Das exemplarische Konjunktiv-Spiel

Schalke 04 verliert mit 0:3 in Nürnberg. Ein Spiel der Königsblauen, an dem es viel zu kritisieren gibt. Mit Hätte, Wenn und Aber kommt man in Fußballdiskussionen nicht weit. Nach diesem Spiel ist eine Konjuktiv-Argumentation ausnahmsweise trotzdem angebracht. Diese Niederlage der Schalker in Nürnberg war eher großem Pech als dem eigenen Unvermögen geschuldet.

Schalke trat in der üblichen Formation mit einem Stoßstürmer, zwei Flügelstürmern und einem offensiven Mittelfeldspieler an. Allerdings waren zwei dieser vier an diesem Tag Totalausfälle. Michel Bastos bekam offensiv nichts zustande und versagte defensiv, als er Alexander Esswein auf dessen Weg zum 2:0 nicht foulte, um seine Mannschaft im Spiel zu halten. Chinedu Obasi wirkte vollkommen fehl am Platz, wirkte nicht einsatzbereit, lethargisch, unfit. Die später eingewechselten Raffael und Teemu Pukki waren auch nicht besser. Unter diesen Umständen wussten Julian Draxler und Jefferson Farfán noch erstaunlich viel Offensive zu kreieren.

Das ging an diesem Tag fast nur durch Einzelleistungen. Als Team spielte Schalke schwach. Man hatte den Ballbesitz, den Nürnberg zuließ, weil sich Nürnberg weit zurückzog. Aber sobald Schalke gestört wurde, war es vorbei mit dem Geschiebe, da flipperte der Ball nur noch unkontrolliert durch die Reihen. Furchtbar anzuschauen.

Auch die Abstimmung in der Verteidigung wirkte unrund. Ob es geplant war, dass Benedikt Höwedes derart häufig weit rechts positioniert spielte? Ich war nicht vor Ort, war vom Sky-Bild abhänging und konnte Marco Höger, den eigentlichen Rechtsverteidiger, häufig nicht finden. Das führte dazu, dass Joel Matip zentral zu oft auf sich alleine gestellt war. Ungünstig, da er sich in diesem Spiel recht zweikampfschwach zeigte. Christian Fuchs – grade bezüglich seiner Defensivarbeit häufig kritisiert – half in diesem Spiel mehrfach aus, im Zentrum, und einmal sogar rechts.

Sead Kolasinac machte seinen Job im defensiven Mittelfeld meines Erachtens nicht schlecht, wenn er dort auch nicht so auffällig spielte wie zuletzt als Linksverteidiger. Jermaine Jones wusste sich längst nicht so häufig in die Offensive einzubringen wie sonst, was vielleicht auch ein Grund dafür war, weshalb das offensive Kombinationsspiel lahmte. Zwar ist Jones kein begnadeter Kombinationsspieler, aber seine Ausflüge brachten in vielen Spielen in entscheidenden Situationen eine Überzahl im Zentrum oder rechts. Gegen Nürnberg fehlte das.

Was ebenfalls fehlte, war der Schiedsrichterpfiff bei Feulners Handspiel vor der Nürnberger Führung. Markus Feulner führte den Ball mit der Hand in die für ihn günstige Richtung, ohne dem hätte er nicht so kontrolliert abschließen können. Dem Schiedsrichter ist allerdings kein Vorwurf zu machen.
Dr. Jochen Drees’ Seite war die linke und somit die von Feulner abgewandte. Er konnte dessen rechten Arm nicht sehen. Es wäre die Aufgabe des Assistenten an der rechten Außenlinie gewesen, Herrn Drees dieses Handspiel anzusagen. Unglücklicherweise schloss allerdings Benedikt Höwedes kurz vor dem Handspiel an Feulners rechter Seite auf, so dass er den freien Blick des Assistenten auf das Geschehen beeinträchtigte, was wohl letztlich zur ausbleibenden Entscheidung führte. Dumm gelaufen.

