Nicht mehr Spiel, aber endlich mehr Sieg

Schalke 04 gewinnt mit 2:1 gegen Fortuna Düsseldorf und allenthalben wird ein Aufatmen beschrieben. Dabei war dieses Spiel ganz sicher kein „Befreiungsschlag“, dafür war die Leistung nicht gut genug. Ein Spiel wie so viele in der letzten Zeit, nur dass am Ende eben ein Sieg stand. Vielleicht sollte man aber sogar grade deshalb besonders laut jubeln.

Schalke hatte in der ersten halben Stunde 80% Ballbesitz. Der Ball lief recht flüssig in den eigenen Reihen. War er mal beim Gegner, wurde er flott zurückerobert. Schalke wollte Druck machen, das war zu sehen. Düsseldorf wollte zunächst mal den eigenen Strafraum verteidigen, auch das war offensichtlich.

Aus derart viel „Ballzeit“ machte Schalke allerdings erschreckend wenig. Es war nicht so, dass das 1:0 ständig in der Luft lag, dass es quasi nur eine Frage der Zeit war, was man meinen konnte, wenn man nach dem Spiel die Verantwortlichen und auch viele Fans von dieser ersten Halbzeit schwärmen hörte. Schalke war doch sehr häufig nach Ballgewinnen zu langsam, verhedderte sich wieder und wieder in Einzelaktionen.

Natürlich war das 1:0 hochverdient, und hätte Schalke so weitergespielt wie zu Beginn, man hätte wohl wirklich von einer Steigerung gegenüber den letzten Spielen reden können. Doch ziemlich genau mit dem Führungstreffer war’s auch schon vorbei. Fortan spielte Schalke wieder so wie zuletzt. Eben nur bemüht.

Nach wie vor passte einfach sehr vieles nicht zusammen, bei den Blauen. Jermaine Jones überzeugte mit Kampfkraft und „Machergeist“, zu häufig war er allerdings Roman Neustädter keine Hilfe, und der ist seit geraumer Zeit neben der Spur. Die einzige Alternative für diese Position ist Marco Höger, der derzeit den Rechtsverteidiger geben muss. Das macht er ganz gut, ebenso wie Sead Kolasinac einen ordentlichen Linksverteidiger abgibt. Gegen Düsseldorf schafften es aber beide nicht so recht, ihre offensiven Vorderleute Bastos und Farfán geeignet zu unterstützen.

Schalke wirkt defensiv weiterhin anfällig. Wenn der Gegner zielstrebig durch die Mitte nach vorne spielt, hat ganz Schalke Bammel. Nicht nur die Mannschaft, auch die Fans, vermutlich auch der Trainer und der Manager, ich denke das geht rauf bis zu Herrn Tönnies’ Platz auf der Tribüne. Zum Glück suchte Düsseldorf sein Heil nicht allzu couragiert in der Offensive und zum Glück hatte auch Benni Höwedes wieder einen besseren Tag als zuletzt in Istanbul.

Schalke spielte nicht toll, aber der Wille zum Sieg war da, trotz schwindender Kräfte nach dem Champions League-Spiel unter der Woche. Auf dem Rasen hatte es später kaum Auswirkungen, aber die Einwechslung des offensiven Max Meyer für den defensiven Roman Neustädter war doch ein gutes Zeichen. Es wurde nicht erspielt, es war vielmehr ein verunglückter Abschlussversuch von Michel Bastos, der den Ball zu Joel Matip brachte, aber es war eben doch das goldene Tor des Tages.

Solche Spiele machen am Saisonende den Unterschied. Diese Schalker Mannschaft ist nicht stark genug, um sich viele Siege durch dominantes Spiel zu „sichern“, das war auch in der Saisonstartrekordphase zu Saisonbeginn nicht so. Schalke spielt viele Spiele, in denen am Ende eine geglückte Szene, ein entscheidender Zweikampf, manchmal der größere Wille und manchmal auch nur ein bisschen Massel über Sieg und Niederlage entscheiden. In diesem Bewusstsein gilt es meines Erachtens, einen solchen Sieg besonders laut zu bejubeln, nachdem man jüngst erfuhr, wir häufig so was auch schiefgehen kann.



