Artikel im Mai 2014

Mein „WM 2014 Google-Kalender“ für alle

Ab sofort gibts meinen „WM 2014 Google-Kalender“ für alle. Er kann mit den meisten Online-Endgeräten (auch iPhone, iPad, Android Phones etc.) genutzt, per Feed empfangen oder in Webseiten integriert werden.

Am 15. Juni spielt Elfenbeinküste gegen Japan; morgens um 3 Uhr. Dieser Klassiker darf selbstver- ständlich nicht verpasst- und deshalb muss das Leben drumherum geplant werden. Schließlich ist’s mit schlafen schlecht, denn es finden sowohl in den 24 Stunden zuvor, als auch in den 24 Stunden danach, jeweils drei andere Spiele statt. Da reichte mir mein hübscher, großer Wand-Spielplan nicht, das wollte ich lieber in meinen Google-Kalender integieren. Und für den Fall, dass das noch jemand so haben will, gebe ich ihn hiermit frei.

Der „WM 2014 Google Kalender“ steht im XML, iCal und HTML-Format zur Verfügung. Hier gibt’s die Links dazu:
 

(Hinweis für die Nutzung in Android, Hinweise zur synchronisation auf dem iPad)

Stehplatz Vierfuffzich: Der MSV braucht wieder Geld

… und verkauft schon mal Tickets für die Saison 2038/2039.

Vor einem Jahr wurde der MSV Duisburg 11. der Zweiten Liga und zitterte danach um die Lizenz. Zwischen Verbleib in Liga 2 bis zur Insolvenz schien alles möglich, das Ruhrgebiet zeigte sich solidarisch, die Fans bangten. Am Ende stand der Zwangsabstieg in die Dritte Liga, verbunden mit der Hoffnung, sich dort wieder aufrappeln zu können, Personalien und Finanzen zu ordnen, um eines Tages zurückzukommen.

Jetzt, ein Jahr später, fehlt es dem MSV an Geld für die Lizenz zur Dritten Liga. Bis zum 27. Mai müssen 2,7 Millionen Euro aufgebracht werden. Außerdem habe der Club für die kommende Saison noch nicht die 2 Millionen Euro Rücklage an den Verband gezahlt, die jeder Verein hinterlegen muss, um die finanziellen Auswirkungen einer möglichen Insolvenz abzufedern, schreibt die Rheinische Post.

Um schnell auch zukünftiges Geld ins Heute zu holen, bietet der MSV seinen Fans jetzt eine „Generationen-Dauerkarte“ an. Diese gilt für 25 Jahre und kostet 1.902 Euro (Stehplatz) oder 3.999,02 Euro (Sitzplatz). Sicherlich ist das nur eine Blüte im Strauß der Geldbeschaffung, und bislang interessierten sich nur 30 bis 40 Fans für dieses Angebot. Aber 9,41 Euro für einen Sitzplatz und 4,48 Euro für einen Stehplatz, auf 25 Jahre hinaus, sind schon ein arges Verschachern des eigenen Produkts. Trainer Baade nannte einen ähnlichen Fall zu recht abstrus. Nun ist ausgerechnet „sein“ MSV der nächste Club, der zu solchen Mitteln greifen muss. Ein Jammer.

Quasi-Stammplatzgarantie für Uchida

Schalke sucht nun doch keinen Rechtsverteidiger mehr, sagte Horst Heldt in einem Interview. Stattdessen würde man gerne noch einen Stürmer verpflichten, berichtet kicker, einen anderen Spielertyp als Klaas-Jan Huntelaar und Adam Szalai darstellen. Diese Entscheidungen sind nicht sensationell, gehören in die Kategorie „kann man machen“. Immerhin bemerkenswert sind sie schon, stellen sie doch das Gegenteil von dem dar, was bislang als Plan in Sachen Kaderoptimierung galt.

Atsuto Uchida hat sich in den letzten Spielzeiten positiv entwickelt. Als Neuzugang war er ein Risiko für Schalkes Defensive, mittlerweile ist er ein guter Rechtsverteidiger. Gleichwohl ist er nicht so gut, dass er keine Konkurrenz gebrauchen oder Schalke sich auf dieser Position nicht verstärken könnte.

