Szalai holt den Sieg raus

Schalke gewinnt 4:1 gegen Augsburg. Dabei wurden die Gäste vor allem in der Höhe unter Wert geschlagen. Augsburg war mindestens so lange ebenbürtig wie Schalke Vorteile hatte.

Man formuliert, ein Angreifer habe einen Strafstoß „herausgeholt“, wenn es sich nicht um eine Schwalbe handelte, die Behinderung aber auch nicht so stark war, als dass der Angreifer nicht doch hätte abschließen können. Auch Adam Szalai hätte können, entschied sich aber anders. Er spürte Ragnar Klavans Berührung und klappte die Unterschenkel nach hinten. Ein Strafstoß, wie es zig davon in einer Bundesligasaison gibt. Für Klavan und Augsburg das volle Programm: Gegentor durch Elfer, Unterzahl durch Rote Karte, mindestens ein Spiel Sperre für Klavan selbst. Für Szalai und Schalke die Grundlage für den Sieg.

Bis zu dieser Szene war Augsburg die bessere Mannschaft und führte verdient. Von Beginn an attackierte Augsburg die Blauen bereits im Spielaufbau, bot im Mittelfeld kaum Platz, spielte flott und präzise. Erst nach dem Ausgleich, eben in Überzahl, machte Schalke seine Sache gut.

Schalke ließ den Ball laufen. Für ungeduldige Gemüter war das alles zu behäbig, aber der Erfolg gab Jens Keller recht. In der halben Stunde bis zur Pause kam Schalke zu einer Reihe von Chancen und auch zur Führung. Dabei spielte man lange „hintenrum“ bis sich eine Lücke auftat, die man dann zu nutzen wusste. „Cool die Überzahl ausgespielt“ hätte als Überschrift stehen können, wenn es auch in der zweiten Halbzeit so weitergegangen wäre. Ging es aber nicht.

Kaum hatte Augburg-Trainer Markus Weinzierl die Gelegenheit, seine Mannschaft in Ruhe neu einzustellen, war von der Schalker Überzahl nichts mehr zu sehen. Gleichzeitig lies es Schalkes Mannschaft im siebten Pflichtspiel innerhalb von 21 Tagen auch etwas langsamer angehen und zog sich auf dem Platz ein wenig zurück. Das Ergebnis hätte Fatal aussehen können, hätte Schalke auch nur etwas Pech gehabt.
Nun war Augsburg wieder die bessere Mannschaft. Immer wieder gewann man Situationen im Mittelfeld und spielte Bälle in die Räume zwischen Schalkes Außen- und Innenverteidiger. Augsburg kam nicht zu den ganz klaren Torchancen, aber zu etlichen Situationen, in denen es kurz davor für Schalke gerade mal noch gut ging. Gerade mal noch gut ging es für Schalke auch, als Felipe Santana beim Stand von 2:1 Tobias Werner im Strafraum zu Fall brachte. Eine Szene, die auch zu einem Strafstoß hätte führen können.

Nur selten konnte Schalke in dieser Phase positiv auffallen. Erst mit dem 3:1 in der 78. Minute war der Sieg durch. Augsburg überfiel die Kraftlosigkeit der Geschlagenen, Schalke durfte den Ball zirkulieren lassen und erspielte sich noch ein viertes Tor. 2 Minuten vor Schluss kam Kaan Ayhan noch zu seinem Bundesligadebüt. Danke. Bitte. Fertig.

Fazit: Augsburg hat eine mutig und ballsicher agierende Mannschaft, die von einem offensichtlich guten Trainer schnell auf die jeweiligen Situationen eingestellt wird. Schalke 04 hatte zeitweise keine Antwort auf Augsburgs Spielweise parat, nach anstrengenden drei Wochen fehlte in der zweiten Halbzeit vielleicht auch die Kraft, und am Ende konnte man froh sein, dass Adam Szalai in der 15. Minute das Drehen des Spiels besorgen konnte.



