Artikel im September 2013

Mit ganz viel Jones

Schalke 04 und die TSG Hoffenheim trennen sich 3:3. Dabei funktionierte Schalkes Spiel eine Halbzeit sehr gut und eine Halbzeit überhaupt nicht. Für beides war Jermaine Jones ein entscheidender Faktor, der nach dem Spiel vom „Trainerteam“ suspendiert, aber vor dem Spiel von Jens Keller zum Schlüsselspieler gemacht wurde. Kurios.

Die erste Halbzeit

Jens Keller veränderte seine Formation für dieses Spiel sowohl offensiv als auch defensiv. Beides hatte entscheidenden Einfluss auf den Verlauf in der ersten Hälfte. Statt Adam Szalai ließ er Prince als nominelle Spitze auflaufen und stellte Max Meyer dahinter. Auf dem Platz blieb Max Meyer meist zentral und Prince war überall, wich aus, war mal neben, mal auch hinter Meyer zu finden. Schalke spielte deutlich mehr durch die – eben durch diese beiden spielerisch stark besetzte – Mitte. Gemeinsam mit einem einrückenden Farfán lies man den Ball immer wieder schnell durch die Reihen laufen. Gefällig und effektiv, man fand immer wieder Lücken und kam zu mehreren guten Abschlüssen.

Die defensive Änderung bezog sich auf die Position Jermaine Jones’. Dieser spielte in der bisherigen Saison in der Regel den offensiveren Part im Schalker Doppelsechs-Tandem. Gegen Hoffenheim blieb er hinten, und zwar recht extrem. Bei Hoffenheimer Ballbesitz spielte er meist zentral vor den Innenverteidigern. Eine Rolle wie er sie unter Fred Rutten in der Saison 2008/2009 inne hatte. Damals entschied Bundestrainer Löw, dass Jones den Ansprüchen des modernen defensiven Mittelfeldspieler nicht genügte. Seinen rein defensiven Job machte Jones aber so gut, dass kicker ihn zum besten defensiven Mittelfeldspieler der Rückrunde kürte.

In Hoffenheim orientierten sich Schalkes Innenverteidiger im Spielaufbau auf die Außenpositionen. Jones fiel dabei die Spieleröffnung zu. Mit langen Bällen war er wenig erfolgreich. Alles in allem war er der offensiv guten Halbzeit der Schalker aber nicht hinderlich. Defensiv funktionierte Jones. Hoffenheim kam kaum zum Zug. Das Gegentor war ein Unfall. Benni Höwedes behinderte Timo Hildebrand, dazu fiel der unkontrollierte Ball auch noch einem Hoffenheimer vor den Fuß. Das war Pech.

Die zweite Halbzeit

Zur Pause reagierte Markus Gisdol auf Jones’ Rolle und zeigte auf, wieso man heute nicht mehr wie 2009 spielen kann. Hoffenheim nutzte nun viel besser die relativ großen Räume zwischen dem vor der Abwehrkette klebenden Jones und dem auf Umschalten lauernden Höger. Gleichzeitig gelang es Hoffenheims Sechsern besser, die Passwege aus Schalkes Defensive zu Prince und Meyer abzudecken. Die Folge waren viele schnelle Ballverluste auf Schalker Seite und mehr Ballbesitz Hoffenheims in der Schalker Spielfeldhälfte.

Schalkes Defensive sah zunächst eine Weile weiterhin stabil aus, aber der Druck wurde stets größer. Durch den von Aogo verschuldeten Elfmeter kam Hoffenheim zum Anschlusstreffer und durch das weitere Anrennen zwang die TSG die Schalker Abwehr zu Fehlern.

Ausgerechnet Jones verursachte den Freistoß zum Ausgleich, als er einmal mehr wenig smart in einen Zweikampf ging. Danach brachen alle Dämme. Höger und Jones leisteten sich unter dem Druck der pressenden Gegner schwerste Böcke, Aogo und Goretzka agierte zweimal im eigenen Strafraum wie von Sinnen. Am Ende war es fast albern, dass Hoffenheim dieses Spiel nicht mehr gewann.

