Schalke sorgt für schlechte Gefühle

Mein Gefühl ist gut. Aber ich stehe nicht auf dem Platz, das ist schade. Da stehen wieder andere, so viele unterschiedliche Charaktere. Aber das ist auch das Schöne am Fußball, dass man nicht immer weiß, wo’s langgeht.

… meinte Huub Stevens bei der Pressekonferenz vor dem Spiel in Stuttgart. Vielleicht hat’s zu viele nicht so gute Charaktere in der Mannschaft, vielleicht einige zu schwierige, vielleicht gab es aber auch nur zu wenige Ideen, wie man gegen Stuttgart hätte zu Rande kommen können. Jedenfalls ging das Spiel am Ende völlig verdient mit 1:3 verloren, und hätte Huub Stevens geahnt, wo es lang gehen würde, sein Gefühl wäre schlecht gewesen.

Die erste Halbzeit war kurios. 10 Minuten sah es aus als würde Stuttgart die Blauen überrollen. Danach war Schalke die klar bessere Mannschaft. Zur Halbzeit lag man trotzdem mit 1:2 zurück.

Dass Schalke mit einem 4-4-2-System begann war neu und interessant. Dummerweise führte die Tatsache, dass dabei die Außenverteidiger deutlich offensiver agierten, schon nach 2 Minuten zum Gegentor. Als sich Atsuto Uchida noch auf dem Rückweg vom Stuttgarter Strafraum befand, sahen sich vier Stuttgarter einer unterzähligen Schalker Abwehr gegenüber und hatten leichtes Spiel. Das zweite Gegentor fiel ebenso selbstgemacht. Direkt vor dem Tor, auf der Innenverteigerpositon, wusste sich der Außenverteidiger Christian Fuchs nicht ausreichend gut anzustellen.
Dazwischen und danach, bis zur Halbzeit, spielte Schalke ordentlichen Fußball. Schalke wirkte selbstbewusst und ballsicher, suchte den Weg nach vorne, hatte mehr Ballbesitz und kam zu einigen Chancen. Maricas Tor wurde von Jermaine Jones toll vorbereitet, mit Links, exakt auf des Stürmers Fuß. Und trotzdem stellte sich in dieser Halbzeit bereits die Frage, ob das alles so richtig sein kann, dass das Schalker Spielsystem immer wieder Jermaine Jones in die gestalterische Position spülte, während Lewis Holtbys nachhaltigste Szene darin bestand, einen Fuchs-Freistoß aus aussichtsreicher Position durch ein verfrühtes Vorlegen des Balles zu verhunzen.

Über den Schalker Auftritt in der zweiten Halbzeit lässt sich nichts Gutes mehr schreiben. Vielleicht sollte das Angreifen mit allen Mannen Wille oder gar Charakter demonstrieren (vgl. Zitat oben). Bereits nach 16 Minuten lies es aber den eigenen Torwart alleine drei Stuttgartern gegenüberstehen, und das Spiel war gelaufen. Kein vernünftig zu Ende gespielter Angriff, keine echte Torchance folgte mehr. Zwei, meines Erachtens korrekte, rote Karten brachten Emotionen ins Spiel. Das konnte aber nicht über die Hilflosigkeit der Schalker gegen die solide verteidigenden Stuttgarter hinwegtäuschen.

In den letzten sieben Pflichtspielen hat Schalke nie mehr als ein Tor erzielt (6:11 Tore in diesen Spielen). Seit fünf Spielen ist Schalke nun ohne Sieg. Nach oben sind es weiterhin nur zwei Punkte bis Platz 3, dem erklärten Saisonziel, nach unten sind es aber ebenso nur zwei Punkte bis Platz 9. Das Juppeidie des Saisonstarts und des Derbysiegs ist längst verflogen. Weder hatte Schalke zuletzt ach so viel Pech, noch lag es nur an fehlender Kraft. Schalke spielte einfach mehrfach hintereinander wirklich schlecht. Bleibt nur auf Farfán, Papadopoulos und vor allem Afellay in den Spielen gegen Freiburg und Mainz zu hoffen. Und auf Glück. Auch wenn Huub Stevens natürlich was anderes sagen muss, das Gefühl ist derzeit alles andere als gut.