32 Kommentare zu “Szalai holt den Sieg raus”

  1. derwahrebaresi sagt:

    Für Klavan und Mainz

  2. Torsten sagt:

    Danke.

  3. Carsten sagt:

    mich hat das Spiel nicht gerade beruhigt und erst recht nicht überzeugt!

    habe ein komisches Gefühl beim Schalker Spiel….

    Glück auf

  4. Christian sagt:

    Zitat “ die von einem offensichtlich guten
    Trainer schnell auf die jeweiligen
    Situationen eingestellt wird“

    Bin ich jetzt übersensibel oder lese
    ich da eine Anspielung auf Keller!?

  5. Carsten sagt:

    wenn unsere U19 noch erfolgreicher spielt muß man ja befürchten das Hotte Norbert Elgert zum neuen Chef der „Profis“ macht ;-)

    sorry… ich bin kein Fan vom Keller… mir gefällt das alles nicht

  6. RWDJojo sagt:

    Bin ich jetzt übersensibel oder lese ich da eine Anspielung auf Keller!?

    Torsten steht eben auf diese jungen Trainer, die mit ihren Konzepten etc. neuen Schwung bringen. Überspitzt könnte man auch sagen, dass Torsten jeden gegnerischen Trainer besser als Keller findet ;-)

    Ich fand das Spiel nicht so schlecht. Klar, Augsburg ist verdient in Führung gegangen, aber mir war auch im Vorfeld klar, dass die ganz passablen Fußball spielen können. Dem Ausgleich bzw. dem Elfer ging übrigens eine schöne Kombination voraus. Es war also auch in Gleichzahl nicht alles schlecht. Es war auch nicht so, dass Augsburg uns an die Wand gespielt hätte…

  7. #Link11: Immer jemand im Busch | Fokus Fussball sagt:

    […] aber tat sich nichts in der Viagogo-Sache. Jetzt bloggt er wieder. + + + Szalai aber sonst: Der Königsblog ist weiter wenig begeistert den Darbietungen der Königsblauen. +++ Unaufgeregt souverän: Die 163. […]

  8. Ney sagt:

    Fussballromatisch betrachtet ist es schön, was eine mit
    vergleichsweise geringen Mitteln versehene Mannschaft wie
    Augsburg in den vergangenen Spielzeiten aus sich herausgeholt
    hat und aktuell herausholt. Bei uns holt man halt auf die
    Schnelle noch 2 teure Spieler.

    Aber davon ab, Neustädter gefiel mir gut.

  9. wilbor sagt:

    Erstaunlich, dass die Gegnerischen Mannschaften immer mehr darauf bauen, die Ungeduld unseres Publikums zu ihren Gunsten auszunutzen. Daran sollte von unser aller Seite gearbeitet werden…

  10. herrsenf sagt:

    Auch wenn es das Ergebnis nicht unbedingt so ausdrückt, war es ein glücklicher Sieg. Erschreckend war für mich dass es selten richtige Spielzüge gab. Viel hintenrum, der ball wurde viel zu oft hoch gespielt und die linke Seite durfte nicht wirklich mitspielen. Das lag meiner Meinung auch am Fehlen von Joel Matip, der m.M. doch das wesentlich bessere Spielverständnis hat.

  11. Ney sagt:

    Matthias Ostrzolek (FC Augsburg): „Wir hatten 15 Minuten alles im Griff, führen 1:0, die Zuschauer pfeifen – genau so hatten wir uns das vorgestellt.“ (Quelle derwesten.de)

  12. Torsten sagt:

    Torsten steht eben auf diese jungen Trainer, die mit ihren Konzepten etc. neuen Schwung bringen. Überspitzt könnte man auch sagen, dass Torsten jeden gegnerischen Trainer besser als Keller findet ;-)

    Das ist nicht nur überspitzt, das ist klar überrissen. Es gibt eine ganze Reihe Trainer, denen ich Jens Keller vorziehe. Zu Weinzierl hatte ich bis letzte Woche keine Meinung, aber ich muss zugeben, dass er mich beeindruckt hat. Nicht seine „Jugend“, das Alter ist mir egal, sondern seine Klarheit.

