Sieg, Qualifikation – trotzdem Diskussion

Schalke gewinnt das letzte Saisonspiel mit 4:1 gegen Nürnberg und sichert damit die direkte Qualifikation für die Champions League. Dass es so enden würde stand über 90 Minuten nie zur Diskussion, Nürnberg war schwach, Schalke traf früh. Diskutiert wurde auf den Rängen des Stadions allerdings trotzdem, über Gerüchte um den Trainer des FSV Mainz 05, die via Smartphones schnell die Runde machten.

Wie schon gegen Freiburg merkte man Schalkes Mannschaft an, dass sie keine Zweifel aufkommen lassen wollte. In Freiburg gab es noch kurze Phasen, die mit etwas Pech das Spiel hätten kippen lassen können. Nürnberg kam lediglich nach einer verunglückten Flanke zu einem Pfostentreffer; aber da führte Schalke bereits 1:0.

Leon Goretzka zeigte sich von seiner Nominierung für den vorläufigen WM-Kader beflügelt und war der beste Spieler auf dem Platz. In den letzten 20 Minuten durfte sich auch noch Jan Kirchhoff seinem neuen Heimpublikum vorstellen. Seine Präsenz im Zentrum war bemerkenswert. Er lies erahnen, wieso er als Verstärkung für diese Rückrunde geplant war, weshalb er nun eine Verstärkung für die neue Saison sein kann.

Letzten Endes lief für Schalke 04 in dieser Bundesligarückrunde aber fast alles optimal, auch ohne Jan Kirchhoff. Nach einer Hinrunde mit teilweise furchtbaren Auftritten kam diese Serie überraschend. Gepaart mit ebenfalls überraschenden Negativserien der Clubs aus Leverkusen und Gladbach, wurde Schalke bereits am 25. Spieltag auf Rang 3 gespült und blieb dort.
Vor allem in der ersten Hälfte der Rückrunde zeigte Jens Kellers Mannschaft einige richtig starke Spiele. Gegen Ende der Saison war das Offensivspiel nicht mehr ganz so kreativ und das defensive Mittelfeld nicht mehr ganz so dominant. Gerade das letzte Spiel gegen Nürnberg kann aber als bespielhaft dafür betrachtet werden, wie Schalke mit hohem Aufwand und sicherer Defensive dafür sorgte, dass man am Ende auf 11 Siege kam und sich Platz 3 redlich verdiente.

Nach einer Hinrunde mit teilweise furchtbaren Auftritten hätte sich niemand fragend am Kopf gekratzt wenn er gehört hätte, dass sich Schalke 04 um Thomas Tuchel bemüht. Dieser wird fortan kein Trainer in Mainz mehr sein. Diese Nachricht und einiges mehr an Gerüchten huschte am Samstag über tausende mobile Internetempfänger im Schalker Stadion, und sorgte für Diskussionen an einem Tag, an dem doch eigentlich nur hätte gefeiert werden sollen.

Mittlerweile machte Mainz‘ Manager Christian Heidel öffentlich, dass Schalke Anfang des Jahres den Mainzer Trainer für die kommende Saison verpflichten wollte. Dies lässt Horst Heldt als gescheitert und Jens Keller als gehörnt dastehen. Nun wolle Thomas Tuchel in der Saison 2014/2015 keine Mannschaft trainieren, so Heidel weiter.

In der Bewertung des gesamten Falls stoßen sich einmal mehr Planung und Tagesgeschäft, ein Dilemma, welches meines Erachtens für eine Vielzahl schlechter Entscheidungen im Profifußball verantwortlich ist. Meines Erachtens ist Thomas Tuchel der beste Bundesligatrainer nach Jürgen Klopp, und es wäre geradezu fahrlässig von einem Club wie Schalke 04, wenn man nicht versuchen würde ihn zu verpflichten, wenn eine Chance dazu besteht. Im Licht der aktuellen Rückrunde mag das gegenüber Jens Keller als falsch erscheinen. Die anderthalb Spielzeiten zuvor boten aber immer wieder Argumente dafür, und die richtig guten Trainer verpflichtet man eben nicht in englischen Wochen, das braucht eine gewisse Planung, eine entsprechende Vorlaufzeit.

Ob Thomas Tuchel damit für Schalke auf alle Zeit verbrannt ist, ob Jens Keller wider aller Diskussionen zu Schalkes Rekord-Dauertrainer wird, wie der nächste, zwangsweise irgendwann kommende neue Trainer auf Schalke heißt: Ma’abwarten. Doof ist jedenfalls, dass einem durch diese Geschichte kaum Zeit zum Freuen und zum Luftholen bleibt, dass Schalke damit vom letzten Ereignis gleich in die nächste Diskussion fällt.

Aber das ist eben Schalke.



101 Kommentare zu “Sieg, Qualifikation – trotzdem Diskussion”

  1. blues sagt:

    Kurzes Fazit:
    Gegen alle Widerstände hat die Schalker Führung zum Ende der Hinrunde 13/14 am „Jugendtrainer“ Jens Keller festgehalten. Schalke spielte nach der Winterpause die beste Rückrunde aller Zeiten und wird zum Saisonende Dritter!
    Jens Keller setzte mit seinem Stehvermögen und der gelungen Integration der Talente Kolasinac, Goretzka, Meyer und Ayan ein Ausrufezeichen.

    Kurzer Ausblick:
    Schalke spielt 14/15 CL ohne Qualifikation und dürfte mit den von Keller herangeführten jungen Spielern einen ausreichend starken, ausgeruhten und eingespielten Kader für die anfängliche Dreifachbelastung haben.

    Thomas Tuchel, den Blogherrn wirds freuen, macht einige Sabbatmonate und übernimmt spätestens im Juni 2015 den Stab von Jens Keller, der in der Schalker Knappenschmiede für einige Zeit etwas kürzer tritt.

  2. Maddin sagt:

    Was für eine blutleere Vorstellung des FCN im Abstiegskampf. Hätten unsere Jungs nicht mit gezogener Handbremse gespiel, es hätten noch 3-4 Buden mehr sein können.
    und NEIN blues, der Tuchel is aufe A2 abgebogen Richtung Osten. Wenn der Gummibärchen-Plörren-Brauer sein „Projekt“ nicht abwickelt weil er der DFL irgendwie rechtlich noch veikommt, dann haben die zum heiligen Konzept-Leiter noch den passenden konzepttrainer.

  3. blues sagt:

    @Maddin
    Möglich ist das auch. Aber ob er sich in seinen jungen Trainerjahren schon den Ruf bei den Fans ruinieren und nur noch für das Publikum eines Fake-Vereins vorspielen lassen möchte?
    Ich kann es mir (noch) nicht vorstellen. Ich sehe Tuchel zwar als sehr ergeizig an, aber er wirkt noch nicht vom Ergeiz zerfressen, wie der dortige Konzept-Leiter. Der hat in seiner bisherigen Karriere nur bewiesen, dass mit Geld alles geht, sogar Bundesliga. Das wussten wir aber schon vorher.
    Anderseits, wenn das Tuchels Vorstellung von Fußball 2015 ist, dann wäre er dort wirklich in bester Gesellschaft und ich will ihn auf Schalke auch nicht sehen.

  4. Սաշա sagt:

    Ganz ehrlich, die Trainerfrage kann, darf und sollte sich nach einer so überragenden Rückrunde – vor allem in Anbetracht der verletzungsbedingten Widrigkeiten – nicht stellen.

