Schützt Huub Stevens!

Journalisten schießen Huub Stevens an. Nach sieben sieglosen Spielen kommt das nicht überraschend. Jetzt ist es an Horst Heldt, ihn zu schützen. Nicht nur, um Chaos zu verhindern, sondern auch, weil Huub Stevens als Schalkes Jahrhunderttrainer nicht austauschbar ist.

Ich selbst war nicht erbaut, als Horst Heldt am 27. September vergangenen Jahres Huub Stevens als Rangnick-Nachfolger engagierte. Zuvor hatte ich auf eine „Rangnick-Ära“ gehofft. Nachdem Horst Heldt zunächst vollmundig ankündigte, man wolle jemanden, der Rangnicks Arbeit fortführe, man wolle nicht die schnellste, sondern die beste Lösung, und nachdem Horst Heldt dann bereits nach 5 Tagen mit Huub Stevens aufwartete, fühlte ich mich verarscht. Ich wollte nicht loslassen vom Traum von neuen Spielideen, hoffte auf Aufbruch, neue Konzepte, Kreativität. Da war für mich Huub Stevens, der Inbegriff des soliden Pragmatikers, eine Enttäuschung.

Aber Huub Stevens hatte Erfolg. In den letzten 12 Monaten gab es immer wieder Situationen, in denen sein Pragmatismus ein Segen war. Huub Stevens war, ist und wird immer „echt“ sein. Der Mann im Trainingsanzug in der Champions League, dem es eben nicht passt, sich zu verkleiden und der – natürlich – Manns genug ist, sich durchzusetzen. Er ist authentisch, er ist nicht anders als erwartet und nichts an ihm sollte Horst Heldt oder irgendjemanden sonst tatsächlich überraschen. Nein, Huub Stevens ist nicht „mein“ Trainer, das ändert aber nichts daran, dass er auch in meinen Augen was Besonderes ist, und dass ich finde, dass sich auf Schalke im Umgang mit ihm im besonderen Maße Anstand gehört.

Mit Huub Stevens feierte Schalke seine größten Erfolge der Neuzeit. Erfolge, die Identität stifteten. Der gewählte Jahrhunderttrainer gehört zu den ganz großen Namen der ehedem ruhmreichen Vereinsgeschichte. Er hat sich seitdem nicht verändert, sich nichts zu schulden kommen lassen, ist nach wie vor dem Verein FC Schalke 04 gegenüber die Loyalität in Person. Solch einen Mann sägt man nicht ab! Mit solch einem Mann „pokert“ man nicht um Verträge! Solch einen Mann hat Horst Heldt zu schützen, denn „Stevens raus“-Rufe entsprächen einem Sakrileg!

Ich glaube, dass Horst Heldt diese zweite Amtszeit Huub Stevens’ von Beginn an bis Sommer 2013 geplant hat. Das wäre nicht verwerflich, wenn offen gesprochen wurde, was ich allerdings nicht beurteilen kann. In der jetzigen sportlichen Situation sind die ewigen Gerüchte und Zeitungsartikel gegen Huub Stevens kaum zu ertragen. Ich hoffe jetzt auf klare Worte Heldts.

Eine klare Aussage, dass man den Vertrag mit Huub Stevens nicht verlängert, dass sich der Verein im Sommer neu orientieren möchte, ist sicherlich schwierig. Nach jedem Punktverlust käme aus dem Boulevard die Frage, ob der zukunftslose Trainer die Mannschaft noch erreiche. Spekulationen über die Winterpause hinaus wären allerdings ungleich zermürbender und eben unwürdig Huub Stevens gegenüber. Eine tatsächliche, vorzeitige Entlassung Stevens’ wäre nicht nur beschämend, sondern würde erneut nur zu einer Ad hoc-Lösung auf dem Trainerposten führen.

Eine Situation, die schwierig zu kommunizieren ist. Da Horst Heldt aber bislang auf Schalke eh vor allem mit „öffentlichem Verkaufen“ seine größten Erfolge hatte, ist er der geeignete Mann dafür.



