Beinahe souverän

Schalke 04 siegt nach Rückstand mit 3:1 gegen Werder Bremen. Trotz einer sehr engagierten Leistung der Bremer war es ein vollkommen verdienter Sieg, aufgrund der besseren Chancen und mehr Spielanteilen im zweiten Durchgang. Nach drei Punkten gegen Hertha unterstreicht Schalke gegen eine weitere Mannschaft im Formhoch den Anspruch, trotz Doppelbelastung um Platz 4 mitspielen zu können, wenn individuelle Fehler und Nervosität abgestellt werden.

In der ersten Halbzeit agierten die Bremer außerordentlich lauf- und zweikampfstark. Insbesondere setzten sie Schalkes defensives Mittelfeld mit aggressivem Pressing unter Druck. Schalke brauchte ungefähr 15 unansehnliche Minuten mit vielen Fehlpässen, um sich auf diese Spielweise einzustellen. Immerhin konnte man dank einer starken Innenverteidigung das Entstehen nennenswerter Chancen weitgehend verhindern. Zunehmend bekam Schalke dann auch den Ball unter Kontrolle und erspielte sich gute Chancen. Julian Draxler hätte nach schöner Vorarbeit von Adam Szalai das erste Tor erzielen müssen.
Kurz darauf warf dann aber erneut ein individueller Fehler die Schalker inmitten einer überlegenen Spielphase zurück. Wieder presste Bremen im Zentrum, Roman Neustädter wurde überrascht und verschenkte den Ball kurz vor dem eigenen Strafraum, Felix Kroos netzte kaltschnäuzig ein. Schalke reagierte zunächst verunsichert, erspielte sich dann aber durch schnelles Kombinationsspiel über die außen weitere gute Gelegenheiten vor der Pause.

Zum Seitenwechsel reagierte Jens Keller auf die schwache Leistung Neustädters. Dennis Aogo rückte von links ins zentrale Mittelfeld, Christian Fuchs kam für die linke Verteidigung. Die Maßnahme hatte Erfolg. Trotz des Pressings auf Jones und Aogo gab es nun deutlich mehr Ballsicherheit im Schalker Spiel, und Bremen zog sich in der Folge zurück. Dennoch folgte die wohl schwächste Phase des Spiels. Schalke schien Kraft und Ideen zu fehlen, um aus der neuen Überlegenheit Kapital schlagen zu können. Das Spiel plätscherte vor sich hin. Nach einem Patzer durch Timo Hildebrand, bei einem Rückpass in der 60. Minute, der Gott sei Dank folgenlos blieb, lagen die Nerven bei den Fans vollends blank. Die Erlösung kam kurz darauf aus dem Nichts.

Ballverteiler Dennis Aogo legte links auf Julian Draxler: Flanke, Kopfball Boateng, Ausgleich! Doch die Geduldsübung war noch nicht vorbei. Mit dem Schwung des Treffers im Rücken beherrschte Schalke das Spiel nun besser, zu echten Chancen kam man aber nach wie vor kaum. Erst in der 84. Minute klappte es mit einer Kopie des ersten Tores: Christian Fuchs flankte, Boateng köpfte –  2:1! Damit war die Luft bei Werder endgültig raus. Jefferson Farfan erhöhte nach Draxler-Vorarbeit in der Nachspielzeit auf den Endstand.

Trotz hohem kämpferischen Einsatz erspielte sich Bremen aus eigener Kraft nur sehr wenige Chancen gegen eine kompakte Schalker Hintermannschaft. Jens Keller fand in der zweiten Halbzeit durch die Umstellung im Mittelfeld die richtige Antwort gegen das Bremer Mittelfeld-Pressing. Nur die schlechte Chancenverwertung im ersten Durchgang, die zwischenzeitigen Tiefschlaf-Viertelstunden am Anfang jeder Halbzeit, sowie die zwei kapitalen Böcke von Roman Neustädter und Timo Hildebrand machten das Spiel am Ende doch zu einer kniffligen Aufgabe für die Mannschaft und die Nerven der Fans.

Erwähnenswert waren, neben Boatengs Vollstreckerqualitäten und dem quirligen Max Meyer, vor allem die Ballsicherheit und das Aufbauspiel von Dennis Aogo im Zentrum, und die neue, weniger draufgängerische Rolle von Jermaine Jones. Negativ fiel die mangelnde Chancenverwertung von Adam Szalai auf. Er kann zwar toll den Ball mit dem Rücken zum Tor behaupten und zusammen mit den Mittelfeldspielern kombinieren, aber im Abschluss wird er derzeit zu selten gefährlich.



65 Kommentare zu “Beinahe souverän”

  1. Karsten sagt:

    Das 0:1 würde ich nicht nur Neustädter in die Schuhe schieben. Meyer löst die Situation davor gegen 2 Bremer an der Linie zwar toll, spielt dann aber einen dummen pass auf Neustädter, der eigentlich zu ist und dem anschließend auch noch die Anspielstationen genommen werden.

  2. Daniel Ku. sagt:

    Unterschreibe ich so! Es wird langsam, auch wenn das einige nicht sehen wollen!

  3. Deanwalk sagt:

    Was definitiv „wird“, ist die Kompaktheit in der Defensive. Mal von einigen Schwächen der Außenverteidiger Fuchs und Uchida abgesehen, schaffen wir es derzeit gut die Räume dicht zu halten und durch vorausschauendes Stellungsspiel zu glänzen. Meistens jedenfalls. Mir persönlich fehlt allerdings jegliche Idee in der Offensive. Auch einen vermeintlich „einstudierten“ Spielzug oder gar einen sauber ausgespielten Konter hat man eher selten bis gar nicht gesehen. Man hat stellenweise den Eindruck, als würde hier blind auf die individuelle Klasse des Einzelnen vertraut werden. Glücklicherweise ist diese vorhanden…

  4. hellwach sagt:

    Der „kapitale Bock“ von Hildebrand war ein Platzfehler.

  5. Ney sagt:

    Was kostet denn eine bessere Rasenpflege bzw. wann ist der nächste
    Austausch? Wenn Elia nicht ebenso Pech mit dem Untergrund gehabt
    hätte, wären wir 3 Punkte los, sowas kommt eventuell am Ende teurer.

  6. detlef sagt:

    Zuerst das Positive. Spiel gewonnen. Max, Kevin sein Kopf und Dennis Aogo, soweit stimme ich zu.

    Für mich machte uns Bremen das Spiel 60 Minuten richtig schwer, weil sie eine Idee hatten. Genau die fehlte mir bei S04, aber das ist ja nicht neu.
    Was mir am meisten Angst machte waren die Unkonzentriertheiten im Aufbauspiel.
    Wir können von Glück sagen, dass wir genug individuelle Klasse haben um solche Spiele zu gewinnen. Von fast souverain kann man sprechen, aber es fällt mir schwer. Wobei ausser dem Tor hatte Werder fast keine echte Torchance hatte.
    Hauptsache gewonnen und jetzt die leeren Akkus aufladen.

  7. #Link11: Alaaf, Helau und einen Tusch! | Fokus Fussball sagt:

    […] – Web 0.4 nutzt die Partie zu einer Bestandsaufnahme, Jonathan Lütticken meldet beim Königsblog “Beinahe souverän”, blogundweiss.de sieht Schalke(s Anhang) zwischen Erwartung und […]

  8. RJonathan sagt:

    @Carsten
    Ja da gebe ich Dir recht. Der Jubel des Publikums hat Meyer zu einem etwas überambitionierten Pass verleitet und er ist dann auch direkt aus der Szene gesprintet. Das habe ich zuerst in dem Text stehen gehabt, habe dann aber noch mal genauer die Szene angeschaut.
    Die beiden Bremer waren nicht so nah an Neustädter dran, die sind nur beide im Sprint auf ihn drauf. Und da das nicht das erste Mal war, dass sie im Sprint auf unser Mittelfeld gepresst haben, hätte Neustädter da auch wacher reagieren können.

