Der AdC Schalke 04 in Doha

Schalke 04 hat ein Trainingsspiel gegen Bayern München mit 0:5 verloren. Das darf jeder verwerten wie er mag. Man kann sich schocken lassen, sich ärgern, es schlucken oder in Sarkasmus verfallen. Mich berührte dieses Ereignis so sehr wie die „Wüstenrallye“ an „Tag fünf“ des „Trainingslagers“ des FC Schalke 04. Ich habe es ignoriert.

Statt sich irgendwo auf stillen Plätze einfach nur auf die Rückrunde vorzubereiten hat sich Schalke 04 von den Herrschern Katars kaufen lassen, zeigt der Fußballwelt, wie geeignet dieser Landkartenfleck doch für Profifußball ist, und flutet die Nachrichtenkanäle mit bunten Werbemeldungen. Werbung für Katar natürlich, alleine der Name des Hotels, in dem die Mannschaft residiert, wurde auf der Clubhomepage bislang 22 Mal genannt. Oder für den Premiumpartner Volkswagen, der flott ein Modell zum Foto in den Wüstensand hievte. Auch das „Testspiel“ gegen Bayern München kann als Werbeveranstaltung verstanden werden.

Kein Trainer würde sich solch ein Spiel wünschen, hätte er eine Wahl. Mitten in der intensiven Trainingsarbeit stört eine solche Präsentation mit ihrer medialen Überhöhung, unabhängig vom Ergebnis. Training ist Üben, dazu braucht es kein Brimborium. Sportlich gesehen hilft das niemandem. Aber auch Sport1 ist ein Kunde und verkauft seinerseits wieder Werbung. Auch die anderen Werbepartner des FC Bayern und des FC Schalke 04 mögen es, relativ exklusiv ins Sport1-Bild zu kommen. Zudem sorgt es für gefüllte Zeitungsseiten.

Wie gesagt, diese Ereignisse darf jeder verwerten wie er mag. Wer es schafft, sich davon unterhalten zu lassen oder Interesse aufzubringen, den beneide ich fast ein wenig. Ich neige eher dazu, auf solchen Kokolores genervt zu reagieren. Deshalb meide ich ihn bewusst. Sich irgendwie emotional zu beteiligen ist es meines Erachtens nicht wert.



39 Kommentare zu “Der AdC Schalke 04 in Doha”

  1. blues sagt:

    @Torsten
    Unterschreibe ich alles. Aber: Wenn nun die Marketingabteilung das Trainingslager aussucht und der Sponsor den Testspielgegner bestimmt, und demnach die Ergebnisse des Trainingslagers fast wertlos sind, muss ich welchen sportlichen Schluß daraus ziehen?

  2. Detlef (doktor_d) sagt:

    Nicht so falsch was du schreibst, aber ein 0:5 darf einen Fußball Fan schon emotional berühren, selbst dann wenn er vom Spiel an sich fast nichts gesehen hat, so wie ich.

    Viel mehr berührt mich die durch Verletzungen entstehende Personalsituation für Spiel 1 nach der Winterpause in der BL.

  3. derGrafschafter sagt:

    …ist der ruf erst ruiniert lebt sichs gänzlich ungeniert.

  4. Erle72 sagt:

    So richtig wie betrüblich dieser Kommentar zur wüsten Promo-Tour.
    Übrigens tolles Titelbild, aber was ist AdC?

  5. Rjonathan sagt:

    Genau!
    Aber immerhin bekommt man einen Eindruck, wie der neue Trainer so redet. Sehr taktisch/theoretisch:
    http://www.schalke04.de/aktuel.....sehen.html

  6. RWDJojo sagt:

    Ich kann dein Desinteresse am Trainingslager verstehen. Ich denke auch, dass Bayern München kein optimaler Testspielgegner ist. Aber dennoch war das gestern keine Juxveranstaltung, kein weggeworfener Testtermin. Man sollte daher das Trainingslager und das Testspiel gesondert sehen.

    Zum Trainingslager möchte ich aber anmerken, dass Schalke unter normalen Umständen nicht die Möglichkeit hätte ein solches Trainingslager, das sportlich aufgrund der Bedingungen vor Ort optimal ist, zu machen. Da nehme ich die Werbe-Berichterstattung gerne in Kauf!

