Mit ganz viel Jones

Schalke 04 und die TSG Hoffenheim trennen sich 3:3. Dabei funktionierte Schalkes Spiel eine Halbzeit sehr gut und eine Halbzeit überhaupt nicht. Für beides war Jermaine Jones ein entscheidender Faktor, der nach dem Spiel vom „Trainerteam“ suspendiert, aber vor dem Spiel von Jens Keller zum Schlüsselspieler gemacht wurde. Kurios.

Die erste Halbzeit

Jens Keller veränderte seine Formation für dieses Spiel sowohl offensiv als auch defensiv. Beides hatte entscheidenden Einfluss auf den Verlauf in der ersten Hälfte. Statt Adam Szalai ließ er Prince als nominelle Spitze auflaufen und stellte Max Meyer dahinter. Auf dem Platz blieb Max Meyer meist zentral und Prince war überall, wich aus, war mal neben, mal auch hinter Meyer zu finden. Schalke spielte deutlich mehr durch die – eben durch diese beiden spielerisch stark besetzte – Mitte. Gemeinsam mit einem einrückenden Farfán lies man den Ball immer wieder schnell durch die Reihen laufen. Gefällig und effektiv, man fand immer wieder Lücken und kam zu mehreren guten Abschlüssen.

Die defensive Änderung bezog sich auf die Position Jermaine Jones’. Dieser spielte in der bisherigen Saison in der Regel den offensiveren Part im Schalker Doppelsechs-Tandem. Gegen Hoffenheim blieb er hinten, und zwar recht extrem. Bei Hoffenheimer Ballbesitz spielte er meist zentral vor den Innenverteidigern. Eine Rolle wie er sie unter Fred Rutten in der Saison 2008/2009 inne hatte. Damals entschied Bundestrainer Löw, dass Jones den Ansprüchen des modernen defensiven Mittelfeldspieler nicht genügte. Seinen rein defensiven Job machte Jones aber so gut, dass kicker ihn zum besten defensiven Mittelfeldspieler der Rückrunde kürte.

In Hoffenheim orientierten sich Schalkes Innenverteidiger im Spielaufbau auf die Außenpositionen. Jones fiel dabei die Spieleröffnung zu. Mit langen Bällen war er wenig erfolgreich. Alles in allem war er der offensiv guten Halbzeit der Schalker aber nicht hinderlich. Defensiv funktionierte Jones. Hoffenheim kam kaum zum Zug. Das Gegentor war ein Unfall. Benni Höwedes behinderte Timo Hildebrand, dazu fiel der unkontrollierte Ball auch noch einem Hoffenheimer vor den Fuß. Das war Pech.

Die zweite Halbzeit

Zur Pause reagierte Markus Gisdol auf Jones’ Rolle und zeigte auf, wieso man heute nicht mehr wie 2009 spielen kann. Hoffenheim nutzte nun viel besser die relativ großen Räume zwischen dem vor der Abwehrkette klebenden Jones und dem auf Umschalten lauernden Höger. Gleichzeitig gelang es Hoffenheims Sechsern besser, die Passwege aus Schalkes Defensive zu Prince und Meyer abzudecken. Die Folge waren viele schnelle Ballverluste auf Schalker Seite und mehr Ballbesitz Hoffenheims in der Schalker Spielfeldhälfte.

Schalkes Defensive sah zunächst eine Weile weiterhin stabil aus, aber der Druck wurde stets größer. Durch den von Aogo verschuldeten Elfmeter kam Hoffenheim zum Anschlusstreffer und durch das weitere Anrennen zwang die TSG die Schalker Abwehr zu Fehlern.

Ausgerechnet Jones verursachte den Freistoß zum Ausgleich, als er einmal mehr wenig smart in einen Zweikampf ging. Danach brachen alle Dämme. Höger und Jones leisteten sich unter dem Druck der pressenden Gegner schwerste Böcke, Aogo und Goretzka agierte zweimal im eigenen Strafraum wie von Sinnen. Am Ende war es fast albern, dass Hoffenheim dieses Spiel nicht mehr gewann.

Die Jones-Suspendierung

Am Sonntagmittag wurde gemeldet, dass Jermaine Jones für das Spiel gegen Basel am Dienstag aus dem Kader gestrichen wird. Horst Heldt wurde dahingehend zitiert, dass „das Trainerteam“ entschieden habe, Jones eine Denkpause zu geben. Kurz drauf lief über die Ticker, dass Jermaine Jones angekündigt habe, diese Pause für einen medizinischen Eingriff zu nutzen, der ihn ca. 6 Wochen ausfallen lasse. Dies wurde vom Verein bis Sonntagabend nicht bestätigt.

Jones ein Bauernopfer, der Anfang vom Ende des hilflosen Keller, Jones spielt nie mehr für Schalke; im Netz gab es alle denkbaren Meinungen und 1904 Interpretationsansätze zu lesen. Ich halte das Gros davon für zu extrem.

Meines Erachtens bildet das Duo Neustädter / Höger die für Schalke bestmögliche Doppelsechs, insofern werde ich Jermaine Jones in seiner Abwesenheit nicht vermissen. Aber dass Trainer Jens Keller den Spieler tatsächlich aus sportlichen Gründen endgültig abservieren will, nachdem er ihn bislang in jedem (!) Pflichtspiel der Saison eingesetzt und ihm gerade in Hoffenheim eine entscheidende Rolle zugewiesen hat, halte ich für unmöglich.

