Schalker „Geduld“

Schalke 04 gewinnt gegen die TSG Hoffenheim mit 3:0. Nach dem Spiel loben sich die Blauen selbst für ihre Geduld, dabei haben sie lediglich 70 Minuten schlecht gespielt. Verdient war der Sieg natürlich trotzdem, schließlich war Schalke immerhin stets bemüht und Hoffenheim arg destruktiv.

Hoffenheim steht das Wasser bis zum Hals. Nach einer furchtbaren Hinrunde hatte man zuletzt vor allem die Defensive stabilisiert. Auch auf Schalke sah der Hoffenheimer Spielplan offensichtlich ein 0:0 als Ziel plus Hoffnung auf einen Lucky-Punch vor. Hoffenheim verteidigte ordentlich. Schalke machte es ihnen aber auch nicht schwer.

In den ersten Minuten kam Schalke zu zwei guten Möglichkeiten, danach folgte aber lange Zeit nichts mehr. Schalke spielte zu umständlich, zeigte nicht genug Zug zum Tor. Immer wenn man den Eindruck hatte, dass mit schnellem Spiel eine Chance entstehen könnte, spielte irgendein Blauer quer, nahm das Tempo raus und ermöglichte Hoffenheim, wieder in die defensive Ordnung zu finden.

Schalke fehlte als Team der geeignete Plan, um zu Torchancen zu kommen, und auch die Einzelspieler konnten sich lange nicht entscheidend durchsetzen. Julian Draxler verhedderte sich immer wieder zwischen den eng stehenden Hoffenheimern und Michel Bastos und Jefferson Farfán erfuhren auf ihren Flügeln zu wenig Unterstützung von ihren Kollegen, kamen alleine auch kaum zur Geltung.

Alles lief auf ein torloses Unentschieden zu, bis 20 Minuten vor Schluss Hoffenheim doch einmal zu weit aufrückte, Marco Höger die Situation erfasste und nach tollem Konter mit Jefferson Farfán selbst abschloss. Damit waren die drei Punkte eingefahren und der Gegner besiegt. Der Rest war nett anzuschauen.

Später sagte Jens Keller, und auch einige Spieler, man hätte Geduld bewiesen. Eine Floskel, die gerne dann bemüht wird, wenn man selbst nicht gut war und man froh ist, dass der Gegner am Ende doch noch einen Fehler anbot. Eine Floskel, mit der Unzulänglichkeit positiv dargestellt wird. Schließlich zeigte sich Schalke nicht absichtlich 70 Minuten ungefährlich, es ging eben nur nicht besser. Ich hoffe, dass Schalke demnächst mal wieder von Beginn an Druck macht, sich Chancen erspielt und früh in Führung geht, möglicherweise gar höher als nur 1:0. Niemand wird dann Schalker Ungeduld bemängeln.



29 Kommentare zu “Schalker „Geduld“”

  1. Detlef (doktor_d) sagt:

    Es war ein, Arbeits- und Pflichtsieg gegen einen Anstiegskandidaten. Ein Spiel für die Statistik, nicht mehr und nicht weniger.
    Schalke hat Hoffenheim so gut wie nichts angeboten, anders als gegen Nürnberg, auch ein Erfolg. Und wenn es einige Spieler so wollen, dann ist das eben Geduld gewesen. Mir egal wie man das nimmt. So egal wie mir das Spiel eigentlich war.

