Gelungener Auftakt gegen schwache Hamburger

Schalke 04 gewinnt 3:0 in Hamburg. Ein verdienter Sieg, der vor allem im defensiven Mittelfeld erarbeitet wurde. Die Höhe des Ergebnisses täuscht ein wenig darüber hinweg, dass Schalke offensiv deutlich weniger überlegen agierte. Der HSV war aber ein dankbarer Gegner, so dass dieses Spiel für die Blauen zu einem rundum gelungenen Abend wurde.

Nach dem missratenen Testspiel in Köln verzichtete Jens Keller gleich wieder auf die im arabischen Trainingslager eingeübte 4-1-4-1-Formation. Er stellte Prince neben Roman Neustädter und machte damit alles richtig, gewann damit das Spiel. Diese Doppelsechs und die solide agierende Innenverteidigung mit Joel Matip und Felipe Santana sorgten dafür, dass Schalke 70 der 90 Spielminuten kontrollierte.

Prince‘ Präsenz stach dabei heraus, er hatte die auffälligen Aktionen, während Roman Neustädter fleißig Hamburger Passwege zustellte. In der Innenverteidigung gab Felipe Santana den „Prince“ und Joel Matip den „Neustädter“. Das wirkte nicht immer absolut souverän, war aber effektiv. Durch das Zentrum kam Hamburg kaum vors Schalker Tor. Wenn überhaupt wurde der HSV über Standardsituationen oder über die Außenpositionen gefährlich, wo der eingewechselte Ola John ein für Atsuto Uchida zu schneller Spieler war. In den kurzen Druckphasen des HSV, in den 10 Minuten vor der Pause und nach Wiederanpfiff, wusste Ralf Fährmann zu überzeugen.

Schalke brachte den Ball aus der Abwehr zügig nach vorne, auch weil der HSV nur sehr selten Druck auf den eröffnenden Spieler ausübte. Ab 30 Meter vor dem Tor tat sich Schalke dennoch schwer, durch die Hamburger Abwehr zu finden. Bis zur 1:0 Führung durch Huntelaar, nach ungestörter Farfán-Flanke in der 34. Minute, hatte Schalke nur wenige, harmlose Abschlüsse zu verzeichnen, eine echte Chance war nicht darunter.
Offensiv agierte Schalke recht statisch. Christian Fuchs war auf seiner Position ein guter Defensivspieler, konnte offensiv aber keine Akzente setzen. Max Meyer wusste als 10er die Bälle zwar zu verteilen, gleichzeitig verlor er aber auch viele Zweikämpfe. Pässe hinter die Abwehrreihe, auf den sich viel bewegenden Klaas-Jan Huntelaar, gelangen gar nicht. Mit Prince weiter hinten fehlte es weiter vorne auch an dessen Dynamik. Wenn er unterstützend vorstieß wurde das Angriffsspiel gefährlicher, aber dass ein Spieler überall gleichzeitig dominiert funktioniert eben nicht.

Doch der HSV machte Fehler und Schalke wusste diese zu nutzen. Der in der 53. Minute, zwischen Marcell Jansen und Jaroslav Drobny, lies Jefferson Farfán jubeln und entschied dieses Spiel früh. Ein „typischer Schalke-Konter“ setzte noch einen drauf und trug zur guten Laune bei. Der Rest war Auslaufen.

Ein Spiel, das Schalker Helden hatte, und doch vor allem defensiv im Kollektiv gewonnen wurde. Ein Sieg, der keine Wünsche offen lies, dessen Schwierigkeitsgrad gegen eine wackeligen HSV aber auch nicht allzu hoch war. Dafür kann auf Schalke jedoch niemand etwas, insofern sollte uns das an dieser Stelle egal sein.



30 Kommentare zu “Gelungener Auftakt gegen schwache Hamburger”

  1. blues sagt:

    …dass ein Spieler überall gleichzeitig dominiert funktioniert eben nicht.

    Freut mich zulesen, dass sich die Erkenntnis durchzusetzen scheint, dass weniger der Trainer, sondern in besonderem Maß einzelne Spieler die innere Struktur in einem Taktiksystem herstellen. ;-)

    Wie stark Prince dabei beteiligt ist zeigt die ungeliebte Tabelle „Punkte mit Prince“. Mit Prince seit dem 4. Spieltag ist Schalke zusammen mit Gladbach zweitstärkstes Team der Saison 2013/14.