    @Deanwalk
    Ich sehe schon (Torsten hatte vor einiger Zeit in den Kommentaren auch mal die Dreiecke an der Seitenlinie erwähnt), dass es hier und da einstudierte Spielzüge gibt. Es ist auch auffällig, dass Boateng zweimal genau am gleichen Ort steht um die Flanke einzuköpfen. Ob das einstudiert oder Zufall ist, weiß man natürlich nicht aus der Ferne.
    Aber prinzipiell hast du natürlich recht. Das Offensivspiel ist noch nicht da, wo momentan das Defensivspiel Gott sei Dank angekommen ist. Hinten war die Not aber auch größer, und ich habe die Hoffnung, dass wir spätestens in der Rückrunde mehr Zusammenspiel und Idee erkennen werden als derzeit. Schlechte Tage und unglaubliche Fehler wird man bei einer so jungen Mannschaft allerdings immer wieder sehen. Das gehört zur Jugend. :-)

    @hellwach
    In so einem Moment dürfen Platzfehler nicht ausschlaggebend sein. So ein Ball darf nicht beim gegnerischen Stürmer landen. Wenn der Torwart mehr Ruhe und Ballsicherheit hat, dann passiert ihm das nicht, auch wenn der kurz vorher noch mal hoppelt.

  9. Marcus sagt:

    Auch wenn ich die Analyse des Spiels gegen Werder ähnlich sehe – Platz 4 ist nur mit einer dramatischen Verbesserung in der Spiel- und Ballkontrolle drin (Stichwort: Dominanz). Die Total Shots Ratio von Schalke ist aktuell gerade mal unteres Mittelfeld. Just my two cents.

  10. Miles sagt:

    In der Tat ist bei langfristiger Betrachtung die Chancenanzahl, die eine Mannschaft erarbeitet, der wesentliche Indikator für ihren Erfolg. Die Chancenverwertung ist unabhängig von der Mannschaftsqualität relativ stabil (irgendwas zwischen 20 und 25%), sodass man „nur“ viele Chancen produzieren muss, um viele Punkte zu erreichen.

    Genau das war bei Schalke bisher ausgesprochen mau, in den letzten Spielen aber deutlich verbessert. Insofern fand ich die erste Halbzeit gegen Bremen wichtig, so viele Chancen haben wir uns glaube ich allenfalls in Hoffenheim in einer Halbzeit erarbeitet.

  11. Սաշա sagt:

    Ich weiß nicht… ich kann mich an Jahre erinnern, in denen hatten wir ähnlich wenige Chancen(genaue Zahlen habe ich natürlich nicht zur Hand), aber die wurden noch besser verwertet(bei gleichzeitig deutlich besserer Defensive, also weniger Gegentreffern. Das muss man dazu sagen).

    Nicht dass ich etwas gegen mehr Chancen hätte. Ganz im Gegenteil. Ich möchte nur zu Bedenken geben, dass die Qualität der Chancen und die angesprochene Chancenverwertung ebenfalls eine Rolle spielen. So kann man bei gleichbleibender absoluter Chancenanzahl die Qualität erhöhen, die Verwertung steigern und somit auch mehr Punkte erreichen.

    Schon in der ersten Halbzeit muss aber beispielsweise Draxler den Ball einfach im Kasten unterbringen. Denn die Qualität der in diesem Fall herausgespielten Chance war hoch genug. Das sah er nach dem Spiel übrigens genauso.

    Die prozentuale Verwertung von Chancen zu steigern macht auch dahingehend Sinn, dass man gegen stärkere Teams(wie Chelsea) wenige Chancen bekommt und die dann nutzt.
    Aber wie schon gesagt: Von mir aus können wir auch gerne mehr Chancen produzieren. Solange das im Ergebnis nicht bedeutet, dass ich mich einfach nur mehr aufregen muss.

  12. swe sagt:

    Ich fand insbesondere die Defensive gegen Bremen recht ansprechend. Ich kann mich zum Beispiel in der zweiten Halbzeit nur an einen Torschuss der Bremer erinnern. Auch hatte Bremen nur einen Abschluss nach einem Konter und selbst da stand Uchida noch vor Elia(?). Richtige hochkarätige Chancen hatte Bremen nur eine und die führte gleich zum 0:1

  13. McP sagt:

    Schön geschrieben RJonathan!

    Ich denke, Schalke steckt mit Gladbach und Wolfsburg jetzt genau in dem Pack, der die Plätze 4-6 unter sich ausmacht. Und Schalke zeigt auch, warum sie noch immer Favorit auf Platz 4 sein sollten. Über 90 Minuten müssen schon viele Fehler gemacht werden, damit sich die individuelle Qualität nicht gegen schwächer besetzte Mannschaften durchsetzt. Und falls irgendwann noch mehr richtig gemacht wird, kommt Schalke vielleicht auch dahin, wo sie dem Geld ausgeben nach hingehören.

  14. Ney sagt:

    De Quote von de Schalker Schangsenverwertong liescht in dä
    aktoelle Session op Platz 4, awwer met dä Zahl an Schüssjer
    op dat Door, dam simmer jradmal op Plaaz 14
    http://www.transfermarkt.de/de.....rb_L1.html

    „Dasimmer dabei on dat is prima…“

    Alaaf!

  15. Blauhai sagt:

    Alle Schalker sind froh, dass dieses Spiel noch gewonnen wurde! Freu!

    Jedoch möchte ich eine Passage des Kickers vom Montag zitieren, die die aktuelle Lage (und dies schon seit langem) für mich zu 100 % widerspieglet.

    Zitat: Als Mannschaft präsentiert sich das Team von Jens Keller weiterhin spielerisch limitiert, trotz hoch veranlagter offensiver Könner wie Draxler oder Meyer. Doch der Aufbau über Viererkette und Sechser läuft zu langsam und technisch zu unbeholfen, um einen Gegner systematisch auseinander zunehmem.Zitat Ende.

    Das schlimme darin ist, dass ich derzeit keine Hoffnung auf Verbesserung sehe.

  16. blues sagt:

    @blauhai

    „Das schlimme darin ist, dass ich derzeit keine Hoffnung auf Verbesserung sehe.“

    Nach seinem Schulabschluß oder besser, nächste Saison, ist auf der Position des offensiven „Sechers“ sicher Goretzka für Jones eingeplant. Vielleicht kommt ja auch noch unser früherer heimlicher Spielmacher, Rafinha, von den Bauern zurück.
    Ich gehe davon aus, dass Trainer und Manager das Problem „Spielaufbau“ erkannt haben und entsprechend dem Tabellenstand und den finanziellen Mitteln, auch handeln werden. Auch hier muss man noch einige Monate Geduld aufbringen.

  17. Erle72 sagt:

    Nicht neu kaufen und neu verschulden sondern besser trainieren! Zu einem schnellen Spielaufbau gehören antrainierte Spielzüge, viel „gezielte“ Bewegung und die temporeiche Schaffung mehrerer Anspielmöglichkeiten. Ich bin sicher, dass dies auch dem Schalker Kader nahegebracht werden kann.
    Dieses Rumgejammer ob der technischen Limitierung ist nur eine einfallslose Schutzbehauptung, um mangelhafte Trainingserfolge zu kaschieren.

  18. Սաշա sagt:

    Dass in unserer Innenverteidigung keiner bis auf Matip einen anständigen Spielaufbau beherrscht, dass keiner unserer Sechser/Achter den Ansprüchen eines tiefen Spielmachers genügt, ist keine Schutzbehauptung sondern offensichtliche Realität. Das kann man auch nicht einfach wegtrainieren. Das ist Veranlagung und Talent. Darauf muss man entweder taktisch reagieren, indem man Stärken betont und Schwächen verschleiert oder man bessert auf dem Transfermarkt nach.

    Mourinho jedenfalls sah die Schwäche des zu langsamen Spielaufbaus nicht als Schutzbehauptung an, sondern als Anknüpfungspunkt für Chelsea. „[…]wir wussten auch, dass Schalke im Spielaufbau hinten sehr langsam ist“, wurde er nach dem Rückspiel zitiert. 6:0 Tore und 6 Punkte geben ihm Recht.

  19. Erle72 sagt:

    Es sollte nicht vergessen werden, das die Spieler die wegen ihrer Begrenztheit kritisiert werden durchaus schon entschieden bessere Leistungen gezeigt haben. Deshalb bin ich mit Urteilen wie „der kann es einfach nicht“ eher vorsichtig. Mit den Spielern die in unseren Reihen stehen, müsste man besseren Fußball spielen können.
    Schutzbehauptung bedeutet: kann man nix machen – brauchen wir neue Spieler. Ich denke das man doch kann wenn man kann.