  2. | Fokus Fussball sagt:

    […] besiegt Hoffenheim mit 3:0. Torsten Wieland (Königsblog) stemmt sich gegen die Floskel vom “geduldigen Spiel”. Er sah 70 schwache Minuten. Tim […]

  3. Schalke_Pix sagt:

    Torsten Wieland

    und warum man ein 3 zu 0 schlecht redet. Bei allem Respekt vor deiner Arbeit. Leute wie Dich haben wir viel zu viel und es ist schon fast peinlich deine Kolumnen zu lesen. Man kann halt nicht immer so spielen wie in der ersten Halbzeit gegen Dortmund. Sicher kann man auch manchmal mehr von der Mannschaft erwarten, aber nach einen 3 zu 0 nach immer wieder schweren Rückschlägen in letzter Vergangenheit muss man auch mal mit der Mannschaft gehen und nicht immer alles gleich wieder kaputt schreiben. Leute wie Du sind es die quer spielen und nicht die Spieler die das Spiel 3 zu 0 gewonnen haben. Sicher gab es in letzter Zeit nicht viel Positives über Schalke zu schreiben. Aber muss man deswegen jeden Hoffnungsschimmer gleich wieder zerstören in dem mann sogar ein 3 zu 0 schlecht schreibt? Natürlich muss man auch mal kritisieren aber muss man ehrlich einer eh verunsicherten Mannschaft einen verdienten Sieg so absprechen? Ich denke nicht und es unser aller Ziel Schalke gemeinsam nach Vorne zu bringen auch das von einen Torsten Wieland.

  4. Torsten sagt:

    @Schalke_Pix:

    Zunächst mal vielen Dank, dass Du Deinen Kommentar nicht nur bei Twitter belassen, sondern ihn hierhin gebracht hast.

    Grundsätzlich sehe ich das hier nicht als „Job“, ich sehe es nicht als meine Aufgabe, Dinge die nicht gut waren, besser darzustellen, um eine positive Stimmung zu verbreiten. Für solche Stimmungsmache gibt es genügend Stellen im WWW, Fanpages, vor allem bei Facebook, oder auch die offizielle S04-Webseite. Ich führe dieses Blog, um meine Meinung öffentlich darzustellen. Ich gebe damit anderen die Möglichkeit, in den Kommentaren die eigene Meinung gegenüberzustellen. Meistens kommt es dann zum (Gedanken-)Austausch, zumindest zur Beschäftigung mit der anderen Meinung. Ich halte das für fruchtbar, und mir und einigen Anderen macht das Spaß.

    Noch kurz zum Sport: Dass der Sieg trotz schlechtem Spiel über 70 Minuten verdient war, schrieb ich gleich vorneweg. Gleichwohl muss Schalke mehr leisten und sich nicht nur auf Fehler des Gegners verlassen, wenn es den Anspruch hat, in der Champions League zu spielen. Es ist großes Glück, dass die Chance zur Qualifikation überhaupt noch besteht, dem ist nur auf Grund des niedrigen Punkteniveaus hinter Bayern München noch so. Es mag ob der Ergebnisse paradox klingen, aber vom Spielerischen her war das Spiel gegen Hoffenheim ein Rückschlag, gegen Nürnberg hatte S04 lange viel mehr „Plan“ und ein Rezept, das Spiel aus eigener Kraft zu gewinnen, auch wenn es furchtbar endete.

  5. eakus1904 sagt:

    @Schalke-Pix: Aber warum soll man sich etwas in die Tasche Lügen, nur weil wir 3:0 gewonnen haben? Klar, das Ergebnis ist völlig in Ordnung und natürlich kann man nicht immer so spielen wie in der ersten Hälfte gegen Lüdenscheid, aber Torstens Analyse ist doch nur eins:Wahr!
    Das Spiel war 70 Minuten lang schlecht, erst nach dem 1:0 war der Knoten geplatzt und es hätten sogar noch zwei Tore mehr fallen können. Wäre immer noch vollkommen verdient gewesen!

    Wenn jetzt hier gestanden hätte, es handele sich um einen unverdienten Sieg, hätte ich auch widersprochen! Aber nur aufgrund des klaren Sieges das Spiel schönreden, muss nicht sein!

  6. eppinghovener sagt:

    Auch wenn die Geduld teils Floskel war die eigene Unzulägnlichkeit vor dem Tor zu kaschieren – da gebe ich dir Recht – so war es meiner Meinung nach dann doch die Geduld die den Ausschlag gegeben hat dass es dann schlussendlich nicht so endete wie gegen den Club.

