Mit Kampf und Timo Hildebrand

Schalke 04 gewinnt in Berlin gegen Hertha BSC mit 2:0. Ein wichtiger Erfolg im Kampf um Platz 4. Ein spannendes Spiel. Ein erkämpfter Sieg.

Die Anfangsphase war aus Schalker Sicht gruselig. Mit und ohne Ball konnte Hertha das Spiel in der Schalker Hälfte halten. Ein gutes Offensivpressing und ein schnelles Ausschwärmen der Offensivkräfte nach Ballgewinn ließ für die eher bedächtig agierende Schalker Mannschaft nichts Gutes erahnen. Berlin glänzte als Mannschaft, Schalke nur durch Einzelaktionen. So ging das bis zum Tor durch Adam Szalai, nach einem Eckball. Dieses Tor stellte für das Spiel eine Zäsur dar.

Schalkes Defensive war fortan sicherer und Berlins Pressing lies nach. Jetzt war es ein ausgeglichenes Spiel. Ein Spiel auf Augenhöhe, mit Chancen auf beiden Seiten. Ein packendes Spiel mit ordentlichem Tempo, das sicherlich auch neutralen Zuschauern gefallen konnte.

Dennis Aogo machte seine Sache im defensiven Mittelfeld meines Erachtens ordentlich. Prince fehlte es auf der rechten Seite an Präsenz. Julian Draxler zeigte sich sehr engagiert, war aber auf links eher schwach und wusste immer dann zu glänzen, wenn er in die Zentrale zog. Christian Fuchs agierte ab der zweiten Spielminute defensiv sehr diszipliniert, nur kurz nach Anpfiff lies er sich einmal allzu leicht überspielen. Atsuto Uchida spielt meiner Meinung nach bislang seine beste Saison, ich drohe zum Fan zu werden. Am Ende war aber Timo Hildebrand Schalkes Spieler des Spiels.

Schon häufig wurde ihm eine solide Leistung attestiert. „Solide“ hat dabei aber stets etwas abwertendes, solide ist eben nicht besonders. Samstag „gewann er das Spiel“ für Schalke, holte mehrere Bälle raus, die gegen einen weniger guten Torhüter Treffer hätten sein können. Das freut mich sehr für ihn, für Schalke sowieso.

Wenn also der Torwart das Spiel gewann, war es dann ein glücklicher, ein unverdienter Sieg?

Glücklich schon, denn ohne Frage war Berlin mehr als gleichwertig. Hertha machte vieles richtig und kam auch in der zweiten Hälfte zu guten Chancen. Ich kann verstehen, dass Herthaner nach dem Spiel haderten. Unverdient war der Erfolg für Schalke dennoch nicht, Schalke hat sich den Sieg erkämpft.
Im Offensivspiel fehlte es an Struktur – zumindest vermochte ich keine zu erkennen – das Spiel war recht fahrig. Aber Schalke warf sich rein, war einsatzbereit, unermüdlich. Schalkes Spiel reichte, um die Partie offen zu halten, mit etwas Massel hätte Max Meyers schöner Schuss die vorzeitige Erlösung bedeuten können. So aber blieb es bis zu Draxlers Schlusspunkt mit dem Abpfiff spannend und es war an Timo Hildebrand, zum Held des Spiels zu werden.

Ein wichtiger Sieg im Kampf um Ligaplatz 4, in dem Schalke 04 eigentlich als Favorit gelten sollte. Mittwoch in London, im Kampf ums Champions League-Weiterkommen, hat Schalke die Gelegenheit, als Außenseiter zu überraschen. Ma’kucken.



