Schalke holt das Derby-Double: Ein toller Tag

Schalke 04 entscheidet auch das zweite Derby der Saison 2012/2013 mit 2:1 für sich. Ein verdienter Sieg in einem grandiosen Fußballspiel, für alle Schalker im Stadion ein großartiges Erlebnis.

Schalke gab einen aus. Es ist ein Mix aus Stolz und Hoffnung, den man nach einem solchen Sieg fühlt. Dortmund ist eben nicht nur der Derbygegner. Dortmund war zweimal hintereinander verdienter Meister, hat überragende Einzelspieler, den besten Trainer der Liga, und hat, obwohl weit hinter dem FC Bayern zurück, keinesfalls eine schlechte Phase. Gegen diese Mannschaft verdient zu gewinnen liefert neben dem momentanen Glücksgefühl eben auch die Erkenntnis, was für Schalke 04 machbar ist, wenn jeder heiß ist, wenn jedem klar ist, dass man sich keine Unaufmerksamkeiten erlauben darf. „Jeder“ schließt in diesem Fall alle Fans mit ein.

Die Stimmung war großartig! Am Ende saß kaum noch jemand auf seinem Sitz, die Schlussphase war stehend besser zu ertragen. Dieses Hin und Her, Dortmund mit der letzten Kraft, Schalke nicht in der Lage, endlich das entscheidende dritte Tor zu erzielen. Ein aufregendes Spiel, fast über die gesamten 90 Minuten, bis zum erlösenden Schlusspfiff.

In der ersten Hälfte zeigte Schalke tollen Fußball, war die klar bessere Mannschaft, und doch hatte Dortmund einige gute Chancen. In der zweiten Halbzeit agierten vor allem die Gelben, und doch kam Schalke auch noch in dieser Hälfte zu derart vielen Torchancen, dass es einfach zum Haare raufen war, dass es bis zum Ende knapp blieb.

In der zweiten Hälfte ließen Marco Höger und Roman Neustädter ihren Gegnern einige Meter zuviel Raum, fand ich. Sie trauten sich den Schritt nach vorne nicht mehr, so war hinter den zuerst attackierenden Schalkern – Huntelaar, später Pukki, und Draxler – ausreichend viel Platz für das Dortmunder Aufbauspiel. Zu häufig erreichte der Ball auf zu einfache Weise Götze oder Reus, umgekehrt gingen Schalker Bälle in dieser zweiten Hälfte zu flott verloren. Dafür schwang sich Joel Matip in dieser zweiten Halbzeit zum überragenden Akteur in Schalkes Defensive auf. Unglaublich häufig brachte er seinen Fuß in den letzten Pass auf Dortmunds Stürmer.

Insgesamt war Schalke vor allem auf den Außen besser als Borussia. Beide Pärchen, sowohl Kolasinac/Bastos als auch Uchida/Farfán, waren überaus effektiv, und ihren direkten Gegenspielern häufig überlegen. Michel Bastos’ Stellungsspiel reichte deutlich weiter in die eigene Defensive, als es in den letzten Spielen der Fall war. Auf der anderen Seite war es mehr als erstaunlich, dass Atsuto Uchida beim ersten Einsatz nach vier Wochen Verletzungspause sofort eins seiner besten Spiele überhaupt ablieferte.

Naja und Jefferson Farfán war, wie so häufig, auch in diesem Spiel „unstoppbar“.

Ein Sieg für die Freude und für die Hoffnung, wie gesagt. Vielleicht ein Sieg für die Seele, wie Benedikt Höwedes es nannte. Ein toller Tag. Morgen geht’s im Champions League-Spiel gegen Galatasaray neben Freude und Stolz auch um sehr viel Geld. Hoffentlich reichen die Kräfte.



18 Kommentare zu “Schalke holt das Derby-Double: Ein toller Tag”

  1. blues sagt:

    Neben dem grandiosen Derbysieg, gab es auch spierlerisch etwas zu feiern. Dortmund wurde von Uchida, Höger, Draxler und Frafan auf rechts ein ums andere Mal ausgespielt. Lange nicht gesehen, wie dort gruppentaktische,spielerische und läuferische Elemente ineinandergriffen und so die Defensive der Dortmunder in ihre Einzelteile zerlegt wurde.

