Mal Hü, mal Hotte: Der Schalker Weg

Schalke 04 ist nach Bayern München der zweitgrößte Verein Deutschlands, sowohl bezüglich der Mitgliederzahl, als auch in der Deloitte Money League, einer Rangliste der weltweit einkommensstärksten Fußball-Klubs. Bezüglich der sportlichen Ergebnisse wurde man allerdings längst von Borussia Dortmund überholt. Horst Heldt zollt dem gelben Gegner aus dem Osten Respekt, dort hätte man vieles richtig gemacht, in den letzten Jahren. Schalke aber könne und wolle das nicht kopieren, Schalke – und damit wohl auch er, Horst Heldt selbst – habe seinen eigenen Weg. Anlässlich der Entwicklungen in jüngster Zeit steht dem interessierten Fan der Königsblauen allerdings der Mund offen und die Frage im Gesicht: Was ist denn dieser Schalker Weg?

Bayern München hat sich seine Finanzmacht mit regelmäßigen Erfolgen seit der zweiten Bundesligasaison erarbeitet. Zwar drücken den Club durch den Stadionbau heute ähnlich große Schuldenberge wie den FC Schalke 04, an der Liquidität Bayern Münchens gab es allerdings nie einen Zweifel. Um großen Fußes in die Schuldenfreiheit zu marschieren wurden zuletzt Anteile der Bayern München AG an Investoren verkauft. Erreicht man das Ende der Stadionabzahlung bei gleichzeitig dauerhaftem, sportlichen Erfolg, steht eine goldene Zukunft bevor, so offensichtlich der Plan. Sportlich handelt der Club seit Ewigkeiten ungeduldig. Die Bestimmer sind Hoeneß und Rummenigge, Trainer sind nur Trainer, und in der Regel kurzfristig. Obwohl der Verein immer wieder auch eigene Talente hervorbringt hat man doch das Gefühl, als seien Bayern-Mannschaften stets eine Zusammenstellung aus neuen (Spieler-)Trophäen.

Das Konzept Borussia Dortmunds heißt vor allem Jürgen Klopp. Meines Erachtens ist Klopp in allen Belangen der beste Trainer der Liga. Trotzdem denke ich, dass die jüngsten Erfolge ohne den Finanzcrash in der Vor-Klopp-Zeit nicht möglich gewesen wären. Borussia Dortmund stand derart nah am Abgrund, dass man sich zeitweise über das bloße Dasein freute. Für Dortmund war es ein großer Erfolg, 2009 knapp das internationale Geschäft zu verpassen. Die Verbesserung um einen Tabelleplatz in der Folgesaison war erst recht ein Grund zum Jubel. Diese „Erfolge von klein auf“ entsprachen dem Wachstum eines Vereins, Jürgen Klopp hatte Zeit zu wirken, er musste nicht mit einer von jemand anderem zusammengestellten Mannschaft sofort große Ergebnisse liefern. Nach zwei Meisterschaften ist der Club gefestigt wie nie zuvor. Neuerdings wirbt man der Konkurrenz regelmäßig junge Spieler ab. Der Kader ist gefüllt mit unglaublich viel Talent, und statt mit viel Geld und großen Namen „Erfahrung“ einzukaufen, werden eher weitere 18- oder 19-Jährige nachgeschoben. Jürgen Klopp weiß das Puzzle zusammenzusetzen und es scheint, als würde die Mannschaft mit des Trainers eigenem Zuwachs an Erfahrung ebenfalls routinierter werden, egal wie jung die Spieler sind.

Schalke 04 lebt seit dem Stadionbau und dem Zusammenkauf der Mannschaft um Bordon, Krstajic, Kuranyi usw. (2004, 2005) von der Hand in den Mund. Man übernahm sich derart, dass mehrere Male die Liquidität infrage stand. Alle „Rettungspläne“ von damals bis heute basieren auf regelmäßigen sportlichen Erfolg, auf Einnahmen aus internationalen Wettbewerben. Ist dieser Erfolg in Gefahr wird agiert, wie auch immer, ungeachtet zuvor proklamierter Vorhaben.

Sein Einstieg als Macher sei der Umbruch vom Umbruch vom Umbruch, machte sich Horst Heldt noch über den Kurs des Clubs bis zur Entlassung Felix Magaths lustig. Mittlerweile beweist sein Handeln, dass auch er mehr getrieben ist, als dass er die Geschicke des Clubs selbst betreibt. Egal welche Ergebnisse der Trainer in der Vorsaison erreichte, egal ob ein Saisonstartrekord zu Buche stand oder nicht und trotz kurz bevorstehender Winterpause, es reichen 4 Wochen schlechte Ergebnisse, um den Trainer rauszuwerfen und sein Glück im nächsten Trainer zu erhoffen, egal wie unerprobt dieser auch sein mag. Eine Verletzung eines für nur noch 6 Monate ausgeliehenen Spielers reicht aus, um Transfers aller einigermaßen namhaften und nicht allzu fest in ihren Verträgen festgezurrten Spieler in Erwägung zu ziehen. Das ist kein Sonderfall, keine Ausnahmesituation. Paniktransfers, um die kurzfristigen Ziele zu erreichen, stehen in der Tradition des Handelns von Horst Heldts Vorgängern Andreas Müller und Felix Magath; in Schalkes Tradition.

Schalke 04 hat eine hervorragende Jugendabteilung vorzuweisen, profitiert davon aber vergleichsweise wenig, da sich im stetige Wechsel von Trainern und Ad hoc-Verpflichtungen keine zusammenwachsende Mannschaft herausbilden kann. Auf Schalke ist es nicht möglich, dass ein Trainer eine Mannschaft unter eigener Einflussnahme zusammenstellt und zu spielerischer Blüte führt, vollkommen egal, wie der Trainer auch heißen mag. Schalke agiert wie ein armer FC Bayern, bei dem zwar im Falle der Erfolglosigkeit sehr schnell reagiert wird, bei dem es aber an Geld fehlt, um Akteure mit so großer Qualität einzukaufen, dass eine Verbesserung garantiert werden kann. Deshalb fängt Schalke immer wieder von vorne an und tritt dabei im Grunde auf der Stelle. Der Schalker Weg ist keiner, im eigentlichen Sinn, denn ein Weg führt in der Regel nach vorne.