    Bayern München 38
    Schalke 30
    Bor. M´gladbach 30
    Bayer Leverk. 28
    VW Wolfsburg 27
    Lüdenscheid 24

  2. Torsten sagt:

    dass weniger der Trainer, sondern in besonderem Maß einzelne Spieler die innere Struktur in einem Taktiksystem herstellen

    Nein, das siehst Du m.E. weiterhin zu einseitig. Wenn Prince die Defensive stabilisiert ist das gut, gegen ihrerseits defensiv stärkere Gegner braucht es dann aber andere taktische Lösungen, um die Offensive zu unterstützen. Wenn man taktisch limitiert bleibt tuen es aber natürlich ggf. auch weitere „Helden“.

  3. blues sagt:

    @Torsten
    Die große Schwäche aller taktische Analyse ist, dass sie als eine Art Taschenspielertrick funktioniert. Zuerst werden die Spieler aus dem Spiel rausgenommen, und die reine Software (Taktik) betrachtet. Dann stellen die Taktikgurus fest, dass Software (Taktiksystem) ohne Hardware (Spieler) nicht funktioniert und führen dann die Spieler als Helden, individuelle Klasse, etc. wieder ein.

    Wie sehr taktische Lösungen für ihr Funktionieren von Spielern abhängig sind, die die innere Struktur herstellen können, sehen wir aktuell in Dortmund. Das hochgelobte Kloppsche System gibt ohne wichtige Spieler keine Punkte mehr her.

  4. Voice sagt:

    Tock, tock, tock. Wer klopft da an die Tür?

    Ah, die Aufbruchstimmung! Schön dass du bist, bleib doch bitte noch ein Weilchen…

  5. tenkelberry sagt:

    Mit der Überschrift ist fast schon alles gesagt!
    Die Hamburger haben einiges dafür „gatan“, dass es am Ende ein klares
    0:3 für Schalke wurde.
    Aber, heute freue ich mich einfach über diesen Sieg. Balsam für die geplagte Fußballseele!

  6. eakus1904 sagt:

    Ich fand das Spiel klasse. Man war sehr präsent in den Zweikämpfen, spielte im Verlgleich zur Hinrunde wesentlich schneller nach vorne, stand hinten sicher und hatte mit Ralf Fährmann eine souveräne Nummer 1 hinten drin. Gerne mehr davon. Vielleicht kann jetzt die vermisste Aufbruchstimmung einsetzen.(Edit: Ah,ich sehe gerade, die hat Voice bereits vor mir ins Spiel gebracht.)

  7. deuserband sagt:

    Schön das unsere Blauen mehr Selbstvertrauen als die Hamburger zeigten. Mal sehen wie sich das noch entwickelt.
    Nach dem Verlauf des Spieltages am Samstag wagte ich kaum zu hoffen, das wir die Chance nutzen. Jetzt noch 3 gegen Wolfsburg, dann fängt Real an zu zittern…

    @ blues: Sehe ich auch so, das ein System passende Spieler braucht, es ist aber schon der Trainer (ich bin kein Fan) der Prince hier oder dort agieren lässt, das entscheidet der doch nicht selber?

  8. Torsten sagt:

    Ach blues … müssen wir jetzt tatsächlich nach jedem Spiel eine Grundsatzdiskussion über die (Un)Wichtigkeit von Trainer oder Taktik führen? Schalkes Taktik war prima um weitestgehend die Kontrolle über das Spiel zu haben, vorne bestrafte man Hamburger Fehler. Alles gut und auch vollkommen ausreichend. Was Du da in einen Halbsatz meines Textes interpretieren willst entspricht nicht meiner Intention.

  9. Lutt sagt:

    Man konnte Vieles befürchten nach den leicht verkorksten Testspielen zuletzt. Aber nicht ganz umsonst ist das ja immer mal ein gutes Omen…

    Ich war absolut positiv überrascht von allen Aspekten, die Schalke gestern erfolgreich gemacht haben. Ich fand das taktische Verhalten durchaus positiv, eine hochstehende Viererkette, aggressives Zweikampfverhalten und den Hunter vornedrin, der es irgendwie schafft, fast jeden Spielaufbau des Gegners zumindest zu stören über die Kilometer, die er macht.
    Auch die Abwehr – IV – fand ich recht solide, obwohl ich mit Santana und Matip einige Böcke erwartet habe (die ja auch da waren, aber glimpflich ausgingen, z.B. das Handspiel).