  7. Torsten sagt:

    @Erle72:

    Der Versuch eines Wortspiels. Ad als die übliche Kurzform von „Advertising“ (dt. Werbung), AdC statt FC. Naja, vielleicht weniger gelungen.

    @blues:
    Vielleicht keinen?! Testspiele als solche sind ja sinnvoll, zum üben eben, etwas davon schimmert ja im Interview durch, das Rjonathan verlinkt hat. Aber ein öffentliches Spiel gegen Bayern München wird dann eben leicht zur Brandfackel. Kann man heute überall nachlesen. Dabei ist das reine Ergebnis ebenso nachhaltig, wie es bei einem 5:0 Sieg gewesen wäre. Eben gar nicht.

    @RWDJojo:
    Ich denke, dass Schalke auch an vielen anderen Orten „optimale Bedingungen“ haben kann. Allerdings befürchte ich, dass man auch aus Spanien oder der Türkei mit Werbung zugespamt werden würde …

  8. Marcel04 sagt:

    Einzig unangenehm fand ich die bayrischen Jubelperser von Sport1(.de), welche mittlerweile wirklich zu den medialen Claqueuren der Roten gehören.

  9. Kowski04 sagt:

    Wurstbude
    Planlos, peinlich, ratlos

    Es tut weh das ertragen zu müssen.

    Jetzt wird zusätzlich zum Übergangstrainer im anstehenden Abstiegskampf HH in den Fokus geraten

  10. Matthias sagt:

    Ich denke, dass Schalke auch an vielen anderen Orten “optimale Bedingungen” haben kann.

    Ja. Das ist zweifelsohne so. Und auch eine Vorbereitung zuhause hat angesichts der immer kürzer werdenden Winterpause seine Vorteile. Vor ein paar Jahren noch (ich weiß nicht mehr unter welchem Trainer, es müsste aber Slomka gewesen sein) verkaufte Schalke das Heim-Trainingslager im Winter als die ganz clevere Lösung und machte sich über Clubs lustig, die ihre Spieler einem Klimaschock aussetzten.

    Das Trainingslager in Katar ist – ebenso wie die WM 2020 – eine Image-Kiste für das Wüsten-Emirat, das nach westlichen Maßstäben eine Diktatur mit einer Unrechts-Gesetzgebung ist. Legt man jedoch nahöstliche Maßstäbe an, ist es ein stabiler Musterstaat, ein sicherer Hort inmitten einer brennenden Region. Man sollte sich hüten, aus einem Gutmensch-Reflex heraus „Katar ist der Teufel!“ zu brüllen. Dafür ist die Lage in der Region viel zu komplex, als dass ein paar Fußballfans darüber mit ihrer persönlichen moralischen Messlatte richten könnten. Und wie die Beispiele Irak und Ägypten zeigen, folgt auf „Schlecht“ nicht zwangsläufig „Gut“, sondern ganz oft auch „noch viel schlechter“. Wenn uns die letzten 25 Jahre etwas bitter gelehrt haben, dann dass westliche Moral-Maßstäbe eher ungeeignet sind, um sie als Blaupause für die Gestaltung von Staaten in aller Welt zu nutzen. Das muss einem nicht gefallen – ist aber so.

    Schalke bekommt etwas geschenkt und bedankt sich im vertraglich festgelegtem Rahmen beim Gönner. Das war im letzten Jahr schon so (und wurde hier auch schon thematisiert) und wird eventuell im kommenden Jahr wieder so sein. Gut finden muss man diesen Deal wirklich nicht. Aber man macht es sich zu einfach, wenn man das geschenkte Trainingslager in die „das böse Schalke betreibt Whitewashing“-Kiste packt.

    Zum Wert von Testspielen in Trainingslagern: Ich war im Sommer in Klagenfurt und sah die beiden dortigen Testspiele gegen Udinese Calcio und Sampdoria Genua, die ebenfalls im TV übertragen wurden. In beiden Spielen agierte Schalke erbärmlich. Es folgte dennoch der beste BuLi-Start aller Zeiten. Schön war das 0:5 gestern sicherlich nicht. Aber es war dann halt auch nur ein Test. Wichtig wird’s gegen Hannover.