21 Kommentare zu “Schalke sorgt für schlechte Gefühle”

  1. blues sagt:

    Krise-und was macht Horst Heldt?
    Man kann in der aktuellen Situation vieles oder alles in Frage stellen. Oder man kann die Ruhe bewahren, so wie es die Bremer jahrelang vorgemacht haben. Dazu müsste unser Vorstand für Sport und Kommunikation die Debatte um Huub Stevens mit deutlichen Worten beenden. Tut der bisher aber nicht.
    Ich lasse es mit einem letzten Kommentar in Folge des Spiels gegen Stuttgart für die Hinrunde gut sein und gehe in die Winterpause…

    Über 90 Minuten gegen den VFB gab es gerade eine Viertelstunde lang guten Schalker Fußball. Ansonsten kein Spielaufbau, keine Durchschlagskraft, keine Abstimmung zwischen den Blöcken, keine (Handlungs-) Schnelligkeit, wenig Pressing; zu langsame Rückwärtsbewegungen, kein Wille/ Gier/Geilheit/Leidenschaft zum Sieg. Dazu zwei hilflos wirkende Niederländer.
    1. Es ist für mich nicht mehr nachvollziehbar, dass statt dem gegen Montepellier abgeklärt, stark, und frisch aufspielenden Führungsspieler Metzelder, der aktuell schwächelnde Matip spielt. Ich bin Matip-Fan, aber es ist nicht seine Zeit.

    2. Es ist für mich nicht mehr nachvollziehbar, dass der schwächelnde Neustätter, in einem 4 – 1 – 3 – 2 System ( lt. Schalke TV) alleine auf der „Sechs“ spielt.

    3. Es ist für mich nicht mehr nachvollziehbar, dass der aktuell extrem pass- und abschlussschwache Jones in der Startelf steht und Moritz auf der Bank sitzt.

    4. Es ist für mich nicht mehr nachvollziehbar, dass der seit vielen, vielen Wochen schwache Huntelaar weiterhin in der Startelf steht.

    5. Es ist für mich nicht mehr nachvollziehbar, dass der schwache Huntelaar auch nicht ausgewechselt wird.

    6. Es ist für mich nicht mehr nachvollziehbar, dass die Stuttgarter über 90 Minuten lauffreudiger, frischer und aggressiver agieren als die mit zwei zusätzlichen freien Tagen gesegneten Schalker Spieler.

    Ist es noch die allseits bekannte Sturheit des Trainers oder ist es schon Starrsinn der für diese Aufstellungen verantwortlich ist? Oder sind es andere Gründe und Zwänge, die ich nicht kenne?
    Was sind die Gründe, dass die Mannschaft so matt und leidenschaftslos wirkt?
    Sehen wir, wie der Holzmedien- und Online-Boulevard behauptet, Spiele gegen den Trainer?

    Ist es Zufall, dass jeder Schalker Akteur (Holtby, Huntelaar, Stevens, Jones) der mit Heldt wegen Vertragsverlängerung am Tisch sitzt oder eben noch nicht, seine Leistung nicht mehr abrufen kann. Läuft vielleicht in der Art der Verhandlungsführung etwas schief. Vielleicht ist die Art und Weise der Verhandlungsführung von Horst Heldt eine Folge der Schalker Finanzen, vielleicht aber auch sein Stil. Oder beides. Oder hat nichts damit zu tun.

    Die Situation auf dem Platz sieht von Spiel zu Spiel schlimmer aus. Es besteht scheinbar ein riesiger Redebedarf nach innen.
    Von „Außen“ werden, angesichts der schwachen Spiele, und der ewig gleichen Platitüden von Huub Stevens, von der Sportpresse bereits alle paar Tage neue Trainer durch die Arena getrieben. Auch in dieser Richtung besteht Kommunikationsbedarf.

