Ein Sieg ohne offene Fragen

Schalke gewinnt gegen Hannover 96 mit 2:0 und liefert dabei die beste Rückrundenleistung. Über die gesamte Spielzeit hatte man den Gegner im Griff. Blöd nur, dass sich dabei Roman Neustädter und Atsuto Uchida verletzten.

Schlüssel zum Erfolg war, wie schon gegen Hamburg und Wolfsburg, die Defensivarbeit. Bis Schalke das erste Mal auf Ron Robert Zielers Tor schoss, schafften die Gäste keine drei Pässe in Folge. Bis Hannover das erste Mal auf Ralf Fährmanns Tor schoss, waren 66 Spielminuten vergangen.
Es gab kein Defensivloch im blauen Gefüge. Kein Hannoveraner, der in 1:1 Situationen grundsätzlich überlegen gewesen wäre. Kein Schalker, der sich nicht an der „Arbeit“ beteiligt hätte, das Feld ohne Ball eng zu machen. Vor allem die Außen Chinedu Obasi und Jefferson Farfan leisten dahingehend derzeit mehr als Schalkes Außen in der Hinrunde. Dadurch werden die Außenverteidiger entlastet und sind momentan nicht mehr die Schwachstelle, die sie vor einiger Zeit noch waren.

Schalke brauchte eine Weile, bis man zu wirklich klaren Chancen kam. Es fehlte hier und da am letzten Pass. Vorgabe war, das Spiel breit zu machen, über die Flügel zu kommen. Grundsätzlich gelang das. Ab und an wurde aber auch dann noch nach außen gespielt, wenn mit Tempo durch die Mitte Platz gewesen wäre. Somit entwickelte sich ein Offensivspiel, bei dem Schalke zwar den Ball gut laufen lies, Hannover aber doch lange die Zone um das eigenen Tor gut verteidigen konnte.

Irgendwann wurde der Druck für Hannover aber zu groß. Über einige sehenswerte Kombinationen kam Schalke zu Abschlüssen. Durch einen gewonnen Zweikampf kam Schalke zur Führung. Nach einem tollen Spielzug erzielte man den vorentscheidenden zweiten Treffer. Nichts, was die Laune getrübt hätte, wären da nicht die Verletzungen gewesen.

Vor dem Spiel wurde bekannt, dass Benedikt Höwedes noch 2 bis 3 Wochen ausfallen wird. Atsuto Uchida wird an einem Muskelfaserriss ähnlich lange laborieren. Roman Neustädter hatte zwar das Glück, nicht schwerwiegend verletzt worden zu sein, aber wieviel er in dieser Woche vom Training mitbekommen und ob er gegen Leverkusen voll einsatzfähig sein wird, bleibt auch abzuwarten.
Immerhin kann sich Jens Keller auf Schalkes Nachwuchs verlassen. Kaan Ayhan ist 19 Jahre jung, wurde in Gelsenkirchen geboren, hat mit 5 Jahren beim FC Schalke 04 das Kicken begonnen und agierte gegen Hannover über 70 Minuten mit der Selbstverständlichkeit eines langjährigen Bundesligaprofis. Eine tolle Geschichte; die nächste dieser Art.

Diesmal gab es keine Phase, in der das Spiel zu kippen drohte, wie noch gegen Wolfsburg. In diesem Spiel schloss Schalke den Glück/Pech-Faktor bestmöglich aus und gewann so verdient wie nur möglich. Bei allem Respekt vor der Leistung und den Gegnern muss man aber sagen dürfen: Will man in die Champions League-Ränge, sind Spiele gegen Hamburg, Hannover, und auch ein Heimspiel gegen Wolfsburg, Begegnungen, die man gewinnen „sollte“. Die Gegner, für die das so nicht uneingeschränkt gilt, folgen in den nächsten Wochen. Der Unterschied zu vor drei Wochen ist: Jetzt freut man sich darauf.