    Das Spiel seiner Mannschaft war klar und „sauber“, technisch wie taktisch. Auch in den PK Auftritten, sowohl vor als auch nach dem Spiel, nahm Weinzierl kein Blatt vor den Mund und kam ohne Plattitüden aus. Ein ziemlich überzeugender Gesamteindruck, meines Erachtens.

  13. blues sagt:

    „Fazit: Augsburg hat eine mutig und ballsicher agierende Mannschaft, die von einem offensichtlich guten Trainer schnell auf die jeweiligen Situationen eingestellt wird.“

    So stelle ich mir gegnerische Trainer und Mannschaften am liebsten vor. Einen sehr guten Eindruck machen, aber die Punkte hier lassen.

    @wilbor

    Wird ganz schwer, denn das Pfeifen geht ja hier in der Nerdkurve oft weiter…

  14. Blauhai sagt:

    @wilbor
    Absolut schlechtes Verhalten, Mannschaft oder Spieler auspfeifen.
    Jedoch Arbeiten sollte Trainer und Mannschaft am kleinen Einmaleins, z.B. an der Laufbereitschaft auch beim Spiel ohne Ball. Dieses pomadige Auftreten ist in der Liga einmalig, auch hierfür ein Dankeschön.
    Und das schlimmste ist es, dass diese grauenhafte Spielqualität von den Verantwortlichen auch noch schön geredet wird.

  15. Jochen sagt:

    Vielen Dank für deinen, wie immer, treffsicheren Kommentar zum Spiel am Samstag.
    Nur wenn die Jungs das Spiel schnell gemacht haben wurde es vor dem Augsburger Tor gefährlich. Leider waren diese schnellen Spielzüge nur sehr selten zu sehen. So einen Schlafmützenfußball möchte ich mir eigentlich nicht dauernd ansehen.
    Vielleicht sollte es zur Pflicht für Spieler (und Trainer) werden, die Bayernspiele anzusehen.
    So wird das nichts mit mindestens Platz 4 in der Liga….

  16. eakus1904 sagt:

    Ich frage mich-bei manchen Kommentaren,nicht beim Ursprungsartikel- was passieren muss, damit ihr endlich mal zufrieden seid??

    Ernsthaft, was muss die Truppe machen? Zweistellige Siege?? 90 Minuten Spiel auf ein Tor,alles mit direkten Pässen,Hacke, Fallrückzieher,75:0 Torschüsse? Selbst dann würde aber wahrscheinlich noch jemand ein Haar in der Suppe finden. Zum heutigen Zeitpunkt ein 5:2 in Mailand?? Als aller erstes käme der Torwart schlecht weg,weil er zwei Gegentreffer bekommen hat!(Ach,ich vergaß,das kommt er ja derzeit ohnehin immer,selbst bei „Zu Null“ Spielen).

    Im Ernst, das war sicher nicht das gelbe vom Ei am Samstag,aber unterm Strich sehe ich einen verdienten Sieg für uns. Darüber kann man sich auch einfach mal freuen!

  17. andres sagt:

    und haben nicht auch alle Anderen ganz entzückend zu unseren Gunsten gespielt?! find ich gut :-)

  18. Jockel sagt:

    so schlecht war´s nicht, haben aber noch viel Luft nach oben (auch in der Tabelle). Nächste Trainerlösung bei S04? Sitzt der nicht schon auf der Bank neben Jens Keller?

  19. Ney sagt:

    @eakus1904
    Nach oder neben dem Freuen kann man sich aber auch die Frage stellen, warum das Spiel soviel Unbehangen ausgelöst hat. Dass der Gegener die erste Viertelstunde ansprechender war als die Heimmannschaft, geschenkt, kann vorkommen. Aber die 50 Minuten zwischen dem 2:1 und dem 3:1 waren nicht unbedingt zum Wohlfühlen, incl. dem nicht gegebenem Elfmeter für die Gäste.