34 Kommentare zu “Mal Hü, mal Hotte: Der Schalker Weg”

  1. elbdeichrutscher sagt:

    Moin, Torsten,
    zum Wochenbeginn der Rückrundenstartwoche hast Du mal wieder pointiert analysiert, was eines der Hauptprobleme darstellt, das unseren Club immer wieder mehr als viele andere betrifft.

    Ich denke aber weniger, dass man auf der Stelle tritt, mir kommt es eher so vor, als ob man sich in Kreisen mit großen Radien bewegt…man sieht, wie im Schnee oder in der Wüste (!), lange keine anderen Spuren, denkt, es ist der eigene Weg – der richtige?! – und wenn dann jemand in der Wandergruppe ungeduldig wird kommt man wieder auf den Ausgangspunkt…“och guck mal, hier war schon mal einer, wir folgen mal der Spur“…

    Du hast schon zu manchem Phänomen geschrieben, es sei „schalkig“…das von Dir so treffend gemalte Bild des „armen FCB“ ist genauso schalkig.

    Allerdings denke ich, wären „wir“ damals nicht nur für 4 Minuten Meister gewesen, hätte man (vielleicht) in den folgenden Jahren anders gehandelt. Obwohl…schalkig wäre dann natürlich gewesen, zu versuchen, daraus eine Serie zu entwickeln…und es hätte finanziell wie sportlich zum gleichen Ergebnis geführt.
    Das Geheimnis des Erfolgs von Jürgen Klopp ist nicht nur in den ursprünglichen finanziellen Nöten zu suchen, er ist auch ein Trainer mit hervorragendem Sachverstand plus Motivationsfähigkeit / Begeisterungsfähigkeit, die nicht nur jungen Spielern den Spaß am Spiel, die Geilheit auf den Sieg, wie es immer wieder heißt, zu vermitteln.
    Und solch einen Trainer sehe ich derzeit ( in gleicher Qualität) in der Liga nicht. Tuchel mit Abstrichen, aber dann…?

    Und…selbst wenn der Deal gelingen sollte, Tuchel zur nächsten Saison zu verpflichten – wieviel Zeit bekommt er? Eine halbe Saison? Eine ganze…? Schalke auf ewig schalkig…

    „Wann wird man je versteh’n…..weiß ganz allein der Wind“
    ;)

  2. Christian sagt:

    Widerspruch !
    Ich kenne den Schalker Weg – er ist kreisförmig.

    Stand heute habe ich vor 2 Dingen Angst:
    – wen uns HH als neuen Spieler präsentiert
    – Freitag Abend

    Glück auf

  3. eakus1904 sagt:

    @Torsten: Sehr treffender Text, ich glaube aber, dass die Verantwortlichen auch weniger agieren würden, wenn an der Basis-sprich den Fans- die nötige Ruhe herrschen würde. Das ist nämlich der signifikante Unterschied zu unseren schwarz-gelben Nachbarn. Dort wusste man genau, dass fast das letzte Stündlein des Vereines,äh der AG geschlagen hatte. Durch diesen ordentlichen Schuss vor den Bug haben die Fans des BVB so gut wie alles mitgetragen und die Verantwortlichen konnten in Ruhe arbeiten.

    Genau diese Ruhe fehlt auf Schalke. Alles spricht jetzt vom besten Saisonstart und was dann daraus geworden ist. Aber was war den während des „besten Starts aller Zeiten“?? Genau, man moserte in Foren und in Blog-Kommentaren über die mangelnde spielerische Leistung und im Stadion wurde der Torwart ausgepfiffen.

    Bei jeder möglichen Neuverpflichtung,bei jedem Trainernamen wird man einen „Oh nein,nicht der!“-Aufschrei in der königsblauen Online-Welt vernehmen können,ohne das derjenige auch nur vor einen Ball getreten oder ein Hütchen aufgestellt hat. Ich glaube, selbst ein Transfer von Messi würde seine Gegner finden (zu ballverliebt,eigensinnig,passt nicht ins „Kumpel-und Malocher“-Konzept).

    Nicht, dass mich jemand falsch versteht, ich möchte kein Kritikloses „Klatschvieh“ auf den Rängen haben, gerade auf Schalke sind Emotionen,egal ob positiv oder negativ, schon immer dabei gewesen und gehören auch einfach mit dazu. Und ohne Zweifel hat die Vereinsführung derzeit jede Menge Kritik verdient. Das aber eher wegen dem Vianogo-Deal, der Kartenpreispolitik im allgemeinen oder dem durchwinken des Sicherheitskonzeptes.

  4. Die Blog- & Presseschau für Montag, den 14.01.2013 | Fokus Fussball sagt:

    […] Torsten Wieland analysiert ebenfalls die Schalker Situation – legt sich aber nicht nur auf eine Person in der Bringschuld fest, sondern geht tiefer. Schalke agiert wie ein armer FC Bayern, bei dem zwar im Falle der Erfolglosigkeit sehr schnell reagiert wird, bei dem es aber an Geld fehlt, um Akteure mit so großer Qualität einzukaufen, dass eine Verbesserung garantiert werden kann. Deshalb fängt Schalke immer wieder von vorne an und tritt dabei im Grunde auf der Stelle. Der Schalker Weg ist keiner, im eigentlichen Sinn, denn ein Weg führt in der Regel nach vorne. […]

  5. Ney sagt:

    Der traditionelle Aktionismus auf der Führungsebene
    gibt tatsächlich schon mal den „FC Bayern für Arme“.
    Und Teile (!) des Publikums finden sich mit ihrer
    Anspruchshaltung vielleicht in derselben Kategorie.

