Horizont Hoffenheim

Wenn’s stürmt und der Gegenwind rau ist, wenn einem vom ständigen hoch und runter übel wird, braucht man einen Fixpunkt. An Deck eines Schiffes ist das der Horizont. Für Schalke ist das nun Hoffenheim.

Nein, ich bin kein „ob 0:1 oder 1:5 ist doch egal“-Typ. Ich hatte gegen Real Madrid und Bayern München nicht mit Erfolgen gerechnet, aber das Wie war trotzdem enttäuschend. Nicht der Unterschied zu den Gegnern, die Schalker Darbietungen an sich waren letztlich unwürdig, waren weniger als nur den eigenen Ansprüchen nicht angemessen. Das gilt es aufzuarbeiten, wobei das Akute von Jens Keller behandelt und das Grundsätzliche von Horst Heldt beurteilt werden muss.

Aber jetzt kommt Hoffenheim, daran gilt es sich auszurichten.

Schalke startete mir einer gefestigten Defensive in die Rückrunde, in der Prince und Roman Neustädter das Herzstück bildeten. Gegen Leverkusen konnte man dem Druck des Gegners kaum standhalten und Mainz‘ Trainer Thomas Tuchel schaffte es auch, diese neue Stärke Schalkes zu umspielen. Auch Markus Gisdol ist dies zuzutrauen. Selbst ungeachtet der Klatschen gegen Real Madrid und Bayern München muss sich Schalke was einfallen lassen, um die Defensive zu stabilisieren und damit eine Grundlage für einen Erfolg gegen Hoffenheim zu schaffen.

Auch das Umfeld sollte sich nun auf das Hoffenheim-Spiel konzentrieren. Das schon legendäre Schalker „von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt“ relativiert sich, wenn man richtig hinschaut. Einerseits hatte Schalke bei seinen fünf Spielen ohne Niederlage bereits den einen oder anderen glücklichen Moment. Andererseits haben die Spiele gegen Real Madrid und Bayern München zwar enttäuscht, aber die Saisonziele kaum beeinträchtigt.

Der VfL Wolfsburg, derzeit Schalkes erster Verfolger, empfängt am Samstag Bayern München. Gelingt den Blauen ein Sieg gegen die TSG Hoffenheim, stehen die Chancen ganz gut, nach 24 Spieltagen mindestens 4 Punkte Vorsprung auf Platz 5 zu haben. Es gilt, wieder in ruhiges Fahrwasser zu gelangen.



49 Kommentare zu “Horizont Hoffenheim”

  1. Maddin sagt:

    Kleine Korrektur: dann wären es 5 Punkte. Wenn denn….

  2. Torsten sagt:

    Es wären dann 5 auf Wolfsburg, aber „mindestens 4 Punkte Vorsprung auf Platz 5″, wo dann Mainz stehen könnte, wenn die daheim gegen Hertha gewinnen.

  3. bernd sagt:

    Auf dem Schiff braucht man aber auch einen Steuermann der die Route kennt. Seit Vehs veröffentlichtem Ende bei Frankfurt ist die Trainerdiskussion wieder voll im Gang, und nun dreht sich wieder alles um die Person Keller und nicht um den Fußball.

  4. RWDJojo sagt:

    Ich habe leider für Samstag ein ungutes Gefühl. Nach den beiden Klatschen dürfte das Schalker Selbstvertrauen weit unten angelangt sein. Hoffenheim hingegen hat verschiedene Vorteile. Das 6:2 vom Sonntag gibt Selbstvertrauen, auch auf Schalke was zu reißen. Dass man dies kann, hat man kurz vor Weihnachten im Pokal bewiesen. Dazu ein Trainer, der wohl wie kein anderer Trainer der Bundesligakonkurrenz die Schalker Spieler und deren Stären und Schwächen kennt. Außerdem spielt Hoffenheim im Moment unterhalb des Radars. Keine akute Abstiegsgefahr, die lähmen könnte, aber auch noch zu weit von den internationalen Plätzen entfernt, um überzogene Erwartungen zu schüren.
    Naja, mal abwarten. Ich glaube, dass am Samstag das erste Tor entscheidet!

  5. Simon sagt:

    Ein nüchterner Kommentar zur Situation, dem ich voll und ganz zustimme! Ich bin mal sehr gespannt auf die von Heldt ja auch bereits angekündigten Folgen und mittelfristigen Änderungen. Das hält Schalke aber natürlich auch weiterhin in den Schlagzeilen – als ich von Vehs Abschied bei der Eintracht gehört habe, war der nun naheliegende und in vielen Medien breitgetretene Verdacht ja nun wirklich naheliegend. Also zumindest in dem Sinne, dass das genug Stoff für ein ‚schönes‘, weil erstmal kaum widerlegbares Gerücht bietet.

    Zu den beiden Klatschen wurde ja hier alles Wesentliche gesagt. Positiv daran ist wirklich nur, dass auf Grund der versammelten Unfähigkeit unserer Konkurrenz (in Hinsicht auf Leverkusen und BMG schon seit Wochen) nicht viel passiert ist. Am Samstag wird’s wohl kein Fußballfest werden, aber Hoffenheim hat vor Weihnachten schon arg glücklich bei uns gewonnen. Dennoch stimme ich zu, dass Keller die Taktik weiter verfeinern und anpassen muss.

  6. Kransi sagt:

    Ich vermisse die Kritik an dem Trainer, der keiner ist!
    Einen Jungen Soieler wie Leon Gotetzka für die eigene Unfähigkeit zu opfern ist beschämend.
    Wenn ich daran denke, wie lange ohne Konsequenzen ein Herr Neustädter Fehlpässe um Fehlpässe spielen durfte und immer noch darf wird mir schlecht.
    Den Draxler gegen Real Spielen zu lassen, höchst seltsam. Der tolle Kapitän hat nichts anderes zu tun als sich um die Fehler seiner Mitspieler zu kümmern. Er selbst ist ja über jeden Zweifel erhaben. Fürtrefflich. Schlimm nur, das diese Spieler nicht kritisiert werden dürfen.
    Ein Trainer der 45 min benötigt um deine erfolglose Taktik umzustellen, hat in der Bundesliga nichts zu suchen. Ich kann doch nicht hingehen und ein Experiment gegen eine starke Mannschaft starten. Da muss ich selbst meine Stärken ausspielen. Die Vorlagen waren ja gegeben. Nein! Es wird immer nur die gegnerische Mannschaft stark gesprochen.
    Eine Mannschaft mit soviel Talent und Offensive Power immer nur nach dem Gegner zu richten ist einfach Falsch!!!
    Fehler über Fehler die nicht beachtet werden. Ein zu langes festhalten an Hildebrandt und sich dann an den Hals von Fährmann zu hängen. Den Jones suspendieren, und selbst Internas an die Öffentlichkeit bringen, obwohl niemand darüber gesprochen oder gefragt hat. Armselig. Wer wurde aber aufgestellt? Jones!
    Danke!!