    Tuchel ist für mich sowieso nur Kloppo 2.0: Ein unsportlicher Brandstifter, ein Hetzer, einer der nach einer Niederlage gerne lange erzählt, warum man eigentlich doch gewonnen hat und warum irgendwer anders – dabei ist der Schiedsrichter immer hoch im Kurs – daran Schuld ist, dass man nicht tatsächlich gewonnen hat. Es ist unfassbar, dass es ein kleiner Verein wie Mainz schafft, gleich zwei dieser Spinner zu produzieren.

    Keller ist entgegen aller bisherigen Bedenken, die ich zweifellos hatte, genau der richtige Mann für den Job, auch wenn es gegen Ende der Saison doch noch enger wurde, als mir lieb war. Er hat in dieser Drucksituation herausragende Arbeit geleistet. Trotz immer wieder verletzter Leistungsträger hat er ein Team auf den Platz geschickt, das funktionierte und sich am Ende der Saison mit der direkten Qualifikation zur Champions League belohnte.

    Die passende Hymne zu meinem Sonntag und zu meinem Held, Jens Keller:

  5. Malte sagt:

    Ein Trainerwechsel nach dieser Rückrunde wäre völlig bizarr, das sehe ich auch so. Mit all den Wunderkindern in der Mannschaft werden die Erwartungen in der kommenden Saison riesig groß sein. Aber nach den bisherigen Entwicklungen hat Keller absolut verdient sich daran zu versuchen. Spannend wird allerdings sein, ob und wann über eine Vertragsverlängerung nachgedacht wird.

    Wenn man dagegen jetzt schon fest mit Tuchel oder jemand anderem ab 2015 plant, wäre Jens Keller wieder auf dem Status einer Lame Duck. Wie eigentlich schon die ganze Zeit, die er hier ist. Ich würde ja gerne was anderes sagen, aber dazu würde mir nur ein „Typisch Schalke“ einfallen.

  6. Bastian sagt:

    Jens Keller sagt, dass es nur noch ‚peinlich sei‘ was geredet und geschrieben wird. Ich stimme ihm hier vollkommen zu und auch meinen Vorrednern. Ich frage mich ernsthaft wer sich weshalb das Recht herausnimmt einen der ‚erfolgreichsten‘ (Durschnittspunkte, nicht Titel) Trainer der Vereinsgeschichte immer wieder ins Kreuzfeuer zu befördern. Meine Meinung zu Jens Keller war immer sehr kritisch, aber mal ehrlich: Der Mann ist durchs Feuer gegangen und hat wirklich alle Argumente auf seiner Seite.

    Was mich maßlos ärgert ist, dass man nun liest, dass Schalke Anfang des Jahres Tuchel kontaktiert hat (http://www.sueddeutsche.de/spo.....-1.1958708). Sicherlich war es nach der überwiegend schwachen Hinrunde vertretbar über einen Trainerwechsel nachzudenken, aber welchen Wert haben nun Bekenntnisse zu Keller? Es wundert mich angesichts dessen nicht, dass Keller immer wieder nur als Lückenfüller wahrgenommen wird, auch nach einer sehr erfolgreichen Rückrunde. Wartet man nun das mögliche Sabbatical Tuchels ab und 2015 gibt es einen Trainerwechsel? Ganz ehrlich, Leute: Dann kann Keller besser direkt einpacken. Wie Malte sagt – Lame Duck. Die Freude über gestern weicht wieder der Verwirrung. Die Qualitäten Tuchels sind für mich unbestritten, aber nun muss Tacheles geredet und konkret vom Verein Stellung bezogen werden. Es nervt.

  7. Ney sagt:

    Da kann Schalkes Management aber dem FSV Mainz 05 dankbar sein,
    dass sie einen Wechsel von Tuchel zum Sommer 2014 nicht
    zugelassen haben. Nach der spielerisch zwar nicht schönen, aber
    dank Huntelaar & Fährmann überaus erfolgreichen Rückrunde
    gäbe es sonst jetzt ein höllisches Dilemma.

    Was den lame-duck Kram angeht, das ändert doch an Kellers Position
    null komma nichts. Er wird – wie jeder Schalke-Trainer – Erfolg haben
    müssen, um zu bleiben. Wen er den gewährleistet, kann ihm keiner was.

  8. blues sagt:

    Bei der ONLINE FAZ, ebenso wie in anderen Onlinemedien, findet sich die Geschichte nach der Mainzer PK so:

    „Tuchel hatte wohl im Januar mit Schalke 04 einen Vertrag ab dem 1. Juli ausgehandelt. Als Heidel davon erfuhr, intervenierte er bei seinem Kollegen Horst Heldt. „Ich habe ihm gesagt, dafür gibt es keine Chance“, berichtete er am Sonntag.“

    Heidel scheint total verärgert. Warum sonst sollte er Schalkes Führung derart vorführen?

    Interessant, welch schlechtes Bild der „Öffentlichkeitsarbeiter“ und gewiefte Fußballtaktiker Tuchel in eigener Sache abgibt. Er unterbietet Jens Kellers oft kritisierte Präsentation in den Medien deutlich.

    http://www.faz.net/aktuell/spo.....34084.html

  9. leoluca sagt:

    Wäre es evtl. denkbar, dass unsere sportliche Führung Gespräche im Dezember mit Thomas Schaaf und im Februar mit Thomas Tuchel geführt hat, weil sie JK das nächsthöhere Niveau nicht zutraut, das unsere hochtalentierte Mannschaft künftig erreichen kann?

  10. Malte sagt:

    @leoluca

    Kann sein, aber das war bevor die Mannschaft (unter Keller) einen Riesenschritt nach vorne gemacht hat. Unter solchen Umständen wäre es legitim zusagen, wir verlängern einen auslaufenden Vertrag nicht, weil wir jemanden mit anderen Konzepten bzw. Qualitäten installieren möchten. So war ja der, auch schon nicht unumstrittene Wechsel von Heynkes auf Guardiola, abgelaufen. Aber jemanden, der trotz widriger Umstände die Erwartungen so klar erfüllt hat aus einem laufenden Vertrag zu entlassen, ist meiner Meinung nach hoch unseriös. Man hat Keller schließlich erst vor 12 Monaten bis 2015 gebunden.

    Wenn es ohnehin nur darum geht etwas funktionierendes noch besser zu machen, kommt es meiner Meinung auch nicht unbedingt auf ein Jahr an. Tuchel ist auch dann noch ein guter Trainer. Wenn nicht, dann war er es auch nie.

  11. Packer sagt:

    Dass man in der Winterpause mit Alternativen redet ist wohl verständlich und hat Keller auch gewußt.
    Trainerverträge werden in der Regel immer ein Jahr vor Vertragsablauf verlängert, eben damit keine Lame Duck Situation entsteht. Daraus für Heldt jetzt eine Verpflichtung abzuleiten, auf jeden Fall an Keller festzuhalten halte ich für falsch.
    Für Schalke sollte die einzige Frage sein, mit welchem Trainer man mehr Erfolg haben wird, welcher Trainer die Mannschaft weiter entwickeln kann. Hierzu kann man natürlich nur eine Prognose abgeben, aber ich würde mich da eindeutig für Tuchel entscheiden.
    Der Umschwung von Vorrunde zu Rückrunde scheint mir fast einzig erklärbar durch: Fährmann im Tor, Huntelaar im Sturm. Eine tolle spielerische Entwicklung der Mannschaft habe ich nicht gesehen.
    Ich finde auch Keller hat gute Arbeit geleistet, sogar bessere als ich erwartet habe. Aber deswegen auf jeden Fall an ihm festzuhalten finde ich falsch.

