Fährmann, der Schädel und die Abwesenheit Sams

Schalke 04 siegt 2:1 in Leverkusen und steht in der Tabelle wieder richtig gut da. Ein tolles Fußballspiel, in hohem Tempo geführt und stets spannend, in dem am Ende das Glück den Blauen treu blieb.

Ich bin Defensivfan. Schon immer konnte ich mich am Verhindern eines Treffers für den Gegner ebenso ausgelassen freuen wie über ein erzieltes Tor; schließlich ist es gleichviel wert. Also sprang ich jubelnd hoch, in der 65. Spielminute, den Schädel des Santana huldigend, nur um mich Sekunden später auf den Sitz zurückfallen zu lassen, nun schweigend. Dies war das Extrem, aber ähnliche Emotionen gab es viele in diesem Spiel.

Ralf Fährmann hielt großartig, schon wieder. Ganz Schalke hielt stets dagegen, gab keinen Ball verloren. Aber neben Kampf gab es auch Kunst zu sehen, wie das Tor Leon Goretzkas, das Raúl nicht cooler hätte erzielen können. Keinen Deut schlechter, eher besser, agierte aber Bayer Leverkusen.

Bereits in der ersten Viertelstunde tauchten Stefan Kießling und Heung-Min Son frei vor Ralf Fährmann auf und nötigten diesen zu Glanztaten. Etwas später köpfte Sebastian Bönisch den Ball ganz knapp am Knappenkasten vorbei. Zwar agierte Schalke im Mittelfeld keineswegs schlecht, aber wenn Bayer den Ball in Schalkes Hälfte gewann spielte man sehr schnell und sehr klar nach vorne. Erst Leon Goretzkas grandiose Einzelleistung zur Führung, in der 28. Minute, schubste das Gewicht dieses Spiels zwischenzeitlich auf die richtige Seite. Bis zur Halbzeit war Schalke nun die bessere Mannschaft und gab sich defensiv keine Blöße mehr.

In der zweiten Hälfte machte Leverkusen gehörig Druck und bestimmte das Geschehen, trotzdem gelang es Schalke zunächst, ganz klare Chancen zu verhindern. Die erste war dann eben jene, die Felipe Santana zur großartigen Rettungsaktion auf der Torlinie nötigte, gefolgt vom ins eigene Tor gestaksten Eckball. Später hatten Gonzalo Castro, Simon Rolfes und Ömer Toprak noch beste Chancen, entschieden wurde das Spiel aber durch Jefferson Farfáns Freistoß auf den Kopf Klaas-Jan Huntelaars.

Horst Heldt verriet nach dem Spiel, dass die Ausführung auf diese Art genau so geplant war, da man in der Analyse eine Schwäche Leverkusens erkannt hatte. Tatsächlich trat Farfán bereits zu Beginn des Spiels einen Freistoß eben so vor das Tor, nur dass dabei Joel Matip den Kopf nicht mehr an den Ball bekam. In der Hinrunde kassierte Schalke sehr ähnlich selbst einige Gegentore. In der jetzigen Phase beschert vor allem der Einsatz Felipe Santanas den Blauen eine lange nicht mehr gekannte Stärke im defensiven Kopfballspiel.

Leverkusen kann es Pech nennen, Schalke darf es Einsatz nennen. Dieses Spiel war eine Schlacht, und diese wurde von Schalke gewonnen. Dass Leverkusens Trainer Sami Hyypiä dabei freiwillig auf seinen Topscorer Sidney Sam verzichtete, weil dieser in der kommenden Saison für Schalke spielen wird, bleibt als Anekdote hängen. Er begründete es mit englischen Manieren. Ich finde das sympathisch, meinetwegen könnte und offensichtlich sollte seinetwegen die ganze Liga so verfahren. Solange die ganze Liga das aber nicht tut ist Hyypiäs Handeln eine Extravaganz zu seinem eigenen Schaden. Der Schalkes war es jedenfalls nicht.



28 Kommentare zu “Fährmann, der Schädel und die Abwesenheit Sams”

  1. blues sagt:

    Mit den Siegen gegen Wolfsburg und Leverkusen ist nun auch die Behauptung der eher taktisch verisierten Kellerkritiker widerlegt, Schalke kann mit Keller auf Grund der taktischen Schwäche nur gegen tabellarisch schlechtere stehende und somit spielerisch schwächere Mannschaften punkten.