  7. blues sagt:

    „Hinterm Horizont geht’s weiter“ (U.Lindenberg)

  8. Detlef (Doktor_d) sagt:

    Ich bin eigentlich auch kein egal wie verloren Typ, aber bei den beiden Klatschen reagiere ich komischerweise anders. Erst Sarkasmus, dann Verdrängung des Ergebnis und zum Schluß nach vorne schauen.
    Da zuerst auf Hoffenheim und in weiter Ferne auf den Sommer.

    Eine weitere Diskussion um Leistungen und Personen bringt jetzt gar nichts. Es zählen nur Ergebnisse auf dem Platz in der Bundesliga. Und da ist noch sehr viel möglich. nach oben und auch nach, aber da denke ich nicht dran.

  9. StanLibuda sagt:

    Mahlzeit!

    Ich finde, daß die Taktik nicht so entscheidend ist.
    Es würde schon reichen, wenn man seinem Gegenspieler
    nicht 5m Spielraum läßt und kein „Alibihinterherlaufen“
    veranstaltet. Ich kann mir nicht helfen, aber wenn Teams
    solche Spiele abliefern, dann stimmt es innerhalb desselben
    nicht. Zum Team gehören auch Trainer, Manager etc.
    Ich blick da nicht mehr durch.

    Ansonsten gehe ich von einem 1:4 aus unserer Sicht aus.
    Bei soviel Frustsaufen besteht noch die Gefahr zum Alkoholiker
    zu werden. :)
    In meiner Erinnerung haben wir uns immer gegen
    Hoffenheim schwer getan, oder? 3-4-5 so die Bilanz
    lt. fussballdaten.de.

    Was Schalke angeht, war ich schon lange nicht mehr so lethargisch. :(
    Gerne würde ich mal den „Jubelperser“ geben, aber immer wenn man meint,
    daß es laufen würde, gibbet wieder auf die Omme.

    In diesem Sinne
    Glückauf

  10. Roland sagt:

    Ich stimme Kransi voll und ganz zu!

    Warum spielt Neustädter noch? Der Mann ist eine einzige Katastrophe! Unbedrängt Kurzpässe in des Gegners Beine zu spielen ist schon Speziell!

    Und Höwedes ist nicht der Kapitän, der einem weiterhilft. Ich verstehe nicht, warum der immer wieder im Dunstkreis der Nationalmannschaft auftaucht?!

    Unser Trainer ist Menschlich OK. Das hilft einem aber in der Bundesliga wenig, wenn die Fußballer damit nicht umgehen können. Gegen Madrid und Bayern hat er außerdem gezeigt was er kann.

    So einen Blut und ideenarmen Fußball hätte Tuchel mit seinen Mainzern nicht angeboten!

    Glückauf!!!

  11. bernd sagt:

    Danke für die treffende Stellungnahme, lieber Herausgeber dieses schönen Onlinemagazins.
    http://www.morgenpost.de/sport.....zprom.html

  12. Torsten sagt:

    Schräge Formulierung. Sebastian Fiebrig, der Autor des Textes, fragte mich gestern nach einem Synonym für Blog, weil er die Doppelung „des Blogs Königsblog“ vermeiden wollte. Mir fiel auch nichts besseres ein. Aber es geht ja um den Inhalt und meine Aussage ;-)

  13. Erle72 sagt:

    Nur mal so wider der emotionalen Vergesslichkeit:
    Gegen Bayern war Neustädter der einzige Schalker der über 11 km gelaufen ist und seine Fehlpassquote entsprach dem schalker Durchschnitt.

  14. holzboy 04 sagt:

    Angst macht Beine 11km weg gelaufen ?
    Das erste halbe Jahr gut,seit dem Länderspiel in Amsterdam
    ziemlich gleichbleibend schlecht,für einen 6er oder 8er
    zu schlecht.Wichtigste Personalie für die neue Runde.
    Halt und ein Trainer mit Format ,wenn man den Gesichtsausdruck
    der Spieler und des Trainers vor solchen Spielen sieht wird
    es einem klar ,warum das nichts wird .Angst pur.

  15. eakus1904 sagt:

    Erle72 sagt:

    6. März 2014, 13:31 Uhr #

    Nur mal so wider der emotionalen Vergesslichkeit:
    Gegen Bayern war Neustädter der einzige Schalker der über 11 km gelaufen ist und seine Fehlpassquote entsprach dem schalker Durchschnitt.

    So etwas will doch niemand lesen. Neustädter war schlecht,ist schlecht, wird schlecht bleiben! Punkt. :-)

    Das zu einer Spielbewertung-gerade bei einem defensiven Spieler- auch die Laufwege, das zustellen des Gegners, das Abfangen von Pässen, Verschieben etc. gehören, das ist nicht interessant. Spielt er nen Fehlpass(oder einfach nur zum Torwart zurück) ist er der Buhmann, das Opfer. Ist bei Matip ja ähnlich.

    Aus meiner Sicht waren in den letzten beiden Spielen-bis auf Fährmann-ALLE schlecht bzw. weit unter ihren Möglichkeiten, da muss man niemanden rauspicken!

  16. seit82 sagt:

    „Der VfL Wolfsburg, derzeit Schalkes erster Verfolger, empfängt am Samstag Bayern München. Gelingt den Blauen ein Sieg gegen die TSG Hoffenheim, stehen die Chancen ganz gut, nach 24 Spieltagen mindestens 4 Punkte Vorsprung auf Platz 5 zu haben.“
    We’ll do our very best ;-)

    Mein Lob an Königsblog. Hier wird sehr fachkundig, intelligent und vernünftig argumentiert, durchaus auch mal gestritten, aber mit Niveau und gerne auch mit feiner Ironie. Gefällt mir. Sehr sehr gut.
    Wenn dann die Farben noch besser wären, würde ich mich wohlfühlen wie bei breitnigge.de ;-)

  17. holzboy 04 sagt:

    So ein Quatsch,
    genau diese Dinge die du Beschreibst sind die
    Aufgaben eines 6ers,
    Laufwege zustellen,Pässe abfangen ,wenn es eng wird
    Zweikämpfe gewinnen und sehr wichtig das Spiel
    eröffnen.
    Zweikämpfe gewinne ich aber nicht , stören
    des Spielaufbaus , mit
    10m Abstand und schon gar nicht gegen manschaften die über
    Techn.gute Spieler verfügen wie die letzten beiden.
    Nicht mal gegen Mainz ging das.
    Leverkusen war Glück pur ,
    egal wie der Spieler heißt Otto,Fritz oder Karlchen
    auf der 6 die wichtigste Feldspielerposition geht das
    nicht mehr.
    Recht hast du ,alle waren schlecht,
    außer unserem Torwart, die arme Sa.,

  18. NK 87 sagt:

    Die Leistungen in den Spielen gegen Bayern und Real waren wirklich unterirdisch. Das Geld für die Karten sollte man eigentlich wieder zurückverlangen.
    Ob ich am Samstag ins Stadion werde ich mir noch gut überlegen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich immer mehr die Identifikation zur Mannschaft (nicht zum Verein!!!) verliere. Spieler wie Neustädter oder Santan passen für mich einfach nicht zu Schalke und ich verliere jedesmal die Lust auf das Spiel, wenn ich sehe, dass sie aus der Kabine auf den Platz laufen. Da guck ich mir lieber Jungs wie Meyer oder Kolasinac an, die zwar noch viel lernen müssen, aber immer den Eindruck hinterlassen, dass sie alles in die Waagschale werfen, was sie haben.
    Boateng ist in meinen Augen auch nicht das was man sich versprochen hat, vorallem nicht für das Geld, was er gekostet hat.
    Ich denke, solange man nicht eine Mannschaft hat, die gemeinsam bis zum bitteren Enden kämpft, ganz egal ob der Gegner aus Madrid oder Hoffenheim kommt, wird Schalke im grauen Mittelmaß versinken. Dann kann man sich am Ende der Saison freuen, wenn man es in die Euro-League geschafft.

