Schalke siegt trotz, nicht wegen krasser Fehlentscheidung

Schalke 04 gewinnt sein Champions League-Heimspiel gegen den FC Basel mit 2:0 und zieht damit ins Achtelfinale ein. Schalke war gut, Basel nicht, das Schiedsrichtergespann war furchtbar. Das ist schade, denn Schalke hatte die Bevorteilung an diesem Abend nicht nötig.

Das Abseits vor dem zweiten Schalker Treffer war so klar, dass ich zunächst dachte, ich hätte irgendetwas übersehen. Dass der Linienrichter gleich vier Schalker in derart eindeutiger Situation übersah, ist allerdings unglaublich. Was auch immer sich der Mann gedacht hat, sein Fehler ist schade, denn er heftet dem Spiel einen Makel an, den es nicht verdient hat.

Denn Schalke war gut, nahezu souverän, hatte den Gegner jederzeit im Griff. Einzig einige schlechte Pässe im Spielaufbau leisteten sich Schalkes Defensivspieler. In diesem Spiel wurden Fehler aber von den Kollegen umgehend korrigiert, insgesamt zeigte Schalkes Abwehr eine sehr konzentrierte Leistung und nötigte Ralf Fährmann zu keinerlei schwierigen Aufgaben.

Auch die Offensive agierte gut und bewies in der ersten Hälfte erneut, dass Ballbesitzzeit an sich kein erstrebenswertes Ziel ist. Während Basel das Spielgerät lange Zeit führte, brachten die Blauen es deutlich weniger umständlich und schneller nach vorne. Vor allem das Tempo machte den Unterschied zwischen den Teams: Sowohl beim Spurten, hier war Farfán einmal mehr König auf dem Feld, als auch beim Passen, dabei fielen vor allem Draxler und Meyer positiv auf.

Am Ende konnte man mit Schalkes Spiel rundum zufrieden sein, auch wenn man sich über den Auftritt des FC Basel schon etwas wundern musste. Deren Leistung hatte nicht mal im Ansatz irgendwas Gefährliches. Basels Ballbesitz vollzog sich hauptsächlich um die Mittellinie herum, die Verbindung zum Angriff fehlte völlig. Nachdem die Schweizer durch die Rote Karte dezimiert wurden – eine Szene die ich von meinem Platz aus nicht bewerten konnte – war es auch mit dem Mehr an Ballbesitz vorbei. Erstaunlich, dass diese Mannschaft Chelsea zweimal schlagen konnte.

Aber das kann Schalke nun zum Glück egal sein.



38 Kommentare zu “Schalke siegt trotz, nicht wegen krasser Fehlentscheidung”

  1. Grieche sagt:

    Toller Artikel und ich bin deiner Meinung, Torsten!
    Ich finde erwähnenswert ist noch Kellers mutige frühe Einwechslung von Szalai. Ich hatte angesichts der Tatsache, dass Basel gut begann und Schalke am Anfang noch nicht so stark war mit einem positionsgetreuen Wechsel (Ayhan oder Fuchs und dann Kolasinac in die Mitte) gerechnet. Szalai hat dann ja auch gleich die Rote Karte rausgeholt, die meiner Meinung nach das Spiel vorentschied.

  2. Stefan sagt:

    Für mich das bis dato beste Saisonspiel. Boa auf der 6 hat mir äußerst gut gefallen. Besser als sonst wo auf dem Platz. Fürchte nur, er kann derzeit diese laufintensive Position auf Grund seiner Knieprobleme nicht dauerhaft besetzen. Schade. Ansonsten DIE Lösung für den Spielaufbau. Ralle strahlt Ruhe aus, die der Mannschaft gut zu tun scheint. Hoffe er bleibt verletzungsfrei, dann ist er gesetzt für die 2. Saisonhälfte.
    Respekt auch vor Keller, wie er sich in der schwierigen Situation nach außen präsentiert.
    So macht Schalke Spaß, vor allem in der Arena! Gut Nacht!