    Die Aufstellung ist die, die auf Schalke m.E. die Erfolgreichste ist. Mit Boateng u. Neustädter defensiv, Meyer als hängende Spitze bzw. Zehner und dem Hunter. Die Außen sind sowieso klar, wobei mir Fuchs gestern ein bisschen zu unauffällig agierte. Auf dieser Position erwünsche ich mir mit Draxler noch mehr Schub nach vorne.

    Also bleibt jetzt abzuwarten, ob wir den starken Auftakt nächste Woche gegen Wolfsburg zementieren können. Das ist aktuell ein anderes Kaliber, aber ich bin voller Hoffnung.

    Am Rande noch: wir hatten hier Diskussionen über Eventis und vor allem Leute, die das Stadion vor dem Abpfiff verlassen. In Hamburg war gestern nach einer Stunde das Stadion zu einem Drittel leer. In diesem Vergleich haben wir auf Schalke doch wohl Luxusprobleme oder?

  10. Der Hans sagt:

    Punkte mit Prince

    Wenn, dann setz es doch auch bitte korrekt um und rechne bei uns die vier Punkte gegen Braunschweig und Nürnberg raus, da das keine Spiele mit Prince waren. Und allen anderen Mannschaften darfst du gerne 0 Punkte verteilen, da Prince für diese nicht gespielt hat. Ansonsten rangiert deine Auflistung weiterhin knapp über der Aussagekraft der „wahren Tabelle“.

    Wie viele andere auch hatte ich, vor allem nach den Samstagsergebnissen, Zweifel daran, ob sich unser Team zu einem guten Rückrundenauftakt durchringen kann. Zu oft wurden in den letzten Jahren Steilvorlagen nicht ausgenutzt. Aber der Torjäger vom Dienst (10 Tore in 7 Spielen gegen den HSV) ist wieder da und mindestens bis nächsten Samstag alles gut.

  11. Detlef (Doktor_d) sagt:

    Schalke gewann bei schwachen Hamburgern, so habe ich es auch gesehen. Ein zartes Pflänzchen namens Hoffnung keimt, wollen wir hoffen, das es auch nach dem nächsten Wochenende noch weiter wächst.

    Jens Keller hat mit der Aufstellung und der taktischen Ausrichtung alles richtig gemacht. Einige hatten Zweifel, ob es richtig war den Hunter von Beginn zu bringen, wir richtig das war zeigte nicht nur das Tor, sondern auch sein gesamtes Spiel.

    Alles weitere hast du, Torsten schon geschrieben.

    Übrigens ich wüsste noch einen Spieler mit dem ein Wechselspiel in der Mittelfeldzentrale offensiv/defensiv gut klappen könnte. Hat schon mal auf Schalke gespielt.

    Noch ein was ich im Kopf habe. Schalke hat in den letzten 3 Bundesligapartien Null Gegentreffer hinnehmen müssen.
    Wenn man das Spiel gegen Basel dazu nimmt, sind es sogar 4 Spiele.

  12. RWDJojo sagt:

    Ich bin einfach nur froh, dass der Rückrundenstart geglückt ist. Klar. der Gegner war 70 Minuten lang nicht bundesligatauglich, aber das schmälert das Ergebnis nicht. Die Punkte dürfen wir ja dennoch behalten ;-)

    Am Rande noch: wir hatten hier Diskussionen über Eventis und vor allem Leute, die das Stadion vor dem Abpfiff verlassen. In Hamburg war gestern nach einer Stunde das Stadion zu einem Drittel leer. In diesem Vergleich haben wir auf Schalke doch wohl Luxusprobleme oder?

    Dreh die Ausgangssituation beider Vereine und das Ergebnis um. Dann wäre die Arena auch leer geworden. Außerdem war das Stadion nicht ausverkauft. 1/6 war schon zu Beginn leer.

  13. Torsten sagt:

    Noch ein was ich im Kopf habe. Schalke hat in den letzten 3 Bundesligapartien Null Gegentreffer hinnehmen müssen.
    Wenn man das Spiel gegen Basel dazu nimmt, sind es sogar 4 Spiele.

    Ralf Fährmann hat in den Spielen auch richtig toll gehalten. Ohne Timo Hildebrand zu Nahe treten zu wollen, aber bei dem Van der Vaart-Freistoß musste ich schon an ihn denken und hielt es für fraglich, ob er auch an den Ball gekommen wäre.