32 Kommentare zu “Ein Sieg ohne offene Fragen”

  1. Սաշա sagt:

    Ein wirklich schönes Spiel, an dem ich nichts auszusetzen habe. Nicht einmal (nur) wegen des reinen Ergebnisses, sondern vor allem weil es endlich wieder Spaß macht, diese Mannschaft spielen zu sehen. Weil man sich wieder auf die kommenden Spiele freuen darf – auch auf die etwas anspruchsvolleren Aufgaben und auch im Bewusstsein, dass eben diese anspruchsvolleren Aufgaben verloren werden können.

    Dabei kam und kommt es mir vor allem auf die Art und Weise an. Man darf nun beispielsweise hoffen, dass man sich von diversen Übermannschaften aus dem Süden nicht völlig hilf- und wehrlos abschlachten lassen muss. Was zunächst unglaublich pessimistisch klingt, ist für mich ein riesiger Fortschritt, denn genau diese Hoffnung hatte ich in der jüngeren Vergangenheit begraben.

    Heute und auch schon zuvor in den beiden vergangenen Rückrundenspielen hat Schalke Fußball gespielt, wie ich ihn am liebsten sehe. Mit sehenswerten Kombinationen, mit Selbstvertrauen, mit Kreativität, mit einem Team, das im Defensivverbund zusammenarbeitet. Das Offensivspiel über die Außen, hat mir außerordentlich gut gefallen. Dabei hat mir vor allem Kolasinacs Durchsetzungsvermögen mit Ball am Fuß vor dem 1:0 sehr imponiert (das hatte ich ihm ehrlich gesagt nicht zugetraut). Auf der rechten Seite konnte man sehen, dass es für die Offensive besser ist, wenn Farfan in Uchida einen passenden Partner zum Kombinieren hat – nicht zuletzt beim 2:0 war das ganz deutlich zu sehen.
    Das einzige Manko im direkten Vergleich zum Spiel gegen Wolfsburg: Das Kinn-Tor hat gefehlt.

  2. derwahrebaresi sagt:

    ohne wenn und aber.
    es war mal wieder eine freude, die mannschaft SO spielen zu sehen.
    bester mann für mich, unabhängig von der vorlage zum 1-0, KOLA.

  3. Carlito sagt:

    Ja, ich musste mir gestern schon einige Male die Augen reiben und mich kneifen, weil es fast schon zu schön war, bitte allem wie die Mannschaft gespielt und das Spiel kontrolliert hat.

  4. Tobias sagt:

    Keller erreicht die Mannschaft doch nicht und wird dieses auch mit seiner lethargischen Art nie schaffen….. Überhaupt das ganze Auftreten. Und wo ist die Weiterentwicklung? Die Aufbruchstimmung? Ach was ist der Fußball mal wieder schön. Drei Spiele später ist alles wieder ganz anders als noch in der Winterpause. Vielleicht bemerkt der ein oder andere Dauernöler hier auch mal seine irrigen Annahmen im Hinblick auf das eigene fundierte Fachwissen

    Im Übrigen: Noch wichtiger als das Festhalten an Keller erscheint mir die „Freistellung“ für J.Jones. Nicht nur aufgrund des Fußballerischen, sondern vielmehr für das Innenklima der Mannschaft scheint das Ausscheiden von Jones nicht von Nachteil.

    Aber wie oben geschrieben. In drei Wochen kann alles wieder ganz anders aussehen.

  5. leoluca sagt:

    Die Defensivordnung ist gegenüber der Hinrunde nicht wieder zu erkennen und die Gründe sind ja bekannt. Diesmal war das Pressing der kompletten Mannschaft sehr überzeugend. Hannover konnte zu keinem Zeitpunkt seine gefährlichen Konter setzen.
    So konnte das Spiel in der Tat in keiner Phase kippen, was bisher so gut wie immer in dieser Saison das Problem war.
    Für mich war Joel Matip einer der Spieler des Tages. Eine wahre Freude, wie sicher und technisch absolut sauber der im Zweikampf und wie präzise und schnell er im Spielaufbau agiert.
    Obasi und Farfan waren eine Macht, Max Meyer war mir öfters zu verspielt.

