Des Princen Rolle: Matchwinner

Schalke 04 gewinnt 1:0 in Mainz und liegt weiterhin 5 Punkte hinter Platz 3. Ein ausgeglichenes Spiel, von beiden Mannschaften defensiv gut und offensiv schwach geführt. Letztlich entschied eine Einzelaktion.

Eine gute Defensive ist die Grundlage eines jeden Erfolgs. Hinten agierte Schalke sicher, von Beginn an. Mainz versuchte es mit Tempo und hatte in der ersten Phase viel Ballbesitz, konnte das Tor Hildebrands aber kaum gefährden. Beide Schalker Innenverteidiger agierten souverän, ebenso Dennis Aogo als Linksverteidiger. Marco Höger gefiel im Mittelfeld damit, Mainzer Angriffe bereits im Aufbau zu stoppen. Lediglich Atsuto Uchida hatte Probleme mit seinem direkten Gegenspieler.
Umgekehrt spielte Mainz bei Schalker Ballbesitz ebenfalls stark. Roman Neustädter wurde als Schlüsselspieler im Schalker Aufbau ausgemacht. Wurde er angespielt, sah er sich häufig gleich drei Mainzern gegenüber. Um das auszugleichen ließ sich Prince immer wieder zurückfallen. Die dann für ihn verfügbaren Anspielstationen in der Offensive hatte Mainz wiederum im Griff. Julian Draxler und Adam Szalai kamen in der ersten Halbzeit nie ins Spiel, Jefferson Farfán erlief sich Fleißkärtchen, aber kaum mal Chancen. Es war dem Spiel absolut entsprechend, dass das Tor dieser Halbzeit einer Einzelleistung entsprang. Einer bemerkenswerten, allerdings. Einer die es wert war, den Protagonisten zum Helden des Spiels zu küren.

Jens Lehmann fand die erste Halbzeit nicht gut, aber er ist ja auch kein Schalker. Ich war bis dahin zufrieden. Man hätte die Leistung als „souverän auf Chancen wartend“ umschreiben können. Die zweite Hälfte war weniger souverän und auch insgesamt niveauärmer.

Mainz wollte nun, konnte aber nicht so recht. Wider erwarten versuchten sie es nicht mit ungefähr 10 Mann über links, gegen Uchida, sondern häufig durch die Mitte. Schalke hielt dagegen, meistens ausreichend gut, trotzdem flipperte der Ball einige Male gefährlich durch Hildebrands Torraum. Außerdem hatte Joel Matip Glück, dass der Schiedsrichter sein ungeschicktes Agieren, in der 52. Minute gegen Shinji Okazaki, nicht mit einem Elfmeter bestrafte. Er hätte sich nicht beschweren dürfen.
Dass Schalke doch recht wenig aus dem sich durch aufgerückte Mainzer ergebenden Raum machen konnte oder wollte, war schon etwas enttäuschend. Ein Freistoß durch Dennis Aogo, wenige Distanzschüsse, mehr kam da nicht. In 90 Minuten konnte Schalke seinen Stoßstürmer nie in Position spielen, und spätestens ab der 70 Minute sah es so aus, als würden sie es auch nicht mehr wollen.

Am Ende hat es gereicht. Ein Sieg, der keineswegs unverdient war, ein Spiel, das ob seines Verlaufs aber auch leicht anders hätte ausgehen können. In der Summe machten beide Mannschaften wenig falsch und Prince entschied das Spiel. Zum Glück.




Podcast-Postskriptum

Montag bis Freitag zwischen 13:00 Uhr und 14:00 Uhr präsentiert Sport1.fm das Sportradio 360. Heute durfte ich zu Gast sein und ausführlich Stellung beziehen. Das Interview ist zweigeteilt und zweimal rund 16 Minuten lang. Weil es im ersten Teil vor allem um das Spiel in Mainz und Schalkes jüngste Transfers geht, hänge ich diese Podcast-Links unter diesen Text zum Spiel.


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(16:27 Min)
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26 Kommentare zu “Des Princen Rolle: Matchwinner”

  1. blues sagt:

    @Ney
    Tuchel ausgecoacht! :-)

  2. Ney sagt:

    Inwiefern?

  3. blues sagt:

    @Ney
    Ausgecoacht – „inwiefern“ fragst du? Tuchels Matchplan (?) ging nicht auf, und Mainz verlor 3 Punkte. Tuchels Plan enthielt kein taktisches Werkzeug, die Schalker Kompaktheit aufzulösen. Wobei ich deine Frage berechtigt finde, denn als Reaktion auf die Schalker Kompaktheit, griff Mainz in die Matchplanwerkzeuggrabbelkiste und holte den „van Bommel“ raus. Mehr als „Zeichen setzten“ in Form von aggressiv auf die Füsse und Beine des Gegners zugehen, war im Rahmen von Tuchels „Matchplan“ nicht mehr drin. Sehr bescheiden.