31 Kommentare zu “Mit Kampf und Timo Hildebrand”

  1. blues sagt:

    „Ein gutes Offensivpressing und ein schnelles Ausschwärmen der Offensivkräfte nach Ballgewinn ließ für die eher bedächtig agierende Schalker Mannschaft nichts Gutes erahnen.“

    Mein Tipp nach 5 Minuten war, dass Hertha diese Spielweise max. 20 bis 25 Minuten durchhält. Die galt es zu überstehen. So kam es dann auch. Ich fand, Schalke stand auch in der Anfangsphase, defensiv – einschließlich dem Torwart – sehr geschlossen.
    Es war aus meiner Sicht ein gelungenes Auswärtsspiel von Schalke, obwohl es erst in der langen Nachspielzeit gelang, einen Konter ganz zu Ende zu spielen.

  2. Jens sagt:

    Ich schau‘ die Spiele nicht so oft auf Sky und war am Samstag daher einigermaßen überrascht, wie überschwänglich der Kommentator die Qualität der Partie lobte. Mehrfach war da von „Riesenspiel“ usw. die Rede. Der Kick war ok, keine Frage, aber das war meiner Meinung nach dann doch etwas zu dick aufgetragen. Sind die da immer so drauf?

    Ansonsten müsste man neben Hilde vielleicht noch die tolle Leistung von Höwedes lobend erwähnen.

  3. Buender-Schalker sagt:

    Glück auf,

    treffende Analyse. Ich finde auch, dass der Sieg keinesfalls unverdient war. Ein starker Torwart gehört halt auch zu einem guten Spiel, so dass er sich genauso um den Dreier verdient macht wie ein Torschütze oder Assist-Spieler oder, oder, oder…

    Du hebst einige Wenige aus einem kompakten Team heraus. Dann sollte der Benni Höwedes nicht unerwähnt bleiben, der mMn ein bärenstarkes Spiel machte und als Kapitän die Leader-Rolle (endlich mal wieder) voll erfüllte. Und Uschi muss man eigentlich sowieso gern haben… ;o)

    BWG
    Buender-Schalker

  4. Carlito sagt:

    Konnte leider nur die letzten 20-25 auf Sky verfolgen, muss mich aber Jens abschließen, dass der Kommentator da doch ziemlich dick aufgetragen hat. Kommt mir sonst nicht so schlimm vor.

  5. ReinerEdelmann sagt:

    …positiv zum Wochenende möchte ich noch erwähnen, dass Papadopoulos 90 Minuten in der U23 gespielt und laut Trares ein „super Spiel“ gemacht hat.

  6. detlef sagt:

    Ich hatte die Hertha stärker erwartet, aber ausser 2 Drangphasen zu Beginn der Halbzeiten war da nicht viel.
    Oder anders, Schalke liess nicht viel zu.

    In meiner Erinnerzng bekam S04 die Partie bereits vor dem Führungstreffer in den Griff und bereits mit dem Kopfball vin Szalai hatte man mehr Abschlüsse als Hertha.

    Allerdungs war das Spiel der Blauen ( Grünen ) offensiv stark verbesserungsfähig, was sich in der 2. Halbzeit noch deutlicher zeigte, als einige Konterchancen verpufften.

  7. Carsten sagt:

    das Spiel war gut… weil die Abwehr gut funzte… weil Timo gut gehalten hat… und (klopf auf Holz) Neustätter anscheinend zu seiner alten Form findet…3 Punkte für uns… gut!!!

    der Moderator gefiel mir… aber alles ist besser als der bayrische Reif ;-)

    ich sag mal… weiter so und den Schwung mit nach London nehmen… da einen Punkt holen und die CL-Gruppenphase in Rumänien klar machen!!

    Glück auf

  8. Bastian sagt:

    ‚Prince fehlte es auf der rechten Seite an Präsenz. Julian Draxler zeigte sich sehr engagiert, war aber auf links eher schwach und wusste immer dann zu glänzen, wenn er in die Zentrale zog.‘

    Ich würde selbst soweit gehen zu sagen, dass wir auf der 10 ein Luxus-Problem haben – Meyer , Draxler und Boateng sind alles herausragende Spielmacher(in spe). Aber eben für mich auch (vor allem Draxler) auf dieser Position am stärksten. Gut finde ich, dass Jens Keller den Spielern Freiräume gibt zu rotieren. Denke es gibt genug Mannschaften, die uns um unsere Besetzung im zentralen Mittelfeld beneiden. Mir gefällt vor allem die Mischung – einer der noch blau hinter den Ohren ist, einer der schon über einen längeren Zeitraum seine Klasse unter Beweis gestellt hat (für seine 20 Jahre), einer der die Fußballwelt schon auf höchstem Niveau gesehen hat.