    Andererseits, in den 8 Spielzeiten seit der genannten
    2004/2005 waren wir 5(!)mal auf Platz 2 oder 3,
    insgesamt 6mal unter den ersten 4. Dazu 1 Pokalsieg
    in einer schlechteren Saison.

    Hätte ich nicht das ungute Gefühl, dass uns das wegen
    der Finanzsituation jederzeit um die Ohren fliegen kann,
    würde ich die ganze Schalkerei zumindest vom Abschneiden
    her so schlecht nicht finden.

  6. RWDJojo sagt:

    Schalke agiert wie ein armer FC Bayern

    Herrlich!!! Ich fand diese Formulierung schon im vorherigen Artikel super, weil mit wenigen Worten die Schalker Vereinspolitik beschrieben wird.

    Schalke muss jedoch seinen eigenen Weg finden. Die Bayern kopieren wir nun schon seit Jahren. Leider mit mäßigem Erfolg. Wobei man hier natürlich definieren muss, was „Erfolg“ ist. Gerne wird von einigen (auch von mir) ja immer wieder mal erwähnt, dass Schalke Mitte der Neunziger beinahe tot war und seit Jahren zu den besten Bundesligavereinen gehört. Aus der Sicht, ist Schalke erfolgreich. Leider stehen Ertrag und Aufwand zu selten in einer vernünftigen Relation. Trotz Sparkurs und angeschlagener Finanzen leistet sich der zweitgrößte Verein Deutschlands seit vielen Jahren den zweitteuersten Kader Deutschlands. Also könnte man ja auch erwarten, dass man damit der zweiterfolgreichste Verein ist. Das ist aber nicht so. Stattdessen gab und gibt es immer mindestens einen Verein, der für ein oder zwei Jahre besser als Schalke ist (erst Bremen, nun Dortmund, und Leverkusen ist ungefähr unser Niveau).

    Von der Schalker Vereinsführung wird uns spätestens seit der „Ära“ Magath erzählt, dass man den Verein konsolidieren will und dass man die Ausgaben senken möchte, ohne jedoch völlig auf sportlichen Erfolg zu verzichten. In meinen Augen gibt es für die finanzielle Konsolidierung zwei mögliche Wege. Entweder man senkt die Ausgaben und verzichtet dafür auch auf Einnahmen oder man versucht die Ausgaben auf dem heutigen Niveau zu halten und steigert gleichzeitig die Einnahmen.

    Ich denke jeder hier weiß, welchen Weg Schalke derzeit geht. Dieser Weg ist riskant, aber zum Teil auch nachvollziehbar. Im Schalker Kader tummeln sich einige Spieler, die gültige, gut dotierte Verträge mit dem Verein haben. Wird man diese nicht los oder will man sie nicht abgeben, muss man eben hoffen, dass der teure Kader auch Erträge abwirft. Weiterhin wird das Schalker Umfeld (Medien und Fans) sich mit Mittelfeldplätzen nicht zufrieden geben. Spielt Schalke eine gute Saison, besteht die Erwartung, dass die folgende Spielzeit mindestens genauso erfolgreich sein muss. Also rüstet man den Kader auf, um den Erfolg zu wiederholen, da die sportliche Führung weiß (denkt), dass sich der Erfolg mit einer unveränderten Mannschaft nicht wiederholen lässt (so geschehen im 2. Magath-Jahr). Schalkes Problem ist, dass man in Jahren in denen man nix erwartet hat, plötzlich am Limit und darüber hinaus spielte. Dies erzeugte dann entsprechende Erwartungen. Irgendwie erreicht Schalke so gut wie nie das Saisonziel, stattdessen gibt es entweder Ausreißer nach oben oder nach unten. Der Schalker Weg über die Einnahmen den Verein zu konsolidieren läuft leider nur nur mittelmäßig, da es mit dem teuren Kader bisher nie gelang, zweimal in Folge an der CL teilzunehmen. Dabei sind die CL-Einnahmen elementar wichtig für die Schalker Konsolidierung.

    Den anderen Weg, sich über die Ausgabenseite zu konsolidieren, ist unser geliebter Nachbar gegangen bzw. gegangen worden. Sportlichen Erfolg mit einem teuren Kader verpasst und schon war man nahe der Insolvenz. Bei allem Respekt für den Dortmunder Weg zurück an die Spitze, darf man aber nicht vergessen, dass es dort einige sehr sehr magere Jahre gab. Dortmund war in der Konsolidierungsphase mehrmals in akuter Abstiegsgefahr. Ein Abstieg hätte Dortmund das Genick gebrochen.

    Es ist eben so, dass das Leistungsniveau in der Bundesliga sehr sehr gleichmäßig ist. Dies ist einerseits sehr schön, da es spannende Spiele und Überraschungen ermöglicht. Auf der anderen Seite ist dies für die Topclubs (und da zähle ich Schalke dazu) auch gefährlich, da man seine sportlichen Zielen dadurch auch schnell verfehlen kann. Gehe ich also den jetzigen Schalker Weg, besteht das Risiko, dass man die internationalen Plätze (im Optimalfall CL) verpasst. Geht man den Dortmunder Weg des totalen Neuanfangs, findet man sich ganz schnell im Abstiegskampf wieder. Geht dieser Kampf mal schlecht aus, kann man sich für 10 Jahre von sportlichen Hochzeiten verabschieden.