In der vergangenen Saison kam Atsuto Uchida lediglich auf 17 Ligaspiele. Eine halbe Spielzeit war vor allem Tim Hoogland Schalkes Rechtsverteidiger. Dessen Vertrag lief aus, demnächst will Schalke bei einem Uchida-Ausfall frickeln. Andere könnten diese Position auch spielen, sagte Horst Heldt, und nannte einen Pool an Spielern, die allesamt auf ihren anderen, herkömmlichen Positionen besser aufgehoben sind. Dass Tim Hoogland in der letzten Saison, trotz gleicher Optionen, als zweiter Rechtsverteidiger gesetzt war, zeigt auf, dass Schalke an dieser Stelle weiter an Qualität einbüßt.

Für den Angriff verpflichtete Schalke im letzten Sommer mit Adam Szalai einen reinen Stoßstürmer. Dieser galt stets als echter Backup für Nr. 1-Stürmer Klaas-Jan Huntelaar. Dass Schalke mit offensiven Flügeln und nur einer echten Spitze spielen würde, war seit Jahren klar. Andere Stürmertypen, wie Teemu Pukki oder Ciprian Marica, wurden nie gebraucht und bei Zeiten abgegeben.

Nun werde über ein Zwei-Stürmer-System nachgedacht, heißt es. Man wolle taktisch variabler werden. Variabel ist immer gut, natürlich, das stünde Schalke gut zu Gesicht. Trotzdem wurde der Kader in der jüngeren Vergangenheit vor allem auf den Positionen aufgepumpt, von denen in einem Zwei-Stürmer-System eine Planstelle weniger gebraucht würde. Gerade die offensiven Außen und die zentrale Offensivposition im Mittelfeld sind auf Schalke doppelt und dreifach besetzt. Wie gesagt, kann man machen. Aber wirklich weitsichtig wirkt das nicht.

Ma’kucken.

Nichts, was es nicht gäbe, in der 302

In jeder 302 würde rationaler diskutiert als hier, beschwerte sich einer der Kommentatoren in diesem Blog kürzlich. Dem stimme ich zu, theoretisch muss das so sein, denn in der 302 gibt es stets alles, jedes Niveau, auf engstem Raum. Ab und zu in rasantem Wechsel. Erst kürzlich ist mir das wieder gewahr geworden.

302, das ist die Straßenbahnlinie, welche zwischen dem Gelsenkirchener Hauptbahnhof und der Veltins-Arena verkehrt. Moderne, hübsch anzuschauende Bahnen, für den Transport von Fußballfans allerdings gänzlich ungeeignet. Von der Decke bammelnde Halteschlaufen oder längs verlaufende Verstrebungen, für stehende Fahrgäste, gibt es in den Bahnen der BOGESTRA („Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG“) leider nicht. Alle 2 Meter ist auf den Sitzbänken, jeweils recht und links, ein 20 cm breiter Haltegriff montiert. Sich daran klammernd sind sich bereits 2 Fahrgäste viel zu nah. Damit sich aber auch die Umstehenden gut riechen können, lassen sich die Fenster der Bahnen nicht öffnen.

Ob vor oder nach dem Spiel, über Schalke wird ständig diskutiert, in der 302. Ich bin stets gerne mittendrin. An wen man dabei gerät ist Glückssache. Mal wird man mit neuen Gedanken beschenkt, mal mit Sportbild-Phrasen konfrontiert. Nach dem Spiel gegen Nürnberg war ich gemeinsam mit meinem Sohn auf dem Weg zum Hauptbahnhof. Wir bekamen Sitzplätze und neben uns stand ein netter Typ, rundum gemäßigt, in Meinung, Fan-Outfit und Alkoholisierung. Das Spiel, die Qualifikation, die Tuchel-Gerüchte, wir waren nicht gleicher Meinung aber kamen überein, in den ersten 10 Minuten der Fahrt, bis er sich auf einen frei gewordenen Platz setzte, einen Meter weiter vorne, auf der gegenüberliegenden Seite der Bahn.

Am Hauptbahnhof, zum Ausstieg bereit, suchte ich noch mal nach dem Gesprächspartner. Ich wollte noch eine gute Weiterfahrt und alles Gute wünschen, als ich sah, dass er noch saß, vornübergebeugt. Vielleicht eingeschlafen, vielleicht ist was nicht in Ordnung, dachte ich; beide Fälle wären doof gewesen, an dieser Endhaltestelle. Es brauchte aber nur einen Schritt in seine Richtung um zu erkennen, dass weder das eine, noch das andere der Fall war, dass er stattdessen seinen Pimmel in der Hand hatte, um seinen zuvor geleerten Bierbecher neu zu füllen.

