Schalker Frühling?

Julian Draxler gibt José Mourinho einen Korb, um auf Schalke Jens Kellers Nummer 10 sein zu können. Schalke setzt auf deutsche Talente und ist plötzlich auch für anderswo begehrte Spieler attraktiv. Dem MSV Duisburg wird durch die unbürokratische Erteilung eines Kredits das Erlangen der Lizenz für die 3. Liga erleichtert. Zugunsten der ebenfalls gebeutelten TuS Koblenz verzichtet Schalke auf Antrittsgeld für das Testspiel in der kommenden Woche. Schalke kündigt die Zusammenarbeit mit Viagogo und sorgt damit dafür, dass sich ein auf der Fanlseele liegender Backstein in Luft auflöst!

Das ist mir fast schon zuviel. Solchen positiven Beschuss bin ich von meinem Verein nicht mehr gewohnt. Die letzten Jahre haben mich trainiert, alles kritisch zu sehen, stets das aus meiner Sicht Schlechte zu erwarten. Kurzfristige Strategien bezüglich des Sports, stets mehr Kommerzialisierung, das Schönreden und nicht Angehen der finanziellen Probleme. Nun ist der Himmel plötzlich königsblau. Darf man dem trauen?

Schalke 04 braucht Geld, ist weiterhin finanziell auf Kante genäht. Die Gesten gegenüber dem MSV Duisburg und der TuS Koblenz sind machbar, weil die Schere im Profifußball mittlerweile unfassbar weit auseinander klafft, weil Schalke als einer der Clubs der Bundesliga-Spitzengruppe eben in ganz anderen Sphären verkehrt als die genannten „Mitstreiter“. Ob Schalke auch dann noch bereit ist, auf deutsche Talente zu vertrauen, wenn die Champions League-Plätze außer Reichweite geraten, bleibt abzuwarten. Vor allem aber bleibt abzuwarten, ob Vorstand und Aufsichtsrat unseres Vereins aus dem Fall Viagogo gelernt haben.

Alexander Jobst stellt die Sache nun dar, als sei der massive Fanprotest unnötig gewesen, als hätten er als Vorstand und der Verein aus sich heraus so gehandelt. Ich denke das ist Kokolores, ich bin davon überzeugt, dass Schalke 04 den Vertrag mit Viagogo erfüllt hätte, wenn es keinen solch massiven Widerstand von der Vereinsbasis gegeben hätte.
Das jetzige Handeln in dieser Form ist eine große Tat, dafür gebührt den Verantwortlichen und auch insbesondere Alexander Jobst Respekt. Eine gesichtwahrende Darstellung der Causa sei ihm deshalb gegönnt. Egal ist das trotzdem nicht, vielmehr ist es sogar ganz entscheidend, wie sich die Führung des Vereins gegenüber den mündigen Mitgliedern nun positioniert, wie man sich ihnen gegenüber fortan verhält!

Diesen Bock umgestoßen zu haben kann ein neues Wir-Gefühl schaffen. Das gelingt allerdings nur dann, wenn dieses Ereignis nicht als Erfolg von irgendwem gegenüber irgendwem, sondern als Startschuss zu einem besseren Miteinander auf Schalke angesehen wird. Der Verein handelte nicht nur bei dem Viagogo-Vertrag falsch, er handelte auch falsch als er Mitglieder dabei behinderte, für eine andere Meinung zu werben, als er Mitglieder durch das systematische Ablehnen von Anträgen zur Jahreshauptversammlung mundtot zu machen versuchte.

Vielleicht hat ja auch das mit dem gestrigen Tag aufgehört. Vielleicht beschäftigen sich Schalkes Juristen fortan tatsächlich mit den Gegnern des Vereins statt mit den eigenen Mitgliedern. Vielleicht macht Clemens Tönnies seine Ankündigung wahr und schüttet die Gräben mit dem Bulldozer zu. Bei aller Freude über die Viagogo-Kündigung: Das alles bleibt noch abzuwarten. Darauf zu Hoffen scheint aber wieder möglich.



Bild: FoeNyx



32 Kommentare zu “Schalker Frühling?”

  1. Manfred sagt:

    Keine Sorge, ist sicher nur das Wetter, Torsten. Spätestens nach der Heimniederlage gegen den HSVdV kannste wieder leiden ;)

  2. eakus1904 sagt:

    Ein typischer Schalke-Text, das zeigt alleine schon das Fragezeichen in der Überschrift. Das soll keine Kritik sein, im Gegenteil, ich würde so unterschreiben!

