MSV Duisburg, unwirtschaftlich

Der MSV Duisburg steht vor dem Absturz in eine Amateur-Liga. Den finanziellen Nöten des Clubs liegt eine Fehlplanung um das 2003 von Walter Hellmich gebaute, neue Stadion zugrunde. Eine kurzer Blick aufs Problem.

2004 gab Walter Hellmich der Zeitschrift „Stadionwelt Inside“ ein Interview. Auf die Frage nach dem finanziellen Spielraum des MSV für den sportlichen Bereich wird er wie folgt zitiert:

Unser Stadion ist langfristig finanziert, die jährliche Belastung beläuft sich auf 1,8 Millionen Euro. Dabei haben wir durchweg lediglich mit Zweitligazugehörigkeit kalkuliert, bei einem Zuschauerschnitt von 12.000.

Klingt gut, entspricht aber nicht mehr dem, was man heutzutage bezüglich der Stadionkosten des MSV zu lesen bekommt. Anlässlich der nicht bewilligten Lizenz schrieben die Redakteure der WAZ folgende Sätze in ihre Zeitung:

Auch die Zukunft der Arena steht in den Sternen, wenn es in Duisburg keinen Profifußball mehr gibt. Bisher musste der MSV pro Saison fünf Millionen Euro Stadionmiete zahlen. Die Arena war unter Regie des damaligen Präsidenten Walter Hellmich entstanden. Die Miete war für die erste Bundesliga kalkuliert. Ein naiver Schritt, der dem Verein wie ein Mühlstein um den Hals hängt.

Wenn der MSV Duisburg 5 Millionen Euro für das Stadion aufbringen muss, ist es vollkommen unerheblich, ob man nun noch mal die Lizenz erhält oder nicht. Dann steht über kurz oder lang die Insolvenz bevor, denn dann ist das Stadion ein Zuschussgeschäft für den Verein.

Der MSV hatte in der vergangenen Saison einen Zuschauerschnitt von 12.913. Die Arena bietet rund 7.000 Stehplätze zu je 12 Euro, die Sitzplätze kosten zwischen 21 und 34 Euro (jeweils Tagespreise). Nur mal über den Daumen gerechnet*: Bei 6.000 verkauften Stehplatztickets und 7.000 für einen Preis von 31 Euro verkauften Sitzplatztickets pro Spiel kommt der MSV nach 17 Heimspielen auf eine Gesamteinnahme von 4.913.000 Euro. Ohne Steuerabzüge, ohne Dauerkartenrabatte, ohne vergünstigte Familientickets. Bei Kosten von 5 Millionen pro Jahr wäre es für den MSV Duisburg wirtschaftlicher, seine Spiele ohne Zuschauer, auf dem Vereinsgelände an der Westender Straße auszuführen.

Eben deshalb soll nun eine städtische Stadiongesellschaft gegründet und der Verein entlastet werden, wie die Rheinische Post berichtet. Ein teures Unterfangen, sowohl für die finanzschwache Stadt, als auch für die Gläubiger des Vereins. Vermutlich aber immer noch besser, als von einem zahlungsunfähigen und in den Niederungen des DFB spielenden Club überhaupt kein Geld mehr erhalten zu können. Vermutlich kommt diese Einsicht allerdings zu spät. Eigentlich lässt die DFL in diesem Lizenzsierungsverfahren keine Nachbesserungen zu. Eigentlich. Ma’kucken.



Linktipp: Für die Rheinische Post haben Hermann Kewitz und Stefanie Sandmeier die Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Lizenzverweigerung zusammengestellt.



* Die „Über den Daumen-Rechnung“ stammt von Freund und MSV-Fan ZebraZwist



21 Kommentare zu “MSV Duisburg, unwirtschaftlich”

  1. erda sagt:

    Offenbach hat jetzt auch ein Stadion am Hals das niemand braucht oder bezahlen kann.
    Es ist immer das Gleiche: Letztendlich machen sich Kommunen mit einem Stadion erpressbar und die Öffentlichkeit darf zahlen.