Nein, Schalke war nicht gut. Aber Schalke erarbeitete sich in der ersten Halbzeit vier und in der zweiten Halbzeit zwei hochkarätige Torchancen. Wenn Julian Draxler um einen zu kurz geknipsten Zehnagel den Ball nicht richtig trifft, und dieser dann an den Pfosten statt ins Netz geht, ist das Pech, kein Unvermögen. Schlecht Spielen bedeutet meines Erachtens, keine Möglichkeiten zu Treffern zu kreieren, man vergleiche dazu die zweite Halbzeit gegen Galatasaray. Wenn man zu sechs sehr guten Torchancen kommt, hat man einiges richtig gemacht, selbst dann, wenn das Spiel zwischendurch kritikwürdig daher kommt.
Auch wenn man es mit dem Konjunktiv im Fußball nicht weit bringt: Bei einer Schalker Führung hätten wir sicherlich ein komplett anders Spiel erlebt. Dass dem nicht so war, dass Schalke an diesem Tag sehr viel Pech hatte, ist übel und ärgerlich. Daraus nun aber gesehen haben zu wollen, dass „Nürnberg ungleich entschlossener“ war, dass es „an der Einstellung“ lag oder dass Schalke eben nicht in der Lage wäre, „den nächsten Schritt“ zu machen, wie es an anderen Stellen zu lesen ist, halte ich für ausschließlich ergebnisbezogene, hohle Phrasen.



19 Kommentare zu “Das exemplarische Konjunktiv-Spiel”

  1. blues sagt:

    Wiederholt sich Fußballgeschichte? Hoffentlich nicht! Das Spiel in Nürnberg, erinnerte mich fatal an das letzte Schalker Gastspiel im November letzten Jahres im Stadion des „Software-Scheichs“ aus Hoffenheim: einigermaßen gut und überlegen gespielt und trotzdem verloren. Danach gings bergab. Nicht nur aus eigener Leistung, sondern weil auch alle direkten Konkurrenten die letzten beiden Spieltage in der Bundesliga vergeigt haben, stehen wir aktuell noch auf einem internationalen Platz.

    Ein Vierteljahr ist Jens Keller nun als Cheftrainer mit dem FC Schalke unterwegs. Ich finde Jens Keller macht einen guten Job. Weil ich von planlos wirkenden und von Panik getriebenen Trainerwechseln nichts halte, weil ich Jens Keller für die BULI /CL zu unerfahren und dem medialen Schalker Umfeld für nicht gewachsen hielt und weil ich die Schalker Probleme in der zweiten Hälfte der Hinrunde eher in der Kaderplanung und Kaderzusammenstellung sah, lautete mein Tipp beim Rausschmiss von Huub Stevens: Schalke erreicht mit Jens Keller keinen CL/EL Platz in der Saison 2012/13.

    In der Rückrunde sind 9 Spieltage absolviert. Ein guter Zeitpunkt für einen Vergleich mit den jeweils ersten 9 Spielen der Hin-und Rückrunde. Sozusagen Halbzeit mit Nachspielzeit.

    Punkte:
    Schalke holte mit Stevens 20 Punkte
    Schalke holte mit Keller 14 Punkte
    Tore:
    Schalke schoss mit Stevens 18 Tore
    Schalke schoss mit Keller 16 Tore
    Gegentore:
    Schalk erhielt mit Stevens 8 Gegentore
    Schalke erhielt Keller 18 Gegentore

    Den Vergleich entscheidet Huub Stevens nach Punkten, Toren und Gegentoren für sich. Interessant ist, dass auch Keller das aus Stevens zweiter Hinrundenhälfte geerbte, schlecht abgestimmte Defensivverhalten der Mannschaft bisher nicht abstellen konnte.

    Konnte Keller die Mannschaft weiterentwickeln?
    Der Statistikvergleich zeigt ebenso, wie das Defensivversagen in den letzten beiden Spielen gegen Galatasaray und Nürnberg, dass Schwächen im Defensivverhalten von Keller bisher ebenso wenig geändert werden konnten, wie die schlechte Chancenverwertung im Offensivspiel.