    Wir tun uns halt alle ein wenig schwer, an das positive wirklich zu glauben. Der Gedanke, wann man denn wieder auf die Fresse fällt, ist immer im Hintergrund, mal mehr, mal weniger deutlich. Ganz wird man ihn aber nicht los. Ich weiß nicht, ob das eine gute Einstellung ist, eins weiß ich aber sicher: Das ist halt Schalke 04 und auch ein Grund dafür, warum ich diesen Club so liebe!

  3. Jost aus Soest sagt:

    Der massive Fanprotest war tatsächlich völlig unnötig: Von Anfang an wurde gesagt, dass man genau auf das Einhalten aller Vertragsbestandteile achten werde.
    Und das hatte jetzt halt – quasi automatisch – Konsequenzen!

  4. Stollengewitter sagt:

    Der Fanprotest war alles andere als unnötig-ich bin stolz darauf Teil dieser mündigen Fangemeinde zu sein.

  5. RWDJojo sagt:

    @Jost
    Glaubst du das wirklich??? Wenn man das genau betrachtet, dann waren die Verstöße ja nicht soooo schlimm. Ich bin wie Torsten der Meinung, dass es ohne den massiven Protest keine Kündigung gegeben hätte.

    Ich muss aber sagen, dass ich von der Kündigung völligst überrascht bin und spreche an dieser Stelle meinen Respekt für diese Entscheidung aus.

    Der viagogo-Deal und das übermütige Verhalten auf der JHV gegenüber den Mitgliedern hat bei mir für erhebliche Kopfschmerzen gesorgt, obwohl es sportlich gut aussieht. Der Kader wurde sehr gut ergänzt, Schalke hat eine Mannschaft aufgebaut, die sich in den nächsten Jahren noch steigern kann, obwohl man jetzt schon zu den Top-4 der Liga gehört.

    Nach der viagogo-Kündigung scheint wirklich alles in Butter zu sein. Mal abwarten wie lange.

  6. papa04 sagt:

    Ich glaube auch, dass der Fanprotest eine tragende Rolle gespielt hat – auch wenn man das offiziell nicht so begründen darf (denke, dass viagogo sonst dagegen vorgehen könnte).
    Aber der massive Protest hat den Vereinsoberen hoffentlich gezeigt, dass man mehr auf die Meinung von Fans und Mitgliedern hören sollte. Aber wie du sagst – erstmal abwarten.

  7. Սաշա sagt:

    Ich denke, dass der Protest entweder erst dafür gesorgt hat, dass genauer hingeschaut wurde, sonst hätte man das vielleicht auch so laufen lassen können, man bekommt schließlich sein Geld oder dass der Protest sogar dafür gesorgt hat, dass man schnellstmöglich Gründe finden wollte, um aus diesem Deal auszusteigen und Ruhe in den Verein zu bekommen(drei Jahre Dauerprotest sind einfach keine gute Außendarstellung – das schadet dem Marketing eventuell sogar mehr als es 3,6 mio. rechtfertigen könnten).
    Egal wie die Sache ausgeht(ich schätze vor Gericht), ich bin mir sicher, dass wir heute ohne Protest erst am Anfang von drei langen Jahren Viagogo wären.

  8. Daniel Ku. sagt:

    Guter Text! Genau was du sagst, Torsten! Als Schalker hat man mittlerweile nach positiven Meldungen immer das Gefühl ein Komma setzen zu müssen und „Aber“ zu schreiben! Ich vermute ja, diese positive Stimmung wurde nur erzeugt, um uns nächste Woche die Verpflichtung von Kevin Großkreutz zu verkünden.
    Aber Spass beiseite. Es sieht schon alles sehr gut aus und wenn die Wetterlage sich hält, kann man tatsächlich auch als Schalker mal wieder positiv in die Zukunft schauen, was das Miteinander und das „Schalker sein“ an sich betrifft. Denn sportlich dürfen wir uns ja eigentlich nicht beschweren. Da lief es ja eigentlich größtenteils zufriedenstellend. Fehlt halt nur noch die Scha…. ich sag’s lieber nicht! ;-)

