Zu Stevens, Gisdol, Keller, Heldt und Schalker Geschwätz

Ik had het gevoel dat ik nog wel iets uit deze groep zou kunnen halen.

Ist einer der zwei wichtigen Sätze in dem Statement, dass Huub Stevens dem niederländischen Magazin Voetbal Primeur gab. Dass er das Gefühl hatte, aus der Mannschaft noch etwas herausholen zu können, entspricht eben so überhaupt nicht der Aussagen von Clemens Tönnies und Horst Heldt. Diese hatten das Gespräch mit Huub Stevens so dargestellt, als sei der Trainer quasi kurz davor gewesen, von alleine hinzuschmeißen.

Ausschmückendes Darstellen, sicherlich. Professionell, mag mancher einwerfen. Aber solches Geschwätz nervt mich unendlich. Solche Unehrlichkeiten sind alle Nase lang zu entdecken, wenn man die Aussagen Schalker Protagonisten einigermaßen aufmerksam verfolgt. Sie kommen on top auf den Berg von „geschäftstypischen“ Lügen, welche jeder Fußballfan eh schon ertragen muss, wie beispielsweise Treueschwüre und Laufzeitaussagen von Spielern, die sich von den Fans feiern lassen, nur weil der andere Verein plötzlich doch nicht mehr so viel zahlen wollte wie zunächst gedacht. Das alles ermüdet sehr.

Wie schon damals bei Mirko Slomka hoffte ich auf ein stilvolles Handeln meines Clubs. Wie damals wurde ich enttäuscht. Wie damals kann ich aber auch heute die Begründung nachvollziehen.

Horst Heldt sagte in der gestrigen Pressekonferenz, man habe nicht mehr geglaubt, in dieser Konstellation das Pokalspiel gegen Mainz 05 gewinnen zu können. Mir ging es Samstag genauso. Und während ich mir als normales Vereinsmitglied den Wunsch nach Treue und Anstand leisten kann, muss ein Manager wohlmöglich handeln, wenn ihm der Glaube an den Erfolg fehlt. Schalke kann sich Erfolglosigkeit nicht leisten. Nicht nur des sportlichen Ehrgeizes wegen, sondern der Finanzen, letztlich der Existenz wegen.

Der zweite wichtige Satz in Stevens’ Statement lautete übrigens …

Ik blijf ook een goed gevoel houden bij Schalke.

Markus Gisdol

Mich überraschte es durchaus, dass Co-Trainer Markus Gisdol ebenfalls freigestellt wurde. Er gilt als jemand dem ein Cheftrainerposten zuzutrauen ist, ein Angebot dazu vom Zweitligisten Paderborn wurde bekannt, vor kurzem soll auch Hoffenheim ein Interesse an ihm gehabt haben. Auf die entsprechende Frage nach Gisdol während der Pressekonferenz gab Horst Heldt eine Antwort, in der er ausschließlich auf das Thema „Hierarchie“ abhob.
Die sei auch zwischen Stevens und Gisdol „natürlich“ klar gewesen, aber nun wolle man mit der Benennung von Jens Keller einen „klaren Cheftrainer“ und eine „klare Hierarchie“ haben, und dies sei aus Heldts Sicht mit Markus Gisdol nicht möglich gewesen. Dingdong.

Jens Keller und die Situation der Trainerfrage als solche

Wenn man die Stevens-Beurlaubung zu einem solchen Zeitpunkt als gegeben nimmt, ist die Inthronisierung Jens Kellers als Zwischenlösung eigentlich offensichtlich, und ich ärgere mich ein bisschen über mich selbst, dass mir das nicht bereits am Samstagabend bewusst wurde.
Ich denke, dass Horst Heldt von Beginn an einen Trainerwechsel für die kommende Saison anstrebte, und dass das auch weiterhin gilt. Auch glaubte ich nie tatsächlich an die Babbel-Gerüchte. Für Schalke begehrenswerte Trainer gibt es in der Regel nicht Mitten in der Saison. Einen ganz neuen Mann zu holen, um sich dann zur nächsten Saison doch wieder um einen „Wunschtrainer“ zu bemühen, wäre Schalke 04 natürlich zuzutrauen – Schalke 04 ist grundsätzlich immer alles zuzutrauen. Es wäre aber eben noch chaotischer als eine interne Zwischenlösung. Als solche bot sich Jens Keller eben an.

Als Jugendtrainer ist Jens Keller erfolgreich. Wie einst in Stuttgart ist es denkbar, dass er nach einem halben Jahr wieder ins zweite Glied zurücktritt. Jens Keller kann an Reputation nur gewinnen. Cheftrainerangebote aus dem Profibereich scheinen zuletzt ausgeblieben zu sein, und auch bei den Fans herrscht keine allzu hohe Meinung von ihm, was ein Blick in verschieden Foren, soziale Netzwerke oder auch auf die Kommentare unter meinem gestrigen Artikel zeigt.

Diese Skepsis ist natürlich nachvollziehbar, schließlich bekam Jens Keller bei seinem Cheftrainer-Engagement in Stuttgart auch nicht mehr als ein kurzes Aufbäumen zu Stande. Trotzdem sollte man auch ihm zunächst mal eine Chance geben. Ich möchte dazu an Mirko Slomka erinnern, den nach seiner Zeit auf Schalke eine kleine Ewigkeit niemand haben wollte, der nun plötzlich als Überflieger gilt, oder an Meister Veh, vor dem zwischenzeitlich auch die halbe Liga drei Kreuze machte und der nun plötzlich wieder, Land auf Land ab, hoch im Kurs steht. Auch Trainer entwickeln sich. Manchmal passen Trainer zu einem Verein, auch wenn sie bei einem anderen fehl am Platz waren. Vielleicht konnte Jens Keller aus seiner Cheftrainer-Zeit in Stuttgart lernen, wie Mirko Slomka aus seinen Fehlern auf Schalke lernte.

Nun gibt es zumindest eine Unbekannte, in die man die Hoffnungen auf ein Weiterkommen gegen Mainz 05 legen kann. Gelingt das, könnte das Weihnachtsfest auf dem Berger Feld doch noch relativ ruhig werden. Falls nicht, nicht. Jedenfalls bleibt es dabei, dass das nächste Spiel nicht nur immer das Schwerste, sondern auch das Wichtigste ist. Das gilt gleichermaßen für den Verein, die Mannschaft und die Fans. Aber „die Fans“, das ist ein Thema, welches ich erst morgen an dieser Stelle thematisieren möchte.



48 Kommentare zu “Zu Stevens, Gisdol, Keller, Heldt und Schalker Geschwätz”

  1. blues sagt:

    Die vermeintlichen Gründe für den schlechten Auftritt der Mannschaft sind vielfältig und die Gemengelage ist kompliziert. Für mich ist der schwache Auftritt in den letzten Spielen weiter unerklärt und die Gründe dafür wirken weiter. Darauf mit der Hoffnung auf einen ebenso unerklärlichen wie dubiosen Ruck durch Trainerwechsel zusetzen, ist viel zu kurz gegriffen und wirkt auf mich wie Management by Vodoo. Ob das reicht?