  20. blues sagt:

    @Erle72 & Die Basementbasher
    „… sondern besser trainieren!“

    Also letztes Jahr galten hier ja als „Bessertrainierer“ der Streich, der Tuchel und der Veh. Deren Helden sind dann Ende der Saison zu anderen Vereinen weitergezogen, sind verletzt oder haben, wie die Frankfurter neuderdings, „Doppelbelastung“. Da bleibt nirgends mehr viel übrig von einem tragenden Konzept. Punkte sowieso nicht.

    Der gemeine Schalker Fan hat ja die Seblstzerfleischung beim Warten auf die Schale neuerdings ganz modisch etwas tiefergelegt. Er achtet jetzt auf Feinheiten. Auf Gegenpressing. Auf Sechser und Achter. Manchmal achtet er, als lese und schreibe man in der Neuen Post für Heldenfußballer, auch auf „Knie“. Statt die Gründe für die fehlende Schale sucht der gemeine Schalker neuderdings die Gründe für die fehlende Entwicklung. Wenn nicht die rhetorische Selbstzerfleischung geblieben wäre, könnte man es sogar Entwicklung nennen.

  21. Carlito sagt:

    Sehr guter Bericht wie ich finde!

    Bzgl. der Aussage „Wenn der Torwart mehr Ruhe und Ballsicherheit hat, dann passiert ihm das nicht, auch wenn der kurz vorher noch mal hoppelt.“ in den Kommentaren, möchte ich Dir aber widersprechen, RJonathan.

    Denn wenn man die Szene relativ kurz danach sieht, wo Hildebrand viel mehr unter Druck steht und wie abgezockt (ggf. auch aus der Not geboren, egal!) er die dann löst, glaube ich nicht, dass in der Szene davor die Ruhe und Ballsicherheit gefehlt hat.

  22. Maddin sagt:

    @blues:
    AMEN!

    Hinten ne bombemfeste Defensive und aus 2 Chancen 2 Tore machen? Willkommen zurück, Mirco Slomka. Ich wette meine Dauerkarte darauf, dass genau diejenigen die dies jetzt beklagen vor 5 Jahren genau die selben waren die neidisch nach Bremen geschielt gaben.
    Man kann es dem Schalker aber auch wirklich nicht recht machen. ..

  23. Torsten sagt:

    @blues:

    Vor zwei oder drei Spieltagen hast Du pomadiges Hintenrumgeschiebe zum Programm- und uns aufgeklärt, dass sich Schalkes Mannschaft in der Entwicklung zu einem Ballbesitzspiel befindet. Nun beklagst Du geeignetes Spielermaterial, mit diesen Kickern könne man schließlich nicht flotter aufbauen.

    Was denkst Du, wohin soll das Spiel unter unserem aktuellen Trainerteam gelangen? Bezüglich des Geschehens auf den Platz, natürlich, nicht der Erfolge. Du weißt ja, wir bashen hier neuerdings die Feinheiten.

  24. blues sagt:

    @Maddin

    Da las ich eben bei westline.de, dass Schalke seit Aogo und Prince mitspielen, genauso viele Punkte wie Leverkusen und Dortmund holte.

    Aber die haben ja aus Sicht der Schalker „Entwicklungssucher“ ein Konzept und keine Helden gekauft. Komisch nur, dass Lüdenscheid und Vizekusen zusammen 50 Millionen Euro allein für die individuelle Klasse von Reus, Mkhitaryan, Son, Donati und Can ausgeben mussten.

    Bin gespannt, wie der Punktevergleich mit den Lüdenscheidern weitergeht, wo denen jetzt auch noch ein Abwehrheld ausfällt. Ich vermute, in den nächsten vier bis fünf Wochen wird dann auch der um die individuelle Klasse einiger Spieler beraubte Kloppo entzaubert sein.

    Aber hier im Blog raunt man ja schon: Favre,Luhukay… Gut, dass du an Slomka erinnert hast. Was wäre der ergebnismäßig ohne den Flanken-, Ecken- und Freistoßheld Pander gewesen?

  25. derwahrebaresi sagt:

    @blues

    komisch nur …

    clemens 3 mio. ?
    goretzka 4-5 mio. ?
    szalai 8 mio. ?
    boateng 10-12 mio. ?

    in summe 25 – 28 mio = 1x Zecken o. pillen

  26. blues sagt:

    @Torsten
    „Nun beklagst Du geeignetes Spielermaterial, mit diesen Kickern könne man schließlich nicht flotter aufbauen.“

    Kannst du mir auf die Sprünge helfen? Merke nicht wo ich geignetes „Spielermaterial“ beklage.

    Im Gegenteil. Seit der Verein im Sommer viele Fans mit den Supertalenten auf die falsche Fährte „Jugendhyp“ führte, halte ich hier entgegen, dass man zur Integration von Goretzka, Meyer, Clemens etc. 15 bis 18 Monate braucht und bringe Geduld mit.

    Anders als deine Beschreibung „pomadiges Hintenrumgeschiebe“ für das Schalker Passspiel gegen Cheslea fällt bei mir dieses in die Kategorie: erste sichtbare Ansätze für ein Ballbesitzpassspiel. Die Diagnose pomadiges Hinterrumgeschiebe fällt bei mir unter Selbstzerfleischung. So unterschiedlich kann Wahrnehmung sein.

    Mit der in der nächsten Saison kommenden Integration von Leon Goretzka vom Kader in die aktive Mannschaft, wird das Schalker Spiel vertikaler gestaltbar werden. Im Gegensatz zu der aktuellen Meinung hier im Blog gehe ich davon aus, dass es überwiegend die individuelle Klasse der Spieler ist, die Spiele gewinnt.

    Siehe Mainz, Freiburg und demnächst für ein paar Wochen Dortmund.

    Weil du weiter vorne im Blog Honigstein als Kronezeugen für den Niedergang der Schalker Spielweise zitierst, wollte ich kurz daran erinnern: 6 Wochen nachdem von Honigstein zitierten Highlight Schalke-Arsenal wurde der Trainer wegen Erfolgslosigkeit entlassen. Selten so einen Quark von Honigstein gelesen.

  27. Սաշա sagt:

    Was die Integration von Goretzka innerhalb des nächsten Jahres als Stammkraft angeht, darf man Stand heute doch einigermaßen skeptisch sein. Verglichen mit den anderen integrationsbedürftigen Jugendhypespielern bekommt er nämlich deutlich am wenigsten Spielzeit und das war auch schon vor den zwischenzeitlichen verletzungsbedingten Ausfällen von Farfan und Boateng so.

    Ich gehe übrigens auch davon aus, dass individuelle Klasse Spiele gewinnt. Aber im besten Fall eben nicht alleine, sondern bei der einen Mannschaft mehr, bei der anderen weniger. Bei uns allerdings fast ausschließlich.

    Dass Dortmund nun mal wieder ein Spiel verloren hat, ändert daran gar nichts. Die individuelle Klasse der Dortmunder alleine sorgt doch nicht dafür, dass sie schnellen und direkten Offensivfußball spielen. Das ist taktische Vorgabe.
    Ob diese Vorgaben gut umgesetzt werden und zum Erfolg führen, hat damit zunächst einmal nichts zu tun.

    Dortmund hat übrigens leider nicht nur einen großen Haufen Geld für Spieler ausgegeben, sondern vor allem einen großen Haufen Geld eingenommen. Dank CL-Finale und Götze-Verkauf hätten die sich auch drei Mkhitaryans kaufen können und hätten immer noch etwas über gehabt.
    Dass man Ausfälle auch bei Dortmund merkt, dass auch Dortmund nicht jedes Spiel ein Feuerwerk veranstaltet, ist meiner Meinung nach ganz normal. Das grundsätzlich gute taktische Konzept und Zusammenspiel wird dadurch nicht schlechter.

    Ob nun sechs Wochen nach dem Arsenal-Spiel bei uns ein Trainer WEGEN ERFOLGLOSIGKEIT entlassen wurde, hat übrigens nichts mit dem zu tun, was hier beklagt wird – ganz davon abgesehen, dass es sich bei der fehlenden Erfolglosigkeit um eine vorgeschobene Begründung handeln soll.
    Kritisiert wird zumeist nicht die mangelhafte Punkteausbeute(weshalb dein Verweis auf die Punkteausbeute Dortmunds, Schalkes und Leverkusens nach der Verpflichtung von Boa/Aogo auch völlig ins Leere geht), sondern die stagnierende, wenn nicht gar rückläufige Entwicklung der Mannschaft.

