Ma‘ so, ma‘ so

An Schalke 04 ist nur das Unstete stet. Das gilt für alle Bereich, für die Clubpolitik im Großen und Ganzen, für die Kommunikation der Protagonisten, sowie für die sportlichen Ergebnisse über die Jahre, in der aktuellen Saison und sogar in vielen einzelnen Spielen. Auch das Spiel in Bremen war wieder ein solches. Allerdings mit gutem Ende, mit einem 2:0 Sieg, mit einer Verbesserung während der Spielzeit und deshalb so, dass man seinen Frieden damit machen konnte.

Dass es ohne Gegentor in die Pause ging war schon alles, was aus Schalker Sicht bezüglich der ersten Halbzeit positiv zu vermerken war. Schalke fand überhaupt nicht ins Spiel, zeigte sich zu passiv. Bremen spielte gut. Die Offensive der Werderaner zeigte sich ballsicher, schnell und mit Zug zum Tor. Kevin de Bruyne war stark, Marco Arnautovic ließ Sead Kolasinac mehrmals alt aussehen, und vor allem wenn Aaron Hunt mit nach vorne eilte, kam Schalkes Defensivordnung mächtig durcheinander.

Zum Glück war mit Anpfiff der zweiten Halbzeit alles anders. Plötzlich agierte Schalke und den Bremern blieb nur die passive Rolle. Jens Kellers Halbzeitansprache schien richtig gewesen zu sein, seine Einwechslung Raffaels für den schwachen Michel Bastos war es auch. Raffael trieb den Ball immer wieder nach vorne, versuchte das Schalker Spiel schneller zu machen. Julian Draxler hatte in 25 Minuten auf der linken Außenbahn mehr gute Szenen als in der gesamten ersten Hälfte. Zwar gingen beiden Schalker Toren Bremer Abwehrfehler voraus, durch Schalker Druck erzwungen waren sie trotzdem. Insgesamt schoss Schalke 18 Mal auf das Bremer Tor, 16 davon in der zweiten Halbzeit.

Am Ende war es ein verdienter Sieg, restlos gut kann das Gefühl aber nicht sein. Auch dieses Spiel hat wieder gezeigt, dass man immer auch mit einer schlechten Leistung dieser Schalker Mannschaft rechnen muss. Noch sechsmal. Ma’kucken.



8 Kommentare zu “Ma‘ so, ma‘ so”

  1. Schalke_Pix sagt:

    Du hast es genau auf den Punkt gebracht.
    Ein sehr gutes Kommentar. :-)

  2. Werder. | unter Flutlicht… sagt:

    […] Meinungen zum Spiel: Ma’ so, ma’ so – Königsblog Die Statistik lügt nicht – Blogundweiss Selbstzerstörung – Papierkugel Blog (Werder […]

  3. eakus1904 sagt:

    Der Kommentar bringt es-mal wieder- auf den Punkt.

    Eines sollte man aber noch herausstellen, finde ich. Nicht alle waren schlecht in der ersten Halbzeit! Im Gegenteil,Timo Hildebrand hat uns mit einigen starken Aktionen überhaupt im Spiel gehalten.
    Die Entscheidung Jens Kellers, Hildebrand öffentlich klar zur Nummer eins zu machen, war sicher nicht die schlechteste!

  4. ReinerEdelmann sagt:

    Raffael scheint nun langsam angekommen zu sein – er kann mit seiner Ballsicherheit, seinem Tempo und seinem Auge in der Endphase der Saison ganz wichtig werden.

    Leider wird Bastos nun von Woche zu Woche schwächer.

  5. toms3n sagt:

    Bezüglich Raffael fällt mir bisher nur der Spruch mir der Schwalbe und dem Sommer ein.
    Schließlich konnte er in seinen ersten Auftritten gar nicht überzeugen. Also mal abwarten.
    Bastos macht es sich aber auch unnötig schwer, da er gerne den Ball länger hält als notwendig und dabei gerne mal in die Mitte zieht, wo aber eigentlich schon andere Blaue warten.
    Das Ziehen kommt vermutlich daher, dass Sead im Gegensatz zum Fuchser oder Escudero ein reiner (aber sehr guter) Zerstörer ist und sich somit kein effektives Offensivspiel mit ihm aufbauen lässt.
    Der Assist gegen Hoffenheim war mMn eher eine positive Ausnahme.