    Aber wie unser Trainer richtig sagt, es waren zuletzt viele Spiele. Man sieht es ja an Bayern und Dortmund, wie ungeheuer die bei derselben Belastung durch Bundesliga, Pokal und Champions League abgebaut haben, da kann ja fast keiner mehr laufen und schießen.

  20. Miles sagt:

    @Ney

    Ich fand die erste Halbzeit ab dem Elfmeter sehr ordentlich, ich schließe mich da ganz Torstens Meinung an. Den Umstellungen von Weinzierl konnte die Mannschaft dann nichts entgegensetzen, darum konnte Augsburg das Spiel neutralisieren, aber auch nicht mehr. Ob da was von Keller hätte kommen müssen, aber nicht kam, oder ob was kam und die Mannschaft aus Kraftgründen das nicht umsetzen konnte, keine Ahnung. Mir schien die Einwechslung von Meyer der positive Impuls gewesen zu sein, der dann letztlich das Ergebnis deutlicher gemacht hat.

    Bayern und Dortmund haben bei weitem nicht die Verletzungssorgen wie wir, die Mannschaft hat sich ja in den letzten Wochen mehrfach fast von alleine aufgestellt. Das ist ganz sicher ein Unterschied zu DO und M.

    Zu den Pfiffen: Ich war leider nicht im Stadion, aber die Pfiffe kamen am TV erst bei einem Rückpass auf Hildebrand rüber. Die nerven mich auch ganz gehörig, weil unser Torhüter ganz sicher nicht seine Stärken bei weiten Abschlägen hat, bzw. die selbst bei dabei guten Torhütern eine so hohe Fehlerquote aufweisen, dass sie m.E. das letzte Mittel sein sollten und nicht unser taktisches Standardmittel.

  21. LowerSaxony04 sagt:

    Moin!
    Neben dem „Unbehagen“ über spielerische bzw. taktische Unzulänglichkeiten halte ich einen Blick auf die Liga-Tabelle für interessant:
    Da stehen drei Mannschaften mit großem Abstand auf den ersten drei Plätzen. Von Rang 4 (M’gladbach, 13 Punkte) bis zu Platz 14 (Wolfsburg, 9 Punkte) besteht kein wesentlicher Abstand. Es glaubt wohl niemand, dass Gladbach den CL-Qualifikationsplatz schon sicher hätte. Ebenso ist unwahrscheinlich, dass beispielsweise die Wölfe weiterhin eine so unglaublich schlechte Bilanz hinlegen (5 Niederlagen aus acht Ligaspielen!).
    Das aber heißt, dass es derzeit ein sehr breites Mittelfeld gibt bzw. dass von elf Mannschaften (plus der HSV, falls er sich jetzt unter vanMarwijk berappelt) tendenziell jede jede andere schlagen kann.
    Es darf aber nicht der Anspruch vom FC Schalke sein, derart im Mittelfeld herumzustolpern. Schnelle Besserung scheint aber nicht in Sicht.

    KBWG.