  6. Voice sagt:

    Ein nahezu perfektes Spiel. Die Präsenz sowie die Zweikampf- und Laufstärke waren beeindruckend. Dazu einige hinreissende Kombinationen. Und wie Torsten habe ich nach dem ersten Schuss aufs Schalketor auch extra auf die Uhr geschaut, es war tatsächlich bereits die 66 Minute.
    Noch nach über 70 Minuten stand man sehr hoch in Hannovers Hälfte. Zieler konnte einem bei seinen Abschlägen fast leid tun so hilflos sah er manchmal aus, alles war bis an den 16er zugestellt und die hohen Bälle kamen nie an.
    Aber leider wieder Verletzte, es ist eine „Seuche“. Donnerstag diskutieren wir noch über Höwedes und/oder Uchida (gestern eine großartige Leistung) und nun steht keiner von beiden zur Verfügung. Bitter, bitter.
    Die wievielte Doppelsechs-Besetzung dieser Saison waren Boateng/Ayhan wohl schon?
    Neustädter, Jones, Höger, Aogo, Boateng, Matip, Ayhan, Goretzka, wie viele Pärchen kann man damit bilden?

  7. eakus1904 sagt:

    Es hat definitiv Spaß gemacht gestern. Mit der Leistung freut man sich doch umso mehr auf Samstag. Hoffdentlich behält sich die Mannschaft diese Leichtigkeit, dann ist auch in Leverkusen etwas drin.

    Tobias sagt:

    Im Übrigen: Noch wichtiger als das Festhalten an Keller erscheint mir die “Freistellung” für J.Jones. Nicht nur aufgrund des Fußballerischen, sondern vielmehr für das Innenklima der Mannschaft scheint das Ausscheiden von Jones nicht von Nachteil.

    Ja, dieser Meinung schließe ich mich an. Jones war ja auch nicht umsonst in der Hinrunde schon eine zeitlang suspendiert. Da wird mehr gewesen sein als nur die durchwachsene sportliche Leistung.

  8. schalkoholiker sagt:

    Ich schließe mich der Begeisterung vorbehaltlos an. Die Leistungssteigerung kommt – im Hinblick auf das Spiel gegen Real – zum richtigen Zeitpunkt…

    Eine offene Frage bleibt bei mir aber doch – und das ist ja das schöne am Fußball: Warum spielt die Mannschaft jetzt auf einmal so komplett anders als in der Hinrunde? An den fußballerischen Möglichkeiten der Jungs kann es nicht liegen. Die hatten sie vorher auch schon. An der nagelneuen Kellerschen Taktiktafel? Fragwürdig. Wahrscheinlich ist es ein grundsätzlicher Wandel im Kopf, der dazu führt, dass die Jungs ihr Potenzial auf einmal abrufen – und abrufen WOLLEN. Vielleicht hat der wahre Königstransfer tatsächlich in der Winterpause stattgefunden und heißt: Theresa Holst.

  9. bernd sagt:

    „Vielleicht bemerkt der ein oder andere Dauernöler hier auch mal seine irrigen Annahmen im Hinblick auf das eigene fundierte Fachwissen“

    @Tobias: Nun die „Dauernöler“ haben ja nicht an der Qualität der Spieler gezweifelt, sondern die Art und Weise des Geschehens auf dem Spielfeld wiedergegeben. Ich blickte auch sehr pessimistisch auf die Rückrunde und bin glücklich, dass es anders gekommen ist. Das was bemängelt wurde, ein fehlendes Spielsystem, wurde nun scheinbar entwickelt. Aktuell sind die Dementoren geflüchtet…

  10. Detlef ( Doktor_D ) sagt:

    Ich hatte richtig Spaß der Mannschaft zuzuschauen. Und die Mannschaft hat Spaß zu spielen. Bilde ich mir jedenfalls ein.

    Torsten, du hast Recht, daß Einzige was gestern die Stimmung etwas trüben konnte, sind die Verletzungen. Neustädter zumindest sehr fraglich für Leverkusen, Uchida und Höwedes raus für Leverkusen. Macht die Sache nicht wirklich einfacher. Aber mittlerweile habe ich soviel Optimismus, daß ich der Mannschaft trotzdem zutraue dort zu gewinnen. Gewinnen, nicht gut aussehen und eventuelle punkten.