  9. derwahrebaresi sagt:

    @Սաշա

    sollen sie von mir aus den mitgliedsbeitrag auf 60,- € erhöhen,
    dann ist die kohle in 3 jahren auch drin. :-)

    den deal zu canceln, war eine der besten entscheidungen der letzten jahre. jetzt kehrt hoffentlich ruhe ein, wir spielen eine überragende saison und feiern mit dem heimspiel am letzten spieltag die schale.

    ok, man wir ja träumen dürfen. :-)

  10. #Link11: Fußball-EM, Sexismus und worum es wirklich geht | Fokus Fussball sagt:

    […] gegen Viagogo. Unter Flutlicht freut sich über die Entscheidung und ist positiv überrascht. Torsten Wieland kritisiert Jobst dafür, dass er die Fanproteste in Sachen Viagogo runterspielt. Christoph Burr […]

  11. Don Altobello sagt:

    Wenn ich diesen Artikel zugrunde lege, glaube ich schon, dass die Fans einen erheblichen Anteil an dem Nein zum Viagogo-Vertrag hatten:

    http://www.11freunde.de/interv.....agogo-ende

    Vor allem deswegen: „Zahlreiche aufmerksame Fans haben durch Fotos und Screenshots bewiesen, dass sich Viagogo an den Vertragsmodalitäten, zum Beispiel nicht teurer als 100 Prozent des ursprünglichen Ticketpreises zu sein, in keiner Weise gehalten hat.“

    Auf jeden Fall haben Schalke-Fans die Beweise geliefert, die eine außerordentliche Kündigung rechtfertigten. Vor dieser Hartnäckigkeit und diesem starken Willen kann ich nur den Hut ziehen. Ich finde, das ist schon ein Grund, stolz auf seinen Verein und die Mitfans zu sein. Zumal das ein bundesweites Echo gefunden hat und daher der Expansion von Viagogo ein deutlicher Riegel vorgeschoben wurde. Zukünftig wird sich wohl kein Vereinsverantwortlicher wagen, mit denen Geschäfte zu machen.

  12. dreiköpfiger Affe sagt:

    Natürlich war der Protest notwendig.

    Das viagogo sich nicht an Vertragsvorgaben hält wäre auch vorher zu vermuten gewesen.
    Eine Stehplatzkarte gegen Bayern für 170 Euro anzubieten (knapp über dem 100% Aufschlag) zeugt ja nicht davon, dass sich der Hauptschulpraktikant beim addieren verzählt hat, sondern dass hier bewusst versucht wird Kasse zu machen.

    Das war vorher bekannt, ist top aktuell und werden die auch in Zukunft so machen.

    viagogo hätte auch schon echt gutes Marketing machen müssen, um den Verlust wettzumachen. Die Karte geht dann nur noch für 30 statt 170 Euro über die Rampe und die zahlen auch noch 3,6 Mio Euro an Sponsorgeldern.

    Das war vom Vorstand echt blauäugig, frech, dreist oder dumm den Vertrag überhaupt abzuschließen.
    Aber ich sag mal, das Ziel ist das Ziel, scheiß auf den Weg…hauptsache viaNOgo.

    P.S: Und was mache ich jetzt mit dem Haufen Karten die ich Sonntag gekauft habe um Sie zum doppelten Preis zu verscherbeln? Auf nix ist mehr Verlass…

  13. Eisenschleuder sagt:

    Da schreibt der Torsten mir mal wieder aus der Seele.
    Gersten abend erst dachte ich mir beim Betrachten des neusten Friede-Freude-Ei-Ti-Tei-S04-Video mit HH, dass diese elende Alles-ist-super-Stimmung zum Glück schon dann ein jähes Ende finden wird, wenn unsere junge Manschaft bei einem schwachen Heimspielauftritt mal wieder vom eingenen Publikum gnadenlos ausgepfiffen wird. Ich find die Transfers schon gut, nur wird die talentierte Manschaft bestimmt etwas Zeit brauchen und die Frage ist ob das Publikum sie ihr gewähren wird.
    Die ganze viagogo-Geschichte kann ich leider aufgrund der undemokratischen Lösung nach Gutsherrenart auch nur so empfinden, dass man mit einem blauen Auge davon gekommen ist.