    Kann ja auch mal gesagt werden.

  9. Carsten sagt:

    „blau“ hinter den Ohren… gefällt mir am besten… obwohl am Samstag ja mal wieder das grüne Stadttrikot herhalten musste…

    ich gewöhne mich nie an diese Farbe…

  10. andres sagt:

    und das Schönste an Spielen in Berlin ist, dass es fast wie ein Heimspiel ist: alles blau und weiss und am Ende besingt das halbe Stadion den Mythos :-)

  11. #Link11 – Freiburg zieht an Nürnberg vorbei. Hoffenheim weiter abgeschlagen | Fokus Fussball sagt:

    […] vor der Winterpause abgestellt werden können. Auch Torsten Wieland schaut auf den Torhüter, im Koenigsblog natürlich auf Timo Hildebrand, der hat, so Wieland, endlich mal ein Spiel […]

  12. Carsten sagt:

    man hätte dann aber auch im Auswärtstrikot spielen können, warum das internationale Trikot?

  13. toms3n sagt:

    @Carsten
    Weil man dort mehr Absatzpotential sieht…so einfach, so traurig.

    Ich bin ein wenig überrascht wie gut das Spiel zum Teil beurteilt wird.
    Kämpferisch sicherlich eine Steigerung, aber bis zum 1:0 und den größten Teil der zweiten Halbzeit, habe ich mich gefragt, wie man wiedermal so passiv und planlos agieren kann. Das Blabla bezüglich schwer bespielbarer, weil tiefstehender Gegner konnten hier Hotte/Keller schon mal nicht bringen.
    Und wenn sich dann doch mal eine Chance zum Kontern ergab oder hätte ergeben können, wurde der Ball meist vertändelt. Sogar der Assist von Jones war ein Zufallsprodukt, da dieser eigentlich für Adam gedacht, aber eben zu ungenau gespielt war.

    Also alles wie gehabt: unglaubliche Effizienz, Glück, herausragende Einzelaktionen vs. Mangel an Spielidee, keine erkennbaren Spielzüge, individuelle Fehler/Unsicherheit.
    Mal reichts für Punkte, mal nicht. Anstrengend. Sehr.

  14. swe sagt:

    @Carsten, @tomsen: Nie im Leben hätte die DFL es der Auswärtsmannschaft gestattet ein weißes Trikot zu tragen, wenn die Heimmannschaft in blau-weiß-gestreift aufläuft. Ich verstehe wenn man die grünen Trikots bei Heimspielen kritisiert (weil ohne Not nicht in königsblau gespielt wird), aber bleibt doch wenigstens ein bißchen sachlich.

    Zum Spiel: Für mich war eher Benni der Mann des Spiels, obwohl Timo natürlich auch stark war. Des weiteren schließe ich mich Detlef an: Schalke hatte vor dem 0:1 bereits einige Chancen rausgespielt und sich Feldvorteile verschafft, weshalb ich das Tor auch nicht als „überraschend“ empfand. Es war immerhin die 5. oder 6.Ecke nach gerade mal 25 Minuten.
    Hertha hatte zwar ein paar Chancen (insb. zu beginn der 2.HZ) allerdings waren kaum hochwertige Chancen dabei, weshalb ich da auch keinen glücklichen Sieg erkennen kann.
    Was mich am meisten ärgerte war das mangelnde Ausspielen der Konter unseres Teams. Eigentlich muss es nach 80 Minuten 0:2 oder 0:3 stehen, wenn wir unsere Möglichkeiten nur halbwegs nutzen.