    Vielleicht ist das „pomadige Hintenrumgeschiebe“ eine Entwicklung. Vielleicht auch nicht. Timo Hildebrand findet ja eher nicht, weil er dann immer soviel mitspielen muss. Ich bin auch nur mittelmäßig davon begeistert. Dass man mal das Tempo aus dem Spiel nimmt, dass man den Ball kontrolliert in den eigenen Reihen hält, finde ich ja in Ordnung und auch wirklich positiv – wenn man das Tempo zwischendurch auch mal anzieht. Wenigstens gegen Teams wie Braunschweig. Dafür muss tatsächlich auch das Personal ausreichen, das wir haben.

  28. blues sagt:

    @Սաշա

    Ob „Pressing-Maschinen“ (O-Ton Klopp) eine positive Weiterentwicklung für den Fußball sind, weiß ich noch nicht endgültig. Da dem extrem roboterhaften taktischen Vorgehen aber das Spielerische abgeht, doch eher nicht. Die Kloppsche Pressing-Maschine funktioniert mit der „individuellen Klasse“ der Dortmunder Spieler punktemäßig erfolgreich.

    Aber das Pressen und Gegenpressen, dass Doppeln und Trippeln, das drei- und vierfache Freilaufen der Herthaner und Bremer funktionierte trotz fehlender Doppelbelastung und einer deshalb möglichen hohen Laufleistung, eben wegen der fehlenden individuellen Klasse in diesen Teams gegen Schalke nicht.

    Bremen wurde von Keller und Co mit Flanken auf Bremens schwächsten Kopfballspieler in der Abwehr bezwungen. Die Niete „Keller“ wsird zum Fuchs und coacht das moderne Pressing Dutts taktisch mit dem alten HAUSMITTEL „Flanke“ gegen einen gegnerischen Abwehrspieler mit fehlender individueller Klasse aus.

    Jose Mourinho steht seit zehn Jahren mit unterschiedlichen Teams massiv „hinten drin“ und spielt mit den Drobgas und Ronaldos dieser Fußballwelt lange und gern auch diagonale Bälle und Konter. Solange das erfolgreich ist, die Helden strahlen und die mediale Show des Zampanos stimmt, fragt da kaum keiner nach Entwicklung.

    Wünsche weiterhin gegen das Schalker Leiden ein erfolgreiches rheotrisches Klagen an der blauweißen Blog-Klagemauer…

  29. blues sagt:

    @Torsten
    „Was denkst Du, wohin soll das Spiel unter unserem aktuellen Trainerteam gelangen“

    Mit Keller gibts mMn eher Ballbesitz- denn Umschaltspiel und das mehr als Evolution denn als Revolution.
    Ich gehe davon aus, dass derzeit die Grundlagen dafür geschaffen werden, wie nach der Balleroberung oder bei Ballbesitz plan- und sinnvoll mit dem Ball umgegangen und dieser auch unter Druck geduldig und sicher in den eigenen Reihen gehalten werden kann. Die ersten größeren sichtbaren Fortschritte erwarte ich aber erst im letzen Viertel dieser Sasion…

  30. Սաշա sagt:

    Naja, was die „Pressing-Maschinen“ und ihren Wert für die Entwicklung des Fußballs angeht, bin ich eigentlich sehr entschieden. Ich kann diesem Fußball nichts abgewinnen. Damit sind wir nur leider in der Minderheit. Eine Masse an Zuschauern findet diesen Fußball nämlich högscht attraktiv.
    Aber das ist eine andere Geschichte und tut gerade nichts zur Sache.

    Ich bin auch gar nicht der Meinung, dass man genau wie Dortmund spielen muss, weil das der Fußball ist, der heutzutage ‚hip‘ ist. Mir geht es um das Prinzip eines funktionierenden Fußballs, offensiv wie defensiv. Und das zunächst auch einfach nur mit dem Personal, das zur Verfügung steht. Damit wäre ich zufrieden.

    Natürlich hast du Recht, die individuelle Klasse der Herthaner und auch der Bremer hat am Ende nicht gereicht, wir haben gewonnen. Gegen Bremen war das Spiel abgesehen von dem ärgerlichen Gegentor auch kein so schlechtes. Defensiv hat man nicht viel falsch gemacht, offensiv hätte man sogar noch mehr rausholen können. Überhaupt habe ich offensiv einige Szenen gesehen, die – mal wieder – Hoffnung machen(z.B. vor Draxlers früher Großchance, ganz fein gespielt). Aber das nächste Spiel kommt bestimmt.

    Gegen Berlin hätte es auch ins Auge gehen können. Dabei bleibe ich. Neben individueller Klasse hatten wir nämlich auch Glück, dass wir uns keinen gefangen haben. Gut verteidigt wurde an diesem Tag nicht durchgängig, weshalb Hildebrand zum MVP avancierte.

    Abschließend bin ich der Meinung, dass es nicht das Ziel sein kann, einfach nur eine teure individuell gute Truppe auf den Platz zu schicken, die dann schon irgendwie irgendwas macht. Mit ein klein wenig besserem Spielaufbau könnten wir nämlich noch deutlich mehr Spaß an unseren Offensivspielern haben. Da haben wir nämlich wirklich eine Menge Klasse, deren Potential verschwendet wird.

  31. Rjonathan sagt:

    Da ist sie die Grundsatz-Diskussion! :-)

    Vorne weg: bin in (fast?) allen Punkten einer Meinung mit blues. Muss ich hier also gar nicht wiederholen.

    Habe aber eine Anmerkung zu den „System-Kritikern“. Ich habe das Gefühl, dass 80% der Leute, die behaupten Keller habe kein System ein System nicht erkennen würden wenn es existierte. Und dass 19% wenn sie sagen Keller habe kein System meinen er habe nicht das System, das sie sich gerne wünschen (nämlich Wahnsinns Angriffs-Fußball mit defensivem Super-Fight).

    Tatsächlich sieht man doch seit einigen Spiele total gut, dass Keller es auf Ballbesitz à la Barca/van-Gaal-FCB angelegt hat und nicht auf Umschaltspiel à la Wenger/Klopp. Und was man derzeit auch sieht, sind die typischen Kinderkrankheiten und Schwächen dieses Systems: Konter bei dummen Ballverlusten, totale Zerfaserung bei fehlender Passgenauigkeit, Langeweile wenn die Mannschaft ideenlos den Ball hin- und herschiebt, der Gegner aber keinen Zugriff bekommt.

  32. derwahrebaresi sagt:

    @dass Keller es auf Ballbesitz à la Barca/van-Gaal-FCB angelegt

    ambitionierte behauptung!

    wie lange soll das deiner meinung nach dauern, bis sich „erfolg“ einstellt?

    ich frag nur mal so, da barca das vor ewigen zeiten aus der jugend heraus entwickelt hat/ und weiterhin entwickelt.

    braucht man dazu nicht auch technisch sehr gut ausgebildete spieler?
    wir haben sie nicht in diesem maße …

  33. dreiköpfiger Affe sagt:

    Das einzig beeindruckende an diesem furchtbaren Kiki Kaka ist doch wohl, dass ausnahmslos ALLE Spieler in der Lage sind, einen schnellen und sicheren Pass zu spielen. Wirklich alle, sonst schafft man es auch nicht sich den Ball 30 mal am Stück zuzuspielen.
    Und da gebe ich dem einzig wahren Baresi Recht: Wer ist hier in der Lage IMMER einen guten Pass zu spielen?

    [ ] alle
    [ ] höchstens zwei
    [ ] keiner
    [ ] ich verweigere die Aussage, da ich damit den S04 belasten könnte

  34. derwahrebaresi sagt:

    [x] ich verweigere die Aussage, da ich damit den S04 belasten könnte

    :-)

  35. P.Howard sagt:

    Ich habe gerade sowas von gelacht!
    Und danach habe ich das aber verstanden:

    Der Plan: Wir spielen jetzt mal bischen wie Barcelona und fangen damit an die Bälle hinten quer und zum Tormann zu spielen – da muss man erstmal darauf kommen.

