Viel Spaß, wenig Sorgen: Schalkes JHV 2014

Schalkes Jahreshauptversammlung 2014, am vergangenen Sonntag, war eine rundum harmonische Veranstaltung. Verein und Fanorganisationen hatten einiges dafür getan, ein positives Bild abzugeben. Ein Gegenstück zur Versammlung von vor einem Jahr, bei der es im Kampf um und gegen Viagogo hart, manchem zu hart zur Sache ging. Diesmal wurde viel gejubelt. Bemerkenswert war, dass sich niemand am Anstieg der Verbindlichkeiten um mehr als 13 Millionen Euro störte. Schalke hat sich offensichtlich eingerichtet, mit seinen Schulden, es lebt sich gut damit. Jegliche Existenzängste scheinen verflogen.

Der im Vorfeld so heiß anmutende Kampf um Demokratie im FC Schalke 04 wurde in Hinterzimmer verlegt. Nach allen Anträgen zur Veränderung des Wahlausschusses wurden auch alle brisanten Anträge zur Veränderung des Aufsichtsrats vor der Veranstaltung zurückgezogen. Dazu soll es nun Arbeitsgruppen geben, um für die nächste Jahreshauptversammlung Anträge vorzubereiten, die eine breite Akzeptanz im Gesamtverein finden können.
Selbst den Kampf um die Plätze im Wahlausschuss habe ich nicht als allzu heiß wahrgenommen. Zwar verloren die vom FC Schalke 04 zunächst offiziell, später nur noch inoffiziell unterstützten Kandidaten des Schalker Fan Club Verbandes (SFCV) auf ganzer Linie. Aber mein Eindruck war, dass sich 90% der Anwesenden Mitglieder einen feuchten Kehricht um Lager wie SFCV oder die Initiative „Schalke.V.ereint“ scherten, und dass ganz schlicht die besten Redner die meisten Stimmen erhalten haben. So verhielt es sich auch bei der Wahl um die freien Aufsichtsratsposten.

Gejubelt wurde vor allem über sportliche Ergebnisse und Vertragsverlängerungen. Der nun beinahe feststehende, direkte Champions League-Platz der Profis, der Gewinn der Westdeutschen Meisterschaft der U19, die Vertragsverlängerungen Ralf Fährmanns und Norbert Elgerts, die Ehrungen für Willi Koslowski und Rudi Assauer, sogar die Verlängerung eines Werbevertrags sorgten für gute Laune. So gute Laune, dass es, abgesehen von den Vorfällen um den Polizeieinsatz beim Champions League-Heimspiel gegen PAOK Saloniki, keinen Redebedarf gab. So gute Laune, dass es keinen Pfiff, kein Raunen, nicht mal peinlich berührtes Schweigen gab, als Finanzvorstand Peter Peters in seiner Rede den Anstieg der Verbindlichkeiten von 217 Millionen Euro auf 230 Millionen Euro erwähnte.

Diesen Anstieg begründete Peter Peters mit den Kosten für die Reparatur des Arenadachs und mit Investitionen in die Mannschaft. Der im Vorjahr angefallene, im Konzernbericht 2012 ausgewiesene und eben mit der Dachreparatur begründete Fehlbetrag betrug rund 8,9 Millionen Euro.
Mit einem Umsatz von 206,8 Millionen Euro hat Schalke 04 in 2013 das zweithöchste Ergebnis der Clubgeschichte erreicht. Im Sponsoring gab es eine Einnahmensteigerung von rund 5 Millionen Euro, bei den medialen Verwertungsrechten gab es eine Einnahmensteigerung von rund 6 Millionen Euro. Schalke ist 2013 bis ins Champions League-Achtelfinale gekommen, hatte in den letzten Spielzeiten auf dem Transfermarkt durchaus mit Augenmaß agiert und erhöht dann die Verbindlichkeiten, um auf einen schlechten Saisonstart mit der Verpflichtung eines Kevin-Prince Boatengs zu reagieren? Das ist meines Erachtens doch arg ernüchternd.