  15. Klopenner sagt:

    @swe: Hertha hatte kaum hochwertige Chancen? Warum ist wohl Hildebrand in den meisten Medien der Spieler des Spiels? Er hatte allein drei sehr sehr gute Paraden. Zwei davon am Boden, eine in der Luft, als er den Ball mit den Fingerspitzen noch an die Latte lenkt. Bedenkt man dann noch die Fahrlässigkeit von Ben-Hatira als er den Ball ohne echten Zeitdruck mit der Hacke aufs Tor bringen möchte, sehe ich die Hertha absolut chancengleich mit unserer Mannschaft.

    Unsere „hochwertigen“ Chancen sehe ich lediglich in den beiden Toren, dem Lattenschuss von Meyer und der Chance von Szalai vor der Ecke die zum 1:0 geführt hat.

    Alles in allem war ich mit dem Spiel zufrieden, aber wirklich gut war es noch nicht. Allerdings erkenne auch ich in den letzten Wochen wieder einen leichten Aufwärtstrend. Gegen Chelsea, die Schwachgelben trotz der Niederlagen und jetzt gegen Hertha. Aber ein Spielsystem erkenne ich immer noch nicht. Es scheint nur so, als würden ein paar Spieler ihre Formtiefs durchschritten haben und wieder mehr indivuelle Klasse hervorbringen.

    Ich muss aber auch sagen, dass mir Fuchs nicht wirklich gut gefallen hat. Vielleicht liegt das an seinen letzten wirklich grottigen Spielen, dass ich bei Angriffen über seine Seite immer wieder zusammenzucke. Häufig hat er Fehler im Stellungsspiel. Seine ach so gefährlichen Flanken kommen auch zu selten an und im Gegensatz zu Uschi braucht er häufig länger um wieder zurück zu kommen, so dass einer der 6er aushelfen muss, was in der Zentrale eine Lücke reißt, weil dann einer unserer Offensiven diese nicht schnell genug füllt.

  16. Stephan sagt:

    Bedenklich finde ich, dass die Mannschaft nach Standpauke von Tönnies 8 km mehr läuft als im letzten Spiel. Warum schafft der Trainer das nicht alleine? Ich fand es auffällig, dass gerade die offensiveren Spieler toll nach hinten gearbeitet haben. Eine Spielidee in der Offensive konnte ich dennoch nicht erkennen. Gegen Chelsea gibt’s dann wieder das Erwachen in der Realität….
    P.S.: Timo war spitze!

  17. derwahrebaresi sagt:

    @stephan

    vllt. verfügt die truppe nicht über die entsprechende fitness?
    vor diesem hintergrund schraubt man dann halt gegen mannschaften
    wie schelski und die zecken das engagement runter – „gegen die haben
    wir ja eh keine chance“ – um ausreichend kraft für gegner wie hertha zu haben.
    demnach dürfte es am samstag gegen bremen wieder 3 punkte geben. :-)

  18. Stephan sagt:

    Mit der Strategie kommen wir langsam aber sicher aus dem Keller…

  19. Սաշա sagt:

    Timo Hildebrand so gut, wie wir ihn bei uns – so weit ich mich erinnere – nie zuvor gesehen haben. Schon gegen Dortmund war er gut, aber da reichte eben ein guter Torwart nicht aus.

    Das Spiel war eines wie jedes andere dieser Saison, hätte auch fürchterlich in die Hose gehen können, wenn Kraft auf der Gegenseite etwas davon verstanden hätte, wie man sich bei einem Eckball verhält. Bis kurz vor dem 0:1 habe ich nämlich eigentlich nur auf den Treffer der Hertha gewartet.

    Wenn ich dann lesen muss, dass die Hertha kaum nennenswerte Chancen hatte, muss ich mich gleich wieder fragen, ob ich auch das richtige Hertha-Schalke-Spiel gesehen habe. Offensichtlich nämlich nicht. In dem Spiel, das ich gesehen habe, hat die Hertha Offensivfußball mit mehr Charme und Witz gespielt als wir und Hildebrand hat uns den Arsch gerettet.