Wahrscheinlicher ist, dass Jones klare Absprachen missachtet hat, oder dass gar abseits des Platzes etwas vorgefallen ist, dass eine Maßregelung rechtfertigt. Roman Neustädter wurde zum Spiel in Wolfsburg, am zweiten Spieltag, aus dem Kader gestrichen, „suspendiert“. Eine Woche später stand er in der Startformation. Ähnliches würde ich auch im Fall Jones erwarten. Sollte dieser sich allerdings nicht fügen, sondern „Böckchen machen“ und einen bislang sehr aufschiebbaren Eingriff nebst folgenden Ausfall als offensichtliche Reaktion auf die Suspendierung vornehmen lassen, hat Schalke ein paar Wochen Ruhe vor dem nächsten Palaver. Ma’kucken.

Bis zu Platz 3 sind es mittlerweile jedenfalls 10 Punkte Rückstand.



Nachtrag:

Kein Böckchen von Jermaine Jones. Er selbst verkündete noch gestern Abend bei Twitter, dass es keine OP geben wird. Er macht „BILD“ für die Verwirrung verantwortlich. Ungefähr so was hatte ich erwartet. Ich schätze zwischen der Meldung gestern Mittag und dem Tweet abends lag ein Beratergespräch.



40 Kommentare zu “Mit ganz viel Jones”

  1. hoffedocS04 sagt:

    Habe mich nach dem Spiel angeschlichen, als Sky die Trainer interviewte und habe bei Keller mitgeschrieben so schnell ich konnte. Habe den Schmierzettel gerade in der Hand.

    Auf eine Frage nach der Mentalität Keller(WÖRTLICH):
    „Ach, immer die Frage nach der Scheißmentalität. .. Wir haben INDIVIDUELL wahnsinnige Fehler gemacht, aber das hat nichts mit der Mentalität zu tun. MAN FRAGT SICH, WAS DER EINE ODER ANDERE SPIELER(wegwerfende Handbewegung)IN DER BIRNE HAT. ..“

    Frage an Gisdol, wie er die Leistung seiner Mannschaft sieht.
    Antwort (nicht mitgeschrieben, aber im Gedächtnis behalten): „Wenn ich nicht schon vorher ein Fan meiner Mannschaft gewesen wäre, dann wäre ich es seit heute nach der zweiten Halbzeit.“

    Dabei waren BEIDE enttäuscht, dass es nicht zum Sieg gereicht hat.

    BOATENG übrigens war stinkwütend über die Stimmung in der Pause in der Kabine, weil da wohl der Tenor war, jetzt brauche man den Sieg nur noch abzuspulen, weil der Gegner schon gegessen sei. Aber wer bestimmt denn bei Schalke in der Pause in der Kabine die Stimmung? °^°

    Gisdol sagte, sie hätten sich in der Pause eingeschworen, noch mal anzugreifen und bis zur letzten Sekunde zu fighten.

    Wenn die Spieler die Interviews sehen, was sollen sie da denken? Die Schalker? Die Hoffenheimer?

    Hallo! .. Herr Keller! .. Ein Gespenst geht um!! .. ?? .. °^°!

  2. blues sagt:

    @hoffedocS04

    Nun,der von dir gehasste Trainer hatte für die 1. Hälfte des Spiels eine ziemlich gute Idee. Der Jugendstil deines Traditionsvereins wurde von Kellers feinem Gelsenkirchner Barock fröhlich zerbröselt. Gisdol fiel dazu nichts ein. In der 2. Hälfte war es dann umgekehrt.

    Gegen Bayern spielte Schalke 20 Minuten gut. Diesmal waren es 40 Minuten. In der Rückrunde wird das Spiel über 60-70 Miunten gut laufen. Keller wird sogar noch schneller dazulernen, und beim nächsten 2 Torevorsprung, bei dem die beiden „Aussen“ einen schwächeren Tag haben, einen dritten „Sechser“ bringen.

    Was machen eigentlich deine Keller-Alternativen? Veh,Streich und Tuchel erspielten gestern zusammen einen (!) Punkt. Dabei kassierten ihre Teams 10 (!)Tore…

  3. Torsten sagt:

    Jones für 6 Wochen weg vom Fenster.

    Der FC Schalke 04 hat sich offenbar dazu entschieden nach dem schwachen Auftritt gegen Hoffenheim Jermaine Jones aus dem Kader für das Champions League-Spiel gegen den FC Basel zu streichen. Manager Horst Heldt bestätigte die Suspendierung: „Das Trainerteam hat entschieden, Jermaine eine Denkpause zu geben.“ Nun wird der US-amerikanische Nationalspieler den Knappen aber noch länger fehlen. Gegenüber „Sport Bild Plus“ erklärte Jones: „Es stimmt, dass mich der Verein aus dem Kader genommen hat. Diese Gelegenheit nutze ich, meinen Meniskus glätten zu lassen. Unabhängig von der Vereins-Entscheidung wäre eine Operation aufgrund der anhaltenden Schmerzen unumgänglich gewesen.“ Der defensive Mittelfeldspieler fällt nun rund sechs Wochen aus.

    Quelle spox

  4. Spook sagt:

    Das ist auch gut so.

  5. Ney sagt:

    Wie heißt sowas jetzt? Knappenopfer? „Kumpel-und-Malocher“-Opfer?

  6. Taisumi sagt:

    Jones muss doch irgendwie eine Art Aufstellungsgarantie im Vertrag stehen haben. Anders lässt sich dieses Kabarett für mich nicht erklären. In der Hinrunde wird er kein Spiel mehr absolvieren, da lege ich mich fest.