  19. Ney sagt:

    Naja, die Neustädter-Personalie zu diskutieren ist meistens müßig;
    solange er mindestens Normalform hat, wird es da immer zwei klare
    Meinungen geben.

    Was die geforderte Ragnarök-Einstellung betrifft, das bewertet die
    Truppe nicht ganz fair; vor dieser peinlichen Woche war die
    Mannschaft doch ordentlich engagiert, erfolgreich seit längerem auch
    (wann hatten wir vor dem Bayernspiel in der BuLi das letzte Mal
    verloren?), in der Rückrunde durchaus auch ansprechend (selbst
    Leverkusen war selbstverständlich NICHT „Glück pur“, sondern
    Glück des Tüchtigen).

    Ich würde echt erstma‘ gucken, wie es gegen Hoffenheim läuft,
    gerade auch vor dem Hintergrund der Ausfälle.

    Nebenbei, von wegen peinlich: wie sich die Tönnies/Putin/Gazprom
    Geschichte unter aktueller Einschaltung des Schalker Ehrenrates
    entwickeln wird, ist auch nicht unspannend.

  20. eakus1904 sagt:

    @ney
    Hat Horst Heldt heute nicht ganz klar einen Besuch bei Putin ausgeschlossen? Oder hat man sich ein Hintertürchen offen gelassen?

    Habe es nur mit einem Ohr bei WDR 2 gehört.

  21. Der Hans sagt:

    @Ney

    wann hatten wir vor dem Bayernspiel in der BuLi das letzte Mal
    verloren?

    In Gladbach, seitdem bis zum Bayernspiel 7 Spiele ungeschlagen, was zu dem Zeitpunkt die zweitlängste Serie war (nach Bayern mit knapp 50 Spielen).

    @eakus

    Hat Horst Heldt heute nicht ganz klar einen Besuch bei Putin ausgeschlossen? Oder hat man sich ein Hintertürchen offen gelassen?

    Horst Heldt wörtlich von der PK:
    „Also es gibt ‚ne Einladung, die steht schon seit Längerem, ist auch vor einigen Wochen noch mal aktualisiert worden, dass es da ‚ne Einladung gibt. Aber es ist nicht in Planung, es gibt keine Reisepläne, und auch nicht angedacht, jetzt nach Russland zu reisen.“

    Ausgeschmückt mit einigen „ähm“ und „ehs“ hörte es sich für mich nicht nach einer definitiven Absage an.

  22. Ney sagt:

    In Zeiten wie diesen ist es doch ziemlich schwierig,
    weiter zu ignorieren, aus welch dreckigen Quellen wir
    Geld beziehen.

  23. leoluca sagt:

    M.E. hätte es dieser Zeiten nicht bedurft, um zu sehen, dass unser Sponsor sein Geld mit dunklen und schmutzigen Geschäft verdient und Teil eines despotischen Systems ist.

    Eigentlich müsste man Clemens Tönnies dazu auffordern, dass wenn er schon großen Wert auf gute Geschäfte mit russischen Oligarchen legt, diese Kontakte wenigstens jetzt dazu einsetzt, um sich bei ihnen und Freund Putin um Entspannung und Zusammenarbeit zu bemühen, um Aggressionsabbau und Verständigung zwischen den Mächten. Wir befinden uns immerhin am Rande eines neuen Kalten Krieges, mit dem nicht nur die USA und die Putsch-Regierung in der Ukraine, sondern mit dem vor allem auch die russische Regierung spielt.

  24. Maddin sagt:

    Oha, wenn es jetzt politisch werden soll bitte ich um eine gesonderte Ecke in diesem Blog. Da darf dann jeder den selbstgerechten ersten Stein werfen und könnte dort jeden potentiellen Sponsor samt Tochterfirmen und Cooperationspartnern tiefgründig durchleuchten. Ohne das ich jetzt hier für den „lupenreinen Demokraten“ eine Lanze brechen wollen würde!

  25. Don Altobello sagt:

    Vier Spiele lang haben sie die Klappe gehalten, jetzt kommen die „Keller raus“-Rufer wieder aus den Höhlen gekrochen nach zwei zugegebenermaßen deftigen Niederlagen, allerdings gegen die zwei besten Mannschaften der Welt. Mir geht das mittlerweile mächtig auf den Keks. Da spielen sich einige als Schweinchen Schlau auf und wissen natürlich besser als eine ausgebildete Fachkraft, die tagtäglich mit der Mannschaft arbeitet, was taktisch und in puncto Mannschaftsführung richtig wäre. Manche sind sich sogar nicht zu blöd, mit dem Gesichtsausdruck des Trainers zu argumentieren, warum er der falsche Mann für den Job sein soll. Ich kann den ganzen Müll nicht mehr hören, der natürlich auch eine Reaktion auf die teilweise unsinnige Berichterstattung ist, die zwischen in den Himmel loben und übelstem Bashing offenbar keine Grautöne kennt. Ich möchte in dem Zusammenhang dieses Keller Interview empfehlen, ich kann die Stimmung dieses Mannes echt nachvollziehen:

    http://www.derwesten.de/sport/.....88597.html

  26. McP sagt:

    Don Altobello, wäre S04 ein hochbezahltes Opernensemble hätte man es für solch schräge Vorstellungen gnadenlos ausgepfiffen und verrissen. Da käme keiner auf die Idee zu sagen: In der Vergangenheit hatte es bei einfacheren Aufgaben besser funktioniert. Für schlechte Leistungen gibt es schlechte Kritiken. Das ist bei mir im Job so und wenn jemand seinen Job öffentlich macht, sind die Kritiken eben öffentlich. Und wenn jemand wieder und wieder an anspruchsvollen Aufgaben scheitert, stellt sich halt auch die Personalfrage oder man reduziert die Anspruchshaltung. Letzteres ist aber keine Option wenn man zu den bestbezahlten Ensembles der Welt – wie S04 – gehört.

    Man muss keine Fachkraft sein um festzustellen, dass Spieler und Trainer einen Mist abgeliefert haben. Das war offensichtlich oder nicht? Und dass dann bei interessierten Laien Gedankenspiele einsetzen, wie man es hätte besser machen können… Nun, davon lebt der Fußball, das macht ihn aus. Ohne kontroverse Diskussionen, ohne Enttäuschung, Freude usw. wäre es einfach nur Rennrodeln zwischen den Olympischen Spielen.