  11. blues sagt:

    @Matthias
    „Aber es war dann halt auch nur ein Test. Wichtig wird’s gegen Hannover.“

    Insbesondere ein Test für Jens Keller. Und damit auch für Horst Heldts „VFB 2.0 Engagement“ auf Schalke. Der Nachfolger von Huub Stevens bewirkt bisher gar nichts. Taktisch agiert das neue Trainergespann, wohl um sich von der „relativ“ defensiven Spielweise von Gisdol/ Stevens abzugrenzen, sowohl gegen Mainz als auch gegen Bayern eher schwach, teilweise sogar naiv. Spielerisch sahen wir jetzt gegen Bayern die aus den letzten Spielen von Stevens bekannte, schlampige Spielweise der Mannschaft. Spielerischer Stillstand und taktische Rückschritte sind der 1. Zwischenstand nach dem hilf- und stillosen und analytisch nicht begründbaren Rausschmisses von Stevens / Gisdol. Nicht mehr, aber angesichts der wohl sehr guten Sportanlagen in Katar und der neuen Trainer auch nicht weniger.
    Komisch auch, dass Heldt plötzlich laut über neue Spieler nachdenkt, wo doch die Spielersituation sich gegenüber Stevens Zeit nicht verändert hat.

  12. hoffedocS04 sagt:

    Matthias, ich bin Dir für diesen Beitrag „irgendwie“ dankbar, denn nur eine solche Einordnung lässt mich den „Testspielbrocken“ „irgendwie“ schlucken..
    Kennt Ihr das, wenn man ein ganzes Bonbon aus Versehen verschluckt und spürt den Bollen noch stundenlang schmerzhaft?

    @Detlef
    Ein etwas unethischer Trost: Hannover 96 ist nach der Appendektomie eines wichtigen Verteidigers auch ein wenig geschwächt;-)

  13. RWDJojo sagt:

    Ich denke, dass Schalke auch an vielen anderen Orten “optimale Bedingungen” haben kann.

    In Südeuropa oder in der Türkei kann es zu dieser Jahreszeit auch mal ungemütlich werden. In Katar hingegen hat man eine Garantie auf optimales Wetter. Ausnahmen wie das Nebeltestspiel im letzten Jahr bestätigen die Regel ;-)

    http://www.schalke04.de/aktuel.....clana.html

  14. matz sagt:

    Leider haben die Schalker gestern genau da weitergemacht, wo sind am Ende der Hinrunde aufgehört haben. Die Abwehr sah fast noch ein wenig schlimmer aus und ist nun mittlerweile seit der zweiten Magath-Saison ein Scherbenhaufen, obwohl seitdem drei Trainer ins Land gegangen sind. Das Selbstvertrauen dürfte nach einer solchen Niederlage noch ramponierter sein. Wenn das alles bis Hannover von Zauberhand verschwunden sein sollte, dann wäre ich freudig überrascht. Gestern aber sah es so aus, dass man noch keinen Schritt weiter ist. Abgesehen von den wieder indiskutablen Leistungen einzelner Spieler.

  15. Svenja sagt:

    Sportlich wird es wohl noch schlimmer als im Dez. anzunehmen war. Jetzt werden teuer Spieler eingekauft werden müssen, dies war vor Wochen noch tabu. Schade ist wirklich das es nach dem immer gleichen Muster abläuft. Am Ende steht der Rausschmiss von HH und wir suchen den nächsten…ich wünsche mir FM zurück, frei ist er ja aber ich denke der hat keinen Bock mehr auf Pommesbude blau weiss

  16. RWDJojo sagt:

    @Svenja
    Dein Wunsch nach Felix Magath ist hoffentlich nur ein Scherz!!!

    @blues
    Gib dem Keller doch wenigstens ne Chance, sich mal in ein paar Pflichtspielen beweisen zu können, bevor du so harsch über seinen Arbeit urteilst!!! Man muss nicht mit den Trainerwechsel einverstanden sein, aber es ist nun mal Fakt und der Neue kann da sicherlich am Wenigsten für.

  17. blues sagt:

    @RWDJojo
    Jens Keller wurde geholt um im Pokal weiterzukommen. Er musste diesen Job nicht machen, aber er traute sich das zu, hatte sofort ein Endspiel und ist direkt gescheitert. Er ist gescheitert weil er die Mannschaft, ihren Kader,ihre Spielweise ihr spielerisches und taktisches Potential sowie die Rolle der Trainer falsch eingeschätzt hat. Fatale Fehler, die wurden so schnell bestraft wie seine Taktik gestern. Schalke spielt mit ihm 2013/14 nicht international.