  7. hoffedocS04 sagt:

    Lieber Blues, ich hasse niemanden, und wenn, fallen mir vor Jens Keller noch ein paar andere ein. Zum nächsten: es ist zwar schmeichelhaft, aber noch(!) nicht realistisch, die TSG mit den Lederhosenträgern zu vergleichen. Und, falls Du das vergessen hast: Schalke ist Championsleagueteilnehmer(!), und gegen eine Mannschaft von dieser Klasse keine ausreichenden Mittel zu haben, heißt ganz und gar nicht, dass dem Trainer nichts einfällt. Streich fällt auch immer was ein, aber die derzeitige Qualität seiner Mannschaft reicht halt kaum für die Bundesliga. Um Siege oder Niederlagen geht es hier doch gar nicht. Ich habe mich in der ersten Hälfte für Schalke gefreut. Natürlich. Ich fand sogar, es war die beste Halbzeit in dieser Saison.

    Außerdem ist meine Traineralternative eine andere..

    So sehen sich die beiden Teams von gestern also am 3.oder 4.12. wieder. Ach, wie blöd, war froh, den Zwiespalt erstmal hinter mir zu haben..

    Und Löw war bei der Auslosung also so nett, HH in Bezug auf den gemeinsamen Stuttgarter Kumpel, den Keller Jens zu unterstützen.
    Ihr glaubt doch nicht im Ernst, dass ich Keller Schlechtes wünsche! Wenn er noch Ideen und Erfolg hätte, wäre ich glücklich, aber ich glaube es leider nicht. Ich traue ihm eher zu, eine Zweitligamannschaft gut zu trainieren als einen Topklub.

    Wenn ich mich irre: tant mieux!!

  8. Torsten sagt:

    Erst Latein, jetzt Französisch. Demnächst muss ich für dieses Blog noch Bildungssteuer zahlen.

  9. eakus1904 sagt:

    Ich glaube, um Platz drei muss man sich derzeit keine Gedanken machen. Da ist nix mit Augenhöhe zu denen da oben! Bayern ist ganz weit weg und auch Leverkusen und die Lüdenscheider sind uns derzeit um Längen voraus.
    Das positive: Zu Platz vier, das momentan einzig realistische Ziel, sind es nur vier Punkte!
    Wobei man das auch einschränken muss: Mit der Leistung aus Hälfte eins ist das Ziel realistisch, mit der Leistung aus Hälfte zwei muss man aufpassen,den Abstand zu Platz 16 zu wahren. Beides scheint mir möglich!

    Zu Jones: Für mich ein wieder mal schalke-typisches,hausgemachtes Problem. Die besten Defensivleistungen hat Schalke in dieser Saison geliefert, als Jones nicht in der Anfangsformation stand. Man spielt dreimal (Leverkusen,Mainz,Bukarest) zu null. Warum wird dann wieder getauscht?
    Offenbar muss er sich im Training aufgedrängt haben, bzw. Keller muss irgendwie die Möglichkeit gesehen zu haben, mit der Hereinnahme besser agieren zu können.
    Im Pokalspiel und in Hälfte zwei gegen Hoffenheim hat sich aber der typische Jones gezeigt. Ungenaue Anspiele,Fehlpässe um dann beim nachsetzen zu foulen. Zudem ist mir im Pokalspiel aufgefallen, dass er sich unfassbar viel verschätzt,unter hohen Bällen durchspringt usw. (Vielleicht sollte man da den Medizincheck auch mal auf die Augen ausweiten.)

    Ich halte die Entscheidung,auf JJ derzeit zu verzichten, für richtig. Ihn jetzt aber zum Sündenbock für die schlechte Leistung zu machen, finde ich unfair. Denn Keller hatte aus meiner Sicht keinen Grund,ihn überhaupt zu bringen. Und wenn man ihn bringt, weiß man,wie er spielt.

    Fehler des Trainers,nicht des Spielers!

  10. hoffedocS04 sagt:

    Hallo, Torsten, ne, die Bildung gibt es gratis.

    Dein Artikel heute war mir so was von aus der Seele geschrieben …. großes Aufatmen!

    Entschuldigt die ewigen Vergleiche, aber Keller erinnert mich IMMER MEHR an Babbel. Der suspendierte nach schlechten Spielen immer Firmino. Firmino hat zwar mehr Qualität als Jones, aber wenn es schlecht läuft, dann produziert er haarsträubende Fehlpässe. Gisdol gibt ihm jetzt die Sicherheit, die er braucht, um mannschaftsdienlich zu spielen und seine Qualitäten zu entfalten.

    Wie Torsten schreibt: es wäre doch ein Leichtes gewesen, Jones ganz einfach nicht aufzustellen. Jones hat sich jedenfalls immer leidenschaftlich für Schalke reingehängt, und hat dieses lächerliche Theater jetzt nicht verdient. Wie gesagt, man hätte ihn ja ganz einfach in den bisherigen Spielen öfter auf der Bank oder auf der Tribüne lassen können.
    Keller AGIERT, aber er HANDELT nicht. Leider.

  11. M-1904 sagt:

    „Ich halte die Entscheidung,auf JJ derzeit zu verzichten, für richtig. Ihn jetzt aber zum Sündenbock für die schlechte Leistung zu machen, finde ich unfair. Denn Keller hatte aus meiner Sicht keinen Grund,ihn überhaupt zu bringen. Und wenn man ihn bringt, weiß man,wie er spielt.

