Auswärts-Interview und eine Wahl

Welch Tullus auch immer Schalke fliegen lässt, es kommt wieder ein nächstes Spiel. Nun steht Nürnberg an. Anlässlich dessen baten mich die Clubfans United zu einem Interview.

In einer der Antworten sagte ich, dass meiner Ansicht nach heutzutage zu jedem Trainerteam ein Psychologe gehört, der dann die Köpfe der Spieler ebenso trainiert wie andere Trainer die Beine. Ebenfalls heute sagt Horst Heldt in einem Interview mit Bild, dass man überlege einen solchen einzustellen. Würde das doch immer so funktionieren …

Mein Interview bei Clubfans United gibt’s hier: Klick

Noch mehr zu lesen gibt es in der Parade, die bei Fokus Fußball zur Wahl des Fußballblogs des Monats November gestellt wird. Ich finde ja nach wie vor, dass das Blog die Form und der Text der Text ist, und nicht der Blog der Text und das Blog die Form, zumal ja viele auch zu dem Blog der Blog sagen, Block gar, ab und an; aber lassen wir das.

Jedenfalls war der durch spielverlagerung.de bekannte Kaiserkumpel Tobias Escher, auch Mitmacher bei Fokus Fußball, so drauf, dass er meinen Text zu Glück nominierte. Das ehrt mich. Danke! Ebenfalls nominiert und in der Abstimmung klar führend ist übrigens skAndy vom Web04 mit seinem Plädoyer für mehr Scheissfußball.

Zu dieser Wahl mit den Links zu allen fünf Texten geht’s hier entlang: Klick



16 Kommentare zu “Auswärts-Interview und eine Wahl”

  1. Klaas sagt:

    Heißt das, dass du die Wahl „Fußballtext des Monats“ nennen würdest? Oder wie darf ich deinen Exkurs verstehen?

  2. Bastian sagt:

    Ich las heute morgen ebenfalls über die Erwägung eines Sportpsychologen. Rangnick hat eine solche Stütze schon seit Jahren in seinen Teams, es würde mich wundern, wenn er einen Psychologen in seiner zweiten Zeit auf Schalke nicht installiert hätte – das würde die Frage aufwerfen wo so jemand dann verschwunden ist? Was mich viel mehr an der Meldung stört ist, dass Heldt die Verantwortlichkeit wieder subtil vom Trainer wegnimmt, und zudem Erwartungen weckt, die ohnehin nicht zu erfüllen sind. Ich fühle mich erinnert an die Verpflichtung des ‚besten Co-Trainers der Welt‘ Peter Hermann. Oder die von Jan-Pieter Mertens (von dem niemand so richtig weiß, was er eigentlich macht, außer das Vorbereiten des Frühstücks für die Spieler zu vergessen). Verstärkungen sind sinnvoll, sie tragen zur Professionalisierung auf allen Ebenen bei. Mein Punkt ist die öffentlichkeitswirksame Ausschlachtung solcher Veränderungen, die der Stärkung unseres ‚Wunschtrainers‘ Jens Keller entgegenwirken, in dem sie die Wichtigkeit seiner Position herabwerten. Wir brauchen keine Maulwurfsdiskussion, wir müssen darüber reden wie der Verein sich und sein Wirken nach außen hin präsentiert. Solange Tönnies Kampfansagen am Telefon macht und Hotte über ‚eine Entscheidung nach dem Nürnberg-Spiel‘ quatscht (Entscheidung? Jens Keller hat doch Vertrag bis 2015?!), können Spieler die BILD zur Mannschaftsitzung einladen – der Fisch stinkt mal wieder…

  3. Torsten sagt:

    @Klaas:

    Zunächst mal hoffe ich, dass Du das nicht als Kritik verstanden hast. Es war mehr als launige Bemerkung gedacht. Aber wenn Du schon nachfragst: Ja, finde ich. Da es sich um Texte aus Blogs dreht wäre „Blog-Text des Monats“ vielleicht ganz korrekt, aber das ist natürlich sehr sperrig. „Blog“ für den einzelnen Text in einem Blog fühlt sich für mich falsch an.