    Ich bin auch dafür eine Verstärkung für Hoogland zu holen. Der hat auch besser gespielt als erwartet, ist ein netter Kerl und hat mitgeholfen dass wir 3. wurden. Trotzdem sollten wir uns auf der Position verstärken.
    Warum das bei einem Trainer anders sein muss, verstehe ich nicht.

  12. Maddin sagt:

    Nehmen wir es doch mit Humor:

    da keine Kloppertransfers im Sommer zu erwarten sind: womit sollen wir uns in den nächsten 14 Wochen die Zeit vertreiben? Trainerdiskussion!

    Immer noch spannender als jedes Jogi-Högschde-Disziplin-im-Viertelfinale-wieder-raus Reloded Sommermärchen.

    Einziger Wermutstropfen: Jens Keller hat wieder die mediale Arschkarte. Und wenn jetzt alle Berufszyniker wieder aufschreien: so ist halt das Geschäft, dann muss man das trotzdem nicht gut finden.
    So geht man nicht mit Leuten um!

  13. blues sagt:

    @Maddin
    „So geht man nicht mit Leuten um.“, das empfinde ich einerseits auch so.

    ABER: Der Nachfolger von Huub Stevens hieß Jens Keller. Keller wurde von Horst Heldt als potentieller Nachfolger von Huub Stevens eingestellt. Das merkte keiner, da Heldt Keller geschickt in der Schalker B-Jugend tarnte und parkte.

    Keller kennt das Spiel also genau, denn er spielte es bereits selbst gegen Huub Stevens. Jetzt heißt das Spiel Tuchel gegen Keller.

    Keller und Schalke, beide profitierten letztendlich von Horst Heldts „Plan B“. Eine solche Planung erwarten ich von Horst Heldt.

    Warum Heidel und Tuchel so ein seltsames Bild abgeben, ist ohne weitere Inforamtionen nicht nachzuvollziehen. Aber Tuchel hat ja jetzt einige Monate Zeit um ein paar Medienkurse zu besuchen. Nötig hat er es.

  14. Lutt sagt:

    Ich finde den Vergleich von Packer mit Hoogland sehr passend und würde mir einen Trainer wie Tuchel wünschen. Der Mann hat alle Attribute, dir ich von einem Trainer erwarte und Keller eben nicht. Keller hat dafür mit dem Team eine großartige Rückrunde geliefert. Das macht es kompliziert.
    Bisher habe ich aber nichts derartiges von Schalker Seite vernommen, vielmehr werden die Spekulationen durch Presse und Fans getrieben – und das nur, weil ein Trainer eines anderen Vereins dort aufhört. Das hatten wir mit Veh auch schon. Und der ist jetzt beim VfB.

  15. Detlef ( Doktor_D ) sagt:

    Schalke bemühte sich VOR der Rückrunde um Tuchel, was wohl eigentlich niemanden wundern sollte. Das Jens Keller die Mannschaft so gut durch die Rückrunde führen würde konnte ja niemand ahnen. Aus meiner Sicht hat HH nichts falsch gemacht.

    Übrigens hat Tuchel auch mit Leverkusen gesprochen, also nehme ich an, er wollte nicht unbedingt zu Schalke, sondern unbedingt zu einem größen Klub.

    Das diese Neuigkeiten rund um Tuchel die Saisonleistung von Schalke 04 etwas trüben ist zwar bedauerlich, aber nicht wirklich relevant.

    Glückwunsch an Mannschaft, Trainer und Verantwortlich zu Platz 3. Diesen Platz hätte, mal Hand aufs Herz, zu Beginn der Rückrunde wohl kaum jemand wirklich für möglich gehalten.
    Besonderes Kompliment an Jens Keller, der es geschafft hat die immer neuen personellen Probleme zu lösen.
    Ich hab mich im Laufe der Rückrunde nicht mal mehr erschreckt, wenn ich erfahren wer für das nächste Spiele ausfallen wird.
    Ein Grund dafür auch die gute Jugendarbeit, denn nur durch die hatte Schalke immer noch genug Qualität auf dem Platz.

    Ich freue mich jetzt schon auf die neue Sison. Aus Gründen.

  16. Torsten sagt:

    @Lutt:

    Christian Heidel hat bestätigt, dass Schalke mit Tuchel verhandelt habe. Das ist ja nun keine schwammige Pressegeschichte.

    @blues:

    Wie Du weiter oben schon sagtest, Heidel ist sauer und führt vor. Durch sein Darstellen von Ereignissen, die für gewöhnlich im Verborgenen bleiben, lässt er Heldt, Tuchel und über Bande auch noch Jens Keller blöd dastehen. Das wird eines Tages auf ihn zurückfallen, denn ich denke, dass „sowas“ im Profigeschäft allgemein nicht gerne gesehen wird. „Gute Öffentlichkeitsarbeit“ können in diesem Fall aber weder Horst Heldt noch Thomas Tuchel noch leisten.

  17. Matze sagt:

    Heidel macht nicht öffentlich, Heidel behauptet und lügt dabei höchstwahrscheinlich. Haben alle schon den Fall Azouagh vergessen, bei dem er sich bereits als absolut nicht vertrauenswürdig erwiesen hat?

    Dass es in der Winterpause lose Kontakte zu diversen Trainern gab, hat Horst Heldt doch nie bestritten. Für den Fall eines erneuten Fehlstarts musste er wissen, wen er im Notfall anrufen kann. Das ist Teil seines Jobs. Dass es wirklich konkrete Verhandlungen gab oder man sich wie behauptet mit Tuchel einig war – davon glaube ich kein einziges Wort.

    Alles wieder ein plumper Versuch von Konkurrenz und Medien um Unruhe in den Verein zu bringen.

  18. Manfred sagt:

    Ich stimme dir zu, was die grundsätzliche Einschätzung Tuchels und Klopps angeht, aber – auch wenn das nicht wirklich das Thema hier ist – Trainer der Saison ist zweifellos Christian Streich. Dahinter Weinzierl. Dann Tuchel.
    Zu Streich ein Zitat vom sehr geschätzten Dogfood aus seiner Saisonvorschau 13/14:
    Und wenn Streich Freiburg diese Saison einigermaßen klar aus den Abstiegsplätzen raushält, dann brauchen wir uns nicht mehr über die Wahl zum Trainer des Jahres unterhalten, selbst wenn sich Pep nackig und mit Gladiolen auf dem Marienplatz hinlegt.
    Link: http://www.allesaussersport.de.....er-201314/

    Was Schalke angeht: Hinrunde unterm Strich, Rückrunde überm Strich – paßt, nix besonders letztlich, wenn man sich das Gesamtbild anschaut.
    3. Jahr am Stück Pilzliga ist allerdings bemerkenswert.

  19. eakus1904 sagt:

    Also,ich freue mich trotzdem wie Bolle über Platz drei!
    Diese ganzen Nebengeräusche gehen mir durch den Erfolg erstmal gepflegt am Allerwertesten vorbei. Direkte CL-Quali,planbare Einnahmen(mal schauen,wie sie dieses Mal vorfinanziert werden) und vor allem wenig Sonntagsspiele. Schön!