  11. Lutt sagt:

    Et lüppt. Den wirklich sehr starken Rückrundenstart mit einem annähernd fehlerfreien Spiel gegen Hannover versüßt. Happy!

    Da fragt man natürlich: „Was ist anders als in der Hinrunde?“ – und da sind ja tatsächlich ein paar Faktoren:
    – Huntelaar is back
    – Jones is weg (Reim!)
    – Boateng (hoffentlich permanent) im 6er-Verbund
    – die Vorbereitung war nicht so schmusig wie vor der Hinrunde (Niederlagen gegen RWO/1. FC) – es war von Anfang an Spannung da
    – Jens Kellers Vorgaben scheinen umgesetzt zu werden (ich kann mir gut vorstellen, dass die Umpositionierung von Boateng als „verstehenden Lenker“ einen großen Anteil daran hat)

    Ich muss mich tatsächlich auch selbst als einen dieser „Dauernöler“ der Hinrunde outen. Aber das finde ich auch nicht schlimm, denn der Rumpelfußball, den wir da manchmal bewundern durften, hat nichts mehr mit den letzten 3 Spielen, vor allem diesem gegen Hannover zu tun. Kritik war berechtigt.
    Aber die Mannschaft spielte gestern taktisch aus einem Guss, mit den richtigen Mitteln gegen Hannover. Es wurde sicher und mit Selbstbewusstsein agiert, es sah nicht mehr nach individuellen Einzelkünstlern, sondern nach einer geschlossenen Leistung aus.
    Das Gegenpressing nach Ballverlusten hat mich manchmal mit offenem Mund dasitzen lassen – und ich glaube, es ging fast allen Schalkern so.

    Mein Fazit ist schlichtweg: es geht doch! Ich wünsche mir, dass dieser Weg fortgeführt wird. Jens Keller scheint einige richtige Hebel – wenn auch spät(!) – gefunden zu haben. Und das begeistert mich! Weiter so!

  12. #Link11: Montag | Fokus Fussball sagt:

    […] Schalke 04: Keine offenen Fragen hinterließ der Schalker Sieg bei Torsten Wieland. Blogundweiss verteilt sogar […]

  13. SimSch04 sagt:

    Genau was der Tobias sagt.

    Ich würde jetzt gerne die 2000 Leute sehen und vor allen Dingen sprechen die nach dem 1:2 in Gladbach lautstark „Keller Raus“ gefordert haben. Es zeigt sich, dass man manch einem einfach zeit und evtl. auch das passende Funktionsteam an die Hand geben muss.

  14. Grieche sagt:

    Kaan Ayhans (berechtigte) Bewerbung für die erste Elf:
    „Es ist bekannt, dass ich auf mehreren Positionen spielen kann. Ich habe in der Jugend oft „Sechser“ gespielt, deswegen fällt es mir nicht schwer, dort zu spielen oder aber auf Innen- oder Rechtsverteidiger umzuschalten.“

  15. RJonathan sagt:

    @bernd
    Achja?? Und was genau ist das „Spielsystem“, das du jetzt erkennst und vorher nicht erkannt hast?

    @Lutt
    Kritik war definitiv berechtigt. Die Frage ist, welche Kritik berechtigt ist/war. Ich glaube zum Beispiel, dass Jens Keller zu lange an Jones festgehalten hat. Das wird er sicher als Lektion mitnehmen. Ich glaube aber zum Beispiel nicht, dass Keller keine Idee von einem Spiel hatte. Das ganze Thema „Systemkritik“ ist meiner Meinung nach Quatsch. Wenn das Zusammenspiel der Mannschaft aufgrund von irgendeinem Faktor (Form, Motivation, Eingespieltheit, Kondition) nicht passt, dann zerfällt jedes System und es sieht immer systemlos aus. Oder hat jemand schon mal gehört, dass über eine Mannschaft gesagt wurde: „Das Zusammenspiel hat nicht funktioniert, aber wenigstens war ein System erkennbar.“