    Fehler des Trainers,nicht des Spielers!“

    Sehe ich genau so. Die Tatsache das es ohne Jones besser gelaufen ist haben wir nun oft genug gelesen.
    Warum setzt man ihn nicht einfach auf die Bank sondern suspendiert ihn öffentlich.
    Für mich ist das immer der letzte Versuch des Trainers sich Respekt zu verschaffen.
    Glaube nicht das Jones gegen den Trainer gespielt hat. Er ist eher übermotiviert und will zuviel, anstatt seine Position zu halten und sich an taktische Vorgaben zu halten.
    Denke übrigens das ein Punkt in Hoffenheim O.K. ist.
    Klar, die Art und Weise der letzten zehn Min. war erschreckend.
    Finde die Klöpse von Aogo, Hildebrand und Höger waren ähnlich schlimm wie den von Jones.

  12. Sebastian sagt:

    Was mir bei der Betrachtung zu kurz kommt: Quelle für die Geschichte ist mit hoher Sicherheit Jones. Er hat sich erstmal krank gemeldet und dann SpoBi angerufen, er sei suspendiert. Heldt hat dann bloß noch bestätigt. Eskaliert hat die Geschichte also Jones (warum auch immer) und nicht der Verein. Bei jedem anderen Spieler wäre das mit weniger Getöse abgelaufen, der hätte sich ein Spiel auf die Tribüne gesetzt und gut.

  13. Voice sagt:

    Zwischenzeitlich hat JJ es sich wohl anders überlegt und möchte sich doch nicht operieren lassen. Das Ganze ist mal wieder eine typische Schalke-Posse. Wieso um alles in der Welt suspendiert man denn einen Spieler aufgrund einer schlechten Leistung. Ja, dann setzt man ihn eben beim nächsten mal auf die Bank oder auf die Tribüne. Da muß man doch kein Faß aufmachen. Suspendiert wird man doch nromalerweise für anderweitige Verfehlungen, oder sehe ich das falsch? Also ob wir nicht schon genug Probleme hätten. Ich denke wie Torsten, dass da noch etwas anderes im Spiel sein wird, alles andere wäre Quatsch.
    Das Zählen der Punkte bis Platz 3 ist meiner Meinung nach unnötig. Das war letzte Saison utopisch und ist es dieses Jahr auch. Ich hatte ja gehofft, Leverkusen bekommt ein bißchen Probleme, da sich sowohl im Kader als auch auf der Trainerbank Änderungen ergeben haben. Aber das scheint nun mal gar nicht der Fall zu sein. Auf der anderen Seite ist Platz vier natürlich noch locker drin. Insbesondere, da sich außer Bayern, Dortmund und Bayer kein Team mit besonderem Ruhm bekleckert.
    Nichtsdestotrotz bin ich mit den bisherigen Leistungen selbstredend zutiefst unzufrieden. Aber ein Lichtblick gibt es, immerhin ist Schalke der einzige Verein, der bislang in 21 Spielen einen der „großen drei“ besiegen konnte.

  14. #Link11 vom 30.09.2013 | Fokus Fussball sagt:

    […] Hendriock (DerWesten) fragt sich, wann Jones in die Mannschaft zurückkehrt. Torsten Wieland (Königsblog) meint, hinter der Suspendierung müsse mehr stecken als seine schwache Leistung am […]

  15. Torsten sagt:

    Da muß man doch kein Faß aufmachen

    Der Club hat kein Fass aufgemacht. Auf der Homepage gibt es dazu keine Meldung, in der PK war davon nicht die Rede. Heldt betätigte lediglich auf Nachfrage. Woher der Frager Wind davon bekam ist offen. Vergleiche dazu den Kommentar von Sebastian, direkt über Dir.

    Das Zählen der Punkte bis Platz 3 ist meiner Meinung nach unnötig. Das war letzte Saison utopisch und ist es dieses Jahr auch.

    Das war letztes Jahre Schalkes erklärtes Ziel und ist es in dieser Saison auch. Dass Schalke mittlerweile soweit davon entfernt ist, dass es uns albern vorkommt und wir es als unnötig erachten, dass es uns fast peinlich ist, ändert an der Ausgangslage nichts.

  16. BlueNote sagt:

    Ich bin der Ansicht, dass hier ein im Profifußball alltäglicher Vorgang (Spieler ist mangels Form beim nächsten Spiel nicht im Kader) in den Medien mächtig übertrieben hochgejazzt wird. Ich halte die Spielpause erstens angesichts der letzten Spiele von JJ für gerechtfertigt und zweitens für ein legitimes Mittel, um einem Spieler mal eine offensichtlich drigend notwendige Denkpause zu gönnen. Er wurde außerdem nicht generell von der Arbeit freigestellt, oder, wie die Medien gerne hochtraben schreiben, „suspendiert“ (am Training kann/muss er ganz normal teilnehmen), sondern ist nur zunächst bei einem Spiel nicht im Kader. Nicht mehr, nicht weniger. Dieses Schicksal ereilt jede Woche zahlreiche Profis, da nun halt nicht beliebig viele Spieler laut Liga- oder Verbandsstatuten auf die Bank dürfen. Kaan Ayhan oder Lars Unnerstall oder René Klingenburg z.B. sind also bei (fast) jedem Spiel suspendiert. Kein Mensch würde das Wort „Suspendierung“ aber in solchen Fällen in den Mund nehmen.
    Die Bezeichnung „Sündenbock“ ist auch Blödsinn. Allen Ortens fordert man von Keller und Held, dass sie durchsetzungsstark und nachvollziehbar handeln. Tun sie es, (mit Jones und Neustädter durften immerhin schon zwei Ex-Stammspieler mal für ein Spiel auf die Tribüne) sagt man schnell „Wie billig, sich jetzt einen Sündenbock zu suchen!“ Ich finde das bigott.