    Klar dürfen wir davon träumen: Wir überwinden seitens der Vereinsgremien und auch der übrigen Anhängerschaft falsche Angewohnheiten. Keiner sagt mehr das M.-Wort und jeder tut das, was dem Verein am besten tut.

    Aber glaube eher die Selbstzerfleischungskräfte unserer großen Liebe werden auch nächste Saison wieder gewohnt leichtes Spiel haben.
    Oh Herr, strafe mich Lügen!

  14. Der Hans sagt:

    Eine Stehplatzkarte gegen Bayern für 170 Euro anzubieten (knapp über dem 100% Aufschlag) zeugt ja nicht davon, dass sich der Hauptschulpraktikant beim addieren verzählt hat, sondern dass hier bewusst versucht wird Kasse zu machen.

    Die jetzt eingestellten Karten waren bis zur Vertragsauflösung allerdings nicht verfügbar, können also auch kein Kündigungsgrund gewesen sein. Anders sieht es mit den kurzfristig verfügbaren Karten für Rauls Abschiedsspiel und der Anzahl der eingestellten Bundesligaspiele aus.

  15. Սաշա sagt:

    „Auf jeden Fall haben Schalke-Fans die Beweise geliefert[…]“

    Das bestreitet Jobst und führt an, dass „Jeder der Verstöße […] frühzeitig von Mitarbeitern des Vereins registriert worden“ ist. Weiter bedankt er sich bei „allen Schalkerinnen und Schalkern[..]auch wenn die Fälle bei uns im Einzelnen bereits bekannt waren“.

    Wenn es dazu dient, das Gesicht aller Beteiligten zu wahren, soll es mir recht sein, solange Jobst und andere aus dieser Entwicklung auch etwas gelernt haben.

  16. Netsmurf sagt:

    @torsten […]Nun ist der Himmel plötzlich königsblau. Darf man dem trauen?[…]
    dieses fehlende Vertrauen, ich hoffe das ist so halbwegs korrekt bezeichnet, ist nicht nur ein Schalker Phänomen sondern typisch Deutsch.
    Uns begeistert die Suche nach dem Haar in der Suppe, und wenn keines zu finden ist, dann kommt schnell eine Verschwörungstheorie auf den Tisch ;-)
    Ich für meinen Teil habe ich mich von dieser deutschen Tugend verabschiedet und genieße die vielen positiven Aspekte in unserem Land.

    Auf der JHV ist der Kommentar „wir haben verstanden“ und „wir haben Fehler gemacht“ so nachdrücklich formuliert worden, das ich von dem AR und Vorstand erwartet habe, das spätestens nach 2 Jahren der Stecker aus dem Vertrag mit Viagogo herausgezogen wird. Das es so schnell geht, hat selbst mich überrascht. Dafür zolle ich dem Vorstand meinen Respekt. Einschränkend muß man natürlich berücksichtigen, das sie aufgrund der selbstgetätigten Aussagen während der JHV den Spielraum beim Umgang mit Viagogo sehr stark eingeengt haben und dieses nur der logische nächste Schritt sein mußte.

    Freuen wir uns gemeinsam ob dieser Tatsache. Es tut sich was auf Schalke. Geben wir Fans jetzt unserem Verein die notwendige Zeit und pfeiffen nicht gleich wieder bei dem ersten schlechten Spiel unsere Jungs aus. Auch wenn nicht immer alles richtig läuft, auch da arbeiten nur Menschen. Die haben das selbe Recht Fehler zu machen, wie wir das im täglichen Leben auch haben.
    Mit etwas mehr Gelassenheit von allen kann CT die Bulldozer in Rheda-Wiedenbrück lassen.

    Und an die ViaNogo Rädelsführer: in der Sache war es richtig und wichtig, aber überlegt noch einmal ob der Umgang untereinander wirklich so gewollt war.
    Nicht nur der Vorstand hat Fehler gemacht!

    Glück Auf

  17. Tobi sagt:

    Der Protest war das beste, was die Schalker Fanszene die letzten Jahre zu Stande gebracht hat. Natürlich auch vom Ergebnis her betrachtet, aber dennoch: Ein klares Zeichen an alle, die Fußballvereine als bloße Gelddruckmaschine sehen. Mit Engagement, Beharrlichkeit und Mut lässt sich gemeinsam noch immer mitgestalten! Dafür den Aktivisten ein Danke, was nicht groß genug sein!