Es ist schon kurios, wenn Peter Peters in seiner Rede mahnt, man könne jeden Euro nur einmal ausgeben, er aber parallel darstellt, dass Schalke das gleiche Geld für Dach und Prince ausgab. Es hat einen gewissen Witz, wenn Redner argumentieren, man müsse die Finanzen konsolidieren um auf dem Transfermarkt flexibel zu sein, wo Schalke doch gerade mit der Personalie Prince darstellte, wie flexibel man mit über 200 Millionen Euro Verbindlichkeiten sein kann.

Letztlich blieb Peter Peters selbst der einzige Rufer zur Vernunft, denn neben allen Zahlen stellte er auch wörtlich dar, wie knapp die finanziellen Spielräume tatsächlich sind. Man müsse auch in Zukunft stets Prioritäten setzen, ob man Verbindlichkeiten abbauen, in die Mannschaft investieren oder Geld in das Vereinsgelände stecken wolle. Bei gleichzeitigem Abbau von Verbindlichkeiten und ohne Spielerverkäufe seien Verpflichtungen weiterer Klassespieler oder Vertragsverlängerungen schwierig; wer Gewinne machen möchte, müsse „auch mal einen Spieler abgeben“.

Von Schuldenfreiheit in x Jahren ist seit einiger Zeit auf Schalke keine Rede mehr. Das scheint allerdings im Großen und Ganzen auch nicht weiter zu stören. Aktuell hat Schalke schließlich auch mit 230 Millionen Euro Verbindlichkeiten viel Spaß.



32 Kommentare zu “Viel Spaß, wenig Sorgen: Schalkes JHV 2014”

  1. blues sagt:

    „… wie knapp die finanziellen Spielräume tatsächlich sind.“

    Schalke geht es bald besser, denn in Kürze ist das Stadion abbezahlt und es eröffnen sich neue Spielräume. So konnte und sollte die Erzählung der Schalker Verantwortlichen interpretiert werden. Viele glauben das bis heute.

    Scheinbar aber steckte und steckt in den Schalker „Bad Companys“, also in den mit hohen Krediten belasteten Firmen des Vereins, eine so hohe Schuldenlast, dass diese nur parallel zu den gewonnen Spielräumen aus der Arenaabzahlung ins Bilanzlicht gezerrt werden kann. Anders ist der, trotz fortgeschrittener Arenaabbezahlung, andauernde hohe Schuldenstand von konstant deutlich über 200 Millionen Euro nicht mehr zu erklären.

    Nur eines ist dabei noch tröstlich: Solange die Bad Companys existieren, brauchen wir uns keine Sorgen machen, dass die Umwandlung in eine GmbH, AG oder ähnliches, bevorsteht. Der dann geforderten Transparenzpflicht wären die Leichen des alten Schalker Schuldenmanagements vermutlich nicht gewachsen.

  2. Steffen sagt:

    Das der Berg trotz allem eher wächst – Stadiondach hin oder her – gibt doch Anlass zum grübeln. Aber Fananleihe u.ä. hinterlassen halt auch ihre Spuren.
    An der Arena selber hält der Firmenmoloch Schalke 04 doch nur noch 50% oder so?

  3. #Link 11: Kölsch ist nicht zwingend unseriös | Fokus Fussball sagt:

    […] unter dem Motto »Spaß trotz Schulden« bietet dagegen derzeit der FC Schalke 04. Torsten Wieland (Königsblog) berichtet von der […]

  4. Jürgen sagt:

    Der Staat macht vor, wie man problemlos über die eigene Verhältnisse leben kann. Bei dem billigen Geld hat es schon besonderen Reiz, sich zu verschulden.

  5. papa04 sagt:

    230 Millionen? Ich hatte irgendwas mit 180-190 im Kopf…

    Noch ne andere Frage: Vor einiger Zeit stand in der SZ, dass sich Katrin Göring-Eckardt auf der JHV dafür aussprechen wollte, den Vertrag mit Gazprom auslaufen zu lassen. Habe davon jetzt aber nichts gelesen. Die ist also nicht aufgetreten?

