Jones‘ letztes Jahr?

Jermaine Jones Vertrag läuft im Sommer 2014 aus. Er würde gerne verlängern, dem Vernehmen nach gehört er zu den Top-Verdienern auf Schalke. Bis heute ist er ein wichtiger Teil der Schalker Mannschaft. Das spricht allerdings nicht nur für Jones, sondern auch gegen Schalke.

Dieser Tage spricht er wieder viel, der Jermaine. Dass Schalkes Potenzial so groß sei, dass man nicht nur von Platz 2 bis 4 reden solle. Dass es sein Traum wäre, auf Schalke zu verlängern. Das liest sich bei ihm immer eine Spur zu pathetisch. Sein sportlicher Ehrgeiz ist ihm sicher nicht abzusprechen, aber abseits dessen sollte auch klar sein, dass es ihm um Besitzstandswahrung gehen dürfte. Seine letzte Vertragsverlängerung wurde noch von Josef Schnusenberg verkündet, er wurde als „Korsettstange der künftigen Mannschaft“ langfristig gebunden, mit dem entsprechenden Verdienst. Eher unwahrscheinlich, dass ein Wechsel für Jones lukrativ sein könnte.

Aktuell wäre ein Wechsel Jones’ allerdings auch für Schalke ein Verlust. In den vergangenen zwei Jahren war er wichtig, auch wenn das manch einem nicht unbedingt gefallen hat – mir zum Beispiel. „Hassliebe“ wäre zuviel, aber ich tue mich schwer mit Jermaine Jones, und zog doch innerlich auch immer wieder meinen Hut vor ihm.

Meines Erachtens sollte Schalke 04 längst soweit sein, dass für einen so groben Kicker wie ihn kein Platz mehr ist. Sein Passspiel und seine Übersicht sind meines Erachtens nicht so gut, als dass er den „Achter“ geben sollte, ich denke in erfolgreicheren Clubs bekäme Jones’ diese Position nicht. Und doch wurde er von Huub Stevens und Jens Keller ständig aufgestellt. Auch weil man sich auf ihn verlassen kann. Jones mag kein überragender Kicker sein, aber er liefert in jedem Spiel seine „Jones-Leistung“, hält stets sein Level, fällt nahezu nie ab. Dabei ist er schwächer als einige, aber besser als viele.

Jetzt hat Schalke Leon Goretzka verpflichtet und mit ihm die Hoffnung auf ein überragendes Talent für eben diese Position, auf der Jermaine Jones in den letzten zwei Jahren spielte. Leon Goretzkas Ziel muss es sein, Jermaine Jones überflüssig zu machen. Ob das gelingt oder ob es für Schalke vorerst beim Jones-Level bleibt: Ma’kucken.



19 Kommentare zu “Jones‘ letztes Jahr?”

  1. eakus1904 sagt:

    Ich mag Jones und seine Spielweise, denke aber auch, das eben diese durchaus an­ti­quiert ist. Insofern könnte ich mit einer Nichtverlängerung leben. Die Sechser- bzw. Achterposition ist denke ich auch ohne Jones gut besetzt.

    Wenn man es aber schaffen könnte, aus Jermaine eine Art „Metzelder II“ zu machen, wäre das sicher nicht verkehrt. Also jemanden,der sich ohne öffentlich zu murren in die zweite Reihe stellt, da ist,wenn er gebraucht wird und seine Erfahrung an die Nachwuchsspieler weitergibt. (Von Metze kann man halten,was man möchte, aber das hat er in der letzten Saison in Perfektion gemacht.) Wird dann allerdings schwer mit reduzierten Bezügen.

    Ich wage mal nen Tipp: Das ist die letzte Saison von Jermaine Jones auf Schalke.

  2. derwahrebaresi sagt:

    ich mag jones auch und bin der meinung,
    jede truppe braucht einen „sauhund“ wie ihn.
    ich schließe mich aber auch eakus1904 an,
    inzwischen sind andere fähigkeiten gefragt.

    ja, dürfte j.j. letzte saison auf schalke sein.

  3. s_we sagt:

    In meinen Augen könnten wir den guten Jermaine durchaus noch bis 2015 oder gar 2016 gebrauchen. Allerdings absolut nicht als Achter sondern ausschließlich als Sechser, also möglicherweise im Wechsel mit Neustädter.

    Um es simpel auszudrücken: Jones gefällt mir gut, wenn er in der eigenen Hälfte spielt und überhaupt nicht mehr sobald er die Mittellinie überquert.