    Gelassenheit gegenüber den von den Medien und Fans produzierten Aufregern um das Schalker Spiel der Hinrunde, sowie Geduld mit dem Jugendtrainer Keller und der Entwicklung der vielen neunzehn- und zwanzigjährigen Spielern zuhaben, war die angemessene Strategie, um der Schalker Spieschwäche der Hinrunde zu begegnen.

    In einem auch für Schalke Fans gut lesbaren Artikel mit dem Titel „Die Erfolgswellen-Reiter“ zum Spiel gegen Leverkusen bei Spiegel-online, findet sich eine Erklärung für die neuerdings auf den Schalker Flügeln von Farfan und Obasi betriebene Defensivarbeit.

    „Kellers Co-Trainer (Peter Hermann) gewann ja in der Vorsaison an der Seite von Jupp Heynckes mit dem FC Bayern die Champions League und berichtete im Trainingslager mit großer Überzeugungskraft davon, dass die gewachsene Bereitschaft von Arjen Robben und vor allem Franck Ribéry ein zentrales Element der Münchner Erfolge sei. Nun scheint Farfán ähnliche Fortschritte zu machen wie die beiden Außenstürmerkollegen.“

  2. Karsten sagt:

    Ich glaube es war gar nicht so doof Sam nicht zu bringen, zu seinem eigenen Schutz. Man stelle sich vor, was er sich hätte anhören dürfen, wenn Leverkusen trotz Sam verloren hätte. Oder wenn Sam gar noch einen Schuss wie Castro abgegeben hätte.

    Hätte, hätte, Fahrradkette… Aber für den Spieler ist’s so sicher einfacher.

  3. Carlito sagt:

    Ja, es war schon ein verdammt packendes Spiel, mit dem vielleicht etwas glücklicheren Ende für uns. Unverdient war es aber nicht.

    Mich freut einfach zu sehen, dass die Mannschaft inzwischen auch als ebensolche agiert. Und nicht mehr nur als die Summe ihrer Einzelspieler.

    Bin gespannt, wie lange das so bleibt. Werden sicherlich auch wieder Rückschläge kommen. Bis dahin erfreue ich mich einfach an der Gegenwart.

  4. schalkoholiker sagt:

    Schön war´s. Und schön spannend. Und im Unterschied zu so manchem Spiel in der Hinrunde haben wir den Druck des Gegners nicht einfach nur klaglos hingenommen und sind dabei in die Knie gegangen. Nein, diesmal (und das war vergleichbar mit dem Wolfsburg-Spiel) haben wir uns dagegen gestemmt und so lief es auf einen Zermürbungswettbewerb hinaus, bei dem wir mit Fährmanns Hilfe und einer Portion Glück das bessere Ende für uns behalten konnten. Ich bin sehr gespannt auf die kommenden drei „M“: Madrid, Mainz und München. Ein guter Keeper und ein wenig Glück könnten auch da nicht schaden! Glückauf!

  5. dreiköpfiger Affe sagt:

    Ich habe das Spiel in den ersten 60 Minuten wieder genauso gut empfunden wie die letzten Spiel. Schalke hat den Gegner früh attakiert und Ihn damit aus dem Konzept gebracht.
    Gewundert hat mich, dass Leverkusen das nicht selber gemacht hat. Ich war beim Spiel BvX gegen Levkusen im Stadion und habe gesehen, wie Leverkusen den Gegner damit schier in die Verzweiflung und Niederlage getrieben hat.
    Das habe ich dann gestern doch vermisst.
    Trotzdem würde ich das Ende durchaus als ein „bisschen“ glücklich betrachten.

    Das Thema Sam ist meiner Meinung nach sogar einen eigenen Artikel wert (Kategorie „Fußball im allgemeinen“). Denn ich finde das richtig, so zu handeln und weiß, dass man hier viel und gut diskutieren könnte.

  6. Ney sagt:

    @blues
    Aber was ist denn da widerlegt? Das Kritisierte hat sich ja gottlob geändert. Du nennst es ja zu Recht „Spielschwäche“, was wir vorher erlebten.