  2. Tobias sagt:

    Ist die Rechnung nicht ein wenig zu simpel? Na klar ist das nur über den Daumen gepeilt. Aber gibts beim MSV keine Verpflegung im Stadion? Keinen Fanshop der vor/während/nach Spielen geöffnet ist? Wie sieht das eigentlich bei Freundschafs- und Pokalspielen aus?
    Natürlich verursacht sowas auch wieder Kosten, aber tun wir mal so, als wäre das nicht der Fall. Dann haben wir eine Lücke von 87.000 € in der Beispiel-Rechnung. Das sind 5118 €, die man pro Liga-Heimspiel einnehmen müsste. Bei angenommenen 13.000 Zuschauern sind das 40 Cent pro Nase. Ich glaub, dafür kriegt man auf Schalke nicht mal nen Lolli.

    Andererseits will ich nicht bestreiten, dass es sich da um eine Fehlplanung oder zu optimistische Einschätzung gehandelt haben könnte..

  3. matz sagt:

    Wir bauen uns ein Stadion…und ruinieren einen Verein

    Alemannia Aachen, Kickers Offenbach, MSV Duisburg…Arminia Bielefeld ist gerade noch davongekommen. Und wer noch…ach so Schalke

  4. Ney sagt:

    Selbst Ausbauten können einen Verein ins Schlingern bringen (Dortmund, Kaiserslautern). Bayern München hat es so gelöst, dass der Mühlstein den 60’ern umgehängt wurde.

  5. Manfred sagt:

    Ich hab ja keine Ahnung, wie das damals war, als 1974 die WM hierzulande atattfand. Finanziell dürfte wohl nicht mal annähernd so heftig gewesen sein wie 2006, vielleicht weiß ja wer näheres dazu. Jedenfalls wurde ja das Parkstadion genau deswegen gebaut.
    Und da Ney – deswegen komm ich überhaupt darauf – ja grad den Münchener Leuchtköttel erwähnt: ich rate mal vorsichtig, dass damals weder die 60er noch die Bayern eine müde Mark haben hinlegen müssen, vielleicht weiß ja der Hausherr mit der unrühmlichen Vergangenheit da was zu ;)
    Auch ein Grund (und ein gar nicht mal kleiner) für Bayerns Dominanz: ein riesiges Stadion für lau.
    Wobei dann natürlich auch angemerkt gehört, dass der FC Schalke mit seinem ähnlich großen Stadion da mutmaßlich jämmerlich versagt haben könnte…

    Zum MSV fällt mit als alter Hamborner und 07-Freund (der Kenner weiß Bescheid) nix nettes ein, aber bei jemandem, dessen Firma auch Tiefbau macht, ist Vorsicht angesagt, sechs Fuß schaffen die mit links.
    Duisburg, Fußball und Geld – das ging nie und wird auch nie gehen, ich sag nur Thyssen-Stadion an der Franz-Lenze-Straße. Von Thyssen gebaut, von Thyssen abgerissen. Man brauchte ja den Platz so dringend oder sowas in der Art. Mit einem wehmütigen Gruß nach Alsum sag ich nur:
    Erbärmlich.

  6. matz sagt:

    Hätten Bayern und 1860 das Stadion umsonst gekriegt, wäre 1860 daran nicht zugrunde gegangen und seitdem immer mit einem Bein in der Insolvenz. Aus öffentlichen Mitteln wurde die Verkehrsanbindung etc bezahlt, das Stadion haben die Vereine finanziert.

  7. Manfred sagt:

    Haste da mal nen Link, matz?

  8. matz sagt:

    Auch wenn ich das sonst nicht so nenne, aber unter wikipedia „Allianz-Arena“ sind diverse Links zur Finanzierung angehängt.

  9. Manfred sagt:

    Ich meinte natürlich das Olympiastadion, matz. Durch den neuen Bau bin ich erst auf den Gedanken gekommen. Arroganzarena is klar :)

  10. matz sagt:

    das Olympiastadion war umsonst, aber in der Zeit kann Schalke ja nicht wirklich klagen

  11. Manfred sagt:

    Nö, weil das der Kindermann machte.