    Sorry, ich muss schon wieder lachen!

  36. Torsten sagt:

    @Blues:

    Erstmal sorry, dass das so lange gedauert hat, bis ich nun „zurückantworte“. Zunächst zum „auf die Sprünge helfen“ … in Deinem Kommentar 12., 13:10 antwortest Du auf die Frage nach Hoffnung auf Verbesserung mit einem mögichen Spielerwechsel Goretzka für Jones und einem möglichen Zugang Rafinha. Du verweist darauf, dass der Manager d.E. noch handeln wird. Auch bezogen auf die anderen Trainer bemerkst Du in dem Kommentar 12., 18:32, dass deren derzeitige sportliche Talfahrt an Spielerabgängen läge. Umgekehrt kann man schlussfolgern, dass man mit Jones, ohne Rafinha und ohne Handeln bezüglich neuen Spielern nicht auf deutliche Verbesserungen hoffen braucht. So habe ich das jedenfalls herausgelesen.

    Gerade den Vergleich Keller zu Tuchel oder Streich finde ich sehr falsch. Schalke hatte keinen vergleichbaren Aderlass, im Gegenteil, die Mannschaft wurde in der letzten Transferperiode m.E. verstärkt. Jens Keller brauchte nicht bei 0 beginnen, wie es Streich musste.

    Von wegen System:

    Die genannten „Ballbesitzteams“ spielen ihr Spiel auf dem ganzen Platz und nicht nur bis zur gegnerischen „Pressingkante“. Mag sein, dass Schalke da hin will. Dann liegt da aber auch noch mehr im Argen als nur die Passicherheit.
    Generell hoffe ich weiterhin, dass das nicht das Ziel ist. M.E. sollte Schalke unbedingt zu einem aggressiveren Spielstil finden, des Publikums wegen. TikiTaka, egal wie perfekt, würde vermutlich von dem Gros der Zuschauer nicht honoriert werden. Und ja, man muss sich danach richten wenn man einen Heimvorteil nutzen will, aber das Thema hatten wir ja schon.

  37. blues sagt:

    @Torsten
    Die Fans haben Raul und dessen Spielweise geliebt. Dessen Spielweise hat nichts mit Aggressivität zu tun, ganz im Gegenteil.

    Bei den Verweisen auf Tuchel, Streich und Veh kommt es mir auf die Überblendung deren „Konzepts“ und die komplette Ausblendung von starken Spielern mit ihrer individuellen Klasse hier im Blog an. Weil ich die Gewichtung vorrangig bei der individeullen Klasse sehe.

    Goretzka spielt bereits auf Schalke und Jones Vertrag läuft Ende der Saison aus, Uchidas Vertrag ein Jahr später. Draxler Verbleib ist auch nicht sicher.Daraus entwickelt sich automatisch in nächster Zeit Handlungsbedarf, der die erkennbaren Schwächen mit einbeziehen sollte.

  38. Daniel Ku. sagt:

    @blues: Ich finde sehr wohl, dass Raul in den beiden Jahren bei uns einen sehr aggressiven Spielstil hatte, im Gegensatz zu seiner Spielweise bei Madrid. Damit ist ja nicht gemeint, dass er regelmässig die Grätsche ausgepackt hat sondern eher, dass er der erste war, der den Gegner noch in seiner eigenen Hälfte angelaufen ist und ihn beim Spielaufbau störte.
    Mit einem aggressiveren Spielstil meint Torsten wohl auch eher eine offensivere, weniger abwartende Spielweise. Berichtige mich, wenn ich Quatsch erzähle!

  39. Սաշա sagt:

    Ich finde vor allem, dass wir während Rauls zweiter Saison einige ziemlich gute Spiele gesehen haben. Da hat mir einiges sehr gut gefallen. Man konnte sowohl Konter gut auspielen, als auch kontrolliert aufbauen.

    Im Moment sieht man von beidem bestenfalls gute Ansätze. Ich schätze das wird noch 36-48 Monate brauchen, bis es darüber hinausgeht. Deshalb sollten wir einfach nur geduldig sein und Kellers schemenhaft erkennbares Konzept unbedingt jetzt schon gut finden.

    (Ganz nebenbei: wenn es wirklich auf eher ballbesitzorientierten Fußball hinauslaufen sollte, wäre ich darüber sehr glücklich. Ich bin mir nur noch nicht ganz sicher, mit welcher Doppelsechs wir den Spielen sollen. Vielleicht ja in 24 Monaten[oder so] mit Goretzka…)

  40. blues sagt:

    @Daniel Ku.
    Situationen wie die von Raul gegen Fährmann waren Einzelfälle. :-)

    @Սաշա
    Rauls zweites Jahr, da habe ich nur ein Heimspiel im Stadion verpasst, richtig aggressiv wurde es da aber nur ein einziges Mal. Das war als unser Management meinte, sie müssten in der Pause den Sky-„Experten“ Merk an der Eckfahne in der Südkurve plazieren. Holtby, Jurado, Raul alle konnten Zauberbällchen und Zauberpässchen spielen. Spiele wurden gedreht und Heimsiege gefeiert. Dazu war es das einzige, dafür aber richtig richtig gute Jahr vom Hunter auf Schalke. Aber auch damals waren wir nicht in der Lage zu Hause Mainz´ und Kaiserlauterns´ Abwehr zu zerlegen.

  41. Daniel Ku. sagt:

    @blues:das war nicht aggressiv, sondern schlitzohrig! Aber davon sprach ich nicht! Raúl ist bei Ballbesitz des Gegners regelmäßig die Verteidiger angelaufen!
    Im Übrigen hatte unser Management mit der Platzierung der Experten nichts zu tun. Die wollten die, wohlwissentlich um die Situation mit Merk, in ne Loge verfrachten! Das hat Sky aber abgelehnt, denn die wollten den Eklat!

  42. Torsten sagt:

    In der Tat meinte mich mit aggressiver Spielweise nicht Treten oder Grätschen, sondern das Gegenteil von „geduldigem Spiel“.

    Btw: Jens Keller gab kicker ein Interview. Klick

  43. Carlito sagt:

    Gutes Interview von JK übrigens, wie ich finde, dass Torsten da verlinkt hat.

  44. Սաշա sagt:

    @Blues: Von ‚aggressiv‘ habe ich auch nichts geschrieben. Ich sagte immer wieder ‚schnelles, direktes Spiel‘.
    Das muss nicht einmal bedeuten, dass man dieses Pressing-Maschinen-Umschaltspiel spielen soll, sondern (auch) einfach mal einen Angriff ordentlich zu Ende spielen, am liebsten mit schnellen, direkten Kombinationen.

    Ballbesitzfußball schließt doch nicht aus, dass man auch mal das Tempo anzieht, um den Gegner unter Druck zu setzen. Zwei – drei mal schnell gespielt im letzten Drittel des Feldes und schon ist einer durch, wenn es gut läuft. Da fehlt es bei uns nämlich bislang mit am deutlichsten.
    Allerdings glaube ich, dass man dazu wirklich noch etwas mehr Zeit braucht, obwohl ich ebenfalls der Meinung bin, dass man in dieser Hinsicht schon weiter sein müsste, wenn Keller nun wirklich schon seit fast einem Jahr eine konkrete Idee hat, wie er spielen möchte.

  45. blues sagt:

    @Սաշա

    „…dass man in dieser Hinsicht schon weiter sein müsste, wenn Keller nun wirklich schon seit fast einem Jahr eine konkrete Idee hat, wie er spielen möchte.“

    Schon vergessen: Keller war für ein halbes Jahr engagiert und sollte für die CL spielberechtigende Ergebnisse liefern und keine Spielidee für Schalke entwickeln und umsetzen. Der Blogherr hats hier analysiert:

    http://koenigsblog.net/2013/05.....rt-erneut/

    Keller ist nur da wo eigentlich Streich, Tuchel oder Veh sein sollten, weil sich keiner der drei Herren im Frühjar 2013 zutraute Schalke zu trainieren!

    Es ist platt und fällt für mich unter „Geschichtsklitterung“, wenn die beiden Saisonhälften von Kellers Kritikern aufaddiert und als echte Planzeit und als Maß für ihnausgegeben werden.