    Schalke war relativ Feldüberlegen, hatte Hoffenheim den Ball stand man sehr schnell sehr sicher, schaltete allerdings nach vorne (abgesehen von dem Mustergültigen Konter Höger/Farfan) auch nur sehr schwerfällig um.

    In den vorherigen Spielen mit ähnlicher „Überlegenheit“, respektive ähnlich stark konterlastigem Gegner lief es immer darauf hinaus dass sich irgendwie alle um den Strafraum herum einfanden und den Gegner so in die Karten gespielt hat indem man sich grade dafür anfällig gemacht hat worauf eh gespielt wurde – Konter.

    Ob das nun Fortschritt – weil man sich endlich bewusst ist dass man sehr konteranfällig ist, oder eben nicht jede Abwehr mit extremer Überladung auf den Flügeln in jedem Spielzug knacken kann – oder Rückschritt/Stagnation ist, weil man den Gegner nicht den größten Teil unter Druck setzte, bleibt abzuwarten.

    Dass genau die nominellen Offensivkräfte (Bastos, Farfan, Draxler – Marica nehme ich da raus, der hat mir bis auf die eine Szene gut gefallen) keinen Sahnetag hatten kommt natürlich auch als Faktor dazu – darf allerdings keine Ausrede im Falle einer Niederlage sein.

  7. newtons_apfel sagt:

    @Schalke_Pix Was bist du, ein mündiger Fan oder ein Lemming? Wenn ein Spiel nicht dem entspricht, was eine Mannschaft zu leisten im Stande ist, dann muss das auch klar ausgesprochen werden dürfen. Und das hat Torsten hier getan. Wenn du lieber eitel-sonnenschein willst, dann schreib deine eigenen Berichte und lies sie immer wieder. Ansonsten finde dich bitte mit der Realität ab, in der auch ein 3:0 Sieg mal, ähnlich wie beim Hinrundenspiel gegen Mainz, einfach unattraktiv und unter den Möglichkeiten der Mannschaft sein kann.

  8. ubremer sagt:

    Ist der Wieland’sche ‚Luck-Punch‘ gemeint? Oder der in der Boxer-Szene bekannte ‚Lucky-Punch‘ ?
    ;-)

  9. k11n sagt:

    Hm, war etwas überrascht… mir scheint der heutige Artikel auch etwas zu negativ. Wir sind uns sicher einig, dass die Leistung nicht extrem gut war.. aber mir hat es gereicht. Nix rein gelassen, vorn 3 Tore, was will man mehr? Ich hatte echt schlimmeres erwartet, gegen eine Mannschaft, die mit dem Rücken zur Wand steht. Pflicht erfüllt, würde ich sagen.

  10. Schalke_Pix sagt:

    Grundsätzlich möchte ich sagen, dass es kaum jemanden gibt der so kritisch mit Schalke umgeht wie ich. Aber man muss sich auch mal irgendwann zufrieden geben. Wenn ihr den perfekten Fußball wollt, dann müsst Ihr Fans von Barcelona oder den Bayern werden und nicht von Schalke 04. Ihr habt solch ein Selbstverständnis dafür dass Schalke großen Fussball zeigen muss das nicht mal mehr ein 3-0 ausreicht um euch zufrieden zu stellen. Früher habe wir solche Fans gehasst. Wir nannten sie Bayern Fans!!!

  11. Torsten sagt:

    @ubremer:

    Danke für den Hinweis!

    @eppinghovener:

    Das ist nun mal die Krux. Gegen eine ordentlich organisierte Defensive kann ein einzelner Spieler nur in seltenen Fällen etwas ausrichten; selbst überragende Individualisten tun sich da schwer. Ein gutes Offensivspiel braucht übergreifende Wirkungskreise. Diese „kreative Unordnung“ steht wiederum der eigenen geordneten Defensive im Weg.