  18. Torsten sagt:

    Schalke spielt mit ihm 2013/14 nicht international.

    Das denke ich auch. Ich glaube, Schalke spielt mit Kellers Nachfolger international und Keller tritt wieder ins zweite Glied zurück.

    Ich fand den adhoc-Trainerwechsel vor dem letzten Pflichtspiel des Jahres beschämend und erschreckend zugleich. Ich finde es auch bezeichnend, dass nun offensichtlich ein Not-Transfer getätigt wird, weil ein Leihspieler länger ausfällt. Horst Heldt redet häufig von Planung und lässt es sofort zur Farce werden, wenn irgendwas unpassendes geschieht.

    Trotzdem finde ich es vollkommen übertrieben, wie auf Jens Keller rumgehackt wird. Die Niederlage gegen Mainz war unglücklich, die Mannschaft hat dabei besser gespielt als in den Begegnungen zuvor. Ich denke nicht, dass er irgendwas kaputt machen wird, was nicht eh schon kaputt wäre.

  19. blues sagt:

    @Torsten
    ich meinte gar nicht, auch nicht mit seinem Nachfolger. ;-)

    Da ist, gerade auch im Verantworlichen Umfeld, zu viel Dilletantismus:

    keine Schneeräumer organisieren, wenn es schneit,
    keinen Rasenpflegerauftrag vergeben, wenn der Rasen sichtbar leidet,
    an familienfreundlichen Stadionerlebnissen zu arbeiten und die Eintrittskarten auf dem legalen Graumarkt zu Schwarzmarktpreisen verhökern,
    keine Visa beschaffen, wenn die Mannschaft nach Katar fährt,
    nicht die Reihen schließen, wenn es in der Liga schief läuft,
    den Trainer entlassen, ohne kluge Analyse sondern auf ein (auch noch falsches) Gefühl hin,
    keinen Rechtsverteidiger zu holen und jetzt zu brüllen: „die Kriegskasse ist gefüllt“,

  20. derwahrebaresi sagt:

    @Ich habe es ignoriert.

    und …

    @Sich irgendwie emotional zu beteiligen ist es meines Erachtens nicht wert.

    warum dann dieser blog eintrag?

  21. derwahrebaresi sagt:

    @Schalke spielt mit ihm 2013/14 nicht international.

    NICHT international bleibt abzuwarten.
    mit ihm sicher so oder so nicht!

  22. Raul 04 sagt:

    blues sehr gut, das Wort was es trifft ist „Dilletantismus“:

    und wo es richtig schmerzt ist bei der Transferpolitik, da geht es nämlich um Mio. EUR

    kann man nicht Verträge spätestens 1 Jahr vor Ablauf verlängern oder muss das so oft Monate vor Ablauf sein, was ist eigentlich die Aufgabe des Vorstands oder Managers

    wenn ich bei Bild lese, das Huntelaar wohl eine Ausstiegsklausel zu 15 Mio. hat, dann spielt er wahrscheinlich für so 7-8 Mio. EUR Jahresgehalt bei S04, wenn er schlecht spielt ganz gutes Gehalt und wenn er gut spielt dann schaut er mal, wer in haben will.

    Ich bin sicher kurz vor Weihnachten war beim Manager die Panik, dass nicht nur Holtby sondern auch noch Huntelaar weg ist und dann wurde bestimmt Hunterlaar alles erfüllt und schnell noch in der Presse lanciert man führt Verhandlungen mit Höwedes.

    Dilettantismus nicht nur beim Schneeschippen, sondern auf der ganzen Linie, ein Unternehmen wäre längst pleite!!!

    … und dann muss man schon neidisch nach Dortmund schauen, den offenbar alles gelingt, jeder Spieler wird zu einer höheren Ablösesumme abgeben, selbt der Ergänzungsspieler Perisic zu 8 Mio. EUR. Einfache gute Arbeit, muss man „neidlos“ anerkennen.

  23. Raul 04 sagt:

    … ich glaube aber wir meinen „Dilettantismus“ oder? auf jeden Fall so was wie Flughafen Berlin

  24. blues sagt:

    Raul 04
    …auf jeden Fall so was wie Flughafen Berlin

    nein, beim Flughafen Berlin, diesem Elbdingens in Hamburg oder bei Stuttgart 21 steckt die Absicht dahinter, die Öffentlichkeit über die in Wirklichkeit am Ende noch viel höheren Kosten bewusst zu täuschen. Mindestens eine Art von moralisch verwerflichen Betruges. Wie das jetzt bei uns mit Vianogo im Kleinen geschieht.