    Dem Vorstand für Kommunikation, Horst Heldt, fällt dazu leider nicht allzu viel ein. Er lässt die Dinge laufen. Es scheint als hätte er die Souveränität, oder sportlich gesagt, die Lufthoheit, sowohl in den Vertragsverhandlungen als auch in der Trainerfrage, verloren.
    Genau jetzt wo es drauf ankommt, führt Horst Heldt nicht, sondern schwächelt.
    Ist von Clemens Tönnies vielleicht deshalb so wenig zu hören?
    So könnte ich jetzt ewig weitermachen. Bringt aber nichts. Deshalb mache ich es wie die Bremer und mache mein Ding. Die Aufregungs-und Busenblätter dürfen zusammen mit dem Sport-und Titten-TV jeden Tag einen neuen Trainer durchs Dorf treiben. Ich entziehe ihnen meine Aufmerksamkeit, gehe schon jetzt in die Winterpause, und bereite mich in Bezug auf Schalke auf den Winterschlaf vor und träume dabei von einem Bremer „Krisenstanding“ auf Schalke.
    Einen schönen 2. Advent und viel Spass beim Wichteln.

  2. Jörn sagt:

    @blues: 2 Sachen: Sowohl Heldt als auch Stevens haben schon am Anfang der Saison betont, dass erst in der Winterpause ein Gespräch stattfinden wird in dem beide Bilanz ziehen und geschaut wird, ob Stevens seinen Vertrag verlängert. Da kann Heldt jetzt schwer sagen, dass Stevens 100%ig Trainer bleibt. Und 2. Jones aufzuführen bei denen die grad schwächeln wg Vertragsverlängerung ist quatsch, da bei ihm ja alles klar ist. Er will bleiben, der Verein will verlängern.

    Ansonsten find ich nur beunruhigend, dass Heldt plötzlich seine Meinung zum „Sicherheitspapier“ gewechselt hat und es nun „unterstützt“, da es ja auch mit den Fans diskutiert/erarbeitet wurde und dort Zitat „akzeptanz gefunden hat“. Soso, das wär mir neu…

  3. matz sagt:

    Wenn Peter Peters an vorderster Front das Sicherheitspapier mit entwirft und verteidigt, wäre es auch seltsam, wenn ihm sein Sportvorstand in den Rücken fällt.

  4. blues sagt:

    „Wir bringen Huub Stevens in eine Situation, die ich fürchterlich unangemessen und respektlos finde“, wird Tuchel bei derwesten.de (link unten) zitiert. Ich empfinde es als Schalker schlimm, dass Tuchel diese Worte spricht und nicht Horst Heldt.

    http://www.derwesten.de/sport/.....76961.html

  5. RWDJojo sagt:

    Ich hoffe, dass Schalke die beiden ausstehenden Spiele nun gewinnt. Natürlich auch, um den Anschluss an das Verfolgerfeld (die Bayern sind weg) nicht zu verlieren. Aber viel wichtiger, damit Schalke eine einigermaßen ruhige Winterpause erleben kann. Ganz ruhig wird es eh nicht, da spätestens nach Weihnachten täglich neue Nachrichten zum Verbleib von Huntelaar und Holtby durch die Presse gehen werden. Aber nur mit zwei Siegen könnte die aufkommende Trainerdiskussion ein wenig verlangsamt werden.

    Zum Spiel selber kann ich nichts sagen, da ich (glücklicherweise) eine Weihnachtsfeier hatte und mir aufgrund der Ergebnisse ein fußballfreies Wochenende verordnet habe!!!