  17. jones@web.de sagt:

    ad ‚Hoffedoc“:

    das mit der Bildungssteuer hat mir gut gefallen…Dem ganzen Blog würde es gut tun wenn Du wie JJ mal 6-7 Wochen Pause machen würdest. Dannn kommen Deine pregnanten Analysen noch besser…

  18. Malte sagt:

    In der Spox-Meldung, die Torsten oben zitiert, wird sowohl von Heldt als auch von Jones die „Suspendierung“ anscheinend nur bestätigt. Das schließt natürlich nicht aus, dass eine der beiden Seiten den Anstoß gegeben hat.
    Es wäre zumindest plausibel, dass Jones im Affekt an die Öffentlichkeit gegangen ist, denn für den Verein selbst bringt das nur unnötige Unruhe. Die wären wirklich bescheuert, wenn sie dieses Fass selbst aufgemacht hätten. Andererseits ist auf Schalke so etwas natürlich nie auszuschließen. Im ersten Moment habe ich HSV und Augenhöhe gedacht, aber vielleicht ist es ja doch anders.

  19. Detlef (Doktor_d) sagt:

    Suspendierung Jones oder nicht. Operation Jones oder nicht.
    Schalke wie es leibt und lebt.

    Wenn Schalke Fußball spielen will auch von hinten raus, ist Jermaine Jones der falsche Mann. Er hat andere Qualitäten. Warum der Trainer ihn trotzdem für diese Position vorsieht ist sein Geheimnis.

    Was mich derzeit wundert ist das man Richtung Platz 4 oder 3 schielt. Aktuelle Tabellenposition ist 14, da schaut man in einer andere Richtung.
    Immer schön einen Schritt nach dem anderen machen.

  20. Carsten sagt:

    moin und Glück auf…

    ohoh… zur Halbzeit schon das Spiel abgehakt! 1:3 da scheint es doch kein Problem das Ding nun auf einer Arschbacke nach Hause zu schaukeln…

    also schon mal an Basel am Dienstag denken… UND? da wurde die Rechnung ohne Aogo gemacht… 11er Tor 2:3 upps und schon war der Hühnerhaufen durcheinander…. da kann man froh sein das man das 3:3 zum Schluß halten konnte und einen Punkt mit nach GE nehmen durfte!

    einer der Schuldigen war ja schnell gefunden… Jones wurde suspendiert.. und kündigte postwendend eine OP mit anschließender 6 Wochenpause an!… TROTZREAKTION… hat er sich hinterher selber überlegt und die OP schon wieder verschoben… SCHALKE04 ist wichtiger…

    Ob die Erkenntnis dazu ausreicht am SA wieder einen Stammplatz zu bekommen ist fraglich aber vielleicht doch zu befürchten… denn was schert Keller das was er gestern erzählt hat!

  21. Daniel Ku. sagt:

    @jones@web.de
    Das hier ist nicht der Bild.de-Blog, hier darf jeder seine Meinung sagen, ohne persönlich angegangen zu werden.

  22. Königsblau MS sagt:

    Unsere Offensive war eine Halbzeit echt gut. Leider rückt mit der Leistung im defensiven Mittelfeld gegen den Ball mit Jones, Höger oder Neustädter ein internationaler Platz in weite Ferne. Unsere Abwehr dümpelt sich im unteren BL- Durchschnitt und spiegelt den aktuellen Tabellenplatz leistungsgerecht wieder. Wann hat Hilde eigentlich zuletzt einen Unhaltbaren gehalten oder versucht bei hohen Bällen seinen Strafraum zu beherrschen. Baustellen über Baustellen- wenig passt zusammen.
    Mir unbegreiflich, dass aus so vielen tollen Spielertypen nach so langer Zeit keine kontinuierlich spielstarke Mannschaft erwachsen kann.

    Und Keller? Für diesen wenig inspirierenden ehemaligen Jugendtrainer haben wir dem „großen Taktiker Gisdol“ (Ralf Rangnick) seinerzeit den Laufpass gegeben. Mit Kellers neuster Aussage: „Hören Sie mir auf mit der scheiß Mentalitätsfrage“, offenbart er sich und disqualifiziert sich gleichzeitig auch fachlich, aber voll. Er versteht offensichtlich nicht einmal, dass Mentalität sehr viel mit der „Birne“ (Keller) zu tun hat und macht sich so als BL-Trainer peinlich lächerlich. Es nützt eben die beste körperliche Verfassung nichts, wenn die mentale Stärke fehlt und der Kopf nicht mitspielen kann. Da bringt Keller wohl einiges durcheinander ! Wo hat der eigentlich seine Trainerausbildung gemacht ? Sorry, aber ich kann mir nicht vorstellen, wie das gut gehen soll. Munter bleiben!

  23. Ney sagt:

    „All good things come in threes.“[1] Rangnick wäre wohl wieder soweit.

    Aber wenn wir in Basel nicht verlieren und gegen Augsburg gewinnen,
    dann ist erstmal für 2 Wochen Ruhe.

    [1] Ein Beitrag zum Thema „Bildungs.Blog – ja oder ja?“.