    Danke für den Bericht!

  6. Torsten sagt:

    Richtig. Frau Göring-Eckardt war bei der JHV nicht zu sehen.

  7. papa04 sagt:

    @Torsten
    Danke!

  8. McP sagt:

    Auf Grund von Rückzahlverpflichtungen baut Schalke automatisch (so lange man zahlungsfähig ist) Schulden ab. In 2013 sind so etwa Verbindlichkeiten bei Kreditinstituten um gut 7 Mio reduziert worden. Das bedeutet dann, dass man 2013 20 Mio neue Schulden gemacht hat.

    Im Konzernbericht kann man nachlesen, dass die Anleiheverpflichtungen um 13 Mio und Verpflichtungen aus Transfergeschäften um 11 Mio gestiegen sind. Wenn ich das richtig interpretiere (korrigiert mich ggf) muss Schalke nun in den kommenden Jahren alleine 17 Mio dafür aufwenden, um Transfers aus der Vergangenheit zu bezahlen.

    Ich mag dieses Gebaren nach wie vor nicht. Schalke lebt in finanziell extrem fetten Jahren und verlagert/vergrößert weiterhin seine Probleme in die Zukunft. Mir geht die Konsolidierung nicht schnell genug.

    Treppenwitz am Rande: In den ach so schlimmen Magath-Jahren reduzierte man die finanziellen Verbindlichkeiten um 48 Mio. In den so vernünftigen Heldt-Jahren ist man trotz CL noch keinen Schritt voran gekommen.

    Quellen: diverse Konzernberichte http://www.schalke04.de/de/ver.....8211;.html

  9. BW sagt:

    Schalke hat bei der DFL einen Konzernabschluss hinterlegt. So viel Möglichkeit, in irgendwelchen „Bad Companies“ Schulden zu verstecken, gab es also gar nicht.

  10. BW sagt:

    Aber ma’n grundsätzlicher Gedanke:

    Mehrere Jahre war das Schlagwort auf Schalke „Leistungsbezogene Verträge“. So weit wie möglich wollte das Management die Spieler erfolgsabhängig bezahlen. Dadurch sollte die Finanzlage besser werden – die Spieler würden nur richtig absahnen, wenn auch Siege zustandekommen.

    Siegen allein hat aber wenig mit der Einnahmensituation zu tun. Mehr Sinn würde es doch machen, wenn Schalke denken würde, wie kleinere Vereine: Verträge müssen nach Ligazuhörigkeit variabel geschlossen werden.

    Sprich: Die Spieler verdienen deutlich mehr, wenn Schalke in der Bundesliga + Champions League spielt. Basis für die Verträge sind Gehälter für Bundesliga + Europa League. Und wird Europa ganz verpasst, gibt’s Abzüge.

    Vielleicht unrealistisch, aber eigentlich der einzige Weg, das Risiko einigermaßen zu vermindern.

  11. Steffen sagt:

    @McP

    Wenn ich mich richtig erinnere wurde die Fananleihe aufgestockt um Transfers (vorab) zu finanzieren (Boateng) die durch die Championsleague 2013/14 bezahlt werden sollen. Das Geld gibts ja erst nach der Saison, also wird fröhlich konstruiert um künftige Gelder schon mal rauszuhauen.
    Ne Transferperiode ohne große Ausgaben wäre wohl sehr wünschenswert.

  12. Ollis sagt:

    @Steffen + McP

    Und mich wundert, das bei solchen offensichtlichen finanziellen Konstruktionen die Stimmung auf der Mitgliederversammlung so gut gewesen ist. Kritische Stimmen scheint es nur von Peters gegeben zu haben. Wie weiter oben schon erwähnt, befindet sich der Verein im Moment finanziell „fetten Jahren“. Wenn man am Samstag verliert und Leverkusen das Spiel gewinnen sollte, steht ein Teil dieser finanziellen Vorgriffe schon wieder auf der Kippe. Dann hängt es von zwei Spielen vor der Saison ab.