24 Kommentare zu “Schützt Huub Stevens!”

  1. StaFolk sagt:

    Ich empfinde die aktuellen Spekulationen und Rücktrittsforderungen gegenüber Stevens als extrem beschämend und nervend.
    Stevens ist im letzten Jahr in einer schwierigen Phase zum S04 gekommen, hat seinen Job immer korrekt und erfolgreich erledigt und hat den S04 schnell und ohne den Einsatz großer finanzieller Mittel erfolgreich in die CL geführt.
    Seit seinem zweiten Amtsantritt befindet sich die Mannschaft unter ihm gerade in der ersten Schwächeperiode. Einem Trainer wie Huub Stevens sollte man nach seinen Verdiensten rund um Schalke zugestehen, die Mannschaft wieder in die Erfolgsspur zurück zu führen. Ob man dann in der nächsten Saison mit Stevens weitermachen will, sollte man im Frühjahr diskutieren.

  2. Zuzwinker sagt:

    Ich würde mir wünschen, dass Huub Stevens eine klare Aussage trifft!

    Seine Verweise auf irgendwannmalgespräche klingen nämlich auch ein bißchen nach: Ich muss mal sehen ob das hier überhaupt was bringt.

    So uneins und wischiwaschi wie unser Verein (auf dem Platz und im Interview) sich in vielen Fragen gibt geht’s gar nicht.
    Es muss Klarheit her. In allen Bereichen!
    Ob die leidige Torwartfrage, die Trainerverlängerung, Huntelaar, Holtby und was sonst noch alles da brennt.

  3. eakus1904 sagt:

    Quelle Wikipedia zur ersten Amtszeit von Huub Stevens: Bereits in der Winterpause gab Stevens bekannt, dass er zum Saisonende zum Ligakonkurrenten Hertha BSC wechseln würde.

    Dort stand am Ende die Verteidigung des DFB-Pokals und die feiernden Fans bekamen von(einem stark angetrunkenen) Rudi Assauer vorgehalten, dass man jetzt den Trainer feiere aber vor kurzem noch “Stevens raus” gebrüllt habe.

    Ich sehe viele Parallelen zu der Situation 2001 und 2002. Dort war es das beste, die Entscheidung frühstmöglich bekannt zu geben. Am Ende konnte Stevens-trotz das die Fans vorher seinen Kopf gefordert hatten- mit erhobenem Haupte und mit einem Titelgewinn das Berger Feld verlassen. Ich wünsche mir eine Wiederholung!

  4. Darth sagt:

    Als nach Rangnicks Rücktritt der Name Huub Stevens rumgeisterte, lächelte ich. Das konnte man doch nicht ernst nehmen. Als es ernst wurde, schlug ich die Hände über den Kopf zusammen. Als er da war, mußte ich, wie so viele feststellen, daß ich mich geirrt habe. Stevens paßt! Auch daß er nicht die Co-Trainerriege austauschte, wußte ich sehr zu schätzen. Denn es ist nicht nur Huub Stevens allein Trainer.

    Mich wundert jedoch, daß nach ein paar verlorenen Spielen so plötzlich Stevens nicht mehr der richtige sein soll. Zugegeben die Spiele sehen sehr jämmerlich aus. Ständig bekommt die Mannschaft ihre Grenzen aufgezeigt. Gegen ersatzgeschwächte eigentlich sehr müde Stuttgarter gehen wir bis auf ein kurzes Intermezzo in der 1. Hz einfach so unter. Diese eklatante Fehlpaßquote einiger Spieler liegt auch am Trainer. Ganz klar, wer denn sonst? Der Spieler selbst? Wo kommen wir denn da hin?

    Es sind mehrere Gründe und nicht nur Huub Stevens und das Trainerteam. Und ich frage mich, ob das nun wirklich das größte Problem ist. Ich denke, eher nicht. Dafür hat es zu lange zu gut geklappt. Die Presse mag Stevens nicht, weil er sie durch seine Art oft genug vor den Kopf stößt. Klar, daß er nun unter Feuer gerät. Und bei dem allen werden wohl die anderen Ursachen für die schlechte Leistung beiseite geschoben. Sie werden nicht angegangen und ausgemerzt. Und wo führt das hin? Dann spielen wir ein paar Spiele wieder gut (in der CL haben wir es ja auch noch hinbekommen) und dann setzen sich die alten Fehler wieder durch. Jetzt in dieser Phase zeigt sich auch wie gut der Teamgeist tatsächlich ist. Siege können einiges verdecken. Nun treten die Egoismen einiger zu Tage. Aber man schiebt es lieber auf den Trainer. Denn wie will man Egoismen Herr werden?