    Dilettanisch finde ich die naive Sicht der Schalker Verantwortlichen, dass sie davon ausgehen, dass vielen Fans die Diskrepanz zwischen dem proklamierten „familienfreundlichem Stadionerlebnis“ und der happigen Summe der Kartenpreise über vianogo, etwa für eine dreiköpfige Familie, nicht weiter auffällt.

  25. hoffedocS04 sagt:

    Entschuldigung, aber ich glaube, dass Ihr die Schwierigkeit der Aufgaben eines Sportdirektors etwas unterschätzt.

    Wer auf Dortmund verweist: die waren zweimal hintereinander Meister mit Klopp und haben jetzt die Karten in der Hand. Schalke geht diesen Weg erst. Die Spieler wissen das, und sie wissen von der Geldnot und damit der gewissen Erpressbarkeit des Vereins. Ein klammer Verein hofft, dass alle Spieler, die man zu möglichst günstigen Konditionen zusammenhält, einsatzfähig und motiviert sind. Dann kommt Verletzungspech, wie es jetzt gerade auf Schalke grassiert, oder es kommen die gierigen Anfragen anderer Vereine, wenn es gerade gut läuft, und jedesmal muss mühsam gegengesteuert werden. Wenn Schalke klug ist – und das glaube ich -, dann wird es keine „Horst Heldt raus-Rufe“ geben.
    Es ist nicht dilettantisch, wenn jetzt nachgebessert werden muss, sondern einer unvorhersehbaren Entwicklung geschuldet.

    Tönnies konnte sich Heldt aussuchen, aber Heldt nicht Tönnies. Manchmal beneide ich Dortmund auch wegen der Klugheit von Watzke und um den „begnadeten“ Klopp, aber das kann ich auch ruhig sagen: denn warum bin ich nicht Dortmundfan? Ich bin nicht Dortmundfan, weil das leicht wäre, sich an diesen zur Zeit im Höhenflug befindlichen Klub anzuhängen. Schalke erkämpft sich das noch. Schalke ist aber keine Würstchenbude, Kowski04, nur weil hier noch etwas zu erkämpfen ist, was Dortmund schon hat. Schalke hat etwas, das Dortmund und Bayern nie haben werden, eine Identität, die alle anspricht, die wissen, wie bockelhart das Leben manchmal sein kann. Das macht Schalke aus, und das kann man mit dreißig Meisterschaften nicht erreichen.

    Hier Sportdirektor zu sein, ist sicher ein ganz schwerer Job. Und wie er diese Aufgabe meistert, dafür sage ich Horst Heldt DANKE. Und ich bin zuversichtlich, dass er sein Ziel erreicht: eine Meisterschaft in den allernächsten Jahren.
    Wenn Ihr betrauert, dass Watzke hinter den Fans steht und die Schalkeführung nicht so sichtbar, dann kann ich genauso sagen, warum stehen nicht alle Fans ganz geschlossen und stolz hinter ihrem Verein?!

    Kapieren hier viele nicht, wie schwer es ist, auf diesem Fußballmarkt einen geraden Weg zu gehen, wenn man mit den Millionen nicht um sich schmeißen kann? Kapiert Ihr es nicht oder wollt Ihr es nicht kapieren?

  26. Torsten sagt:

    @derwahrebaresi:
    Als Argumentation, warum ich so viele „Nachrichten“ des heutigen Tages zum Spiel für unangemessenes Palaver halte. Vielleicht auch als Gesundheitstipp für meine Leser.

    @blues

    ich meinte gar nicht, auch nicht mit seinem Nachfolger. ;-)

    Das war mir schon klar, und auch ich habe bewusst formuliert.

    Ich hake auch gerne die ganzen aufgeführten Mängel ab, da bin ich absolut Deiner Meinung. Aber das war noch nie anders auf Schalke, denke ich, und trotzdem hat es den Club nicht davon abgehalten, über die Jahre recht erfolgreich zu sein. Ziemlich genau diese Mannschaft hat bis Ende Oktober prima gespielt und sich einen Spitzenplatz in der Tabelle verdient. Ich glaube, dass Schalke am Ende unter den ersten 5 landet.