  2. eakus1904 sagt:

    und auch bei den Fans herrscht keine allzu hohe Meinung von ihm, was ein Blick in verschieden Foren, soziale Netzwerke oder auch auf die Kommentare unter meinem gestrigen Artikel zeigt.

    Und das ist das, was mich am meisten ankotzt! Aber das war schon immer so und wird wohl leider auch immer so bleiben. Egal ob neuer Trainer oder neue Spieler, es finden sich immer sofort Leute, die diese Entscheidungen oder Neuverpflichtungen niederschreiben und alles besser wissen. Ich sage,egal wer den Posten des Trainers nun inne hat: Gebt ihm doch erstmal eine Chance!

  3. Blog- & Presseschau für Montag, den 17.12.2012 | Fokus Fussball sagt:

    [...] Torsten Wieland hoffte ebenfalls auf ein stilvolles Handeln in dieser Situation. Vergeblich. Wie schon damals bei Mirko Slomka hoffte ich auf ein stilvolles Handeln meines Clubs. Wie damals wurde ich enttäuscht. Wie damals kann ich aber auch heute die Begründung nachvollziehen. [...]

  4. kurtspaeter sagt:

    Jawohl, das Fußballer-Geschwätz nervt unheimlich. Das beschreibst Du richtig. Ich hab ja gestern schon geschrieben, das auch ich mir von den Schalker Vorständlern andere Kommunikation wünschen würde
    Dabei würde mich dann aber schon interessieren, wo bei Stevens Aussage der Unterschied zu den Schalker Protagonisten ist? Was soll der an der Stelle anderes sagen ohne sich zum Vollhorst zu machen? Weil man ihn, ohne persönlich näheres zu wissen, für ehrlicher hält als andere? Ist das Romantik?

  5. Der Grieche sagt:

    Ich seh es wie Kurtspaeter: Stevens muss sagen, dass er noch bis zum Schluss geglaubt hat, “was aus der Gruppe holen” zu können, denn sonst fragt man sich, warum er nicht am Samstag schon von sich aus zurückgetreten ist. Und trotzdem glaube ich, dass er nicht überrascht war, als Heldt ihn beurlaubte und die Entscheidung – so schmerzvoll sie ist – auch verstanden hat. Wenn Heldt also sagt, man habe sich “im Guten” getrennt, so glaube ich das.
    Irgendetwas muss vorgefallen sein vor oder kurz nach Leverkusen-Spiel. So sehr mich das interessiert, so sehr hoffe ich, dass es es kein öffentliches Nachkarten gibt, vor allem nicht von den Spielern, à la “jetzt macht das Training wieder Spaß” oder “Stevens haben wir am Ende nicht mehr verstanden”, etc.

    Dass nur Teile der Mannschaft ein Problem mit Stevens hatten und nicht alle, zeigt folgendes Zitat von Jermaine Jones bei sky:
    Jermaine Jones (Schalke 04) über Stevens: “Er hat das Feuer, er kommt bei der Mannschaft gut an und ist absolut akzeptiert. Ich denke wir sollten ganz schnell weggehen davon, da ist irgendwas mit dem Trainer. Ich denke das ist einfach nur eine Mannschaftssache.”
    So hört sich keiner an, der den Trainer loshaben will.

  6. Matthias sagt:

    Da Markus Gisdol vielen Kommentatoren hier im Königsblog als “Mastermind” hinter Huub Stevens galt, dürfte seine Beurlaubung eigentlich überhaupt nicht überraschen. Generell war die Meinung in den letzten Monaten doch: Eichkorn ist für die Ausführung der täglichen Trainingsarbeit zuständig, Gisdol entwirft im Hinterzimmer die Taktik, Stevens knurrt die Presse an. Sollte dem so gewesen sein, dann muss die sportliche Talfahrt der Schalker vor allem an Gisdol festgemacht werden. Und dann überrascht es mich überhaupt nicht, dass Schalke auch ihn gehen ließ. Denn eigentlich ist der Co-Trainer immer die erste Interims-Lösung. Dass Schalke diese naheliegende Lösung nicht zog, sondern den Umweg über die eigene U17 ging, lässt viele weitere Spekulationsansätze zu, bis hin zu einem bereits jetzt feststehenden Nachfolger in 2012/13, für den Gisdol nicht der Platzhalter sein wollte.

  7. Erle72 sagt:

    @eakus1904 “Gebt ihm doch erstmal eine Chance!”

    Jein – Jens Keller bot im Herbst 2010 in Stuttgart in seiner Außendarstellung eine Leistung die zum Fremdschämen war. Und wichtiger, auch auf dem Platz funktionierte es nicht. Nach dem letzten seiner 9 Spielen, und dem fünften ohne Sieg, sagte er: “Ich bin von der Mannschaft maßlos enttäuscht. Und ich habe keine Erklärung dafür”

    Also wieso muß der FC Schalke die “gib ihm doch eine faire zweite Chance Nummer” durchziehen. Nur weil Held Zeit gewinnen will?

    Natürlich hoffe ich das eine Fee unseren Interimscoach geküsst und von seinen Mängeln befreit hat – nur der Glaube fehlt mir.

  8. Erle72 sagt:

    Korrektur:
    Nach 13 Spielen und fünf aufeianderfolgenden ohne Sieg.

  9. McP sagt:

    Keller agierte damals in der Außendarstellung auch in eigener Sache unglücklich. So gab es Aussagen von ihm als Co-Trainer in der Endphase Christian Gross, die sich dahin gehend interpretieren ließen, dass er gerne dessen Chefposten übernehmen würde. Andere Aussagen lasen sich später wie ein Nachkarten, was ihm auch einen medialen Anpfiff von Armin Veh einbrachte. Aber ich will ob dieser Dinge nicht den Stab über ihn brechen. Vielleicht waren die Diplomatiefähigkeiten von Keller einfach noch nicht bundesligareif.

    Aber eakus, es ist doch auch ansonsten kein Wunder, dass in Sachen Keller Skepsis herrscht. Ein Trainer aus dem mittleren Nachwuchsbereich. Ein Trainer der es beim ersten Anlauf in der Bundesliga nicht gepackt hat. Ein Trainer dessen scheinbar größter Erfolg ist, es auf die Buddylist von Horst Heldt geschafft zu haben. Das bedeutet doch aber nicht gleichzeitig, dass man ihm seitens der Zuschauer nicht “erstmal eine Chance” gibt. Jetzt sitzt er da, also wird er sie bekommen. Spätestens, wenn sich die Wogen ob des Stevens-Rauswurfs gelegt haben.