33 Kommentare zu “Nicht mehr Spiel, aber endlich mehr Sieg”

  1. Die Bundesligaschau für Montag, den 25.02.2013 | Fokus Fussball sagt:

    […] Torsten Wieland sieht keinen Befreiuungsschlag, aber Grund zu jubeln. Dabei war dieses Spiel ganz sicher kein „Befreiungsschlag“, dafür war die Leistung nicht gut genug. Ein Spiel wie so viele in der letzten Zeit, nur dass am Ende eben ein Sieg stand. Vielleicht sollte man aber sogar grade deshalb besonders laut jubeln. […]

  2. Don Altobello sagt:

    Ich habe mich nicht nur über die 3 Punkte gefreut, sondern insbesondere, dass die Tore von Matip erzielt wurden, der in beiden Situationen wie ein gelernter Stürmer an der exakt richtigen Stelle stand. Ich hoffe, dass die Matip-Basher verstummen. Ich fürchte nur, nach der nächsten mäßigen oder gar schlechten Leistung geht das wieder von vorn los.

  3. Matthias sagt:

    Für Matip hat es mich unglaublich gefreut. Ständig wird gemeckert, Schalke solle doch mal auf Eigengewächse setzen und den Jungen eine Chance geben. Doch dann wird ausgerechnet der, der genau dieses Anforderungsprofil perfekt erfüllt, als Alleinverantwortlicher ausgemacht. Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft ich in den letzten Monaten den Pauschalvorwurf „Matip fehlt jegliches Bundesligaformat“ lesen oder hören musste. Dieses Format – und ganz oft auch ein wenig mehr – hat er in den letzten Jahren mehr als einmal beeindruckend unter Beweis gestellt. Tore zu schießen ist nicht sein Job, aber das Erfolgserlebnis wird ihm helfen, auch in der Defensive wieder zu alter Stärke zurück zu finden und weiter zu wachsen.

    Und darüber hinaus ist Matip auch ein wirklich sehr netter, bescheidener, leicht schüchterner Junge. Ich durfte ihn in den letzten Jahren ein paar Mal persönlich treffen und war richtiggehend stolz darauf, dass wir einen solchen Knaben in unseren Reihen haben. In Zeiten, in denen jeder Jung-Kicker sich mit eigenen Schuh-Kreationen schmückt, alle zwei Wochen die neueste total abgefahrene Frisur präsentiert oder Jubelposen vor dem Spiegel übt, um sie dann bei Facebook hochzuladen ist Matip ein erfrischend natürlicher Jung-Millionär. Um so mehr tat mir die Schärfe der Kritik weh, die schon längst die Ebene der Beleidigung erreicht hatte.

    Für mich war’s am Samstag allein deshalb ein echtes Wohlfühl-Spiel.

  4. Klopenner sagt:

    @Matthias: man muss natürlich bei der „Kritik“ an Matip auch etwas differenzieren. Es gibt die echten Kritiker und die „falschen Kritiker“. Die Falschen kommen aus dem Niedermachen gar nicht mehr raus und sehen in jedem Spieler mit schlechter Leistung das Problem.
    Die echten Kritiker stellen die Leistung des Spielers in den Vordergrund ohne den Spieler als solchen negativ zu bewerten.
    Wenn irgendjemand Matip das Bundesligaformat absprechen möchte, kann man direkt merken, wie unsachlich das ist. Matip ist sicher kein Weltklassespieler, aber Bundesliga tauglich ist er allemal. Ich selbst würde mich nicht als Freund von Matip bezeichnen und bin auch mit seinen Leistungen nicht einverstanden gewesen. Ob mir das urteilen überhaupt zusteht, ist sicher zweifelhaft, aber dennoch hätte Matip in den letzten Spielen auch eine Pause nötig gehabt – nicht weil er körperlich nicht fit war – sondern weil sein Spiel uns Punkte geraubt hat. Genauso war es mit Unnerstall, zuletzt mit Fuchs und ganz aktuell mit Neustädter.
    Allesamt sind hervorragende Fußballer, nicht umsonst spielen alle in der Bundesliga. Der höchsten Klasse im deutschen Fußball.
    Natürlich muss ein Trainer auch mal an Spielern festhalten, um sie wieder aufzubauen, wenn der Zeitraum aber immer länger wird, die Verunsicherung beim Spieler nicht abnimmt und die Fans dazu noch unruhig werden, dann wäre es definitiv an der Zeit für einen Wechsel gewesen. So wie jetzt bei Fuchs. Und auch Neustädter steht komplett neben sich, und sollte mal zu einer Zwangspause von mehr als einem Spiel verdonnert werden. Jeder Spieler hat mal solche Phasen, aber man kann eben nicht immer an ihnen festhalten und sie „durchschleppen“. Dafür ist unsere Mannschaft nicht stabil genug.