  24. Rychi sagt:

    Schade aber typisch: der legendäre Schalker Schlendrian. Mit 10 Mann und im Rückstand wäre das vielleicht so nicht passiert…

    Die lächerlichen Possen zwischen den Spielen kann ich noch ignorieren – aber spätestens ‚wenn die Buben auffm Platz sin‘ muss ich diese Saison jedes Mal die Luft anhalten. Nicht schön, 90 Minuten lang nicht zu atmen. Zum Glück gibts zwischendrin eine Halbzeitpause…

  25. el_emka sagt:

    @jones@web.de

    Ich möchte da heftig opponieren. Die Affinität zu Hoffenheim hält sich bei mir auch in engen Grenzen, aber unser Hoffedoc liefert m.E. einen durchaus fundierten Blick von etwas weiter außen auf unseren königsblauen Kosmos, den ich nicht missen möchte.

  26. DeepBlue sagt:

    Nun bin ich kein Trainer. Mein Fussballspiel reicht auch nur gerade so gegen meinen 12jährigen Sohn und seine Freunde. Und Fragen stellen ist ja immer einfacher als Antworten geben, ABER:

    Warum kann ein ausgebildetes Trainerteam einer Gruppe halbwegs talentierter Fussballprofis nicht endlich einmal beibringen, wie man gegen Standards verteidigt ???

    Die oft kolportierte Strafzahlung in die Mannschaftskasse scheint ja eher den Erlebnisfaktor des ran-Phrasenschweins zu haben.Da freut sich auch jeder, dass er endlich mal einzahlen darf.

    Oder zeigen ausgerechnet gegen Schalke so viele Vereine die besten Ecken und Freistösse ihres Lebens, die dann ale nicht zu verteidigen sind?

    Jones hin, Jones her. Da gibt es echt noch ein paar Baustellen mehr.

    Glück Auf!

  27. hoffedocS04 sagt:

    *.*danke*.*

    jones@web.de

    Ignorier „mich“ einfach 6-7 Wochen;-)
    Mich stört´s nicht, und Dich macht´s glücklich..

  28. Henning sagt:

    DeepBlue hat vollkommen recht. Die Standards sind nahezu unser Hauptproblem. Es brennt regelmäßig lichterloh und schlägt in kurzen Abständen ein. Rechnet man unsere 7 (?) Gegentore nach Standards raus, ist Schalke plötzlich oben dran. Abgesehen von den Toren verunsichern die zahlreichen brenzlichen Situationen nach Standards zudem die Mannschaft stets nachhaltig.

    Mit Jones ist nun ein Sündenbock gefunden, der daran natürlich nicht ganz unschuldig ist. Allein: er spielt GENAU so schon seit Jahren, wurde dafür teilweise als „Leader“ der Mannschaft angesehen. Unsere Abwehr schwimmt dagegen genau seit der Saison, als Bordon weg war und Höwedes der „Chef“ wurde. Kann man exakt an den gegentoren pro Saison ablesen. Das waren mit Bordon etwa 35, nach Bordon im Schnitt über 45. Bene hat nur Glück, dass prinzipiell Matip Sündenbock Nr. 2 ist (und Neustädter Nr. 3)…

  29. blues sagt:

    @hoffedocS04

    die Frage ob der neue Hoffenheimer „Jugendstil/Gisdol Style“ auch Marketingstrategie ist, wie ich meine, oder auf gar keinen Fall, wovon du ausgehst, hat Gisdol mit seiner Forderung nach einem „Erlebniszuschlag“ für Hoffenheim-Spiele klar zu meinen Gunsten beantwortet. :-)

    Euer Stadion war gegen Schalke nicht ausverkauft. Läuft deshalb neben dem medialen Erlebnisfußballmarketing auch die Vianogo Werbung auf dem Werbelaufband rund ums Fußballfeld?

  30. DeepBlue sagt:

    Ach ja: Bordon!

    Der einzige, dessen Name mein Trikot hätte zieren dürfen.

    Doch kaum hatte ich mich dazu durchgerungen – war er weg. ;-(

    Glück Auf!

  31. hoffedocS04 sagt:

    @blues

    Ne, es geht darum,
    dass hier wieder Menschen sind, die mit dem Herzen dabei sind,
    und dass das kaputtzugehen drohte.
    Wir lieben den Verein nun mal nur als Verein, der mit jungen Leuten begeisternden Fußball spielt.
    „Das mit Viagogo“ hat der Verein ja gar nicht nötig. Und dass das insgesamt eine Verirrung ist, habe ich ja nun langsam dank Eurer Nachhilfe kapiert. Trotzdem läuft natürlich Werbung außenrum von jedem, der sie bezahlen kann.
    Die Arena füllt sich immer mehr, weil die Leute sich wieder freuen können über den Fußball.
    Nimm´s einfach hin: wenn sich jemand nicht verkaufen muss, dann „unser Milliardär“.

    Und, blues, ein für allemal: wenn ich Milliarden hätte, würde ich Schalke04 170Millionen schenken, und würdest Du mich dann hassen??
    Lass gut sein. Hier geht´s doch um Schalke.

  32. matz sagt:

    @Henning:

    Ich meine, dass Jones früher, also bevor Magath, Rangnick (und Löw) ihn aussortierten, eben nicht das spielte, was er zum Teil heute spielt. Anwandlungen von Spielmachertum habe ich nicht in Erinnerung, eher den rein defensiven Abräumer. Zu der Zeit hatte das Team auch noch andere Leader.
    Bezüglich der schwachen Leistungen von Höwedes gebe ich dir recht.