  10. andres sagt:

    vor allem frage ich mich, wie man irgendwann den trainer mit perspektive für schalke gewinnen will, wenn man nicht mal mit dem jahrhunderttrainer einen angemessenen abgang hinkriegt…

  11. malte sagt:

    Was genau bedeutet eigentlich der zweite wichtige Satz von Stevens? Google spuckt mir “Ich fühle mich noch gut halten auf Schalke” aus. Das lässt mir noch zu viel Interpretationsspielraum…

    Und weiß man, von wann die Aussagen stammen? Laut Heldt sei Stevens die Erkenntnis ja in der Nacht gekommen. Was für mich so klingt, als ob man erst morgens eine gemeinsame Sprachregelung festlegen konnte.

  12. Christian sagt:

    Vielleicht muss man die Aussagen von HS auch ein wenig relativieren:

    Ich fürchte es geht ihm mehr darum seine arbeitsrechtlichen
    Ansprüche zu erhalten.
    Andere Aussagen wie “ich habe selbst auch nicht mehr an einem Umschwung
    geglaubt oder ich bin auch ratlos” könnten durchaus eine juristische
    Steilvorlage für eine sofortige Vertragsbeendigung sein und da HS
    sicherlich nicht für kleines Geld gearbeitet hat, geht es bei 6 Monaten
    schon um Gelder von 1 Mill. €.

  13. RWDJojo sagt:

    Dass Gisdol ebenfalls entlassen wurde, finde ich auch nicht überraschend. Überraschender finde ich, dass Torsten es überraschend findet ;-)

    Grob betrachtet waren die Aufgaben im Trainerteam ja wie folgt aufgeteilt:
    Stevens: Chef und Sprecher des Trainerteams
    Gisdol: Taktik und Spielphilosophie (inoffizieller Chef)
    Eichkorn: Übungsleiter und Bindeglied zur Mannschaft

    Dass Gisdol ebenfalls gehen musste ist daher nur konsequent, da er mindestens genauso viel Schuld am schwachen Schalker Spiel hat wie Stevens. Überraschender ist, dass man Eichkorn weiterhin beschäftigt.

  14. Frank aus Rheinhessen sagt:

    @andres
    Genau das frage ich mich auch.

    Bei 5 Punkten Abstand auf den 3. Platz und dem Weiterkommen in der CL, jetzt die Reißleine zu ziehen ist doch Aktionismus. Das DFB Pokalspiel als Beginn für Keller bei 2 Tagen Zeit ist ja unheimlich töfte. Warum geht man nicht zusammen in die Winterpause und nutzt diese um Fehler zu besprechen, auszumerzen, sich zu erholen und in der Rückrunde wieder anzugreifen. Verlieren wir auch am Dienstag, wird 1904%ig Horst Heldt und Clemens Tönnies raus gerufen. Das Chaos nimmt seinen Lauf. War ja auch zu lange ruhig bei uns.

    Dazu kommt, dass weder Huntelaar, noch Holtby sich klar äußern was jetzt Sache ist, können aber wieder damit durchkommen, dass jetzt mal abgewartet werden muss, wo der Verein denn hinsteuert.

    Matip wird weiter gemobbt werden, bis er aufgibt. (auch wenn er wirklich keine gute Phase hat, aber diese hässlichen Äußerungen über ihn sind brutal und eine Schande)

    Die Würfel sind gefallen und das Trainerkarussel kommt wieder in Schwung. Bin mal gespannt wer sich das antun will, auch wenn dieser Posten sicher gut bezahlt sein wird. Kontinuität und ruhiges Handeln wird es bei uns auch in Zukunft nicht geben, dafür ist der Verein viel zu nervös und hat keine Zeit für mittel-und langfristige Aufbaumaßnahmen.

  15. blues sagt:

    @Matthias

    Die Freistellung von Gisdol überrascht mich nicht.Sie entspringt der Logik die du beschreibst.

    Erinnern möchte ich daran, dass damals schon Rangnick mit seiner Art Fußball spielen zulassen, Widerstand bei den Spielern provozierte. Bei Raul und Jones war das ganz offensichtlich, bei andern weniger und Ralf Rannick war dann erstmal krank.

    Ich kann die Arbeitsteilung bei den Trainern nicht einschätzen, aber es war und ist weiterhin zu sehen wir langsam die Umsetzung von aktuellen und erfolgreichen Fußballmodellen mit und bei dem Schalker Kader von statten geht.

    Dazu kommen schwierige Spieler wie Huntelaar, der weder mit seinen Vereins- und Nationalmannschaftstrainern noch mit Druck zurechtkommt.

    Dem Druck der bei Schalke in finanzieller Hinsicht herrscht, schien mir Stevens gerade noch gewachsen, die Mannschaft schon nicht mehr.

    Da keines dieser Probleme ( ich könnte noch ein paar andere nennen) mit
    Huub Stevens zu tun hat,hat Keller eine 10% Chance Schalke auf die interntionalen Plätze zu bringen.

    Schöner Nebeneffekt des Trainerwechsels: Bis zum Ende der Saison erfahren wir dann auch, ob die fehlende Rotation ein Problem von Stevens oder ein Problem des Kaders war.

  16. Detlef sagt:

    Zu allererst finde ich es sehr schade, dass Huub gehen musste. Aber das sind nun mal die Gestze des Geschäftes. Ich hätte mir gewünscht, dass der Wechsel erst in der Winterpause vollzogen wird.

    Ob es Jens, oder wie Clemens gestern am Telefon meinte, Sven Keller, es schaffen wird die Mannschaft gleich in einem KO Spiel so weit aufzubauen, dass es erfolgreich bestritten werden wird, bleibt abzuwarten. Ich wünsche ihm und der Mannschaft und ganz Schalke viel Glück. Wir werden es brauchen.

    Die gleichzeitige Freistellung von Gisdol hat mich nur im ersten Moment wirklich überrascht, was mich überrascht ist die Begründung von HH.

  17. Christian sagt:

    Ich möchte noch mal einen Punkt von @Blues aufgreifen:
    “Schöner Nebeneffekt des Trainerwechsels: Bis zum Ende der Saison
    erfahren wir dann auch, ob die fehlende Rotation ein Problem von Stevens
    oder ein Problem des Kaders war.”

    Stimmt gerade in diesem Punkt bin ich sehr gespannt.
    Einer meiner Kritikpunkte ist, das HS den teaminternen Wettbewerb um
    die 11 Plätze offenbar nie forciert hat.
    Sicherlich Spieler wie Obasi, Pukki oder Marica haben sich bei
    ihren seltenen Einsätzen nicht unbedingt aufgedrängt, aber gerade
    letzteren hätte man bei der augenblicklichen Form von Huntelaar
    risikolos einsetzen können. Oder Escudero, ist der wirklich soviel
    schlechter als Fuchs? Oder die aktuelle Verfassung von Matip!?
    Ich mag ihn und halte Matip nach wie vor für ein großes Talent
    mit einem oft sehr guten Stellungsspiel. Aber es ist gerade nicht
    seine Zeit und er erscheint mir ziemlich überspielt oder ausgelaugt.
    Vielleicht wäre es sinnvoller gewesen Metzelder nach Montpellier
    durchspielen zu lassen. Sowas muss ein Trainer erkennen, den Spieler
    zu fragen ob er sich fit fühlt ist sinnfrei.