  5. RWDJojo sagt:

    Ich befürchte, dass es am Samstag “Stevens raus”-Rufe geben wird, sollte Schalke nicht zur Halbzeit führen und ein mittelmäßiges Spiel zeigen. Die Anzeichen für eine solche Reaktion stehen nicht schlecht. Denn am Samstag werden viele Zuschauer betrunkener als sonst sein (Abendspiel + Weihnachtsmarkt) und man weiß schon vorm Spiel was die Konkurrenz gemacht hat. Desweiteren hat die Presse bis Samstag Zeit, jeden Tag einen weiteren Artikel über Stevens Zukunft zu bringen, was den ein oder anderen, der derzeit noch gar nicht an den Trainer denkt, zum Nachdenken bewegt, was dann in der Schlussfolgerung endet: “Der soll nach Holland verschwinden und Tulpen züchten!”

    Die Medien, die nun Stevens in Frage stellen, entlarven sich damit übrigens selber. Je nachdem wie die Grundstimmung ist, wird auf den jeweiligen Zug aufgesprungen. Nach den Siegen im Derby und in London hieß es noch, dass Stevens das Beste war, was Schalke passieren konnte. Dass der Mann es geschafft hat schwierige Typen wie Jones ins Team zu integrieren und gleichzeitig die jungen Wilden (Holtby, Draxler) an ein internationales Niveau heranführt. Außerdem sei die Stimmung im Team so fantastisch und alle mögen den netten Onkel Huub.

    Jetzt nach bzw. in einer schwachen Phase dreschen alle plötzlich auf Stevens ein. Nun ist aus dem netten Onkel wieder der Knurrer aus Kerkrade geworden. Plötzlich heißt es, Stevens erreiche die Mannschaft nicht, könne mit den jungen Spielern und den Stars nicht umgehen usw. usw….

    Ich bin gespannt, was Samstag passiert. Und schreit neben mir ein Idiot “Stevens raus”, dann zeige ich dem, dass Deutschlands Stadien doch nicht so sicher und gewaltfrei sind ;-)

  6. Spook sagt:

    Jawoll! Ein sehr gelungenes und schönes Statement, Torsten, dem ich mich gerne anschließe.

  7. Detlef sagt:

    Starker Text.

    Und allen die auch nur an einen “Stevens raus” denken sollten, sollen sich jetzt schon mal eine Runde schämen.

    Das hat Huub nicht verdient. Er ist Schalker durch und durch.

  8. Marcel04 sagt:

    Interessant ist auch das Verhalten der Medien (allen voran mal wieder Sport1.de), wie diese mit Kritik an ihrer Berichterstattung umgehen. Ein eingereichter Kommentar zum Bericht der ordentlich Stevens-Hetze enthielt wurde nicht veröffentlicht. Es lebe die Zensur.

  9. Kowski04 sagt:

    Es geht um den Verein und dem Risiko jetzt alles zu verspielen.

    Dem hat sich alles unterzuordnen. Ansonsten sammeln für ein HS Museum.

  10. Die Blog- und Presseschau für Dienstag, den 11.12.2012 | Fokus Fussball sagt:

    [...] Wieland (Königsblog) ruft zum Schutz des Trainers Huub Stevens [...]

  11. blues sagt:

    Wen es interessiert: 100 Sekunden unaufgeregter Klartext auf youtube (Link unten) zu Schalke von Thomas Tuchel, gerichtet an die Gerüchtemacher in den Medien. Wie ich meine, kann man durchaus die richtigen Worte, den richtigen Ton und die richtigen Adressaten finden.

  12. Svenja sagt:

    Stevens Verdienste sind unbestritten historisch und werden m.E. ausreichend gewürdigt. HS Verdienste sollten die Wahrnehmung der Realität aber auch nicht einseitig einschränken. Wir spielen aktuell schlecht und erfolglos, sschöpfen die Potentiale in keiner Weise mehr aus und machen aktuell einen müden Eindruck. Ein Verein, der auch aus finanziellen Gründen, die Teilnahme an der CL einplant sollte nach 5 sieglosen Spielen durchaus Analysen betreiben dürfen welche Ursachen denn zur Talfahrt beitragen.