    Offensichtlich muss aber zum gleichen Zeitpunkt noch ein anderes Spiel zwischen beiden Vereinen stattgefunden haben, bei dem Hertha keine nennenswerten Chancen hatte und wir bei Standards – laut Keller – gut verteidigt haben.

    In dem Spiel, was ich gesehen habe, hat Hilde nämlich einen Kopfball nach Ecke gerade noch so an die Latte gelenkt und bei einem anderen Eckball kam ein Hertha Spieler nur den Bruchteil einer Sekunde zu spät und rauschte am Ball vorbei. Gegen viele andere Bundesligisten(und eine Hertha mit etwas mehr Glück) hätten wir schon wieder zwei Gegentreffer mehr auf dem Konto gehabt. Beide nach Ecken. Dazu kamen noch viele gute Torchancen der Hertha, die Hildebrand allesamt irgendwie rausgekratzt hat. Beispielsweise die beiden Chancen von Ben Hatira noch vor dem 0:1(einer davon ein sehenswerter Volley ans Außennetz). Wir kamen in der Folge zwar besser ins Spiel und standen dann auch defensiv besser, allerdings waren wir so ziemlich das Gegenteil von zwingend. Das Tor durch Szalai war zwar nicht überraschend oder hätte gar das Spiel auf den Kopf gestellt, aber wir hätten uns auf der anderen Seite auch nicht über eine Berliner Führung wundern müssen, denn wir hatten bis dahin noch nicht einen Angriff anständig zu Ende gespielt.
    Die Hertha spielte gerade zu Anfang der Partie schnell, direkt und wie erwähnt mit deutlich mehr Spielwitz.

    Schon kurz nach der Halbzeit musste Hildebrand wieder zweimal glänzend retten und ich begann bereits wieder auf den unvermeidlichen Gegentreffer zu warten. Zum Glück vergeblich. Auch in der zweiten Halbzeit haben wir offensiv nicht überzeugen können und waren selten zwingend. Die größte Chance bis zum 0:2 in der Nachspielzeit hatte sicherlich Meyer mit seinem Lattentreffer.

    Am Ende haben wir zu deutlich und auch nicht wirklich verdient gewonnen. Die Hertha hat sich u.a. dank Kraft, aber auch dank der ausgelassenen Chancen selbst besiegt. Die Mannschaft, die den besseren Fußball gespielt hat, war Schalke jedenfalls am Samstag einmal mehr nicht.

  20. derwahrebaresi sagt:

    @Սաշա

    100% zustimmung

  21. Ney sagt:

    Das mit den angeblich gute verteidigten Standards fand ich auch etwas seltsam. Aber mal 3 Punkte mitzunehmen, obwohl es auch wieder einmal anders hätte ausgehen können, ist immerhin ein Lichtblick. Vielleicht lag es tatsächlich auch an der höheren Laufbereitschaft und Entschlossenheit im Abwehbereich (nach vorne gibt’s ja ohnehin allenfalls ein Draxler-Solo und ansonsten Gepöle). Man hatte bei Berlin mal wieder den Eindruck, da ist eine Mannschaft, die mehr aus sich macht als die Qualität der Einzelspieler erwarten lässt, und bei uns war’s umgekehrt.

    Ob genug Zeit ist, daran was zu ändern? Mit Favre löst uns Gladbach demnächst als Vierte Kraft [tm] in der Bundesliga ab, dann ist auch Schluß mit den CL-Geldern.

  22. Hans sagt:

    Also ich war im Stadion, mirt einem „neutralen (Gladbach)“ Freund und meinem Sohn.
    Man ist zwar immer angespannt wenn man nur ein Tor vorne ist, aber ich fand das von Hertha nicht wirklich überzeugend, das mit dem Hackentrick schon hilflos. Wir waren, fand ich zwingender und sicherer. Da könne die noch so sehr Ronny brüllen.
    Mein Freund sah das genauso und zum Schluss offensichtlich entspannter als ich.
    Ist doch einmal in der Saison ganz schön im Olympiastadion.