  12. Torsten sagt:

    Guten Morgen.

    @Tobias:
    Selbstverständlich ist die Rechnung simpel. Absichtlich simpel. Die Frage die dahintersteht lautet „Lohnt sich für den MSV dieses Stadion, bei einer Miete von 5 Mio. Euro p.A.?“. Ich denke die ist sehr klar mit Nein zu beantworten. Denn selbst wenn man nach Abzug von Vergünstigungen und Steuern und nach der Addition von Einnahmen durch Sonstiges am Spieltag dazu kommt, dass es keine Lücke gibt: Ein tolles, neues Stadion sollte nicht zu einer 0-Rechnung, sondern zu einem Aufblühen des Clubs durch vermehrte Einnahmen führen! Schließlich wurde jahrelang beklagt, dass der Club auf keinen grünen Zweig käme, weil das olle Wedaustadion keinen Komfort bot, einer fußballtypischen Stimmung abträglich gewesen sei und der Zuschauerschnitt deshalb zu gering war. Aber Kosten von 5 Mio sind für einen Zweitlistigen eben viel zu hoch. Die Clubs in Mainz, Nürnberg oder Freiburg zahlen (angeblich) deutlich weniger.

    Von wegen anderer Clubs Stadien:
    Während in den meisten Städten die Stadien Gesellschaften gehören, in denen die Städte (eventuell plus Privatinvestoren) das Sagen haben und die Clubs jährliche Miete zahlen, haben einige Clubs die Stadien in Eigenregie gebaut/modernisiert und zahlen nun die entsprechenden Kredite ab. Dazu gehören Schalke, Dortmund, Hamburg und auch Bayern München.

    Zum Thema Schalke:
    Seit den letzten Liquiditätsproblemen im Herbst 2009 gehört die Schalker Stadionbesitzgesellschaft und somit das Stadion nicht mehr dem FC Schalke 04 alleine. Damals kaufte die „Gesellschaft für Energie und Wirtschaft (GEW)“ Kommanditanteile im Volumen von 15 Millionen Euro. Schalke 04 hat eine Rückkaufoption.
    Was das Übernehmen mit dem Stadion als solches angeht ist mein Eindruck, dass Schalkes Finanzprobleme nicht unbedingt nur mit den Kosten des Stadionbaus zusammenhängen, sondern mit dem Vorhaben, für dieses Stadion mit Finanzgewalt eine Meistermannschaft zusammenzukaufen. Zur Erinnerung: Nach der Stadioneröffnung hat sich S04 in einem Akt von bespiellosem Wahn eine Mannschaft zusammengekauft, die sie sich nie hätten leisten sollen. Zwischen 2002 und 2005 kamen Spieler wie Rost, Poulsen, Bordon, Krstjic, Kuranyi, Ernst und Kobiashvili. Alle waren zu dieser Zeit in ihren Vereinen Top-Spieler, die mit entsprechenden Gehältern und mit hohen Ablösen/Handgeldzahlungen nach GE geholt wurden. Ich denke, lässt man den FC Bayern mal außen vor, war dieses Hochjazzen einer Mannschaft in der Bundesligageschichte einzigartig. Darunter leidet Horst Heldt heute noch, denn S04 muss nun einerseits sparen, andererseits können die Kredite nur mit den entsprechenden Einnahmen durch erfolgreichen Fußball bedient werden. Deshalb spielten auf Schalke heutzutage Top-Verdiener wie Huntelaar neben „Billigschnäppchen“. Zu einer ausgeglichen teuren Mannschaft fehlt das Geld, für eine ausgeglichen preiswerte Mannschaft fehlt der Mut bzw. wäre das Risiko zu hoch.