    Diese Kritik richtig sich aber nicht an den Spieler persönlich, sondern an seine Leistung.

    Am Spiel gegen Düsseldorf gibt es sicher auch ne Menge zu kritisieren, an Matip diesmal nicht. Hoffe der Junge kommt wieder in die Spur. Die zwei Tore sollten ihm Auftrieb und Sicherheit zurückbringen, die er dringend benötigt hat.

  5. Torsten sagt:

    Ich glaube ja nicht, dass Zwangspausen zu verdonnern ein Allheilmittel ist. Vor allem aber kann man Neustädter keine Zwangspause verdonnern, weil Keller keinen Spieler hat, den er dort aufstellen könnte. Am Samstag saß für den Fall einer Verletzung Billy Pliatsikas auf der Bank. Ohne ihm was zu wollen, ein echter Ersatzmann ist er nicht.

    Ebenso unpassend finde ich die Aussagen in Richtung „jetzt hat Matip es seinen Kritikern gezeigt“ (oder die derbere Jones-Variante). Ich gönne ihm die zwei Tore und das Erfolgserlebnis sehr, aber kritisiert wurde ja nie, dass er nicht treffen würde, sondern dass er zu häufig als (vor)letzter Mann Fehlpässe im Spielaufbau produzierte.

    I don’t judge a defender on how many goals he scores

    .. twitterte Didi Hamann kürzlich. Dem stimme ich zu. Insofern sind Joel Matips ordentlichen Innenverteidiger-Leistungen gegen Galatasaray und Düsseldorf positiv „to judge“.

  6. Klopenner sagt:

    Natürlich sind Zwangspausen kein Allheilmittel. Was ist schon ein Allheilmittel?

    Das Problem der mangelnden Alternative ist dem System ein wenig geschuldet. Man hätte auch Raffael von Beginn an bringen können, auf der Neustädter Position. Ob das besser ist, weiß man selbstverständlich vorher nie, aber soviel schlechter kann es auch nicht sein. Zu Not kann man in der 2.HZ immer noch „korrigieren“, zu einer HZ sollte die Verfassung von Raffael wohl reichen. Den Versuch ist es meiner Ansicht nach wert, zumal sich die Fehler im Aufbauspiel von Neustädter häufen und auch zu Gegentoren führen.
    Besonders nach dem Gegentor hat er das Spiel überhaupt nicht mehr beleben können. Er hat eigentlich nur noch nach hinten oder quer gespielt, so gut wie keine Pässe mehr nach vorne. Das spricht doch auch für die Verunsicherung.

  7. Detlef sagt:

    Es war kein Befreiungsschlag. Ganz sicher nicht. Aber es war ein gewonnenes Spiel. Nicht mal besonders überzeugend, aber eben gewonnen. Das ist wichtig.

    Auch mich freut, dass gerade Matip die Tore gemacht hat. Guter Junge.

    Es gilt jetzt nächstes Wochenende des „Trend als Friend“ zu nutzen und weiter zu punkten.

  8. blues sagt:

    @Torsten
    „…weil Keller keinen Spieler hat, den er dort aufstellen könnte“

    Raffael hat bei Favre auch schon auf der Sechs gespielt, insofern ist die Aussage nur richtig, wenn Raffael nicht spielfähig wäre, oder wenn Raffael in Heldts „Großem Plan“ für Schalke eine andere Rolle zugedacht ist.