  3. Chris sagt:

    @Stefan: Ja Boateng auf der 6, das wäre das Ding.

    Der Topf mit unserem nächsten Gegner enthält nur schwerste Kaliber. Manchester United wäre wohl das „leichteste“ Los

  4. Cowboy sagt:

    Zur roten Karte: Gelb hätte völlig ausgereicht, 2 Meter weiter rechts war der nächste Baseler. Der „Übeltäter“ war also nicht unbedingt letzter Mann. Wenn das ein Platzverweis war, hätte Höwedes ein paar Minuten zuvor auch Rot sehen müssen. In der Szene, als er sich die Verletzung zuzog . Doch er bekam nur Gelb.

    Wir sind uns einig: das Schiedsrichtergespann war nicht Champions League tauglich.

  5. Bolgon sagt:

    Stimme Thorsten zu. Gut getroffen.

    Wegen Magen-Darm konnte ich heut nicht ins Stadion und musste aufs TV zurück greifen.

    @Cowboy:
    Ich fand Szalai war schon deutlich besser in Position und der Baseler nicht in der Lage einzugreifen bevor es zum Abschluss gekommen wäre. Streller war da nicht so deutlich dran.
    Aber vielleicht ist das ja das berühmte „Ausgleichen“ im Laufe einer Saison, denn ich fand in Gladbach hätte es ne Rote geben müssen.
    Bei den Geldern und der Hoffnung in 19 Spielen noch was aufholen zu können, kann ich also Super mit nem „Ausgleich“ der Gerechtigkeit leben.
    Aber Murat Yakin möchte ich nicht sein. Da wäre ich viel Geld beim 2:0 los geworden…

  6. swe sagt:

    @Cowboy: Muss hier widersprechen.

    Für Höwedes Foul gibt es, völlig zu recht, immer gelb und nie rot. Ein zweiter Schalker steht deutlich als Absicherung dahinter.

    Zur roten Karte: Wenn der Schiedsrichter das als Foul pfeift (bin mir immer noch nicht sicher, ob es wirklich ein richtiges Foul war), dann ist rot auch korrekt. Zwar sind viele Spieler in der Nähe, aber alle dahinter. Ohne gehalten zu werden steht Szalai alleine vor dem Keeper, das Foul ist also durchaus Notbremse und daher auch völlig richtig eine rote Karte.

  7. Cowboy sagt:

    Hmm… den 2. Baseler hab ich beim Platzverweis auf gleicher Höhe gesehen, wenn auch nicht direkt dran. Anyway, auf Sky waren sich alle einig, dass die rote Karte überzogen war.

    An das Gladbach-Spiel musste ich auch denken, da hat der Schirri gegen uns gepfiffen, wie der heute für uns. Trotzdem, dieser zweifelsohne wichtige uns letztlich auch verdiente Sieg hat einen üblen Beigeschmack.

  8. Սաշա sagt:

    Ich finde – eben aufgrund der nun bestehenden Mangelbehaftung der Leistung – die Schiedsrichterentscheidungen wirklich schade.

    Der Platzverweis war nicht einfach nur überzogen, sondern aufgrund des fehlenden Notbremsetatbestandsmerkmal „Letzter Mann“ einfach falsch.

    Für das 2:0 fehlen mir die passenden Adjektive, um treffend einzuordnen, wie unglaublich schlecht die Leistung des Linienrichters in dieser Situation war. Er stand perfekt und hatte zusätzlich sogar noch eine gezogene Abseitslinie zur Orientierung, wie man sie selbst am TV im Normalfall erst nachträglich bekommt, denn vor dem Freistoß versammelten sich sämtliche Protagonisten an der Strafraumlinie. Wie man dann auf diesem Niveau die vier Blauen übersehen kann, die so offensichtlich Abseits standen, kann ich nicht verstehen.