Die Jones-Suspendierung

Am Sonntagmittag wurde gemeldet, dass Jermaine Jones für das Spiel gegen Basel am Dienstag aus dem Kader gestrichen wird. Horst Heldt wurde dahingehend zitiert, dass „das Trainerteam“ entschieden habe, Jones eine Denkpause zu geben. Kurz drauf lief über die Ticker, dass Jermaine Jones angekündigt habe, diese Pause für einen medizinischen Eingriff zu nutzen, der ihn ca. 6 Wochen ausfallen lasse. Dies wurde vom Verein bis Sonntagabend nicht bestätigt.

Jones ein Bauernopfer, der Anfang vom Ende des hilflosen Keller, Jones spielt nie mehr für Schalke; im Netz gab es alle denkbaren Meinungen und 1904 Interpretationsansätze zu lesen. Ich halte das Gros davon für zu extrem.

Meines Erachtens bildet das Duo Neustädter / Höger die für Schalke bestmögliche Doppelsechs, insofern werde ich Jermaine Jones in seiner Abwesenheit nicht vermissen. Aber dass Trainer Jens Keller den Spieler tatsächlich aus sportlichen Gründen endgültig abservieren will, nachdem er ihn bislang in jedem (!) Pflichtspiel der Saison eingesetzt und ihm gerade in Hoffenheim eine entscheidende Rolle zugewiesen hat, halte ich für unmöglich.

Wahrscheinlicher ist, dass Jones klare Absprachen missachtet hat, oder dass gar abseits des Platzes etwas vorgefallen ist, dass eine Maßregelung rechtfertigt. Roman Neustädter wurde zum Spiel in Wolfsburg, am zweiten Spieltag, aus dem Kader gestrichen, „suspendiert“. Eine Woche später stand er in der Startformation. Ähnliches würde ich auch im Fall Jones erwarten. Sollte dieser sich allerdings nicht fügen, sondern „Böckchen machen“ und einen bislang sehr aufschiebbaren Eingriff nebst folgenden Ausfall als offensichtliche Reaktion auf die Suspendierung vornehmen lassen, hat Schalke ein paar Wochen Ruhe vor dem nächsten Palaver. Ma’kucken.

Bis zu Platz 3 sind es mittlerweile jedenfalls 10 Punkte Rückstand.



Nachtrag:

Kein Böckchen von Jermaine Jones. Er selbst verkündete noch gestern Abend bei Twitter, dass es keine OP geben wird. Er macht „BILD“ für die Verwirrung verantwortlich. Ungefähr so was hatte ich erwartet. Ich schätze zwischen der Meldung gestern Mittag und dem Tweet abends lag ein Beratergespräch.

Höwedes sorgt für Schalkes Achtelfinaleinzug

Am Ende steht ein 3:1. Schalke 04 kämpft sich gegen Darmstadt 98 ins Pokal-Achtelfinale. Benni Höwedes war der Held, der Sieg letztendlich verdient, trotzdem war die Leistung das Gegenteil von souverän.

Schalkes Anfangsphase war stark. Bevor sich Darmstadt sortiert hatte ging Schalke hohes Tempo und kam zu Chancen. Nach rund 20 Minuten verebbte das Tempo allerdings, Darmstadt fand zur Ordnung und Schalke tat sich zunehmend schwerer.

Gefühlte 264 Mal wurde der Ball zwischen Joel Matip und Benni Höwedes hin und her gespielt. Zwischenzeitlich missriet ein Pass und ein forsch nach vorne rennender Darmstädter musste gefoult werden. Der einzige gelungene Spielzug nach der 20. Minute führte zum Foul an Farfán und dem entsprechenden Elfer. Blöd nur, dass man eine Minute später den Ausgleich kassierte, weil Darmstadt Standardsituationen in der Regel sehr gut, und Schalke Standardsituationen in der Regel sehr schlecht beherrscht.

Es sei ein echter Drittligakampf, sagte Beckmann zu Scholl in der Halbzeitpause. Er wollte damit Darmstadts Aggressivität loben. Tatsächlich kritisierte er damit auch Schalke 04 überaus passend, denn Schalke lies sich auf einen eben solchen ein, statt seine fußballerische Überlegenheit auszuspielen.