  16. Erle72 sagt:

    Torstens Analyse trifft es mal wieder genau. Was zusätzlich auffiel und ich so in den letzten Monaten nie gesehen hatte, war die körperliche Präsenz der Spieler. Wie dem Gegner reihenweise der Ball durch Geschwindigkeit, Agressivität und Körpereinsatz fair abgenommen wurde, war sehr beeindruckend. Besonders Matip und Kolasinac toppten dabei noch das hohe Niveau der übrigen Mannschaft. Das außerdem Obasi seine Fähigkeiten endlich zeigen kann freut mich besonders nach seiner langen Leidenszeit. Wenn nun noch Hoogland gegen Leverkusen an alte Leistungen anknüpfen könnte, würde ich doch gerne wissen, was die Mannschaft seit der Rückrunde so verändert hat. Vieleicht sind es wirklich nur einige Verschiebungen in der Mannschaftspsychologie bzw. – hierarchie!?

  17. swe sagt:

    schalkoholiker: „Vielleicht hat der wahre Königstransfer tatsächlich in der Winterpause stattgefunden und heißt: Theresa Holst.“

    Dem Gedanken würde ich mich anschließen. Wenn man immer die fehlende „mentale Fitness“ kritisiert, dann wäre das logischerweise auch die Stelle an der man mit der größten Hebelwirkung ansetzen kann. Des weiteren schließe ich mich der Vermutung an, dass Jermaine für das Team auf dem Platz und wohl auch neben dem Platz Gift war.

  18. Stefan sagt:

    Glücklich sei :)

  19. mick72 sagt:

    Mir hat ja Obasi auch gut gefallen



    Ja, ich hab das jetzt auch laut gesagt, bisher war er ja eher die Konstanz in Sachen Langsamkeit und Fehlpässe.
    Es war noch nicht alles Gold, aber Bronze war schon dabei (entdeckt ihr den aktuellen Bezug?). Wenn es mit ihm so weiter ginge, hätte sich das Warten doch schon gelohnt.

    Aber meinen Vorrednern kann ich mich auch bzgl. der mentalen Einstellung anschließen – weiter so!

  20. bernd sagt:

    @RJonathan:
    Naja, vielleicht gibt es ja verschiedene Definitionen was ein Spielsystem ist. Ganz platt gesagt beinhaltet es für mich als erstes, dass jeder Spieler seine Position kennt und weiß was er mit dem Ball machen soll wenn er ihn bekommt. Leider hatte ich im letzten Jahr oft nicht den Eindruck, dass dies so war. Natürlich ist ein System die Summe verschiedenster Fragmente, dazu zählen für mich z.B. auch die von Dir genannten Faktoren „Form, Motivation, Eingespieltheit, Kondition“. Über die Gründe warum dies nun anscheinend alles besser läuft, kann ja nur (wie hier ja auch reichlich) spekuliert werden. Allerdings muss ich Dir auf Deine Frage „Oder hat jemand schon mal gehört, dass über eine Mannschaft gesagt wurde: “Das Zusammenspiel hat nicht funktioniert, aber wenigstens war ein System erkennbar.”“ antworten: Ja, oft funktioniert etwas noch nicht, aber es ist zu erkennen wo es hinführen soll. Das konnte ich unter Jens Keller letztes Jahr tatsächlich nicht sagen. Ich lasse mich jetzt aber gerne an jeden Spieltag von ihm überzeugen…

  21. leoluca sagt:

    @bernd und R.Jonathan

    Vielleicht ist es besser, von „Spielidee“ zu sprechen. Mein Eindruck in der Hinrunde war oft, dass da viele gute Einzelspieler auf dem Platz standen, die als Mannschaft keine Spielidee hatten, die meist nicht wussten, wie man durch die gegnerischen Reihen kommt, es sei denn, über die schnellen Außen, so dass Schalke für den Gegner leicht ausrechenbar war, weil durch die Mitte gar niohts zusammen lief.

    Durch die Veränderung auf den 6er-Positionen, die klare Entscheidung für Meyer auf der 10 und die Rückkehr von Huntelaar spielt Schalke jetzt mehr und mehr durch die Mitte (plus der schnellen Außen) den Kombinationsfußball, der erfolgreich ist. Hinzu kommt, dass gleichzeitig die Doppelsechs durch den Abschied von Jones viel intelligenter nicht nur nach vorn, sondern vor allem im Pressing, im Umschalten auf defensiv spielt.