    Aber hey, wir reden hier über den Club, der sich selbst gerne als einer der Top-Clubs sieht (und das häufig genug auch schafft). Da darf man – ich persönlich finde „da muss man“ –solch ein Können erwarten.

    @k11n

    .. aber mir hat es gereicht. Nix rein gelassen, vorn 3 Tore, was will man mehr?

    Hatte es Dir auch zur 69 Minute schon gereicht oder reichte es Dir nun, nachdem es gut ausgegangen ist? Hätte Dir die gleiche Leistung auch gereicht, wenn es 0:0 ausgegangen wäre?

    @Schalke_Pix

    Früher habe wir solche Fans gehasst. Wir nannten sie Bayern Fans!!!

    Früher machte Schalke nicht derart auf dicke Hose wie heute. Früher gab es keinen Kader, der sich nur dann dauerhaft refinanzieren lässt, wenn man Champions League spielt. Früher war der Kader nicht voller Nationalspieler. Die Voraussetzungen sind nicht zu vergleichen. Eigentlich ist nicht mal mehr der FC Schalke 04 von 2001-2007 mit dem FC Schalke 04 von 2008 bis heute zu vergleichen; dieses „Zwischen-Früher“ liegt also gar nicht so lange zurück.
    Das gefällt mir übrigens auch nicht.

  12. derwahrebaresi sagt:

    spielweise und ergebnis waren mir am samstag völlig egal.

    ich kann es immer noch nicht fassen.

    und ja ich weiß, das leben geht weiter.

  13. Der Grieche sagt:

    Mit Geduld war meines Erachtens vor allem die Defensive gemeint. Also die Fähigkeit, selbst wenn es lange 0:0 steht nicht alles nach vorne zu werfen und damit die Defensive zu entblößen. Das hat geklappt. Und natürlich können wir jetzt nur so gelassen darüber reden, weil Hoffenheim in einen Konter gelaufen ist und Schalke noch drei Tore gemacht hat. Aber abgesehen davon fängt Schalke in dieser Saison im Durchschnitt 2 Tore pro Spiel. Dass es diesmal zu Null ausging werte ich selbst gegen den Tabellenvorletzten als Erfolg.

    @derwahrebaresi:
    Ich kann es auch noch nicht fassen.

  14. Charles Minor sagt:

    Geduld sicher auch für uns Fans. Ein frühes Tor wäre schön gewesen, aber bis zur 70. hatte man immer noch die Befürchtung, das Schalke wieder das Betteln zum Gegentor anfängt.Es war noch lange nicht alles rund. Aber es ist halt wie es ist, es war nicht zu erwarten, das in dieser quirligen Zeit und der rasanten Talfahrt der letzten Monate einer das Licht anknipst und alles perfekt läuft. Was für mich positiv war, Pukki und Rafael hatten endlich ihre Erfolgserlebnisse, und der Sieg festigt die Möglichkeit, das wir uns nicht wieder mit einem neuen Trainer rumschlagen müssen, sondern das Jens Keller erstmal die Möglichkeit gegeben wird, eine Mannschaft zu formen und er nächste Saison bleibt.Sein Vorteil ist der, das er weiss was von unten aus dem Schalker Nachwuchs kommt und wie er das zu beurteilen hat, was er da findet.

  15. k11n sagt:

    @Thorsten
    Hatte es Dir auch zur 69 Minute schon gereicht oder reichte es Dir nun, nachdem es gut ausgegangen ist? Hätte Dir die gleiche Leistung auch gereicht, wenn es 0:0 ausgegangen wäre?