  4. #Link11: Auf Bewährung aus dem Wochenende | Fokus Fussball sagt:

    […] zusammen. Ob Jermaine Jones dabei (und zukünftig) eine wichtige Rolle spielen sollte, stellt der Königsblog in […]

  5. Der dreiköpfige Affe sagt:

    Wie so viele mag ich den Jones auch.

    Für mich ist Jones in so einer Mannschaft auch immens wichtig.
    Jede Mannschaft braucht einen Typen, der, wenns nicht läuft, alle Mann zusammenstauchen kann. Der mal auf den Tisch haut und Lärm macht. Intern soll das bei Jones ja auch schon mal Züge annehmen, die dann gegen Trainer, Verantwortliche oder sonst was gezielt sind (das braucht man nicht) aber auf dem Platz ist das mehr als wichtig.
    Wer soll das machen? Der Benni kann das als Kapitän schon ganz ok, aber bei dem hätte ich ja nicht mal im dunkeln Angst.
    JJ allerdings will ich nicht mal im hellen begegnen.
    Das Team wird immer jünger und filigraner aber da kann eine Axt auch schon mal fehlen, wenn man sonst nur zarte Nagelfeilen hat.

    Gegenzurechnen ist das allerdings mit der Kohle die er verdient. Da würd ich sagen…ein Jahr noch reicht auch. Da muss dann aber vom Typ her ein Ersatz aufgebaut werden. Vom Typ nicht von der Spielweise.

  6. derwahrebaresi sagt:

    @JJ allerdings will ich nicht mal im hellen begegnen.

    warum? er ist ein angenehmer zeitgenosse!
    im sommer sieht man ihn häufiger in der d´dorfer
    city mit frau und kindern. einmal hatte ich die
    gelegenheit einige worte mit ihm zu wechseln.
    ist ein netter bursche.

  7. Carsten Siegfried sagt:

    Moin und Glück auf

    ich denke mit dem neuen Gesicht was Hotte dem S04 bastelt ist auch die Zeit eines Jermaine Jones auf Schalke langsam abgelaufen!

    Königsblaue Grüße

  8. Ney sagt:

    Wir geben alle Spieler ab die in Düsseldorf wohnen.

  9. papa04 sagt:

    Dem Tenor hier zu Jermaines Spielweise stimme ich zu – er hat das ein oder andere „Defizit“, aber er haut mal dazwischen und reibt sich für die Mannschaft auf. Und das mag ich (und die meisten von uns auch:) )an ihm.
    Ich persönlich hoffe allerdings auf eine Vertragsverlängerung. Klar, gehaltstechnisch gehört er zu den Topverdienern und da sollte Horst nichts/ nicht allzuviel draufpacken. Und wenn Jones wirklich verlängern will wie er das kundtut, akzeptiert er das auch.
    Ich glaube seine Erfahrung ist für unser absolut junges Team ziemlich wichtig (und zwar auch noch für die nächsten zwei/drei Jahre). Wenn er geht, bricht uns eine riesige Stütze weg. Selbst wenn jemand nächste Saison kommt, der zu den Erfahrerneren gehört – Jones kennt den Verein, die Leute im Verein, die Fans… der Neue müsste sich erst einfinden und und und …
    Huub hatte mal über jemanden nach dessen Abgang von Schalke gesagt, dass er ein ganzt wichtiger Spieler in der Kabine ist – und das ist Jones mMn auch. Auch im nächsten Jahr werden bestimmt ein paar Junge dazustoßen.
    Deswegen fände ich es wichtig, dass er noch etwas bleibt. Er kennt den Verein einfach gut und weiß mit den Leuten umzugehen.

  10. Der dreiköpfige Affe sagt:

    @derwahrebarese
    Meine Aussage entbehrt jeglicher persönlicher Erfahrung und sollte auch nicht zu wörtlich interpretiert werden… ;-)

  11. DeepBlue sagt:

    Ich würde mich freuen, wenn JJ in der Saison seine Leistung auf einem Niveau abruft, die eine Verlängerung um ein oder auch zwei Jahre rechtfertigt.

    Meiner Meinung nach benötigt jede Mannschaft eine Typen wie ihn.

    Einen, der „aufm Platz“ mal das Florett gegen den Streitkolben tauscht.
    Einen, der intern Klartext redet, gern auch politisch unkorrekt.
    Einen, der den glattgesichtigen Phrasendreschmaschinen mal das telegene Dauerlächeln aus dem Gesicht zaubert.
    Einen, der Zeichen setzt, wo andere noch zaudern.
    Einen, der lieber um Entschuldigung als um Erlaubnis bittet.