  18. Grieche sagt:

    „Dass sich Schalke 04 vom Ticket-Händler Viagogo getrennt hat, wird in der Anhängerschaft als „Schalker Frühling“ gefeiert.“

    Die Süddeutsche Zeitung zitiert (online) den Königsblog.

  19. Torsten sagt:

    Dass Philipp Selldorf hier ab und an „vorbeiliest“ will ich doch schwer hoffen. Schließlich lese ich seine Texte auch ab und an ;-)

  20. Königsblau MS sagt:

    Die Wahrheit liegt bei diesem Schalker-Viagogo-Drama nicht nur im Auge des Betrachters mit viel zerbrochenem Porzellan, sondern auch ganz hinten:
    Wieviel verbrannte Euros kostet uns letztendlich dieser Vorstoß von Marketingvorstand Jobst? Munter bleiben!

  21. Maddin sagt:

    Ich hätte noch während der JHV niemals geglaubt, dass der Viagogo-Deal rückgängig gemacht werden könnte. Das es so schnell so gekommen ist verzückt mich geradezu. Dass Herr Jobst sich nun in den Medien natürlich nicht so erklären kann, dass die Fanproteste Auslöser der Kehrtwende gewesen sind ist in meinen Augen selbstverständlich. Er würde den gesamten Vorstand damit in der Zukunft erpressbar machen. Von daher….
    Zwischen den Zeilen zu lesen ist halt nicht des Schalkers Königsdisziplin. Ich denke das der Clemens da der hauptinitiator war. Ich nehme mir heraus zu glauben, dass unser AR-Vorsitzender bei allem Reichtum, PR-Beratern und der medialen Präsenz tief in seinem Herzen auch ein naiver Träumer ist. Deswegen mag ich ihn und war auf der JHV des öfteren ziemlich beeindruckt von ihm.
    Denn in einer Hinsicht war die Hauptversammlung für mich eine große Erkenntnis:
    Wenn man in einer hierarchischen Struktur Entscheidungen des Höherstehenden ändern will, dann muss man dem Gegner stets die Möglichkeit geben sein Gesicht zu waren.
    Die puristische Attacke-Abteilung sollte sich das mal zu Herzen nehmen. ….

  22. Erle72 sagt:

    Wenn man in einer hierarchischen Struktur Entscheidungen den „Tiefstehenden“ vermitteln will, dann muss man dem Gegenüber stets die Möglichkeit geben Teil dieser Entscheidung zu werden und gegebenfalls flexibel reagieren in Wort und TAT. Das hätte sich die puristisch Vorstands-Abteilung in den letzten Monaten mal zu Herzen nehmen sollen…

  23. Maddin sagt:

    In einer besseren Welt sollte dies so sein. In einer besseren Welt beziehen die Menschen ihr Wissen und ihre Meinung nicht aus der BILD-Zeitung, beschäftigen sich gründlich mit den Hintergründen der zu behandelnden Themen, pöbeln einander nicht an und halten sich stets an den kategorischen Imperativ. Und in einer besseren Welt stehen keine verwirrte rothaarige Mädchen auf einer Bühne und zeigen nach sinnfreiem Rumgestammel der Welt den Mittelfinger……

  24. Ney sagt:

    Wieso in einer besseren Welt kleine rothaarige Mädchen nicht den Finger zeigen dürfen, erschließt sich mir zwar nicht, offenbar weil ich nicht weiß worum es geht — aber was die Formen der Auseinandersetzung angeht sollte nicht vergessen werden, wo die Macht liegt. Dass es eben eine Seite gibt, welche die Entscheidungsbefugnis und Medienmacht hat und in der viagogo Frage die Fäden in der Hand hielt (Vorstand mit Deckung durch den Aufsichtsrat und Ehrenrat), und eine andere Seite (eine große Gruppe unter den Mitgliedern, bzw. wie sich herausstellte, die überwältigende Mehrheit der Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung), der im Vorfeld nachhaltig vorgeführt worden war, dass sie eben den Abschluss des Vertrages nicht beeinflussen konnte. Diese Vorführung eines realen Machtgefälles hat bei denen, die in die Bütt gestiegen sind, anscheinend den Willen befeuert, trotzdem weiter auf Argumente zu setzen. Aber der ohnmächtige Ärger war natürlich auf den Rängen massiv erfahrbar.