    Was haben wir jetzt? Stammspieler wie Holtby und Huntelaar mit
    augenscheinlich kleinem Interesse ihre Zukunft auf Schalke fortzusetzen
    und Ersatzspieler wie Moritz die einen neuen Verein suchen.
    Ich sage es ganz offen, mein Leistungsnachweis für HS sieht eher
    durchwachsen aus.

    Dann noch die Baustellen Ticketpreiserhöhung und DFL Sicherheitskonzept.
    Zusammen mit einer durchaus wahrscheinlichen sportlichen Talfahrt kann
    das eine üble Gemengelage ergeben.
    Das Spiel morgen kann schon das letzte im DFB Pokal sein, das wir
    das Achtelfinale in der CL überleben glaube ich unter dem Eindruck
    der letzten Spiele auch nicht und was bleibt dann von der Saison?
    Aufholjagd in der Bundesliga oder eher Mittelmass ?

    Ich würde mich nicht einmal mehr wundern, wenn Höwedes in der Winterpause
    vom Interesse des………
    Dort scheint mir das Vertrauen in Boateng nicht grenzenlos zu sein
    und wegen 15-20 Mill wird man die großen Ziele nicht riskieren.
    Am Ende gehen nicht nur Huntelaar und Holtby, sondern auch Farfan
    und Draxler suchen sich neue Perspektiven.

    Das Ganze kombiniert mit leeren Kassen – hoppla !

    Das Zuschauerinteresse scheint mir nicht nur an Grenzen gestoßen zu
    sein, sondern sogar rückläufig. Wann waren die Abendkassen für
    ein DFB Pokalspiel gegen einen Bundesligisten zuletzt offen?
    CL Achtelfinale am 5.3.13 und stand heute sind noch viele Plätze frei,
    früher wurden alle Karten allein durch die Mitglieder aufgesogen.
    Jetzt kann man Karten im freien Verkauf bekommen und 5 Tage später
    sind immer noch viele Plätze frei?

    Fußball ist ein emotionales Produkt, anders wie z.B. Benzin.
    Hier kann ich die Preise solange erhöhen bis die Autofahrer wegbleiben,
    dann senke ich sie wieder und die Kunden kommen wieder.
    Und ich glaube genau das funktioniert beim Fußball nicht so ohne
    weiteres. Teure Tickets und sportlicher Mißerfolg sind eine üble
    Mischung und wer wegbleibt kommt nicht so schnell wieder.

  18. Kowski04 sagt:

    Hatte vor vier Wochen an dieser Stelle gesagt, der Lange im Kasten und HS sind in 2013 Geschichte.
    Das uns Wurstpelle und Stümper Held aber zur Lachnummer machen werden…..

    Diese Fans haben aber auch nichts anderes verdient

  19. hoffedocS04 sagt:

    @Torsten

    Erstmal bin ich ernstlich erleichtert über Deine Darstellung, hatte ein HH-bashing erwartet. Sorry für meine falsche Erwartungshaltung.

    Allen, die etwas zu Markus Gisdol geschrieben haben, bitte ich mal, sich die Rolle vorzustellen, die er unbestritten hatte. Er macht einen gut Teil der Trainerarbeit, hat aber nicht das Recht, die Aufstellung zu entscheiden. Er plant eine Strategie, bekommt dafür aber weder Bezahlung noch Anerkennung eines Cheftrainers und trifft nie die letztgültigen Entscheidungen bei der Umsetzung. Die Prügel dafür bekommt er aber durchaus ab, da man ihn ja hinter mancher Entscheidung zu Recht vermutet.
    Das Dasein und SOsein dieses “Schattenmannes” war zunächst auf die Rückkehr Rangnicks berechnet, die dann angesichts des Laufs der Dinge nicht mehr möglich war. Wer, der nicht an Masochismus leidet, will so einen Job auf Dauer??

    In Hoffenheim wollen ihn die fortschrittlichen Kräfte, Andreas Müller präferiert den Eurofighter Marco Kurz, aus dem Off meldet sich ein “Stimmchen” aus den deutschen Fußballniederungen, und die Hardliner wollen Felix Magath, der die Spieler zum Erfolg PRÜGELN soll.
    Sollte Letzteres wahr werden, bin ich zwar noch Doc, aber nur noch Schalkefan.

    Kein Verein steht sich so oft selbst im Weg wie Schalke.
    Man fasst es kaum, aber Schalke lebt und kämpft ohne Netz und doppelten Boden.
    Ich finde das heroisch.
    Musste mal gesagt sein: HEROISCH, dieser Verein. Mit unserem U17-Trainer Jens Keller gegen Real Madrid ins CL-Achtelfinale! Keine Kirmesbude, ganz großes Kino!
    Wer es noch nicht gemerkt hat: dies war eine Liebeserklärung an S04.

  20. kohlenjuke sagt:

    Ich muss ehrlich sagen, ich finde es überhaupt nicht traurig, dass Huub Stevens gehen musste. Wir spielen seit Wochen Grotten-Fussball und in so einer Situation wird nunmal der Trainer gewechselt – Gesetz der Liga.
    Ich finde es viel schlimmer, dass nach wirklich gutem Beginn und ein paar richtig tollen Spielen eine Hinrunde so total an die Wand gefahren wird! Woran das liegt, ob der eine Spieler Stevens nicht mehr mag oder Stevens Heldt nicht mehr mag oder Huntelaar gar nicht mehr mag – es ist mir egal. Das sind Profis in einem Profi-Verein und man sollte erwarten können, dass sich alle Beteiligten über den Wert des Erfolges, gerade und speziell in finanzieller Hinsicht, bewußt sind. Und von daher hoffe ich, dass egal mit wem auch immer, wir so schnell wie möglich zurück in die Spur kommen und unser angestrebtes Saisonziel, die CL-Quali erreichen, sonst gehen hier wirklich für die nächsten Jahre die Lichter aus.
    Von dem Wort Kontinuität hab ich mich als Schalke-Fan eh schon lange verabschiedet.

  21. blues sagt:

    @andres; @Frank aus Rheinhessen

    “vor allem frage ich mich, wie man irgendwann den trainer mit perspektive für schalke gewinnen will”
    “jetzt die Reißleine zu ziehen ist doch Aktionismus”

    Ich würde sogar noch weitergehen und von blindem Aktionsmus sprechen.