  4. Ney sagt:

    Bis auf den kapitalen Fehler, der zum 0:1 führte, hat Mainz nicht viel falsch gemacht.

  5. Սաշա sagt:

    Es war ein sehr zähes Spiel zweier Mannschaften, die weitestgehend gut geordnet standen und in dem genauso Mainz als Sieger hätte vom Platz gehen können(z.B. können Choupo-Motings Schuss und Sotos(?) Schuss an den Pfosten auch drin sein und dann reden wir hier nicht so lustig über Blödsinn wie ausgecoacht – denn ausgecoacht hat da gestern niemand irgendwen).

  6. blues sagt:

    @u…
    Blödsinn? Mann, bist du humorlos. Es ging darum:

    Ney sagt:
    3. September 2013, 11:05 Uhr #

    In Mainz werden wir ausgecoacht werden…

    War falsch. Eher so: Der Heroenfußball siegte über den Konzeptfussball.

  7. Ney sagt:

    Symbiose war’s, unser neuer Mittelfeld-Heroe hat dem Rest der Truppe gedroht, sie zu enteiern, wenn sie defensiv vom Konzept abweichen.

    Mal sehen, ob sie nächsten Samstag mehr Angst von ihm oder wieder mal vor den Bayern haben.

  8. Սաշա sagt:

    Ein Spiel gegen die Bayern, in dem sich unsere Elf nicht einkackt, wäre mal wieder sehr erfrischend. Haben wir bestimmt seit 2-3 Jahren nicht mehr gesehen…

  9. blues sagt:

    ..Zu null. Zum zweiten Mal hintereinander. Wegen Boateng. Aber: Matip spielt seit dem Wechsel und dem ersten Auflaufen von Boateng wieder auf seiner gelerneten Position links in der Innenverteidung. Ein Schalk wer böses dabei denkt.

  10. Marc sagt:

    Da ich die letzten beiden Spiele leider nicht verfolgen konnte, stellt sich mir trotz der positeven Ergebnisse die Frage, ob sich etwas im Spielverhalten, -aufbau und der Einstellung der Spieler gegenüber des Saisonstarts verändert hat.
    Die Diskussion um Herrn Keller und dessen taktischen Fähigkeiten ist vollends verschwunden. Es scheint demnach wohl wieder alles rund zu laufen, oder? Immerhin scheint das Defensivverhalten sich normalisiert zu haben. Hat da jemand ein genaueres Bild?

  11. Սաշա sagt:

    Was sich augenscheinlich verändert hat, ist dass die Defensive geordneter agiert. Wohl auch dank weniger Fuchs und weniger Jones.
    Matip z.B., den ich sowieso Klasse finde, zeigt nun neben einem Außenverteidiger, der die Berufsbezeichnung „Verteidiger“ nicht nur der Form halber trägt, wieder souveräne Leistungen(auch wenn man sich über den Strafstoß gegen ihn nicht hätte beschweren dürfen).
    Wir haben zwei mal hintereinander zu null gespielt. Das war nach den ersten drei Spielen der Saison fast undenkbar.
    Vorne fehlt sicher noch etwas die Abstimmung und teilweise auch der letzte Wille, das Tor zu erzwingen. Farfan hat in einigen Szenen nicht die richtigen oder zu langsame Entscheidungen getroffen.
    Insgesamt machte aber selbst dieses eher unspektakuläre und über weite Strecken sogar zähe Spiel Lust auf mehr.

  12. Rjonathan sagt:

    Für mich derzeit auch erstmal ein Schritt in die richtige Richtung. Vorne Hacke-Spitze möchte natürlich jeder haben. Aber immerhin scheint die Defensive jetzt tatsächlich den Namen zu verdienen. Weil weniger Jones und weniger Fuchs. Und weil mehr Aogo – den ich zum Matchwinner der Herzen erklären würde. Genau wie Boateng scheint er mit der Chance und dem Vertrauen sehr positiv umzugehen. Einzige Sorge die ich habe: dass beim Bundesschal jetzt zwei Schalker um den Platz links kämpfen.