    Es gibt sie ja, die Schalkefans, die in Horst Heldts Aktivitäten den „Großen Plan“ für Schalke Zukunft erkennen. Ich gehöre, wie bekannt, nicht dazu. Da wird wie in diesem Fall, der zu Saisonbeginn mit der Mannschaft eingespielte, aber glücklose, Manuel Jurado verliehen und zur Rückrunde der auf der „Sechs“ und „Zehn“ eingespielte Holtby noch schnell gegen kleines Geld verkauft. Als Ersatz leiht Heldt dann Raffael, einen Spieler mit wenig Spielpraxis bei Kiew und noch weniger Einsatzzeit (150 Min in 6 Spielen) auf Schalke.

  9. Rolf sagt:

    Raffaels Verpflichtung macht vllt. dann Sinn, wenn in der neuen Saison ein Trainer kommt, der neben Heldt den Nutzwert von Raffael erkennen kann (wie z.B. Favre aus seiner Zusammenarbeit in Berlin). Besonders problematisch wird die Aufstellung im Mittelfeld, wenn Jones in der CL gesperrt und Raffael nicht spielberechtigt ist. Dann wird vllt. wieder Barnetta RV spielen und Höger die Jones-Position einnehmen, sofern Uschi oder Moritz nicht zur Verfügung stehen. Aber, es ist schon verwunderlich, warum der o.g. Vorschlag mit Raffael noch nicht zur Umsetzung gekommen ist, aber vllt. fehlte hier Keller die Traute noch ein weiteres Fass aufzumachen..

  10. hoffedocS04 sagt:

    @blues

    Jurado HATTE ja wohl Chancen genug. Und dann WAR´S genug!
    Holtby, der zuletzt meist nicht seine beste Leistung abrufen konnte, wäre wieder aufgebaut worden und dann ab zu den Spurs. Macht das Sinn?
    Und Raffael kann königsblau ausgebaut werden. Das macht Sinn.

    MATIP, für den ich mich auch ganz doll gefreut habe, hat vier Qualitäten, die ihn zu einem sehr guten Spieler machen. In EINER dieser vier Qualitäten hat er zuletzt oft gepatzt.
    Er ist ein richtig guter Innenverteidiger, der die langen Gräten oft spielentscheidend zwischen gegnerischen Ball und Tor schiebt/geschoben hat.
    Er hat ein sehr gutes Auge beim Spielaufbau für das wen und wann und taktische Disziplin.
    Er ist ein starker Kopfballspieler, gefährlich bei eigenen Standards und wichtig bei gegnerischen Standards, insbes. Ecken.

    Das alles war auch immer da.

    Was in letzter Zeit beängstigend zunahm, waren in der Tat die Fehlpässe … aber damit stand er ja nun nicht allein.

    Wie sagte die „Expertenrunde“ bei Sky: „Wenn er jetzt noch jubeln lernt, findet er vielleicht noch in die Herzen der königsblauen Fans.“
    Torjubel vor dem Spiegel zu üben, hat – naja – was Anrüchiges, aber EIN WENIG SICHTBARE HERZLICHE FREUDE WÄRE SCHON SCHÖN GEWESEN. Das ist bei ihm in der Tat ausbaufähig. Nur möglicherweise ist es – neben seiner Schüchternheit – schwierig, vor und mit Fans zu jubeln, die einen wochenlang ausgepfiffen haben.

    Zu Torsten: das dominante Spiel kommt mit der Erfahrung von Siegen. Hoffen wir also, dass es auf der Siegerstraße weitergeht.
    Motto am Samstag: nicht das Federvieh sein, das von den Wölfen gefressen wird, sondern die starken Hunde …..

  11. McP sagt:

    hoffedocS04,

    aus Neugier hatte ich mir die letzten Spiele von Tottenham angesehen. Holtby ist mitnichten ein Spieler, der gerade wieder „aufgebaut“ wird. Er ist schon erstaunlich gut im Spiel. Fast alle Angriffe laufen über ihn, der in einer zentralen, offensiven (quasi 10er) Position spielt und dort auch häufig selbst zum Abschluss kommt. Und auf Schalke hatte er (beinahe) „zuletzt“ ein ganz ordentliches Spiel gegen H96. Ja, ich habe auch gesehen, dass speziell zum Ende der Hinrunde, schwächere Spiele dabei waren. Aber trotz dieser Phase scorte er insgesamt – wenn ich mich recht erinnere – 0,75 pro 90 Minuten, trotz oft tiefer Feldpositon!. Und wenn man Spiele gewinnen will, braucht man Scorer.