  14. Lutt sagt:

    @RWDJojo: ja, das ist ein guter Einwand, aber dass 10 Minuten vor Schluss wirklich das halbe Publikum schon weg ist, habe ich auf Schalke noch nicht erlebt…auch in richtig schlechten Situationen.
    @blues: diese Tabelle „Spiele ohne Prince“ hinkt wirklich etwas. Das ist ein bisschen wie „Spiele ohne schlechten Saisonstart“ – das hat m.E. nicht allein mit Prince zu tun. Aber es lässt ja immerhin hoffen…

    Geil, alle Borussen wieder in Schlagweite!

  15. McP sagt:

    Vor dem Freistoß hatte ich aber ein ungutes Gefühl bezüglich Fährmann. Statt dem Ball einen Schritt entgegen zu gehen, ließ er den Zuschauer erstmal Wetten platzieren, ob der Ball schneller zu Fährmann rollt als der Gegenspieler ihn erreichen kann. Der Freistoß sah mMn spektakulärer aus, als es war. Ein – schön platzierter – Schuß in die Torwartecke, aber ohne Druck, ewig unterwegs. Sei es drum, muss man auch halten und danach war auch alles gut.

    Ansonsten war das Spiel ein Spiegelbild der Saison. Schalke badet derzeit einfach in Glück. Das 1:0 trotz starker Bedrängnis für Huntelaar (gut, dass er wieder da ist) fällt so nicht alle Tage. Dummerweise war das der Weckruf für den HSV, der dann einige Bruchstellen im Schalker Spiel markierte, bis Drobny das Spiel dann beendete.

    Alles okay so weit. Nicht besonders gut, nicht besonders schlecht und punktuell ein paar Highlights. Ein Sieg, mit dem man arbeiten kann. Aber man muss auch so ehrlich sein, dass der HSV eines der dämlichsten Teams dieser Saison ist. Für die CL-Plätze werden dickere Bretter gebohrt werden müssen.

  16. #Link11: Bundesliga Pur | Fokus Fussball sagt:

    […] Sascha Rebiger (140+) lässt sich trotz des Spiels nicht die Hoffnung nehmen. Torsten Wieland (Königsblog) freut sich indes über eine gute Leistung seiner Schalke, gibt aber auch zu bedenken, dass sich […]

  17. dreiköpfiger Affe sagt:

    bis Drobny das Spiel dann beendete.

    Ich würde eher mal sagen, bis Jansen das Spiel beendete.

  18. Frank aus Rheinhessen sagt:

    Schalke hat das Wochenende für sich nutzen können, was schon mal äußerst positiv ist. Gegen Hamburg hätten wir schon im Hinspiel gewinnen müssen. Dieses Mal haben wir einen schwächere Mannschaft
    besiegt, kein Grund zur Euphorie, aber zur Freude schon.
    Gut ist, dass Fährmann sicher rüberkam. Die Abwehr hat im Gegensatz
    zur Hinrunde des Öfteren rustikal geklärt, was wenig elegant ist, aber zunächst Mal Zeit zum Ordnen einräumte. Gut, dass drei verschiedene Spieler getroffen haben, aber auch vor allem der Hunter. Anspiele in
    den Strafraum gab es kaum zu sehen, ich hoffe, dass sich das gegen
    WOB bessert, da wird es deutlich anspruchsvoller zur Sache gehen.
    Auch wenn Uchi viele Probleme gegen John hatte, das Zusammenspiel
    auf rechts mit Farfan wird schon mal fehlen. Ich hoffe, dass das anderweitig kompensiert werden kann.

  19. swe sagt:

    @blues: Kann deiner Sichtweise nicht im geringsten zustimmen. Gerade Dortmund zeigt doch, dass es nicht nur auf die individuelle Qualität der Spieler ankommt. Vorne fehlten Dortmund bis zur Rückrunde exakt 0 Spieler. Trotzdem konnte sie nicht mehr die Tore schießen. Das liegt daran, dass das Dortmunder System von guten Trainern eben „entschlüsselt“ wurde und man nun ein Gegensystem entwickeln konnte, was den Dortmundern nicht schmeckt.

    Genauso Boateng auf der 6/8. Gegen Freiburg war er da auch schon, grausames Spiel. Jetzt gegen den HSV auf einmal Klasse. Weil er eben andere taktische Anweisungen bekam wohin er zu laufen hat und wie alles aussehen soll.

