Was heißt „Ich wurde ein paarmal entlassen“?

Felix Magath ist nun Manager des Fulham FC. Fulham ist aktuell Schlusslicht der englischen Premier League, mit 4 Punkten Rückstand auf den rettenden 17. Platz. Fulham hat in 26 Spielen 58 Gegentore kassiert. Noch sind 12 Spiele zu spielen.

Herr Magath wird in England nur mit Felix angesprochen, so ist das üblich. Gestern überstand er seine erste Pressekonferenz. Seine Schwierigkeiten mit der Sprache erlauben einige Schmunzler, aber das ist nicht der Grund, weshalb ich diesen Beitrag veröffentliche. Ich selbst durfte für meine Firma mal einige Wochen in London arbeiten, ich kenne die Hemmungen und weiß um die Fortschritte nach kurzer Zeit.

Es geht mir eher um die Situation: Einer der hier – bei aller Kritik – alles erreicht hat, muss sich nun Anderen neu darstellen. Sein größter Erfolg war die Meisterschaft mit Wolfsburg, nun soll er erklären weshalb er auch einen schlechten Club vor dem Abstieg retten kann. Er, der sich gegenüber der deutschen Presse cool und unnahbar gab, kann sich das in einem neuen Land nicht leisten, weil er, der Herrscher, dort noch nichts beherrscht: Weder das Sportliche, noch die Kommunikation.

Soviel, wie bei dieser Pressekonferenz, hat Felix in den letzten Jahren nie gesprochen.
Lange nicht mehr hat er so selten an seinem Tee genippt, wie dieses Mal.




3 Kommentare zu “Was heißt „Ich wurde ein paarmal entlassen“?”

  1. #Link11 – Gescheiterte Träume | Fokus Fussball sagt:

    […] 6. Da haben die Geier drauf gewartet. Hoffentlich haut der Magath jetzt einen raus. Einen Satz mit Kultpotenzial. Die 11 Freunden reihen die PK sogleich in ihre “Legendären Interviews” ein. Auch Julien Wolff war für die Welt auf der PK. “I have to put elf players together”, da ist er der Satz mit Kultpotenzial, schrieb jemand auf Twitter, und überschreibt die Welt den Wolff-Text, der dann doch ein wenig mehr als Hohn und Spott bietet. Torsten Wieland, leidgeprüfter Schalke-Blogger unter Magath, über einen Neuanfang in fremder Umgebung (koenigsblog) […]

  2. Hannes sagt:

    Wie so oft: Danke für Deinen Beitrag. Es ist einfach schwierig sich plötzlich in einer ungewohnten Umgebung bewähren zu müssen. Statt demjenigen, der es versucht, dafür Respekt zu zollen, wird sich darüber lustig gemacht. Machste nix. Glück auf!

  3. matz sagt:

    Nicht jeder wird so hofiert wie Guardiola, dessen Deutschkenntnisse zu Beginn völlig übertrieben gefeiert wurden.
    Interessanter als Felix´Fremdsprachenkenntnisse finde ich aber, ob er seine Art der Menschenführung und seine Transferpolitik in einem anderen Kulturkreis fortführt. Oder ob er fähig ist, zu lernen. Insofern bin ich geneigt, ihm die Rettung zu wünschen, um dies über einen längeren Zeitpunkt beobachten zu können. Bei aller Abneigung, die bei mir geblieben ist.

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