    Blöd für die Basementbasher, Gernepfeifer und Selbstzerfleischer ist halt, dass Keller bisher die richtigen Ergebnisse liefert und in der Entwicklung hochtalentierter Jugendspieler mächtig vorankommt.

  46. Erle72 sagt:

    Was zur Hölle sind denn „Basementbasher“? Und was haben diese mit Gernepfeifern zu tun? Sind Selbstzerfleischer Masochisten oder Neuvegetarier auf Entzug? Und wieso „mächtig“ wo „wahnsinnig“ doch der richtigere Begriff wäre? Fragen über Fragen.
    Zum Glück gibt es ja Schalke 04 als gemeinsamen Nenner für die unterschiedlichsten sprachlich/schriftlichen Ausformungen merkwürdiger Gedanken.

  47. Սաշա sagt:

    Ja, die Entwicklung hochtalentierter Spieler sprintet nur so nach vorne. Abgesehen von Meyer fällt mir da nur leider keiner ein und der profitiert nicht vom Trainer Keller, sondern von diversen Problemknien und ähnlichen Blessuren. Etwas besseres als Spielpraxis gibt es nämlich für junge Spieler nicht.

    Wenn ich mir dann noch die rasante Entwicklung unserer Abwehrspieler anschaue, wird mir fast schwindelig. Wie Keller die „Unforced Errors“ abgestellt hat, wie er der Mannschaft beigebracht hat, bei Standards endlich einmal gut zu verteidigen, das kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Nur ist das alles leider nie passiert.

    In meine Einschätzung zur Entwicklung der Mannschaft, darf ich also die ersten Monate nicht einbeziehen, weil Keller in diesen Monaten davon ausging, dass er eine Übergangslösung ist und es ihm deshalb egal war, ob sich die Mannschaft entwickelt?!
    Ich unterstelle Keller zwar eine schlechte Außendarstellung und mangelhafte Entwicklung der Mannschaft, aber eine solch unprofessionelle Einstellung würde selbst ich ihm nicht unterstellen wollen.

    Was ich nun allerdings endgültig verstanden habe: Dir geht es gar nicht um Entwicklung und eine Mannschaft, die im Kollektiv guten Fußball spielt, sondern nur um Ergebnisse. Das ist wirklich sehr schalkig! Viel schalkiger als meine „Selbstzerfleischung“ oder die „Gernepfeifer“ es je sein könnten. Ob jahrelange selbstmörderische Finanzpolitik oder Magath – das war bzw. ist alles in Ordnung, solange die Ergebnisse stimmen.

    Ich schaue mir Kellers Arbeit und das Auftreten der Mannschaft unter seiner Führung weiter an und vielleicht wird es irgendwann besser. Im Moment sehe ich jedenfalls keinen Grund in Jubel zu verfallen und Keller zu applaudieren. Gegen die Hertha hatten wir viel Glück, gegen Dortmund keine Chance, in Braunschweig war es auch nur einem glücklichen Last-Minute-Treffer in einem grauenvollen Spiel zu verdanken.
    Mit ein bisschen weniger Glück sind das drei Spiele ohne Sieg und schon brauchen wir nicht mehr über Kellers Ergebnisse zu diskutieren, weil man sie genau in die andere Richtung deuten müsste.

    Was das Spiel gegen Werder angeht, hoffe ich, dass es sich nicht bloß wieder um einen einmaligen Ausreißer nach oben handelt.

  48. blues sagt:

    @Սաշա
    Aber was kann den jetzt Keller dafür, dass die Vereinsfinanzen so sind wie sie sind und das gute Ergebnisse her müssen koste es was es wolle.

    Ich lass mich nicht mehr emotional auf die Folgen der in der Vergangenheit gemachten, grossen Managmentfehler ein. Wir wissen nicht mal genau welche Fehler es waren die ins finanzielle Desaster führten und wer wann welche Schulden zu verantworten hatte und wo und wer sie in welcher GmbH versteckt hat. Wir merken nur, es gibt keinen Spielraum etwas zu entwicklen, es müssen fortlaufend CL-Ergebnisse her.

  49. Սաշա sagt:

    Das ist etwas, was ich sehr schade finde. Mit Keller haben diese finanziellen Aspekte natürlich überhaupt nichts zu tun.

    Ich hatte bloß Deine Argumentation dahingehend verstanden, dass der kurzfristige Erfolg Keller recht gibt, einfach weil er ihn hat. Das ist leider eine Argumentation, mit der viele – bewusst oder unbewusst – auch das Finanz-Harakiri der letzten Jahre rechtfertigen wollten, weshalb sich der Vergleich anbot, nachdem Du uns schon so ausführlich darüber aufgeklärt hast, wie typisch Schalke die Kritik an Keller doch ist.

    Wer genau welche Schulden zu verantworten hat, ist mir egal – sie sitzen abgesehen von abgesägten Managern und einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern zu einem Großteil noch fest im Sattel. Unter anderem wegen der „Der Erfolg gibt ihnen recht“-Mentalität.

    Nur weil oberflächlich und kurzfristig relativer Erfolg eintritt, heißt das noch lange nicht, dass die Entwicklung deshalb auch positiv verläuft.

  50. Malte sagt:

    Ich finde es toll, dass aus der Kontroverse pro/contra Keller hier eine so produktive Diskussion entstanden ist. Vielen Dank dafür, vor allem an blues und Սաշա.

    Ich denke man kann es Keller tatsächlich zugute halten, dass er in der vergangenen Rückrunde zuvorderst Ergebnisse liefern musste und in dieser Saison vor der Aufgabe steht einen Spagat zwischen Entwicklung und guten Ergebnissen hinzulegen. Letzteres eben auch aus finanziellen Zwängen heraus. Dennoch kann ich eine gewisse Ratlosigkeit bezüglich der sportlichen Entwicklung und Irritation über viele von Kellers Interviews nicht verhehlen.

    Da wir aber ohnehin keine Wahl haben, hoffe ich einfach auf die zarten Pflänzlein des Ballbesitzspiels die sich da (vielleicht?) andeuten.
    Wenn es tatsächlich so geplant sein sollte, ist das aber keine schlechte Idee. Es kann durchaus als Argument genutzt werden junge Spieler an den Verein zu binden, die sich eine Karriere in der Nationalmannschaft erhoffen. Denn dort wird mindestens kurz- und mittelfristig auch darauf gesetzt. Vielleicht war das ja sogar ein Aspekt mit dem man Goretzka überzeugen konnte.

  51. blues sagt:

    @erle72

    Seltsame Schalker Vögel: der Gernepeifer, der Basementbasher und der Selbstzerfleischer

    Der „Gernepeifer“ ist der KleinGERNEgroß unter den Schalker Vögeln die gegen die eigene Mannschaft PFEIFEN. Nur wenn er gegen die eigene Mannschaft pfeifen kann, auch rhetorisch, fühlt er sich besonders groß und stark.

    Der „Basementbasher“ (engl Basement = Keller) ist eine sehr nervige Mutation des Gernepfeifers, der seine Aufmerksamkeit überwiegend auf den aktuellen Schalker Trainer richtet und auf diesen mit fadenscheinigen Argumenten, endlos rhetorisch einhackt.

    Der Selbstzerfleischer ist der Urahne des Gernepfeifers und Basementbashers, der ählich wie ein Chamäleon, sich an jeder Schalker Lage anpassen und dabei immer etwas Übles finden und sich in dieses Übel bis zur Selbstzerstörung verwandeln kann.

    Allen drei gemeinsam ist, dass sie vor lauter Bäumen den blauweißen Wald nicht mehr sehen können, und deshalb bei einer Begegnung mit anderen im Nerdkurvenbesuchern einen schwer ver(w)irrten Eindruck hinterlassen.

  52. blues sagt:

    @Սաշա

    Keller: „…oberflächlich und kurzfristig relativer Erfolg“

    Für dieses meisterliche „Glas-halb-leer“ Herunterrelativieren des Kellerschen Schaffens fällt mir auch nach längerem Nachdenken nichts mehr ein.

  53. Սաշա sagt:

    Zum besseren Verständnis sollte Dir aber wirklich der Kontext und genaue(re)s Lesen helfen. Der Absatz davor bezog sich eindeutig auf Vorstand und Aufsichtsrat. Die beurteile ich hinsichtlich ihrer langfristigen Arbeit eher kritisch, obwohl sie zum Teil kurzfristige sportliche Erfolge wie Pokalsiege, 2. Plätze in der Liga und CL-Halbfinals in ihrer Amtszeit verbuchen können.