    Das wichtigste ist, dass die Gesamt-Tendenz des Teams stimmt und dass nun auch Spiele gewonnen werden, die zuletzt noch blutleer und vielleicht auch mit Pech abgegeben wurden.

  6. Ney sagt:

    Da fragt man sich aber doch, wie kommt es zu so einer passiven Haltung im ersten Durchgang, dieses nur-90%-Geben? Im Stadion dachte ich, die Mannschaft hätte vielleicht aus dem Hoffenheim-Spiel die „Lehre“ mitgenommen, offensiv lange nicht viel tun zu müssen, irgendwann würde schon für uns ein Tor fallen; allerdings haben sie dabei vergessen, defensiv ausreichend zu arbeiten.

  7. Detlef sagt:

    Die Frage ist, ist das Glas halb voll, oder halb leer? Oder ist es gar mehr als halb voll? Die Ergebnisse stimmen jedenfalls.

  8. hoffedocS04 sagt:

    Heute ausnahmsweise richtige Mittagspause und eine Woche mit mehr Ruhe. Da habe ich mir eben Torstens „100 Tage Jens Keller“ und diesen Beitrag mit allen Kommentaren mal konzentriert durchgelesen.

    Mein Hintergrund ist dabei – auch(!) – die Trainerwechsel in Hoffenheim, besonders jetzt der letzte zu Markus Gisdol.

    Von einem Trainer erwarte ich eine „Handschrift“, erstmal unabhängig davon, wie gut die Mannschaft das umsetzt, nach einer gewissen Zeit dann aber auch, dass die Handschrift im Spiel sichtbar wird.

    Um hier nicht gleich wieder ein „Reizklima“ zu schaffen, wie es in einigen Beiträgen zu Jens Keller durchschien, erstmal zur TSG. Als Marco Kurz kam, waren seine erklärtermaßen wichtigsten Themen: Abwehr stabilisieren und „Abstiegskampf“. Folge war ein besseres Stellungsspiel in der Defensive, eine nicht vorhandene Offensive und unverhältnismäßig viele Fouls. Bei eigenem Spielaufbau Ratlosigkeit.

    Markus Gisdol hat erklärt, „Abstiegskampf“ sei nicht sein Thema. Der Klassenerhalt sei, wenn er erreicht werde, eine „Zugabe“. Sein Ziel sei attraktives Fußballspiel. Offensives Pressing, schnelle Balleroberung, als Mannschaft hoch stehen, schnelles Umschaltspiel, das bessere Defensivverhalten natürlich inklusive. Die Mannschaft, die auch unter Marco Kurz gut trainiert hat, aber bei eigenem Ballbesitz hilflos war, nimmt dies jetzt dankbar an. Einige kannten Gisdol schon als Trainer der U23 und freuen sich, dass er diese Konzeption, für die er immer stand, wieder aufgreift.

    Jetzt mein „Umschaltspiel zu Schalke“: Ich versuche mich zu erinnern, was Kellers inhaltliche Kernaussagen waren. Was wollte er spielen lassen, was erreichen? Wenn man einem Trainer abspricht, zu begeistern, Torsten, ist das nicht nur eine „Geschmacksfrage“. Es ist doch eher die Frage, hat er ein „mitreißendes“ Konzept. Was vermittelt er – öffentlich und intern – als Kernbotschaft an seine Spieler; und sehe ich nach 100 Tagen davon etwas auf dem Platz. Das fällt mir bei ihm schwer. Du stellst das dar: Siege oder Niederlagen wirken eher zufällig als herausgespielt bzw. als Folge der Schwäche eines Konzepts. Wenn Keller bleiben will, muss er versuchen, aus dieser „Beliebigkeit“ herauszukommen.

    Noch zwei Anmerkungen:
    Markus Gisdol kann unter Huub Stevens nur begrenzte Aufgaben gehabt haben, sonst hätte das Spiel anders ausgesehen, da er sehr gezielt auf Gegner vorbereitet (das bedeutet, wie man an Tuchel sieht, längst nicht automatisch Siege!) und die Spiele unter Stevens relativ gleichförmig angelegt wirkten.
    Veh hatte kein Angebot vorliegen.

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