    Zu Bayern München:
    Das Olympiastadion gehört der Stadt München, damals zahlte der FC Bayern Miete. Entsprechend war die Stadt nicht besonders glücklich, dass der FC Bayern am Stadtrand privat baute. Durch den Bau hatte Bayern München vor 3 Jahren noch einen Schuldenstand, der mit dem des FC Schalke 04 vergleichbar war. Anfangs war 1860 Mitbesitzer der Arena, wurde nach finanziellen Problemen vom FC Bayern aber rausgedrückt. Der FC Bayern hatte sich vorgenommen, die Kredite möglichst flott zurückzuzahlen. Dazu verkaufte man bislang rund 20% des Clubs an Investoren (Adidas und Audi), außerdem dreht man in München das Rad eben 5 Nummern größer als in Gelsenkirchen und profitierte von einem dauerhaften Zufluss an höchsten Einnahmen aus der Champions League und TV-Geldern. Das Stadion ist nun abbezahlt, oder man ist kurz davor, genau weiß ich das nicht.

  13. Սաշա sagt:

    @Torsten: Das Stadion der Bayern ist wohl u.a. aufgrund eines schweizer Darlehens, dem die Eurokrise nicht gut getan hat, noch nicht komplett abbezahlt.
    Ende letzen Jahres wurde deshalb auch schon darüber spekuliert, ob die Allianz nicht als weiterer Großinvestor beim FCB einsteigt:

    http://sportbild.bild.de/SPORT.....ionen.html

  14. Torsten sagt:

    Ah, danke für den Link. Das hatte ich nicht mitbekommen.

  15. Tobias sagt:

    Hallo Torsten,

    nun ich glaube, gerade in dem Moment, wo eine „0-Rechnung“ oder zumindest kein Verlust durch den Betrieb herauskommt, wird das Stadion schon sinnvoll. Wenn die Ziele waren, mehr Komfort und bessere Stimmung zu bieten/zu haben, und man hat diese Ziele erreicht, dann ist das für ein Aufblühen des Vereins doch nicht die schlechteste Voraussetzung. Ich denke auch, der Stadionbetrieb muss nicht zwingend einen Gewinn erwirtschaften, das ist ja bei den wenigsten öffentlichen Einrichtungen so (Büchereien, Freibäder oder ähnliches), da wird aber neben dem finanziellen Aspekt auch noch der soziale oder gesellschaftliche Faktor betrachtet, und der ist beim Fussball sicherlich nicht zu verachten. Hier läge es dann nicht nur beim Verein, sondern auch bei Stadt, Sponsoren und Gläubigern, entsprechend Verantwortung zu übernehmen und den Spielbetrieb im Stadion ohne dauernde Insolvenzgefahr zu ermöglichen. Gerade für Duisburg wird das aber sicherlich auch nicht leicht sein. Ich gebe aber zu, ich bin da nicht so im Thema, um das ernsthaft beurteilen zu können.
    Natürlich wäre es aus wirtschaftlicher Sicht positiv, wenn aus dem Stadionbetrieb noch was übrig bleibt, nachdem Miete und Betriebskosten bezahlt sind. Nach der Beispielrechnung ist die Lücke ja nun nicht so groß – ich halte es nicht für unmöglich, diese auch in der Realität (mehr als nur) zu schließen. Das Engagement und die Solidarität der Zuschauer ist bzw. war ja da. Dann muss man eben offen kommunizieren, dass man die Bratwurst 20 Cent teurer verkaufen muss, um das Stadion zu bezahlen. Und die Tickets kosten auch 50 Cent mehr. Ich glaube nicht, dass man das den MSV-Fans nicht vermitteln könnte. Von anderen Möglichkeiten, Einnahmequellen besser auszuschöpfen oder auf der Kostenseite zu sparen mal abgesehen. Offenbar ist das nicht in ausreichendem Rahmen gelungen, falls es überhaupt versucht wurde. Aber das ist eben alles graue Theorie, denn man steckt ja nicht selbst drin.
    Unter’m Strich bleibt lediglich, dass das Stadion ein erheblicher Kostenfaktor war/ist und man es auf womöglich auf mehreren Ebenen, über längeren Zeitraum und vielleicht auch schon bei der Planung versäumt hat, diesen entsprechend zu berücksichtigen und zu planen. Sicherlich ist das auch nicht einfach, aber für einen „Profi“-Verein (und erst recht für jeden Fan) sollte ein Verzicht auf Zuschauer eigentlich gar nicht erst zur Diskussion stehen.