    Nun aber von den schlechten Leistungen zu den guten: Wer mir einmal mehr besonders gut gefallen hat, war Matip auf der 6(leider nur eine halbe Stunde – wie schon in Mönchengladbach). Er strahlt auf mich mittlerweile eine unglaubliche Ruhe und Eleganz aus. Hätten wir in der Innenverteidigung jemand anderen, der den Spielaufbau bewältigen kann, wäre das für mich eventuell sogar eine dauerhafte Lösung, auch bei einem vollkommen verletzungsfreien Kader.
    Prince halte ich auf der 6 dagegen eher für verschenkt. Draxler hat mir natürlich auch sehr gut gefallen, hat viele Bälle und noch mehr Verantwortung übernommen, einige sehenswerte Dribblings hingelegt und sich verdientermaßen selbst mit einem Tor belohnt.

  9. blues sagt:

    Schiedrichterentscheidungen kommentiere ich nicht mehr. Ein oder zwei Auszeiten für jedes Team pro Spiel für eine mediengestützte Überprüfung strittiger Entscheidungen würden den Spielausgang fairer machen und viel bedeutungsloses Gerede würde sich erübrigen.

    Auch wenn, oder gerade weil die Basler keine bundeligatauglichen Außenverteidiger hatten, konnte Keller nach diesem Spiel das Gefühl haben, alles, aber auch wirklich alles richtig gemacht zu haben.

    Sein möglicher Nachfolger kann sich schon mal über den kommender Gegner Gedanken machen

    Manchester United
    Real Madrid
    Frankreich Paris SG
    FC Chelsea
    Atlético Madrid
    FC Barcelona

  10. Detlef (Doktor_d) sagt:

    Fantastisch. Überragend. Einfach Klasse. So mein Fazit.

    Das schließt das Schiedsrichtergespann nicht ein die hatten einen schwarzen Tag. Wobei nicht alle Entscheidungen schlecht waren. Die Rote für Basel muss er meiner Ansicht so geben. Der Baseler war letzter Mann und Adam hätte frei Bahn Richtung Tor gehabt.
    Für mich war es auch ein Foul, wobei sich Szalai auch sehr geschickt anstellt ;-)

    Bemerkenswert fand ich Prince auf der 6 nach dem Ausfall von Bene. Wobei ich mir nicht im Klaren bin, ob das nicht vielleicht auch am Gegner lag. Basel hatte den Ball lange und öfter, aber es kam nicht wirklich was dabei heraus. Es sah gefällig aus, war aber hochgradig ungefährlich.

    Das Tor von Matip war ein Witz. Selbst aus Block 33 konnte man das Abseits sehen.

    Egal. Achtelfinale. Road to Lisboa. Barca und wie sie alles heißen dürfen kommen.

  11. Henning sagt:

    @ Blues: Chelsea nicht, da selbe Gruppe. Es bleiben nur 5 Gegner:

    Manchester United
    Real Madrid
    Frankreich Paris SG
    Atlético Madrid
    FC Barcelona

    Ich denke, da können wir auch schonmal fürs Viertelfinale planen ;-)

  12. Stephan sagt:

    Ich habe mir das 2:0 mehrmals angeschaut und kann da beim besten Willen kein Abseits erkennen. In den Regeln steht, dass EIN Spieler näher an der Grundlinie stehen muss als zwei Gegenspieler; ich sehe mindestens VIER!! ;)

  13. eakus1904 sagt:

    Gleiche Höhe,ganz klar! :-)

    Im Ernst, ich habe gestern in der NK im Oberrang gesessen und alle, wirklich alle konnte erst nicht glauben, dass der Treffer wirklich zählt. Selbst von dort sah es so extrem nach Abseits aus. Aber egal, wir haben völlig verdient gewonnen, nur das zählt. Für mich bleibt auch kein übler Beigeschmack, eher überwiegt die Freude über die konzentrierte,gute Leistung.