    Hört man, was Trainer mit Perspektive betrifft, was der Mainzer Trainer Thomas Tuchel sagt: “Ich habe bis heute mit keinem Verantwortlichen von Schalke 04 gesprochen. Und zwar weder als Jugend- noch als Profitrainer” oder was der Mainzer Manger Heidel sagt “Nicht für 30 oder 60 Millionen Euro” auch wenn ein Russe angefahren kommt – oder irgend so ein Scheich”, dann wirkt das Kommunikationsgebaren des Schalker Vorstandes erschreckend hilflos und dilettantisch.

  22. berka sagt:

    Meine Enttäuschung entsteht eher aus dem Verlauf der letzten Wochen als aus der Art und Weise wie der Wechsel vorgetragen wurde. Stilvoll kriegt das kaum jemand hin.

    Tönnies steht für mich schon länger in der Kritik: seit der Ausbootung Assauers (richtig aber zu spät) hatte kaum eine Entscheidung die er sichtbar beeinflusste positive Folgen für den Verein. Sicher nicht die Magath-Episode, bei Horst Heldt muss es die Zukunft noch zeigen.

  23. Miles sagt:

    blues,

    Du möchtest jetzt aber nicht sagen, dass es dilettantisch von unseren Verantwortlichen ist, mit Tuchel nicht gesprochen zu haben, oder?

    Nur weil Tuchel vielleicht Dein Wunschtrainer ist, kann ich nun wirklich überhaupt nicht nachvollziehen, warum ein gutes Management mit ihm gesprochen haben MUSS, so sehr MUSS, dass ein “haben wir nicht” ein Ausweis offensichtlichen Versagens ist.

    Tuchel leistet in Mainz gute Arbeit, ist aber auch ein pseudointellektueller Dampfplauderer vor dem Herrn. Was bei Rangnick durchaus noch Tiefgang zu haben verspricht, ist nach meiner Meinung bei Tuchel eine feste Größe für jedes Buzzword-Bingo bei Pressekonferenzen. Muss ich hier echt nicht haben. Klugscheißer kann ich schon selber.

    Wie weiter oben von Matthias geschrieben halte ich es auch für wahrscheinlich oder zumindest naheliegend, dass ein Trainer für 2013 schon fest im Visier, vielleicht sogar im Wort ist. Das werden wir sehen.

  24. Sebastian sagt:

    Ich finde es immer sehr schwierig, die Arbeit von Trainern zu bewerten (egal ob positiv oder negativ), dafür hat man einfach zu wenig Einblick. Aber bei Stevens haben sich in dieser Saison schon zwei dicke Fragezeichen ergeben:
    1.) In der laufenden Saison hatte man fast nie das Gefühl, dass diese Mannschaft (vor allem offensiv) mehr ist als die Summe ihrer Teile, wie das eben bei Freiburg oder Mainz der Fall ist. Auch bei den meisten Spielen, die gewonnen wurden, gelang dies oft durch gelungene Einzelaktion, selten durch überzeugende taktische Leistung, von Offensiv- bzw. Gegenpressing gar nicht zu reden. Eine offensive Handschrift war mir zu selten erkennbar. Als man gegen Freiburg 1:3 zurücklag, erwartete die Mannschaft den Gegner trotzdem zehn Meter hinter der Mittellinie, und wenn die Offensivspieler mal pressten, rückte hinten niemand nach und die Abstände waren riesig – nicht zum ersten Mal in dieser Saison. Taktisch war vieles einfach unbedarft bis altmodisch.
    2.) Stevens kommunikative Fähigkeiten: Dass er ständig Journalisten anraunzt – geschenkt, auch wenn ich das für ziemlich unprofessionell halte. Ich glaube aber nicht, dass Stevens intern ein ganz anderes Gesicht hat und plötzlich der einfühlsame Kommunikator ist, der man eben sein muss, um ein komplexes Gebilde wie einen Profikader zu führen (und jetzt komme mir bitte keiner mit diesem “Das sind Profis, die bekommen viel Geld und müssen es abkönnen, wenn sie mal etwas härter angefasst werden.” Teamführung funktioniert nunmal – auch in allen anderen Bereichen – anders).

  25. blues sagt:

    @ Miles

    “Du möchtest jetzt aber nicht sagen, dass es dilettantisch von unseren Verantwortlichen ist, mit Tuchel nicht gesprochen zu haben, oder?”

    Nein, wenn der Eindruck entseht, habe ich mich mißverständlich ausgedrückt.

    Was ich dilettantisch finde, ist die fehlende Klarstellung unseres “Vorstandes Kommunikation” zu Tuchel. Weshalb Tuchel bis heute weiter solche Sätze in Richtung Schalke sagen kann, wie oben zitiert. Dass Heldt noch nicht mit Tuchel geredet hat, ist weniger ein kommunikatives sondern eher ein stratetgisch-sportliches Thema. Erstaunt aber ebenso.
    Dabei könnte es sein, dass Tuchel sogar Notlügen produziert. Zwischenzeitlich glaube ich aber Tuchel mehr als Heldt. Das ist zugegebener Maßen komisch, aber aktuell ist es so.

  26. m04 sagt:

    Ich wundere mich etwas darüber, dass Jens Keller keiner so richtig ernst nimmt. Immerhin hat er mit der U17 alle Spiele gewonnen. Das heißt die Mannschaft ist verlustpunktfrei! Und wieso soll er sich nicht weiterentwickelt haben? Vielleicht kann er auch mit jungen Spielern besser umgehen als HS. Ich finde die Entscheidung jetzt erst mal logisch und gar nicht so schlecht. Er hat jetzt die komplette Winterpause und kann die Mannschaft gut kennenlernen und ihr deutlich machen, was er von ihr will. In Freiburg und mainz hat es ja auch mit ehemaligen Jugendtrainern gut geklappt.
    Mich würde auch mal interesseren ob unter ihm ein Escudero, Metzelder und andere auch mal tatsächliche Alternativen sein können, um den Konkurrenzkampf zu erhöhen oder auch andern Kräften mal eine Ruhepause verschaffen dürfen.

  27. Torsten sagt:

    @kurtspaeter & Der Grieche:

    Ich finde schon, dass die Aussage Stevens’ der PK-Darstellung entgegen spricht. Natürlich ist es auch denkbar, dass Stevens was verdrehte. Dann würde ich meine Fehleinschätzung weniger mit Romantik als mit schlechten Erfahrungen mit Heldt und Tönnies begründen. Vor allem aber denke ich, dass Heldt in der Situation war, erklären zu müssen, und dass ich ihn deshalb als den „Handelnden“ sehe.

    @malte:

    Es bedeutet in etwa, dass er zu Schalke ein „gutes Gefühl behalten“ wird („Ik blijf“ heißt in diesem Fall „ich werde“ / „goed gevoel“ = „gutes Gefühl“ / „houden“ in diesem Fall nicht „mögen“ sondern „halten/behalten“. Grade mit „houden“ hat Google stets Probleme;).