  2. Ein Revierderby zum Vergessen: FC Schalke 04 – Borussia Dortmund 2:1 (2:0) > Borussia Dortmund > Auswärtsspiel, BVB, Robert Lewandowski, Saison 20122013 sagt:

    […] Schalke holt das Derby-Double: Ein toller Tag (Königsblog) […]

  3. derGrafschafter sagt:

    endlich. das blauweiße banner weht über dem ruhrgebiet.
    auch matip, klasse.
    wann nimmt neustädter auch was von der neuen spielfreude mit?
    am besten schon gegen gala.
    jens keller, hervorragend.
    nach dem bild zum abpfiff, höwedes ist unser (aller) kapitän.
    weiter so, schalke 04.

  4. hendrik sagt:

    Die erste Halbzeit war sicher das Beste, was ich von Schalke seit langem gesehen habe.

    Und überhaupt war dieses Derby Werbung für den Fußball, die Bundesliga, das Ruhrgebiet…alles. Sicher das spektakulärste Derby seit dem berüchtigten 3-3 im Sommer 2008, und wahrscheinlich ein besseres Spiel. Es war vieles schlampig, aber die offensivreihen beider Teams wussten diese Fehler halt zu Torchancen zu nutzen. Locker 20 gute Torchancen für beide Teams, 3 schöne Tore, Leidenschaft auf dem Platz wie auf den Rängen… einfach stark.

    So von der 50. bis 75. hab ich echt kaum Luft gekriegt, da hatte DOrtmund sicher 80% Ballbesitz und die Bälle, die Schalke gewann, kamen sofort wieder zurück. Andererseits schafften es die Dortmunder, jeden langen Ball festzumachen… keine schöne Phase. Aber insgesamt verdienter Sieg für Schalke!

    Und Höwedes‘ Reaktion ist einfach genial. Zeigt, dass die Spieler verstanden haben, worum es da geht.

  5. Frankblauweiss sagt:

    „Jeder“ schließt in diesem Fall alle Fans mit ein.

    Ein Traumtag in der Donnerhalle, unvergesslich. Torsten,Du hast es gesagt,der zwölfte Mann auf den Rängen hat auch eine Auszeichnung verdient, Unterstützung für das Team bis zum Gehtnichtmehr. So muß das …
    Will keinen extra über den Klee loben, aber Jule beim Spiel zuzusehen, war eine Augenweide, die Spielübersicht und Abgezocktheit, ein Genuss.
    Joel ist wieder da, anknüpfend an das D`dorf Spiel,auch das ist schön zu sehen. Jetzt muß der Neustädter noch seine Form vom Saisonbeginn wiederfinden und es sieht nicht schlecht aus.
    Dem Hunter von dieser Stelle gute Besserung und wie der Weidenfeller beim 2:0 da so rum stand … .

  6. Die Blog- & Presseschau für Montag, den 11.März | Fokus Fussball sagt:

    […] Wieland (Königsblog) ließ sich vom Spiel […]

  7. Maddin sagt:

    Wahnsinn.
    Wahnsinn wie schnell Uschi wieder drin ist nach der Verletzung.
    Wahnsinn wie großartig Julian Draxler wieder gespielt hat.
    Wahnsinn das Bene mal eben bis 2017 verlängert hat.
    Wahnsinn was meine Herzkranzgefäße alles so ertragen.

  8. Detlef sagt:

    So ein Derbysieg macht doppelt Spaß. Verdient. Knapp. Bis zum Ende spannend. Gerne mehr davon…

    Nächste Probe für´s Herz schon morgen. Ich nehm auch ein schmutziges 0:0.

  9. bernd sagt:

    Erinnerung zum Sturmproblem bei internationalen Spielen: 1997 verletzten sich Martin Max und Yuri Mulder, passend zum Halbfinale, schwer. Radoslav Látal und Marc Wilmots durften in den Sturm…
    Barnetta, Meyer oder Fuchs können das vielleicht auch

  10. Ney sagt:

    Ist Unnerstall eigentlich kopfballstark?

  11. hendrik sagt:

    Hat Obasi nicht mal Sturm gespielt? Barnetta auf links und ab geht’s

    Interessante Kolumne übrigens im heutigen Kicker, von Marc Wilmots. Ca. 2 Seiten über seine Zeit auf Schalke und das Verhältnis zu Rudi Assauer.

  12. McP sagt:

    Boah, was bin ich aufgeregt. Schalke heute mit einer richtig fetten Chance auf das Viertelfinale. Das Hinspiel macht Hoffnung und Bedenken, wobei die Hoffnung überwiegt. Gala spielte eine fürchterliche Defensive und hatte im Aufbau eine Langsamkeit, wie man sie in der Bundesliga nur selten sieht. Bedenken habe ich, weil Schalke das alles nur teilweise nutzen konnte. Aber vielleicht ist man jetzt auch ein paar Schritte weiter und kann einen solchen Gegner klar ausknocken.