  13. Daniel Ku. sagt:

    Guter Text, sehe es in weiten Teilen genauso. Eine Sache noch: Es war echt Glück, dass die Mainzer nicht konsequent über die rechte Abwehrseite gekommen sind! Bei allem Respekt, aber Uschi hat nichtmal Bundesligaformat. Ist er tatsächlich die beste Option, die wir haben? Kann Hoogland so viel schlechter sein? Es kann doch nicht alles an seiner Offensivstärke festgemacht werden, denn das Kerngeschäft eines RV sollte doch das Verteidigen sein!

  14. RWDJojo sagt:

    Wäre es möglich den Boateng „Boateng“ zu nennen und nicht „Prince“???

    Ich finde auch, dass es ein ausgeglichenes, taktisch geprägtes Spiel war, das Schalke dank eines groben Schnitzers und der höheren individuellen Klasse gewonnen hat.

  15. Der Hans sagt:

    Ein Sieg, der vor allem fürs Selbstbewusstein sehr wichtig ist und hoffentlich Auftrieb für Mittwoch gibt. Denn das sollte im Vergleich zum nächsten Wochenende das wichtigere Spiel sein.

    Wäre es möglich den Boateng “Boateng” zu nennen und nicht “Prince”???

    Hast du Raul jemals „Gonzalez Blanco“ genannt? Auf seinem Trikot steht „Prince“, dann wird man ihn doch so nennen dürfen, oder?

  16. Torsten sagt:

    @RWDJojo: Natürlich ist das möglich. Wir wissen dann schon, wen Du meinst.
    Ich halte es mit Hans und orientiere mich weiterhin an der Trikotaufschrift.

  17. blues sagt:

    @Torsten, @Daniel Ku.

    „Wider erwarten versuchten sie es nicht mit ungefähr 10 Mann über links, gegen Uchida“
    „Es war echt Glück, dass die Mainzer nicht konsequent über die rechte Abwehrseite gekommen sind!“

    Obwohl Uchida das schwächste Glied in der Abwehrkette ist, ist nach Aogos Zugang und dem Postionswechsel in der Innenverteidigung auch eine andere Sichtweise möglich. Um Uchidas Seite zu überladen, müssen die Spieler an anderer Stelle abgezogen werden. Sie fehlen dann zentral oder links. Links droht dann besonders große Gefahr, denn dort läuft bei Ballverlust über Aogo, Draxler ggf. Farfan und mit Szalai als Wandspieler ein brandgefährlichen Konter. Uchida als Honigtopf. Tuchel hat die Falle erkannt und ging dieses Risiko bewusst nicht ein. :-)

  18. Christoph sagt:

    Talentierter Boateng Bruder, nur zur Unterscheidung.
    extreme off Topic:
    Falls jemand das Cover des 80er Jahre 11 Freunde Heftes kennt: Wo wurde das Bild von Olaf gemacht?

  19. Ney sagt:

    Mein Tipp wäre die frühere Fußgängerbrücke Steinmetz-/Ostfalenstraße
    über die Bahntrasse zur Zeche Hugo.

  20. matz sagt:

    @Ney
    Schüngelbergsiedlung, ja, kein schlechter Tipp

  21. Grieche sagt:

    Thorsten Fink hats erwischt.

  22. Torsten sagt:

    Kam der Rauswurf Fink vielleicht sogar gelegen? Nach MOPO-Informationen soll er sich über seinen Berater Thomas Kroth schon Ende der vergangenen Saison bei Schalke 04 und zuletzt beim VfB Stuttgart als Trainer angeboten haben. Das darf getrost als Zeichen von Amtsmüdigkeit in Hamburg verstanden werden.
    #

    *hust

  23. blues sagt:

    Zu Finks Ego hätte Schalke gepasst. Fink,Babbel, Effenberg haben eine mehr oder weniger starke Selbstüberschätuung gemeinsam.Da ist mir Keller lieber. Der ahnt und weiss (zwischenzeitlich) was er noch nicht kann.
    Kreutzer hat schon mit Heldt telefoniert und nachgefragt ob wir den Knickbus noch haben, denn den braucht er jetzt für Magath! :-)

  24. Christoph sagt:

    @Ney
    Jau, das passt, danke für den Tipp.
    War gestern da, aber von dem Motiv ist ja kaum mehr was übrig.

  25. Ney sagt:

    @Christoph
    Ja, habe ich auf google earth jetzt auch gesehen, ziemlich
    verändert. Man muss aber dazu sagen, solche Brücken wird
    es wohl noch einige andere geben/gegeben haben. Kam der Thon
    nicht ursprünglich aus Horst?

  26. Henning sagt:

    Guter Artikel zum Schalker „Aufschwung“ und den Rollen von Boateng, Högr und Neustädter dabei.

    http://spielverlagerung.de/201.....tabilitat/

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