    Jetzt hoffe ich, dass mein Wunsch bezüglich des nächsten Gegners in Erfüllung geht. Ich wünsche mir die Mannschaft, gegen die wir noch nicht in der Arena gespielt haben! ManU, Atlético, PSG und Barca waren ja alle schon mal da.

  14. schalkoholiker sagt:

    Glückauf!

    @Torsten:
    Vor einigen Tagen hattest Du gemutmaßt, dass am Ende des Jahres ein zweifelhafter Elfmeter den Ausschlag über die Weiterbeschäftigung Kellers geben könnte. Nun: Ganz so einfach scheint es nicht zu sein. Auch wenn so mancher Erbsenzähler die Mutmaßung nach dem gestrigen (guten) Spiel auf eine zweifelhafte Nicht-Abseits-Entscheidung ausdehnen könnte.

    Aber: Ich bin hin- und hergerissen.

    Hin, weil es ein Spiel war, nach dem ich mich gesehnt habe. Konzentriert, konstant über 90 Minuten, mit Tempo, Ideen, Witz und Erfolg. Und ich sehe mich bestätigt in meiner Aussage: Die Mannschaft hat Potenzial. So ist heute endlich mal wieder ein Tag, an dem ich mir nicht kübelweise Spott von meinen bayerischen Kollegen anhören muss,

    Her, weil ich in den letzten Monaten schon zu häufig; und im nachhinein grundlos; optimistisch geworden bin. Zu schnell kam immer wieder der Absturz in die Tristesse und die ernüchternde Erkenntnis, dass es mit diesem Trainer nicht dauerhaft funktionieren kann.

    Trotz des guten Gefühls – mir fehlt der Glaube an die Nachhaltigkeit.

  15. Rjonathan sagt:

    Schiedsrichter
    Ich denke die rote Karte geht genau so in Ordnung, wie das Gelb-Rot gegen Höwedes am Samstag: regeltechnisch richtig (denn der zweite Basler, von dem hier alle reden war tatsächlich 2 Schritte hinter Szalai und hätte sehr wahrscheinlich nicht mehr die Chance gehabt einzugreifen), aber angesichts der etwas unklaren Foul-Situation (war das wirklich ein Foul, oder rangeln beide?) fühlt sie sich unfair an.
    Bei der Verletzung von Höwedes war der andere Schalker tatsächlich auf Ballhöhe und hätte mit großer Sicherheit zumindest beim Schuss noch mal behindern können. Insofern verstand ich die Einigkeit im Sky-Studio eher al emotionale Bewertung, als als sportjuristische. Schiedsrichter-Anwalt M. Merk hätte das sicher anders dargestellt. Es bleibt aber der fade Beigeschmack, der dann noch durch Tor 2 ins Absurde gezogen wurde.

    Zum Spiel
    Es gab eine Phase in der ich gar nicht zufrieden war. Und wo man ganz klar sagen muss, dass es nicht die Schalker Stärke sondern die Basler Unfähigkeit war, die uns da geholfen hat. In den ca. 15 Minuten nach dem 2:0 gab es riesige Lücken zwischen Abwehr und Mittelfeld, weil die offensiven Mittelfeldspieler sich mal wieder zu fein waren bei Ballverlusten mit kleinen Sprints hinter den Ball und Gegner zu gelangen. Insbesondere zwei Szenen sind mir aufgefallen: Draxler verliert in Strafraum-Nähe den Ball, Szalai steht im zentralen Mittelfeld und erkennt richtig, dass er die Lücke links schließen muss. Er läuft also tatsächlich auf die linke Seite aber nur bis 5 Meter hinter der Mittellinie, dann bleibt er stehen. Die Basler fahren ihren Angrif über die andere Seite und machen keinen Seitenwechsel. Das Übergewicht auf der Szalai-Seite bleibt deswegen ungenutzt, aber hinten fehlt eben genau dieser eine Mann. Eine ähnliche Situation gab es auf der anderen Seite, als Neustädter für den vorgerückten Uchida links hinten einspringen musst, aber kein offensiver Mittelfeldspieler das Loch, das Neustädter vor der Abwehr hinterließ füllte.
    Dank der Ungenauigkeit in Basels Passspiel konnte die auf sich gestellte Viererkette diese Szenen immer entschärfen, aber gegen jede Mannschaft aus Topf 1 im Achtelfinale hätte es in dieser Phase garantiert gescheppert. Diesen Zwei-Tore-Vorne-Schlendrian müssen wir dringend abstellen.