    Wenn ich mir eine Kleinigkeit am Rande wünschen dürfte: Ich möchte nicht lesen, dass Schalke eine Extra-Prämie für das Weiterkommen ausgelobt hat. Ich war fassungslos von diesen 50.000 Europrämien von Bayern (gegen Dortmund) und Dortmund (gegen Donetzk) zu lesen. Die Jungs haben doch alle tolle Gehälter und Riesenprämien und sind doch sicher auch ohne das alles heute motiviert. Wenn der Verein was raushauen will, dann soll er Bitteschön seinen normalen Angestellten einen Bonus zahlen.

  13. Torsten sagt:

    Der Wunsch ist natürlich legitim, ich denke allerdings nicht, dass er Dir erfüllt werden wird. Ich denke, dass das üblich ist. Mehr „Erfolgsbeteiligung“ als „Motivationshilfe“.

    Was das sportliche angeht: Hintern wird Keller wie gegen den BVB spielen lassen, aber Huntelaar wirft ein Loch auf. Im Moment ist eben keiner da, der einspringen kann, weder vorne, noch rechts, falls Farfan wie in Mainz vorne reingestellt wird. Ich wäre eher dafür, auf Pukki zu hoffen, als auf Obasi, der ewig vollkommen weg war. Cool wäre ja, ohne echten Stürmer und dafür mit Draxler/Meyer im Zentrum anzutreten .. fast verwegen ..

    Mögen uns die Blauen von Abwehrböcken verschonen. Es hat ob des Jubels ja niemand drüber gesprochen, aber Benni Höwedes‘ „Ausritt“ vor dem Lewandowski-Tor sollte heute besser nicht passieren.

  14. blues sagt:

    Ich würde mit Pukki an der Stelle von Huntelaar starten. Ansonsten wie gegen Dortmund. Uchida, Höger, Draxler, Farfan können nicht nur Wolfsburg und Dortmund ausspielen,sondern auch Galatasaray. Dazu noch Pukki und die weiten Spielverlagerungen auf Bastos. Wenn es gut läuft (2:0) kann Pukki Mitte der 2. Halbzeit runter und Kolasinac rückt auf die Sechs, Fuchs spielt linker AV und die Mannschaft spielt dann ein 4:3:3 mit drei Sechsern…

  15. Torsten sagt:

    Über Twitter kam grade die Aufstellung. Alles wie gegen Dortmund, nur eben mit Pukki im Sturm. Schrieb ich schon mal irgendwo, dass ich nicht so viel von Teemu Pukki halte?

    Gut, vielleicht macht Galatasaray heute irgendwann auf, je nach Spielstand. Wenn Pukki vor dem Verteidiger weglaufen kann, statt gegen ihn einen Zweikampf führen zu müssen, dann kann er was bewirken.

  16. hellwach sagt:

    Eine herzliche Bitte, blues und Torsten, schreibt bitte nie mehr Kommentare vor dem Spiel.

  17. blues sagt:

    @hellwach
    Warum denn?
    – Pukki war richtig
    – Aufstellung ansonsten wie gegen Dortmund war richtig
    – Fuchs war richtig
    – die 2 Tore waren richtig.

    Dass es nicht zum Sieg reichte, hatte natürlich(!) damit zu tun, dass Keller, als Galatasaray ab der 80 Minute stehend k.o. war, nicht Matip und Höwedes statt Meyer und Obasi in den gegnerischen Strafraum stellte, und Barnetta und Metzelder zusammen mit Kolasinac die Absicherung spielen lies.
    Um in solch einer Phase das entscheidende Tor zu erwingen, schickt vom Kreiligatrainer bis zu van Gaal, jeder Coach seine großen, kopfballstarken Spieler in den gegnerischen Strafraum und versorgt sie mit langen Bällen, wo Schalke sowieso schon nichts anderes mehr tat.
    Stattdessen brachte Keller Obasi und Meyer – für die Beiden wohl so eine Art CL- Betriebsausflugsgeschenk.
    Jeder vertut sich eben mal, so wie der große Klopp gerade erst in beiden Derbys.

    ;-)

  18. 100 Tage Jens Keller: Ein Rückblick sagt:

    […] 09.03.2013: Gegen Dortmund, im Heimspiel-Derby, gewann Kellers Mannschaft durchaus verdient mit 2:1 und bescherte der königsblauen Fußballwelt einen Feiertag. […]

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