  7. bernd sagt:

    „Eine Verletzung eines für nur noch 6 Monate ausgeliehenen Spielers reicht aus, um Transfers aller einigermaßen namhaften und nicht allzu fest in ihren Verträgen festgezurrten Spieler in Erwägung zu ziehen“

    Naja, gleichzeitig ist es ein Eingestehen, dass Obasi und Barnetta anscheinend nicht über die ausreichende Qualität verfügen. Ein Vetrauensbeweis ist es jedenfalls nicht.

  8. Matthias sagt:

    Sehr schön pointierte Zusammenfassung deiner Gedanken, die du in den letzten Artikeln und Kommentaren immer mal wieder hast aufblitzen lassen. Der „arme FC Bayern“ trifft den Nagel in der Tat auf den Kopf.

    Um das Modell weiter zu vereinfachen gibt es generell nur zwei Arten von Vereinen in der Bundesliga: Die, die den Erfolg brauchen und die, die den Misserfolg ebenfalls als Option einkalkulieren und sich durch die Angst davor nicht treiben lassen. Zu den letztgenannten gehören Clubs wie Freiburg und Mainz. Nur diese gelassene Herangehensweise, einen Abstieg nicht als worst case ansehend sondern als Verbleib im Profi-Fußball erkennend, ermöglicht es, wirklich kontinuierliche Arbeit zu leisten.

    Es „gelingt“ immer mal wieder anderen Clubs, in diese Gesinnungshaltung zu kommen. Meistens durch einen vorherigen Abstieg. So hat Frankfurt durch den Gang in die zweite Liga eine Rosskur erfahren, die sie auch bei einem etwaigen schlechteren Abschneiden in der Rückrunde nicht in Panik verfallen lassen wird. Oder Bayer Leverkusen, die losgelöst von sämtlichen finanziellen Verpflichtungen je nach Laune mal den einen und mal den anderen Weg ausprobieren können.

    Aber früher oder später – zumeist befeuert durch vorherige Erfolge und/oder eine Invesition in ein Stadion – fallen alle wieder in die alten Handlungsmuster zurück. Alle! Auch Dortmund hat sich mittlerweile wieder ein schönes Pöstchen angefrühstückt, dass sie zur Not auch durch Reaktionen (statt Aktionen) verteidigen werden. Spätestens dann wenn aktuelle Leistungsträger gehen und die Fans/Medien sowie die Tabelle sich eben nicht mehr mit einem No-Name aus der zweiten polnischen Liga zufrieden geben.

    Schalke bezahlt aktuell den Preis für zehn herausragend erfolgreiche Jahre. In diesen zehn Jahren ist es jedoch nicht gelungen, sich einen Status zu erarbeiten, der den Verein auch zwei, drei Jahre ohne internationalen Fußball überstehen lässt. Bereits ein Flop-Transfer oder eine unbedachte Vertragsverlängerung zu den Wunschkonditionen des Spielers lässt den Verein merklich in die Knie gehen, wenn der gewünschte Erfolg am Saisonende ausbliebt.

    Horst Heldt allein dafür verantwortlich zu machen halte ich für ein bisschen ungerecht. Ja, seine öffentlich angekündigte Suche nach einem Spieler, der Schalke „zu sofort“ weiterbringt, erinnert an die übelsten Paniktransferzeiten und Müller/Slomka. Aber er hat Schalke nicht in diese Spur gebracht, in der der Verein seit Jahren schlittert. Um die Karre aus diesem festgefahrenen Weg zu befreien braucht es mehr als nur Konituität. Es braucht auch eine Portion Glück. Oder zumindest eben kein Pech. Ich glaube schon, dass Heldt Schalke ursprünglich mal auf einen anderen Kurs bringen wollte und dafür auch einen Plan hatte. Wären die letzten vier Wochen vor der Winterpause auch nur annähernd normal verlaufen, hätte er daran festhalten können. Doch durch gefühlt 20 Niederlagen in Folge wurde auch er zum Getriebenen. So gesehen: Jetzt ist er einer von uns.

  9. derGrafschafter sagt:

    Torsten, eine klasse beschreibung unseres dilemmas.
    wir müssen uns alle umgewöhnen, weniger ist mehr. weg von diesen wahnsinns-gehältern.das leitbild (kumpel – und malocherclub) muss
    man auch leben (wollen).
    heldt hat keinen eigenen plan, er läßt sich vor irgendwelche karren spannen, statt die wahrheit über die finanzen zu sagen, werden wieder
    irgendwelche unsinnigen transfers in der winterpause getätigt.
    vor ein paar jahren war es müller mit streit, großmüller, sanchez
    etc etc.grauenhaft. welcher schalker würde ein konzept mit jungen
    spielern und mal platz 8 nicht mittragen?
    aber nein, es muss ja die cl sein. jetzt wäre es besser gewesen,
    heldt hätte holtby und huntelaar in der wüste gelassen, wäre über paderborn nach hause gefahren und hätte unseren stürmer hoffmann mit nach
    hause genommen. dazu die spieler gebracht. die unsere a-und b-junioren schon heute nach oben schiessen.
    aber nein, er fliegt lieber mal kurz in die ukraine.vielleicht braucht
    er ein visum?
    glück auf

  10. Detlef sagt:

    Alles verdammt richtig. Ich möchte nur eins kurz anmerken. Wir hatten einen Trainer der die Mannschaft und den ganzen Verein sportlich hätte formen können, nur wurde Ralf Rangnick leider krank und konnte sein Werk nicht fortführen.
    Ich hätte mir damals gewünscht, dass man ihm Zeit gibt und ihn wiederholen würde, aber da war RB leider schneller.

    Ich hoffe nur, dass es keinen Wintertransfer geben wird, aus was für Gründen auch immer. ich nehme alles von defektem Faxgerät bis fehlender Übersetzung von Ruhrpotdeutsch über Kisuaeli ins Portugische.
    Der Kader ist in meinen Augen Bundesligatauglich und nur der Ausfall von ein oder 2 Spielern ändert daran nichts.