  13. Uwe sagt:

    Hallo Torsten,

    vielen Dank (mal wieder) für die Versachlichung der Diskussion. Wenn’s um die Person geht, dann bin ich absolut bei Dir.

    Eine kritische Beurteilung der akuellen Situation ist aber auch wichtig und führt dann eben doch in die vorgegebene Richtung.

    Ich glaube nicht, dass Hub Stevens vor/in der Winterpause entlassen wird, aber deutliche Worte sind jetzt schon nötig, sonst läuft es wieder wie so oft – und er muss dann eben nach dem 19. oder 20. Spieltag gehen…

    Ich wünsche mir das nicht!

  14. SebSwo sagt:

    Nach dem 19. oder 20. Spieltag ist aber doch ne mittlere Katastrophe, dann lieber jetzt gleich rausschmeissen, wenn es kein klares Bekenntnis (Vertragsverlängerung) geben sollte…man will doch Planungssicherheit auf diesem sehr wichtigen Posten haben. Oder nicht ?!

  15. RWDJojo sagt:

    @Svenja
    Du hast Recht, dass Stevens Verdienste aus seiner ersten Amtszeit ausreichend gewürdigt werden und diese nicht in die Bewertung der aktuellen Amtszeit einfließen sollten.
    Aber man darf andererseits die aktuelle Amtszeit nicht nur auf die letzten Wochen beziehen. Die aktuelle Amtszeit ist doch auch super. Stevens hat Schalke zu einem Zeitpunkt übernommen, als Not am Mann war, hat für eine gute Stimmung gesorgt und wurde hinter starken Bayern und Dortmundern Dritter. In dieser Saison war Schalke bis zum Spiel in Hoffenheim ärgster Verfolger der Bayern, die diese Saison noch stärker sind. In Hoffenheim wurde aufgrund einer miserablen Chancenverwertung unglücklich verloren. Danach hat die Mannschaft durch einen Kraftakt gegen Bremen gewonnen. Schon da war zu erkennen, dass die Mannschaft scheinbar Kräfte gelassen hat. In Leverkusen, in Hamburg und in Stuttgart wurde dann richtig scheiße gespielt. Zuhause hat man gegen Piräus das CL-Achtelfinale klargemacht, gegen Frankfurt einer schwachen Halbzeit eine gute folgen lassen, gegen Gladbach passabel gespielt und leider nur einen Punkt geholt und in Montpellier nach einer guten Halbzeit eine schwache folgen lassen. Sicherlich spielt Schalke in den letzten Wochen scheiße. Aber dies am Trainer festzumachen ist zu kurz gedacht. Ich hoffe, dass man sich möglichst bald zum Trainer bekennt und die Diskussion beendet. Nach der Winterpause sollte die Mannschaft dann auch wieder Kräfte gesammelt haben, um in der Rückrunde eine erneute CL-Teilnahme zu erreichen.

  16. Maddin sagt:

    Torsten, Danke für diesen Text! Auch wenn zur Zeit alles fürchterlich dunkel erscheint, man sich als Blauer über kaum etwas freuen kann und sich irgendwie so durch die Woche schleppt:
    Gerade wir Schalker schreien doch immer nach Tradition, Loyalität und echten “Kumpel”. Während große Teile der Fanschaft eigene Spieler und andere Fans auspfeifen. Da ist ein Huub Stevens ein wahrer Segen auf der Bank.
    Viele Kritiker können sich bei ihm in Sachen Liyalität, Echtsein und Kosequenz mal ne Scheibe abschneiden. Über konkrete Missstände kann man diskutieren, aber den Kopf unseres Trainers zu fordern, dass gehört sich nicht!

  17. hoffedocS04 sagt:

    @Blues
    Danke für den Link.
    Ich kann Thomas Tuchel nur beipflichten und finde die Art dieser Trainer, einem oft unverantwortlichen Sportjournalismus gegenüber, unterstützenswert.

    Ansonsten sehe ich die Lage auf Schalke undramatisch.