    Konnte Keller einzelne Spieler weiterentwickeln oder besser motivieren?
    Huntelaar spielt unter beiden Trainern schlecht, Farfan bei Beiden öfters sogar herausragend. Julian Draxler entwickelte bereits unter Stevens auf der linken Seite eine ungeheure Dynamik und Spielstärke, die nun auf der 10 noch besser zur Entfaltung kommen. Der Leihspieler Raffael bleibt offensiv als auch defensiv nach 2 Monaten unter Keller nahezu wirkungslos. Während Sead Kolasinac als Backup für Fuchs überzeugte, wirkt er auf der Sechs im Spielaufbau überfordert. Neustätter hat unter Keller seine Form der ersten 9 Spiele unter Stevens noch nicht wiedergefunden. Die Leistung der Abwehrspieler schwankt wie eh und je. Die Bankspieler Pukki, Obasi und Barnetta kommen auch unter Keller wenig zum Einsatz und bestätigen, dass der von Tönnies für Huub Stevens genannte Entlassungsgrund „zu wenig Punkte aufgrund fehlender Rotation“, doch vielmehr einer Fehleinschätzung der Qualität der für eine Rotation in Frage kommenden Spieler geschuldet ist, als der Dickköpfigkeit von Stevens.

    Nicht zuletzt die Handgelder für Farfan, Neustätter, Barnetta und Huntelaar fraßen neben einigen Gewinnen zusätzlich noch 4,5 Millionen Euro Verlust in die Schalker Bilanz 2012. Und das trotz CL-Teilnahme. 5 Mill. Euro kostete bereits früher im Jahr 2012 das Ziehen der angeblichen Option für Obasi. Laut Presse nahm Schalke dagegen durch den Verkauf von Holtby wenig mehr als vergleichsweise lächerliche 1,5 Mill. Euro ein. Wollte das Schalker Management damit andeuten wie nötig man die 1 bis2 Millionen Euro Transfererlös fürs Geschäft braucht um damit dann auch die Notwendigkeit eines Vertrages wie mit ViaNogo zu erklären. Oder hat Horst Heldt die defensive Qualität eines Lewis Holtby für die Mannschaft überhaupt nicht erkannt? Die Rückrunde der BuLi und die anstehenden Spiele in der CL mit Lewis Holtby als Backup für die Sechser-oder Zehnerposition erfolgreich zu Ende zu spielen, um diese gute Möglichkeit hat Horst Heldt im Winter für relativ wenig Geld den Trainer, die Mannschaft und die Fans gebracht. Die sicher auftretenden Schwankungen in der Leistung des 19-jährigen Julian Draxler auf der Zehn können in der laufenden Rückrunde durch den schwachen Raffael nicht kompensiert werden. Für die Position von Christian Neustätter, der sich seit Wochen in einem Leistungstief befindet, gilt dasselbe.

    Um mit Huub Stevens nach 17 Spielen in Punkten gleichzuziehen, muss Jens Keller noch mindestens 11 Punkte aus den verbleibenden 8 Spielen holen. Genau diese Punktzahl holte das Team mit Keller in den ersten 7 Spielen der Rückrunde. Da für einen internationalen Platz einige Punkte mehr gebraucht werden könnten als 50 Punkte, gleichzeitig die kommenden acht Gegner stärker sind als es die letzten neun waren, ist selbst das Minimalziel EL schwerer zu erreichen, als es im Moment rein rechnerisch oder nach der Tabelle scheint.

    Die Spiele nach Ostern gegen Leverkusen, Frankfurt, Hamburg, Mönchengladbach sind Sechspunktespiele und versprechen echte Kracher zu werden.

  2. Ney sagt:

    Seit dem Hoffenheimspiel heißt es gegen Schalke meist „jeder Schuss ein Treffer“. Trist. Wenigstens stellte sich die Konkurrenz zuletzt auch nicht besser an, was die Punktausbeute angeht. Vielleicht hilft uns ab jetzt das Fehlen der CL-Belastung.

  3. Detlef sagt:

    Es paßte vieles nicht, wie du schreibst. Aber unser Problem vorne drin läßt sich halt nicht so einfach lösen. Ich hätte zwar Pukki wieder aufgestellt,damit er sih einspielen kann, aber so schlecht war Obasi dann auch wieder nicht. Grade als er sich, zumindets für mich, gefangen hat, wird er ausgewechselt. Hm.
    Sead raus, hm. Rafael rein. hm. Hat alles nix gebracht. Derzeit hat Keller einfach nicht genügend Alternativen um mal einen oder zwei etwas schlechtere Spieler zu ersetzen.