  20. blues sagt:

    @Der Hans
    Nett gesagt: „knapp über der wahren Tabelle“. Man kann so, oder auch anders zählen. Ändert aber nichts daran, dass seit Prince im Kader ist, Schalke ebenso oder besser punktet wie die Konkurrenten (ohne Bayern). Ob er mal ein Spiel aussetzt ist zweitrangig. Kritisch wirds, wenn er einige Wochen ausfällt, bevor Höger und Aogo zurück sind bzw. nicht noch ein Sechser in dieser Transferperiode zum Kader stößt.

  21. Frankblauweiss sagt:

    zwei Dinge nur,
    endlich mal eine Steilvorlage genutzt und nicht, wie so oft,
    jämmerlich in den Sand gesetzt. So keimt das Pflänzchen Hoffnung.
    Halte Fürbitte, das der Hunter gesund bleibt und uns ohne Ausfälle bis
    zum Saisonende erhalten bleibt.

  22. HanseKnappe sagt:

    @ Thorsten
    Beim vdV Freistoß ging es mir genauso. Ich bin auch immer noch der Meinung das Ralf Fährmann mehr Akzeptanz im Team entgegen gebracht wird als TH. Das strahlt Ruhe aus, obwohl mir bei Rückpässen immer noch ein paar Herzschläge fehlen.
    Ausnahmsweise bin ich aber bei deiner Analyse nicht ganz deiner Meinung.
    Für mich war ein signifikanter Unterschied zu anderen Spielen das erfolgreiche Kurzpassspiel und hier, fand ich gerade Meyer mit seiner Ballbehauptung stark. Leider fehlen ihm hinten heraus immer noch ein Paar Körner was sich zum Ende der ersten und natürlich auch zum Ende der zweiten Halbzeit bemerkbar macht.
    Ich konnte auch eine höhere Laufbereitschaft ausmachen (hoffe ich zumindest) welche auch gerade bei Fuchs, dessen Aufstellung ich im Vorwege als „nicht so optimal“ eingestuft habe, den Unterschied zu anderen Spielen ausgemacht hat.
    Bleibt jetzt aber noch zu hoffen das dies alles nicht nur an den Sekunden lag, die ein Abstiegskandidat halt mit seiner Verunsicherung länger braucht, um Situation einzuschätzen.
    Santana machte im Aufbau gerade in der ersten Halbzeit auch nicht immer eine sichere Figur was meines Erachtens auch immer ein bißchen an den Sechsern liegt.

    Aber…. Wann haben wir denn schonmal gegessen, wenn in den Spielen davor der Tisch so reichlich gedeckt wurde?
    Also genießen wir doch einfach mal den Moment!

    Glück auf…

  23. RJonathan sagt:

    Finde ich gut, dass du die Rolle der Defensiv-Zentrale hier betonst. HSV hat ja immerhin vdV in seinen Reihen. Hat man aber nur bei dem Freistoß was von gemerkt.

    @Torsten Auch wenn man die Grundsatz-Diskussion tatsächlich nicht jedes Mal führen muss, muss ich noch eine Bemerkung zu dem „im arabischen Trainingslager eingeübten 4-1-4-1-Formation“ loswerden. Das hatte mich auch schon bei deinem Kommentar „à la Playstation“ (keine Ahnung mehr wann und wo) ein wenig gestört. Wenn man nur einen DM hat, muss man auch – das ist eine Pflicht – über andere Systeme nachdenken dürfen und diese ausprobieren. Hat man ja wohl offensichtlich für gescheitert erklärt diese Idee. Aber ich finde es nicht falsch, dass man so was macht und das hat auch nix mit Playstation zu tun. Klopp hat mal im Derby ein neues System ausprobiert und voll einen auf die Fresse bekommen.

    @swe
    Sorry, aber ich finde das eine unglaubliche Überschätzung vom direkten Einfluss der Trainerposition. Spieler haben Form, haben unterschiedliche Gegenspieler, haben ein Privatleben, haben einen Körper. habe eine Lernkurve… So wie du das darstellst ist der Trainerjob eher so eine Art Programmierjob. Man muss nur den richtigen Code schreiben, dann läuft der Hase schon. Aber Menschen führen bedeutet etwas grundlegend anderes. Da kannst du manchmal tausendmal sagen IF x THEN y und der Spieler macht trotzdem das Gegenteil.
    Bedeutet natürlich nicht, dass man da hinsetzen kann, wen man will. Aber das sind eben eher die Gesetze der Team-Psychologie und -führung die da wichtig sind, als die Gesetze der Logik.