Max Meyer machte ein ordentliches Spiel, und doch wurde er zu wenig einbezogen. Kontrollierte Spielzüge Richtung Darmstädter Tor waren Mangelware, auch in der zweiten Hälfte stockte Schalkes Spiel mehr als es lief. Haarsträubende Fehler, wie der in den Boden tretende Timo Hildebrand, setzten noch Schlaglichter auf das eh nicht gute Gesamtbild. Zum Glück konnte Darmstadt auch nicht recht, hoffte auf hohe Bälle, am liebsten aus Freistößen oder Ecken. Benni Höwedes war es letztlich, der Schalke den Sieg bescherte. Nicht nur durch seinen tollen Kopfball zum 2:1, vor allem durch große Präsenz im Abwehrzentrum, als der Ball doch noch quer durch Timo Hildebrands Strafraum flog.

Schalke hatte viel Ballbesitz und war bemüht, Darmstadt hoffte nur auf Standards. Ein fraglos verdienter Sieg, allerdings auf ganz schwachem fußballerischen Niveau. Jaja, der Pokal hat seine eigenen Gesetze, ich weiß. Ich frage mich trotzdem, weshalb eine auf jeder Position besser besetzte Mannschaft, unterstützt durch ein Trainerteam inklusive dem „Mastermind“ des letztjährigen Triple-Siegers, nicht mal kacknüchtern einen Drittligisten beherrschen und Spielzüge aus sich heraus generieren kann, die zu einem langweiligen 3:0-Erfolg führen. Auch gegen Darmstadt 98 brauchte Schalke Helden.

Danke, Benni.



Bildvorlage: Michael Kranewitter

Der Fluch des Manu

Einst brachte er seinem Club Schalke 04 eine Rekordablösesumme ein, einen zuvor unvorstellbaren Betrag für einen lediglich nur noch ein Jahr gebunden Torhüter. Seitdem ist alles anders. Seitdem hat Schalke 04 kein Tor mehr gegen Bayern München erzielen können. Noch nie gab es einen Schalker Treffer gegen Manuel Neuer.

Das bis heute letzte Tor für Schalke 04 gegen Bayern München war ein Eigentor Holger Badstubers, am 30. April 2011 gegen Jörg Butt. Beim letzten Sieg des FC Schalke 04 gegen Bayern München, dem 1:0 im Pokal-Halbfinale am 02. März 2011, hielt Manuel Neuer überragend; für Schalke 04.

Gegen Manuel Neuer als Torwart des FC Bayern München blieb Schalke 04 in nunmehr 5 Pflichtspielen ohne Erfolgserlebnis. Als wäre beim Transfer Baron Lefuet im Spiel gewesen.

Überfordert

Schalke verliert 0:4 gegen Bayern München. 20 Minuten war es Bundesliga, danach ein Trainingsspiel für die Bayern. Der Unterschied zwischen diesen beiden Clubs ist einfach zu groß.

Den ersten Aufreger gab es bereits vor dem Anpfiff. Wider erwarten stand Jermaine Jones in der Startformation. Vor dem Spiel gegen Leverkusen hatte ich es Jens Keller nicht zugetraut, Jones ungesperrt und unverletzt auf die Bank zu setzen. Er tat es doch. Seine Mannschaft spielte dreimal zu Null, gewann dreimal in Folge. Nun, gegen Bayern München, änderte er seinen Defensivverbund trotzdem, stellte Jones wieder auf. Warum? Ich habe es nicht verstanden.

Tatsächlich verschuldete Jermaine Jones das 0:1. Allerdings nicht defensivtaktisch, sondern ganz Handfest. Er verlor das Kopfballduell, Schweinsteiger nickte ein. Zwei Minuten später verlor Jones während eines einfachen Doppelpass’ Alaba aus den Augen und Madzukic nickte dessen Hereingabe ein. Das war’s.

20 Minuten hielt man den Gegner bestmöglich aus dem eigenen Zentrum fern und kann nach Ballgewinnen durch schnelles Umschalten zu Situationen, die Hoffnung schürten. Das mobilisierte Kräfte, bei der Mannschaft wie beim Publikum. Aber nach nur einem Fehler war es vorbei. Nach der 22. Minute war es kein Bundesligaspiel mehr.

Schalke wollte Kämpfen, vielleicht Grätschen und Treten, sie fanden aber keine Gegner, die waren immer schon woanders. Mehr als sich zurückzuziehen, möglichst dicht zu verschieben und München so wenig Platz wie möglich zu bieten, fiel Schalke nicht ein. Es war kein Aufgeben, keine Resignation aus Mut- oder Kraftlosigkeit. Schalke war einfach überfordert.