  11. Ney sagt:

    Affelay verletzt, Barnetta und Obasi bisher keine
    Alternativen, Holtby in Gedanken in England.

    Bleiben aktuell Draxler und Farfan.

    Welcher Jugendspieler soll denn im offensiven
    Mittelfeld die Lücke(n) füllen?

  12. eakus1904 sagt:

    derGrafschafter sagt:

    14. Januar 2013, 12:12 Uhr
    etc etc.grauenhaft. welcher schalker würde ein konzept mit jungen
    spielern und mal platz 8 nicht mittragen?

    Na,ziemlich viele, oder wie erklärst du sonst die Pfiffe und Unmutsäußerungen beispielsweise gegen Matip?

  13. Aquii sagt:

    als ich das von der Verletzung und der nun angestrebten Verpflichtung eines neuen Spielers hörte, schoss es mir nur durch den Kopf: nicht noch ein neuer Obasi…

  14. McP sagt:

    Wenn man auf das Makrobild des Fußballs schaut, sind es doch herrliche Zeiten für Bundesligamanager. Große Teile Europas sind in einer Finanz- und Wirtschaftskrise mit entsprechenden Auswirkungen auf die Budgets der Vereine. Fast überall werden Spielergehälter abgebaut, speziell auch in Italien und Spanien (unterhalb der beiden Großen). Konkurrenten um gute Spieler sind hauptsächlich die englischen Vereine (wo demnächst selbst der Letzte noch knapp 80 Mio aus dem Fernsehdeal bekommt), wo es aber schwierig ist. Allerdings wird nicht jeder Spieler nach England gehen, weil es dort schwierig ist, in die Championsleague zu kommen. Nach Russland mögen viele nicht und die Scheichvereine kaufen in einer anderen Qualitätslage als Schalke.

    Kurz gesagt, herrliche Zeiten, um für weniger Geld mehr Qualität in die Bundesliga zu bekommen Letztlich auch ein Grund, warum auf einmal Vereine mit vergleichsweise kleinen Budgets mit guten Spielern nach oben drängen. Gemessen an den Möglichkeiten ist mir die Kaderpolitik viel zu wenig kreativ und zu teuer sowieso.

    Mit der richtigen Kommunikation kann man den Zuschauern sicher auch einiges begreiflich machen. Aber solange man einen sauteuren Kader hat, kann man erzählen was man will. Es wird dann immer sportlicher Erfolg und guter Fußball erwartet.

  15. Rolf sagt:

    Zurzeit wird aber vieles kritisch gesehen, was vorher noch positiv bewertet wurde. Vor nicht allzulanger Zeit wurde gerade die 2. Garde in den Medien für gut befunden, insbesondere als die Verletztenliste noch überschaubar war und die Erfolge vorhanden waren. Ich denke die neuere Entwicklung lässt sich nur insgesamt begreifen. Zunächst kam der überraschende Weggang von Rangnick, der es unter Umständen möglich gemacht hätte, dass man langfristig etwas aufgebaut hätte. Der Weggang kam zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, der es nicht möglich machte so kurzfristig einen vergleichbaren Trainer zu verpflichten. Mit Stevens hat man jemanden verpflichtet, der wieder Ruhe hat einkehren lassen und ein Erfolg sich eingestellt hat, der sicherlich viele in der Form überascht hat. Man hat versäumt zu Beginn der Saison für klare Verhältnisse zu sorgen. Daher war es klar, dass im Mißerfolgs-Fall die Medien das Thema aufgreifen würden. Ähnliches wäre auch in München passiert, wenn der Erfolg ausgeblieben wäre.
    Den einzigen Fehler, den man Heldt ankreiden kann ist, dass man Stevens nicht das eine Pokal-Spiel gegeben hat, um ihm einen würdigen Abgang zu ermöglichen. Alternativ hätte man die Co-Trainer das Pokal-Spiel in die Verantwortung nehmen können, um in der Winterpause in Ruhe den Trainer-Markt sondieren zu können. Ich kann auch nicht erkennen, worin das Problem zu sehen ist, wenn man einen verletzungsbedingten Ausfall versucht durch eine Leihe zu kompensieren; hierdurch wird auch kein Hü mal Hotte praktiziert, sondern ein vorübergehender Misstand korrigiert, der eben nicht planbar ist.

  16. RJonathan sagt:

    Was wäre also der richtige Weg?

    Ich fand die Entlassung von Stevens nicht so schlimm. Weil man auch etwas ungeplant an ihn geraten war. Rangnick war der neue Weg. Und der ist leider weggebrochen. Dass Hotte jetzt in der Trainerfrage auf null zurücksetzt ist doch nicht inkonsequent.

    Und zu Afellay: der hat nur eine halbe Saison gespielt, das heißt es dürfte einige Kohle (Gehalt/Versicherung) gespart werden. Dass man die jetzt in die Rückrunde investiert finde ich auch nicht so dramatisch. Kommt aber drauf an wie. Der Deal steht ja noch aus.

  17. Torsten sagt:

    Danke für die Kommentare und sorry, dass ich mich bislang nicht beteiligt habe. Mich hat vermutlich irgendein Virus erwischt und ich habe heute nur schlapp auf der Couch herumhängen können. Sobald es mir etwas besser geht, hoffentlich morgen, werde ich noch auf die einzelnen Anmerkungen eingehen.

  18. Frank aus Rheinhessen sagt:

    ……agiert wie ein armer FCB oder wie ein Angeber mit dickem Schlitten, der aber immer nur für 20€ tanken kann und für regelmäßige Inspektionen auch kein Geld hat.

    Danke Torsten, sehr gut auf den Punkt gebracht.