Die Verabschiedung lies ich ausfallen und sah ich zu, dass meinem Sohn der Anblick erspart blieb. Zum Fanwissen gehört zweifellos, dass immer mit allem gerechnet werden muss, auf und um Schalke. Ich bin allerdings noch mit der theoretischen Einweisung des Juniors zugange, die entsprechende Praxisstufe für solche Eindrücke verlangt noch etwas Vorarbeit.



PS: Eine andere 302-Geschichte war die des Straßenbahnderbys

Die 10-Jahres-Tabelle der Bundesliga

Die 10-Jahres-Tabelle der Bundesliga



Für den FC Schalke 04 stehen in dieser Zeit zu Buche:

2004/2005: UEFA-Cup Teilnahme via UI-Cup, Vizemeister, Champions League-Qualifikation, DFB-Pokalfinalist | 2005/2006: UEFA-Cup Halbfinalist, UEFA-Cup Qualifikation | 2006/2007: Vizemeister, Champions League Qualifikation | 2007/2008: Champions League Viertelfinale, Qualifikation zur Champions League-Qualifikationsrunde | 2009/2010: Vizemeister, Champions League Qualifikation | 2010/2011: Champions League-Halbfinalist, DFB-Pokalsieger | 2011/2012: Europa League Viertelfinale, Champions League Qualifikation | 2012/2013: Champions League Achtelfinale, Qualifikation zur Champions League-Qualifikationsrunde | 2013/2014: Champions League Achtelfinale, Champions League Qualifikation



Hier geht’s zu den Versionen 2013, 2012, 2011

Sieg, Qualifikation – trotzdem Diskussion

Schalke gewinnt das letzte Saisonspiel mit 4:1 gegen Nürnberg und sichert damit die direkte Qualifikation für die Champions League. Dass es so enden würde stand über 90 Minuten nie zur Diskussion, Nürnberg war schwach, Schalke traf früh. Diskutiert wurde auf den Rängen des Stadions allerdings trotzdem, über Gerüchte um den Trainer des FSV Mainz 05, die via Smartphones schnell die Runde machten.

Wie schon gegen Freiburg merkte man Schalkes Mannschaft an, dass sie keine Zweifel aufkommen lassen wollte. In Freiburg gab es noch kurze Phasen, die mit etwas Pech das Spiel hätten kippen lassen können. Nürnberg kam lediglich nach einer verunglückten Flanke zu einem Pfostentreffer; aber da führte Schalke bereits 1:0.

Leon Goretzka zeigte sich von seiner Nominierung für den vorläufigen WM-Kader beflügelt und war der beste Spieler auf dem Platz. In den letzten 20 Minuten durfte sich auch noch Jan Kirchhoff seinem neuen Heimpublikum vorstellen. Seine Präsenz im Zentrum war bemerkenswert. Er lies erahnen, wieso er als Verstärkung für diese Rückrunde geplant war, weshalb er nun eine Verstärkung für die neue Saison sein kann.

Letzten Endes lief für Schalke 04 in dieser Bundesligarückrunde aber fast alles optimal, auch ohne Jan Kirchhoff. Nach einer Hinrunde mit teilweise furchtbaren Auftritten kam diese Serie überraschend. Gepaart mit ebenfalls überraschenden Negativserien der Clubs aus Leverkusen und Gladbach, wurde Schalke bereits am 25. Spieltag auf Rang 3 gespült und blieb dort.
Vor allem in der ersten Hälfte der Rückrunde zeigte Jens Kellers Mannschaft einige richtig starke Spiele. Gegen Ende der Saison war das Offensivspiel nicht mehr ganz so kreativ und das defensive Mittelfeld nicht mehr ganz so dominant. Gerade das letzte Spiel gegen Nürnberg kann aber als bespielhaft dafür betrachtet werden, wie Schalke mit hohem Aufwand und sicherer Defensive dafür sorgte, dass man am Ende auf 11 Siege kam und sich Platz 3 redlich verdiente.