    Dem Trainer und den Spielern geht es doch vergleichsweise herausragend, mal ganz abgesehen vom Gehalt. Es finden sich auch bei der größten Grütze noch Legionen von Anhängern die ihnen Mut zu klatschen, ihnen Trost geben, sie unterstützen. Und beim nächsten Spiel sind alle wieder da. Die Zuschauer bringen ihre Liebe, ihre Hoffnung und manche auch ihre Skepsis mit. Aber sie sind wieder da. Spieler und Trainer sollten mMn mal davon runter kommen, ständig die Kritiken zum großen Thema zu machen. Ja ich weiß, sie werden auch darauf angesprochen. Aber trotzdem wünsche ich mir, sie würden mehr über ihre Arbeit sprechen. Was sie verbessern wollen, wie sie es verbessern wollen und was sie dafür tuen.

    Und Grautöne gibt es doch gerade hier jede Menge. Auch bei Siegen gibt Torsten doch oft den Ton vor, dass nicht alles Gold war was glänzte. Und bei Niederlagen, siehe oben, wir sind alle beim nächsten Spiel wieder da. Und sicher nicht aus der Lust am Schwarzen, sondern weil man viel Weiß sehen möchte. Aber meist werden es dann doch wieder nur Grautöne. Es gibt einfach zu viele davon ;)

  27. Սաշա sagt:

    @Maddin:
    Wenn du mir einen Sponsor eines anderen Vereins nennst, der gerade Völkerrechtsverletzungen begeht und die Welt an den Rand eines neuen „Kalten Krieges“ treibst, können wir gerne eine „gesonderte Ecke“ einrichten.

    Bis dahin würde ich dich bitten vielleicht mal darüber zu reflektieren, ob dieses „bei anderen ist es doch auch so“ Argument überhaupt in irgendeiner Weise etwas ändert. Man kann nicht alles damit rechtfertigen, dass wir nunmal Fußballunternehmen sind und wirtschaftlich denken müssen. Dass wir wirtschaftlich denken müssen, bedeutet nicht, dass man dabei keinen ethischen Grundlagen folgen darf und es bedeutet auch nicht, dass man von jeder menschenfeindlichen Pseudo-Demokratie Geld annehmen muss, die die territoriale Souveränität anderer Staaten verletzt und jetzt schon wieder Gott und der Welt damit droht den Saft abzudrehen(genau, den Gazprom-Saft), was auch nebenbei einer der Hauptgründe dafür ist, dass sich dieser Staat ein solches Vorgehen überhaupt erlauben kann.

  28. Don Altobello sagt:

    Ich setze schlicht auf den Lernprozess bei Mannschaft, Trainerteam und Vereinsverantwortlichen. Stetes Austauschen von Führungspersonal, auch wenn dieses Fehler macht, verhindert jedwege (positive) Entwicklung. Das ist wie ständiges Drücken des Reset-Knopfes. Wie soll man denn so etwas aufbauen, dass zukünftsfähig ist und Bestand hat? Es ist doch naiv, bei einem so komplexen Gebilde wie einem Fußballverein, zu glauben, man müsse nur die eine oder andere Person austauschen und es wird alles gut. Wer das für realistisch hält, kann am 06.12. auch noch eine Socke an den Kamin hängen. Manche „Keller raus“-Rufer glauben, man holt sich im Anschluss so eine Art Messias oder König Midas, der Hand auf die Spieler/den Verein legt und alles glänzt in schönstem Gold.

    Das Argument mit den hohen Gehältern kann ich auch nicht mehr hören, es ist nämlich keins. Wer glaubt denn allen Ernstes, dass ein hohes Gehalt fehlerfreie Mitarbeiter garantiert? Ich habe überhaupt nichts gegen Kritik, sie ist ein natürlicher Teil des öffentlichen Diskurses. Aber ich möchte den erleben, der Fehler in seinem Job macht (und das machen wir alle) oder bei seinen Arbeitskollegen beobachtet und daher fordert, er bzw. der Kollege möge doch bitte entlassen werden. Was ist das eigentlich für ein Menschenbild? Kauft man mit einem hohen Gehalt im Fußball auch das Recht, einen Menschen wie Dreck zu behandeln?

  29. Սաշա sagt:

    Das hat doch aber nichts mit dem Menschenbild zu tun. Ich kann mir vorstellen, dass Keller ein hervorragender Jugendtrainer ist, aber ich kann mir auch vorstellen, dass es Trainer gibt, die aus dem aktuellen Kader mehr herausholen würden.

    Mir liegt es daher fern, Keller wie Dreck zu behandeln, wenn ich sage: Vielleicht ist er im Jugendsektor besser aufgehoben. Ich habe großen Respekt vor der Arbeit die dort geleistet wird(z.B. von Norbert Elgert, der nun mit seiner Mannschaft im Viertelfinale der Youth League steht, was ein hervorragendes Aushängeschild für unseren Verein ist) und meine das deshalb auch überhaupt nicht abwertend.
    Vielleicht ist auch ein anderer Trainer besser für unsere erste Mannschaft, selbst wenn der gegen Bayern und Real nichts geholt hätte. Ohne den Menschen Keller abwerten zu wollen, wäre es dann doch besser, wenn dieser andere Trainer mit der Mannschaft arbeiten würde.

  30. Voice sagt:

    Niemand soll sich seine Kritik verkneifen. Das ist in Ordnung und wichtig. Die Frage ist nur wie diese aussieht. Jetzt wieder alles in Frage zu stellen ist sicherlich nicht der richtige Weg. Aussagen wie „Trainer hat in der Bundesliga nichts zu suchen“ finde ich überzogen bis beleidigend.
    Mir fehlen auch die Zwischentöne. 4 Siege: alles Super, tolle junge Mannschaft, Entwicklungspotenzial vorhanden, super Nachwuchsarbeit; zwei Klatschen: alles Scheiße, Mannschaft zu schlecht, Trainer unfähig, Taktik falsch usw.
    Ich fand die beiden Spiele natürlich auch desaströs bis beschähmend aber zum Glück ist bis jetzt dabei nichts kaputt gegangen, die Niederlage in München und das Ausscheiden gegen Real waren nicht nur erwartet sondern (zumindest bei mir) fest eingeplant. Jetzt hoffe ich, dass die Mannschaft daraus lernt und nicht in ein weiteres Tief verfällt. Ob das klappt? Ichweiß es nicht bin aber vorsichtig optimistisch.
    Keller wurde von Anfang an negativ gesehen, sein Auftreten, seine (fehlende) Erfahrung. Nach dem Sieg in Leverkusen stellt sich der Mann vom Sportstudio hin und fragt, ob er sich verändert habe, da er so locker rüber kommt. Soll er da stehen und weinen, wo seine Mannschaft gerade beim Zweiten einen wichtigen Auswärtssieg errungen hat. Da kann man nur den Kopf schütten.
    Das WAZ-Interview habe ich heute morgen aux´ch gelesen und fand es bemerkenswert. Aber ich befürchte das wird ihm in Kürze auch wieder irgendwie vorgehalten.
    Ich persönlich habe meinen Frieden mit den beiden Niederlagen gemacht. Bayern ist seit knapp 50(!) Spielen ungeschlagen und hat seit Herbst alle BuLi-Spiele gewonnen. Was Madrid in der Offensive an Spielern auffährt ist absolute Weltklasse; ich denke, da hätte auch der Mitbewerber aus dem Sauerland momentan keine Chance aufs Weiterkommen.
    Für mich zählt es morgen wieder, da muss es natürlich wieder positive Schlagzeilen geben. Ich freue mich drauf.