  23. Սաշա sagt:

    Nachtrag zu meinem Beitrag von heute, 15:47 Uhr:

    Mir ist gerade bei der erneuten Ansicht der Highlights aufgefallen, dass der zweite gefährliche Berliner Eckball überhaupt nicht knapp verpasst wurde. Ramos gelang es in der betreffenden Szene nicht, den Ball zu drücken, als er völlig freistehend über das leere Tor köpfte.

  24. Lutt sagt:

    Ich fand ja schon, dass unsere Elf wesentlich kompakter und besser stand als in den Spielen zuvor. Erstaunlicherweise kam es mir auch so vor, als ob es weniger „Hintenrumgeschiebe“ gab.
    Eine höhere Idee und abgestimmte Laufwege kann ich nach wie vor kaum erkennen, aber ich glaube, es wurden gravierende taktische Fehler abgestellt. Vor allem ist mir gegen BxB hin und wieder aufgefallen, dass Einzelne „draufgehen“ und somit Lücken in die eigenen Reihen reißen (Boateng, Szalai, Draxler). Heute nennt man das wohl „unkoordiniertes Pressing“!? Das gab’s z.B. gegen Hertha nicht – da sind alle nachgerückt beim Pressen. Schön, aber irgendwie auch B-Jugend-Stoff, wa?

    Ich freu mich total über 3 unerwartete Punkte, Platz 4 ist in Reichweite und Keller steht heute wie gestern nach wie vor auf meiner „Dislike“-Liste (natürlich nur als Schalke-Trainer!).

    Aber, was hier bisher unerwähnt blieb: die Szene, in der Draxler gleich 4 Berliner auf eine Bierdeckel austanzt und dann Szalai steil anspielt (hätte eigentlich Elfer sein müssen). Meiner Herren, das soll der Jung mal öfter machen ;-)

  25. HauptstadtSchalker sagt:

    Ich hatte das Vergnügen, im Stadion das Spiel verfolgen zu können. Zur Halbzeit ging die 1:0 Führung für Schalke aufgrund der besseren Chancenverwertung durchaus in Ordnung, am Ende empfand ich den Sieg eher als glücklich. In der Drangphase der Herthaner hatte Schalke Glück und Hildebrand, im übrigen waren die Berliner mit ihrem Latein häufig am Ende, sobald sie sich dem Strafraum näherten. Mir ist aufgefallen, dass Schalke nach der Balleroberung in der eigenen Hälfte häufig nichts mit dem Ball anzufangen wußte. Es gab weder Anspielstationen noch einstudierte Laufwege nach vorne. Eine Spitzenmannschaft hätte nach der Balleroberung mit mehreren Spielern gleichzeitig das Überraschungsmoment ausgenutzt und das Spiel mit einem schnell vorgetragenen Konter endgültig entschieden. Häufig wurden die Bälle auf dem Weg nach vorne wieder vertändelt und die Herthaner konnten erneut zu einem Angriff ansetzen. Zum Glück waren diese Angriffe meist harmlos. Die rechte Außenbahn existierte bei Schalke fast gar nicht. Ich wundere mich schon, dass Keller es noch nicht geschafft hat, mit der Mannschaft einige Spielzüge einzustudieren, wie nach der Balleroberung in der eigenen Hälfte zu verfahren ist. Dann hätte das Spiel viel früher entschieden werden können. So mussten wir die Minuten bis zum Abpfiff zählen und wurden erst durch Draxler in der Nachspielzeit erlöst. Früher hätten wir den Sack mit einem Konter viel schneller zugemacht. Immerhin hatten wir so eine spannende 2. Halbzeit und am Ende 3 Punkte auf dem Konto. Souverän sieht aber anders aus!