    Konkret: Vielleicht hat Boateng die GLEICHEN Anweisungen bekommen, aber mehr ERFAHRUNG gesammelt. Außerdem frage ich mich ob Du Dir ein Spiel der Dortmunder in letzter Zeit mal angeschaut hast. Gegen Augsburg habe ich mir 30 minuten angschaut und mein Eindruck war, dass es nicht zwangsläufig das schlaue Spiel der Augsburger war. Da fehlt derzeit auch einfach Idee und Zusammenspiel. Was kein Wunder ist, wenn man zwei Schlüsselspieler neu integrieren muss, einer mit einem Bein bei der Konkurrenz ist und dann auch noch Verletzungspech dazu kommt. Guardiolas Taktik ist seit 10 Jahren bekannt. Aber die Trainer sind einfach zu dumm eine richtige Antwort drauf zu finden, stimmt’s?

  24. Erle72 sagt:

    Gelungener Auftakt mit defensiv verstärkter Ausrichtung. Es fiel schon auf, dass Kola und Uschi diesmal die Offensive in geringem Maß unterstützten und die Innenverteidiger ebenfalls kaum Initiative nach vorn entwickelten. Dafür wurde versucht das Mittelfeld sehr kompakt zu gestalten, dank Hamburger Passschwäche mit vollem Erfolg, auch wenn das Umschaltpassspiel oft zu ungenau war. Auf jeden Fall sollte nun etwas mehr Sicherheit bei uns eintreten (frommer Wunsch). Hoffentlich reicht das gegen Wolfsburg. Mit Höwedes und Papa stehen zum Glück weitere Verstärkungen in den Startlöchern.

  25. Mario sagt:

    Und wißt ihr, was das Schönste am gesamten Spieltag war? Wir haben im Rennen um die Meisterschaft ein Tor auf die Pest des Südens gutgemacht!
    Das wird noch mal eng…

    Hier scheint übrigens immer noch die Sonne! Seit gestern Abend um 19.20 Uhr, ununterbrochen! Vor königsblauem Himmel!

    Im Ernst: natürlich war Hamburg schwach, das waren aber schon andere Mannschaften, gegen die wir dann nicht gewonnen haben. Drei Punkte bleiben drei Punkte, drei Tore bleiben drei Tore und Selbstbewusstsein geben alle Siege. Freiburg und Frankfurt stecken auch im Abstiegskampf, das sind auch keine Übermannschaften, wie sind deren Spiele ausgegangen?
    Was hatte Hannover bislang auswärts zu bieten gehabt?
    Nüchtern betrachtet sind es nur noch zwei Punkte zu den beiden Borussias, die ja als positve Beispiele für guten Fussball oft genannt werden.
    Schon erstaunlich, bei dem Mist den Schalke so oft gespielt hat.

    Ich freue mich jetzt endlich mal auf das nächste Spiel, ein erster Gradmesser für die Rückrunde.

    Mario

  26. Torsten sagt:

    IF x THEN y und der Spieler macht trotzdem das Gegenteil.
    […]
    Konkret: Vielleicht hat Boateng die GLEICHEN Anweisungen bekommen, aber mehr ERFAHRUNG gesammelt.

    Du machst mir Angst.
    Da fühle ich mich schon fast verpflichtet, Jens Keller in Schutz zu nehmen und Dir zuzurufen:
    Bei allen Diskussionen, so ‚ne Wurst ist er sicher nicht.

  27. Jockel sagt:

    Das sah doch schon mal nach Fußball aus, nicht perfekt, aber recht ordentlich. Besonders für Jens Keller freut`s mich, der hat gestern vieles richtig gemacht. Mit dem Hunter sind wir vorne einfach eine Klasse besser, mit Papa und Benni noch Alternativen in der Hinterhand. Da geht in den nächsten Wochen noch was.Glück auf

  28. swe sagt:

    @RJonathan:

    Na ja, Ausgangspunkt war ja blues‘ Aussage Taktik hätte keinen Einfluss. Auch deinen Kommentar finde ich inhaltlich nicht richtig.

    Zunächst vermischst du ‚Fähigkeit‘ mit ‚Entscheidung‘. Natürlich kann jeder Spieler nur im Rahmen seiner Fähigkeiten spielen. Man kann als Trainer nicht die „taktische Anweisung“ an den Stürmer rausgeben, mal eben vier Spieler zu umspielen und dann den Ball aus 25m in den Winkel zu hämmern und sich dann beschweren, dass der Spieler das nicht macht.