  31. Torsten sagt:

    “Trainer hat in der Bundesliga nichts zu suchen” finde ich überzogen

    Ja, finde ich auch. Aber Schalker sind viele, da gibt es immer alle Meinungen. Ich habe nicht den Eindruck, dass solche überzogenen Meinungen überwiegen. Und in etwaigen Blogs oder Zeitungen sowieso schon mal gar nicht.

    Das WAZ-Interview habe ich heute morgen auch gelesen und fand es bemerkenswert.

    Ich fand es furchtbar. Ich bin mittlerweile vokommen genervt von dem Umstand, dass es in 99,9% aller Keller-Interviews immer um das Thema „Das Umfeld ist unfair, ich hatte nie eine Chance“ geht (99,9% als vorsichtige Schätzung). Nach seinem holperigen Start im Winter vor einem Jahr war das ok, jetzt empfinde ich das nur noch als Selbstmitleid. Ich frage mich ernsthaft, was er denkt, mit solch einer Außendarstellung erreichen zu können. Ich komme nicht drauf.

    Und bevor wieder jemand schreibt „er wird das eben gefragt / das sind die Journalisten schuld“:
    Der Trainer des FC Schalke 04 hat selbstverständlich Einfluss auf die Themen in Interviews. Wollte er dazu einfach nichts mehr sagen, gäbe es dazu von ihm nichts mehr zu lesen. Hier geht es um verabredete Interview-Termine, nicht um die Live-Situation bei einer PK.

  32. eakus1904 sagt:

    Ich fand es furchtbar. Ich bin mittlerweile vokommen genervt von dem Umstand, dass es in 99,9% aller Keller-Interviews immer um das Thema “Das Umfeld ist unfair, ich hatte nie eine Chance” geht (99,9% als vorsichtige Schätzung). Nach seinem holperigen Start im Winter vor einem Jahr war das ok, jetzt empfinde ich das nur noch als Selbstmitleid. Ich frage mich ernsthaft, was er denkt, mit solch einer Außendarstellung erreichen zu können. Ich komme nicht drauf.

    Und bevor wieder jemand schreibt “er wird das eben gefragt / das sind die Journalisten schuld”:
    Der Trainer des FC Schalke 04 hat selbstverständlich Einfluss auf die Themen in Interviews. Wollte er dazu einfach nichts mehr sagen, gäbe es dazu von ihm nichts mehr zu lesen. Hier geht es um verabredete Interview-Termine, nicht um die Live-Situation bei einer PK.

    Die persönliche Wahrnehmung des Interviews mal aussen vorgelassen(da gebe ich dir recht, es kommt wirklich in fast jedem Interview vor) würde mich deine Meinung interessieren,ob er aus deiner Sicht Recht oder Unrecht hat!?

  33. Taisumi sagt:

    @Torsten: „Ich bin mittlerweile vokommen genervt von dem Umstand, dass es in 99,9% aller Keller-Interviews immer um das Thema “Das Umfeld ist unfair, ich hatte nie eine Chance” geht (99,9% als vorsichtige Schätzung). Nach seinem holperigen Start im Winter vor einem Jahr war das ok, jetzt empfinde ich das nur noch als Selbstmitleid. Ich frage mich ernsthaft, was er denkt, mit solch einer Außendarstellung erreichen zu können. Ich komme nicht drauf.

    Und bevor wieder jemand schreibt “er wird das eben gefragt / das sind die Journalisten schuld”:
    Der Trainer des FC Schalke 04 hat selbstverständlich Einfluss auf die Themen in Interviews. Wollte er dazu einfach nichts mehr sagen, gäbe es dazu von ihm nichts mehr zu lesen. Hier geht es um verabredete Interview-Termine, nicht um die Live-Situation bei einer PK.“

    This!!!

  34. Torsten sagt:

    @eakus1904:
    Das lässt sich nicht so pauschal beantworten, dafür waren die Phasen seiner bisherigen Zeit als S04-Trainer zu verschieden. Beim ersten Mal, als S04 nach schlechtem Rückrundenstart wieder bessere Ergebnisse lieferte, fand ich solch ein Interview richtig und gut. Sich positionieren, zu sagen „ich finde da wurde zu schnell geurteilt“, das war irgendwie eine Antwort. Aber es ist, als gäbe es dieses Interview immer und immer wieder, bis heute.

    Nein, ich finde nicht, dass Jens Keller ungerechter behandelt wird als andere Bundesligatrainer. Natürlich gab es die Phase, als Horst Heldt auf die Frage nach dem Trainer rumeierte, als Jens Keller noch offziell Interimstrainer war; das machte Jens Keller angreifbar. Aber ist das nicht Teil des Bundesligageschäfts? Haben solche Situationen nicht auch andere Trainer zu überstehen? Glauben wir jetzt, dass es auf Schalke so viel schlimmer ist als anderswo oder möchten wir, dass es auf Schalke nun endlich mal besser wird, als es überall und immer war?

    Dass Journalisten über andere Trainer schreiben, wenn ein Trainer zunächst lange nur die Zwischenlösung war und es sportlich weniger gut läuft als vom Club erwartet wird, ist völlig normal. Umgekehrt wurde nach 4 Siegen auch in jeder Zeitung ausführlich beschrieben, warum jetzt auf Schalke alles total super läuft. Trainer raus-Rufe hat es m.E. auch noch nicht gegeben, zumal Jens Keller bei PKs regelmäßig sagt, dass die Fans toll seien.

    Warum lässt er das Thema als nicht mal hinter sich? Warum gibt er sich nicht einfach als Fußballfachmann, der er sicherlich ist? Warum redet er nicht über sportliche Aussichten oder die von ihm analysierten Fehler? Kurz: Was glaubt er, welchen Vorteil er aus diesen Interviews ziehen kann? Ich weiß es nicht (und bin damit wieder an der gleichen Stelle wie ein Stückchen weiter oben ;)

  35. Dropkicker sagt:

    Apropos Außendarstellung und Interviewtermine. Heute um 21:15 sitzt Jens Keller eine Stunde beim „Audi Star Talk“ auf Sport1 und lässt sich vom dauergrinsenden Wonneproppen Klaus Gronewald vermutlich ein paar komödiantische Anekdoten aus der Nase leiern.
    Ich frage mich ernsthaft, muss das sein? Kann man diese Bühne nicht einfach mal links liegen lassen? Jens Keller passt überall hin, nur nicht in eine Unterhaltungssendung. Das Fremdschämpotenzial erscheint mir riesengroß.