  6. derwahrebaresi sagt:

    stimme blues zu 1904% zu und halt es wie er …

    …@Ich entziehe ihnen meine Aufmerksamkeit, gehe schon jetzt in die Winterpause, und bereite mich in Bezug auf Schalke auf den Winterschlaf vor

  7. McP sagt:

    Na, ja. Heldt hat die Spiele nicht verloren und seine Verhandlungsführung auch nicht. Wir können ja gerne nochmal paar Monate zurückgehen und dort Fehler bei der Kaderzusammenstellung suchen. Meine Meinung war und ist, dass man Championsleague-Jahre für Substanzaufbau nutzen muss, welche man bei Nichterreichen gegebenenfalls wieder abbauen muss. Aber das Spieler/Trainer wegen auslaufender Verträge nicht volle Leistung bringen können, erscheint mir zweifelhaft. Denen droht ja nicht gerade die Arbeitslosigkeit und mit guten Leistungen könnten sie ihre Verhandlungsposition immer weiter verbessern.

    Aber da Heldt auch mein „Liebling“ ist, will ich ihn nicht ungeschoren davon kommen lassen. In der welt habe ich das folgende Zitat von ihm aufgeschnappt: „Huub Stevens ist unser wichtigster Ansprechpartner. Ich glaube, das ist aussagekräftig genug.“

    Da frage ich mich doch, wer im Moment seine zweit- und drittwichtigsten Ansprechpartner für den Trainerposten sind. Herr Heldt, wenn sie schon gerade dabei sind, geht es noch ein bisschen aussagekräftiger?

  8. Die Blogschau für Montag, den 10.12.2012 | Fokus Fussball sagt:

    […] schlechtes Gefühl hat nicht nur Torsten Wieland was die Schalker […]

  9. Maddin sagt:

    Horst Heldt eine Schuld bei den Vertragsverlängerungen bei huntelaar und holtby zu geben halte ich für gewagt. Seit dem letzten Sommer liegen beiden Spielern Angebote vor, es ist nicht der Verein der zögert.
    Bei der Trainerfrage bin ich mittlerweile für eine Veränderung im Winter, aber:
    Unsern Jahrhunderttrainer entlässt man nicht!
    Dies verlangt allein schon der Respekt vor dem Erreichten unter Huub Stevens.

  10. eakus1904 sagt:

    Den vorletzten Satz finde ich am wichtigsten. Wir brauchen Glück! Wenn es gut läuft,schließen wir die Hinrunde als dritter ab. Und das wäre in der derzeitigen Form der Mannschaft ein wirklich respektabeles Ergebnis, auch wenn es nur deutlich macht, dass die anderen noch schlechter waren als wir in den letzten Wochen!

    Also,auf einen Sieg-egal wie-gegen Freiburg und gleichzeitig auf Niederlagen der Lüdenscheider und Frankfurter hoffen. Und dann einfach auch mal einen Strich drunter machen und positiv in die Zukunft schauen.

    Denn aus meiner Sicht ist auch die immer wieder aufkeimende Kritik, egal in welchen Phasen der Saison, ein Baustein zu der derzeit schlechten Leistung. Torwartdiskussionen, Pfiffe gegen die eigene Mannschaft, Diskussionen über falsche/zu späte/gar keine Auswechselungen, Vertragspoker und natürlich die guter Schalker/schlechter Schalker Diskussion unter den Fans.
    Das alles wird auch an der Mannschaft nicht spurlos vorbeigehen. Natürlich darf das kein Alibi für die schwache Leistung sein. Aber wir haben es,trotz Millionenverträgen, immer noch mit Menschen zu tun. Und Menschen machen nunmal Fehler und können nicht immer an ihre Leistungsgrenzen gehen. Wenn wir das im Stadion wieder ein Stück verinnerlichen könnten, wären wir alle einen Schritt weiter. Das was man beispielsweise mit Lars Unnerstall gemacht hat, war keine Kritik mehr, sondern schlicht und einfach Mobbing! Ich habe Angst, dass Lewis Holtby oder Joel Matip die nächsten sind, die aus dem Team gepfiffen werden. Die Ansätze dafür sind ja jetzt schon da!