    Wenn Du fragst, ob das Sinn macht, scheint es für Tottenham mehr Sinn zu machen. Die konnten es eh kaum glauben, dass man diesen Spieler so billig bekam.

  12. matz sagt:

    wieviel hätte man denn für einen Spieler kurz vor Vertragsende erlösen sollen?

  13. blues sagt:

    @matz
    Gar keine Erlöse, weil das Team Holtby noch gebraucht hätte. 1. Weil er auf der 6 und 10 mit der Mannschaft eingespielt war und 2. falls Raffael die Heldtschen Erwartungen nicht erfüllen würde. „Raffael wird zudem keine Umstellungsprobleme haben,…“ meinte Horst Held bei der Bekanntgabe des Transfers. Nach Obais und Barnetta lag Heldt nun aber auch bei Raffael in seiner Einschätzung falsch!

    @hoffedocS04
    Langfristig gesehen könnte man solch eine Planung bei Raffael unterstellen. Aber:
    „Die Bundesliga genießt Priorität“ sagte Heldt in der Wintertransferzeit und meinte das für die Saison 2012/13 ausgegebene Ziel: Erreichen der CL.
    Raffael spielt aber bisher noch nicht mal auf dem Niveau von Jurado, dabei ist bereits ein Drittel der Rückrunde absolviert. Es gab keinen Grund Holtby abzugeben.

  14. Lutt sagt:

    @blues:
    Holtby war in letzter Zeit auch nicht mehr das Gelbe vom Ei… Es ist ja leicht zu sagen, dass es ein Fehler war, ihn abzugeben. Aber wenn der drei schlechte Spiele macht, sagen alle, dass es ein Fehler war, ihn zu behalten. Wie man’s macht…

    Ich möchte mal ein kleine HH Lanze brechen. Ich durfte letzte Woche im Focus lesen, dass Schalke knapp 88,4 Mios negatives Eigenkapital hat, 2011/2012 wurden 22 Mios Miese gemacht. Das Vermächtnis von Müller und Magath war sicherlich kein Leichtes und ich bin wirklich froh, dass ein Horst Heldt eine Konsolidierung im Blick hat.

    Da darf man sich einfach mal nicht beschweren, wenn er Leihgeschäfte für kleines Geld durchführt und für ein halbes Jahr Holtby noch schnell 2 Mios einstreicht… oder?

  15. Ney sagt:

    Obasi (nie in Startelfreichweite, verletzt),
    Barnetta (außer Form), Neustädter (außer Form),
    Fuchs (außer Form), Raffael (noch nicht in Form),
    Affelay (Verletzungen), Marica (selten in
    Startelfreichweite, verletzt), Pukki (nie in
    Startelfreichweite)… – wir erleben mit
    Heldts früheren und neueren Verpflichtungen
    momentan eine gewisse Pechsträhne, wie es scheint.

  16. blues sagt:

    @Lutt
    „Holtby war in letzter Zeit auch nicht mehr das Gelbe vom Ei…“
    Ja, er spielte nicht konstant. Er ist jung. Er spielt dieses noch Jahr die U21 Europameisterschaft. Aber Holtby hat 2 Jahre mehr Erfahrung als Julian Draxler und 4 oder 5 Jahre mehr Erfahrung als Max Meier. Und er war auf der 6 und 10 eingespielt. Das schenkt man doch nicht für 2 oder 3 Mill. weg, wenn man keine eingespielten Alternativen auf den Positionen und viele Verletzte hat. Heldt geht ohne Holtby und nur mit Draxler, Raffael und Meier hohes Risiko. So saniert man aber kein Finanzen. Das ist mMn Glückspiel!