    Einen wie Jones halt!

  12. Miles sagt:

    Ich finds ja erstaunlich, wie man so genau wissen kann, welche Wirkung Jones mannschaftsintern hat?

    Um intern „Klartext“ zu reden oder in einer Weise „non-pc“, dass es positive Folgen hat (was durchaus nicht die Regel ist…), bedarf es Klugheit und Intelligenz. Ob Jones über eines von beidem verfügt, das darf man zumindest bezweifeln.

    Ob Jones also intern positiv, negativ oder neutral auf die Mannschaft wirkt, kann man getrost unser Trainerteam und den Manager bewerten lassen. Dass jedoch der Spieler Jones ein denkbar ungünstiges Preis-Leistungsverhältnis hat, dürfte unstreitig sein – seine robuste Art gleicht seine fußballerischen Defizite zwar soweit aus, dass er ein ordentlicher Bundesligaspieler ist, aber mehr eben auch nicht. Falls also eine Vertragsverlängerung für Jones in Frage kommt, dann a) zu deutlich rezuzierten Bezügen und b) mit der offenen Kommunikation, dass er kein Stammspieler der Zukunft sein kann.

  13. Rjonathan sagt:

    Der Tenor schein zu sein, jede Mannschaft braucht einen der dazwischen haut, und das kann keiner außer Jones.

    1. Braucht wirklich jedes Team einen Jones?
    Wer ist denn der Jones bei Dortmund? Und wer ist der Jones bei Leverkusen? Bei den Bayern sehe ich noch ein wenig Schweini, aber der ist jawohl 10x weiter als Jones und sicherlich keine „Axt“.

    2. Kann das keiner außer Jones?
    Ich finde das ein wenig zweifelhaft. Möglicherweise lehnen sich andere einfach so lange nicht so weit aus dem Fenster, wie Jones vorprescht. Er ist der lauteste, aber das bedeutet ja nicht, dass sonst keiner eine Meinung hat.

    Trotzdem mag ich so Typen wie Jones. Und die Art, wie er seine technischen Defizite mit Kampf und Willen ausgleicht, finde ich faszinierend. Für Top-Bezüge sollte das aber nicht reichen.

  14. Սաշա sagt:

    Nein, der Tenor ist, dass wir einen wie Jones brauchen, weil wir nicht die Art von Spieler haben, wie z.B. Dortmund oder Leverkusen. Hätten wir solche Spieler, könnten wir auf Jones verzichten und stattdessen den gleichen langweiligen, heutzutage als attraktiv geltenden Konterfußball spielen wie der BxB oder der DFB.
    Haben wir aber nicht, deshalb müssen wir den Fußball spielen, den der Kader hergibt und dafür ist Jones in der Tat wichtig.
    Ich meine auch, dass aus unserem Kader aktuell keiner diesen ständigen Drahtseilakt, 90 Minuten in der Grauzone zu spielen, so gut hinbekommt. Ein Ausbund an Einsatz und Siegeswillen ist Jones noch dazu. Zwar mag er das manch einem außerhalb des Platzes zu laut kommunizieren, allerdings finde ich nicht, dass seine Leistung auf dem Platz demgegenüber zu stark abfallen würde.
    Ich erfreue mich jedenfalls solange es geht an den letzten echten Menschen auf dem Fußballplatz, bevor die Generation „Rhetorisch-geschulte Internatsroboter“ alle anderen restlos verdrängt hat.

  15. blues sagt:

    Jones war gestern gegen den 5. Ligisten nicht in der Lage das Spiel aus der „Sechs“ heraus zu gestalten. Entscheind ist auf dem Platz.
    Gegen moderne „Pressingmaschinen“ (Klopp) hilft es auch nicht mehr weiter, wenn man versucht, fussballerisch limitierte Spieler durch verbale Riefenstahlsche Flakscheinwerfer zum „letzen echten Menschen“ (Սաշա) im Stadion zu erhöhen.

  16. Սաշա sagt:

    Von den anderen hat sich aber auch keiner mit Ruhm bekleckert. Da muss man Jones genauso wenig negativ herausheben, wie man ihn positiv herausheben könnte.

    Bei Matip konnte man einmal mehr meinen, wenn man es nicht besser wüsste und nicht auch schon besser gesehen hätte, dass er keinen Pass zum Mitspieler bringen kann.