  11. Klopenner sagt:

    Versäumnisse und Fehler wurde überall gemacht. Das fing theoretisch mit der Vertragsverlängerung von Farfan an. Monatelanges Hinhalten durch den Spieler, Ultimatum stellen und rückgängig machen, und am Ende dann doch die Verlängerung des Vertrages. Das wirkt sich auch auf andere Spieler aus. Spieler die wirklich bleiben wollen, verlängern vorzeitig, nicht erst kurz vor knapp. Holtby und Huntelaar wollen also erstmal checken, wo sie hin gehen könnten. Falls dann doch nichts dabei ist, ist Schalke nicht konsequent genug, die Verträge nicht zu verlängern, sondern doch den Schwanz einzuziehen und die Spieler mit Kusshand weiter zu beschäftigen. Klar, sie stehen für Qualität, aber die Art und Weise, ich nenne es mal, das moralische Pflichtbewusstsein, ist bei beiden nicht vorhanden. Was kann an einer Vertragsverlängerung so lange dauern? Nichts, außer man will auf den viel besseren Verein aus England oder so warten. Das die aber nicht kommen, auf Grund der derzeitigen Leistungen, sollte auch einem weniger intelligenten Spieler klar werden.

    Das nächste Versäumnis ist beim Trainer zu finden, der trotz mehrfacher schlechter Leistungen, immer die gleiche Startelf aufs Feld geschickt hat. Mangelnde Alternativen? Ich dachte, wir hätten den besten Kader seit Urzeiten?! Dieses Verhalten zeigt den spielenden Spielern…“ich muss mich ja gar nicht wirklich anstrengen, ich spiele auch mit schlechten Leistungen“. Den Bankdrückern zeigt das „egal wie sehr ich mich auch anstrenge, ich komm nicht in die MAnnschaft, also wozu noch anstrengen!?“
    Was folgt sind konstant schwache Leistungen im gesamten Mannschaftsbereich und nicht nur bei einzelnen Spielern.
    Das Rumgeier mit Unnerstall. Hildebrand wird vor der Saison Nr1. Verletzt sich und wird logischerweise ersetzt. Dann aber immer zu sagen, wir schauen von Spiel zu Spiel ist genausowenig förderlich. Das verunsichert alle Torhüter, weil sich jeder aufs Neue Hoffnungen macht, und dann doch wieder enttäuscht wird. In so gut wie jedem Bundesligateam wäre nach der Heilung auch die Nr1 wieder ins Tor gegangen. Mit Ausnahme eines überragend haltenden Ersatzmannes. Das war bei Unnerstall aber nicht der Fall, also hätte logischerweise Hildebrand sofort wieder ins Tor gemusst.

    Zu allem Überfluss kommt dann auch noch, dass nicht nur schwache Leistungen nicht „mit Bank bestraft“ wurden, sondern auch müde Beine immer wieder raus mussten. Rotation? Fehlanzeige. Warum nicht? Weil sich keiner im Training aufdrängt! Warum nicht? Weil eh immer die gleichen spielen. Teufelkreis!

    Darüberhinaus tragen auch die Wechsel im Spiel nicht zur Motivation bei. Nach dem 1:3 von Stuttgart passiert auf der Bank erstmal nichts, obwohl einige Spieler immer noch überfordert wirken. Eine Reaktion mit der Einwechslung eines Stürmers hätte ein signal sein können. Stattdessen wartet Huub weitere 10 Minuten. In der Zwischenzeit ist Stuttgart nur noch zu 10. Aber es wird keiner der ideenlosen und schwachen Spieler rausgenommen, sondern einer unserer lauffreudigsten. Uchida.
    Kurz drauf fliegt Jones vom Platz und es dauert wieder 8 Minuten, bis es auf der Bank zu einer Reaktion kommt. Für die letzten 8 Minuten darf dann Pukki noch was versuchen. Ein wirkliches Risiko sind wir nicht mehr eingangen. Und so darf sich weiter jeder Spieler sicher sein, kaum Konsequenzen fürchten zu müssen. Da waren teilweise die „Frustwechsel“ von Magath zur Halbzeit einleuchtender…

    Es scheint fast so, als hätte Huub sein „goldenes“ Händchen verloren, oder es ihm einfach egal. Weil auch seine Körpersprache auf der Bank nur Verzweiflung ausdrückt. Dann hab ich lieber ein HB-Männchen wie Klopp oder Tuchel auf der Bank sitzen, die auch ihre Spieler mal ankacken und nicht nur den 4. Offiziellen.