    Ich war so frustriert über den Verlauf der letzten Wochen, dass ich das Freiburg Spiel und das Pokalaus gegen Mainz, sowie die Entlassung von Stevens einfach schon vorher als gegeben hingenommen habe. Das wieder einsetzende Theater der eigenen Fans und in der Presse, dass sich immer zu üblen Herzjagden hochschaukelt, ist einfach erbärmlich. Garniert wird das Ganze durch ausgeplauderte Internas, was dann zu kompletten Chaos mutiert. Manchmal schäme ich mich fremd dafür. Ich war dankbar für die Winterpause, aber das Gezeter hat spätestens nach dem 5:0 wieder eingesetzt.
    Trotzdem, Freitag geht’s nach GE und dann werden wir sehen, wie unsere Truppe die Sache angeht. Ich blende alles vor der Winterpause aus, höre den Dauernörglern im Block nicht zu und mache mir mein eigenes Bild NACH dem Spiel.

  19. stollengewitter sagt:

    Klasse Beitrag Torsten, genau darüber hab ich mir in letzter Zeit sehr viele Gedanken gemacht und kam zu einem ähnlichen Ergebnis. Gute Besserung

  20. matz sagt:

    In der Reihe der Verantwortlichen für den heutigen Zustand des S04 – Assauer, Schnusenberg, Peters, Müller, Tönnies, Slomka, Rangnick, Stevens, Rutten, Magath, Fans – liegt Hotte Hü noch auf den hinteren Plätzen. Aber er holt auf.

  21. Nick sagt:

    Tolle Analyse, Torsten! Da hast du die Kräfteverhältnisse und Funktionsweisen der großen deutschen Vereine wirklich auf den Punkt gebracht. Meiner Meinung nach würde Schalke ja ein personeller Neuanfang auf allen Ebenen am meisten helfen – ehrlich!

  22. blues sagt:

    @Frank aus Rheinhessen

    „…höre den Dauernörglern im Block nicht zu und mache mir mein eigenes Bild NACH dem Spiel.“

    Viel Glück am Freitag. Für den „Dauernörgel“ gibts jetzt aber noch ein „Denkblockadenfan“ zurück!

    Apropos schöne, heile Profifussballwelt. Wenn der Radrennfahrer Armstrong die kommenden Tage über Doping und EPO ein ganz klein wenig auspackt,kommt dann das Thema Doping auch in Bezug auf den Profifussball wieder hoch?

    Unvorstellbar? Google: zidan turin epo

  23. Torsten sagt:

    Horst Heldt allein dafür verantwortlich zu machen halte ich für ein bisschen ungerecht. Ja, seine öffentlich angekündigte Suche nach einem Spieler, der Schalke “zu sofort” weiterbringt, erinnert an die übelsten Paniktransferzeiten und Müller/Slomka.(Matthias)

    Horst Heldt ist nun der, der handelt, und auch der, der am lautesten tönt. Insofern steht er im Fokus. Aber alleine verantwortlich machen will ich ihn sicher nicht. Wie ich oben auch schon schrieb, sehe ich ihn „in der Tradition des Handelns seiner Vorgänger Andreas Müller und Felix Magath; in Schalkes Tradition“.

    Das Geheimnis des Erfolgs von Jürgen Klopp ist nicht nur in den ursprünglichen finanziellen Nöten zu suchen, er ist auch ein Trainer mit … (elbdeichrutscher)

    Da hast Du vollkommen recht. Es gab einige Stellen in diesem Text, die ich zunächst ausführlicher beschrieben, dann aber wieder gekürzt habe, da der Beitrag zu lang zu werden drohte. Deshalb beließ ich es bei der Bemerkung, dass ich Klopp für den besten Trainer der Liga halte. Die Tatsache der finanziellen Nöte waren im Nachhinein für Dortmund Glück im Unglück und für Klopp nur der Vorteil, dass er einigermaßen befreit neu gestalten konnte. Dass soll die Leistung nicht schmälern.

    Das ist nämlich der signifikante Unterschied zu unseren schwarz-gelben Nachbarn. Dort wusste man genau, dass fast das letzte Stündlein des Vereines, äh der AG geschlagen hatte. […] Genau diese Ruhe fehlt auf Schalke. Alles spricht jetzt vom besten Saisonstart und was dann daraus geworden ist. Aber was war den während des “besten Starts aller Zeiten”?? Genau, man moserte in Foren und in Blog-Kommentaren über die mangelnde spielerische Leistung und im Stadion wurde der Torwart ausgepfiffen. (eakus1904)

    Mosernde Fans gibt es in jedem Stadion und in jedem Forum. Das ist beileibe kein Schalker Phänomen. Der „signifikante Unterschied“ wird aber eben auch gut dargestellt: Dortmund musste a.G. der finanziellen Nöte eine Weile ganz kleine Brötchen backen. Das war für die Fans nachvollziehbar, der Weg wurde mitgegangen. Schalke sagt, dass man auf Grund der finanziellen Nöte sparen müsse, backt aber die aufgeplustertsten Brötchen der Liga, zahlt Kampfgehälter und trägt den Anspruch, stets ganz vorne mitzuspielen. Normal ist das nicht.

    Ich möchte nur eins kurz anmerken. Wir hatten einen Trainer der die Mannschaft und den ganzen Verein sportlich hätte formen können, nur wurde Ralf Rangnick leider krank und konnte sein Werk nicht fortführen. (Detlef)

    Ja, ich denke auch, dass Ralf Rangnick das gekonnt hätte. Aber wie oben ausgeführt, ich befürchte, dass auch der beste Trainer auf Schalke auf Grund des Erfolgsdrucks zu wenig Rückendeckung erhalten wird, um Schwächeperioden zu überleben und nachhaltig wirken zu können.

