nicht so, dass da ein Trainer zu einer bestehenden Mannschaft geholt wurde und man anschliessend einsehen musste, dass die Chemie nicht stimmt.

    Der hat z.b. mit Tom Starke einen guten und bei den Fans beliebten Torwart geschasst, in einer nicht gerade von Identifikationspersonen strotzenden Mannschaft um ihn durch Wiese zu ersetzen!
    Wenn der Torwart, den man geschasst hat, von den Bayern mit Kusshand genommen wird, dann hat man offensichtlich etwas falsch gemacht!
    Und ist man als Hoffenheimer Trainer eigentlich verpflichtet, die Fans vor den Kopf zu stossen?

    „In Stuttgart klappte es sportlich erst dann nicht mehr, als er gleichzeitig seinen Trainerschein machen musste.“
    Wenn ein Trainer merkt, dass er überfordert ist, dann sollte er entsprechend reagieren. Hat er es nicht gemerkt oder hat er sich überschätzt?
    Seine Reaktion auf diese Überforderung sah jedenfalls so aus, dass er bei Hoffenheim auch gleich Trainer *und* Managerposten übernommen hat und zusätzlich noch das Ziel Europaleague ausgegeben hat.

    Bei Babbel stimmt so einiges nicht!

  28. Maik sagt:

    Hallo!
    Bin hier noch unbekannt, aber wolte doch noch kurz was los werden.
    Die Beobachtung mit zuviel über Außen und Torerfolg durch die Mitte habe ich witzigerweise genau andersherum wahr genommen.
    Unsere Flügel neigen dazu nach der Mittellinie immer sofort den Weg ins Zentrum zu gehen und dort in der Menge aus eigenen und gegnerrischen Spielern hängen zu bleiben. Und sehr wenige Flanken in die Mitte zu schlagen.
    Bei genauerer Überlegung haben wir aber wohl das selbe gemeint.
    Keine unpräzisen Flanken und blinde Läufe diagonal ins Zentrum. Gerne mal den Angriff, wie beim Tor fast bis zur Grundlinie zu bringen. Egal ob mehr Innen oder Außen.
    Darin und in der gesunden Mischung dieser Möglichkeiten hat mal und sollte wieder unsere offensive Torgefahr bestehen.

    BWG Maik

  29. blues sagt:

    „Babbel ist wohl keine Option als Nachfolger“, auch bei reviersport.de diskutiert Heiko Buschmann bereits die Nachfolger von Huub Stevens im Ausschlußverfahren. Ok, wer sich einige Pressekonferenzen mit Huub Stevens angeschaut hat, weis, dass die Journalisten einiges von Huub Stevens einstecken mussten. Das zahlen sie ihm jetzt heim. Aber das scheint nicht alles zu sein. Es scheint so als hätte da jemand den Daumen gesenkt.

    Wo bleibt eigentlich das Machtwort von Herrn Tönnies?

  30. hoffedocS04 sagt:

    Zu Babbel:

    Es gibt einen im Mannheimer Morgen immer ruhig und sachlich kommentierenden Journalisten. Ulrich Vertheim. Dieser schreibt in seinem Kommentar vom 4.12.:

    „Trainer Markus Babbel hat sich in Hoffenheim als Meister der Plattitüden und Floskeln erwiesen. Gerne garnierte er seine emotionslos vorgetragenen Sätze mit seinem Lieblingswort „schlussendlich“ – und nun ist Schluss. Endlich!
    Ein harter Abgesang. Doch letztlich wird er einem Mann gerecht, der einen halbwegs funktionierenden Bundesliga-Kader verbessern sollte und nun einen Trümmerhaufen hinterlässt. …“

    Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Ich wünsche Schalke nur eins NICHT: dass dieser SprechblasenundWorthülsenproduzierer in Gelsenkirchen Trainer wird. Ich hatte Respekt vor ihm bis ich ihn hier aus nächster Nähe erlebt habe. Er mag Horst Heldt ein netter Nachbar gewesen sein, aber dabei sollte es denn auch bleiben!!

  31. blues sagt:

    @hoffedocS04

    Schön, mal wieder was von dir zu hören. Ich hatte ja damals gemutmaßt, dass Babbel so gar nicht in die Gegend passen würde…
    Aber statt Babbels „schlußendlich“ müsst ihr jetzt wahrscheinlich immer das „klar ist“ von Herrn Müller hören…

  32. hoffedocS04 sagt:

    @Blues

    Mir war so gar nicht nach lesen/schreiben, erst selbst krank und trotzdem arbeiten und diese Misere in Sinsheim. Trotzdem, was ich mag: Niederlagen in Serie, aber gestern ein Kollege: „jetzt rollen wir das Feld von hinten auf.“ Alles grinst. Wir glauben dran. Fragt sich nur, wann wir anfangen, zu rollen;-)

    HIER muss ich erstmal ganz viel nachlesen, habe etwas den Anschluss an den Königsblog verloren. Aber trotzdem immer blauweiß informiert!

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