    Die sportliche Zukunft sehe ich allerdings weniger rosig, wenn sich Horst Heldt nicht einen Trainer holt, der ihn bei der Kaderplanung maßgeblich unterstützt. Hierzu möchte ich nochmal auf meinen Text „Nur Trainer reicht nicht“ aus Oktober 2011 verweisen.

    @hoffedocS04:

    Nein, Schalke geht nicht den Weg Dortmunds und kann sich ihn auch überhaupt nicht leisten. Dortmund war derart am Ende, dass man zwei Jahre lang zufrieden war, nicht abzusteigen. Das geht auf Schalke nicht. Um die Kredite bedienen zu können („um die Konsolidierung voran zu treiben“) muss stets sportlicher Erfolg geliefert werden. Deshalb riskiert man Gehälter wie das von Huntelaar und denkt über eine Verpflichtung Raffaels nach, statt sich die passenden 19-Jährigen zu suchen, wie Dortmund es sich genehmigt. Ich denke der Vergleich mit Dortmund hinkt ganz gewaltig. Schalke handelt eher wie ein armer FC Bayern.

  27. blues sagt:

    @hoffedoc.s04
    Es ist nicht dilettantisch, wenn jetzt nachgebessert werden muss, sondern einer unvorhersehbaren Entwicklung geschuldet.

    Was meinst du mit „unvorhersehbare Entwicklung“?

    Die Kadersituation für Jens Keller ist mit der Rückkehr von Höger bereits besser, wie sie sich für Stevens/Gisdol in der sieglosen Phase darstellte. Uchida ist bis zum 19. Spieltag auch wieder fit. Moritz hat nie gespielt. Es wäre unseriös in mitzuzählen. Dasselbe gilt für Metze. Papa fehlte schon bei Stevens. Die angeblichen Probleme der anderen Spieler sind durchschaubar und sind nach solchen hochkarätigen Traningslagerspielen auch eher normal.

  28. blues sagt:

    @Torsten
    …aber das war noch nie anders auf Schalke

    die Ungeduld und Planlosigkeit im Krisenfall hat genau zu dem Schuldenberg geführt, der Schalke die letzten Jahre fast erdrückte und der uns bis heute fast jeden Spielraum nimmt. Die Vorgehensweise, aufkommende Probleme planlos zunächst mit ungedeckten Schecks zu begleichen und die Schulden dann in immer neue „Bad“ Tochterfirmen auszulagern funktioniert heute aus mehrerlei Gründen nicht mehr. Deshalb halte ich dieses „weiter so wie immer“ für falsch.

  29. RWDJojo sagt:

    Jens Keller wurde geholt um im Pokal weiterzukommen. Er musste diesen Job nicht machen, aber er traute sich das zu, hatte sofort ein Endspiel und ist direkt gescheitert.

    Natürlich hat man J. Keller nicht mit Gewalt in diese Position gebracht. Aber glaubst du, dass Stevens nur einen Tag länger im Amt geblieben wäre, wenn Keller keine Zusage gegeben hätte?

    Da ist, gerade auch im Verantworlichen Umfeld, zu viel Dilletantismus:

    keine Schneeräumer organisieren, wenn es schneit,
    keinen Rasenpflegerauftrag vergeben, wenn der Rasen sichtbar leidet,
    […]

    Da hast du Recht! Ich glaube manchmal auch, dass Schalke bzgl. des Tagesgeschäftes (Platz räumen, Visa beschaffen, etc., etc.) nicht besser als ein x-beliebiger Dorfverein aufgestellt ist.

    Schalke handelt eher wie ein armer FC Bayern.

    Haha, ja das stimmt wirklich! Leider!

    Dortmund war derart am Ende, dass man zwei Jahre lang zufrieden war, nicht abzusteigen. Das geht auf Schalke nicht. Um die Kredite bedienen zu können (“um die Konsolidierung voran zu treiben”) muss stets sportlicher Erfolg geliefert werden

    Wenn man sich mal anschaut, was für eine Erwartungshaltung im Schalker Umfeld herrscht (nicht ganz zu unrecht bei dem Kader), dann sind es nicht nur die Finanzen, die Schalke zum Erfolg verdammen. Das geht schon seit 10 Jahren so. Leider ist Schalke immer dann unerwartet erfolgreich, wenn man einen Neuanfang startet. Wäre die erste Saison unter Magath irgendwo in der Tabellenmitte geendet, hätte zu diesem Zeitpunkt niemand was dagegen gehabt. Doch durch die Vizemeisterschaft sind die Erwartungen wieder in die Höhe gegangen. Um die Erwartungen nicht zu enttäuschen wurden dann teure Transfers getätigt, die Schalke heute wieder einen gewissen Spielraum rauben!