    Nebenbei, eine ganz kleine Kleinigkeit — die Freude und Begeisterung über den Sieg, die ein Annan, als weitgehend chancenloser Bankdrücker mit auslaufendem Vertrag, nach dem Abfiff im Gesicht trug, fand ich frappierend. Vielleicht hat die Truppe zur Zeit wirklich einen „überragenden“ Teamgeist.

  7. Carlito sagt:

    @Ney : stimmt, das mit dem freudestrahlenden Annan is mir auch aufgefallen.

  8. bernd sagt:

    Nachdem letzte Woche Obasi sein wohl bestes Pflichtspiel für Schalke machte, trat Goretzka nun in seine Fußstapfen. Einfach schön! Wann kommt eigentlich Clemens wieder?

  9. RWDJojo sagt:

    Ein Spiel zweier Mannschaften, die auf einem Niveau agierten. Am Ende gewann dann die Offensive das Spiel und nicht die Defensive. Denn Leverkusen hatte zwar mehr Chancen, konnte diese aber nicht nutzen.

    Schade, dass die Riesenchance von Farfan in der zweiten Halbzeit keine Erwähnung findet. Nur durch die Notbremse (gefühlt, regeltechnisch war es keine) von Boenisch konnte LEV das 0:2 verhindern. Auch der Schuss von Neustädter war eine gute Chance. Leider schloss hier der „falsche“ Sechser ab. Boateng hätte den wohl eher gemacht.

    @Leverkusener „Eigentore“
    Bei der Nichtberücksichtigung von Sam bin ich gespalten. Zum Einen kann ich die Entscheidung nachvollziehen. Woanders ist dies üblich, wahrscheinlich in erster Linie zum Schutz des Spielers. Wie schon kommentiert, tausche Castro durch Sam. Was wäre dann los gewesen? Andererseits ist dieser Transfer erst durch die Nichtberücksichtigung in den Fokus geraten. Man kann sich auch fragen, will ein Spieler sich gegen den neuen Verein nicht auch beweisen? Vielleicht wäre Sam noch etwas motivierter als gegen andere Gegner gewesen. Naja, am Ende hat Hyypiä so entchieden.
    Das zweite Leverkusener „Eigentor“ war das Verhalten bei Standards, das dann auch zum 2:1 führte. Hier finde ich, sollte man Keller und Co auf die Schulter klopfen, dass man diese Verhaltensweise erkannt hat und entsprechend reagiert hat. Das Abwehrverhalten der Leverkusener fand ich übrigens interessant und grundsätzlich sinnvoll, mit der Einschränkung, dass man dies nicht bei Freistößen aus dem zentralen Halbfeld macht. Denn mit einer tiefen Staffelung nimmt man dem Gegner den Vorteil mit Schwung in den Strafraum zu laufen, während die verteidigende Mannschaft den Ball wieder gegen die eigene Laufrichtung klären muss. Für den eigenen Torwart ist es auch unangenehm, wenn plötzlich 10 + x Spieler auf ihn zustürmen. Steht man tief, nimmt man dem Gegner die Dynamik und kann selber „in den Ball“ gehen.

  10. blues sagt:

    @ney
    „Das Kritisierte hat sich ja gottlob geändert“

    Dass wir einen neuen Trainer haben,ging glatt an mir vorbei…

  11. leoluca sagt:

    Klar, Ralf Fährmann und das verdiente Glück. Leverkusen hat mit seinen schnellen präzisen Angriffen Schalke tatsächlich eine Schlacht geliefert. Ich brauchte nach dem Schlusspfiff lange Zeit, um von der Riesenspannung runterzukommen.

    Diesmal war die neue Rolle von Boateng sehr bemerkenswert, die er klarer noch als in den letzten Spielen wahrnahm. Er war die Schaltstelle, über ihn lief in der Mitte das Bällchen – und Leverkusen konnte ihn in keiner Phase des Spiels matt setzen.

    Absolut beeindruckt hat mich, wie die Mannschaft nach dem Ausgleich reagierte. Kein Wegducken im MF mit Ballgeschiebe, kein ängstliches Hintenreinstellen, sondern mit Leidenschaft und Teamgeist nach vorn. Und dann macht der Hunter halt den Unterschied aus. Riesig!