    Über all das wurde massenweise geschrieben und gesprochen, ja sogar geschrien. Geändert hat das wenig bis gar nichts.

    Jetzt sind wir in einem negativ Sog und strudeln munter auf das Tabellenmittelfeld zu. Sollte es am Wochenende zu einem Worst Case Scenario kommen, sind wir nach Abschluss der Hinrunde nur noch auf Platz 10. Da muss nicht mal außergewöhnlich viel passieren. Wir verlieren gegen Freiburg, Hannover gewinnt bei Fortuna (durchaus möglich) und Hamburg gewinnt in Vizekusen (auch möglich). Schon sind wir nur noch 9.
    Sollte gleichzeitig auch noch Gladbach in München gewinnen (eher unwahrscheinlich) wären wir sogar nur 10. So eng ist es mittlerweile in der Tabelle geworden.
    Der einzige Vorteil, es kann auch wieder relativ schnell nach oben gehen.

    Dennoch muss ein Zeichen gesetzt werden. Das muss keine Entlassung von Stevens sein, aber ein Signal, dass der Verein ihn im Sommer nicht mehr beschäftigen wird.

    „Ich habe fertig“

  12. McP sagt:

    eakus, die im Stadion sind aber auch nur Menschen und die einen ticken so und die anderen anders (und machen Fehler und gehen nicht an ihre Leistungsgrenzen). Das sollten die Profis mal verinnerlichen, dann wären wir alle einen Schritt weiter. Soll kein Angriff auf Dich sein, aber mMn wäre es einfacher die allgemeine Stimmungslage zu verbessern, wenn die leitenden Angestellten im Verein sich das auf die Fahne schreiben würden, statt einen Appell an zig Tausende zu richten. Und damit meine ich nicht nur die 90 Minuten auf dem Platz, sondern alles was den Verein ausmacht.

    Aber trotzdem ein Beispiel aus dem sportlichen Bereich. Die ganze Bundesliga quillt derzeit von sehr guten Torhütern über. Aber Schalke versucht sich auf dieser Position mit einer Billiglösung nach der anderen durch zu schlagen („billig“ hier nicht persönlich abwertend gegen die Torhüter gemeint). Und das in der Nachfolge von Neuer, wo man einerseits leistungsmäßig verwöhnt wurde und andererseits 20 Mio eingenommen hat. Um Trapp hatte man sich bemüht und als der bezahlbar war, sieht man zu, wie er für 1,5 Mio nach Frankfurt geht. Statt dessen geht man ohne Plan, welcher der vorhandenen Goalies eigentlich Championsleague-Format hat, in die Saison. Zwischen allen Zeilen der Verantwortlichen konnte man lesen, dass niemand das 100%ige Vertrauen hat. Dieser Funke ist halt auf das Publikum über geschlagen. Mich wundert das nicht. Auf Ursache folgt Wirkung.

  13. matz sagt:

    Zur historischen Wahrheit gehört, dass Ralf Fährmann als Nachfolger des Bayern-Torwarts verpflichtet wurde. Als klare Nummer 1.

  14. Torsten sagt:

    @matz:
    Ralf Fährmann wurde von Horst Heldt sofort nach seiner Verpflichtung infrage gestellt. M.E. die kurioseste Verpflichtung in seiner bisherigen Amtszeit, noch vor der Obasi-wir-tuen-wie-Ausleihen-Sofortverpflichtung.