    Mr. Ich-spiele-bald-bei-Real ist so überheblich aufgetreten, dass man hätte kotzen können. Gekrönt von seiner finalen Aktion auf dem Platz, nach der er glücklicherweise nur aufgrund der Auswechslung runter musste.

    Neustädter hat einen Fehlpass nach dem anderen gespielt und defensiv gepennt(u.a. beim Lattentreffer von Nöttingen).

    Szalai wirkte bemüht, was aber neben des positiven Bemühtseins auch die negative Wirkungslosigkeit innehat.

    Fuchs hat ein weiteres mal gezeigt, dass seine Defensivkünste nicht erstligatauglich sind(für mich nunmehr auf unterem Fünftliganiveau anzusiedeln).

    Zu den anderen würde mir sicher auch noch was einfallen. Aber prinzipiell geht es mir ohnehin nur darum, wie schwachsinnig es ist, dieses Spiel als Beleg dafür zu nehmen, wie schlecht Jones ist.
    Gut, nehmen wir das Spiel als Gradmesser für die Qualität unserer Mannschaft:
    Ich sag mal es wird eng mit dem Klassenerhalt in dieser Saison.

    Jones mag nicht der letzte Mensch auf dem Platz sein, aber doch einer der letzten, die noch eine relativ „normale“ Sozialisation jenseits von Fußballinternaten erfahren haben – so die Sozialisation eines angehenden Fußballprofis überhaupt irgendwo in der Nähe von „normal“ anzusiedeln sein kann.

    Als Spielgestalter sehe ich Jones aber tatsächlich auch keinen guten Job machen. Das Problem ist nur: Wer aus dem aktuellen Kader könnte es(besser)?

    Bei Neustädter geht da spielerisch wohl auch zu wenig, gerade wenn man sich seine Form der Rückrunde ins Gedächtnis ruft, die er gerade im Pokal leider bestätigt hat. Zwar kam er in der letzten Saison auf eine relativ gute Passquote von 83%, allerdings waren von den wenigen Fehlpässen einige entscheidend für Gegentore.
    Zudem ist man ja nicht deshalb ein guter Spielgestalter, nur weil viele Pässe ankommen. Es sollten auch schon ein paar kreative Ideen vorhanden sein, und vielmehr „richtige“ anstatt einfach nur viele Pässe ankommen. Was die Pässe angeht, die zu Torschüssen führten, nehmen sich Jones und Neustädter(26 zu 25) in absoluten Zahlen nichts, was Assists angeht, liegt Jones vorne(5-2). Dazu muss man dann noch erwähnen, dass Jones für diese Werte sechs Spiele weniger benötigt hat als Neustädter.
    Gestalterisch sehe ich den aktuellen Neustädter jedenfalls noch schwächer als Jones.

    Höger kann den offensiveren Part der Doppelsechs einigermaßen solide spielen(u.a. im Derby in der Rückrunde sehr gut), aber einen Spielgestalter sehe ich in ihm auch nicht.
    Den hätte man eher in Holtby vermutet, der auch öfter das „Vergnügen“ hatte, in der Doppelsechs den Spielmacher zu geben. Prinzipiell kein schlechter Gedanke, aber der Output war ziemlich durchwachsen.

    Wenn man unser Spiel also von der Doppelsechs aus gestalten will, muss man feststellen, dass nicht einer unserer dort anzusiedelnden Spieler auch nur ansatzweise ein Gestalter wäre.
    Weshalb bei uns auch so viel über die Außen gespielt wird(was uns ziemlich berechenbar für den Gegner macht) und für zündende Ideen in der Zentrale wenn überhaupt Draxler weiter vorne zuständig ist.

    Wir haben keinen Gündogan oder wenigstens einen in seinen Anlagen vergleichbaren Spieler(keine Ahnung, was Goretzka angeht – das kann ich jetzt noch nicht einschätzen, die Rolle käme ohnehin etwas früh für ihn).

    Jones ist daher traurigerweise aus der Not geboren der gestaltende Part der Doppelsechs bei uns. Und solange kein besserer kommt, wovon ich in dieser Transferperiode nicht ausgehe, wird das auch so bleiben. Ab und an wird Höger mal da spielen, weil es je nach Gegner besser passt, aber so richtig glücklich dürften wir was Spielgestaltung aus der Doppelsechs heraus angeht in dieser Saison nicht werden.