  30. Raul 04 sagt:

    @hoffedocS04

    „Kapieren hier viele nicht, wie schwer es ist, auf diesem Fußballmarkt einen geraden Weg zu gehen, wenn man mit den Millionen nicht um sich schmeißen kann?“

    Seit 10 Jahren schmeißt S04 nur mit Mio. um sich (siehe Personalaufwand Konzernabschluss) und das im wesentlichen dank Gazprom. Wenn man durch Gazprom 15-20 Mio. EUR im Jahr bekommt, hat man > 15 Mio. EUR mehr als ca. 15 andere Bundesligamannschaften.

    Natürlich ist es aktuell der richtige Weg zu versuchen mit diesem Mehr an Einnahmen einen Kader für das internationale Geschäft aufzustellen. Was anders würden die Fans auch nicht verstehen.

    Genauso könnte man aber auch dieses Geld in Kredittilgung einsetzen und mit einer jungen Mannschaft auftreten (bei Dortmund war es vor Jahren nach Entschuldung kein Geld (Einnahmen) und keine Schulden). Und dieses Szenario kann ganz schnell drohen, wenn man jetzt abrutscht.

    Ob nun HH gut ist, diese Beurteilung kann man ja noch mal einige Monate nach hinten schieben, nur bisher hat mich bis auf die Ausleihe von Afellay noch nichts begeistert. Was ich überhaupt nicht verstehe, ist, dass die Verkleinerung des Kaders so eine tolle Leistung sein soll. Letztendlich werden die Spieler zu Zweitligisten abgeschoben und S04 zahlt einen Teil des Gehalts. Ok was soll HH sonst machen (er hat sie nicht eingekauft) aber warum er dafür so gelobt wird, ist mir unklar.

    Meister wird S04 100% die nächsten 5 Jahre nicht. Wenn man den Kader und die Möglichkeiten von Bayern und BVB ansieht. Damit habe ich mich aber inzwischen abgefunden. Man muss da auch nicht der Schale nachrennen. Ich hätte gerne eine vernünftige Transferpolitik, eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung d.h. Zukunft und attraktiven Fussball.

  31. blues sagt:

    RWDJojo
    „Aber glaubst du, dass Stevens nur einen Tag länger im Amt geblieben wäre, wenn Keller keine Zusage gegeben hätte?“

    Ich habe mich mit der Frage nicht beschäftigt, weil mir es um Jens Keller geht. Er hätte bei einem guten Gefühl für Timing auf das Pokalspiel und somit auf sein 1. Endspiel verzichten können. Das wäre klug gewesen. Denn er hätte bei einer gründlichen Vorfeldanalyse herausfinden können, dass die Schalker Probleme nicht durch einen Trainerwechsel und ein bischen Umschaltspieltraining und schon gar nicht durch das matrartige Wiederholen dieses Begriffes behoben werden können.

    Die Gründe dafür habe ich Mitte Dezember hier im blog beschrieben:

    http://koenigsblog.net/2012/12.....ment-29278

    Einer der Hauptkritikpunkt an Stevens war ja, dass er so spät wechselte und kaum rotierte. Die Frage, ob dies die Folge von Alterstarrsinn bei Stevens oder der fehlenden Alternativen im Kader war, war nicht nur hier im Blog offen. Tönnies begründete den Rausschmiss von Stevens dann mit fehlender Rotation.
    Das einzig „positive“ für mich am Rausschmiss von Stevens war, wie ich hier im Blogkommentar schrieb, „Schöner Nebeneffekt des Trainerwechsels: Bis zum Ende der Saison erfahren wir dann auch, ob die fehlende Rotation ein Problem von Stevens oder ein Problem des Kaders war.“

    Dass allerdings die Frage bereits vor Beginn der Rückrunde geklärt sein würde, konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

    Der Rausschmiss von Stevens wird immer mehr zur Farce für das leitende Personal auf Schalke.