  16. blues sagt:

    @Henning

    Danke für die Korrektur

  17. Voice sagt:

    Real, Barca, ManUnited, Atletico, PSG? Da sage ich nur: „Viel Feind, viel Ehr“, „Zeit für Helden“, „wer ins Finale will muss alle schlagen“ usw. Egal wer kommt, wir sind krasser Außenseiter, man kann also nur gewinnen. Muss man mit leben. So oder so ist Schalke nun zum dritten mal in vier Spieljahren ins CL-Achtelfinale eingezogen, das ist schon mal beachtlich und aller Ehren wert.

    Ich möchte mal einen herausheben, der mir gestern super gefallen hat: Felipe Santana, er war immer präsent, immer hart und eng am Stürmer, hat gefühlt alle Zweikämpfe gewonnen, am Boden ebenso wie in der Luft, klasse Leistung. Freut mich, da er bislang ja wenn überhaupt nur Mitläufer war und eher negativ in Erscheinung getreten ist.

    Ich find es auch sehr schade, dass das 2-0 so gefallen ist. Ich kann mir nicht erklären, wie man das nicht sehen kann. Das war der KO-Schlag für Basel. Dennoch denke ich wir hätten auch ohne dieses Tor gewonnen. Wenn man bedenkt wie viele und wie gute Chancen wir hatten. das gabs lange nicht.

    Dass unsere Probleme nun gelöst sind, daran glaube ich aber nicht. Ein Ziel ist erreicht, im Grunde war es Pflicht in dieser Gruppe. Grundsätzlich ändert sich erstmal nichts. Es müssten schon noch zwei souveräne Siege folgen, um einigermaßen zufrieden in die Pause zu gehen. Leichter ist es durch die weiteren Verletzungen eh nicht geworden.

    Glück Auf

  18. #Link11: Auf Jahre hinweg unschlagbar | Fokus Fussball sagt:

    […] 2:0-Erfolg, für den es der Mithilfe des Schiedsrichterteams gar nicht bedurft hätte, wie Torsten Wieland schreibt. Es hatte ein »Vier-Mann-Abseits« (Sueddeutsche.de) […]

  19. dreiköpfiger Affe sagt:

    Hat sich eigentlich jemand, neben dem guten Spiel, auch schon über die schönen Trikots von gestern gefreut? Was waren die schön blau…

    Ich hoffe die Grünen wurden direkt vor dem Spiel als Altkleiderspende an die Caritas übergeben…

  20. heinzkamke sagt:

    Die These vom Sieg „trotz […] krasser Fehlentscheidung“ finde ich ein bisschen steil, aber schön, dass es geklappt hat, und allem Anschein nach (ich konnte nicht viel sehen) ja auch völlig verdient.

  21. McP sagt:

    Wenn Szalai mit dem Ball Richtung Tor geht, ist das per se schon mal keine klare Torchance. Spaß beiseite, die Rote Karte ist ein Wahnsinn. Im Parallelspiel wurde einer von Marseille vom Platz gestellt, weil er nach Kontakt mit dem Gegenspieler noch ein Schwalbe macht und hier bekommt einer von Basel glatt Rot? Irre. Obendrein scheint mir Adam – Fairplayer of the Year – Szalai auch noch vehement eine Karte zu fordern. In meiner fußballromantischen Welt wären das Gelb für Schwalbe (ja ich weiß, regeltechnisch nicht ganz sauber, weil ein Kontakt da war) und Gelb-Rot fürs Kartenfordern. So ein Verhalten ist einfach nur zum Fremdschämen.