    – Fußballspiele bewertet ich generell erst nach 90 Minuten.. erst dann ist das Spiel um und erst dann zählt das Ergebnis. So schlecht können sie ja nicht gespielt haben, sonst hätte Hoffenheim schon 5:0 zur Pause geführt und wir wären der neue HSV. Das ist doch das geile am Fußball.. da spielt man halt mal ne nicht so gute Halbzeit, aber wenn man es am Ende reißt, ist das für mich in Ordnung. Oder hast du nach dem Spiel gegen Inter auch erst mal angefangen über das frühe Gegentor zu motzen und den späteren Sieg ausgeblendet? Für mich muss das alles nicht perfekt sein… ich kann mich trotzdem über den Sieg freuen. :) Und natürlich hätte ich mich über ein Unentschieden geärgert, über eine Niederlage noch viel mehr.. und ich hätte es auf die Spielweise geschoben.. aber das ist ja nicht der Punkt, denn sie haben doch dafür gesorgt, dass es nicht dazu kam – warum sollte ich mich dann mit einem „hätte“ rum ärgern? :)

  16. Rjonathan sagt:

    Zunächst mal zu deinem ersten Kommentar: „Ich halte das für fruchtbar, und mir und einigen Anderen macht das Spaß.“
    Ich auch & mir auch! :-)

    Ich habe nur die erste Halbzeit gesehen, dann saß ich im Zug und habe den Ticker alle 20 Sekunden aktualisiert. Das Spiel hatte ich ehrlich gesagt schon abgeschrieben, nur gehofft, dass uns nicht so ne Fürth- oder Nürnberg-Nummer passiert.

    Aber auf der anderen Seite: nachdem das in diesen beiden Spielen so total in die Hose gegangen ist, kann man die Geduld loben, einmal der glückliche bei einem Fehler des Gegners zu sein. Wir sind ja nicht Barcelona und können jede Abwehr schwindelig spielen. Manchmal stehen wir uns selbst im Wege und müssen geduldig auf Mithilfe des Gegners hoffen. Insofern finde ich Geduldsspiel richtig. Nicht in dem Sinne: Haben wir uns mit schönem Spiel Verdient. In dem Sinne: Trotz mittelmäßigen Tag sind wir dran geblieben und haben auf den Fehler des Gegners gewartet. Hätte natürlich nicht kommen können, dann wäre es ein grauenhaftes 0:0 geworden. Und dann hätte – da gebe ich Dir recht – keiner die Geduld gelobt. Aber wen man sich nach 70 Minuten schon total hängen lässt, weil man denkt, klappt heute sowieso nicht mehr, dann kassiert man in der 90igsten noch das Gegentor und geht ohne Punkte nach Hause. Insofern: Lob für Geduld passt. Kritik am Offensiv-Spiel auch.

  17. Carlito sagt:

    Schließe mich der Einschätzung von eppinghovener und einigen anderen an, die Ordnung und Geduld, bezog sich wohl hauptsächlich auf die Defensive und war wohl so auch ausdrücklich von Keller gefordert und gewünscht.

    Nicht schön anzusehen, aber verständlich, nachdem man vor allem gegen Nürnberg eigentlich schon 3-0 führen muss, um dann mit 0-3 baden zu gehen.

    War es deshalb schön anzusehen? Bis zum 1-0 sicherlich nicht! Trotzdem kann ich den Wunsch des Trainers nach mehr defensiver Stabilität verstehen. Und meiner Meinung nach ist er auch richtig, denn mit 40+ Gegentoren zieht man normalerweise nicht in die CL ein.

    Und bei unserer individuellen Qualität im Kader kommt man halt doch häufig noch zu dem einen Tor. Nützt aber nix, wenn man sich vorher schon 2-3 Konter eingefangen hat.

    Ich denke aktuell passt generell die Balance im Team zwischen Offensive und Defensive nicht richtig. Meiner Meinung nach macht Keller aber vieles richtig, um diese zu finden bzw. sich diese möglichst nicht negative auswirken zu lassen.

  18. Torsten sagt:

    Wir sind ja nicht Barcelona und können jede Abwehr schwindelig spielen.