  17. blues sagt:

    @McP
    Holtby steht auch am heutigen Montagabend in der Begegnung Tottenham gegen West Ham wieder in der Startelf und spielt auf der 10.

  18. Maddin sagt:

    Auch wenn mich unser Verein in den letzten Monaten emotional so kalt lässt wie die Temperatur im Stadion mein Bier, dieser Viagogo-Deal ein Skandal ist und ich die Stevensentlassung nach wie vor für einen Skandal halte, so muss ich doch eine Lanze für jens keller brechen:

    In seiner Situation geht er mit einem Pragmatismus in die Interviews, dass ich fast schmunzeln möchte. Er wusste von Anfang an, dass er nur bis zum 19.05.2013 Trainer unserer Mannschaft sein wird, weil sämtliche Wunschkandidaten erst im Sommer zu haben sind. Das akzeptiert er und stellt seine eigenen Interessen hinter die des Vereins.
    Er hat, im Gegensatz zu Huub, das Torwart-Theater vor beginn der Rückrunde klar beendet. Hilde ist No1.
    Fuchs raus, Kolansinac (eigene Jungend) rein.
    Hat an Matip (eigene Jugend) festgehalten obwohl er das Schlachtross hätte bringen können.
    Bring in der CL und in der Buli Max Meyer (eigene Jugend).
    Find ich jetzt erstmal ganz respektabel für einen Trainer, den eh kaum einer leiden kann, der medial abgesägt wird und dazu noch die Verletzungsseuche im Kader hat

  19. elbdeichrutscher sagt:

    Ein wichtiger, kein glorreicher Sieg. Vergleichen wir die Punktausbeute mit der Hinrunde nach 6 Spieltagen ( 11), nun 8 – nicht gut, aber auch nicht schlecht.
    Ohne verharmlosen zu wollen, was gegen Augsburg und Fürth passierte, muss man gerade diesen beiden Abstiegskandidaten doch attestieren, dass nicht nur wir unsere Probleme mit ihnen hatten.
    Trotz der schwachen 20 Minuten nach der Führung war es doch ein weiterer Schritt ins Licht. Darauf lässt sich aufbauen. Mir gefällt, wie schnell Sead Kolasinac sich in die Startelf eingefunden hat. Das Zusammenspiel mit Bastos wird sich sicher verbessern.
    Den Einsatzwillen konnte man einmal mehr (auch) an Jeff Farfan sehen, der mehrmals am eigenen Strafraum klärte, um dann wieder nach vorne zu wirbeln.
    Und, ja, sehr schön für Joel Matip, gleich zwei Tore zu erzielen.

    Wenn jetzt dann endlich der Hunter wieder in Szene gesetzt wird UND trifft…

  20. Lutt sagt:

    @Ney: perfekte Aufzählung, ein Jurado zum Beispiel war aber teurer als die alle zusammen. Und die Verlockungen in der Sommerpause waren groß (z.B. van der Vaart o.ä.).
    Ich will nicht jeden Transfer von HH verteidigen, sage nur, dass er finanziell einen klaren Kurs hat – und ich hoffe, nicht dem typischen Schalker Druck erliegt, Millionen für Strohfeuer rauszuhauen…

  21. McP sagt:

    matz,

    schwer zu sagen, wo da jetzt meine Schmerzgrenze läge. Schalke hatte Stand Januar ein machbares Achtelfinale und den Kampf um die CL-Quali vor sich. Nicht nur sportlich sondern auch wirtschaftlich enorm wichtige Ziele. Holtby war diese Saison der beste Scorer. 6-7 Mio sollten es da schon sein. 2 Mio wären okay, wenn es keine Ziele mehr in der Rückrunde gegeben hätte.

    Ist natürlich unwahrscheinlich, dass Tottenham so viel bezahlt. Einen jungen, werthaltigen Spieler verkauft man halt normalerweise spätestens ein Jahr vor Vertragsende oder eben gar nicht. Letzten Sommer hätte Holtby sicher 7-10 Mio gebracht. Wenn man mit Heldt zufrieden ist, weil er für Holtby noch knapp 2 Mio bekommen hat, müsste man gleichzeitig unzufrieden sein, weil er für Holtby im letzten Halbjahr 5-8 Mio verloren hat. Es ist kein Konsolidierungskurs, wenn man gleichzeitg Transfererlöse ausschlägt und sportliche (also auch finanzielle) Ziele gefährdet. Genau genommen ist es das Gegenteil.