    @Detlef:

    In welcher Sendung ist das mit dem „Sven“ denn passiert?

    @hoffedocS04:

    Was Du beschreibst ist m.E. das normale Los des Co-Trainers. Natürlich ist die Gefahr, dass der Cheftrainer nicht auf die Ideen eingeht und „anders als gedacht“ aufstellt größer, wenn Chef- und Co-Trainer eher zufällig zusammenkommen, wie in diesem Fall. Falls das tatsächlich ein mehr als temporäres Problem gewesen ist, hätte Heldt handeln oder Gisdol die Konsequenzen ziehen müssen. Öffentlich hat Gisdol jedenfalls keine „Prügel“ abbekommen.

    @blues:

    Wurde von Heldt & Co. der Name Tuchel überhaupt schon mal in den Mund genommen? Ich weiß das nicht. Ich habe den Eindruck, dass sich Tuchel gegen Zeitungsberichte zur Wehr setzt. Ich denke nicht, dass für Schalke 04 als Club bzw. Heldt als „Sprecher“ die Notwendigkeit besteht, Gerüchte zu kommentieren. Im Gegenteil, man tut gut daran, die Klappe zu halten. Und wenn ich auch vieles nicht gut finde, was Horst Heldt so verzapft, ich denke die Klappe halten kann er ganz passabel.

    Generell:

    Was ich bemerkenswert finde – und ganz anders sehe – ist, wie häufig die starken Leistungen des Saisonbeginns nun relativiert werden.

    Zumindest im Vergleich zur letzten Saison finde ich überhaupt nicht, dass die Erfolge nur auf Einzelleistungen zurückzuführen sind. Schalke hat schon gut gespielt, als Ibrahim Afellay noch nicht in Form war bzw. noch nicht über 90 Minuten spielen durfte. Holtby hatte sich prima eingefügt, Neustädter war überragend, Jones kam mit der neuen Rolle gut zurecht, aber alles war auch recht flexibel. Schalke spielte zeitweise richtig tollen Fußball und lange waren nahezu alle Punktverluste vollkommen selbstverschuldet, lange war Schalke gegen fast jeden Gegner die bessere Mannschaft. Das sollte man nun ich in Sack und Asche reden, finde ich.

    Was mir immer wieder ein Fragezeichen über den Kopf zauberte war, dass kaum was verändert wurde, obwohl es schlecht lief. Wieso Draxler bspw. nicht mal zentral für Holtby ran durfte, zumal man für Linksaußen gefühlte 68 Varianten im Kader hat. Wieso partout nicht Metzelder gebracht wurde, obwohl Joel Matips schwache Phase gradezu nach Hilfe schrie. In meinen Augen wäre es mehr Schutz denn Degradierung gewesen, Joel Matip mal eine Pause zu gönnen. Auch Marica oder Obasi wurden kaum gesehen. Man mag von ihnen halten was man will, aber: Wenn es so schlecht läuft und diese Spieler bekommen keine Chance, auf was sollen sie auf der Bank denn warten? Teemu Pukki halte ich übrigens weiterhin für nicht gut genug für die Bundesliga, und seinen Einsatz als „10er“ finde ich schon fast peinlich.

  28. elbdeichrutscher sagt:

    …wer war noch genau der FC Hollywood?

  29. Lutt sagt:

    “Blinden Aktionismus” würde ich die Aktion von HH auch nennen! Dass man mit dem Jahrhundert-Trainer so nicht umgeht, würde ich sagen.

    Aber falls Schalke (mittlerweile als Underdog!) gegen Mainz weiterkommt, hat HH vielleicht doch alles richtig gemacht.
    Denn Fakt ist: ein Trainerwechsel bringt immer neuen Schwung.

    In diesem Sinne.. Glückauf!

  30. Detlef (doktor_d) sagt:

    @torsten
    Clemens Tönnies sprach gestern im Dopa per Telefon von Sven…
    Ich musste da schmunzeln und an Rolf denken ;-)

    Je mehr ich über die Entlassung von Huub nachdenke, desto mehr habe ich die Befürchtung, oder Freistellung, das sie falsch war. Zumindest vom Zeitpunkt her. Geht das Spiel gegen Mainz verloren, was man nach den letzten Vorstellungen der Mannschaft als nicht völlig unmöglich erachte, so ist Jens Keller schon unter Druck bevor er begonnen hat zu arbeiten.

    Andererseits ist Fußball oft so komisch, dass es auch komplett anders kommen könnte.

    @hoffedocS04
    Die Vorstellung im Achtelfinale gegen Real zu spielen hat was. Beängstigendes. Für Real ;-)

    Nochmal @Torsten
    Auf deine Sicht der Fans freue ich mich schon jetzt. Und auch die Diskussionen erst recht.

  31. Torsten sagt:

    Clemens Tönnies sprach gestern im Dopa per Telefon von Sven…
    Ich musste da schmunzeln und an Rolf denken ;-)

    Ja, das ist natürlich die nahe liegende Assoziation. Clemens Tönnies allerdings würde ich zutrauen, einen solchen Fehler absichtlich eingebaut zu haben, um mit Assauer verglichen zu werden …

  32. blues sagt:

    @Torsten
    “Wurde von Heldt & Co. der Name Tuchel überhaupt schon mal in den Mund genommen?”
    Nicht, dass ich wüsste. Mir geht es um die Lufthoheit,das bauerische “mia san mia”, das Mitbestimmen wie die Reden über Schalke tönen und wirken.
    Da kommt es häufig einfach auf den richtig gewählten Zeitpunkt des Statements bzw. der Handlung oder eines Dementis an. Anderes Beispiel. Es ist von Horst Heldt sicher nicht gewollt, dass Jens Keller in seinem allerersten Spiel auf der Schalker Bank direkt ein Endspiel vor sich hat.
    Durch die Wahl des Zeitpunktes für den Rauschschmiss Stevens wurde diese Faktum jedoch geschaffen. Horst Heldt stellte dazu noch öffentlich klar, dass man keine Chance mehr sah, dass mit Stevens das kommende Pokalspiel gegen Mainz gewonnen würde. Mir scheint, das Weiterkommen um jeden Preis vielleicht nur deshalb so total wichtig ist, weil es aktionistisch als Grenze für Huub gedacht wurde? Sachlich schadet der Zeitpunkt und die kommunikative Herausstellung des Pokalspiels einfach nur. Wie schon weiter oben gesagt, hat Keller nun kaum noch eine Chance, bei einer Niederlage ohne Schaden aus dem Spiel zukommen.
    Und die Chancen diese Spiel zu gewinnen sind gering.

  33. Detlef (doktor_d) sagt:

    @blues
    “Und die Chancen diese Spiel zu gewinnen sind gering.”
    Gering, in der Tat, aber wahrscheinlich so unwahrscheinlich wie ein 5:2 in San Siro. ( Ok das war jetzt emotional )
    Und genau darum geht es. Schafft JK es Emotionen in der Mannschaft zu wecken. Rein taktisch kann er in 2 Tagen nicht viel bewegen, denke ich.