    Natürlich gilt das Prinzip in ähnlicher Form für Keller. Auch wenn jetzt die Ergebnisse stimmen, sagt das noch nichts darüber aus, ob er die Mannschaft langfristig auch gut entwickelt hat(mir scheint aber, dass Du den Unterschied zwischen sportlichen Ergebnissen und Entwicklung einfach nicht verstehen möchtest). Der langfristige Erfolg, den Du mir zu verkaufen versuchst, ist maximal ein halbes Jahr lang(das andere halbe Jahr darf man nicht werten, wie ich gelernt habe).

    Man ist in der CL noch gut dabei, im DFB-Pokal spielt man noch mit und in der Liga hat man 6 von 12 Spielen gewonnen. Das ist auch wirklich alles in Ordnung, aber auch das, was man nach einem millionenschweren Panikkauf wie KPB erwarten durfte. Dafür soll ich den (langfristigen) Erfolg des Jens Keller anerkennen und seine Entwicklung der Mannschaft würdigen? Sorry, aber das ist ziemlich verblendet. Bestenfalls.

    Langfristig, sollte man meinen, bedeutet jedenfalls mehr als ein (Halb-)Jahr, weshalb ich über den langfristigen Erfolg Kellers an dieser Stelle weder urteilen will noch kann.
    Für die Entwicklung gilt das ebenso. Ich bin gegenwärtig nicht damit zufrieden, kann aber sein, dass Keller in 24-167 Monaten Voetbal total spielen lässt und ich sein größtes Groupie bin, ihn mit Unterwäsche und Stofftieren bewerfe und abends in mein Tagebuch Herzchen male, in denen „Սաշա + Jens“ steht.

    Bis es soweit ist, schaue ich mir aber erstmal weiter an, wie sich das Team entwickelt, ohne reflexhaft für oder gegen Keller Partei ergreifen zu müssen, nur weil ich vermute, dass wir in der spielerischen Entwicklung in 286-395 Monaten schätzungsweise auf Augenhöhe mit dem Barca von 2008-09 sind.

  54. Rjonathan sagt:

    @Սաշա
    Was mir auffällt: man braucht ziemlich viele Beweise um zu zeigen, dass Keller nicht so scheiße ist wie er gemacht wird. Um ihn schlecht zu machen reichen dagegen Pauschalaussagen: „Man erkenne kein System“ oder bei Dir neuerdings „kein junger Spieler wird besser“.
    Konkret: Welcher junge Spieler hätte Deiner Meinung nach in den letzten Monaten einen Sprung machen können/sollen, und ist in diesem Sinne zu Kellers Lasten zu werten?

    @Torsten
    Ich finde die Frage, ob das Spielsystem zu den Ansprüchen des Publikums passt, ist momentan eigentlich die wichtigere. Das Spiel Slomkas ist daran auch schon gescheitert, wobei der eher den Chelsea/Italien-Stil spielt als den Barca/Spanien-Stil. Beides ist jedenfalls nicht sehr energetisch oder kämpferisch und macht nicht so viel Spaß wie Dortmund oder die Nationalelf 2006. Da gebe ich Dir recht.

  55. Սաշա sagt:

    „Kein junger Spieler wird besser“ war aber konkret auf den Einwurf bezogen, dass Keller laut blues „in der Entwicklung hochtalentierter Jugendspieler mächtig vorankommt“.

    Ich behaupte ja, dass die ganze Mannschaft sich zu einem Großteil schlecht oder gar nicht entwickelt, dass zum Beispiel das Defensivverhalten mit den gleichen Spielern schon mal besser war. Kann auch an einer Neuordnung liegen, das weiß ich nicht.

    Sowas fällt aber deutlich auf. Die Beweisführung ist in dieser Hinsicht auch nicht besonders schwer. Da gibt es z.B. den von Torsten verlinkten Artikel nach dem Chelsea-Spiel mit dem Rückblick auf den Schalker Sieg gegen Arsenal und dann gibt es den von mir angeführte Vergleich des 1:3 aus dieser Saison mit den Derbysiegen der letzten Saison.

    Im ersten Spiel hat es Klopp ziemlich verbockt mit seinem Dreierketten-Experiment, aber gerade das zweite taugt zumindest als Vergleich der Abwehrleistung relativ gut, weil die gleichen Spieler die Viererkette gebildet haben und Dortmund in Bestbesetzung antrat.

    Das sind natürlich nur Stichproben und so richtig kann man zwei Spiele nicht vergleichen. Dennoch gibt es diverse Anhaltspunkte wie zum Beispiel die Tatsache, dass wir in der letzten Saison nach 12 Spielen erst 14 Gegentore hatten, während es diese Saison schon 23 sind.
    Das legt schon Nahe, dass wir in gewisser Hinsicht auch Schritte zurück machen.

    Hier wird beinahe so getan als hätte ich Freude daran, dass Kellers Konzept bislang nicht aufgeht. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Ich wünsche mir auch keine Wunderdinge. Sollte nur ein bisschen von dem Kurzpassspiel aufblitzen, wie man es aus den magischen Momenten der zweiten Raúl-Saison kannte, wäre ich schon deutlich zuversichtlicher.

  56. Torsten sagt:

    “Basementbasher” (engl Basement = Keller)

    Ah. Jetzt verstehe ich das auch. Von alleine wäre ich nicht drauf gekommen.
    In Mainz sind es dann wohl Clothlbasher. Oder Trickbasher in Freiburg. Hihi.

    Ich finde die Frage, ob das Spielsystem zu den Ansprüchen des Publikums passt, ist momentan eigentlich die wichtigere. […] Da gebe ich Dir recht.

    Danke, dass Du das erwähnst. Ab und an fühle ich mich mit diesen Gedankengängen alleine. Aktuell arten Diskussionen um S04 sehr flott aus, ratz fatz ist man da bei Besser- und Schlechterschalkern, und wenn ich da mit Spielstilen komme, werde ich als Volldepp in die Ecke derjenigen gestellt, die ehedem zu allem was zu kacken haben.

    Nebebei bemerkt finde ich den „stimmenden Erfolg“, über den ihr (Սաշա, blues) hier schreibt, bemerkenswert knapp. Tatsächlich steht Schalke da doch stets auf der Kante „+/- 1 Sieg“. Aktuell steht Schalke wieder „ein Sieg über pari“, hochgerechnet ergäbe der aktuelle Schnitt eine 57 Punkte-Saison. In der letzten Saison hätte das zu Platz 4 gereicht, in den vier Spielzeiten davor hätte man mit 57 Punkten nur auf Platz 5 bis 7 gelegen. Es ist tatsächlich so, wie RJonathan im Text oben schreibt …

    Nach drei Punkten gegen Hertha unterstreicht Schalke gegen eine weitere Mannschaft im Formhoch den Anspruch, trotz Doppelbelastung um Platz 4 mitspielen zu können, wenn individuelle Fehler und Nervosität abgestellt werden.

    Dieser Anspruch ist aber nicht der, den sich S04 vor eins- zwei Jahren als Ziel vorgestellt hat.

  57. Ney sagt:

    „In Mainz sind es dann wohl Clothlbasher. Oder Trickbasher in Freiburg.“

    Und wer Klopp kritisiert, ist ein Bashbasher.
    Und wer Klopp-Kritiker kritisiert, ist ein Bashbasherbasher.

    Hier dagegen wird Cellarbasherbashing betrieben.

  58. Torsten sagt:

    Wird jedenfalls Zeit, dass die Blauen wieder spielen …

  59. Frankblauweiss sagt:

    Wird jedenfalls Zeit, dass die Blauen wieder spielen …

    … so sieht es aus.
    Laß die Länderspielfahrer heil wieder heimkehren und am Samstag das Team was aus Frankfurt mitnehmen, am besten drei Punkte und eine schönes Spiel abliefern noch dazu.

  60. blues sagt:

    @Սաշա, @Torsten, @Ney
    „Entwicklung einfach nicht verstehen möchtest“
    „…und wenn ich da mit Spielstilen komme“
    „Hier dagegen wird Cellarbasherbashing betrieben.“

    Möchten schon. Aber was genau soll ich wie verstehen?
    Wie wir in der kurzen Diskussion oben merkten, gibt es ja in der Grundanschauung schon mindestens drei Spielideen: eine Mannschaftstaktik die zu den Zuschauern passt, das Umschaltspiel und das Ballbesitzspiel.