  13. Torsten sagt:

    Wenn man mit der Zasterliga gerade mal mit dem kleinen Zeh im grünen Bereich ist, dann schüttelt es einen.

    … schreibt jemand zu dem Thema im westline-Forum und das ist es, was auch mich auch am meisten antitscht.

    Trotz sportlichem Erfolg und Steigerungen in Bereichen wie TV-Gelder oder Marketing, obwohl das ganz große Rad gedreht wird, bleibt nicht genug Geld über, um eine Verpflichtung eines Kevin-Prince Boatengs zu bezahlen.

    @BW:

    Zu Vertragsabschlüssen gehören ja immer mehrere Parteien. Boni bei Erfolgen sind das eine, aber „leistungsbezogene Verträge“, die beinhalten, dass Spieler wirklich wenig verdienen, wenn der Club keinen Erfolg hat, kann man nur Spielern verpassen, die ansonsten niemand mehr verpflichten will. Spieler, die eine gewisse Qualität zu verkaufen haben und S04 weiterhelfen können, gehen auf so was natürlich nicht ein.

    @McP:

    Treppenwitz am Rande: In den ach so schlimmen Magath-Jahren reduzierte man die finanziellen Verbindlichkeiten um 48 Mio. In den so vernünftigen Heldt-Jahren ist man trotz CL noch keinen Schritt voran gekommen.

    Nur weil Magath schon wieder weg war, als sein Wahn in die Bilanz schlug.

  14. Simon sagt:

    Es ist, das kann man in jedem Fall festhalten, alles unglaublich knapp auf Kante genäht. Das war aber doch schon im letzten Sommer klar, als man die Anleihe rausbrachte, um den Einnahmen der CL vorzugreifen, um schnell zwei Transfers zu tätigen, ohne die man die noch sehr junge Saison zu Recht ernsthaft gefährdet sah. Ich will die Transfers an sich überhaupt nicht kritisieren: Boateng und Aogo werden uns auch nächste Saison noch helfen, aber sehr gefestigt ist das alles nicht. Man wagt sich kaum vorzustellen, was passiert wäre, wenn es in der CL-Quali nicht geklappt hätte. Dann hätte Heldt Draxler wohl persönlich nach London gebracht.

    Eigentlich wusste man das alles also ungefähr schon im Sommer, aber ich finde es auch insgesamt sehr ernüchternd, dass bei dem großen Umsatz am Ende so wenig hängen bleibt. Die sich nun abzeichnende dritte CL-Teilnahme hintereinander ist vor diesem Hintergrund eigentlich die Pflichtaufgabe für Königsblau in den nächsten Jahren.

    Nicht ohne Grund hat Heldt vor ein paar Tagen öffentlich angemahnt, die EL finanziell attraktiver zu gestalten. Zu Recht wie ich finde – aber kaum aus Nächstenliebe zu BMG oder Mainz, sondern aus der Befürchtung heraus, was uns blühen wird, wenn wir da reinrutschen.

    Wenn man sich das alles so ansieht… dann kann man schon fast wieder verstehen, dass die meisten dann wohl eher die Option bevorzugen, sich über die finanzielle Lage des Vereins lieber nicht zu viele Gedanken zu machen.

  15. McP sagt:

    „Nur weil Magath schon wieder weg war, als sein Wahn in die Bilanz schlug.“

    Also haben sich die Erfolge von Müller/Rutten mit Verspätung in den Bilanzen 10 und 11 niedergeschlagen?

    2011 stand man bei 99 Mio Personalkosten. Darin steckten sehr hohe Abfindungen für Magath plus Entourage und Rangnick. 2012 hatte man 98 Mio Kosten. Darin steckten angeblich hohe Abfindungen, um überzählige Magath-Spieler los zu werden. Damals wurde angekündigt, dass sich die Spareffekte in 2013 auswirken werden.