Nach einer Hinrunde mit teilweise furchtbaren Auftritten hätte sich niemand fragend am Kopf gekratzt wenn er gehört hätte, dass sich Schalke 04 um Thomas Tuchel bemüht. Dieser wird fortan kein Trainer in Mainz mehr sein. Diese Nachricht und einiges mehr an Gerüchten huschte am Samstag über tausende mobile Internetempfänger im Schalker Stadion, und sorgte für Diskussionen an einem Tag, an dem doch eigentlich nur hätte gefeiert werden sollen.

Mittlerweile machte Mainz‘ Manager Christian Heidel öffentlich, dass Schalke Anfang des Jahres den Mainzer Trainer für die kommende Saison verpflichten wollte. Dies lässt Horst Heldt als gescheitert und Jens Keller als gehörnt dastehen. Nun wolle Thomas Tuchel in der Saison 2014/2015 keine Mannschaft trainieren, so Heidel weiter.

In der Bewertung des gesamten Falls stoßen sich einmal mehr Planung und Tagesgeschäft, ein Dilemma, welches meines Erachtens für eine Vielzahl schlechter Entscheidungen im Profifußball verantwortlich ist. Meines Erachtens ist Thomas Tuchel der beste Bundesligatrainer nach Jürgen Klopp, und es wäre geradezu fahrlässig von einem Club wie Schalke 04, wenn man nicht versuchen würde ihn zu verpflichten, wenn eine Chance dazu besteht. Im Licht der aktuellen Rückrunde mag das gegenüber Jens Keller als falsch erscheinen. Die anderthalb Spielzeiten zuvor boten aber immer wieder Argumente dafür, und die richtig guten Trainer verpflichtet man eben nicht in englischen Wochen, das braucht eine gewisse Planung, eine entsprechende Vorlaufzeit.

Ob Thomas Tuchel damit für Schalke auf alle Zeit verbrannt ist, ob Jens Keller wider aller Diskussionen zu Schalkes Rekord-Dauertrainer wird, wie der nächste, zwangsweise irgendwann kommende neue Trainer auf Schalke heißt: Ma’abwarten. Doof ist jedenfalls, dass einem durch diese Geschichte kaum Zeit zum Freuen und zum Luftholen bleibt, dass Schalke damit vom letzten Ereignis gleich in die nächste Diskussion fällt.

Aber das ist eben Schalke.

Das Ende naht

Noch ein Spiel. Nur noch ein Spiel. Dann ist die Saison auch schon wieder gelaufen. Für Schalke jedenfalls, für uns. Die Clubberer aus Nürnberg hoffen, dass es noch weiter geht. Nicht nur das ist unterschiedlich, alles ist verschieden.

Auf Schalke ist es ruhig. Es gab gestern keine Pressekonferenz, alle Nachrichten kreisten um die Nominierungen für den erweiterten WM-Kader der Nationalmannschaft. Wir können davon ausgehen, dass sich Schalkes Profimannschaft professionell vorbereitet. Sie wird bereit sein, das morgige Spiel zu gewinnen. Ihr wird klar sein, dass das Spiel wichtig ist. Nervös ist aber niemand, auf Schalke. Man weiß um die eigenen Qualität, man hat in Freiburg den wichtigen Sieg nach zwei Niederlagen eingefahren, man trifft nun auf einen Gegner, der sechsmal in Folge verloren hat. Wir gehen von einem Erfolg aus. Wir wollen dieses Spiel genießen, das letzte Bier, die Ehrenrunde, wir nehmen uns vor, uns das Knappenkarten-Guthaben zu merken, und dann freuen wir uns auf die nächste Saison.

Nürnberg hingegen steht vor einem existenzbedrohenden Schritt. Sechs Niederlagen haben den Clubberern, Dementoren gleich, den Glauben ausgesogen. Trainer Roger Prinzen ging gestern mit gutem Beispiel voran, warb dafür, dass außer ihm auch andere noch Hoffen mögen. 90 Minuten, ein Endspiel. Ein Sieg könnte die Relegation und in der Folge eventuell noch den Klassenerhalt bedeuten.
Ein Abstieg ist immer ein großes Risko. Es gibt keinen Automatismus, der einen Tranditionsclub in der zweiten Liga an der Oberfläche hält. Die guten Spieler würden gehen. Auch die schwächeren Spieler verdienen nach 4 Jahren in Liga 1 mehr, als sich ein Club mit Zweitligaeinnahmen leisten will. Eine mehr als schwierige Situation droht, ist sehr nah.

Nur noch 90 Minuten plus Nachspielzeit.
Glückauf.