    Woher kommt das eigentlich? Sagt man das im Englischen so? Weiß ich gar nicht. Mir kam das erstmals bei spox unter, da wurde das so genannt. Es bürgert sich ein, so wird es normal und dann auch richtig, vielleicht ist es das auch schon, so funktioniert Sprache eben. Das finde ich manchmal schade.

  4. McP sagt:

    Mir missfallen an dem Heldt-Interview die ganzen vagen Aussagen zu Keller. Nun ist ja auch mal gut. Wenn es nichts Neues zu sagen gibt, dann braucht man jetzt auch kein Interview geben, wo man betont, dass es nichts Neues gibt. Mit jeder Äußerung wo einer der Verantwortlichen sich weigert, Keller das Vertrauen auszusprechen, spricht man ihm doch das Misstrauen aus. Mit allen medialen Konsequenzen. War es nicht Heldt, der neulich den Sohn von Keller als Argument benutzte? Dann dreh‘ doch bitte nicht immer weiter am Rad, Hotte.

    Wenn ich schon immer lese: „Wir müssen das Nürnbergspiel abwarten und dann analysieren“. Was hält ihn (und die anderen Beteiligten, also Tönnies) denn davon ab, sofort zu analysieren wenn ein Thema akut wird? Terminprobleme können es nicht sein. Er spricht doch „jeden Tag“ mit Tönnies. Ach herrjeh. Es ist zum Verzweifeln.

  5. Torsten sagt:

    Mein Punkt ist die öffentlichkeitswirksame Ausschlachtung solcher Veränderungen, die der Stärkung unseres ‘Wunschtrainers’ Jens Keller entgegenwirken, in dem sie die Wichtigkeit seiner Position herabwerten. Wir brauchen keine Maulwurfsdiskussion, wir müssen darüber reden wie der Verein sich und sein Wirken nach außen hin präsentiert.

    Ich finde nicht, dass der Trainer dadurch abgewertet wird. Jens Keller selbst führte an, dass die Mannschaft vielleicht ein Kopfproblem habe. Natürlich schreien dann viele, dass sei gefälligst Trainersache, aber sachlich betrachtet ist das Holen von Hilfe für das vom Trainer festgestellte Problem absolut richtig und sogar ein „Agieren nach Trainer“. Auf die entsprechende Frage so zu antworten wie Heldt das hier tat, finde ich keine schlechte Darstellung.

    @McP:

    Dazu muss man aber eingestehen: Wie Heldt es auch macht, es kann ihm immer negativ ausgelegt werden. Stärkt er den Trainer nun verbal und entlässt ihn dann, ist das auch doof. Sagt er, wir haben entschieden dass Jens Keller bis auf Weiteres bleibt, wird das auch sofort als Erhöhung des Drucks ausgelegt.

    Und natürlich wird ständig „analysiert“, natürlich weiß Heldt was er will. Die „Analyse nach Nürnberg“ ist nicht mehr als eine Floskel, mit der man sich über einen kurzen Zeitraum retten will, eben bis in die Winterpause.

  6. MarkusWiesbaden sagt:

    @ Torsten:
    Wenn die Frage ernst gemeint war: Der Blog ist aus der Kombination von World Wide Web und Log entstanden. Anfänglich hießen solche „Tagebücher“ oder „Logbücher“ Weblog. Nach und nach sind dann die ersten zwei Buchstaben des Weblogs flöten gegangen und übrig blieb der Blog. Daraus ergaben sich dann logischerweise die nachfolgenden Begriffe wie Blogger etc. Für den einzelnen Text in einem Blog hat sich mitlerweile der englische Begriff „Post“ oder auch „Posting“ etabliert. Auch hier hieß es anfangs „Blogpost“ oder auch „Blockposting“. Mehrere Kommentare zu einem Post wie beispielsweise “Auswärts-Interview und eine Wahl” werden dann in einem „Thread“ zusammengefasst.

    Wollte hier keinen belehren aber irgendwie schien mir Deine Frage ernst gemeint zu sein. Wie auch immer.

    Zu meinem blauweißen Traumverein brauche ich hier nichts mehr anzufügen. Es ist alles bereits geschrieben worden. In diesem Thread und dem davor.

    Deshalb: Euch und Euren Familien ein frohes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins neue Jahr und eine erholsame Winterpause.

    Tschüß!