    Diese Mannschaft ist sicher die beste seit langer Zeit, aber noch jung, und es gab/gibt eine Menge Saisonziele, die enorme mentale Kraft erfordern.
    Die Mannschaft hat es endlich wieder geschafft, mit überzeugendem Spiel das Derby zu gewinnen.
    Die Mannschaft hat es geschafft, Olympiakos auswärts zu schlagen, was z.B. auch Arsenal nicht gelungen ist, ganz zu schweigen von Dortmund letztes Jahr.
    Die Mannschaft hat Arsenal in London überzeugend bespielt und geschlagen.
    Und jetzt scheint eine Phase zu sein, wo der Kopf leer ist, vielleicht auch mal beim Trainer.
    Ich kann das aus eigener Berufserfahrung gut nachvollziehen.
    Wenn große Ziele erreicht wurden, die viel Kraft erfordern, ist da auch mal geistige Erschöpfung angesagt, die nach längerer Regeneration als die rein körperliche verlangt.

    Zum Trainer:
    Schalke wollte Stevens nach Rangnicks Weggang einen Einjahresvertrag geben, aber er hat auf einem Zweijahresvertrag bestanden. Gleichzeitig hat er von Anfang an erklärt, er wolle sich nach seinem 60. Geburtstag den Trainerstress nicht mehr “antun”. Er wird – wie Ihr wisst – in der Hinrunde der nächsten Saison 60. Also wollte er auf Schalke seine Laufbahn beenden.
    Insgesamt ist er bisher erfolgreich, erfolgreicher als ihm viele zugetraut haben. Wir sollten ihm diese Meriten lassen, ihm noch ein halbes Jahr Erfolg wünschen und ihn dann mit viel Beifall gehen lassen. Danach kommt dann – möglicherweise – Tuchel. Aber Tuchel sollte nicht gezwungen werden, über den Kadaver seines Vorgängers zu steigen, sondern Nachfolger eines mit Dank verabschiedeten Trainers sein!

  18. Blauer Ys sagt:

    Moin zusammen!

    Ich glaub’s ja nicht, habe es gerade erst gesehen: Auf’m Kicker-Schmierblatt steht auf der Titelseite unter der Überschrift “Hinrunden-Finale” schon fett “Endspiel für Stevens?”. Habt Ihr das auch gesehen?

    Sagt mal, spinnen die den alle? Das nimmt ja wirklich Ausmasse an, die von uns doch sicher gar keiner haben will, oder?! Jetzt mal losgelöst, ob man das Käseblatt, das meiner Meinung nach auch nicht viel besser ist, als die SportBild, nun liest oder nicht – das ist doch echt das Letzte, was da abgeht!

    Hoffentlich gibt es ein paar mehr Mutige wie den Tuchel, dessen Reaktion mir sehr gut gefallen hat und die sehr ehrlich rüberkam, wie ich finde, die sich anschliessen und unsere “Sportpresse” offen und hart kritisieren! Ich würde mir das wünschen, und vielleicht sogar noch ein bißchen mehr.

    Ich bin echt geschockt über diese Entwicklung und die aktuelle Situation, die daraus entsteht – nicht zuletzt, weil ich auch finde, daß Huub bleiben sollte und wir ihm als Verein ein schönes Ende seiner Karriere gestalten sollten! Alles andere wäre unanständig und hätte zumindest mit meinem Schalke-Gefühl nicht viel zu tun!

    Ich rufe Huubs Namen vor jedem Spiel genauso laut wie die der Spieler, vielleicht sogar noch etwas lauter. Und ich werde es auch am Samstag und in der Rückrunde tun, weil ich froh und stolz bin, daß er unser Trainer ist.

    “Glück auf!”

  19. Klopenner sagt:

    Jetzt mal ernsthaft…Warum sind alle wegen der Situation so schockiert? Ich versteh das nicht ganz. Das ist doch die Standardvorgehensweise in einer Krise. Das war nie anders und wird auch nie anders sein.

    Wenn es nicht läuft, wird der Trainer in Frage gestellt und Nachfolger werden gehandelt. Das ist überall so und ganz sicher auch auf Schalke immer so gewesen.