  22. RWDJojo sagt:

    Schalke hat Probleme, wenn man das Spiel machen muss und der Gegner defensiv kompakt steht. Ich finde das jedoch nicht zwingend beunruhigend. Ziel der meisten Schalker Gegner ist es, nach dem Spiel einen Punkt mitzunehmen. Ich glaube, dass 12 von 17 Gegnern einem Unentschieden blind zustimmen würden. Entsprechend agieren Schalkes Gegner dann auch. Hinten sicher stehen und vorne mal gucken was man ausrichten kann. Tore verhindern ist eben viel einfacher, als Tore zu schießen. Ohne die Leistung von Augsburg und das taktische Know-How von Weinzierl schlecht machen zu wollen, muss ich sagen, dass es nach 25-minütiger Beobachtung des eigenen Teams und des Gegners kein Kunststück ist, die Mannschaft so aufzustellen, dass die Unterzahl nicht mehr bemerkt wird. Dafür hat Herr Weinzierl eine gute Trainerausbildung genossen. Es war ja nicht so, dass Augsburg uns plötzlich an die Wand gespielt hätte. Man stand nach der Halbzeit wieder sicherer und kam zu einigen Kontermöglichkeiten. Jens Keller hat dann einen deutlich schwereren Job. Er muss auf die Umstellungen reagieren, hat wenig Alternativen auf der Bank und hat die allgemein schwerere Aufgabe das Spiel zu machen.

  23. Don Altobello sagt:

    Ich kann nur empfehlen, mal die Kicker-Statistik zu dem Spiel anzuschauen:

    http://www.kicker.de/news/fuss.....rg-91.html

    Auffällig vor allem diese Daten:

    Schalke – Augsburg

    gespielte Pässe 709:291
    Passquote 91%:74%
    Ballbesitz 70%:30%

    Auch wenn es manchmal blöd ausgesehen haben mag, das Schalker Spiel war offensichtlich nicht so schlecht, wie es manche hier gesehen haben (wollen?).

  24. Fabian sagt:

    @ Don Altobello:

    Das hat auch nicht jeder gesagt, denn ich muss RWDJojo da vollkommen zustimmen, man kann alle zehn Feldspieler in den Sechzehner stellen und mauern, aber aufmachen, nach vorne spielen und ein Tor machen ist da etwas schwieriger.

    Schwachstelle bei uns war leider Santana, der bei dem Gegentor nicht gut aussah, einen Elfer verschuldete und auch kurz vor dem Gegentreffer zweimal den Ball nicht weggespielt bekam, zum Glück nochmal gut gegangen.

    Knackpunkt war ja, wie alle sagen, der Elfmeter und die rote Karte, halte das für zu viel Bestrafung, aber ansonsten würden das ja bei ner klaren Torchance alle IVs machen.

  25. derwahrebaresi sagt:

    @RWDJojo
    @Schalke hat Probleme, wenn man das Spiel machen muss und der Gegner defensiv kompakt steht.

    das ist doch nichts neues. seit jahr und tag das größte problem der truppe, egal wer auf der trainerbank saß.

    irgendwann sollte man mal die kehrtwende einleiten …

  26. swe sagt:

    @quasi alle: Das Spiel zu machen, wenn der Gegner richtig gut hinten drin steht, fällt ALLEN Mannschaften schwer, außer vielleicht Barcelona und Bayern München.

    Zur roten Karte: Die Bestrafung ist genau richtig, gibt es bei einer Notbremse nur noch gelb, sehen wir in jedem Spiel genauso viele Notbremsen wie taktische Fouls an der Mittellinie.

    Zum Spiel: Ich fand Schalke hatte den Schalter schon vor dem Elfmeter umgelegt, nach dem 0:1 hatte man sich gefangen und angefangen gut nach vorne zu spielen. Die Situation mit Szalai entstand ja auch nicht durch Zufall.

    Zu den Spielern: Ich fand Neustädter überragend und Uchida super und beide stärker als die restlichen Schalker. Santana hatte einen gebrauchten Tag und hätte zur HZ runter gemusst. Clemens wirkte so, als spielte er das erste mal mit den anderen zehn zusammen.

    Zur Taktik: Weinzierl hat es geschickt gemacht und erst versucht Neustädter/Höger aus dem Spiel zu nehmen (klappte die ersten zehn Minuten). Dann half Prince beim Spielaufbau mit und Schalke hatte Übergewicht. Zur Pause hatte Weinzierl dann entschieden den Spielaufbau auf Santana zu lenken und prompt hatte unser Team keine Antwort mehr. Die letzten 20 Minuten waren wohl den nachlassenden Kräften geschuldet.