  22. Maddin sagt:

    Bloss das es halt im letzten sommer kein Angebot in Höhe von 10 Mio für Holtby gegeben hat. Und gegen den Willen eines Spielers kann man halt niemanden zu einer Vertragsverlängerung oder einen Transfer zwingen. Dieser Vergleich ist also -sorry -Quatsch.

  23. McP sagt:

    Maddin,

    wenn ein Makler eine gute Immobilie nicht für einen guten Preis verkaufen kann, ist er kein guter Makler. Und wenn ein Manager einen guten Spieler nicht für einen guten Preis verkaufen kann, ist er kein guter Manager. Wenn er noch nicht mal ein Angebot bekommt (falls dem so war) macht es die Sache eher noch schlechter. Dann muss er sich halt mal rühren und nicht nur darauf warten, dass ihm was Gutes passiert. Ich sehe nicht ein, warum man die Messlatte an die beruflichen Leistungen von Heldt so niedrig legen soll, damit er auch ja drüber kommt.

  24. blues sagt:

    @Ney
    Die sportliche Leitung braucht um erfolgreich zu seine auch „ein Händchen“ für gute Transfers. Wir haben stattdessen seit Anno Müller einen Knickbus.

    @Lutt
    „… dass er finanziell einen klaren Kurs hat“
    Wie ordnest du Huntelaars Gehalt da ein?

    @Maddin
    „…niemanden zu einer Vertragsverlängerung oder einen Transfer zwingen“!
    Erwartet keiner von ihm. Aber Heldt soll für einigermaßen stabile Verhältnisse in der Mannschaft sorgen. Tut er nicht, wenn er einem jungen Spieler mit nur noch einem Jahr Vertragslaufzeit die wichtige 10 gibt. Heldt hätte die 10 für Holtby an eine Vertragsverlängerung koppeln MÜSSEN. Wenn Holtby nicht darauf eingeht, muss Heldt für Ersatz sorgen. Alles andere ist Glückspiel. Klappt mal, wie bei Farfan, klappt mal nicht, wie bei Holtby.

  25. Frankblauweiss sagt:

    „Wenn jetzt dann endlich der Hunter wieder in Szene gesetzt wird UND trifft…“

    in Szene gesetzt wird er ja, nach dem großen UND wird es interessant.
    Es scheint bei ihm dieselbe Seuche zu sein wie sie auch Joel Matip befallen hat und von dessen Toren am Samstag man sich das Erweckungserlebnis erhofft für die nächsten Spiele. Der Knoten muß einfach aufgehen, hoffentlich schon gegen Wolfsburg. Am 09.03. werden er und seine Buden dringendst gebraucht.

  26. Erik sagt:

    „Heldt hätte die 10 für Holtby an eine Vertragsverlängerung koppeln MÜSSEN. Wenn Holtby nicht darauf eingeht, muss Heldt für Ersatz sorgen. Alles andere ist Glückspiel. Klappt mal, wie bei Farfan, klappt mal nicht, wie bei Holtby.“

    Dieser Gedanke entspringt doch wohl eher der Theorie, wie sollte das in der Realität umsetzbar sein?

  27. blues sagt:

    @Erik
    Umsetzbar: – gewöhnlich im normalen Management-Tagesgeschäft
    Bereich: – KaderPLANung
    Zeithorizont: – mittelfristig / für die nächsten 2-3 Spielzeiten

  28. ansgar sagt:

    Hi Torsten,

    noch eine Frage: Früher hast du als Spielbericht den von fussballdaten.de genommen, dann den von kickeronline und jetzt den von bundesliga.de.

    Gibt es einen Grund, wonach Du auswählst?

  29. Torsten sagt:

    Hallo Ansgar,

    sehr aufmerksam.