    Weil die Konstellation nunmal so ist, dass Stevens Vertrag ausläuft und bisher keine Verhandlungen geführt wurden, stürzt sich die Presse erst recht drauf.
    Und ehrlich…ich kann es nachvollziehen. Er bringt scheinbar genauso wenig Leistung wie die Spieler. Er rotiert nicht, er wechselt merkwürdig und spät aus, er verärgert die Presse mit seiner mittlerweile schroffen Art. Verhält sich irgendwie stur und das ist jetzt die “Retourkutsche”.

    In München wird auch über den Nachfolger von Jupp gesprochen, aber weil der derzeit richtig erfolgreich ist, ist es kein Theater.
    Hätten wir in den letzten 7 Spielen nicht bloß 5 Punkte geholt, sondern 15 oder mehr, würde niemand über Tuchel oder andere Trainer sprechen.

    So ist das Geschäft. Nur weil Huub vor 10 Jahren bei uns erfolgreich war und uns letztes Jahr auf Platz 3 “geführt” hat, ist er nicht der weltbeste Trainer. Klar gebührt ihm Respekt und Anstand, das hat sich jeder verdient, der ehrlich arbeitet, aber wenn wir weiter nach unten rutschen, darf keiner an ihm festhalten, nur um ihm einen ordentlichen Abschied im Sommer zu geben. Das wäre vereinsschädigendes Verhalten.

    Also immer mit der Ruhe:
    1. wird nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird,
    2. ist das Business as usual
    und 3. wird es immer mindestens zwei Sichtweisen geben

  20. matz sagt:

    Das einzig bemerkenswerte Alberne an dem Kicker-Artikel ist die Art und Weise, wie Gisdol zum Schalker Taktik-Guru und Stevens-Nachfolger aufgebaut wird.

  21. Torsten sagt:

    Ich kenne Leute, die zuvor schon auf Gisdol als Stevens-Nachfolger (im Sommer) getippt haben. Für undenkbar halte ich das nicht, auch wenn ich den kicker-Artikel ebenfalls als Kugelhagel ins Blaue erachten würde.

    Jetzt mal ernsthaft…Warum sind alle wegen der Situation so schockiert? Ich versteh das nicht ganz. Das ist doch die Standardvorgehensweise in einer Krise. Das war nie anders und wird auch nie anders sein.

    Um da mal für mich zu sprechen: Dass die Journalisten so schreiben schockiert mich überhaupt nicht, ich denke auch, dass das zu erwarten war. Mein Text geht deshalb in unsere eigene Richtung. Ich hoffe, dass die Fans gelassener reagieren und ich hoffe, dass Horst Heldt seinem Trainer den Rücken stärkt. Aus oben aufgeführten Gründen.

  22. matz sagt:

    mag ja sein, aber seit Klinsmann/Löw greift die Marotte, den Chefcoach zum Trainerdarsteller zu degradieren und den Assistenten zum stillen Genie im Hintergrund hochzuschreiben, im Sportjournalismus arg um sich. Auch der Kicker-Artikel liest sich so, als sei Gisdol schon jetzt der eigentliche Trainer. Vor kurzem geisterte ja die Theorie durchs Netz, mit Magath gehe es bergab, seit der Taktik-Weise Eichkorn nicht mehr an seiner Seite ist. Meine Güte, soviel Taktikwissen auf unserer Bank. Leider empfinde ich diese Saison gerade taktisch nicht unbedingt als Empfehlungsschreiben.

  23. SebSwo sagt:

    Es ist doch typisch KICKER,dass man versucht aus so etwas eine Story zu machen. War zu “effzeh-Zeiten” in der Bundesliga doch nicht anders, dass man hier schnell quer geschossen hat.

    Ich denke eher, dass Stevens selbst die Brocken hinwirft, von Vereinsseite schätze ich (als Außenstehender) das ganze so ein, dass man aufgrund seiner Verdienste so einen Mann nicht einfach so vor die Tür setzen kann/darf/sollte. Soviel Moral sollte auch dieser Verein noch besitzen.

  24. Schalke wirft Stevens und Gisdol raus, Jens Keller übernimmt sagt:

    [...] Stevens und Markus Gisdol beurlaubt. Was ich von Stevens Beurlaubung halte sollte durch den Beitrag „Schützt Huub Stevens!“ klar geworden sein. Dass auch Markus Gisdol rausgeschmissen wurde überrascht, galt er doch als [...]

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