    Alles Entscheidungen, die natürlich nicht ohne Keller gefallen sind. Aber forciert hat er sie auch nicht gerade. Keller musste oft zum Jagen getragen werden.

  22. Jockel sagt:

    Auch für mich war es ein tolles Spiel, nichts zu bemängeln, weiter so! Einer der Hauptgründe für diese Leistungssteigerung liegt für mich in der Defensive. Angefangen bei Fährmann, OK hatte gestern wenig zu tut, strahlt aber eine enorme Sicherheit aus und war in den bisherigen Spielen ein sicherer Rückhalt. Auch Santana scheint besser zu Recht zu kommen. Matip spielt seit Wochen in einer tollen Form. Überträgt sich auf die gesamte Truppe. Obasi habe ich auf Schalke noch nie so stark gesehen. Freue mich besonders für J. Keller, der dürfte einige schwere Tage hinter sich haben. Freue mich bereits auf die nächsten Spiele

  23. Rychi sagt:

    Und mich begeistert Farfan – wie der abgeht ist wirklich super.

  24. Werner sagt:

    Meine Meinung zur Diskussion Spielsystem, „Dauernöler“ usw…
    Auch in der Hinrunde wäre dtl. mehr Optimismus angebracht gewesen.
    Das hat mich gestört. Das nämlich so getan wurde, als würde sich nie etwas bessern, nur weil man gerade noch keine (lineare) Entwicklung erkennt.
    Solche Entwicklungen gehen aber bei Mannschaftsportarten IMMER quantensrpungweise.

  25. Rjonathan sagt:

    @bernd
    Ich hatte schon das Gefühl zu erkennen wo das hinführen soll. Es gab ja auch immer wieder Spiele (zB gegen Bremen) wo einiges geklappt hat.

    @Werner
    Sehe ich auch so.

    @leoluca
    Bei Jones gebe ich Dir recht.
    Die Frage was ein Spieler mit dem Ball machen soll ist aber nicht so einfach durch den Trainer zu beantworten. Ganz platt: Der sagt zum Beispiel in der Kabine „spielt über außen“. Aber wenn sich im Spiel Außen keiner anbietet dann hilft dem Spieler das nichts. Warum bietet sich außen keiner an? Weil die faul sind, weil der Gegner sich gut vorbereitet hat, weil der Ballführende zu langsam ist und zu lange überlegt, weil „außen“ nen schlechten Tag erwischt hat? Kann viele, viele Gründe haben. Kurz: Nur weil ein System nicht zu sehen ist, heißt es nicht, dass der Trainer nicht eine Idee davon hat und auch mitgegeben hat. Was er machen muss, wenn es nicht funktioniert, ist zu analysieren woran es liegt und neue Anweisungen zu geben, in der Hoffnung, dass die dann funktionieren (Wieder ganz platt: Spiel schneller, Spiel über Mitte wenn außen zu ist, wasweißich..).

  26. Lutt sagt:

    @RJonathan: das meinte ich auch, dass JK sicher einige Fehler gemacht hat. Eine Spielidee würde ich einem BuLi Trainer aber nie absprechen. Das Entscheidende ist aber, ob er diese an die Mannschaft und auf den Platz kriegt….Offenbar hat es jetzt funktioniert. Drei schöne Schwalben machen noch keinen Sommer, aber Hoffnung auf mehr, oder?
    Und zum Thema „Dauernögler“: bin gerade super glücklich über das Schalker Spiel. Kein Nögeln!

  27. blues sagt:

    @torsten
    Die waz kopiert mal kurz ohne Scham deinen Text zum Spiel gegen Hannover in ihre Online-Ausgabe:

    Lokales
    Ein Sieg ohne offene Fragen
    11.02.2014 | 00:20 Uhr

    Schalke gewinnt gegen Hannover 96 mit 2:0 und liefert dabei die beste Rückrundenleistung. Über die gesamte Spielzeit hatte man den Gegner im Griff. Blöd nur, dass sich dabei Roman Neustädter und Atsuto Uchida verletzten.