    So ähnlich ist das weiter oben auch schon zu lesen. Da steckt eine gewisse Kritik an vermeintlich zu hohen Erwartungen drin. Ich finde das irgendwie „falschrum“. Hoffenheim war schon vor diesem Spiel die zweitschlechteste Auswärtsmannschaft der Liga. Schon vorher standen 2 Siegen und einem Unentschieden 9 Niederlagen gegenüber, bei einem Torverhältnis von 15:24. Umgekehr hat Schalke den Anspruch CL zu spielen, hielt sich für im Achtelfinale unter wert geschlagen, für eine moralische Viertelfinalmannschaft. Und ihr tut so, als wäre es vermessen, Torchancen gegen Hoffenheim zu erwarten? Man sei ja nicht Barcelona? IHR seid hier die größeren Kritiker, meine Herren, nämlich an der grundsätzlichen Leistungsfähigkeit der Schalker Mannschaft …

    Fußballspiele bewertet ich generell erst nach 90 Minuten.. erst dann ist das Spiel um und erst dann zählt das Ergebnis

    Ok, das ist ein grundsätzlicher Unterschied zu meiner Sichtweise. Würde ich es auch so machen, könnte ich kein Blog schreiben. Ich halte das für falsch. Aber jedem das Seine.

    Dass es geil sein kann, unverdient zu gewinnen, mit Massel, gerne auch mit einem unberechtigten Elfer in der 92. Minute – um es mal extrem zu zeichnen – dem Widerspreche ich nicht. Und um das mal klarzustellen: Natürlich freue ich mich über restlos jeden Sieg! Natürlich jubel ich im Stadion über jedes Tor! Aber das lässt mich eben nicht das zuvor gesehene vergessen.

    Oder hast du nach dem Spiel gegen Inter auch erst mal angefangen über das frühe Gegentor zu motzen und den späteren Sieg ausgeblendet?

    Erst die anderen mit Barca, jetzt kommst Du noch mit Inter ;)
    Mein Text zum Spiel gegen Inter las sich übrigens so:
    Unglaublich: Schalke siegt FÜNF:2 in Mailand!

  19. Stollengewitter sagt:

    Deine Sichtweise des Spiels deckt sich so ziemlich mit meiner-Just vor den Toren dachte ich noch „here we go again“. Hab schon auf das Kontertor oder den dicken Abwehrschnitzer förmlich gewartet. Gut das es nicht so kam, gut aber auch dass du den Finger in die 70 minütige Wunde legst.

  20. Rjonathan sagt:

    @Torsten

    Bitte auch den letzten Satz beachten: „Lob für Geduld passt. Kritik am Offensiv-Spiel auch.“

    Selbstverständlich kann man gegen Hoffenheim mehr erwarten, auch wenn man nicht Barcelona ist. Aber wir haben halt Formschwankungen und an schlechten Tagen müssen wir dann „Geduldsspiele“ spielen. Ich denke, dein Ärger in letzter Zeit geht in die Richtung „Bullshit Bingo“. In der Öffentlichkeit wird alles schön geredet. Immer nur die positive Seite nach außen gekehrt. Vielleicht ist das aber die richtige Leitlinie bei einer jungen Mannschaft. Und vielleicht wird nach innen auch Tacheles geredet. „Vielleicht“ ist auch so ein Schönrede-Wort. :-)

  21. blues sagt:

    Komisch, über den Unterschied zwischen uns und Barcelona habe ich Ostern auch nachgedacht. Ich kam zu dem Schluss, dass Barcelona Heldenfußball und Konzeptfussball elegant verbindet. Schalke dagegen spielt seit Jahren reinen Heldenfußball. Der Versuch, endlich auch konzeptionell ein Bein auf den Rasen zu bringen, liegt seit der Krankheit Rangnicks erneut brach.
    So siegte auch am Samstag in den letzten 20 Minuten einzig die individuelle Klasse unserer Fußballgötter. Geduld, heißt Langmut, und meint im Kellerschen Sinn, die Fähigkeit zu warten, bis sich im Spiel die individuelle (Helden-)Klasse durchsetzt. Machen wir uns nichts vor, Moneten und nicht Ideen, gewinnen auf Schalke Spiele.