  16. Ben sagt:

    Hallo Zusammen,

    ich habe mir gerade mal die WDR Dokumentation Trainer angesehen, man sieht danach doch so einziges mit anderen Augen.Eine sehr gelungene Doku über das Trainergeschäft.

    http://www.ardmediathek.de/wdr.....d=15052422

  17. Ney sagt:

    @Tobias
    Wenn die Stadionmiete bezahlt ist, dann ist pi mal Daumen alles Geld aus den Eintrittskarten weg. Dann muss man immer noch so Kleinigkeiten wie zum Beispiel Gehälter für Mannschaft, Trainer und sonstige Vereinsangestellte zahlen, Reisekosten, Unterhalt der Trainingsplätze. Nur aus Fernseh- und
    Sponsorengeldern?

    Wenn im Jahr rund 200.000 Zuschauer ins Stadion gehen und ein Verein
    2 Millionen mehr pro Jahr für sein Stadion aufbringen muss als bspw.
    der SC Freiburg, dann ist sowas nicht mit 50 Cent pro Karte zu bezahlen.
    Das bedeutet im Schnitt 10 Euro Aufschlag pro Zuschauer pro Spiel.
    Was das wiederum für die Publikumsnachfrage bedeutet, lässt sich denken.

    Zur Aussage
    „Hier läge es dann nicht nur beim Verein, sondern auch bei Stadt, Sponsoren und Gläubigern, entsprechend Verantwortung zu übernehmen und den Spielbetrieb im Stadion ohne dauernde Insolvenzgefahr zu ermöglichen.“ –
    da sollte sich dann die eher unreiche Stadt Duisburg Jahr für Jahr für Jahr Millionen Kosten ans Bein binden, weil ein Profiverein sich derb verkalkuliert hat? Nicht, dass ich als Schalker mich da überheben möchte — bei uns musste ein städtischer Betrieb Stadionanteile übernehmen –, aber ich halte das für schwer vermittelbar.

  18. matz sagt:

    @ Thorsten

    Waren aber nicht Teile dieser Assauer-Topmannschaft aus der Schechter-Anleihe finanziert, die Teil der Stadion-Umfinanzierung war und dann wegen der unsäglichen Konditionen zum Mühlstein wurde. Und war die Mannschaft nicht auch eine Reaktion auf die erste CL-Teilnahme und der Einsicht, dass das Stadion am ehesten über CL-Einnahmen zu finanzieren war (nachdem sich in dieser Zeit auch herausstellte, dass andere Vermarktungsmöglichkeiten der Arena weit weniger lukrativ als geplant waren)?

  19. Hein sagt:

    Armer MSV Duisburg oder apppgezockte Führungsebene?
    Ich habe Sehnsucht, ich möchte zurück in die 70ger… Da wurde über Fussball geredet und geschrieben.
    Auch damals wurden falsche Entscheidungen getroffen, Fehler gemacht aber mit Herzblut wieder gerichtet, gekämpft
    und besser gemacht. Heute, das sollte jeder wissen geht es den Damen und Herren in der Führungsriege nicht um das
    Runde sondern der reichste auf dem Friedhof zu sein. Wie konntet ihr Vorstände…. Aufsichtsräte…und sonstigen unsportlichen Macher so abgelockt sein! Ihr wusstet doch genau was ihr unterschrieben habt oder war es wirklich Dummheit? Ich denke wichtiger als das Wohl des MSV ist euer Ego… Bekanntheitsgrad steigern, Bankkonto füllen,
    euren neuesten Schlips in die Kamera halten. Oder? Mal ganz im Vertrauen, die Seilschaften haben doch funktioniert….oder…meine ich doch wohl. Lach, traurig aber wahr. Wenn ein Multimillionär sich aufmacht gutes zu tun kann nur Profit sein Gedanke sein! Der Sport, von dem er eh keine Ahnung hat ist Nebensache. Die Dummen sind leider
    NUR wir FANS! Geld ist bekanntlich Macht.
    Ich wünsche dem MSV Duisburg einen positiven Entscheid und Klassenerhalt, einen neuen Vorstand und Klingelbeutelhalter mit Sachverstand und Sportsgeist! Denn
    Ein jeder weiß genau…. das ist …. der …. M…S….V…