  7. Bastian sagt:

    Heldts Aussage ‚Jens steht der Idee sehr positiv gegenüber‘ klingt nicht so als sei das ein ‚Agieren nach Trainer‘, sondern eher danach, dass der Trainer ‚auch‘ gefragt wird. Ich gebe dir recht in dem Punkt, dass wir Fans Vieles auf die Goldwage legen und beinahe jede Bemerkung der Verantwortlichen als Anlass sehen zu kritisieren. Mein Beitrag zielte eher auf das hinaus was McP beschreibt, ‚die vagen Aussagen‘ gehen mir auf die Nerven. Ich würde mir von den Oberen unseres Vereins wünschen: Eine klare Marschroute, übereinstimmende Aussagen der Beteiligten in der Öffentlichkeit und die Souveränität interne Prozesse und Abwägungen unkommentiert zu lassen (lies: Personalfragen und -planungen; lies nicht: sportliche Fehleranalysen). Ist ja bald Weihnachten…

  8. Torsten sagt:

    @MarkusWiesbaden:
    Woher der Begriff Blog stammt, war mir klar. Was mir nicht klar ist, woher es kommt, dass in Deutschland immer häufiger der Begriff Blog für den einzelnen Text benutzt wird.

    @Bastian:

    Ich würde mir von den Oberen unseres Vereins wünschen: Eine klare Marschroute, übereinstimmende Aussagen der Beteiligten in der Öffentlichkeit und die Souveränität interne Prozesse und Abwägungen unkommentiert zu lassen

    Er soll sagen:
    „Ich bin derzeit nicht zufrieden. Ich suche einen anderen Trainer. Solange ich keinen habe, belasse ich Jens Keller im Amt. Sobald ich erfolgreich bin, schmeiße ich ihn raus. Bis dahin hat er noch Zeit, mit seinem Tun für sich zu werben.“
    ??
    Wäre sehr wahrscheinlich ehrlich, ist aber unzulässig.
    Jens Keller ist eine „verlängerte Interimslösung“. Deshalb sind eben gerade die „vagen Aussagen“ die, die zum Tun passen. So blöd sich die ganze Situtation auch darstellt.

  9. Bastian sagt:

    ‚Deshalb sind eben gerade die “vagen Aussagen” die, die zum Tun passen.‘ – Zustimmung. Das TUN bringt Horst Heldt erst in die Situation Kokolores reden zu müssen. Wäre naheliegend daran etwas zu ändern. Kann sich ein Verein wie Schalke leisten mit einer verlängerten Interimslösung in die Saison zu gehen?! Wohl nicht, und wenn dem so ist (bitte bedenke, dass auch die Vermutung der Notlösung Spekulation ist) liegt da die Wurzel des Problems. Vielleicht ist es eben auch deshalb so schwierig souverän zu wirken, weil man sich insgeheim eingesteht, dass man vor Saisonanfang einen Fehler gemacht hat. Jedoch ebenfalls Spekulation. Unterm Strich bleibt für mich, dass man dem Image des Krisen- und Chaosklubs in die Karten spielt. Das ist was mich ärgert.

  10. swe sagt:

    Das erschreckendste war für mich eigentlich zu erfahren, dass Schalke anscheinend keine professionelle psychologische Betreuung für seine Spieler hat. Aus meiner Sicht ist das unprofessionell³. Da gibt man 100 Millionen jedes Jahr für den Kader aus, hat Trainer für jeden Teilaspekt des Körpers und lässt den wichtigsten Teil, die Psyche, einfach mal komplett unbeachtet?
    Und das alles während man jede Woche von „Kopfsache“ bei den Profis spricht, Norbert Elgert seit ewig und drei Tagen wiederholt, dass nur der „Kopf“ aus Talenten Profis macht und und und.

    Ich schaue auch gerne Biathlon und da gab es vor kurzem ein Paradebeispiel was hoher Druck mit einem Sportler veranstalten kann. Martin Fourcade hatte letzte Saison alles gewonnen was es zu gewinnen gab, hatte diese Saison von vier Individualrennen, drei gewonnen, war einmal Zweiter. Und dann kam der erste Weltcup seit über 20 Jahren vor heimischer Kulisse in Frankreich. Da waren gerade mal ~4000 Leute im Stadion und seine Leistungen sanken für seine Verhältnisse ins Bodenlose. Am Ende ließ er sich sogar zu einem Frustschlag mit seinem Stock hinreißen.