    Nennt doch mal die für euch grundsätzlich für Schalke mit diesem Kader anzustrebenden Spielstile und die entwicklungsmäßig wichtigen Parameter für dieses Schalker Spiel, damit auch ich besser erkenne, wo sich das Schalker Spiel zurückentwickelt (seit dem Okt. 2012).

  61. Սաշա sagt:

    Was den Spielstil angeht, wäre es sicher nicht die schlechteste Idee, Torstens Ansatz zu folgen und der Mannschaft eine Ausrichtung mitzugeben, die den Zuschauern gefällt, damit das Publikum mitgerissen wird und man Ruhe hat. Der Trugschluss ist nur, dass man glaubt, damit irgendwelche Pfeifer/Murrer/Sau-durchs-Dorf-Treiber ruhig stellen zu können. Das wird nicht passieren. Nie.

    Was Umschaltspiel vs. Ballbesitzspiel angeht, so halte ich das lediglich für Geschmackssache. Wer dieses ekelhafte Pressing-Maschinen-Umschaltspiel mag, hat einfach keinen! Nein, ist natürlich nur Spaß… ;)

    Ich denke man sollte ganz unabhängig von Befindlichkeiten des Publikums oder ästhetischen Empfindungen den Fußball spielen, für den man die passenden Spieler hat. Ich sehe da auf einigen Positionen nicht die Spieler für das eine System und auf anderen nicht die für das andere System.

    Diskussionen über unsere Doppelsechs hatten wir an dieser Stelle schon ausführlich, deshalb verweise ich nur nochmal kurz auf das Passspiel, dass mir bei ballbesitzorientiertem Fußball nicht stark und sicher genug wäre, um einem halbwegs funktionierenden Gegenpressing standzuhalten. Was passieren kann, wenn man dort den Ball verliert, hat einmal mehr das 0:1 der Bremer bewiesen.

    Für schnelles Umschaltspiel fehlt mir u.a. der spielerisch starke Konterstürmer. Den dürfte auch sonst niemand in Szalai oder Huntelaar erkennen. Dazu haben wir im offensiven Mittelfeld Spieler, die gerne mal das Tempo rausnehmen – aus dem Konter. Ich bin unsicher, ob das dem Umschaltspiel dienlich ist. Allerdings könnte man sowas sicherlich noch abstellen. Allgemein dürfte gerne etwas an der Handlungsschnelligkeit gefeilt werden. Es dürfte grundlegend, das heißt für jegliche Ausrichtung hilfreich sein.

    Für mich gibt es daher nicht DIE eindeutig passende Ausrichtung. Jens Keller hat, was das angeht, meinen Segen zu wählen, was immer ihm am liebsten ist und was seiner Meinung nach dem aktuellen Kader(nicht den Zuschauern) am ehesten entspricht. Darauf aufbauend muss dann in Zukunft der Kader gezielt verstärkt und umgebaut werden.

    Nochmal zur Entwicklung: Mir gefällt es nicht, dass es über Ansätze noch immer nicht hinausgeht. Ansätze gab es auch unter Stevens schon, vereinzelt ganze Spiele, die Hoffnung machten. Aber eine dauerhafte Entwicklung war auch bei ihm nicht zu erkennen.

    Damals wie heute war fast alles, was in der Offensive gelingt, Stückwerk. Das ist es auch, was kritisiert wird, wenn davon die Rede ist, dass bei uns nur die individuelle Klasse entscheidet.
    Egal, was einem persönlich lieber ist – ich möchte lieber Kurzpassstafetten, andere lieber in x Sekunden zum Abschluss – eigentlich wollen doch alle ein irgendwie geartetes funktionierendes Zusammenspiel in der Offensive. Was das angeht, kann ich noch keine langfristigen Fortschritte verzeichnen. Allerdings bot das Bremen-Spiel schon einiges, was ich sehen will.

    Zurückentwickelt hat sich meines Erachtens das Defensivverhalten. Bei Standards sind wir konstant schlecht geblieben, aber ansonsten kassieren wir einfach mehr Gegentore. Dafür habe ich keine genaue Erklärung. Auch hier scheint es mir zumeist individuellen Aspekten geschuldet zu sein. Beim Treffer der Bremer beispielsweise, muss man davon ausgehen, dass die Situation direkt zuvor(Meyer-Neustädter) besser zu lösen war. Solche Szenen müssen abgestellt werden. Die haben zwar wenig mit der taktischen Ausrichtung zu tun, gehören aber dennoch zum Aufgabenbereich eines Trainers. Ebenso natürlich die Verteidigung von Standardsituationen. Wie lange wir dabei schon schlecht aussehen, ist eigentlich nicht zu fassen.

  62. Malte sagt:

    Ich könnte mir vorstellen (und hoffe es auch), dass intern die Frage nach dem angestrebten Spielstil spätestens im vergangenen Frühjahr beantwortet worden ist. Und entsprechend nach passenden Trainern und Spielern gesucht wurde.

    Mir sieht es klar danach aus, dass man noch stärker von der vorbildlichen Jugendarbeit profitieren will und alles darauf ausrichtet möglichst viele Nachwuchsspieler in die erste Elf zu integrieren. Es ergibt, wie ich weiter oben schon geschrieben habe, Sinn die Frage des Spielsystems dieser Philosophie unterzuordnen. Entsprechend orientiert man sich an dem was gerade in den Nationalteams up-to-date ist, und fährt auf der Ballbesitzschiene.

    Dass mit Jens Keller ein Trainer aus dem Jugendbereich verpflichtet wurde passt da ins Bild. Sollte Keller irgendwann gehen (müssen) wird dann ein Trainer verpflichtet, der zur Philosophie passt. Für Torstens Hoffnung auf einen begeisternden Powerfußball sehe ich zumindest für die Dauer der Ära Heldt schwarz. Und ob Keller seiner Aufgabe gewachsen ist, wird sich auch noch erweisen müssen.

  63. hellwach sagt:

    Zitat stammt aus Okt. 1977, gestern gelesen in „Spieltage“ von Ronald Reng:

    Auch Borner von den Ruhr Nachrichten … Seine Berichte lasen sich immer öfter so: „ Gibt es eigentlich so etwas Ähnliches wie ein Bochumer System? Dies jedenfalls gab es schon immer: nahezu perfekte Quer- und Rückpässe. In der Vorwärtsbewegung drängt sich die Vokabel >holterdipolter< von selbst auf.“

    Irgendwie auch 36 Jahre später, 20 km weiter immer noch aktuell.

  64. Rjonathan sagt:

    @Սաշա
    Ich bin überrascht, das ist der erste Beitrag von Dir seit Wochen, mit dem ich halbwegs einer Meinung bin. :-)
    Ich glaube das Stückwerk heute und das Stückwerk vor einem Jahr waren zwei unterschiedliche Dinge. Man sieht ja, dass es ein paar Spielzüge gibt, die man ausprobiert. Aber es funktioniert noch nicht so ganz rund.

    Die individuellen Fehler (dazu gehören für mich auch die Ballverluste von Offensivspielern gegen Chelsea, Dortmund und die mangelnde Aggressivität bei der Verteidigung der Konter – Jones hat sich gegen Bremen so eine sehr wichtige gelbe Karte abgeholt, das fehlt bei den filigraneren Defensiven Mittelfeldspielern derzeit) sind eine Frage der Erfahrung und der Spielerentwicklung. Da ist der Trainer sicherlich stark für verantwortlich, am Ende muss man aber auch sehen, welche Spieler das Potential haben und welche nicht. Ich denke das können Heynckes, Klopp und Guardiola derzeit besser als Keller. Aber da hoffe ich auch auf den schnellen Erfahrungszuwachs bei Keller. Und er kommt ja aus dem Jugendbereich, sollte da also auch nicht ganz unbewandert sein.

  65. Super! Super! Super! sagt:

    […] die Mannschaft spielen sollte. Schalke hat auch in der Hinrunde einige prima Spiele gezeigt, gegen Bremen, Stuttgart oder Basel. Und den Spruch über die 11 Kapitäne halte ich, mit Verlaub, […]

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