    By the way, kreative Führungspositionen mit einem normalen Arbeiter zu vergleichen hinkt gewaltig. Logischerweise ist die Fluktuation im gestaltenen Bereich extrem hoch.

  36. Սաշա sagt:

    Ich weiß nicht. Man konnte schon den Eindruck bekommen, dass Keller anders angegangen wurde(„Das Gesicht der Krise“ – tolle Überschrift) und wird(z.B. das immer gleiche Interview) als Favre oder auch Hyypiä.

    Bei ihnen liest man solch malerische Überschriften nie. Ein Blick auf die Rückrundentabelle zeigt: Gladbach steht noch ohne Sieg da und auf Platz 16. Das Wort „Krise“ fällt dennoch auffallend selten, Kritik am Trainer überhaupt nicht. Ganz anders also als bei uns. Ob das an Keller liegt oder an Schalke weiß ich nicht. Dass mit zweierlei Maß gemessen wird, steht für mich allerdings außer Frage.

  37. Dropkicker sagt:

    Nachtrag für die Interessierten: Wie ich gerade sehe, wird die Sendung morgen um 10:00 und Donnerstag um 19:30 wiederholt.

  38. Königsblau MS sagt:

    Der Schalker „Aufbautrainer“ Jens Keller hat für einen CL-Anwärter eine grandiose Trainerlaufbahn hingelegt und untermauerte dieses auch schon in der Vergangenheit mit starken Interviews.

    So hatte er in Jahre 2010 für allgemeines Kopfschütteln gesorgt, als er seinen Amtsvorgänger bei VfB Stuttgart, den Cheftrainer Christian Gross, stark kritisierte und beklagte, dass er sich als Co-Trainer gegen seinen „dominanten“ Chefcoach nicht hatte durchsetzen können. Der damalige HSV Trainer Armin Veh, der den VfB Stuttgart 2007 zur Meisterschaft geführt hatte, griff Keller seinerzeit wegen dessen Attacke scharf an. Wenn Keller als Assistent Sachen angesprochen habe und nicht gehört worden sein, hätte er seinen Posten eben abgeben müssen.

    Nicht einmal 2 Monate nach seiner Berufung beim VfB wurde Keller wieder suspendiert und mußte als scout ran. Anschließend kam der Stuttgarter zu Heldt auf Schalke und wurde nach nur 5,5 Monaten als U-17 Trainer auf den Chef-Sessel unserer 1. Mannschaft gesetzt.

    Wenn seine eigenen Entwicklungsmöglichkeiten auf Schalke nicht greifen, holt ihn vielleicht sein VfB Amtsvorvorgänger Armin Veh im Sommer wieder ein … Munter bleiben!

  39. hellwach sagt:

    Torsten,

    gerade weil

    …es um verabredete Interview-Termine, nicht um die Live-Situation bei einer PK.

    geht, betrifft sein Interview nicht nur die Person Jens Keller. Er ist in der Wahrnehmung auch immer Repräsentant des Vereins.

    Vor dem Hintergrund gewinnt deine Frage nach dem Zweck dieses fortgesetzten Gejammers zusätzliches Gewicht. Äußerungen wie

    Das hat bei dem einen oder anderen mit der Birne zu tun

    (nach dem Hinspiel in Hoffenheim) oder die launige Idee den Mannschaftsbus ins Tor zu stellen empfinde ich genauso unpassend wie das aktuelle Interview. Wir haben einen Sportvorstand und einen Marketingvorstand. Beide müssen mit Blick auf die Reputation des Vereins solchen Unsinn einfangen. Sei es durch Wahrnehmung solcher Gesprächstermine, sei es durch Abstimmung und Freigabe der Inhalte.

    So wie es aktuell läuft tut man weder Jens Keller, noch der Mannschaft und schon gar nicht dem Verein einen Gefallen.

  40. Farbverlust sagt:

    @McP
    Deine Argumentation bzw. dein Vergleich fällt an dem Punkt zusammen, wo du Fussball mit einem Opernensemble vergleichst.
    Der Knabenchor aus Gelsenkirchen-Buer muss müsste sich in einem Vergleich den Startenören aus München und Madrid auf der gleichen Bühne stellen und wird von diesen dann 90min an die Wand gesungen.
    Ich denke Keller spricht im aktuellen Interview ein paar wichtige und richtige Punkte an. Die Mannschaft hat sich entwickelt, also können Fans und Fanatiker auch mal endlich die Geduld an den Tag legen, die verdient ist. Angesichts Tabellensituation und der Ergebnisse anderer Vereine gegen München gilt es mal ein paar Spieltage den Ball flach zu halten und das Vertrauen muss
    man sich ja nicht aufbewahren bis irgend ein vermeitlicher Trainingsbankmessias aufschlägt.

  41. W.Hannes´79 sagt:

    @hellwach
    Ich muss sagen, ich sehe das Interview nicht als fortgesetztes Gejammer. Als Keller als Cheftrainer berufen wurde, hat er sich in Interviews überrascht von der Wucht der Reaktion des Umfelds gezeigt so oder ganz ähnlich hat er sich damals ausgedrückt). Ich war perplex, wie einen sowas nicht umblasen kann. Der ist ja auch erst 43 Jahre. Der Heynckes hat das, obwohl er zuvor alles erreicht hatte, nämlich bei uns nicht ausgehalten. AnGejammer von jens Keller kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern. Er war ganz ruhig (einigen ja zu ruhig).
    Keller jetzt vorzuwerfen, er könne das Thema nicht ruhen lassen, trifft es nicht: er wird nämlich nicht in Ruhe gelassen. Für ALLES muss er sich rechtfertigen. Dabei wird immer und immer wieder vergessen, wie schwierig diese Saison ist mit den immer wieder erneuten Ausfällen. Das er sich da gezwungen sieht, sich zu rechtfertigen, nachdem seine Arbeit immer wieder in den Dreck getreten wird, finde ich nur normal. In meinen Augen ist das eine absolut verständliche Reaktion. Wenn ich an der Arbeit, obwohl ich mein Bestes gebe (und auch alles gut läuft) ständig angemacht werden würde, würde ich mich auch wehren. und zwar solange, bis das aufhört. Da gibt es (leider auch in diesem sonst sachlichen Blog) Fachleute, die ihm allen Ernstes Fussballverstand absprechen.

    Um das nochmal klar zu sagen: auch ich war nach den beiden Niederlagen totunglücklich. Madrid kann passieren und München ist nach dem abgefälschten Freistoss in der 3. Minute bei der jungen Truppe nur zu verständlich. Die auch hier hochgelobten Radkappen haben es ja heute gezeigt, wie schnell man im Moment gegen die bayern unter die Räder kommt. Wer den Trainer nach der heutigen Reaktion ausgerechnet gegen Hoffenheim nicht endlich in Ruhe arbeiten läßt, hat es meines Erachtens echt nicht kapiert.