    Und unsere Spieler spielen jedes Wochenende vor 60000 Leuten, bei denen sie wissen, dass bei zwei Rückpässen der Rückhalt weg ist (im Vergleich zu Fourcade der selbst als 15. noch frenetisch bejubelt wurde) und haben keinen Mentaltrainer?

  11. ReinerEdelmann sagt:

    Ich halte es wie swe – es ist unfassbar, dass Schalke keine professionelle psychologische Betreuung für die Spieler (und das Trainerteam!) hat.

    Ü-ber-fäl-lig!

  12. Torsten sagt:

    Da kann ich Dir swe natürlich nur zustimmen.
    Ich hatte dieses Thema übrigens auch in diesem Blog schonmal behandelt. Im Februar 2008 …
    Training ohne Räucherstäbchen

  13. blues sagt:

    @swe @Torsten

    „Das erschreckendste war für mich…“

    …euch kann man aber leicht erschrecken! Ommmmmmmmm!

  14. Torsten sagt:

    Jens Keller und Horst Heldt wurden zum Thema Mentaltrainer bereits Anfang des Jahres befragt. Im Text „Seit 12 Wochen Aschermittwoch“ schrieb ich damals

    Das Defizit, welches zu einer solch eklatanten Harmlosigkeit führt, liegt zwischen den Ohren. Nach wiederholten Misserfolgen schwindet der Glaube an die eigenen Fähigkeiten. In solchen Fällen – und auch sonst – können Mentaltrainer helfen. Auf eine entsprechende Frage bestätigte Jens Keller jüngst, wie wichtig dieses Thema sei, weil sich im Fußball „viel im Kopf“ entscheiden würde. Gleichzeitig bestätigte er aber auch, dass die Hilfe eines Mentaltrainers bei Schalke grundsätzlich nicht vorgesehen ist, dass nur „vielleicht der eine oder andere Spieler“ so was nutze. Horst Heldt fühlte sich sogar gleich dazu genötigt, das Wort zu ergreifen, um klarzustellen, dass „solche Sachen“ auf jeden Fall immer mit dem Vereinsarzt abzustimmen seien. Ihm schien das Thema peinlich zu sein.

  15. Rjonathan sagt:

    die Frage wo der vermeintlich existierende Rangnick-Psychologe hin ist, sollen doch einfach mal die Stevens-Fans beantworten. Und ich stell mir grad schmunzelnd vor, was Effe von dieser Maßnahme hält. Haha…

    anderes Thema: Sitze grad im Wartezimmer und lese Sport Bild. da ist ein sehr positives Keller-Interview drin, in dem er sich als Motivator präsentiert. Vor dem Derby zeigte er Aufnahmen von emotionalen Schalker Fans. Vor dem entscheidenden Spiel gegen Freiburg ein Video von Usain Bolt, ud beim Tor macht Draxler dann Bolts Jubel nach.

    Und es wird ausgeführtt, dass (hatnochnienienieeinenspielerbessergemacht-)Keller Meyer und Kolasinac letzte Saison erfolgreich ins Team geholt hat. Kurz: Keller durfte mal nen bisschen Wrbung in eigener Sache machen und hat das auch ausgenutzt. als PR-Berater hätte ich ihm allerdings auch noch dringend empfohlen das Thema Taktik/Spielsystem anzusprechen.

    Könnte sein, dass das Interview nun bedeutet, dass man sich bei Bild entschieden hat, Keller ab sofort großzuschreiben in der Hoffnung auf eine tolle Auferstehungsgeschichte in der Rückrunde. Ma kucken…

  16. schalkoholiker sagt:

    Jetzt fahre ich erst mal nach Nürnberg, genehmige mir morgen auf dem überfüllten Christikndlmarkt einzwei Glühwein, genieße das einzigartige Max-Morlock-Menü in der zugigsten Gästekurve Deutschlands und hoffe, dass nicht ICH im Anschluss einen Mentaltrainer brauche.

    Glückauf und ein königsblaues Weihnachtsfest.

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