    Zu den Pfiffen: Unglaublich wie sch… Teile des Schalker Publikums reagieren können. So unterirdisch, dass der Gegner diesen Faktor schon aktiv gegen unsere Mannschaft einsetzen kann. Meiner Einschätzung nach kostet der psychische Druck der auf unsere Mannschaft dadurch aufgebaut wird sicher ein paar Punkte.

    Bewertung der Leistung: Nicht überragend, aber durchaus ordentlich. Gegen Mannschaften die nicht nur auf Konter spielen hat man ein ordentliches Defensivkonzept. Im eigenen Spiel kleben die offensiven Außen nicht mehr so extrem an der Seitenlinie und ich glaube einen Spielzug sogar mehrere male erkannt zu haben (Diagonal auf den „linken Stürmer“, der geht entgegen und lässt den Ball diagonal nach vorne auf den „rechten Stürmer“ prallen. Kam meiner Erinnerung nach mehrmals vor.)

  27. Torsten sagt:

    gespielte Pässe 709:291
    Passquote 91%:74%
    Ballbesitz 70%:30%

    Auch wenn es manchmal blöd ausgesehen haben mag, das Schalker Spiel war offensichtlich nicht so schlecht, wie es manche hier gesehen haben (wollen?).

    Ich halte „gespielte Pässe“ für keine aussagekräftige Statistik, wenn man Überlegenheit belegen will, insbesondere in einem Spiel, in dem eine Mannschaft ab der 15. Minute mit einem Mann weniger auf dem Platz steht.

    Die Anzahl der gespielten Pässe hängt nun mal unmittelbar mit dem Ballbesitz zusammen. Der Ballbesitz alleine sagt aber nichts darüber aus, ob man daraus Chancen kreieren konnte. Viel knapper sieht es nämlich aus, wenn man vergleicht, zu wie viel Torschüssen die beiden Clubs kamen:

    Schalke: 13
    Augsburg: 10

    Dieser Unterschied ist – vor allem gemessen an der großen Differenz in Sachen Ballbesitz/Pässe – viel zu gering. Schaut man auf die anderen Partien des letzten Spieltags, findet man höhere Werte bei den vom Spielverlauf her überlegenen Mannschaften. Stuttgart bspw. schoss 20 x aufs Bremer Tor. Mainz 18 x auf das von Hoffenheim. Dortmund und Bayern München erspielten sich jeweils 27 Schüsse aufs Tor gegen Gladbach und Leverkusen.

    Richtig, diese Mannschaften haben nicht immer gewonnen. Aber das „sich Chancen erspielen“ eine Grundlage für geplanten Erfolg ist, darüber sind wir uns vermutlich einig. In der aktuellen Saison liegt S04 mit einem Schnitt von 11,3 Schüssen aufs Tor auf Rang 15 aller Bundesligateams. Zu weniger Chancen kamen bislang nur Bremen, Nürnberg und Freiburg. M. E. fällt „das Spiel zu machen“ Schalke eben noch ein bisschen schwerer als den vermeintlich „allen“.

  28. Սաշա sagt:

    Ich dagegen halte Torschussstatistiken für nicht besonders aussagekräftig. Man kann auch zwanzig mal aus Verlegenheit ungefährliche Distanzschüsse auf das Tor bringen. Dann steht es 20:13 für Augsburg, gefährlicher waren sie aber trotzdem nicht, denn die nackte Zahl sagt gar nichts über die Qualität der herausgespielten Chancen aus. Auf der anderen Seite gibt es dann noch diese Bälle, die verfehlt man um Zentimeter, dabei hätte eine Zehenspitze gereicht, um den Ball reinzudrücken. Die tauchen wiederum gar nicht bei den Torschüssen auf.
    Nachdem wir geklärt haben, was alles zu geringen oder gar keinen Aussagegehalt hat, möchte ich den Fokus auf etwas anderes legen: 3 Punkte. Nach einer Woche mit Auswärtsspiel in der CL. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Da ist es mir ehrlich gesagt furchtbar egal, wie das passiert ist. Ich bin mir unsicher, ob Schalke das Spiel noch gedreht hätte, wenn es den Platzverweis nicht gegeben hätte. Spielerisch war das sicher kein Meisterstück. Aber reicht es nicht auch einfach mal, wenn man am Ende der englischen Woche den Dreier irgendwie mitnimmt?