    Kurz und gut: Das Spiel hätte nie und nimmer verloren werden dürfen.

  4. Klopenner sagt:

    Was ich an der Aufstellung nicht verstanden habe:

    – warum wurde die Abwehr wieder komplett durcheinandergewirbelt?
    Uchida war gegen Gala nicht so schlecht, dass er sofort hätte ausgetauscht werden müssen, zumal er gegen Lüdenscheid noch die Tore vorbereitet hat.
    – Durch diese Umstellung wurde auch die Doppel-6 komplett erneuert. Jones Rückkehr war klar, und die Pause für Neustädter auch erforderlich, aber Höger da nach einem Spiel wieder zurückzuziehen bringt keine Sicherheit.
    – Durch genau diese Umstellung der Abwehr wurde auch unsere Flügelzange geschwächt, da sich Bastos und Kolasinac zuletzt einspielen konnten und Uchida und Farfan seit jeher sehr gut harmonieren, was mit Höger dahinter nicht geklappt hat.
    – Und nachdem zuletzt Pukki knappe 130 Minuten mit der Mannschaft spielen konnte, auch wenn er sich nicht auszeichnen konnte, wird auch vorne wieder komplett umgestellt?! Man tausche also den einen Stürmer, der wenig, aber immerhin etwas Spielpraxis hat und sich evtl. mit der Mannschaft einspielt sofort gegen einen Stürmer ohne Spielpraxis?

    Das Ergebnis war, die vielen Flanken, die gegen Galatasaray nichts gebracht haben weil Pukki vorne drin stand, wurden gegen Nürnberg zurückgefahren. Und das obwohl jetzt der körperlich größere Obasi vorne drin war. Stattdessen lief meistens alles durch die Mitte, wo Obasi meist überfordert wirkte.

    Alles in allem hat Jens Keller ein bisschen zuviel auf einmal verändert um erfolgreich spielen zu können.

    Vom Spielverlauf ist das Ergebnis natürlich nicht verdient und wir hatten selbst genug Möglichkeiten vorne eine Bude zu machen.
    Unser Hauptproblem ist einfach die Abwehrleistung. Wenn wir in jedem Spiel ein Gegentor kassieren und sehr oft dem Rückstand hinterher rennen, wird es vorne immer schwerer, weil das Team a)verunsichert ist und b)irgendwann die Brechstange auspacken muss was unser Spiel aber meist lähmt, oder zu durchsichtig macht.

    blues hat oben im Kommentar die Statistikkeule schon ausgepackt und das spricht Bände. Auch, dass wir zu diesem Zeitpunkt einer Saison zuletzt 87/88 soviele Gegentore hatten, wie bei Sky erwähnt wurde. Das war übrigens unsere Abstiegssaison, woe wir bereits nach 26 Spieltagen 64 Gegentore hatten und nach 34 Spielen mit 84 Gegentoren abgestiegen sind.

    Ansonsten hatten wir nach einem 26. Spieltag seitdem nie mehr als 38 im Schnitt aber nur 29 Gegentore und in diesem Jahrtausend nur 27,5 Gegentore. Da muss einfach angesetzt werden. Man mag unsere IV noch so sehr loben, was Stellungsspiel oder Zweikampfstärke angeht, aber das komplette Defensivverhalten stimmt nicht. Im offensiven Mittelfeld muss nichts gemacht werden zu neuen Saison. Aber wir brauchen einen Huntelaar-Ersatz, oder eine Ergänzung und definitiv in der Defensive Veränderungen. Sowohl außen, als auch im defensiven Mittelfeld.