  26. leoluca sagt:

    Dass Timo Hildebrand endlich ein Spiel nicht nur solide absolviert, sondern tatsächlich auch „gewonnen“ hat, ist ihm und uns wirklich zu gönnen.

    Neben der kämpferischen und Lauf-Leistung der Mannschaft (im Defensivspiel wurde so die sonst oft große Lücke zwischen Abwehr und MF meist schnell genug geschlossen) die gute Nachricht des Spiels.

    Mehr konnte bei diesem Zustand des Teams nicht erwartet werden.

    Nicht schön an diesem Spieltag: dass sich zwei unserer Konkurrenten um PLatz 4 anfangen, sich oben zu stabilisieren: Gladbach und Wolfsburg.

  27. Bene sagt:

    Ich verstehe die Kritik an dem Spiel der Schalker gegen Hertha nicht. Für mich war das Spiel ein „Spitzenspiel“ und vor allem wegen der Formkurve der Hertha eins auf Augenhöhe. Es kam auch alles so wie ich es erwartet hatte. Nur mit dem besseren Ausgang für Königsblau.

    Wir können momentan nicht erwarten, dass die Mannschaft den Fünftplatzierten der Fußball-Bundesliga dominiert. Das mag enttäuschend sind, ist aber meiner Meinung nach im Moment so.

    Das Ganze hat mich stark erinnert an das Spiel gegen den SC Freiburg am letzten Spieltag der vergangenen Saison. Ich glaube, damals konnte man aber von Schalke als unverdienten Sieger sprechen.

    Wenn man die letzten Monate betrachtet, sind wir einfach nicht in den Top 3 der Liga. Wir sind vielleicht Top 5. Das finde ich aber gar nicht schlimm, sondern ist durchaus eine Leistung. Top 5 für Deutschland ist für einen Verein wie Schalke vollkommen in Ordnung (abgesehen von den viel zu hohen Ausgaben). Dennoch sollte man wie letzte Saison versuchen den vierten Platz zu sichern. Diese Saison scheint die Konkurrenz auch nicht allzu groß zu sein – ähnlich wie in der letzten Spielzeit. Die einzigen ernstzunehemdenen Mitspieler um Platz vier sind für mich die Borussia aus Mönchengladbach.

    Offtopic: Torsten, kann man deinen Besuch im Sport1.fm nachträglich noch irgendwo anhören?

  28. Սաշա sagt:

    Nein, es ist durchaus keine Leistung. Ich wiederhole mich, tue das aber gerne, bis auch der letzte wenigstens mal darüber nachgedacht hat:
    Top 5 wäre vollkommen in Ordnung, wenn wir einen Kader hätten, der a) schlechter besetzt ist und b) weniger kostet.
    So haben wir aber individuelle Klasse, die nicht richtig ausgeschöpft wird bzw. nie im Kollektiv Klasse zeigt, sondern immer nur die Summe der einzelnen Teile bleibt. Sah man auch in Berlin wieder an den Chancen und Toren. Da war gar nichts rausgespielt. Alles waren Einzelaktionen und daran hat sich in fast einem Jahr Keller nichts geändert. Top 5 ist alleine schon deshalb nicht in Ordnung, weil mir keine vier Mannschaften einfallen, die auf dem Papier die Klasse haben vor uns zu landen, wenn bei uns ordentlich gearbeitet wird.
    Wo wir in Sachen Gehaltsbudget genau im Ligavergleich stehen, kann man nur schätzen. Der letzte Konzernbericht legt aber nahe, dass es sich schon um Top 3 handeln dürfte. Aus ökonomischer Sicht betrachtet hat es sich am Ende also nicht gelohnt, wenn wir ständig Top 3 Gehälter bezahlen, am Ende aber immer nur Vierter oder Fünfter werden.
    Die Hertha zahlt – laut Focus( http://www.focus.de/sport/fuss.....95416.html ) – an ihre Profispieler 23 mio. Euro. Ich schätze das verdienen bei uns schon die 4-5 Topverdiener zusammen. Wenn man dann davon ausgehen würde, dass diese Spieler die Hertha nicht in Grund und Boden spielen können, wieso geben wir dann soviel Geld für diese sportlich nicht ausreichenden Spieler aus? Dann hätten wir doch auch weiter mit Baumjohann spielen können, dessen gute Spiele bei uns man an einer Hand abzählen kann, der jedoch in Gladbach, Kaiserslautern und vor seiner Verletzung auch in Berlin recht passabel Fußball spielen konnte.
    Nur Top 5 ist für „einen Verein wie Schalke“, der so viel prasst weder in Ordnung, noch dauerhaft zu finanzieren(sieht auch das Finanzkonzept von Peter Peters so). Wenn in Hannover oder Gladbach die Verantwortlichen sagen, dass Top 5 für ihren Verein absolut in Ordnung ist, dann mag das stimmen. Die haben dann wahrscheinlich auch ein fettes finanzielles Plus am Ende der Saison stehen. Wir nicht. Selbst wenn wir uns für die CL qualifizieren. Man muss schließlich am Anfang einer jeden Saison teuer nachbessern, damit man eben nicht nur Top 5 ist, sondern noch in die CL-Plätze rutscht.