    Und ich gebe dir recht, der Zeitpunkt für die Freistellung von Huub war nicht gerade glücklich gewählt.

    Morgen Abend sind wir dann etwas schlauer. Oder eben auch nicht.

  34. Torsten sagt:

    Du meinst, Schalke hätte sich das Ausscheiden leisten können, Heldt wollte diese Grenze aber nutzen?

    Ja, ich hatte auch gehofft, dass Schalke es drauf ankommen lässt. Tatsächlich habe ich aber auch keine Hoffnung gehabt, dass Schalke gegen Mainz gewinnen könnte, wenn sich nichts ändert. Ich weiß nicht so recht, ob ein Manager nicht handeln MUSS, wenn er nicht mehr an den Erfolg seiner Mannschaft glaubt. Zumindest in dieser Konstellation, da – bei allem Respekt – Schalke eben doch der große Club gegenüber Mainz 05 ist.

    Und nochmal ja, natürlich wäre es übel, wenn Keller mit einer Niederlage gegen Tuchel in die Winterpause geht. Aber in dieser Pause kehrt Ruhe ein, Keller kann die Mannschaft nach seinem Gusto vorbereiten. Der erste Rückrundenspieltag wird ein Neuanfang sein, egal wie das Pokalspiel endet. Und Jens Kellers Einstand sollte man seriöser Weise frühstens Ende Februar erstmals bewerten.

  35. Uwe sagt:

    Alles halb so wild. Ich (Jg. 1965) habe schon viele Trainerentlassungen erlebt, diese war überfällig. Also – weiter geht’s. Wir gewinnen morgen. Fußball ist keine Mathematik und noch weniger ein Mysterium. Nicht weinen.

  36. Detlef (doktor_d) sagt:

    @torsten
    Schalke kann sich das Ausscheiden nicht leisten. Aber auch ein Trainerwechsel garantiert ein Weiterkommen nun mal nicht.
    Und ich denke nicht, dass man Jens Keller Ruhe geben wird und zwar egal wie das Spiel ausgeht. Weder vom Verein, noch den Fans und schon gar nicht von den Medien.
    Ob er jemals die Chance bekommt, dass man ihn und seine Leistung seriös bewertet weiß im Moment niemand.

    Und noch eine Überlegung. Was plant HH denn ab dem Sommer, bzw. mit welchem Trainer? Was passiert, wenn JK Erfolg hat und ein anderer Trainer bereit steht. Ach Sch…sse. Morgen ist Gott sei Dank Fußball.

  37. Spook sagt:

    Der Begriff “Gemengelage” ist eine sprachliche Katastrophe…

  38. blues sagt:

    @Spook
    fragte mich auch, bevor ich den Begriff benutzte, in welchem Zusammenhang er in den Bildungstools “eigentlich” gesehen wird. Fand aber die bildungssprachliche Defintion von Wikipedia und Duden passt präzise auf das was ich mit “Die vermeintlichen Gründe für den schlechten Auftritt der Mannschaft sind vielfältig und die Gemengelage ist kompliziert” beschreiben wollte:

    Wikipedia: Das Wort wird auch sonst allgemein für eine unübersichtliche Situation verwendet, insbesondere, was Interessen und Absichten der Handelnden anbetrifft.

    Duden:[zu einem bestimmten Zeitpunkt vorliegendes] Zusammentreffen von sonst eher unzusammenhängenden Zuständen, Gegebenheiten

    Dass der Begriff ursprünglich aus der Landwirtschaft kommt, störte mich auch nicht weiter. Bei den Fußballgeschichten die mein Vater aus den Nachkriegsjahren desWK II erzählte, kam die Sequenz vor, wie sich die Mannschaft am Sonntagmorgen vor dem Spiel mit Sensen ausgerüstet auf dem Platz traf und diesen erstmal in Handarbeit mähte…;-)

  39. blues sagt:

    @Torsten
    “ob ein Manager nicht handeln MUSS, wenn er nicht mehr an den Erfolg seiner Mannschaft glaubt”

    Das “Handeln müssen” scheint ja, wie Du richtig schreibst, dem “GLAUBEN” zu entspringen. Der Glaube soll ja Berge versetzen. Tut er scheinbar manchesmal auch. Und wenn nicht mehr, war es dann Aberglaube? Oder geht das dann, wenn die Hoffnung mal wieder in der Nachspielzeit stirbt, als “Management by Vodoo” durch, wie ich meine?
    Der Hoffnung von Heldt, nur den Schalter umlegen zu müssen, sprich den Trainer auszutauschen, stehen einige Fakten entgegen die für mich den Aktionismus des Vorstandes als Flucht in die Irrationalität erscheinen lassen. Jenseits von Glauben und Hoffen gibt es in der aktuellen Schalker Situation einfach zu viele erkennbare Gründe für das schwache Spiel, die wenig mit Stevens zu tun haben und die Jens Keller direkt übernimmt.

    9 vom Trainer unabhänige Usachen für das schlechte Schalker Spiel

    - Schalker Finanzen wirken sich auf Kader aus (Backup für Uchida, Torwartfrage etc.)
    - Schalker Finanzen verursachen etremen Druck auf den Trainer
    - Schalker Finanzen verursachen extremen Druck auf die Mannschaft
    - Kader nur bedingt für modernes Fußballspiel geeignet oder ausgebildet
    - Spieler (u.a. Huntelaar und Jones) mit schwierigem Charakter
    - Schwebende Spielerverträge führen zu schwierigen Teamsituationen.
    - 12. Mann -fehlende Unterstützung der Fans (12:12, Spaltung etc).
    - Ein Teil der Spieler hat immer Probleme mit dem Trainer
    - Die Verletztenliste

  40. McP sagt:

    So schlimm kann es um die Finanzen nicht stehen, wenn man bis 2015 schon wieder zusätzliche 25 Mio im Stadiongelände verbuddelt. Und da am Ende ja eh immer alles teurer wird als geplant, wird es wohl eher Richtung 40 Mio gehen. Und das die Schalker Finanzen extremen Druck auf die Mannschaft ausüben (blues), bezweifele ich. Solange die Spieler pünktlich Gehalt und Boni bekommen, haben die Nullkommanull finanziellen Druck.

    Stevens hat meines Erachtens immer dann gut funktioniert, wenn die Erwartungen relativ niedrig waren. Dann konnte er mit Erfahrung und Pragmatismus schnell ein solides Fundament in eine Mannschaft ziehen. Aber letztlich muss man auch sehen, dass man auf seinen letzten Stationen dann auch froh war, als er endlich ging/gegangen wurde. Jemand, der sich selbst nicht immer professionell verhält, siehe Öffentlichkeitsarbeit, holt vielleicht auch nicht immer das Beste aus den Profis heraus. Jemand, der sich dem Zeitgeist verschließt, siehe symbolhaft der Trainingslook in der CL, ist vielleicht in Taktik und Training und Menschenführung auch nicht mehr up-to-date.