  33. Matthias sagt:

    ganz kurz: bester Kader seit 20 Jahren – und schlechtester Trainer. traurig. es gäbe so viel Potential…

  34. blues sagt:

    @hoffedocS04

    Dein Hinweis auf die Schalker Schulden und einen Milliardär der alles richtet, ist wichtig. Die Frage die sich mir im Zusammenhang mit Hoffenheim stellt,ist, wie wird Profifussball inszeniert, wenn er nicht mehr von Vereinsstrukturen getragen wird. Die Modelle Hoffenheim, Leverkusen, Wolfsburg, München und Leipzig sind so immer eine Art Tunnelblick, auch in die Schalker Zukunft.
    Ich gehe davon aus, dass Schalke mit seinen 250 (?) Mill. Schulden im Konzern immer mit einem Bein am Rande der Knappen-AG steht. Wenn Heldts Plan, große Talente zubinden und gleichzeitig CL zuspielen, um die Talente später als Jungstars mit viel Transfererlös verkaufen zu können, scheitert, wird das bisherige Schalker Vereinsmodell wahrscheinlich obsolet. Wie wenig Spielraum der Heldtsche Plan hat, zeigt u.a. die geringe Geduld in der aktuellen Situation.

  35. DeepBlue sagt:

    Ohne der Fussballromantik nun den letzten Stoss versetzen zu wollen, fürchte ich, „Profifussball“ und „Vereinsstruktur“ passen nicht so richtig zusammen.

    Profifussball hat meiner Meinung nach mit gemeinnützigen Vereinen so viel zu tun wie die Formel1 mit dem örtlichen Landmaschinenclub.

    Hochklassige Fussball“vereine“ sind profitorientierte Wirtschaftsunternehmen mit Schwerpunkt „Unterhaltung“.

    Genauso müssen sie dann auch geführt werden, wenn sie in ihrem „Marktsegment“ erfolgreich sein wollen.Dazu gehört auch die Maximierung der Einnahmen durch Sponsoring oder sonstige externe Zuflüsse.

    Ob dann ein Unternehmer aus Walldorf oder ein Versicherungskonzern aus München oder ein Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach oder ein Energieversorger aus Moskau für diese Zuflüsse sorgt, spielt letztendlich keine Rolle.

    Da ist Profifussball wie Formel1: technisch nüchtern kalkulierend.

    Die Fans sind dabei diejenigen, die wirklich mit Herzblut bei der Sache sind und den ganzen Trubel nicht nur als „Geschäft“ betrachten, obwohl sie ironischerweise elementarer Bestandteil desselben sind.

    Dennoch bin ich sehr glücklich darüber, diese Realität immer wieder für 90 oder 120 Minuten ausblenden zu können. Trotz oder wegen Jones und trotz oder wegen der Unfähigkeit, Standards zu verteidigen.

    Glück Auf!

  36. elmonolocoenelojodeltigre sagt:

    Heute ein Interview mit Jens Keller in der NZZ: „Ein Trainer kann nicht alles lösen.“
    http://www.nzz.ch/aktuell/spor.....1.18159334

    @hoffedoc: Glück auf, ich schätze Deine Meinung und hoffe, dass Du hier weiter postest! Rumgehacke auf einzelnen Personen war bislang ja nicht der Stil in diesem Blog.

  37. steigersohn sagt:

    @KönigsblauMS:
    Ich glaube nicht, dass du Keller da so vorverurteilen kannst. Es kommt auch darauf an, wer ihm die Frage stellt, und ob man demjenigen besser erklären sollte, dass jetzt nicht die Persönlichkeit oder bzw. die Grundvorraussetzung für mentale Stärke bei den Spielern angezweifelt werden darf. Es sind alles gute Jungs.
    Keller ist, zumindest was „die Medien“ angeht, nicht begabt. Das kann ich glauben. Das mit der Birne hört sich allerdings echt sauscheisse an. Vlt hatte Jones dem Trainer in der Halbzeit nahegelegt, ihn in der zweiten Hälfte offensiver einsetzen zu müssen!?;)

  38. hoffedocS04 sagt:

    @blues
    Dieses Geld aus einer – und das behaupte ich! – integren Quelle hat auch seine positiven Seiten.
    Was jetzt kommt, meine ich als Beitrag zu einer sachlichen Diskussion und nicht als Spitze:
    Unter Hopp gäbe es keine Gazprom-Trikots, weil hier der Sponsor frei gewählt werden kann und kein übermäßiger materieller Druck besteht. Mir ist Suntec lieber als Gazprom. Und sollte da Schlimmes bekannt werden, kann man ihn rausschmeißen!

    Die SAP selbst ist als Arbeitgeber in vieler Hinsicht vorbildlich, in der Bezahlung, in der Gesundheitsvorsorge, in der Weiterbildung etc.

    Von Hopp werden in einer großen Region unzählige soziale und sportliche Projekte finanziert. Es gibt Förderprogramme, für die sich Gemeinden bewerben können, auch welche, die – wie meine – in der Kurpfalz und nicht im Kraichgau liegen.

    Die TSG hat meist zuhause in Zuzenhausen (s. Thema Katar) trainiert, weil das ein s a g e n h a f t e s Trainingszentrum ist, und nur ab und zu in Österreich o.ä.