  42. Torsten sagt:

    @W.Hannes´79

    Für ALLES muss er sich rechtfertigen.

    Es hat tatsächlich den Anschein, als würde es Jens Keller so fühlen. Ich verstehe das nicht. Da Du es offensichtlich auch so fühlst, mal die Frage an Dich: Wie kommst Du darauf?

    Schalke 04 formuliert ganz offiziell immer wieder den Anspruch, unter die ersten Drei zu gehören. Dass es nach zwei Niederlagen von 1:6 und 1:5 auf der Bühne, auf der sich S04 als richtig wähnt, schlechte Presse gibt, ist doch vollkommen normal, oder? Erwartet irgendjemand, dass dann da geschrieben wird: Macht nix, immerhin seit ihr besser als viele andere?

    Sobald Schalke zweimal in Folge gewinnt gibt es ebenso Zeitungstexte, die uns erklären wollen, an welchen Zauberschrauben Jens Keller nun gedreht hat, dass auf einmal alles wieder toll läuft. Dann bekommen andere Clubs die „plötzlich alles schlecht Texte“. Dass ist doch schon immer so gewesen und Teil des Buisiness. Oder nicht? Ich finde schon.

    Und ich rede hier, wohlgemerkt, weil auch Jens Keller das immer betont, von Zeitungstexten. Nicht von Fanreaktionen oder gar Forumsdiskussionen. Meine eigenen Texte darfst Du gerne darauf untersuchen, ob ich irgendwas in dem Dreck treten oder Jens Keller Sachverstand abspreche. Da können wir dann gerne drüber reden. Aber vor allem interessiert mich die Antwort auf meine Frage oben.

    @Սաշա:

    Ich weiß nicht. Man konnte schon den Eindruck bekommen, dass Keller anders angegangen wurde(“Das Gesicht der Krise” – tolle Überschrift) und wird(z.B. das immer gleiche Interview) als Favre oder auch Hyypiä.

    Diese unsägliche Überschrift stammt aus der Zeit des schlechten Rückrundenstarts im Winter 2013. Unter Jens Keller schied S04 aus dem Pokal und der CL aus und verlor den Anschluss an Platz 3. Im April war Jens Keller in einer anderen Zeitung „Das Gesicht des Schalker Sieges“.

    Dass Favre solche Überschriften nicht erfährt, liegt m.E. vor allem am Verhältnis Ergebnisse zu Ziele. Gladbach hat (noch?) nicht den Anspruch, in den CL-Plätzen zu landen, und Favre hat Gladbach überhaupt erst vom Abstiegsplatz in die obere Region geführt. Das ist grundlegend anders als bei Jens Keller. Als Keller Schalke übernahm sackte S04 in der Tabelle erstmal bis auf Platz 10 ab. Dass die Presse da steil ging halte ich für üblich.

  43. Dropkicker sagt:

    Stimmt zeitlich nicht ganz. „Das Gesicht der Krise“ wurde exakt nach zwei Spielen, nämlich dem 5:4 gegen Hannover und dem 0:0 in Augsburg, auf das Titelblatt gesetzt.
    Da spielte zwar noch ein bisschen das 0:5 gegen die Bayern in Katar und Kellers unbeholfener Umgang mit den Medien mit rein, trotzdem war das eine bodenlose Frechheit und respektlose Meinungsmache. Wie man es eben gewohnt ist im Hause der hetzenden Headline-Akrobaten.

  44. W.Hannes´79 sagt:

    @Torsten

    Ich denke nicht, dass ich wie Jens Keller fühle, aber verstehen kann ich seine Reaktion: anfangs hat man von ihm trotz der überzogenen (Hetz-)Kampagne gegen ihn gar nichts gehört, ausser, dass er von der Wucht der Reaktion erschrocken war. Ich denke, dass er im Verein und in der Familie genug Rückhalt hatte, um sich nicht beirren zu lassen. Mittlerweile reicht ihm das nicht mehr: in seinen Augen (übrigens auch in meinen) verbessert sich die Mannschaft stetig, in der Rückrunde ist der S04 auf Rang 2, er hat Nachwuchskräfte nach oben geführt, Wackelkandidaten stabilisiert. Aber keiner sieht es! Deswegen zeigt er auf: hallo, dass ist unter meiner Regie entstanden. Ich bin kein B-Jugend-Trainer mehr. Gestern hat er auch wieder gesagt (sinngemäß): „Die Mannschaft hat in den 15 Monaten unter mir schon oft Charakter gezeigt.“ Das hat er früher nicht gemacht. Heute ist er der Meinung, er müsse das sagen, weil es sonst nämlich keiner mitbekommt.

    Wenn ich an der Arbeit ständig kritisiert würde, nur weil meine Kollegen nicht meinen Horizont haben und nicht verstehen, was ich mache, könnte ich einfach sagen: die sind zu blöd, lass sie reden. Das gelingt mir aber auch nicht immer und dann versuch ich mich zu rechtfertigen.

    Und Du? Da muss ich doch ob Deiner Frage schmunzeln. Du betreibst hier einen Super-Blog. Deine Kommentare sind sehr oft absolut treffend. Auch „Real ist die Nummer 1 der Welt“ kann man bestimmt lustig finden. (Ich kanns nicht, weil Schalke ein Teil meines Lebens ist und ich dafür zu wenig Selbstironie besitze.) Du passt sogar auf, dass sich die Kommentatoten nicht unter der Gürtlellinie angehen wie ich neulich.
    Dennoch schreibst Du
    „Meine eigenen Texte darfst Du gerne darauf untersuchen, ob ich irgendwas in dem Dreck treten oder Jens Keller Sachverstand abspreche. Da können wir dann gerne drüber reden.“ Hast Du das nötig? Du hast doch nichts in den Dreck getreten oder Keller beleidigt. Trotzdem verteidigst Du Dich und hebst das nochmal heraus. Warum? Ist das nicht GENAU die gleiche Reaktion wie die von Jens Keller?