  12. Torsten sagt:

    Schade, dass die Riesenchance von Farfan in der zweiten Halbzeit keine Erwähnung findet. Nur durch die Notbremse (gefühlt, regeltechnisch war es keine) von Boenisch konnte LEV das 0:2 verhindern.

    Das war noch keine Chance. Es wäre wohl eine geworden, wenn Boenisch nicht eingegriffen hätte. Tat er aber und machte dabei alles richtig. Ähnlich wie später Joel Matip, übrigens, als er, am Boden liegend, per Hakeln mit seinen langen Haxen den Leverkusener am Eindringen in den Strafraum hinderte. Ein sehr wichtiges Foul.

    Absolut beeindruckt hat mich, wie die Mannschaft nach dem Ausgleich reagierte. Kein Wegducken im MF mit Ballgeschiebe, kein ängstliches Hintenreinstellen, sondern mit Leidenschaft und Teamgeist nach vorn.

    Wenn man das mal mit Einsatzwillen umschreiben mag kann man aber konstatieren, dass das Schalke schon die ganze Saison auszeichnet. Auch in der Hinrunde lies man sich nicht demoralisieren und hat doch recht häufig durch Tore in der Schlussphase „Moral bewiesen“.

  13. leoluca sagt:

    @Torsten

    Den Einsatzwillen möchte ich auch für die Hinrunde keinem Spieler absprechen. Trotzdem wackelte die Defensive, Abstimmungsprobleme en masse, die Zweikämpfe wurden oft zu zaghaft geführt, das Ballgeschiebe im MF ließ ahnen, dass da die Ideen und daher der Mut zum schnellen und direkten Angriff fehlten.

    Ich hatte in der Hinrunde zu oft den Verdacht, die Mannschaft sei durch den Trainer lediglich aufs Abwarten und Sichern eingestellt, nicht darauf, das eigene Spiel zu machen und durchzusetzen. Oft waren es dann einzelne Kraftakte oder geniale Momente (Farfan, Boateng, Draxler, Meyer), die uns im Spiel hielten. Gegen Leverkusen war es die Mannschaft insgesamt, die gegenhielt.

  14. Miles sagt:

    Der Teamgeist, die mannschaftliche Geschlossenheit ist für mich der entscheidende Unterschied zur Hinrunde. Inwieweit das mit dem Abgang von Jones zu erklären ist, dürfte von außen schwer zu beurteilen sein, ein Faktor dürfte es aber sein.

    Ohne eine Mannschaft, mit elf Einzelspielern auf dem Feld ist es aber auch nicht überraschend, wenn der spielerische und taktische Eindruck der von Stückwerk ist. Keller und Heldt sprechen ja viel von „zwischenmenschlichen“ Problemen im Team, die – zumindest derzeit – behoben sind. Wie dem auch sei, erst das bewusste und „freudige“ Zusammenspiel sorgt dann ja dafür, dass das im Training Geübte und Einstudierte auch im Spiel sichtbar wird. Und das ist dann weiterhin die Grundlage dafür, sich im Feinschliff auf den jeweiligen Gegner einzustellen, was z.B. die Stellung der Vierkette, die Ausführung von Standards usw. einzustellen.

    Mir scheint, genau das sehen wir jetzt. Nichts, was Keller neu macht, aber das, was dabei herauskommt, wenn es in der Mannschaft stimmt PLUS die Arbeit des Trainers.

  15. Don sagt:

    Goretzka war wirklich genial.
    Bin gespannt wie Julian Draxler sich dann wieder einbringt. Zur Zeit spielt die Mannschaft sehr gut miteinander. Montags auf Arbeit zu gehen ist momentan echt ein Genuss, wenn man weis, dass im Büro der Spieltag nochmal durchgequatscht wird .