München ist besser, in allen Belangen. Die Einzelspieler, die Gruppe, technisch, taktisch, in Sachen Mentalität seit eh und je. Seit ich blogge war der Unterschied noch nie so groß. Geht ein Gegner gegen München mal in Führung, überrascht sie, holt sie aus der Komfortzone, kann es theoretisch interessant werden. Liegt man gegen München aber erstmal zurück hat ein Club wie Schalke keine Chance mehr. Borussia Dortmund hat die Kombination aus Qualität, Meistertrainer und Selbstbewusstsein, um dagegen anzukämpfen. Der Rest der Liga nicht.

Mittwoch geht es für Schalke im DFB Pokal gegen Darmstadt 98. Die haben gerade den MSV Duisburg und Hansa Rostock 4:0 und 6:0 geschlagen. Das wird keine leichte Aufgabe. Aber machbar. Immerhin. In der Liga sind’s mittlerweile wieder 8 Punkte Rückstand auf Platz 3.

Erfolgreicher Auftakt

Schalke gewinnt sein Champions League Auftaktspiel mit 3:0 und erfüllt damit seine Pflicht. Am Ende machte es Spaß, lange Zeit zuvor allerdings nicht.

Wenn Schalke Platz hat und Pässe in die Tiefe spielen kann, kommt die nominell starke Offensive zur Geltung. Jefferson Farfan und Julian Draxler sind sehr schnell, nicht nur auf den Füßen, auch im Kopf. Prince ist die Variable in dieser Reihe, er ist auf keine Position festgelegt und für das Ungewöhnliche zuständig. Adam Szalai ist ein sehr beweglicher Stürmer, stets anspielbar und torgefährlich. Wenn diese Offensive ins Rollen kommt gibt es richtig guten Fußball zu sehen. So war es in diesem Spiel, ab der 67. Minute, nachdem eine mäßige Hereingabe Atsuto Uchidas irgendwie ins Tor hoppelte und bei Steaua Bukarest in der Folge die Dämme brachen.

Ebenso grundsätzlich wie über Schalkes Stärken, lässt sich nach diesem Spiel aber auch über Schalkes Schwächen schreiben. Auch dafür bot dieses Spiel die Blaupause. Eben bis zu dem besagten, ersten Tor. Schalke ist selbst bei deutlichen Vorteilen an Qualität bezüglich der Einzelspieler schlecht darin, gegen einen defensiven Gegner Chancen zu erzwingen.

Bukarest begann das Spiel sehr defensiv, war durchaus aggressiv, schnell auf den Beinen, verschob gut. Schalke hatte viel Ballbesitz, war anfangs auch passsicher. Chancen ergaben sich aber selten, vor allem pendelte Schalke vom einen Flügel zum anderen und zurück. Ab und an nach vorne, in Regel aber auch flott wieder nach hinten, zur Sicherung des Ballbesitzes. Ideenlos. Planlos.

Mir fortlaufender Spieldauer und fortlaufender spielerischen Erfolglosigkeit wurde Schalke ungenauer. Fehlpässe häuften sich. Das eigene unsichere Spiel machte dem Gegner Mut. Dieser traute sich nun mehr, kam zu Distanzschüssen. Einige schwere individuelle Fehler brachten Schalke plötzlich in echte Notsituationen. Zu Beginn der zweiten Hälfte gestaltete sich das Spiel fast ausgeglichen.

Aber dann hoppelte Uchidas Ball, und weiter ging’s mit … siehe oben.

Schalke will, sollte, muss vielleicht das Achtelfinale erreichen, in dieser Champions League-Gruppe. Um das zu schaffen war ein Heimsieg gegen Bukarest Pflicht. Das hat Schalke geschafft. Und am Ende hat’s sogar Spaß gemacht. Freuen wir uns über den Augenblick und hoffen wir für die Zukunft auf viel weiteres Hoppeln, unberührte Flanken oder gegnerische Patzer.