    Eine Sache sollte man aber auch nicht unter den Tisch fallen lassen. Die Spieler wurden durch die schiere Anzahl von Spielen auch erheblich belastet. Auch andere Mannschaft mussten dieser 4-fach Belastung (inkl. Länderspiele) Tribut zollen. Ich habe neulich eine Studie zur Regeneration bei Profispielern gelesen, die es zwangsläufig erscheinen läßt, dass eine solche Situation Minderleistung nach sich zieht.

    Ich hätte Stevens damals nicht eingestellt, aber ich hätte ihn jetzt auch nicht entlassen. MMn hätte es gereicht, jetzt eine Nichtverlängerung bekannt zu geben. Die Mannschaft startet auch so mit frischen Kräften ins neue Jahr, was auch zu einer besseren Punktausbeute führen sollte. Der Mannschaft wäre ein Grund genommen worden, unbewusst “gegen den Trainer” zu spielen. Ich denke, Stevens wäre mit dieser “lame duck” Situation besser zurecht gekommen, als ein Nobody der U17. Es wäre auch erstmal Ruhe im Karton gewesen. Stattdessen ziehen jetzt wieder Wochen und Monate neuer Spekulationen ins Land. Und die Fußballprofis müssen mit ihrer Spielweise entscheiden, ob sie Keller behalten wollen oder nicht.

    Sorry, für den vielen Text.

  41. Der Grieche sagt:

    @McP
    So schade ich es finde, dass Stevens auf diese Weise entlassen wurde, so sehr kann ich diese Entscheidung verstehen, sollte wirklich zutreffen, was Heldt als Begründung angegeben hat (und was auch aus Tönnies’ Äußerungen rauszuhören ist), nämlich, dass es einen wie auch immer gearteten Bruch zwischen Teilen der Mannschaft und Trainer gegeben hat, was sich dann auf die Leistung augewirkt hat (weniger auf den Willen). Fußball ist immer auch Psychologie, wie überall, wo eine Gruppe von Menschen zusammenkommt. Deshalb glaube ich nicht, dass sich die Situation in der Rückrunde groß verändert hätte, wäre Stevens geblieben. Andererseits glaube ich, dass dass die Qualität der Mannschaft so groß ist, dass sie – wenn der Kopf frei ist – auch wieder die Leistung bringt, die sie im ersten Teil der Saison gezeigt hat.

  42. McP sagt:

    Man hätte für die Vorbereitung ja nochmal Magath engagieren können, dann wären danach die Brüche in der Mannschaft geheilt und der Kopf wieder für einen Trainer Stevens frei.

  43. hoffedocS04 sagt:

    Ein Gutes hat der Rauswurf schon mal: es ist im Königsblog wieder Leben in der Bude; wenn das bei der Mannschaft auch so ist…

    @Detlef
    Jau, die Königlichen sollen sich vor Jens Keller in Acht nehmen;-)
    Die Situation, die Du evt für den Sommer fürchtest, gibt es ja immer wieder: Rangnick konnte auch nicht zurück, weil da Stevens fest auf seinem Stuhl saß.
    Das ist ja aber auch der Grund für das, was hier in Bezug auf angedachte Trainer diskutiert wird. Da es immer Unwägbarkeiten, laufende Verträge, Rücksichtnahmen auf gegenwärtige Vereine gibt, ist es absolut nicht angesagt, Pläne öffentlich zu diskutieren.
    Stellt Euch vor, ein Sportmanager will Trainer A aus B zur nächsten Spielzeit engagieren, dann kann A das nicht offen zugeben, da er 1.Verein und Fans von B brüskiert und 2.im Regen steht, falls der gegenwärtige Trainer unter dem besagten Sportmanager doch einschlägt und nicht vermittelbar ist, warum er abgelöst wird. Sowas ist Alltag im Fußball, deshalb könnt Ihr alle öffentlichen Statements den Hasen geben. Hinter den Kulissen werden die Vorabsprachen getroffen, und wenn das an die Öffentlichkeit gelangt, dann müssen sie natürlich aus obengenannten Gründen dementiert werden.
    Und leider stehen dadurch die Verantwortlichen oft als Umfaller oder Lügner da, was aber im Grunde ein reines Medienproblem ist.

    @Torsten
    Aber nicht jeder Co-Trainer hat gleich viel Verantwortung. Denk an Jogi Löw bei der WM 2006. Da wurde auch – wahrscheinlich zu Recht – gemunkelt, dass er eigentlich der “Trainer” war. Ich denke, bei Gisdol ging es in die Richtung, und das scheint mir nicht unbedingt das Normale zu sein.

    Falls es jemand interessiert: in Hoffenheim hat sich Müller mit seinem Wunsch nach dem Schalkekumpel Marco Kurz durchgesetzt. Nicht übel, aber auch nicht gerade die Nachwuchsförderungsoption, die wir mit Gisdol gehabt hätten. Mal sehen, ob der jetzt auch nach Österreich oder Leipzig wandert.

  44. blues sagt:

    11 Freunde war 14 Tage vor der Entlassung von Huub Stevens auf Schalke und führte Interviews mit Spielern, Huub Stevens, Horst Heldt und C. Tönnies. 11 Freunde fragt sich nun, ob ihnen die Ruhe auf Schalke hätte verdächtig vorkommen müssen, denn zwei Wochen früher schien dort alles in guter Ordnung.
    Vor dem Hintergrund des Berichts und der Interviews, kann man den blinden Aktionsmus der Schalker Verantwortlichen nur noch mit aufkommender Panik beim Management erklären. Fatal.

    Hier gehts zu den 11Freunden:

    http://www.11freunde.de/artike.....134?page=0

  45. hoffedocS04 sagt:

    Ach, Blues, solange ein Trainer noch arbeitet, kann sich niemand negativ über ihn äußern. Was auffällt, wenn man richtig liest, ist Metzelders Satz, von der “Lautstärke” im Hintergrund. Das spricht für Unfrieden. Auf diese Hinweise muss man bei den Interviews achten.

  46. blues sagt:

    @hoffedocS04
    …nach richtiger Kurve, richtigem Schweigen,richtigem Fansein, jetzt auch noch richtiges Lesen. ;-)

  47. hoffedocS04 sagt:

    Ja, Blues, wer hat gesagt, Fansein sei leicht;-)

  48. 100 Tage Jens Keller: Ein Rückblick sagt:

    [...] 16. Dezember, heute vor 99 Tagen, wurde Jens Keller auf Schalke zum Cheftrainer. Die ersten 100 Tage sind ein Zeitraum, der gerne für eine erste Bilanz herangezogen wird. In [...]

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