  16. Սաշա sagt:

    Nach Wolfsburg wurde nun schon das zweite Team aus dem oberen Tabellendrittel besiegt. Man brauchte dazu zwar auch einen guten Ralf Fährmann und etwas Glück, dem allgemeinen Tenor(vor allem der Presse, die sich weitestgehend Hyypiäs Meinung zueigen machte), dass es ein besonders glücklicher Sieg gewesen sei und Leverkusen deutlich besser, möchte ich mich aber nicht anschließen. Mag sein, dass der Eindruck der zweiten Halbzeit prägender für viele war, aber über weite Strecken des Spiels hatte ich nicht den Eindruck, dass Leverkusen noch ein Tor erzielen würde, obschon man damit bei einer Mannschaft wie Leverkusen immer rechnen muss.
    Doch, für das 2:1 muss man dem Trainerstab wirklich Lob zollen. Vor allem aber freue ich mich, dass man nicht mehr bei jedem Standard für den Gegner mit einem Gegentreffer rechnen muss. Auch da wurde offensichtlich gut gearbeitet. Natürlich fiel der zwischenzeitliche Ausgleiche durch einen Standard. Das war aber mehr als unglücklich.

    In der Hinrunde hatten wir vorwiegend zwei (Haupt-)Probleme: Es wurden zu wenige Chancen erspielt, vor allem aber zu viele Tore kassiert. Was letzteres betrifft, haben wir Fortschritte gemacht, die ich in dieser Form nicht mehr erwartet hatte. Die Probleme gab es schließlich schon vor Kellers Amtsantritt und die vergangene Hinrunde machte auch wenig Hoffnung, dass sich daran auf absehbare Zeit etwas ändern könnte. Zwei Gegentore in vier Rückrundenspielen bei zwei Spielen zu null sind nun Werte, die man gerne liest. Vor allem da ich ähnlich wie Torsten jemand bin, der auch Defensivaktionen zu würdigen weiß. Ein gut abgegrätschter Ball, ein schlitzohriger Ballgewinn auf den Flügeln, sowie natürlich auch ein irgendwie von der Linie gekratzter Schuss sind Momente, die mich zum Jubeln bringen können. Dass sich die Defensive nun ausgerechnet in einer Phase stabilisiert, in der Höwedes, Aogo und Uchida fehlen, die relistisch betrachtet ziemlich gut 3/4 der etatmäßigen Stammviererkette ausmachen könnten, ist umso beachtlicher.

    Zu Sam: Ich weiß ja nicht. Wir sind in der BL immer sehr gut damit gefahren, davon auszugehen, dass diese Menschen Profis sind. Profi-Menschen.
    Sam will zur WM, dazu muss er spielen und zwar gut. Gibt er gegen Schalke nicht alles, sitzt er im nächsten Spiel auf der Bank und kann sich nicht mehr empfehlen. Das kann kaum in seinem Interesse sein.

    Was ich mir im Moment nur nicht vorstellen kann: Wohin eigentlich mit Sam? Edeljoker? Für 2,5 mio. sicherlich denkbar, schließlich haben wir auch schon mal acht mio. für einen Backup bezahlt. Meine Sorge ist, dass darunter Meyers und/oder Goretzkas Spielzeit leidet. Würde ich eher schade finden, ist aber die logische Konsequenz, wenn Draxler nicht nach der Saison zur Fußball-Club Adidas, Allianz, Audi und Bayern AG wechselt oder zu dem Londoner Klub, wo sie neuerdings Deutsche sammeln.

  17. Mario sagt:

    Um den Faden mal aufzugreifen: wohin mit Kirchhoff, Höger, Aogo, Clemens, Hoogland, Fuchs, Unnerstall, Ayhan?
    Da brauchen wir ganz schön viele Wettbewerbe mit ganz schön vielen Spielen, um die alle einsetzen zu können.
    Andererseits fehlen nach meinem Geschmack ein weiterer 10er, meinetwegen auch in dem Alter wie Arango (den ich für ein Jahr zu verpflichten versuchen würde) und eine Alternative für Farfan.
    Ein zweiter starker Stürmer stünde uns auch gut zu Gesicht, von Szalai hatte ich mir mehr erhofft, sein Einsatz ist klasse, seien Effizienz eher nicht. Er hatte das Pech, dann spielen zu „müssen“ als es in der Mannschaft nicht rund lief, und Huntelaar wird er zurecht nicht verdrängen.
    Ich hoffe darauf, dass HH nicht den Überblick verliert und ein paar Spieler abgibt, um besagt Lücken im Sortiment zu schließen.
    Die Tatsache, dass die linke Außenposition nun mit Obasi, Fuchs, Draxler, Goretzka und Sam besetzt werden könnte, lässt leider viel Platz für unschöne Spekulationen.
    Andererseits gibt just gerade Lewis Holtby ein schönes/warnendes Beispiel für Selbstüberschätzung und einem daraus resultierenden zu frühen Wechsel.
    Da hält sich mein Mitleid in Grenzen, zumindest wird er in ein paar Wochen 10 Kilometer im Sprint laufen können, ist ja auch was wert…