    Ansonsten von der Leistung dass, was man von Schalke erwarten konnte – eine Vorstellung aus der Wundertüte, diesmal der erfreulichen Art. Da kamen Erinnerungen auf, dass ein Großteil dieser Spieler auch letzte Saison schon durchaus gute Spiele in der CL-Gruppe abgeliefert hat. Anmerken muss ich auch, dass Keller in mir mehr und mehr Mitleid auslöst. Einerseits bin ich schon dafür, dass ein besserer Trainer die Mannschaft übernimmt. Andererseits ist dieses von Spiel zu Spiel leben, mit anschließendem Interviewmarathon betreffend seiner Situation, ein Druck der auf ihm lastet, welchen man nicht teilen möchte.

  22. dreiköpfiger Affe sagt:

    Das hier ist ein Zitat von der Baseler Homepage. Das nenn ich mal eine faire, neutrale und emotionsfreie Bewertung der Situation.

    Zitat:
    Eines ist klar: Der Sieg wurde von Schalke sicher nicht gestohlen, über die gesamte Partie gesehen waren sie die spielbestimmende Mannschaft und hatten sich mehr Chancen erarbeitet. Man darf sich aber fragen, wie es wohl ausgegangen wäre, hätten beide Mannschaften die Begegnung mit gleich vielen Spielern beendet und wäre das 2:0 richtigerweise annulliert worden.

  23. blues sagt:

    @McP
    Szalai:
    Was den nun? Schauspielerei gehört doch zwischenzeitlich zum Geschäft. Gerade fehlende oder schlechte Schauspielerei zählen die Kellerkritiker ja als Entlassungsgrund für Keller auf. Dem Schiedsrichter pantomimisch mit der Karte winken, empfinde ich allerdings auch als ziemlich schlechte Schauspielerei.

    Keller:
    Er hat gestern die Meßlatte für seinen Nachfolger wieder ein bischen höher gelegt und diesem dabei jedoch die lange Doppelbelastung Europa League erspart. Noch drei oder vier Punkte in der Buli und er kann ziemlich aufrecht aus der Arena gehen…

  24. Manfred sagt:
  25. Links anne Ruhr (12.12.2013) » Pottblog sagt:

    […] Schalke siegt trotz, nicht wegen krasser Fehlentscheidung (Königsblog) – […]

  26. blues sagt:

    @dreiköpfiger Affe

    Ich weis nicht ob es Uefa-Strafen auf einer „Hidden Agenda“ gibt, aber ich denke der FC Basel hat nun den Unterschied zwischen hartem Durchgreifen und einer laxen Sicht auf die Dinge die im Stadion so passieren können, verstanden.

  27. Cowboy sagt:
  28. Mario sagt:

    Ich war seit einigen Wochen mal wieder im Stadion. Mein Bruder hatte von einem Lieferanten vier Karten im VIP-Bereich oberhalb der Nordkurve bekommen.
    Zu dem Spiel gibt es Einiges zu berichten.

    Zuerst die Meckerköppe.
    Unter uns saßen vier „Herren im besten Alter“, die nach fünf Minuten angefangen haben, über jede Unsicherheit, jeden Fehlpaß und jeden Ballverlust zu meckern. Furchtbar!
    Nach dem 2-0 war alles super, die vergebenen Chancen wurden mit gönnerhafter Geste verziehen. So schnell geht das…

    Dann die Rote Karte. Für uns war die Sache sonnenklar: Foul, Vereitelung einer Torchance, also Rote Karte. Aber so eindeutig war das wohl gar nicht.