  5. Buddha sagt:

    also die anschaffungen von obasi,barnetta,raffael, sind auf keinsten zu verstehen wie kann man sowas nach schalke holen ganz ehrlich die haben in ihren vereinen nichts mehr gebracht oder wärend der leihe nichts zustande bekommen und dann verpflichtet man sowas das geht ma garnicht also man muss nicht die schuld bei huub oder keller immer suchen es ist auch heldt der da seine scheiße mit reinschmeißt und im letzten spiel hat keller einige fehler gemacht was ich an sich nicht verstanden hab warum man auf einmal so extrem umstellt und alles was sie sich da in galla aufgebaut haben wieder abreißt den sie haben sich ja da schon ganz gut eingespielt und das man was in der offensive machen muss steht auch fest es kann nicht sein das man soviele groß chancen nicht nutzt da muss was passieren mit nem neuen stürmer und einen für die aussen seiten über die defensive muss man ja garnicht sprechen absolute sch****

  6. 1, 2, 3 – die Noten | Clubfans United sagt:

    […] United | 18.03.2013 | Drucken | Keine KommentareZwischen “Ratlosigkeit” und “Konjunktiv” fuhren die Fanfreunde aus Schalke nach der 0:3-Pleite im Nürnberger Stadion wieder von […]

  7. Oberwäller sagt:

    @Buddha:
    Warum kommen zwischen Obasi, Barnetta und Raffael „Kommata“ hin und danach nichts mehr ? Ist schwer zu lesen sowas, abgesehen davon, dass Groß- und Kelinschreibung auch noch ignoriert wurden.

    Zum eigentlichen Thema:
    Da Spiel sehe ich ebenfalls als „unglücklich gelaufen“, da wir zu Beginn die eindeutig bessere Mannschaft mit wesentlich mehr und besseren Torchancen waren. Torsten hat gut beschrieben, dass letztendlich nur ein paar Kleinigkeiten fehlten um dem Spiel ein anderes Aussehen zu geben.
    Dass das 3:0 auch deutlich zu hoch ausfiel lag auch daran, dann man nach dem 1:0 durchaus versucht hat das Spiel zu drehen und auch nach dem 2:0 zumindest noch um Kosmetikkorrektur bemüht war.

    Ich hoffe, dass das Spiel nicht den Hoffenheim-Wendepunkt aus der Vorrunde darstellt. Interessanterweise will wohl keines der Teams um uns herum davon profitieren.

  8. ProErnst sagt:

    @Oberwäller
    Ich sehe es eher so, das wir mal wieder, wie in den letzten Jahren immer, die Chance verpasst haben, uns auf Platz 4 festzusetzen, den Abstand zu Platz 3 zu verkürzen, im eigenen Spiel gegen Leverkusen den Abstand einzustellen und evtl. sich über Platz 3 direkt für die CL zu qualifizieren.
    Nein, Schalke gönnt sich mal wieder zum Ende der Saison eine Auszeit.
    Hoffentlich stehen wir am Ende nicht wie seinerzeit Stuttgart am letzten Spieltag auf einem Nicht-Europa-Platz.

  9. Carlito sagt:

    @Torsten: schön, hier mal gemäßigtere Töne zu hören. Ansonsten gibt es ja offensichtlich, sowohl bei der Presse, als auch wie immer bei großen Teilen der Fans, nur noch entweder himmelhoch jauchzend oder eben zu Tode betrübt.

    @blues: Roman Neustädter, nicht Christian Neustätter. ;) Und glaubst Du ernsthaft, Holtby hätte uns, in der Form, in der auch er war, tatsächlich weitergeholfen? Wenn er so (aktuell) so stark wäre, warum bekommt er bei Tottenham nahezu keine Einsatzminuten mehr?

  10. blues sagt:

    @Carlito
    Ja, er heißt Roman nicht Christian. Danke.
    Holtbys kreative Leistungen in der Offensive schwankten zuletzt. Da stimme ich dir zu. Er wirkte etwas übespielt. Er stand seit Beginn der Hinrunde im August 2011 bis zu seinem Abgang im Januar 2013 insgesamt 6000 Minuten in diversen Wettbewerben auf dem Platz. Das sind 67 Spiele in 1 1/2 Spielzeiten! Eine Menge Spiele, besonders für einen U21 Spieler.
    Bei Tottenham brachte er es bisher auf 352 Minuten, das sind immerhin 4 komplette Spiele. Ist auch nicht schlecht für einen Spieler der sich ohne Vorlaufzeit mit dem neuen Team eingespielen muss.
    Offensiv wirkte er bei uns zuletzt öfter mal eher hyperaktiv als kreativ, wie ich fand. In seiner Defensivarbeit und im aggressiven Pressing aber war er stabil und spielte auf gutem Niveau. Mit ihm auf der Sechs und mit seinem Potential im Umschaltspiel hätten wir eine starke Option auf der offensiven Sechs gehabt. Auch Draxler wird schwankende Leistungen abliefern. Aktuell spielt er am Limit. Das wird er bis zum Saisonende nicht durchspielen können. Dann sehen wir dort Barnetta, Meyer und Raffael…