    Auffällig ist momentan die Tatsache, dass an Trainern, die seit je her einen guten Ruf genießen, nicht herumgemeckert wird, auch wenn sie noch so wenig Punkte in der Rückrunde geholt haben.
    Weder Favre noch Luhukay oder Hhyyppiiää werden in Frage gestellt, nicht vom Verein und auch nicht von den Medien. Das ist eigentlich ein gutes Zeichen. Wenn Keller nur einen von 12 möglichen Punkten geholt hätte, hätte er die Möglichkeit dazu gar nicht erst bekommen…

    Jetzt zu meiner Punkterückstandaufholrechnung: gegenüber Gladbach haben wir jetzt de facto drei Punkte gegen Leverkusen und drei Punkte gegen Hannover gut gemacht. Bayern kommt uns ja demnächst mal in die Quere, dann sehen wir klarer. Mittlerweile habe ich aber wieder Hoffnung, dass wir nach diesem Spiel noch in Rufweite zu Platz zwei und drei sind.
    Wer hätte das gedacht vor ein paar Wochen?

    Am Freitag sehe ich endlich mal wieder ein Spiel live, Vattern leiht uns seine Dauerkarten und ich freue mich jetzt schon darauf!

    So, mal abwarten, wer sich hoffentlich alles nicht verletzt.

    Grüße,

    Mario

  18. Rjonathan sagt:

    @Mario
    Goretzka hat in Bochum meistens zentral oder rechte Außenbahn gespielt. Boateng kann auch als 10er in der Regel besser als als 6er (wenn Höger oder Aogo hinter ihm spielen). Obasi spielt beide Außenbahnen. Das sollte alle deine Mittelfeld-Probleme eigentlich lösen. Beim Sturm gebe ich Dir recht, aber vielleicht tut Szalai die Konkurrenz gut und er macht noch einen Entwicklungsschritt.
    An Draxlers Verbleib glaube ich alelrdings schon seit den Sommer-Gerüchten nicht mehr. Ist auch nicht schlimm. Läuft doch auch ohne ihn und die Millionen können wir gut gebrauchen.

  19. blues sagt:

    @Rjonathan

    Yep, da kommen unglaublich viele taktische Variationen auf uns, aber vor allem auf die Gegner zu. Selbst wenn Julian Draxler geht, was ich schade und ein Jahr zu früh fände.

    Defensiv mit zwei Sechsern

    Prince – Neustädter
    Höger – Neustädter
    Höger – Aogo
    Goretzka- Prince

    Defensiv / Ausgeglichen mit drei Sechsern
    Höger – Prince – Neustädter
    Höger – Prince – Aogo
    Höger – Neustädter – Goretzka
    Höger – Prince – Goretzka
    Goretzka –Prince – Neustädter

    Offensives Mittelfeld
    Farfan – Meyer – Obasi
    Obasi – Prince – Goretzka
    Sam – Meyer – Obasi

    Offensive mit falscher Neun
    Farfan – Boateng – Meyer – Obasi

    Offensive rechts „überladen“
    Farfan – Sam – Boateng – Obasi

  20. Torsten sagt:

    Ich denke, dass Hooglands Vertrag nicht verlängert wird. Auch Christian Fuchs ist als Abgang im Gespräch. Ich halte Aogo für den designierten Linksverteidiger, im Wechsel mit Sead Kolasinac. Die Frage nach dem Rechtsverteidiger ist spannender. Holt man einen Konkurrenten für Uchida? Oder wird weiterhin Höwedes bei Bedarf einspringen? Wie weit ist Pascal Itter? Ayhan?