    Sei’s drum. Anders als von Horst Heldt befürchtet, wird wohl kaum der allgemeine Wunsch entstanden sein, ins operative Geschäft einzugreifen. Spannend wird die Frage, wie möglicher zukünftige Dissenz über Grundsatzfragen ausgetragen werden kann; der Schalker Fan-Club Verband hat sich zum wiederholten Male bis auf die Knochen blamiert und als Interessenvertretung der Fans meines Erachtens gründlich desavouiert, aber man kann ja nun auch nicht ersatzweise jedes Mal eine Fan-Ini gründen.

  25. RWDJojo sagt:

    @Maddin
    Das „verwirrte rothaarige Mädchen“ bereut diesen Auftritt zutiefst. Man sollte aber nicht vergessen, dass unser AR-Vorsitzender seinen Teil zur Eskalation beigetragen hat. Der Auftritt war blöd, zu emotional und am Ende wirklich peinlich. Aber C.T. hat diese vorhandenen Emotionen bei der Rednerin dankend angenommen und sie arrogant und mit erprobter Bühnenpräsenz abblitzen lassen. Im Übrigen hat sich das Mädel via Facebook (Gruppe Schalkemitglieder-intern) bereits bei allen viagogo-Gegnern für diesen blöden Auftritt entschuldigt und ihre Konsequenzen gezogen. Das Thema sollte man daher mal langsam sein lassen.

  26. Altobelli sagt:

    Von einem „verwirrten rothaarigen Mädchen“ zu sprechen, zeigt leider einmal mehr, dass nicht alle mitbekommen haben, was im Vorfeld passiert war.
    Jeder kann Fehler machen, „das Mädchen“ hat es getan.
    Wenn man aber das Kräfteverhältnis zwischen Verein und „viagogo“-Gegnern im Vorfeld und während der JHV mit ein wenig Empathie verfolgt hat, kann man vielleicht nachvollziehen, woher die hochkochenden Emotionen stammten.

  27. blues sagt:

    …und jetzt kehrt auch noch Gerald Asamoah zurück!

  28. blues sagt:

    Heute im WDR: Neues zu Vianogo und Schalke 22.45 h

    Pressetext WDR:

    „sport inside“-Recherchen zeigen, dass der Club (S04) seinen Fans und der Öffentlichkeit bezüglich des tatsächlichen Umfanges der Kartenüberlassung einiges verschwiegen hat…

    Link zu Homepage ds WDR.
    http://www.wdr.de/tv/sport_ins.....agogo2.jsp

  29. Ney sagt:

    Weiß übrigens jemand, ob die Fansale Ticketbörse oder Gleichartiges von/für Schalke wieder aufgemacht werden soll? Die fehlt (mir) in dieser Saison bereits jetzt enorm.

  30. blues sagt:

    Link zum Stream der Vianogosendung im WDR (v. 23.09.2013)

    http://www.wdr.de/tv/sport_inside/

    Laut „Sport Inside“ wurde der Vertrag mit Vianogo drei Tage vor der MV von 10 auf 12 BuLi-Spiele erweitert und „bis heute hat weder Schalke noch Vianogo Klage eingereicht“.

  31. McP sagt:

    Danke für den Hinweis. Das ist ein interessantes update. Ich hoffe nur, dass sich daraus für Schalke nicht noch eine sehr teure Angelegenheit entwickelt. Die hastige Kündigung des Vertrages (so begrüßenswert diese war) schien mir damals mit sehr heißer Nadel gestrickt. Und ich hatte da schon Unbehagen, ob Schalke auf der rechtlich sicheren Seite steht. Die heimliche Erweiterung des Vertrages vor der MV sieht auf dem ersten Blick schon sehr dreist aus. Allerdings blieb im Beitrag unklar, was Schalke dafür im Gegenzug bekam.

  32. Torsten sagt:

    S04 hat auf die WDR-Sendung mit einer Mitteilung auf der Homepage reagiert. Es wird angekündigt, dass übermorgen eine Schiedsgerichtsklage eingereicht werden wird: klick

Schreibe einen Kommentar