  32. RWDJojo sagt:

    Es mag ja sein dass du in deiner Bewertung zum Stevens-Rausschmiss recht hast, aber Keller ist doch nicht das Problem. Keller sollte nun eine faire Chance bekommen!

  33. McP sagt:

    Ich kann mich von diesem Testspiel und dessen Ergebnis, im Gegensatz zu Torsten, nicht frei machen. Das Spiel selbst habe ich mir nicht angesehen. Aber das Ergebnis alleine gibt mir ein äußerst schlechtes Gefühl für die Rückrunde. Es ist ja nicht so, dass das letzte Pflichtspiel drei Monate her wäre und nun mit 10 neuen Spielern ein Neuaufbau stattfindet. Und es ist auch nicht so, dass jetzt noch sechs Wochen Zeit wären, ein erfolgreiches System aufzusetzen. Wir sind mitten in der Saison, die mal kurz unterbrochen wurde.

    Hat denn Keller so viel Neues probiert, das jetzt in die Hose gegangen ist? Falls ja, wäre Bayern der denkbar schlechteste Testgegner für dieses Vorhaben. „Neues“ beginnt man doch erstmal im Kleinen, um Vertrauen dafür zu gewinnen. Das wäre also ein grober Strategiefehler. Und das Gehabe von Vereinsseite scheint mir aus dem Handbuch „Wie demontiere ich einen Cheftrainer?“ übernommen. Der Manager hält in der Pause eines Testspiels eine Ansprache? Echt jetzt? Und der Aufsichtsratschef lässt verbreiten, dass er umgehend Rechenschaft einforderte?

    Meine Fresse. Was da für Unruhe und Unsicherheit von allen handelnden Personen forciert und verbreitet wird. Man kommt aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr raus. Ich will allerdings nicht ausschließen, dass man vielleicht doch irgendwie noch das Euro-Geschäft erreicht. Mit diesem Kader müsste man schon viel falsch machen, um das zu verhindern. Aber ich habe großes Vertrauen das Schalke richtig gut ist im viel falsch machen.

  34. Torsten sagt:

    Meine Fresse. Was da für Unruhe und Unsicherheit von allen handelnden Personen forciert und verbreitet wird. Man kommt aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr raus.

    In der Tat. Frei nach Uli Hoeneß kann man feststellen: Für die scheiß Stimmung ist Schalke 04 selbst verantwortlich.

  35. blues sagt:

    Davon, in welchem gefühlmäßigen Zustand sich Horst Heldt zwischenzeitlich befinden könnte, berichtet vielleicht sein Ausspruch „die Kriegskasse ist gefüllt“. Wer um Himmels willen hat ihm denn den Krieg erklärt?

  36. Ney sagt:

    Hieß wohl ungefähr „Unsere Kriegskasse ist zwar ein Stück
    gefüllt, aber nicht unendlich.“ Klingt eher nach einem
    Drohnenschlag als nach einem regelrechten Krieg.

  37. blues sagt:

    @Ney
    klar kann es auch eine Attacke auf die freien Söldner oder eine Kampfansage an andere Vereine bedeuten. Interessant fand ich, welche Metaphorik sich ihm aktuell, beim Werben um Spieler, aufdrängt.

  38. Tobi sagt:

    Habe gerade Gerüchte gehört wonach Wurst Tönnies sich mit FM getroffen hat wg. eines neuen Engagements. Er soll aber Co Trainer unter Keller werden und hat zugesagt vor dem Spiel laut das Vereinslied zu singen. Ein Teil seiner noch offenen Abfindung soll dann direkt in die langfristige Bindung von Marica fließen.

  39. Marc sagt:

    Sollte man nicht überbewerten das Ganze! Bin zwar kein Schalke-Fan und sehe das daher vllt. nicht ganz so dramatisch aber es ist wirklich unnötig so ein Spiel an die große Glocke zu hängen, da gebe ich Torsten Recht!

    Ihr habt einen neuen Trainer im Verein, das bedeutetet vermutlich, dass jeder einzelne Spieler Vollgas im Training gibt, um sich für einen Einsatz in der Bundesliga zu empfehlen. Wie sagt man so schön: „Die Karten werden neu gemischt.“ Daher kann es auch durchaus sein, dass einige Jungs ausgepumpt waren. Dann kommen auch mal solche Ergebnisse zustande. In der Vorbereitung völlig normal…

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