    2013 steht man wieder bei 98 Mio. Diese 98 Mio sind nicht belastet durch Abfindungen. Sie bedeuten einfach nur, dass Schalke für weniger Spieler deutlich mehr Geld ausgibt als in der Magath-Zeit.

    Meinetwegen können wir amüsiert oder angewidert vom Magath-Wahn reden. Aber wie benennen wir dann die jetzige Zeit?

  16. Ney sagt:

    Naja, immerhin wissen wir bereits, was Peters in
    2015 auf der Bilanzpressekonferenz sagen wird:
    Die 8,5 Millionen Verlust trotz CL-Teilnahme,
    Erhöhung der Schmutzzulage durch Gazprom und
    vorbildlicher Konsolidierungsleistungen [tm] lagen
    einerseits an den Kosten für die Reparatur des
    Arena-Dachs, andererseits an den zu leistenden
    Restzahlungen für Transfers und Verträge aus der
    Saison 1931/32 (incl. Zinsen & Gebühren).

  17. Daniel Ku. sagt:

    Im Grunde haben wir ja genau zwei Möglichkeiten: 1. Entweder wir fahren die Kaderkosten runter, heisst, Teure Spieler, aber auch das Tafelsilber, wie Meyer, Draxler und Goretzka, Ayhan, Kola wegverkaufen und auf Jahre hinweg nichts mit Europa zu tun haben! 2. Oder so wie gerade, die Spieler behalten und versuchen, das benötigte Geld für die Konsolidierung in Europa zu erspielen. Ich tendiere eher zu letzterem. Denn wenn es schief geht(ich denke, dazu reicht 2x CL verpassen), kannst du die ganzen Spieler, die bei uns mit Austiegsklauseln versehen sind immer noch teuer verkaufen und stehst am Ende nicht anders da, als nach Szenario 1.

  18. Torsten sagt:

    @McP:

    Ich habe eigentlich gar keine Lust, das Heute gegenüber der Zeit davor zu verteidigen. Die Soße zieht sich schließlich durch. Überhaupt waren und sind Magath und Heldt die für das Sportliche Verantwortlichen, als Kontrolleure im Allgemeinen und für das Finanzielle im Besonderen waren und sind Aufsichtsrat und Peter Peters damals wie heute vor Ort. Insofern war der „Magath-Wahn“ auch nur ein Schalke-Wahn, aber Du hattest mit dieser Gegenüberstellerei begonnen.

    Einig sind wir aber doch vermutlich, dass es S04 auch in der Zeit vor dem 17. März 2011 finanziell nicht signifikant rosiger ging. Dann sollte uns ebenso klar sein, dass ein Club, der Schulden abbauen will, nicht 36 Mio an Ablöse raushauen und seine Payroll mit Gehaltsbomben wie Raul, Metzelder und Huntelaar aufplustern kann, ohne für verrückt erklärt zu werden.

  19. RWDJojo sagt:

    Ich sehe die Schalker Finanzen nicht mehr so kritisch. Den Schuldenberg schiebt man nun schon seit Jahren vor sich her und die Schuld daran hat immer der vorherige Vorstand / Trainer. Ich glaube, dass es irgendwann mal richtig knallen wird, der sportliche Erfolg ausbleibt und die Schulden uns dann handlungsunfähig machen. Aber bis das passiert, sollten wir die Party genießen und hoffen, dass der Kater nicht so schnell kommt oder durch „Konterschulden“ vertrieben wird.

    Scheinbar hat ja niemand von den Verantwortlichen den Mut, mal richtig aktiv gegen die Schulden vorzugehen. Es wird immer wieder ein Dach, ein schwacher Saisonstart, ein Trainerwechsel oder was anderes dazwischenkommen.

  20. McP sagt:

    Torsten, ich kann Dich da halbwegs verstehen. Letztlich wollte ich nur eine Randbemerkung machen. In der veröffentlichen Wahrnehmung geht die Tendenz ja Richtung Kamikaze-Magath und vergleichsweise solidem Heldt, was mMn so nicht stimmt. Bzw. mir müsste man dann die Zahlen besser erklären, damit ich meine Sichtweise korrigiere. Bin schließlich kein Profi im Lesen der Bilanzzahlen und interpretiere nur nach meinem Laienverständnis.