    Damit zum nächsten Thema: das Foul an/von Höwedes. Für uns sah das so
    aus, als ob Höwedes vor seinem Foul zuerst gefoult worden wäre, und bei dem Pfiff haben wir mit Freistoß für Schalke gerechnet und waren über die Gelbe Karte etwas erstaunt. Mein Freund, der die beiden Dauerkarten meines Vaters übernommen hatte, hat die Sache aus einer besseren Perspektive ganz anders gesehen und war der Meinung, daß Höwedes sich beim Beginn des Sprints die Verletzung zugezogen hatte und desewegen nur noch foulen konnte. Im nachhinein clever, so clever wie Szalai, und Glück gehabt, so viel Glück, wie Szalai.

    Überhaupt fällt mit immer wieder auf, wie viel (mehr und anders) Ihr hier im Spiel seht, als ich. Ich bin meistens kaum in der Lage, Spiel und Spieler objektiv zu beurteilen, wenn ich im Stadion bin. Dazu bin ich viel zu uffjerecht!
    Trotzdem sind mir einige Dinge aufgefallen: Santana fand ich defensiv und speziell beim Kopfball stark, viel stärker jedenfalls als sonst. Im Spiel nach vorne sind ein paar riskante Bälle nicht angekommen, aber es waren wenigstens mal riskante Bälle!
    Boateng hat endlich auf der Position gespielt, auf der ich ihn immer mal spielen sehen wollte. Ich finde, er hat dem Spielaufbau sehr gut getan, war präsent, hat kommandiert und dem Spiel Struktur gegeben.
    Speziell Matip schien mir dadurch enorm an Sicherheit gewonnen zu haben, wie bereits erwähnt ruhig, abgeklärt, ja fast schon elegant. Von dem abgewichsten Tor mal ganz zu schweigen…
    Deswegen tut es mir leid, daß die Sperre von JJ nicht bis zum 34. Spieltag dauert.
    Fährmann hat sich meiner Meinung nach eine Tordauerkarte bis zum Saisonende verdient, das wird so langsam.
    Nun findet sich zum Ende einer Halbserie (!!) halb aus der Not geboren eine Formation, aus der was werden könnte.
    Das Spiel jedenfalls fand ich gut, wir sind seit langer Zeit mal wieder zufrieden mit Ergebnis und Spiel nach Hause gefahren und haben auf der Rückfahrt in Erinnerungen an unseren Mailandtrip 1997 geschwelgt.
    Jetzt wünsche im mir zwei Siege zum Abschluß und eine unfallfreie Vorbereitung im Winter!!
    So, Buchstaben sind alle,
    Grüße,
    Mario

  29. Chris sagt:

    @Mario: Dass Benni sich die Verletzung beim Antritt zugezogen hat, haben sie auch auf Schalke TV so berichtet. Also gute Beobachtung! Und ein netter Bericht : )

    Wenn der Prinz fitt genug dafür ist, gehört er für mich eindeutig in die Doppel6. Mit Meyer davor, Draxler und Farfan auf den Flügeln und im neuen Jahr dem Hunter wäre das schon was.

  30. swe sagt:

    @Mario: Danke für deine Eindrücke aus dem Stadion. Immer schön zu hören wie anders die Sichtweisen doch sein können.

    @RJonathan: Ich habe das gleiche beobachtet, nach dem 2:0 standen auf einmal 4 Schalker vorne und hofften wohl darauf, dass hinten „irgendeiner“ den Ball gewinnt und ihnen zuspielt. Als Trainer würde ich meinen Spielern ordentlich den Marsch blasen.

  31. Torsten sagt:

    Nein, m.E. gehört Prince nicht auf die 6er-Position.

    Gegen Basel war doch bereits sehr gut zu sehen, dass er gar nicht als 6er agierte, sondern deutlich offensiver. Vielleicht war das die Vorgabe. Jedenfalls war sein Tun kein Argument für ihn als Defensivspieler, sondern höchstens ein Argument, ihn eher hinter denn vor Meyer zu positionieren, wenn man einen Defensivspieler zu Gunsten der Offensive auflösen will.