    @Klopenner:
    Heldts Vorgehen bei Farfan wurde bislang andersrum beurteilt. Es hieß immer, Heldt sei konsequent geblieben und hätte Farfan quasi am langen Arm dazu gebracht, doch noch zu verlängern. Nicht, dass ich das genau wüsste oder gegen Deine Darstellung argumentieren wollte. Ich will es nur bemerken.
    Deine restlichen Argumentationen halte ich für nachvollziehbar, grade die Aussagen zu „Immer gleiche 11″ vs. „bester Kader“ unterschreiben ich.

  15. matz sagt:

    Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil. Die Lehmann-Geschichte hatte ich schon verdrängt.

  16. SebSwo sagt:

    Für S04 ist die Champions League halt immer noch was besonderes…die Statistik nach einem UCL-Spiel bleibt weiterhin eher mies. Keine große Sensation, weshalb dann sogar eine Mannschaft mit zwei Tagen weniger Pause mehr Einsatz zeigen kann. Ob da eventuell in den Köpfen irgendwas blockiert oder wo das Problem ist, mag ich von hier aus nicht zu beurteilen. Es sieht schwer nach Abschied von Stevens zum spätestens Ende der Saison aus…

  17. Karl-Heinz sagt:

    Mal schauen wie lange hier noch zugeschaut wird. Es wird spannend. HH muss nun zeigen das er mehr drauf hat als FM. Unsere drei Stammtorhüter und Marica etc. sind ja schon ein vielversprechender Anfang. Die laufenden Vertragsverhandlungen ein Schachzug.

    Hoffentlich können wir Holtby halten. 6 Mio sind doch ein Schnapper, bei seiner Konstanz und Selbstlosigkeit. Wer redet denn da noch von Raul.

  18. Christian sagt:

    Vielleicht mal ein (warnender) Hinweis an alle die einen neuen Übungsleiter fordern:
    Z.Zt. scheint mir nur Felix Magath frei zu sein :-) ahja und Hr. Babbel.

    Und jetzt ernsthaft, von den Namen die diskutiert werden hat jeder Trainer einen
    laufenden Vertrag und es naiv zu glauben das alle
    A) unbedingt zu uns wollen (ja Hr. Tönnies)
    B) von den anderen Vereinen für uns freigegeben werden.
    D.h. ein Wechsel jetzt bedingt wieder einmal einen „Übergang“ zum „Neuanfang“.
    Abgesehen vom sportlichen Risiko welcher Spieler möchte eine solche Perspektive ?
    Für mich klingt das mehr nach Selbstmord aus Angst vor dem Tod.
    Das ist für mich die mehr rationale Sicht der Dinge weniger der Respekt vor dem Jahrhunderttrainer.

    Was ich mir aber mehr wünschen würde ist mehr Wettbewerb um die 11 Plätze.
    Es ist schon ein wenig traurig das uns Spieler wie Moritz mangels Perspektive verlassen.

  19. SebSwo sagt:

    Keine Angst! Magath ist erstmal ausgebrannt, der geht wieder „back to the roots“ als Feuerwehrmann irgendwo hin… ;)

  20. sascha sagt:

    Kann mich da nicht anschließen. Stevens ist nicht mehr tragbar. Der Mann ist nicht in der Lage dieser scheintot dahindümpelnden Mannschaft neues Leben einzuhauchen. So kann dieser Saison noch ganz grausig enden. Also sich bitte tunlichst und schnellstmöglich von Altgeräten trennen bevor noch ein Kabelbrand das ganze Haus in Flammen setzt. Tradition ist weder Garantie noch Garantie, deshalb sollte man auch nicht so sehr darin verweilen – dann wird nämlich nicht vernünftig aufgearbeitet. Und das wurde bei uns schon seit einem guten Jahrzehnt nicht mehr. CL hin CL her.

  21. SebSwo sagt:

    Glaub ich irgendwie nicht dran, dass man Stevens allen Ernstes vor die Tür setzt: Der Mann hat für Königsblau so viel geleistet. Da gebührt ihm der Respekt, dass man irgendwann einvernehmlich einen Schlussstrich zieht. vll. sieht er es auch selbst so, dass er nicht mehr tragbar ist und er geht von sich und tritt zurück. Das halte ich eher für möglich.

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