    Und ansonsten, worauf Du auch hingewiesen hast, gaben/geben alle Sportdirektoren das Geld aus, was sie ausgeben dürfen. Und da denkt sicher jeder Manager mehr ist besser. Wenn Schalke einen anderen Kurs fahren will, muss eben ein anderes Budget vorgegeben und eingehalten werden. Aber im Vorstand und Aufsichtsrat dominieren vermutlich die Offensivhoffer.

    Es gibt ja auch Anlass für gute Hoffnungen. Der Kader hat eine gesunde Altersstruktur und ist durchaus werthaltig. Man geht hoffentlich sicher in die Gruppenphase der CL und allgemein steigen die Fernseheinnahmen. Aber wenn man mal ein paar Jahre weiterblättert, weiß keiner wie sicher man noch die CL einplanen kann oder wo zB das Zinsniveau steht oder ob es andere Erschütterungen ala Bosman-Urteil oder Stadionreparaturen gibt. Es kann ja nicht der (vernünftige) Plan sein, dann immer noch mal finanziell einen drauf zusetzen wie diese Saison.

    Ich weiß, bei letzterem sind wir uns wohl nicht uneinig. Aber finanziell bin ich ein Defensivbefürchter und musste mir das noch mal aufschreiben.

  21. Steffen sagt:

    Die Problematik vom Kader, Finanzierung, Gehältern und dem Bedarf jährlich in der Championsleague zu futtern ist ja eigentlich auch schon zur genüge Diskutiert worden. Daumendrücken für Samstag, Giefer kommt ablösefrei.

  22. lennard sagt:

    @daniel ku:
    wenn das so einfach wäre, würde ich dir auch zustimmen. aber dann würden das auch alle vereine so machen. ich denke dass man dem risiko dann tribut zollen müsste, wenn man die teuren lange hält. es schwächt nämlich die verhandlungssituation erheblich, wenn das gegenüber weiß, dass schalke die spieler abgeben MUSS. da kommen da erheblich niedrigere ablösesummen zustande als bei einer „freiwilligen“ abgabe, denke ich.

  23. Susanne Blondundblau sagt:

    Torsten,

    dass unsere Finanzierung ungut auf Kante genäht ist, wenn wir für eine schwarze Null schon die CL brauchen, konnte man vor der JHV bereits in der Bilanz ablesen. Dazu brauchte es PPs Gesäusel nicht.

    http://www.fankultur.com/blog/.....ilanz-2013

    BWG
    Susanne

  24. Torsten sagt:

    Eben. Umso erstaunlicher, dass niemand auf dieses Thema einging.

    Ansonsten habe ich Peters Rede fast am wenigsten „säuselig“ empfunden. Bei den dauernden Bekundungen, welche familiäre Beziehungen welcher Redner zum Bergbau hat, pulsierten mir deutlich heftiger die Ohrläppchen.

  25. blues sagt:

    @Susanne Blondundblau u. @Torsten

    Gesäusel, Bergbau oder auf „Kante genäht“, die Folklore und Metaphorik zu den Schalker Finanzen verdeckt mMn mehr als sie (in Zahlen und Werten)aussagt.

    Beispiel: Bei der Arenafinanzierung – wer blickt da noch durch?

    – Die Arena hat noch eine Restschuld, aber in welcher Höhe?

    – Welche Firmen besitzen wieviel Anteile an der Arena oder der Arenagesellschaft?

    – Wie hoch ist die Gesamtschuld der Arenagesellschaft?

    – Wieviel Geld muss Schalke aufbringen um alle Anteile an der Arena zurückzukaufen?

    – Wurde die Arena in der Bilanz 2013 voll konsolidert oder nur in Teilen oder überhaupt nicht?

    – In welchen Bilanzjahren wurde die Arena in der Konzernbilanz konsolidert, teillkonsoldiert oder nicht konsoldiert?