    Diese Diskussion um Keller/Tuchel/Heldt ist natürlich wirklich mal wieder typisch Schalke. Aber ich sehe den schwarzen Peter hier ganz klar bei Christian Heidel. Ich denke nämlich, dass es solche Gespräche,entweder direkt oder über die Berater, jeden Tag in der Bundesliga gibt. Egal ob es um Spieler oder wie in diesem Fall eben um Trainer geht. Nur sonst bleibt so etwas unter vier bzw sechs Augen und wird nicht von einem angepissten Manager öffentlich gemacht. Das ist der eigentliche Skandal an der Geschichte.

  20. M-1904 sagt:

    Die Rückrunde war der Wahnsinn!

    In die Winterpause sind wir mit einem überaus glücklichen Punkt in Nürnberg gegangen. Jeder hatte ein schlechtes Gefühl im Magen und hat gehofft irgendwie die Europa-Liga zu erreichen.
    Dann diese Rückrunde mit nur 15 Gegentoren(fünf in München) und den vielen jungen Spielern.
    Boateng war ein Stabilisator des Schalker Spieles. In den Medien wurden wir verlacht, weil wir angeblich einen Krüppel gekauft haben.

    Warum Heidel jetzt verbal Ammok läuft ist eine gute Frage.
    Trainer und Spieler werden immer mal kontaktiert und auch aus laufenden Verträgen herausgekauft (Szalai).
    Christof Moritz haben die Mainzer auch schon in der Winterpause haben wollen. Damals sind sie sich mit Schalke nicht über die Ablösesumme einig geworden und so kam Moritz im Sommer ablösefrei.

    Ich hoffe die Diskussionen versanden in den nächsten Tagen und nach der WM zum Rückrundenstart denkt keiner mehr an dieses Thema.

  21. Christian sagt:

    Ob Tuchel kommt oder dann doch woanders landet,
    der große Verlierer heißt für mich Heidel.

    Er hat die Vertraulichkeit der Gespräche verletzt und
    alle Manager und Macher der Liga werden sein Verhalten
    beobachtet und registriert haben. Ja sicher er mag angepisst
    sein, aber offenbar hat er Signale seines Trainer nicht
    gesehen oder sehen wollen.
    Dann so eine Medienvorstellung zu geben ist peinlich.

    Als Adressat für vertrauliche Informationen im Bundesliga
    Umfeld ist Heidel gestorben und damit eigentlich auch sein Job.

  22. Simon sagt:

    Trotz allem: Ja, wir können uns erstmal über Platz 3 freuen, auch wenn ich mich vor allem freue, dass die Saison nun zu Ende ist und das Erreichte nicht mehr genommen werden kann. Sieht man sich die Ziele vor der Saison an, ergibt sich ein gemischtes Fazit: BL: am Ende alles in Ordnung, ABER wenn Bayer und/oder BMG eine halbwegs normale Rückrunde gespielt hätten, dann wäre es wohl sogar mit Platz 4 noch sehr, sehr eng geworden. Dennoch hat die Rückrunde viel Spaß und ihrer Konstanz wegen bei mir auch Vorfreude auf die nächste Saison gemacht.
    Pokal: Katastrophe. Im Grunde waren alle Spiele dort mehr oder weniger mäßig. Das Ausscheiden im Achtelfinale war vollkommen unnötig und hat mich sehr geärgert. Das dürfte der einzige Wettbewerb sein, in dem wir z.Zt. halbwegs realistische Titelchancen haben und dann sollte man sich dort nicht – zum 3. Mal in Folge! – vor der Winterpause verabschieden. Das hat mich enttäuscht.
    CL: Naja… der Untergang der Münchner gegen Real hat das vielleicht etwas relativiert. Es war trotzdem ein Desaster und ich hoffe, dass wir uns dort in Zukunft besser verkaufen werden. Die Gruppenphase war ja schon eher mau.

    Zur Trainerfrage:
    Ich finde Keller nach wie vor sympathisch und meine auch durchaus erkannt zu haben, dass die Mannschaft in Sachen Taktik und Spielkultur Fortschritte gemacht hat. Dennoch habe ich immer noch Zweifel, ob er unser Team wirklich auf das berühmte ‚nächste Level‘ bringen kann. Das mag ungerecht sein und ich bin natürlich nicht nahe dran, um das wirklich beurteilen zu können. Sollten Heldt und Tönnies das aber so sehen und daher der Meinung sein, dass Tuchel ab Sommer 2015 eben dies verwirklichen soll, dann sollte man das nicht grundsätzlich schlecht reden. Wer sagt denn, dass man einen Trainer immer erst wechseln darf, wenn die Karre vor die Wand gefahren wurde und nicht etwa, weil man den Eindruck hat, sich auf dieser Position verbessern zu können?
    Eine Lame-Duck muss Keller deswegen keineswegs sein. Oder anders: Die CL-Titel in den letzten beiden Jahren wurden immerhin von lahmen Enten geholt.

    Ich würde mich aber auch sehr freuen, wenn wir mit Keller als Trainer die nächsten Schritte und Erfolge der Mannschaft sehen und wir gar keinen Umweg über einen Trainerwechsel hierfür brauchen.

    Zu den Kommentaren über Heidel kann ich mich nur anschließen. Er mag sich nun aus irgendwelchen Gründen als der moralische Gewinner fühlen. Er ist es nicht. In der Liga dürfte sein Ruf nach dieser Pressekonferenz verbrannt sein.

  23. schoschi sagt:

    freude über platz 3!!! nürnberg??? schlimm!!!!!! wenn unsere in der nächsten saison alle gesund sind wird man sehen wie jens keller arbeitet! und dann sollte man auch über einen trainerwechsel diskutieren können! ich gönne ihm einen gesunden kader! gute spieler sind da! wenn es dann wieder platz 3 wird?! auch gut!!! bis wir wissen wie der kader aussieht vergeht noch eine wm! und deutschland dann bis zum halbfinale:( GlückAuf und Gesundheit!

  24. #Link11: Bye bye my love | Fokus Fussball sagt:

    […] sichert sich durch den Sieg über Nürnberg den dritten Platz. Dennoch gibt es Diskussionen (Königsblog). Bayer Leverkusen rettet sich mit letzter Kraft auf Rang vier (ksta.de), Wolfsburg gewinnt das […]

  25. schalkoholiker sagt:

    Bis (beinahe) zuletzt hatte ich gehofft, dass der Club am 33. Spieltag gegen Hannover gewinnt und wir dann eine gemeinsame Party feiern können. Soweit man einen Relegationsplatz halt feiern kann. Aber dieses Schneckenrennen im Tabellenkeller war ja einfach nur fürcherterlich. Insofern bin ich bei den enttäuschten Club-Fans – für die Mannschaft tut es mir allerdings nicht leid, denn sie hat den Abstieg schlich verdient.

    Ich freue mich trotz der Gerüchte und des Club-Abstiegs riesig über den im Winter niemals für möglich gehaltenen 3. Platz. Das haben die Jungs richtig gut gemacht. Und ob Jens Keller ein guter Trainer ist/ wird: Ich weiß es nicht. Eines aber hat er – und dafür gebührt ihm meine Anerkennung: Unglaubliche Nehmerqualitäten.

    Horst Held als Gehörnter? Sehe ich nicht so. Die Aufgabe eines Managers ist es, permanent nach Verbesserungen und Möglichkeiten der Realisierung zu suchen. Das hat er getan; und ich gehe davon aus, dass er dies in vielen anderen (unbemerkten) Fällen auch schon getan hat. Und warum sollten bei Trainern andere Regeln gelten als bei Spielern? Die gibt man ja auch nicht erst dann ab, wenn sie nicht mehr laufen können… Diese moralische Diskussion ist m.E. fehl am Platze. Viel eher würde ich da der Heidel-Kritik zustimmen. Die Art der auskeilenden Reaktion mutet doch eher unproffesionell an.