    Da Gelder fließen müssen, ist ein Sohn der Stadt, der einen vor verbrecherischen Investoren schützt, gar nicht so schlecht. Es wird viel zu wenig von dieser Seite gesehen. Und persönlich, damit er nicht abhebt, wird er durch soziale Eingebundenheit „kontrolliert“ wie ich hier schon oft geschrieben habe, natürlich nicht vollständig, aber ganz schön nachhaltig;-) .. ! (Hopp ist in Hoffenheim geboren, hat in der TSG als Kind gespielt. Er ist kein fremder Ölscheich, der neutral investiert. Hier ist sein ganzes Herzblut drin. Es ist kein Prestigeobjekt für ihn, jedenfalls nur nachrangig.)

    Eine ideale Lösung gibt es nicht, aber ich sehe, dass viele Vereine gezwungen sind, Gelder anzunehmen und sich zu korrumpieren, wo die TSG das nicht ist.

    Ich wollte das Thema eigentlich gar nicht mehr, aber Ihr/u.a.blues fangt ja von alleine immer wieder davon an.

    Es gibt hier eine Vereinsstruktur, eine kleine, dörfliche, eine paar Kneipen, da sitzt auch der Kern der Fans und trinkt sein Bier; noch lange nach dem Aufstieg saßen am Nebentisch die Spieler. GANZ vorbei war das Letztere erst mit Leuten wie Babbel und Wiese, die hier NICHTS begriffen haben.

    Schalke hat den „Mythos vom Schalker Markt“, hier gibt´s den Mythos vom kleinen Dorf. Anfang des 21. Jahrhunderts ging´s leider nur mit Milliardär, Anfang des 20. Jahrhunderts ging´s noch ohne.

    Und jedes Mal nehme ich mir vor, das waren jetzt meine allerallerallerletzten Worte dazu … und immer wieder lass ich mich provozieren, aber Ihr seid mir eben wichtig geworden, die blues und DeepBlues und oh, Gott, elmonolocoenelojodeltigre, uff, hier im Königsblog°^°

    Wie gern wär ich nur Schalkefan, wie viel einfacher wär das;-))

  39. blues sagt:

    @DeepBlue
    Zum einen teile ich deine Beschreibung von Profifußball als Unterhaltungsbrache, als technisch nüchtern kalkulierendes und profitorientiertes Wirtschaftsunternehmen, sowie deine Beschreibung des „Fan“ in seinen unterschiedlichen Rollen.

    Aber für die professionelle Führung des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs im Verein beschäftigen wir fest angestellte Vorstände, Aufsichtsräte, Trainer, Mediziner und Mitarbeiter in der Geschäftsstelle.

    „Es gibt in unserem Verein Menschen die diesen führen, das sind Sie.
    Und es gibt Menschen die diesen Verein tragen, das sind wir.“ sagte S04 Mitglied und ViaNogo Aktivist Stefan Schorlemmer in seiner Rede gegen den vom Vorstand legalisierten Schwarzmarkt auf der Schalker MV in Richtung des Schalker Führungspersonals.

    Zum anderen haben die Diskussionen, Aktivitäten um und gegen ViaNogo und die darauf folgenden Reaktionen deutlich werden lassen, dass Profifußball,vereinsrechtlich organisiert, mehr Spielraum für Mitgestaltung lässt, als der eingangs beschriebene Istzustand des Profifußballs suggeriert.

    Weil es auch eine Fußballwelt jenseits des Profifußballs gibt, in der viele Erwachsene und noch mehr Kinder einen Teil ihrer Freizeit verbringen, ist für mich „Vereinsfußball“ durchgängig auch eine Frage von (Fußball-) Kultur und Lebensstil.

    @hoffedocS04

    Mit einem Milliardär als Finanzier im Hinter- und manchmal auch im Vordergrund, ob er nun als Sponsor, Mäzen oder Euerget auftritt, wird der Geschäft spürbar entspannter. Das kennt man vom Kulturbetrieb, wo solches Geld im Geschäft mit Kunst, Literatur, Musik etc. gerne, häufig und meist ganz selbstverständlich, gegeben und angenommen wird. Kann ich akzeptieren.

    Dass im Unterschied zu Hoffenheim „…viele Vereine gezwungen sind, Gelder anzunehmen und sich zu korrumpieren“, lässt das Modell Hoffenheim auch sympathisch dastehen. Ob Hopp integer ist, kann ich nicht beurteilen, stimme dir aber zu, dass er im Vergleich mit Gazprom, oder Red Bull recht gut da steht.

    Ob das alles aber partizipierende Mitglieder und Fans in ausreichender Zahl ermöglichen oder ersetzten kann, glaube ich nicht, bzw. bleibt zumindest mittelfristig sehr fraglich.

  40. Ney sagt:

    Der nüchtern kalkulierende Profifussball von Fussball-Unternehmen führte dem Vernehmen nach in England zu Stadien ohne Stimmung und zu Fans, die sich ihre Mannschaft nur noch im Pub auf dem Fernseher anschauen können. Da ziehe ich die altmodische Vereinsstruktur denn doch vor. Mit Gazprom haben wir ja leider trotzdem den widerlichsten Sponsor im westeuropäischen Fußball, Entscheidend vorangebracht im Vergleich zu weniger widerlichen Trikotsponsoren hat uns das auch nicht. Wobei, so freudig erregt wie Tönnies um die Gazprom-Clique herumtanzt, beruht diese Partnerschaft unseres „Kumpel und Malocher Clubs“ wohl nicht nur auf nüchternem Kalkül.

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