  17. blues sagt:

    Es geht ja hier um Jones und weniger um die Mannschaft. Aber auch in dem Kontext wirkt es komisch, wenn ein zum „letzten Menschen“ auf dem Platz hochstilisierter Spieler, dann gegen einen Oberligisten im Durchschnitt versinkt.
    Ich sehe Jones als reinen Zerstörer. Mehr nicht. Das reicht in einem Teil der Spiele, um z.B. den gegnerischen Spielgstalter komplett aus dem Spiel zunehmen. Ich vermute, Rafael van der Vaart freut sich nicht auf das Wiedersehen am Sonntag.

  18. Սաշա sagt:

    Achso, die Mannschaft war zwar geschlossen scheiße, aber wir picken uns jetzt einzelne raus, wann immer es der eigenen Argumentation dient? Okay.

    Ich würde Jones auch lieber als den reinen Zerstörer sehen, denn das kann er am besten. Aber nochmal: Ich sehe momentan niemanden im Kader, der von der Doppelsechs aus ein großer Spielgestalter wäre.
    Deshalb versucht auch erst gar keiner unserer Spieler von dort aus etwas zu gestalten.

    Ob Jones oder Höger, beide schalten sich auf ihre Weise ins offensive Spiel ein, aber Spielgestalter, die das Spiel an sich reißen könnten, sind beide nicht. Jones ist einer, der eher mal den Abschluss sucht und wenn er einigermaßen schießen könnte, wäre das sehr in Ordnung. Kann er leider nicht.
    Höger kommt mehr über seine Schnelligkeit, spielt sichere Pässe, aber auch keine weltbewegenden.

    Was also tun? Irgendeinen Spieler in die Rolle des tiefliegenden Spielmachers zwingen? Oder kann es vielleicht sogar sein, dass unendlich viele taktische Systeme existieren und gar nicht jeder so spielen muss wie z.B. Dortmund und der DFB?

    Ich hoffe es stark, denn ich finde die Pressing-/Kontermaschinen sind keine Entwicklung, die dem Fußball gut getan hat. Mich langweilt das zu Tode. Das mag toller Fußball und spektakel sein für Leute, die Fußball vor Sommer 2006 eigentlich nicht mochten, aber ich bin ein großer Freund davon, dass dem Selbstverständnis nach große Mannschaften auch versuchen das Spiel und den Gegner zu dominieren.
    Seit Mourinhos Chelsea/Inter gg. Barca gut aussah/gewann ist dieses Selbstverständnis aber komplett verloren gegangen.

    Irgendwann gibt es aber sicher auch darauf wieder eine Antwort und ein anderes System wird die Vorherrschaft des 4-5-1 beenden. Das bietet dann hoffentlich wieder schöneren Fußball als ich ihn in den letzten 6 Jahren von den meisten Mannschaften gesehen habe(wenn Schalke nicht wäre, würde ich mir ganz sicher die komplette Bundesl… äääh „stärkste Liga der Welt“ schenken – und damit will ich nicht sagen, dass Schalke schön spielt. Das gabs zuletzt mit Sand-Mpenza und ist auch schon über zehn Jahre her).

    Allerdings ist auch nicht alles schlecht. Den schönsten Fußball der Euro 2012 spielten für mich Portugal(ewiges 4-3-3) und Italien(meist 4-4-2, ab und an sogar Dreierkette in der Abwehr, dann 3-5-2).
    Die Portugiesen brachten Spanien an den Rand der Niederlage (Elfmeterschießen und vorher ein wirklich ausgeglichenes Spiel) und Italien hat in imposanter Manier Deutschland aus dem Turnier geworfen, bei denen vorher schon alle nur über das vermeintliche Finale gegen Spanien redeten und ob man mit denen nun auf Augenhöhe sei.

    Man sieht also: Es geht auch anders. Es muss nicht jeder mit der gleichen Formation und Taktik spielen und vielleicht brauchen wir auch keinen tiefliegenden Spielmacher auf der Doppelsechs, wenn wir es schaffen, das Spiel anders zu gestalten.
    Wenn allerdings irgendwo ein junger Pirlo vom Himmel fällt, bin ich der letzte, der etwas dagegen hat, den als Spielmacher neben Zerstörer Jones auf der Doppelsechs zu bringen.

  19. hellwach sagt:

    blues, du bist der 6er unter den Kommentatoren;

    „…verbale Riefenstahlsche Flakscheinwerfer…“

    „…wenn ein (…)auf dem Platz hochstilisierter Spieler, dann gegen einen Oberligisten im Durchschnitt versinkt.“

    einfach großartig. Chapeau! ;-)

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