    Wie auch immer: Glückauf. Ich freue mich schon jetzt auf die nächste Saison.

  26. Don Altobello sagt:

    Ich will den Tuchel aber gar nicht haben. Keller hat im Gegensatz zu Tuchel Charakter und ich finde es wichtig, dass die Mannschaft von einem charakterlich integren Menschen trainiert wird. Das ist vor allem für die Entwicklung der jungen Spieler wichtig. Tuchel hat sich auch noch nie bei einem großen Verein beweisen müssen. Wer weiß, ob dieses dünnhäutige Rumpelstilzchen überhaupt in der Lage ist, einen Verein wie Schalke zu trainieren, bei dem einem ständig der medielle Wind orkanartig ins Gesicht bläst. Ich will unbedingt, dass Keller bleibt. Was der schon alles weggesteckt hat, ist unglaublich. Der bringt die nötige Gelassenheit, den Fußballsachverstand mit und hat bewiesen, dass er mit jungen Spielern gut arbeiten und diese weiterentwickeln kann. Kontinuität auf diesem Posten ist genau das, was der Verein und die Mannschaft braucht.

  27. Don Altobello sagt:

    Ich finde es im übrigen echt bescheuert, dass wir nach der besten Rückrunde der Bundesligahistorie über den Trainer mit dem zweitbesten Punktedurchschnitt aller Schalke-Trainer tatsächlich eine Diskussion führen.

  28. klopenner sagt:

    Mir fällt auch kein Trainer ein, der irgendwann mal so viel dauerhafte Kritik einstecken musste, oder nie fest im Sattel saß, wie Jens Keller bei uns. Diese Nehmerqualitäten sind unbestritten seine absolute Stärke.
    Ich werde trotz des 3. Platzes aber dennoch kein Fan von ihm. Er hat sich zwar in den Pressekonferenzen und anderen Interviews deutlich verbessert, aber seine Außendarstellung ist immer noch ziemlich lust- und leblos.
    Auch glaube ich, dass einige der Verletzungen unserer Mannschaft auf seine Art des Trainings zurückzuführen sind. Kreuzbandrisse oder Bänderverletzungen passieren, aber diese ganzen Muskelfaserrisse oder andere Muskelverletzungen die wir andauernd ertragen mussten haben meiner Meinung nach schon sehr mit dem Training zu tun. Falsche Belastung der Muskeln. Gerade Höger ist ein Paradebeispiel. Kämpft sich nach seinem Kreuzbandriss wieder ran, darf bzw. muss 45 Minuten gegen Freiburg ran und hat im nächsten Training direkt nen Faserriss? Kann mich auch an die eine oder andere Seuchensaison erinnern, aber soviele Muskelverletzungen wie in diesen 18 Monaten unter Keller?

    Zu Tuchel: In seiner Außendarstellung ist er so ziemlich das komplette Gegenteil von Keller, aber wirklich gut finde ich die auch nicht. Viel zu oft muss da der Schiri als Schuldiger herhalten
    Aber was mich gerade am meisten stört, ist, dass er einfach bei Mainz aufhört. Ich finde das seltsam. Er hat ja wohl dem Heidel schon im Herbst gesagt, dass er aufhören will und der weigert sich dann, den Vertrag aufzulösen. Das kann ich einerseits nachvollziehen, andererseits legt er einem talentierten Trainer dicke fette Steine in den Weg. Aber die Art der Bekanntgabe von Tuchel bereitet mir Bauchschmerzen. Will ich einen Trainer haben, der nicht zu Verträgen steht? Der ohne Anzeichen einer Krankheit einfach eine Pause machen möchte, weil er keine Lust mehr auf Mainz hat? Ich finde das sehr bedenklich.

    In jedem Fall gibt Mainz 05 kein gutes Bild ab. Weder Trainer, noch angepisster Manager verhalten sich hier professionell.

  29. sandsturm sagt:

    2008 wurde Mirko Slomka entlassen.
    Kritikpunkt: Sportlicher Erfolg, aber unantraktive Spielweise, man traut ihm nicht zu die Mannschaft sportlich voran zu bringen.
    Bin mir nicht sicher ob die folgenden Trainer (Rutten, Magath, Rangnick, Stevens, Interimslösungen mal aussen vorgelassen) wirklich immer all diese 3 Punkte erfüllt haben. Gerade die attraktive Spielweise, die ja immer wieder gefordert wird, war bei diesen Trainern oft nicht vorhanden (natürlich war immer mal spielerische Highlights, aber nie über eine ganze Saison).
    Insgesamt über die komplette Trainerzeit war ich mit Slomka (bei diesen 5 Trainern) am zufriedesten (auch wenn da nicht alles super war)
    Nun darf sich Jens Keller die gleichen Vorwürfe anhören, wie vor 6 Jahren Slomka. Sportlicher Erfolg (Für mich ist es sportlicher Erfolg 1xChampions-League-Achtelfinale, 3. und 4. in der Bundesliga) aber unantraktive Spielweise, man traut ihm nicht zu die Mannschaft sportlich voran zu bringen.
    Meine Befürchtung ist, wenn wir jetzt Jens Keller ersetzen, wir in 6 Jahren wieder dastehen, 4 Trainer plus einige Interimslösungen verschlissen haben, mangelnde Konstanz beklagen, hoffentlich sportlich erfolgreich da stehen, unatraktive Spielweise bemängeln und dem Trainer nicht zutrauen die Mannschaft sportlich weiter zu entwickeln.

  30. Carsten sagt:

    Weiß Tuchel eigentlich schon was er will? oder wissen alle es schon wieder besser, vorne weg die Blöd die immer alles schon 5 vor 12 weiß!

    Ich bin auch kein Keller Fan, aber welche Argumente für einen Trainerwechsel hat man wenn die Mannschaft so eine Rückrunde hinlegt und sich am Ende sogar von der Platzierung besser stellt als die Saison vorher? und das mit einer Verletztenlist von hier bis zur großen Mauer..!

    nun erst mal 6 Wochen Urlaub… was für ein Gefühl wenn alle Gesund auf dem Platz stehen

    wie schon gesagt wurde.. punktuelle Verstärkungen und ich kann es kaum abwarten bis endlich wieder los geht

    Glück auf

  31. Ney sagt:

    Da ich keine Fernsehinterviews und Pressekonferenzen gucke
    (ich habe noch nie mehr als einen Satz von Keller live verfolgt)
    ist mir die Diskussion um die Präsentation und Selbstdarstellung
    der diversen Trainer seltsam fremd. Hab mich nur immer über die
    antischwäbischen Hasstiraden in manchen Foren gewundert (und das
    in einer Zuwanderergegend wie dem Ruhrgebiet!). Jens Keller muss
    ja dahingehend „schlimm“ sein.

    Über Alternativen incl. deren Charakterschwächen braucht man
    aber eigentlich nicht groß zu diskutieren, solange Jens Keller
    die Mannschaft im Bereich Platz 3-5 hält.