    Eigentlich wollte ich nie so einen langen Kommentar schreiben,aber ich will mich auch nicht vor Deinen Fragen drücken, deshalb:
    Schalke ist unter den ersten Drei (ja 2 Tore, seis drum). Und wenn wir nicht so viele Ausfälle hätten, sehe es noch ganz anders aus, davon bin ich überzeugt. (An die Bauern kommt eh niemand ran, das kann auch zur Zeit nicht der Anspruch sein)Und deshalb kann es nicht sein, dass nach 2 Niederlagen nach so einem guten Beginn in der RR alles niedergemäht wird. Das hat doch mit schlechter Presse nichts zu tun! Das ist ein völliges Zerreissen! Klar, der Wilmots-Hexer-Eigenrauch-Truppe wäre das nie passiert. Ich weiss auch nicht was da in der Mannschaft (noch) nicht stimmt. Aber da kann doch kein Keller was dafür. Steht er gegen Real hoch, ist es falsch. Steht er gegen München tief, ist das noch falscher. Lässt er Draxler spielen ist es falsch, aber wehe er hätte ihn nicht gebracht. USW Wir haben 2001 (?) die Bauern 5:1 aus der Halle geschossen. Hat der Hitzfeld da auch so aufs Maul bekommen? Bekommen die Radkappen, Vizekusen jetzt so reingetreten? Oder Doofmund kürzlich? Die hatten ja sooooo viele Verletzte. Da ist doch kein Verhältnismäßigkeit mehr. Der Rudi Assauer hat mal gesagt (sinngemäß): uns Popeltruppe will keiner oben haben. Noch früher war es die Polakentruppe. Lach nicht, ich entspinne keine Verschwörungstheorien. Aber ich denke schon, dass das in den Medien festsitzt: Schalke ist dreckig, gehört da nicht hin, da muss es Skandale geben. Asozial und eine Flasche Bier… Und im Übrigen finde ich, dass die Fans im Stadion und in den Foren einen gewaltigen Teil dazu beitragen. Also in anderen Fanforen darf man da nicht gucken, die machen sich über uns und unsere Probleme sowie das übersteigerte Anspruchsdenken lustig.

    Und es stimmt auch nicht, dass nach 2 Siegen wieder alles gut ist. Noch Wochen werden wie die Klatschen hören: Siege werden angekündigt mit: „nach den verheerenden Niederlagen konnte sich Schalke wieder etwas befreien“. Was nach Niederlagen kommt ist eh klar (reichen ja auch schon Unentschieden gegen Mainz).

    Es geht mir auch gar nicht um Jens Keller oder Santana oder andere. Obwohl ich die Treibjagt (wie unsäglich ging das immer gegen den Matip, in meinen Augen einer der besten Verteidiger in Deutschland oder jetzt gegen den Neustädter.)Es geht mir um meinen Verein. Und der Keller ist ein Guter, das hat er gezeigt. Und wir haben ne junge entwicklungsfähige Truppe. Aber er wird verjagt werden und dann geht das Theater von vorn los und nichts kann sich mal entwickeln. Die jungen Spieler gehen, weil keine Kontinuität da ist. Vielleicht kommen auch wieder die Bent Christensen oder Mihailovic.

    So nun ist aber gut Sonntag Nachmittag.

  45. steigersohn sagt:

    „Eigentlich wollte ich nie so einen langen Kommentar schreiben“

    Danke, hast Arbeit abgenommen ;)

    „Glauben wir jetzt, dass es auf Schalke so viel schlimmer ist als anderswo oder möchten wir, dass es auf Schalke nun endlich mal besser wird, als es überall und immer war?“

    Selbst wenn es so wäre, dass Schalke nicht schon etwas länger überdurchschnittlich „geprügelt“ wurde, hielte ich deine Frage für sehr wenig relevant. Ich könnte mich meistens tierisch aufregen, wenn ich diverse Journalisten/Moderatoren/Kommentatoren/Experten und auch Schiris nicht zu meiner Beruhigung beschimpfen täte (-innerlich, manchmal laut);). Wenn es überall oder in Köln besser würde, müsste man auch nichts dagegen haben, es interessiert nur weniger.
    Mich wundert es schon irgendwie, dass du das Interview nicht begrüßen kannst.

  46. Torsten sagt:

    @Dropkicker:
    Da hast Du recht. Aber diese Schlagzeile war ja nur die Spitze des Eisbergs. Ich will weder diese Schlagzeile rechtfertigen noch mich nur darauf beziehen. Mir ging es um den Unterschied zu Favre oder Hyypiä, die eben mit guten Ergebnissen in „Vorleistung“ gingen, was Jens Keller nun mal nicht gelang.

    @W.Hannes´79:
    Danke für Deinen Kommentar, auch und gerade weil Du nicht so lange schreiben wolltest ;-)
    Wir müssen dabei ja auch auf keinen gemeinsamen Nenner kommen, aber für mich fühlen sich Deine Ausführungen zu dünnhäutig an. M.E. reagieren die Zeitungen ggü Schalke 04 und Jens Keller wie es zu erwarten ist, was natürlich nicht heißt, dass ich das immer total gut finden würde. Grundsätzlich ist es das alte Anspruch/Wirklichkeit-Spiel und lässt sich an der Tabelle ablesen. Schalke 04 hat einst Platz 3 als Ziel ausgegeben. Wenn Schalke dann gerade auf Platz 7 steht, ist die Presse eben nicht jubelnd.

    Trotzdem verteidigst Du Dich und hebst das nochmal heraus. Warum? Ist das nicht GENAU die gleiche Reaktion wie die von Jens Keller?

    Ich habe damit nachgefragt, weil mir nicht klar war, ob Du mit dem Satz …

    Da gibt es (leider auch in diesem sonst sachlichen Blog) Fachleute, die ihm allen Ernstes Fussballverstand absprechen

    … mich gemeint hast oder Kommentatoren. Damit wollte ich klären, ob ein Vorwurf mir gegenüber im Raum steht oder nicht, damit ich darauf eingehen kann. Hier ist das „Geschäft“ eben zu diskutieren. Dabei kann „Meinung vertreten“ auch ein Stück Rechtfertigung sein, nämlich wenn man angegriffen wird. Jens Kellers Job ist es aber eben nicht(!), zu diskutieren. Er soll aussagen treffen, am besten zum sportlichen Geschehen. Für diesen Bereich ist er der Experte. Medienarbeit muss er leisten, aber eben bestenfalls für den Verein und nicht für sich. Und ich glaube eben ganz ehrlich, dass es ihm besser gehen könnte und er ein besseres Image aufbauen würde, wenn er aufhören würde sich zu beschweren und sich stattdessen als Fußballfachmann darstellt.

    Wenn Schalke auf Platz 10 steht macht das natürlich keinen Unterschied. Aber vielleicht steht S04 demnächst ja erstmals unter Jens Keller auf Platz 3, dann wird ihm die Presse auch entsprechend positiv begegnen und weitere Chancen zur Darstellung bieten.

  47. W.Hannes´79 sagt:

    @Torsten

    Ich habe nicht Dich gemeint, sondern die, die hier auf einzelne Spieler und den Trainer losgehen und dabei teilweise JEGLICHE Verhältnismäßigkeit vermissen lassen.

    Bzgl. Jens Keller ist jetzt gut. Wir sind nicht einer Meinung und das ist auch nicht schlimm. Es wird nie geschehen, dass er ein besseres Image bekommt, da kann er machen, was er will (außer vielleicht Meister werden). Und das stimmt mich traurig, weil dadurch auch in Zukunft keine Ruhe einkehren wird. Und da geht es mir, wie schon geschrieben, nicht um den Trainer Keller, sondern um den FC SCHALKE 04.

  48. Torsten sagt:

    Wir sind nicht einer Meinung und das ist auch nicht schlimm.

    Smilies

  49. Alles wie immer: Horizont Hoffenheim sagt:

    […] das alles stand hier auch schon heute vor einem Jahr. Und wieder ist Markus Gisdol zuzutrauen, Schalkes Schwächen auszunutzen, und wieder gilt es […]

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