  29. Manfred sagt:

    Und die Torquote, watt is mitti Torquote? Zumal ein Torschuß, wie schon ausgeführt, lange nicht automatisch eine Torchance bedeutet, das ist mir zu schwammig. Gehen ja oft genug die wenigsten Schüsse überhaupt wirklich aufs Tor.

  30. Torsten sagt:

    @Manfred:
    In diesen Zahlen sind alle Schüsse aufs Tor enthalten, auch die, die daneben gehen. Für die Unterscheidung, ob ein Ball vom Torwart hätte gehalten werden müssen, um nicht reinzugehen, oder ob der Ball knapp daneben ging, gibt es eine gesonderte Rubrik.

    @Սաշա:
    Selbstverständlich darf einem das reichen. Mir ist jeder Dreier lieber als jede Niederlage. Aber wäre mir stets furchtbar egal, wie was passiert ist, gäbe es dieses Blog nicht.

  31. Detlef (Doktor_d) sagt:

    Das Wichtigste ist doch das S04 gewonnen hat. Einige kommen zum Schluss, es war glücklich, oder zumindest in der Höhe zu deutlich.
    Durch den Sieg hat man den Anschluss an Platz 4 gehalten. So weit was Positive.

    Andererseits muss man sich fragen, wie es kommt, das Spieler erst einen Schuss vor den Bug bekommen müssen, diesmal das 0:1, bevor es besser wird. Ich hatte den Eindruck, da waren einige noch nicht richtig auf dem Platz zu Beginn. Und zu Beginn der 2. HZ das gleiche, nur nicht so deutlich.

    Wenn man denn wieder positiv sehen will, hat Schalke Geduld bewiesen und hat auf seinen Chancen gewartet. Und genau das ist es, es wurde zu wenig aus der Überzahl gemacht. Das es geht, haben sowohl die Szene zum Elfmeter, wie das 2:1 gezeigt. Diesmal konnte sich Schalke auf die individuelle Klasse einiger Spieler verlassen.

    Und zum Schluss noch was Positives. Max Meyer macht sein 1. Bundesliga Tor.

  32. Don Altobello sagt:

    @ Torsten
    Mir ist durchaus bewusst, dass sich hinter vielen Pässen, hohen Pass- und Ballbesitzquoten auch minutenlanges Ball-hin-und-her-Geschiebe verbergen kann. Dass wir nicht so viele Torschüsse für 4 Tore gebraucht haben, sagt mir aber, dass wir eine gute Chancenverwertung haben, was mich wiederum positiv stimmt. Vor allem in Hinblick darauf, dass eine Unzahl von Torschüssen die Bayern nicht daran gehindert hat, gegen Leverkusen Punkte liegen zu lassen. Einige der Offensivaktionen, die zu den Toren geführt haben, waren zudem mitnichten einzig auf gute Einzelleistungen zurückzuführen, sondern waren teilweise richtig schön herausgespielt.

    Ich sehe in einigen Punkten sicherlich noch eine Menge Steigerungspotential, aber ich glaube, wir sind auf einem guten Weg. Es wäre dabei hilfreich, wenn Trainer und Mannschaft mal in Ruhe arbeiten könnten. Anfeindungen, kontinuierliche Pfiffe und das stete Fordern, den Trainer zu entlassen, halte ich für kontraproduktiv. Die können nur reifen, wenn man sie auch mal Fehler machen lässt und trotzdem (oder gerade dann?) den Rücken stärkt.

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