    Etwas ganz anderes sind Entscheidungen. Entscheidungen treffen Spieler ständig und hier gilt: Die Entscheidungen müssen im Sinne der taktischen Aufstellung und der Situation die richtigen sein. Die Festlegung welches die richtige Entscheidung in welcher Situation ist, legt der Trainer fest.

    blues‘ Standpunkt war, dass der Trainer solche Festlegungen gar nicht treffen braucht, eine gute Mannschaft wisse das „von alleine“. Meine Meinung ist eben, dass man mit diesem Standpunkt aus einem Top-Kader eine mittelmäßige und aus einer mittelmäßigen Mannschaft einen Abstiegskandidaten macht.

    > IF x THEN y und der Spieler macht trotzdem das Gegenteil.
    Schönes Beispiel, die Antwort was dann passiert hat einen Namen. Nennt sich Jermaine Jones. Ein Spieler der konsequent die Anweisungen des Trainers ignoriert oder nicht fähig ist die Lage auf dem Platz zu erfassen und dann zu wissen was von ihm verlangt wird, spielt nicht. Bei keinem Bundesligaverein!

    Beispiel Boateng: Dein „vielleicht“ ist eine Nullaussage, weil die niemand von uns widerlegen kann. Wahrscheinlicher bei einem solchen eklatanten Unterschied ist jedoch, dass Keller mit Boateng eben jenes Spiel analysiert hat und explizite Anweisungen ausgegeben hat. Sonst hätten sich die restlichen Spieler ja auch gar nicht auf Boatengs veränderte Spielweise einstellen können (was sie aber deutlich gemacht haben).

    Guardiola: Schön, dass du ihn erwähnst, noch mehr Munition für mich. Erstens ist Guardiola erst seit 2008 Profitrainer. Außerdem liegst du hier einem gewaltigem Irrtum auf, wenn du glaubst Guardiola ließe seit 2008 die gleiche unveränderte Taktik laufen. Gerade Pep hat auch in Barcelona ständig Dinge verändert um auf sich anpassende Gegner zu reagieren. Trotzdem wurde er z.B. 2011 von Mourinho mit Inter Mailand ausgecoacht.

    Zum anpassen: Ein Spielsystem wie das von Barca oder jetzt den Bayern zu kontern ist enorm schwierig. Das vom BVB stellt da weniger Anforderungen, Dortmund spielt nicht auf Ballbesitz sondern versucht Gegenpressing-Aktionen zu kreieren. Stellt man sich darauf ordentlich ein (wie z.B. Hertha) und spielt erst gar nicht in diese „Pressingfallen“, dann fehlt dem BVB schon ein starkes Element. Klar, ohne Götze fehlt auch der Spieler der im Ballbesitzspiel die Abwehr auseinandernehmen konnte, aber der fehlte in der Meistersaison auch eine komplette Halbserie und da ging es dem BVB noch wesentlich leichter von der Hand.

  29. blues sagt:

    @swe
    „Na ja, Ausgangspunkt war ja blues’ Aussage Taktik hätte keinen Einfluss“

    Wie kommst du darauf? Ich schrieb „…dass weniger der Trainer, sondern in besonderem Maß einzelne Spieler die innere Struktur in einem Taktiksystem herstellen“ und versuchte das am Beispiel Dortmund zu erläutern: „Wie sehr taktische Lösungen für ihr Funktionieren von Spielern abhängig sind, die die innere Struktur herstellen können, sehen wir aktuell in Dortmund. Das hochgelobte Kloppsche System gibt ohne wichtige Spieler keine Punkte mehr her. Und @RJonathan verweist dann noch auf jenes Derby,indem Klopp sich eine halbe Stunde in der Dreierkette versuchte.

    Draus zu schließen, dass ich der Meinung bin, Taktik hätte keinen Einfluss ist grob vereinfacht und falsch.

  30. blues sagt:

    @swe
    Und noch einen Satz zu Dortmund. Gündogans` und Hummels` Fähig- und Fertigkeiten im Spielaufbau konnte Klopp trotz seiner anerkannt großen Motivationskünste bisher nicht an die Ersatzleute vermitteln! Dürfte nach deiner Theorie jedoch kein Problem sein.

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