    Zurzeit wird aber vieles kritisch gesehen, was vorher noch positiv bewertet wurde. Vor nicht allzulanger Zeit wurde gerade die 2. Garde in den Medien für gut befunden, insbesondere als die Verletztenliste noch überschaubar war und die Erfolge vorhanden waren. […] Den einzigen Fehler, den man Heldt ankreiden kann ist, dass man Stevens nicht das eine Pokal-Spiel gegeben hat […] Ich kann auch nicht erkennen, worin das Problem zu sehen ist, wenn man einen verletzungsbedingten Ausfall versucht durch eine Leihe zu kompensieren; hierdurch wird auch kein Hü mal Hotte praktiziert, sondern ein vorübergehender Misstand korrigiert, der eben nicht planbar ist. (Rolf)

    Meines Erachtens zeigst Du mit Deinem Kommentar eben sehr genau auf, worin das Hü und Hotte besteht: Letzte Saison hatte man Julian Draxler für links. Dann kamen Barnetta, Obasi und Affelay dazu. Nun ist Affelay verletzt und Schalke braucht Ersatz für diese Position? Wofür zum Geier hat man Barnetta und Obasi denn verpflichtet, wenn man ihnen nichts zutraut? Ja, erst wurde vieles positiv bewertet was nun kritisch gesehen wird: Und zwar von Horst Heldt selbst, seine Einkäufe.
    Das gleiche in Grün fand auf der Torhüterposition statt. Ralf Fährmann wurde gekauft, ihm wurde das Trikot mit der Nummer 1 gegeben, und zwei Tage später wurde er von Horst Heldt demontiert in den verkündet wurde, dass man auf jeden Fall noch eine echte Nummer 1 und somit einen Konkurrenzkampf haben wolle. Gab es so was beklopptes in der Bundesliga zuvor schon mal?

  24. matz sagt:

    Erinnere ich mich falsch oder hatte Rangnick nicht Vorbehalte gegen Fährmann?

  25. Rolf Oebel sagt:

    In der Torhüterfrage ist die Außendarstellung extrem schlecht gewesen. Das gilt für den Trainer und das gilt in gleicher Weise auch für Horst Heldt. Interessanterweise gilt dies auch für Keller, der ebenfalls ein offenes Rennen bis zum Rückrundenstart proklamiert hat. Letztendlich deutet das aber auch darauf hin, dass dort die Qualität nicht ausreichend ist, sonst würde man das nicht immer infrage stellen. Inwieweit die Qualität von Obasi bzw. Barnetta als ausreichend anzusehen ist, muss abgewartet werden. Hier hat es Stevens versäumt in der funktionierenden Phase des Spiel bzw. in den Erfolgsphasen ihnen Einsatzzeiten einzuräumen. Hinzu kam, dass Obasi verletzungsbedingt nie in den Spielrhythmus gekommen ist. Ic finde mit wenigen Ausnahmen geht Heldt produktiv mit der finanziellen Situation um. Die Entschlackung des Kaders bietet zum jetzigen Zeitpunkt den jungen Spielrn die Chance auf Einsatzzeiten. dies wäre bei einem aufgeblähten Kader nicht möglich gewesen. Und da dürfte man voraussichtlich mit Keller jemanden verpflichtet haben, der in dieser Hinsicht ein gutes Auge und Ansprach bewiesen hat. Ich wünsche mir jedenfalls keine Schnellschüsse, sondern ein überlegtes Handeln, was die kommenden Transfers anbetrifft.

  26. RWDJojo sagt:

    In der Torhüterfrage ist die Außendarstellung extrem schlecht gewesen. Das gilt für den Trainer und das gilt in gleicher Weise auch für Horst Heldt. Interessanterweise gilt dies auch für Keller, der ebenfalls ein offenes Rennen bis zum Rückrundenstart proklamiert hat. Letztendlich deutet das aber auch darauf hin, dass dort die Qualität nicht ausreichend ist, sonst würde man das nicht immer infrage stellen.

    Das Gehampel mit den Torhütern ist keine Frage der ausreichenden Qualität. Das Problem ist, dass alle drei die gleiche Qualität haben. Ob diese Qualität für Schalke ausreichend ist oder nicht, ist dann wieder eine andere Frage.

    Inwieweit die Qualität von Obasi bzw. Barnetta als ausreichend anzusehen ist, muss abgewartet werden.

    Obasi ist trotz seiner Verletzungen eine absolute Enttäuschung. Sorry, aber bei ihm fehlt mir der Glaube, dass die schwachen Leistungen nur durch Verletzungspech und mangelnde Spielpraxis zu begründen sind. Barnetta hingegen sollte man noch etwas Zeit geben. Barnetta konnte zwar bisher nicht überzeugen, hat aber in der kurzen Spielzeit in meinen Augen ganz passabel gespielt. Den würde ich gerne mal längere Zeit am Stück sehen wollen!
    Die jetzt feststehende Verpflichtung von Raffael scheint aber kein Vertrauensbeweis an die beiden zu sein. Denn eigentlich hat Schalke mit den beiden theoretisch genügend Alternativen, um Affelay zu ersetzen.

  27. Torsten sagt:

    Die jetzt feststehende Verpflichtung von Raffael scheint aber kein Vertrauensbeweis an die beiden zu sein. Denn eigentlich hat Schalke mit den beiden theoretisch genügend Alternativen, um Affelay zu ersetzen.

    Raffael kann Afellay nicht ersetzen. Raffael gibt den klassischen 10er oder eine hängende Spitze, Ibrahim Afellay hat bei uns immer nur auf Außen gespielt.

  28. eisenschleuder sagt:

    Sehr schön geschrieben. Ich stimme auch in vielen Punkten überein.