  11. Carlito sagt:

    Also insgesamt sieht das für mich nicht wirklich beeindruckend aus, was Holtby aktuell so an Einsatzzeiten bekommt in England: http://espnfc.com/player/_/id/.....by?cc=5739

    Und ich sehe es auch eher als Vorteil an, jetzt Draxler die Zeit zur Eingewöhnung zu geben auf der 10, statt nen im Sommer wechselnden Spieler unbedingt spielen zu lassen. Dann hat Draxler nächste Saison die Phase wenigstens hinter sich und sie kostet uns nicht direkt in der neuen Saison die halbe Spielzeit.

    Und am letzten WE hat sich meiner Meinung nach Keller, den ich sonst für ziemlich fähig halte, einfach mit der Masse an Umstellungen verzockt. Mit Höger und Jones im defensiven Mittelfeld hätte uns Holtby auf keinen Fall gefehlt. So aber meiner Meinung nach auch nicht.

    Und für die parallele Verletzung unserer Numero 1 und 2 im Sturm, bei nem 1-Personen-Sturm-System, siehe auch Phils Beitrag ( http://www.turnhallengeruch.de.....rmzentrum/ ), kann Keller nun mal auch nix.

    Mit Marica hätten wir wenigstens einen im Sturm, der zwar auch nicht regelmäßig trifft (hat der Hunter ja 2012/13 ja auch noch nicht) der aber wenigstens ein besserer Fussballer wäre und besser ins System passen würde.

  12. Torsten sagt:

    Daxler und Holtby sind meines Erachtens recht unterschiedliche Spieler. Ich erwähne das, weil sie nun, da Draxler im offensiven Mittelfeld agiert, so häufig miteinander verglichen werden. Beide sind noch jung und werden sich noch weitere Fähigkeiten aneignen, aber bis dato halte ich Daxler für torgefährlicher und Holtby für den besseren Passgeber.

    Draxler ist mehr der hängende Stürmer, ein bisschen wie Van der Vaart. Im Konterspiel überragend, sehr stark wenn er mit Tempo aus der Tiefe kommt. Holtby hat meines Erachtens den besseren Blick für die Mitspieler. Wenn es darum geht, dass sich ein Gegner vor den eigenen Strafraum zurückzieht und Schalke eine Lücke suchen muss, halte ich Holtby eher für den passenden „10er“.

    Aber et is wie et is. Julian Draxler hat das Zeug dazu, alles zu lernen was für einen Top-Offensivspieler notwendig ist. Dass uns Lewis Holtby als 8er in der restlichen Saison soviel weiter gebracht hätte, sehe ich nicht so.

  13. blues sagt:

    @Torsten u. @Carlito
    Wen seht er ihr in dieser Rückrunde als Backups für Draxler auf der 10, und für Neustätter auf der 6?

  14. Torsten sagt:

    Als Backup für Draxler wurde eben Raffael ausgeliehen, einen anderen Spieler sehe ich da auch nicht. Ob sich Schalke traut, mit den „Küken“ Draxler und Meyer für diese Position in die nächste Saison zu starten, oder ob man eine Draxler-Konkurrenten verpflichtet, wird noch eine spannende Frage werden, denke ich.

    Die 6 ist m.E. ausreichend gut besetzt. Neustädter, Höger und Jones ringen um 2 Jobs, weiterhin sind Kolasinac und Matip gelernte „Zentraldefensivspieler“ und dort jederzeit einzusetzen.

    Fahrlässig dünn besetzt ist der Kader hingegen auf den Außenverteidigerpositionen.