  32. Voice sagt:

    Die Diskussion ist angesichts der abgelieferten Rückrunde gredezu grotesk. Ich bin der Meinung, dass keiner der Verantwortlichen zum jetzigen Zeitpunkt an einen Trainerwechsel denkt. Im Winter sah es anders aus und ich finde es normal damals die Fühler ausgestreckt zu haben. Letztlich hat man Keller gehalten (aus Überzeugung oder mangels Alternative finde ich zweitrangig) und wurde mit der besten Rückrunde aller Zeiten belohnt. Es ist nicht alles Gold was glänzt, mit ein wenig mehr Pech hätte man auch 5. werden können. Aber das ganze verfügbare Pech ist ja wohl bei den Verletzungen aufgebraucht worden.

    Also Ziel erreicht! Das zählt nunmal. Nach zwei Niederlagen in der neuen Saison geht es dann sowieso wieder los. Aber das wäre bei jedem Trainer so.

    Keller hat bewiesen, dass er Spieler weiter entwickeln kann. Gespannt bin ich darauf, was passiert wenn endlich wieder alle fit sind. Wird er den Laden dann auch noch im Griff haben? Ich hoffe es. Irgendwie ist er mir alleine wegen dieser elenden Außendarstellungsdiskussion schon sympathisch. Darüber hinaus bin ich für Kontinuität, gibt es schließlich so gut wie nie bei uns. Vielleicht hätte uns ein Festhalten an Trainern wie Rangnick oder Slomka auch gut zu Gesicht gestanden, wären uns villeicht auch Rutten und Magath erspart geblieben.

    Zu Mainz: Ganz schlechtes Kino. Wenn man keine Probleme hat dann macht sich halt selber welche. Warum wollen die unbedingt einen Trainer halen, der -warum auch immer- keine Lust mehr hat? Andersrum wird ja auch nicht darüber nachgedacht, ob eine Entlassung dem Trainer passt oder nicht.

    Jetzt WM und dann freue ich mich auf die nächste Saison.

  33. Torsten sagt:

    Lesenswerter Text, meines Erachtens. Den Aussagen stimme ich weitestgehend zu.

    Gegen den Ball: Des Rätsels Lösung

    Ich finde es im Übrigen echt bescheuert, dass wir nach der besten Rückrunde der Bundesligahistorie über den Trainer mit dem zweitbesten Punktedurchschnitt aller Schalke-Trainer tatsächlich eine Diskussion führen

    Das mit dem Schnitt halte ich zwar für kein so dolles Argument, aber bezüglich des Zeitpunkts stimme ich Dir absolut zu. Ich hatte darüber nachgedacht, ob ich zunächst einen Text ohne Tuchel schreiben sollte, einen Text der nur das Spiel und das Saisonergebnis behandelt.
    Aber das wäre „am Leben vorbei“ gewesen. Obwohl sonntags hier i.d.R. sehr wenig los ist, gab es gestern, vor der Veröffentlichung dieses Beitrags, 11(!) Kommentare zum Thema Tuchel, außerdem mehr als doppelt so viele Seitenaufrufe wie an „normalen“ Sonntagen.

    Übrigens hat nach Clemens Tönnies heute auch Horst Heldt nochmal klar gesagt, dass S04 mit Jens Keller in die nächste Saison gehen wird. Nur um das nochmal klarzustellen.

  34. Oberwäller sagt:

    VOICE schrieb:

    „…Darüber hinaus bin ich für Kontinuität, gibt es schließlich so gut wie nie bei uns. Vielleicht hätte uns ein Festhalten an Trainern wie Rangnick oder Slomka auch gut zu Gesicht gestanden, wären uns villeicht auch Rutten und Magath erspart geblieben…“

    Rutten mit Magath (im negativen Sinn) zu vergleichen finde ich bei dem durchaus sportlichen Erfolg, den wir bei Magath hatten, nicht gerecht.

    zur aktuellen Situation:

    Eine Weiterentwicklung der Spielweise der Mannschaft habe ich pers. leider nur hin und wieder feststellen können- nach der Winterpause z.B.
    Komischerweise waren diese Verbesserungen aber irgendwann wieder wie vom Erdboden verschwunden.

    Was mir in vielen Foren fehlt ist die Diskussion über die Frage, ob es wirklich JK war, dem die erkennbare Verbesserung der Spielweise nach der Winterpause zuzurechnen ist, oder welchen Anteil ggf. auch ein Peter Herrmann daran hatte… klar, der steht nicht im Fokus, aber ich denke, er hat einen Anteil daran, da wir – wenn auch unstetig (siehe oben)

    Jetzt 13 Wochen ohne Fußball und dann geht’s wieder los :-)

  35. Lutt sagt:

    Der Text ist wirklich gut und fasst die Beweggründe für einen Tuchel-Trainer-Wunsch trotz aller Zielerreichungen schön zusammen. Es ist ja nicht so, dass man einen Jens Keller loswerden will, sondern vielmehr, dass ein Trainer, dem man mehr zutraut, gerade frei geworden ist.
    Ich beiß echt in ne Tischkante, wenn der woanders hingeht und da auf einmal Zauberfußball gespielt wird, während wir uns weiterhin solide durchackern müssen, um international zu spielen…

  36. sandsturm sagt:

    Oberwäller schrieb:
    Was mir in vielen Foren fehlt ist die Diskussion über die Frage, ob es wirklich JK war, dem die erkennbare Verbesserung der Spielweise nach der Winterpause zuzurechnen ist, oder welchen Anteil ggf. auch ein Peter Herrmann daran hatte… klar, der steht nicht im Fokus, aber ich denke, er hat einen Anteil daran, da wir – wenn auch unstetig (siehe oben)

    Das ist natürlich auch ne Möglichkeit:
    Keller für die schlechte Hinrunde verantwortlich,
    Herrmann für die bessere Rückrunde!
    Da hätte ich auch gleich drauf kommen können!

  37. Torsten sagt:

    Ich teile die Kritik an Heidel, hatte ich weiter oben ja auch schon bemerkt.

    Aber dass das …

    Heidel macht nicht öffentlich, Heidel behauptet und lügt dabei höchstwahrscheinlich […]
    Alles wieder ein plumper Versuch von Konkurrenz und Medien um Unruhe in den Verein zu bringen.

    … definitiv nicht so ist, hat Horst Heldt mittlerweile selbst bestätigt. Siehe hier:
    http://www.sky.de/web/cms/de/v.....8900664001

  38. McP sagt:

    Meine Saisongefühle sind knapp im positiven Bereich. Platz 3 in der Liga ist mit derart hohem finanziellen Einsatz das Minimum dessen, was man erreichen muss. Das Gleiche gilt für die Championsleague. Pflicht, ja – Kür, nein. Im Pokal blieb man zudem wieder unter den Erwartungen. Was das Ganze dann knapp ins Positive hebt, ist die punktemäßig gute Rückrunde und die gute Basis des Kaders für die Zukunft.

    Meiner Meinung nach wird hier von vielen zu sehr vergessen, dass Schalke oft einfach durch Glück gepunktet hat. Nicht in jedem Spiel natürlich, aber zu oft, als dass man es vernachlässigen kann. Glück ist weder eine Leistung von Keller noch kalkulierbar für die Zukunft.

    Außerdem wurde mir das Verletzungspech zu stark gewichtet. Heutzutage ist doch jede Position von Haus aus schon doppelt besetzt und durch vielseitige Spieler gibt es auch noch Drittbesetzungen und zur Not kann man dann immer noch in die Jugend greifen. Vielleicht täusche ich mich, aber mMn wurde in jedem Vorbericht zu jedem Bundesligaspiel (also auch die ohne Schalker Beteiligung) das Verletzungspech thematisiert. Es trifft alle Mannschaften. Hier ein bisschen mehr, da ein bisschen weniger. Aber ein 80 Mio Spieler-Etat sollte das in der Bundesliga ja wohl am besten kompensieren können. In der CL lasse ich das Thema eher gelten.