    Gruß an alle Fans und Sponsoren
    Hein

  20. Tobias sagt:

    Hallo Ney,

    „nur aus Fernseh- und Sponsorgengeldern“ ist sicherlich gut. Das macht bei Schalke im Jahr 2012 immerhin 62% der Umsätze aus. Hinzu kamen noch 9% Merchandise und 6% Catering. Lediglich 23% der Umsätze holt Schalke durch den Spielbetrieb, sonstige Veranstaltungen und sonstige Erlöse rein. Aber gut, Schalke ist nicht Duisburg, 1. Liga ist nicht 2. Liga. Und die Dimensionen sind auch andere. Für Duisburg hab ich von 2010 Zahlen gefunden: 45% Sponsoring, 30% TV, 5% Merchandise, 10% Eintrittsgelder ( http://www.derwesten.de/region.....78259.html ). Wir halten es ja einfach, also behalten wir die Zahlen mal. Nach der Beispielrechnung im ursprünglichen Blogeintrag reichen also gute 10% (oder sagen wir 20%, um die Lücke zu schließen) der Einnahmen schon fast aus, um das Stadion zu finanzieren (wird in der Realität natürlich nicht ganz funktionieren). Und dann sollen 80 (90)% der Einnahmen nicht ausreichen für Gehälter, Rasenpflege und Reisekosten? Die Personalkosten in diesem Jahr lagen dort übrigens angeblich bei „nur 10″ Mio. Vielleicht liegt es dann eher dort im argen und weniger beim Stadion. Oder eher noch wo anders. Auch damals war scheinbar schon allen bewusst, dass die Kosten (für das Stadion) zu hoch sind, getan hat man allerdings wohl nicht genug, um das zu ändern.
    Egal, wie man es nimmt, die Beispielrechnung funktioniert so nicht so recht, glaube ich. Im übrigen kann man die Berechnungen kaum miteinander vermischen und sagen: MSV zahlt 2 Mio mehr als Freiburg, also müssten die Karten 10 Euro teurer werden. Man erzielt ja schon Erlöse durch Tickets und laut Beispielrechnung reichen diese bereits fast aus, um die Stadionkosten zu decken. Es bedarf im Beispiel also nur einer leichten Erhöhung bei gleichzeitig stattfindender Kommunikation mit den Fans, um diese Kosten womöglich gänzlich zu decken.
    Und was die Stadt Duisburg angeht: Klar haben die eigentlich kein Geld, um den MSV durchzufüttern, aber die Stadt könnte zumindest versuchen, auf andere Weise zu helfen (wenn ich das recht mitbekommen hab, war der OB ja sogar vor Ort und hat ne Rede gehalten). Mit Stadt kann man auch durchaus die Bürger und ansässige Betriebe verbinden. Und ich erwähnte nicht umsonst auch tatsächliche Sponsoren und Gläubiger. Von Schalke spricht man öfters mal auch als Standortfaktor für ganz Gelsenkirchen und vielleicht darüber hinaus. Das gilt für den MSV womöglich in kleinerer Form genauso. Vom sozialen und gesellschaftlichen Aspekt, den ich bereits erwähnte, mal abgesehen. Man sollte also nicht alles an einem vermeintlich zu teuer gemieteten Stadion festmachen.

  21. Ney sagt:

    Was die 70er angeht, zumindest bei Schalke wurde da häufig
    nicht im engeren Sinne über Fussball geredet. Das Jahrzehnt
    begann für Schalke mit dem Bundesligaskandal und endete mit
    dem finanzschwächebedingten Abstieg. Und zwischendrin gab es
    auf der Führungsebene dank dem schillernden „Oskar“ Siebert
    genug Kapriolen.

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