    Zunächst mal: Von keinem der Portale habe ich je etwas bekommen. Und ich gehe stets davon aus, dass, wer in meine kleine Internet-Ecke findet, längst weiß, wie das Spiel abgelaufen ist. Deshalb ist der Link weniger dazu da, die Leser über das Spiel zu informieren, als vielmehr dazu, auch nach einer Weile per Klick schnell feststellen zu können, welches Spiel genau in meinem Text gemeint ist.

    Dazu reicht ein nüchterner Hinweis, dazu braucht es keinen Meinungsstarken Text hinter dem Link. fussballdaten.de war mir schon immer von Grund auf sympathisch, deshalb gingen die Links anfangs da hin. Irgendwann wurde der Aufbau der Seite geändert, was ich nicht gut fand, und was ich als Anlass zu einem Wechsel nutze. kicker ist ja sowas wie die „amtliche Bekanntmachung“, daher auch relativ neutral. Noch neutraler ist allerdings die Darstellung der Analyse/Statistik unter bundesliga.de. Und weil auch dort offensichtlich die Seiten nachhaltig bestehen bleiben, bot sich das Verlinken dorthin für mich an.

  30. Stephan sagt:

    Das Rätselraten um Lewis Holtby finde ich recht amüsant. Es sieht ja wohl eher danach aus, dass er mit Tottenham schon lange klar war und ihm eines fettes Handgeld in Aussicht gestellt wurde.
    Ich finde den Verkauf richtig, denn wenn jemand all seine Forderungen erfüllt bekommt (Spielmacher-Position, Auflaufgarantie) und dann hinterm Rücken mit einem Premierleague-Verein verhandelt, dem werfe ich Charakterschwäche vor. In Gedanken war er Mitte Oktober auf jeden Fall schon drüben…
    P.S.: Matip, Draxler, Meyer, Kolasinac ….. ich gehe gerne wieder auf Schalke!

  31. Torsten sagt:

    Charakterschwäche? Wenn sich Horst Heldt nicht frühzeitig nach Alternativen zu jedem seiner Spieler, deren Verträge auslaufen, umsieht, hielte ich das für arg unprofessionell. Weshalb sollte es da „charakterschwach“ sein, wenn ein Spieler/-berater mit mehreren Clubs verhandelt? Zumal Holtby so gut und so schlecht wie alle anderen gespielt hat, sich sicherlich nicht besonders hängen lies.

    Ich gehe übrigens auch gerne auf Schalke, wenn Fuchs aufgestellt wird ;)

  32. Stephan sagt:

    Weil er bewusst ein utopisches Gehalt gefordert hat, um Heldt den schwarzen Peter zuzuspielen, getreu dem Motto: Ich wollte ja…
    Hätte er von Anfang an mit offenen Karten gespielt, hätte sich niemand beschwert. Aber ihn auf der entscheidenen Spielmacherpostion aufzubauen, um ihn dann nach schon einem Jahr wieder abzugeben, hätte keinen Sinn gemacht.
    Der Fehler lag aber schon viel früher: Heldt hätte mit ihm frühzeitig verlängern oder in den Sommermonaten 2012 verkaufen müssen…
    Da muss Heldt endlich mal konsequent werden, sonst haben wir dieses Geeiere jede Saison (siehe Farfan): Wer nicht verlängern will, soll gehen. Auslaufende Verträge kann sich kaum ein Verein leisten.

  33. Torsten sagt:

    Schalke hat Holtby nicht „auf der entscheidenen Spielmacherpostion aufgebaut“. Schalke hat Holtby nunächst mal weggeschickt, nach Mainz. Dann hat Schalke ihn ins defensive Mittelfeld gesteckt. Zum Schluss hat Schalke einen Konkurrrenzkampf um die „entscheidende Spielmacherpostion“ a.k.a. „Raúl Nachfolge“ ausgerufen, zwischen ihm, Draxler und ersten Ankündigungen zufolge auch noch Afellay.

    Das Holtby zu einem Club wechseln wollte, wo man ihm vielleicht mehr zutraut und wo er vermutlich mehr Geld bekommt, kann man ihm m.E. nicht übel nehmen. Und als Gutverdiener in London zu leben stelle ich mir auch ganz nett vor, aber das nur nebenbei.

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