    Von dieser Geldsache kann ich mich ohnehin nur schwer lösen. Mit einem 40 Mio Etat liegt man in der Liga auf Platz 5/6. Wenn man damit einen EL-Platz holt: Okay, aber kein Grund zum Jubeln. Wenn man mit 60 Mio einen CL-Platz holt: Okay, aber kein Grund zum Jubeln. Wenn man mit 80 Mio auch nicht mehr holt: Dann musste man mit Geld Fehler (zu hohe Gehälter und/oder zu wenig aus der Mannschaft heraus geholt) kompensieren.

    Jedenfalls gibt es da mehr zum Nachdenken, als zum Jubeln. Ist natürlich nur meine Meinung, ich will da keinem zu nahe treten.

    Zur Tuchel-Sache: Die mutmaßlichen Verhandlungen von Tuchel und Schalke will ich gar nicht bewerten. Unabhängig davon hatte ich in der Saison gehofft, dass Tuchel nicht noch ein Jahr Mainz macht, sondern zu einem Verein mit mehr Potenzial geht. Aber ich bin überrascht, dass man in Mainz keinen einvernehmlichen Abgang hin bekommt. Tuchel hat denen doch die Taschen mit Geld vollgemacht. Nichtmal Klopp konnte Mainz in der ersten Liga halten. Tuchel formte daraus – über alle Jahre gesehen – die 6. beste Bundesligamannschaft. Sein Denkmal in Mainz könnte gar nicht groß genug sein. Stattdessen jetzt dieses unwürdige Ende.

  39. Rjonathan sagt:

    @Simon
    Wo du darauf zurecht hinweist. Auch mit Real hat Heynckes 1998 als Lame Duck den Titel geholt. Vielleicht sollten wir Heynckes einstellen und ihm kurz darauf sagen, dass nach der Saison Schluss ist. :-D

    @Torsten
    Ich finde es auf jeden Fall in Ordnung einen guten Trainer gegen einen besseren Trainer auszutauschen, selbst wenn der gute Trainer Erfolg hat. Insofern gebe ich Dir und dem verlinkten Artikel recht. Aber was da für Argumente herangezogen werden, um Keller schlecht zu reden (kurz: wenn er Misserfolg hat ist er Schuld, wenn er Erfolg hat war es sein Glück und er kann nichts dafür), finde ich echt daneben. Keller ist sicher nicht erhaben von Kritik (das sind auch nicht Guardiola, Mourinho, Klopp, del Bosque, Löw, ….). Aber der Totalrundumschlag wie er in dem Artikel veranstaltet wird ist unverschämt. (Habe entsprechend auf dem verlinkten Blog kommentiert.) Wenn Keller ein Trainer-Lehrling ist (und da sind wir beide uns glaube ich einig), dann ist er auf jeden Fall ein schnell lernender Lehrling. Und deswegen darf man einfach gespannt sein, wie es weitergeht.
    Aber ich denke auch, dass angesichts der krassen Bereitschaft an Keller nur Fehler zu sehen er kaum die nächste Saison überleben wird. Da müsste er schon ne Meistersaison für hinlegen. Eine Zwischen-Krise wie im Winter (und wie sie in jeder Saison ganz normal ist) wird ihm das Umfeld nicht nochmal verzeihen.

  40. blues sagt:

    @Rjonathan

    Man merkt im „gegendenball“ doch ganz schnell, dass die dort „gegendasschienbein“ treten. Man ernt auch, wie nahe die Argumente die angeblich gegen Keller sprechen , häufig die Argumente der Schalkergegener sind.

    Ich freue mich schon auf Tuchel und die Nerdkurve.
    Endlich kriegt die tiefergelegte Kellerkritik ihren TaktikGuru der sie adelt. Das Schimpfen haben beide bis zum Abwinken gemeinsam. Bis auf ein paar Nerds und taktisch versierte Fußballer versteht das Taktikgedöns letzendlich sowieso fast keine(r).

    Tuchels spröde Art (siehe sein Abgang in Mainz) wird bei den Fans nicht mehrheitsfähig werden.

    Und zum Erfolg ist auch Tuchel verdammt. Taktik, Glück und Verletzungspech hin oder her.

  41. Ney sagt:

    „Bis auf ein paar Nerds und taktisch versierte Fußballer versteht das Taktikgedöns letzendlich sowieso fast keine(r).“ – Dass Kellers Mannschaft gegen tiefstehende Gegner sich schwertut und gegen hochklassige Gegner überfordert ist, sieht man aber auch ohne tiefergehendes Taktikwissen deutlich.

  42. Raul 04 sagt:

    interessant die unterschiedlichen Wahrnehmungen

    McP trifft meine nicht so positive Einschätzung:

    BL: mit viel Glück in den eigenen – selten attraktiven – Spielen und durch totale Aussetzer von Wolfsburg, Gladbach und Leverkusen 3. geworden. Glückwunsch! 2 x (historisches Ausmaß)blamiert gegen Bayern und gegen BVB eigentlich auch chancenlos, Rückspiel dank Fährmann unentschieden.

    DFB-Pokal: 1. Runde war ja schon richtungsweisend, Abschneiden enttäuschend

    CL: international den Ruf (insbesondere den S04 auch dank Raul in den letzten Jahren sich erworben hat) ruiniert! Quali gegen Saloniki die schlechtesten Spiele ever ever, gegen Chelsea 0:3, 0:3, gegen Madrid 1:6, 1:3

    Huntelaar, Fährmann u. Abgabe von Jones haben in der Rückrunde die Saison gerettet.

    Die Zukunft wird härter, 3. wird man mit der Konkurrenz Wolfsburg, Leverkusen, vielleicht Gladbach und in einigen Jahren RB Leipzig nie mehr so leicht.

    Tuchel wäre ein Traum, ein Fan hat hier doch mal einen link auf den „Rulebreaker-Vortrag“ von Tuchel gepostet:
    http://www.2bahead.com/nc/tv/r.....en-lernen/ (Video, ca. 28 Min)
    Vielleicht interessant für die Skeptiker.

  43. RJonathan sagt:

    @Ney
    Ich fand das Spiel gegen Freiburg sehr gut. Die standen sautief. Insofern verstehe ich das nicht mit den tieferstehenden Mannschaften Und ich finde dass es die Leute disqualifiziert, die so etwas sagen. denn tatsächlich spielen Real, Bayern, BVB, Wolfsburg nicht tief. Standen sie nicht gegen uns. gegen tief stehende Mannschaften haben wir zum teil auch nicht gut ausgesehen. Aber oft auch ziemlich gut.

    Ich finde auch, dass wir eine ungalubliche Spielkultur entwickelt haben. Ich habe noch nie eine Schalker Mannschaft so regelmäßig im Direktpasstil durch die Mitte in den Strafraum kombinieren sehen. Raul und Jurado hatten solche Momente. Aber dass es fast jedes Spiel beinahe klappt, das gab’s noch nie. Wieso wird darüber nicht gesprochen wenn man über Keller spricht?