    Sorgen über ein Zuviel an Qualität mache ich mir jedenfalls nicht, auch nicht bezüglich der Offensive. Sam ist ein toller Spieler, aber er muss eh dosiert eingesetzt werden wenn er gesund bleiben soll. Das passt schon.

  21. bernd sagt:

    „Die Frage nach dem Rechtsverteidiger ist spannender. Holt man einen Konkurrenten für Uchida?“
    Sascha Riether wird so fit und gefrustet durch und von Magath sein, dass er durch den Ärmelkanal schwimmen wird, um bei uns spielen zu dürfen.

  22. blues sagt:

    Uchida, da braucht man sich nichts vormachen, wird nicht wegen seiner Defensivqualtäten, sondern wegen seiner Marketingqualitäten bei japanischen Fans, weiterhin nur ein Backup durch Höwedes und Jungtalente erhalten. Höwedes wird das mitmachen, weil er die Linksverteidigerpostion gelegentlich auch in der Nationalmannschaft spielen muss…

  23. deuserband sagt:

    Tja, Rechtsverteidiger…offensiv (mit Jeff) kann man sich kaum mehr wünschen (bessere Flanken, mehr Torgefahr? vllt Luxusprobleme), defensiv klappt es zur Zeit recht gut (auch mit Jeff), da ist aber noch Luft nach oben, da hat er auch noch Potential denke ich. Wenn mal n Ribery oder Ronaldo kommt reicht es bei ihm nicht (werden wir ja jetzt bald überprüfen können). Ein besserer RV wäre aber zu teuer, zumal Uchida ja auch noch Geld bringt übers Marketing im wachsenden asiatischem Markt. Aber er sollte Druck kriegen durch einen starken Backup. Wer könnte das sein? Niemand im Kader, glaube ich. Hans Sarpei ist ja weg… Vorschläge bitte an HH@schalke (oder liest der hier mit?)

  24. derwahrebaresi sagt:

    @deuserband@(werden wir ja jetzt bald überprüfen können)

    eher nicht!
    ich glaube nicht, dass uchi bis kommenden mittwoch fit sein wird. vermutlich auch nicht bis zum rückspiel.

  25. #Link11: The show must go on | Fokus Fussball sagt:

    […] habe am Wochenende “gekämpft wie noch nie”. Auf Schalke freute sich Torsten Wieland (Königsblog), das sein Klub “eine Schlacht” gewonnen hat. Der Papierkugel Blog sah zwei völlig […]

  26. deuserband sagt:

    @derwahrebaresi

    achja, danke, der ist ja in Japan, ich komme schon nicht mehr mit…
    hätte mich aber mal echt interessiert, wie diese rechte Seite gegen rot oder weiss funktioniert

  27. Erle72 sagt:

    Bevor wieder nach Spielernachschub gerufen wird, hoffen ich lieber darauf, dass Hoogland die Kurve vielleicht noch bekommt. Ähnlich wie Obasi hat er eine extrem lange Verletzungszeit hinter sich und braucht sicherlich noch mehr Spielpraxis. In seiner Mainzer Zeit war seine Dynamik sehr beeindruckend und würde auch unserem Spiel sicherlich gut tun. Auffällig ist das noch schlechte Zusammenspiel mit Farfan. Öfter zog Farfan nach innen, Hoogland lief außen durch und bekam den Ball dann nicht zugespielt – das klappt mit Uschi viel besser. Da könnte im Training bestimmt noch einiges verbessert werden.

  28. bernd sagt:

    @Erle72:
    Ich erinnere mich an den Januar 2007, Werder war erster, wir waren punktgleich Zweiter und durften in Bremen spielen. Ich war mit meinem Bremer Schwager im Stadion. Ausgerechnet vor diesem Spiel erhielt Rafinha die fünfte Gelbe und ich hatte große Sorge um die rechte Seite. Aber da spielte dann Hoogland in meiner Erinnerung Weltklasse. Er lief die Seite rauf und runter, ließ nichts zu und war auch noch kreativ. Dynamisch wie Du schon geschrieben hast. Lövenkranz schoss zwei Tore und wir waren Erster… Ich würde mich sehr für Hoogland freuen, wenn er es nochmal richtig packen könnte.

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