Foto: puamelia

Post an Frau Kraft

Liebe Frau Kraft,

Sie unterstützen und befürworten also das Verhalten Ihres Innenministers, dem Verein FC Schalke 04 rechtswidrig anzudrohen, keine Polizei mehr zum Schutz ins Stadion zu lassen, sofern er nicht seine wahrheitsgemäßen Aussagen widerruft, der Einsatz der Polizei wäre unangemessen, unbegründet und überzogen gewesen, obwohl dies durch führende Polizeiwissenschaftler bestätigt wird. Sie unterstützen also eine – wie Ihnen führende Polizeiwissenschaftler bestätigen – rechtswidrige Androhung, die einer Erpressung nahekommt, um im Wahlkampf vorläufig Ruhe zu haben.

Sie erwarten also ebenfalls vom Verein, dass er seine Hausordnung gegen die eigenen Mitglieder durchsetzt, die nichts Schlimmeres getan haben, als zum dokumentiert wiederholten Male eine legale Fahne eines befreundeten Fanclubs (Komiti Düsseldorf, nicht Nord-Mazedonien, wie Ihr Innenminister schwadroniert) zu zeigen. Auch reicht Ihnen dies als immerhin dritte nachgereichte Begründung für einen wohl einmaligen Polizeieinsatz, nachdem ja der Tatbestand der Volksverhetzung erkennbar an den Haaren herbeigezogen war und der drohende Platzsturm der Gästefans mittlerweile, mangels beweiskräftiger Videos und zahlreicher Zeugenaussagen, mangels anschließender Blocksperre, mangels erkennbarem Bestreben der Polizei die Gästefans in den Griff zu bekommen (die übrigens faschistoide Parolen im Block ausgehängt haben) nicht mehr tragfähig war.

Sie befürworten also die Anwendung körperlicher Gewalt, die Sperrung der Ausgänge mit dem Potenzial einer Massenpanik, die offensive Anwendung chemischer Waffen, um zum anschließenden Blocksturm Platz zu haben, die verbale Kriminalisierung einer ganzen Fankurve, inklusive Frauen, Kindern, Rentnern und Familienvätern durch Herrn Jäger („11.500 Gewalttäter in der Nordkurve“), wie sie selbst Ihrer ZIS (Zentrale Desinformationsstelle Sport) mittlerweile rechtskräftig durch das Oberverwaltungsgericht NRW verboten wurde und mindestens 87 Verletzte (das sind ja nur die vom Deutschen Roten Kreuz Behandelten …), wegen einer Fahne eines von der UNO und der BRD anerkannten Staates und dem Zusatz „Komiti Düsseldorf“?

Es ist eine Ironie, nein, es ist der blanke Hohn, dass Herr Jäger nun vom Verein erwartet, genug Ordner abzustellen, um einen drohenden Platzsturm von Gästefans zu verhindern, zu dem sich gegen Saloniki drei Hundertschaften der Polizei in Vollmontur, chemisch bewaffnet und mit lockerem „Einsatzmehrzweckstock“ nach eigener Aussage nicht in der Lage sahen!

Es ist erbärmlich, wie die mangelnde Fehlerkultur der Polizei nun durch massiven Druck und illegale Einschüchterungsversuche durch Herrn Jäger gegenüber meinem Verein vertuscht werden soll. Es ist aber ebenso entlarvend, wie die hysterischen Erklärungs- und Rechfertigungsversuche der Polizeilobby durch Sie und Herrn Jäger auch noch gefördert werden.

Frau Kraft, Herr Jäger, Sie tanzen auf dem Grab der Ideale, für die Ihre Partei 150 Jahre gestanden hat: Menschenrechte, Demokratie, freie Meinungsäußerung, Solidarität. Da Sie beide höhere Ambitionen haben, ist dies kein Problem, das sich nur auf NRW beschränkt. Jeder Fußballfan sollte in sich gehen und entscheiden, ob Ihre Partei wählbar ist, vor dem Hintergrund, dass Herr Jäger demnächst als Innenminister einer großen Koalition seine totalitär-stalinistischen Law-And-Order Allmachtsphantasien bundesweit ausleben darf und seine Privatarmee „Polizei NRW“ auch noch durch Geheimdienste und Bundespolizei erweitert wird. Lassen Sie doch endlich die Hose runter. „Das WIR entscheidet“ ist der Wahlkampfslogan Ihrer Partei. „WIR entscheiden und ihr nehmt das kritiklos hin“ ist aber das, was Sie daraus machen. Es sind schon Bundespräsidenten wegen (noch nicht nachgewiesener) Vorteilsnahme in Höhe von 700 Euro zurückgetreten. Warum bleibt Herr Jäger dann im Amt, wenn er die Menschenrechte (körperliche Unversehrtheit, Meinungsfreiheit) so sehr mit Füßen tritt?