    Sind die Antworten auf diese Fragen bereits irgenwo beantwortet und nur mir unbekannt?

  26. Christian sagt:

    Vieles ist richtig was hier schon geschrieben oder kommentiert wurde
    und ich selbst finde das finanzielle Schalke, je nach Alkoholspiegel)
    entweder lustig oder erschreckend.

    Grundsätzlich hatten wir für unsere Verhältnisse ein recht stabiles
    Jahr / Saison. Trotzdem müssen wir für Reparaturen im einstelligen
    Millionenbereich an unserem Arenadach wieder Schulden erhöhen?!
    Und das trotz CL Teilnahme und sogar Fan Bettelei ähh Anleihe?
    KVB wurde noch schnell gekauft und wenn man es eng sehen will, dann
    hat er im besten Fall seine Ablöse und sein 1. Jahresgehalt mit der
    erneuten CL Teilnahme 14/15 gerade eben wieder eingespielt – mehr nicht.
    Nicht PP oder CT nein Norbert Elgert hält mit seiner Jugendarbeit und
    den damit in Zukunft evtl. anfallenden Transfererlösen den Laden Schalke
    am Kacken – mehr gibt es nicht auf der Haben Seite.
    Das ist schon ein sehr schmales Brett auf dem wir wandeln.
    Viel ist neuerdings von Löchern und Schächten unterhalb von Bahnhöfen
    oder Autobahnen in NRW die Rede und ich wage es nicht mir auszudenken
    was passiert wenn unsere Arena plötzlich baufällig wird!?

    Aber dann muss ich mir auch an die eigene Nase fassen:
    Will ich einen 40 Millionen Etat für Spieler und zusehen wie wir um
    Platz 10-15 kämpfen ? Ich sag mal Nein!
    Schalke ist halt als wenn du fliegst und auch immer ein Glücksspiel.
    Gut privat würde ich nicht so wirtschaften aber Fußball ist immer auch
    nur ein Spiel.

  27. Torsten sagt:

    Ich verspreche, dass wir nicht auf Teufel komm raus dem Erfolg nachjagen und plötzlich unseren bisherigen Weg wieder verlassen. Wir werden also nicht für Geld, das wir gar nicht haben, neue Spieler kaufen. Aber ich bin überzeugt, dass wir uns mit dem vorhandenen Personal noch deutlich steigern und verbessern können.

    Horst Heldt in kicker am 15.05.2014.
    Hervorhebung durch mich.

    Eigentlich schon dreist.

  28. Ney sagt:

    Das hat der kicker gekürzt.

    „Wir werden nicht für Geld, das wir gar nicht haben,
    neue Spieler kaufen. Entweder wir bezahlen mit
    Gutscheinen vom Schalke-Shop, oder wir leihen uns
    das fehlende Geld erstmal irgendwo.“

  29. McP sagt:

    Ich dachte mir bei dem Zitat von Torsten schon, dass Heldt geliehenes Geld für eigenes halten muss. Aber das Zitat von Ney konnte dann alle Zweifel ausräumen. Aber was weiß ich schon, vielleicht hat er einen Witz gemacht, der – schriftlich weiter gegeben – nur so halb lustig ist. Von daher: Worte sind Schall und Rauch. Schaun wir uns besser die Taten der nächsten 12 Monate an.

  30. Carlito sagt:

    Bisken spät, aber danke noch für die Zusammenfassung der MV.

  31. Die Wahl sagt:

    […] Wahlausschuss wurde im vergangenen Jahr gewählt. Dieser Ausschuss entscheidet abschließend über die Zulassung der Kandidaten […]

  32. Das Draxler-Palaver & der Hin und Her-Heldt sagt:

    […] Spieler. Schon auf der Jahreshauptversammlung 2014 mahnte Finanzvorstand Peter Peters an, dass „man auch mal einen Spieler abgeben müsse“ wenn nicht genug Einnahmen aus sportlichen Erfolgen generiert werden können. Als sich Schalke […]

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