    Er ist ein sehr guter und sehr spielintelligenter Spieler. Als „letzter Abnehmer“ weit vorne ist er zu schade, da kann er das „intelligente“ seines Spiels nur marginal einbringen. Das spricht für eine zentrale Position.
    Aber Basel war gerade in der zweiten Halbzeit kein Test für ein vermeintlich funktionierendes defensives Mittelfeld. Ich denke, dass Schalke mit zwei „echten 6ern“ besser fährt. Mit Prince dort wäre es m.E. zuviel Offensive, um gegen Clubs zu agieren, die mehr Angriff können als Basel das in diesem Spiel zeigte.

  32. Chris sagt:

    @Torsten: Kann schon sein, dass Boateng als 8er bzw. als Teil der Doppel6 etwas von seinen Offensivqualitäten einbüßt, aber es ist die beste Lösung, will man Meyer, Draxler und Boateng gleichzeitig aufstellen. Boateng ist auf der 9 „noch mehr verschenkt“. Den Part in der Doppel6 kann er sicher schnell lernen (wenn er das denn überhaupt akzeptieren würde).

  33. Philipp sagt:

    Bloß, weil die Medien das immer sagen, spielen wir mit Keller immer noch meistens ein 4-4-2. Sieht man gerade in der Defensive immer sehr gut!!

  34. Malte sagt:

    @Torsten

    Schalke ist doch oft genug in der Situation gegen defensiv stehende Teams das Spiel machen zu müssen, dafür scheint mir die Baselvariante optimal. Ein großer Vorzug von Prince ist ja seine Flexibilität.

    @Philipp

    4-4-2 defensiv, 4-2-3-1 offensiv. Hat Karsten, der hier auch ab und an kommentiert, in seinem Blog schön aufgearbeitet:

    http://www.halbfeldflanke.de/2.....ns-keller/

  35. Rjonathan sagt:

    Vielleicht wäre Boateng zumindest gegen (vermeintlich) schwächere Gegner (also vor allem das Mittelfeld aus der Bundesliga) eine Option für eine offensive acht.
    Toll fand ich übrigens den Pass von Goretzka im Strafraum, das war ganz schön fein und elegant. Ich bin sowieso total der Goretzka-Fan.

  36. blues sagt:

    @Boateng auf der Sechs

    Als Notnagel schon, sein offensives Potential und sein Torabschluss sind auf der 6er Position jedoch verschenkt.

    Deshalb sollte Schalke,wenn möglich schon im Winter, einen Sechser holen der Jermaine Jones´ mannorientierte Spielweise durch eine raumorientierte Interpretation der Sechs ablöst. Das passt dann zu Höger, Neustätter, Matip, Boateng, Aogo und Goretzka.

    Was allen genannten Sechsern fehlt, ist die Qualität als alleiniger „Sechser“ stellungs- pass- und zweikampfsicher etwa in einem 4-1-4-1 zu agieren.

    Schalke braucht einen Sechser im Kader, der die Qualität und die Spielerfahrung als alleiniger Sechser (neben der Doppelsechs) mitbringt.

    Das gibt dem Trainer dann die zusätzlicheOption, für die letzten 20 Minuten, auf starke aber kontrollierte Offensive zu setzen.

  37. Claus sagt:

    Das Abseitstor von Matip ist auch international nun eine Nummer ;-)
    http://imgur.com/gallery/DprfaO7

  38. Wenn Drei nicht reichen, dann eben 04 | Clubfans United - 1. FC Nürnberg sagt:

    […] United] In der CL erzielte Matip das wohl krasseste Abseitstor seit langem. Ich bin aber bei dir, dass ich das Tor auch nicht als spielentscheidend erachtete. Anders war das beim Clubspiel in […]

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