    Schlüssel zum Erfolg war, wie schon gegen Hamburg und Wolfsburg, die Defensivarbeit. Bis Schalke das erste Mal auf Ron Robert Zielers Tor schoss, schafften die Gäste keine drei Pässe in Folge. Bis Hannover das erste Mal auf Ralf Fährmanns Tor schoss, waren 66 Spielminuten vergangen.

    Ein Sieg ohne offene Fragen | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
    http://www.derwesten.de/sport/.....x265869306

  28. Torsten sagt:

    Danke für den Hinweis, blues. Aber die Zweitverwertung durch die WAZ ist abgesprochen. Hauptsächlich geht es dabei um den Druck einzelner Texte in der Lokalausgabe GE. Dann auch hübscher, mit Blogadresse und Bild.

  29. Frankblauweiss sagt:

    Sonntagabend dachte ich, der Stream wäre kaputt. War er aber nicht.
    Tolles Spiel der Schalker mit altem Trainer und alten Spielern.
    Was mir auffällt, Neustätter nähert sich Schritt für Schritt seiner „DFB-Nominierungsform“ an und mir scheint es, das mit dem Abgang von Jones eine Riesenlast von seinen Schultern gefallen ist. Man sieht es am Passspiel, die Quote wird besser und was das Kurzpassspiel der Mannschaft allgemein anbelangt, momentan zum Zungeschnalzen. Ich hoffe inständigst, das das Team die Form konservieren, wwenn nicht sogar ausbauen kann. Dann sieht es mit den CL-Plätzen nicht schlecht aus und die Großen zu ärgern ist auch drin. Das hoffe ich schon für den Samstag.
    Glück Auf

  30. leoluca sagt:

    Mal schauen, ob Hotte aktuell was zur überraschenden Entwicklung in Königsblau sagt.

    Heute abend im Ersten:

    http://www.sportschau.de/fussb.....ub144.html

  31. RJonathan sagt:

    Übrigens: Wir haben die beste Abwehr der letzten fünf Spieltage. Nur ein Gegentor. (Bayern: 2) #dasgeheimnisdeserfolgs

  32. Mario sagt:

    Für mich bleiben schon noch ein paar Fragen offen.
    Warum hat Jens Keller so lange an Jermaine Jones fest gehalten?
    Welchen (schlechten) Einfluss innerhalb der Mannschaft hatte dieser?
    Warum war niemand in der Lage, diesen Stachel früher aus dem entzündeten Fleisch zu ziehen?
    Ich glaube immer mehr, dass in dieser Saison der wichtigste Transfer nach Boateng nicht ein verpflichteter Spieler war, sondern ein Abgegebener! Gott sei Dank!
    Ich achte Jones` Einsatzwillen, den er gezeigt hat, aber irgend etwas kann mit ihm und seinem Einfluss auf die Mannschaft nicht gestimmt haben. Wir werden es wahrscheinlich nie erfahren.
    Wie steht es um Papadopoulos, wenn nach Neustädters Verletzung Ayhan eingewechselt wird, und nicht er, obwohl er auf der Bank gesessen hat?
    Ich freue mich über neue, junge Spieler, die den Sprung schaffen, das spricht immer für sehr gute Jugendarbeit. Dennoch frage ich mich, wie es um unsere einstige Allzweckhoffnung tatsächlich bestellt ist. Bis auf ein paar spärliche Minuten war da bislang nicht viel. Hoffentlich ist bei ihm nichts im Kopf oder in den Knochen hängen geblieben…
    Und generell bleibt die Frage, warum auf einmal so vieles klappt, was monatelang nicht geklappt hat.
    Wobei ich auf die Beantwortung dieser Frage gerne verzichte, so lange ich das Gefühl habe, dass die Mannschaft diesen Weg konsequent weiter verfolgt. Dann kann ich auch eine Niederlage akzeptieren, wenn der Gegner einfach besser war.
    Ich wundere mich in der Tat, aber in wundere mich hocherfreut!

    Grüße,

    Mario

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