  15. blues sagt:

    Grundsätzlich stimme ich dir mit der 6er Besetzung zu. Weil die Aussenverteidigerpostionen fahrlässig dünn besetzt, spielen Höger und Kolasinac eben häufig auf der AV-Position und stehen dann auf der 6er Position nicht zur Verfügung. Das kreative Talent bei Jones ist im Gegensatz zum Zerstörerischen eher schwach ausgebildet. Fällt dann noch Neustädter ins Formloch, fehlt doch einiges zur Spitzenmannschaft. Da hätte Holtby noch ein halbes Jahr Überbrückungshilfe leisten können. Wie immer: „hätte, hätte, hätte…“!
    Jetzt habe ich aber genug an den Holtby „einhalbesjahrzufrühverkauft“ Kollateralschäden dran rumspekuliert. Noch acht Spiele, dann kommt ein Strich drunter.

  16. Carlito sagt:

    @blues: würde mich bzgl. der 6’er-Position Torstens Ausführungen anschließen. Dass der Fuchs total außer Form kommt und nacheinander bzw. parallel auch noch Uchida und Höger sich verletzen, konnte/musste man so vielleicht auch nicht einkalkulieren.

    Wobei ohne den Formeinbruch vom Fuchser hätte der Kolasinac sicher nicht so schnell eine Chance bekommen, von daher war es auch für was gut. ;)

  17. blues sagt:

    @Carlito
    Kolasinac, Draxler, Matip: Die jungen Talente erst gewinnen und ihnen dann eine realisierbare Perspektive auf Spielzeit anzubieten und sie auch noch heranführen an BuLi, Pokal, EL und CL, ist sicher ganz hohe Kunst.

    Die Frage war: wen siehst du als annähernd gleichwertigen Ersatz für Draxler auf der Zehn, in der laufenden Rückrunde? :-))

    Fuchs, Uchida, Neustädter, Höger, Moritz, Papadopolus, Unnerstall waren zu dem Zeitpunkt als Heldt Holtby für wenig Geld ziehen lies, verletzt oder im Formtief oder extem schwankend in ihrer Leistung wie Matip…

  18. Carlito sagt:

    @blues: Ok, auch da muss ich mich Torsten anschließen. Als Backup für Draxler war sicherlich Raffael gedacht. Hat bis jetzt noch nicht so wirklich geklappt, gebe ich zu. Ich habe mittlerweile auch so meine Zweifel, ob das noch was wird, will die Hoffnung aber noch nicht ganz aufgeben.

    Falls Raffael nicht doch noch mal sticht, wird es wohl an Meyer hängen bleiben, oder man versucht es mit einem eigentlich falschen 10’er, also ner quasi hängenden Spitze, also mit Marica oder Pukki.

    Alles nicht die Idealzustände, gebe ich zu, aber ich hätte Holtby auch im Winter schon abgegeben. Interessant ist hier auch die Frage von Torsten, ob hier ggf. noch nen (erfahrener) Backup für Draxler im Sommer für die Position auf der 10 geholt wird, oder ab man das dem Duo Draxler/Meyer schon zutraut.

    Bin gespannt. Aber die Schalker Fangemeinde fordert ja auch immer, dass auf die – möglichst eigene – Jugend gesetzt wird. Mit der Lösung Draxler/Meyer hätte sie mal die Chance zu zeigen, wie weit es mit der Geduld her ist. ;)

  19. blues sagt:

    @Carlito
    Freut mich, dass du auf meine Frage reagiert hast. Noch ein allerallerletzter Kommentar: die Startaufstellung des defensiven Blocks in den beiden letzen Spielen von Holtby. In Klammern die Noten des „Kicker“. Nicht dass du denkst ich will Trugbilder produzieren.

    19.1. gegen Hannover
    Uchida (5) Höwedes (4) Matip (4,5) Fuchs (4,5)
    Höger (4) Neustädter (5)
    Holtby (1)

    26.1. gegen Augsburg
    Uchida (4) Höwedes (2,5 ) Matip (3,5) Fuchs (5)
    Neustädter (4) Holtby (3)

    Für die kommende Saison hängen alle Entscheidungen solange,bis das Finanzielle, d. h. der Tabellenplatz feststeht.Da warte ich noch.Wie beim Trainer.

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