Link: Webseite Supporters Club

Des Princen Rolle: Matchwinner

Schalke 04 gewinnt 1:0 in Mainz und liegt weiterhin 5 Punkte hinter Platz 3. Ein ausgeglichenes Spiel, von beiden Mannschaften defensiv gut und offensiv schwach geführt. Letztlich entschied eine Einzelaktion.

Eine gute Defensive ist die Grundlage eines jeden Erfolgs. Hinten agierte Schalke sicher, von Beginn an. Mainz versuchte es mit Tempo und hatte in der ersten Phase viel Ballbesitz, konnte das Tor Hildebrands aber kaum gefährden. Beide Schalker Innenverteidiger agierten souverän, ebenso Dennis Aogo als Linksverteidiger. Marco Höger gefiel im Mittelfeld damit, Mainzer Angriffe bereits im Aufbau zu stoppen. Lediglich Atsuto Uchida hatte Probleme mit seinem direkten Gegenspieler.
Umgekehrt spielte Mainz bei Schalker Ballbesitz ebenfalls stark. Roman Neustädter wurde als Schlüsselspieler im Schalker Aufbau ausgemacht. Wurde er angespielt, sah er sich häufig gleich drei Mainzern gegenüber. Um das auszugleichen ließ sich Prince immer wieder zurückfallen. Die dann für ihn verfügbaren Anspielstationen in der Offensive hatte Mainz wiederum im Griff. Julian Draxler und Adam Szalai kamen in der ersten Halbzeit nie ins Spiel, Jefferson Farfán erlief sich Fleißkärtchen, aber kaum mal Chancen. Es war dem Spiel absolut entsprechend, dass das Tor dieser Halbzeit einer Einzelleistung entsprang. Einer bemerkenswerten, allerdings. Einer die es wert war, den Protagonisten zum Helden des Spiels zu küren.

Jens Lehmann fand die erste Halbzeit nicht gut, aber er ist ja auch kein Schalker. Ich war bis dahin zufrieden. Man hätte die Leistung als „souverän auf Chancen wartend“ umschreiben können. Die zweite Hälfte war weniger souverän und auch insgesamt niveauärmer.

Mainz wollte nun, konnte aber nicht so recht. Wider erwarten versuchten sie es nicht mit ungefähr 10 Mann über links, gegen Uchida, sondern häufig durch die Mitte. Schalke hielt dagegen, meistens ausreichend gut, trotzdem flipperte der Ball einige Male gefährlich durch Hildebrands Torraum. Außerdem hatte Joel Matip Glück, dass der Schiedsrichter sein ungeschicktes Agieren, in der 52. Minute gegen Shinji Okazaki, nicht mit einem Elfmeter bestrafte. Er hätte sich nicht beschweren dürfen.
Dass Schalke doch recht wenig aus dem sich durch aufgerückte Mainzer ergebenden Raum machen konnte oder wollte, war schon etwas enttäuschend. Ein Freistoß durch Dennis Aogo, wenige Distanzschüsse, mehr kam da nicht. In 90 Minuten konnte Schalke seinen Stoßstürmer nie in Position spielen, und spätestens ab der 70 Minute sah es so aus, als würden sie es auch nicht mehr wollen.

Am Ende hat es gereicht. Ein Sieg, der keineswegs unverdient war, ein Spiel, das ob seines Verlaufs aber auch leicht anders hätte ausgehen können. In der Summe machten beide Mannschaften wenig falsch und Prince entschied das Spiel. Zum Glück.




Podcast-Postskriptum

Montag bis Freitag zwischen 13:00 Uhr und 14:00 Uhr präsentiert Sport1.fm das Sportradio 360. Heute durfte ich zu Gast sein und ausführlich Stellung beziehen. Das Interview ist zweigeteilt und zweimal rund 16 Minuten lang. Weil es im ersten Teil vor allem um das Spiel in Mainz und Schalkes jüngste Transfers geht, hänge ich diese Podcast-Links unter diesen Text zum Spiel.


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(16:27 Min)
mp3-Datei / Podcast-Feed



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(16:38 Min)
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