  22. blues sagt:

    @hoffedocS04,
    Hoffenheim schafft es ja gerade locker die Schalker Frequenz bei Trainer- und Managerwechsel zu toppen. Jetzt kann sogar Gisdol zum Helden werden! Bin gespannt.

  23. hoffedocS04 sagt:

    @blues
    nur weil DU es bist, eine Antwort:
    hmm, äh, ja, naja, so ist es wohl, so mag´s wohl sein;-)

  24. Maddin sagt:

    Man kann es dem Koenigsblog Chef und den Teilnehmern aber auch nicht recht machen. Dem Schalker an sich sowieso nicht. Das zieht sich seit Jahren wie ein roter faden durch die Saisons. Ich fahre ja mittlerweile schon nur noch mit Stöpseln im Ohr zur Arena und mit Tunnelblick zurück. Auch hier halte ich mich emotional zurück. Mein naives Schalker-Dasein wird gerade von allen Seiten torpediert, mein persönliches Ziel ist es da nicht mitzuspielen. Paaah.
    Scheiss Spiel. Drei Punkte. Platz 4. Bier war kalt. Currywurst lecker. Ick freu mir.

  25. hoffedocS04 sagt:

    @Maddin
    Das 1. ist die Schalkefansiegfreude
    und das 2. die Fußballliebhabermitkritischemblickanalyse
    das 3. ist die Ichgehinsstadionummichdurchzumeckernhaltung

    Du hast 1.
    Torsten hat/macht 1. und 2.
    und deine Wegenihnenhabeichohrstöpselnachbarn im Stadion haben 1. und 3.

    Aber 2. und 3. sollte man schon auseinanderhalten

  26. blues sagt:

    @hoffedocS04

    Mit Babbel und Müller/Kurz sah ich ja keine Chance für euch. Wie es euch mit Gisdol geht, bin ich gespannt!
    Gibt es die PKs von Hoffen(!)heim mit Gisdol vor den Bundesligaspielen im Internet?

  27. hoffedocS04 sagt:

    @blues
    die gibt´s – wenn sich nicht akut was geändert hat – nur kostenpflichtig im VereinsTV.

    Dies ist – mit der Bis-zu-einem-gewissen-Grad-Einschränkung Stanislawski – die erste Konstellation seit Rangnick, von der ich mir was verspreche. Wollten diese Lösung schon in der Postbabbelblubberära, aber da hat sich Andreas Müller durchgesetzt. Der ist regelrecht aufgeblüht in seinem neuen Job, aber so richtig viel zugetraut habe ich ihm nicht, und Kurz ist ein fleißiger Arbeiter, dessen Reputation dieser Job nicht nützlich war. (Pekuniär hatten allerdings alle was davon, die hier ein paar Monate Dienst taten..)

    Trotzdem: entweder hat Hopp jetzt endlich begriffen, was er an Rangnick hatte (ich glaube schon, da er Rangnicks Meinung wohl wieder eingeholt hat) oder der Verein ist im doppelten Wortsinn nicht zu retten. Das wäre schade, denn diese Region braucht einen Bundesligaklub, und für die begeisterten 6- bis 13jährigen hier ist „ihre“ TSG ein Traditionsverein;-)

  28. hoffedocS04 sagt:

    @blues

    Mediathek swr3 hat ein Stückchen Pressekonferenz mit Markus Gisdol zum Spiel gegen Düsseldorf und ein Interview mit Jannik Vestergaard gestern Abend in „Sport im Dritten“, wo Gisdol ausführlich zur Sprache kommt

  29. blues sagt:

    @hoffedocS04
    Danke für den Hinweis.

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