    Einzig möchte ich vorschlagen sich den neuen Trainer mal ganz genau anzuschauen. Dass sie unerfahrene Knitten seien, wurde auch nahezu allen großen Trainern irgendwann mal vorgeworfen. Nun muss JK kein großer Trainer sein, aber die Möglichkeit, dass das ein richtig guter ist, kann man doch derzeit eben auch noch nicht ausschließen. Und wenn er sich als Flachschüppe erweist mögen wir ja alle den Stab über ihn und HH brechen, aber hier pessimistisch vorzugreifen, weil die Presse nicht stimmt, ist doch auch nicht richtig. Ich bin super gespannt was der Rest der Saison so bringt und freu mich drauf. Glück auf!

  29. blues sagt:

    (OT) Schalker Routenpunkt „Katar“. Unglaublich, was 200 Millionen Euro, Aspire und Paris Saint-Germain, was eine Dreiviertelmillion Jugendspieler und der Sportkanal von Al Dschazira mit Katar zu tun haben.
    Warum Schalke bei diesem Riesenrad, das in der Wüste von Katar gedreht wird, schon zum zweiten Mal dabei war, wird erst verständlich, wenn man den gut recherchierten Artikel bei faz.net liest. Für mich bisher kaum vorstellbare Dimensionen des Profifussballs. Glück auf.

    http://www.faz.net/aktuell/spo.....22188.html

  30. Torsten sagt:

    Was wäre also der richtige Weg? (RJonathan)

    Auf diese direkte Frage hatte ich noch nicht geantwortet, sorry.
    Grade bezüglich der genauen finanziellen Lage fehlt es mir natürlich an Hintergrundwissen, um diese Frage tatsächlich klar zu beantworten. Für mich persönlich fühlte es sich gut an, als es in der ersten Magath-Saison so aussah, als würde man auf große Einkäufe verzichten. Für mich fühlte es sich wieder gut an, als Rangnick kam und ihn mir die Hoffnung wuchs, Schalke würde mit verbessertem Scouting nach jungen Spielern suchen, welche Rangnick zu formen imstande wäre.

    Natürlich habe ich Raúl genossen und Huntelaars Torrekord bejubelt, aber mir persönlich wäre es lieber, wenn Schalke keine solche Stars und Spitzengehälter bezahlen würde.

    Selbstverständlich verzichte ich auch nicht freiwillig gerne auf fußballerische Qualität, aber meines Erachtens würde das Schalke 04 wieder glaubwürdiger werden lassen, „stimmiger“. Ich selbst leide ja persönlich nicht allzu arg unter dem Verdacht, dass die Schalker Finanzen vielleicht doch wieder nicht so dolle aussehen könnten. Aber mir geht sehr deutlich diese „Unstimmigkeit“ auf den Sack.

    Die Schalker Gehälter sind zum Konsolidierungsvorhaben ebenso unstimmig wie eine Kaderzusammensetzung, in der „Billigeinkäufe“ wie Höger und Uchida ebenso tragende Rollen spielen wie Huntelaar und Farfán. Einerseits Kumpel- und Malocherclub-T-Shirtaufdrucke, andererseits Eintrittspreissteigerungen die einen erblassen lassen. Ach, es ließe sich noch so viel aufzählen, es wurde aber auch alles irgendwo schon gesagt und ich denke Du weißt, was ich damit meine.

    Für jedes Stückchen zurückschrumpfen in eine klarere, nachvollziehbarere und „geerdeterere“ Clubführung wäre ich dankbar. Weniger auf dicke Hose machen, mehr Ruhrgebiet, gelebt, nicht nur als Image.

  31. Jan sagt:

    Wenn es nicht mit dem Teufel zugeht und http://spielverlagerung.de/201.....ntomkrise/ recht hat, dann wird der Rückrundenstart die Probleme wieder überdecken um dann am Ende wieder vor dem selben Scherbenhaufen zu stehen wie nach der Hinrunde.

  32. Philipp1234 sagt:

    Keine Frage, Hannover, Fürth und Augsburg stehen jetzt nicht gerade oben in der Tabelle…

    Obasi muss rechts spielen, da spielt er auch weniger schlecht.
    Barnetta habe ich noch nicht aufgegeben. Aber wäre schon okay, wen in der Rückhand zu haben. Noch geht das ja!

    Ja, wir sind zum Erfolg verdammt. Nach der Verlängerung Huntelaars sowieso…

  33. Ney sagt:

    Hannover steht bloß 2 Punkte hinter Schalke.

  34. ChrisW sagt:

    Daß die Klopp-Story ohne den Beinahe-Crash nicht möglich gewesen wäre, sehe ich seit langem ganz genauso. Klopp war ja auch nicht von Anfang an gleich erfolgreich, aber die schlechte Lage dämpfte wohl alle Erwartungen auf ein reales Niveau. Hier hat der (leider verkehrte) Verein eine seltene Fügung des Schicksals erfahren, als nahe der Stunde Null ausgerechnet der gut passende Fußballvisionär verpflichtet wurde.

    Hatte damals sofort gedacht, ‚na wäre der Klopp nicht was für uns‘, ein besessener Arbeiter, positiv fußballbekloppt, bei Mainz mit Erfolgsausweis, aber dachte im nächsten Moment, ‚ach nee, bei uns wird der in Nullkommanix zerrieben‘.

    Muß Schalke etwa auch erstmal fast kaputtgehen, bevor sich was in unseren Köpfen zum besseren wendet? Ich fürchte das würden wir nicht überleben. Weil selbst dann noch immer zuviele Mitredner vorhanden wären, die alles besser wüßten und meinten, sie müßten nun den Verein mit ihrer exklusiven Weisheit retten.

    Unser Problem ist zu wenig Disziplin von oben auf der operativen Ebene. Wie ebenfalls genannt, bei Bayern regiert Hoeness, ersatzweise der nicht minder respektierte Rummenigge. Wer da aus der Reihe tanzt, kriegt saures. Das wird seit Jahrzehnten so gelebt und konserviert. Und die praktizierte Ungeduld natürlich auch.

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