  29. Bene sagt:

    Ich finde übrigens auch, dass wir zu viel Geld für Spieler ausgeben. Ich finde aber nicht, dass der aktuelle Kader kolpotierte 90 Mio. Euro p. a. wert ist. Wenn er das wäre, würde ich dir Recht geben. Dann spielt Schalke unter seinen Möglichkeiten.

    Sportlich gesehen ist die Hertha momentan ein großer Konkurrent. Das liegt daran wie sie spielen und wo sie stehen.

    Es darf meiner Meinung nach, wenn ich die Stärke des Schalker Kaders beurteile, auch zwischendurch mal ein fünfter Platz rauskommen.

    Dass das nach dem Boateng-Panikkauf und wegen der generellen Schuldenlast und Ausgaben für Spieler nicht häufig passieren darf, ist klar.

    Insgesamt haben wir zu viele teure Spieler, die vergleichsweise wenig beitragen. Damit meine ich nicht nur einen Annan, der nichts beiträgt und Jones, der wahrscheinlich so viel verdient wie drei Jones wert wären. Bei den horrenden Summen müssen auch andere Spieler zu dicke Verträge haben, die sie vielleicht nicht wert sind.

  30. Սաշա sagt:

    Alleine Huntelaar(6-7 mio. konnte man immer wieder lesen), Boateng(soll bei AC 8 mio p.a. verdient haben, wird auch bei uns nicht für Kost und Logis spielen), Farfan(spätestens nach seiner Verlängerung auch bei 6-7 mio.) und Jones(hat einen Müller-Renten-Vertrag, der ganz sicher für drei Jonese reichen würde) verdienen auf jeden Fall alle einen Haufen Geld.

    Ob und in welchem Maße einzelne Spieler zu viel verdienen wäre sicher auch eine spannende Angelegenheit, wenn man konkrete Zahlen mit konkreten Zahlen vergleichen könnte. Insgesamt kann man nur schätzen und sagen: Es ist gemessen an der Leistung zu viel.
    Interessanter finde ich aber, warum wir nicht besser spielen können. Hertha hat auf jeden Fall mit schlechterem Spielermaterial den interessanteren, packenderen Fußball gespielt. Ich sehe keinen Grund, warum wir nicht auch schnell, direkt und offensiv, also mitreißend spielen können.
    Naja, jetzt erstmal schauen, was die Königsgrünen bei den Blues machen. ;)

  31. Torsten sagt:

    @Bene:

    Ja, das Interview nachhören geht hier..
    http://sportradio360.de/sport1.....4-11-2013/

    @alle:
    Die ersten Kommentare zum Spiel in London habe ich unter den entsprechenden Beitrag verschoben. Ihr findet sie nun hier:
    http://koenigsblog.net/2013/11/07/toll-bis-timo/

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