    @Raul 04
    1. Wer spielt Deiner Meinung nach alles international erfolgreichen _und_ attraktiven Fußball?
    2. Welche Spiele von Mainz unter Tuchel fandest du attraktiv?
    3. Die erfolgreichste Halbrunde, die je eine Schalker Mannschaft gespielt hat, ist Deiner Meinung nach keine Leistung, sondern ein Glücksfall auf dem Rücken des Misserfolgs anderer?
    Oder anders formuliert: Totale Aussetzer bei Schalke beschädigen den trainer, totale Aussetzer der Konkurrenz auch?

    Ich würde die Erwartungshaltung mal so zusammenfassen: Der perfekte Schalke-Trainer spielt in jedem Spiel attraktiven Fußball, hat damit in der Bundesliga Erfolg, obwohl auch seine Gegner keine Krisen haben und immer auf Top-Niveau performen und besteht gegen internationale Top-Mannschaften. Na denn… viel Spaß beim scouten.

  44. Malte sagt:

    @Raul 04

    „Huntelaar, Fährmann u. Abgabe von Jones haben in der Rückrunde die Saison gerettet.“

    Solche Aussagen finde ich ziemlich ärgerlich. Man kann ja grundsätzlich versuchen, den Saisonverlauf auf eine einfache Formel zu bringen, aber den Erfolg stumpf auf drei Namen + Glück zu reduzieren taugt noch nicht mal als Polemik. Viele Spieler haben mit starken Leistungen sehr positiv zum Saisonergebnis beigetragen, auch wenn sie teilweise lange ausfielen. Spontan fallen mir die Namen Aogo, Boateng, Höger, Uchida, Kolasinac, Goretzka, Meyer und Matip ein. Und da könnte man sicher noch einige ergänzen. Solche Leistungen fallen auch bei guten Spielern nicht einfach vom Himmel.

    „Die Zukunft wird härter, 3. wird man mit der Konkurrenz Wolfsburg, Leverkusen, vielleicht Gladbach und in einigen Jahren RB Leipzig nie mehr so leicht.“

    Ich weiß gar nicht wie oft ich das in den letzten Jahren schon gehört habe. Es ist nie wahr geworden, und es wird auch in der kommenden Saison wieder Gründe geben, warum die genannten Teams (+Hoffenheim übrigens) nicht allesamt die Liga rocken. Mal abgesehen davon haben wir, vor allem Dank der erfolgreichen Einbindung so vieler hochtalentierter Spieler, auch keinen ganz schlechten Kader. Es gibt keinen Grund die Erwartungen herunterzuschrauben, im Gegenteil.

  45. Ney sagt:

    @Rjonathan
    Gegen Spitzenmannschaften (Bayern, Dortmund, Chelsea, Real)
    kriegten wir Null komma keine Schnitte, gegen mittelgute
    (Wolfsburg, Leverkusen, Augsburg, Mainz, Gladbach) stand’s
    oft Spitz über Knopf.

    Vielleicht entwickelt sich unter Keller eine charakteristische
    Direktpassspiel-Kultur, mal sehen. Zumindest scheint die Zahl
    der Spieler kontinuierlich zu steigen, die sowas können.

  46. derwahrebaresi sagt:

    @@Rjonathan
    @denn tatsächlich spielen Real, Bayern, BVB, Wolfsburg nicht tief.

    eben.
    ney hatte ja differenziert.
    gegen die hochkaräter chancenlos, teils ängstlich und
    gegen die tiefstehenden hilflos.

    freiburg, wie du anfügst, mag ne ausnahme gewesen sein,
    aber 1 von 34 spielen ist zu wenig.

    ich glaube auch nicht, dass das problem der trainer und ein ggf. nicht vorhandenes konzept ist.

    m. e. ist die ursache, dass ein großteil der truppe technisch leider sehr limitiert ist.

  47. leoluca sagt:

    Jens Kellers Mannschaft hat es in der Rückrunde geschafft, dass die Defensive sich deutlich stabilisiert hat. Die Glanzleistungen von Fährmann, die große Klasse von Matip und der überraschende Einstieg von Ayhan muss man hier ebenso nennen wie das oft erfolgreiche und teils sogar hohe Pressing der neuen Doppelsechs.

    Die ersten Erfolge eines schnelleren Umschaltspiels mit mehr Druck nach vorn sind allerdings im Laufe der Rückrunde fast wieder verflogen. Stuttgart, Bremen, Mönchengladbach zogen uns mit einem starken defensiven MF und Konterspiel den Zahn.

    Was sich überhaupt nicht geändert hat: Das Schalker Angriffsspiel ist in der Regel von hinten heraus zu langsam, zu zaghaft und behäbig und lebt meist von den genialen Momenten der Einzelkönner im Sturm. In den meisten Spielen zwar viel Ballbesitz, aber bei minimalen Torchancen.

    Unser Fußball ist derzeit nicht spektakulär, sollte es aber sein. Spektakulär wären enorm schnelle Kurzpasskombinationen auf engem Raum, von wo aus der Ball schnell auf die Flügel oder in den Halbraum geht. Bei Mannschaften, die ungefähr unsere Kragenweite haben und das spielen können (zum Beispiel Dortmund und Atletico), fällt immer wieder auf, wie gut einstudiert das wirkt. Sie haben mit diesem Spiel große Gegner in Verlegenheit gebracht oder sogar geschlagen. Wir nicht.

    Bei diesem erfolgreichen Spiel ist zu beobachten, dass aus dem Sechserraum ein sehr schneller Pass auf einen der einrückenden Flügelstürmer kommt. Dieser stoppt den Ball jedoch nicht, sondern spielt ihn sofort durch auf die Stürmer in der Mitte, die dann mit dem Schwung des Passes schnell, präzise und direkt entweder auf die Flügelstürmer spielen, die inzwischen auf Höhe sind, oder direkt zum Torschuss durchgehen.

    Das sieht oft wie Konterfußball aus: nach der Balleroberung kommen die Angriffe blitzschnell. Aber dadurch ist man auch schwerer auszukontern und durch die hohe Anzahl an Torschüssen hätte der Gegner häufiger Abstöße und müsste gegen die formierte Schalke-Abwehr aufbauen.

    Dazu passt ein Zitat aus dem hier eingestellten Artikel von „Gegendenball“:
    „Einen Improvisationspreis mag Keller gewonnen haben, eine eigene Philosophie, taktische Kniffe in der Vorbereitung auf den Gegner (wie sie Tuchel von Woche zu Woche zeigt) oder gutes In-Game-Coaching konnte ich bei Jens Keller nicht feststellen. Christoph Moritz äußerte sich nach seinem Wechsel von Schalke zu Mainz 05 in bei faz.net. ‚Der Trainer (Tuchel) oder auch Assistent Arno Michels schauen sich mit uns Spielern immer wieder einzelne Spielszenen an und erklären uns, wie wir sie besser lösen können. Das kannte ich so vorher nicht.‘ „

  48. Malte sagt:

    „eine eigene Philosophie, taktische Kniffe in der Vorbereitung auf den Gegner (wie sie Tuchel von Woche zu Woche zeigt) oder gutes In-Game-Coaching konnte ich bei Jens Keller nicht feststellen.“

    Ist das so? Ich behaupte mal, alle diese Dinge sind vorhanden. Als ein Beispiel sei das Hinspiel gegen die Nachbarn genannt, bei dem nicht zufällig drei nominelle Linksverteidiger auf dem Platz standen. Das Spiel ging verloren, aber sicherlich nicht weil Keller nicht gründlich vorbereitet hat.
    Was man vielleicht behaupten kann, ist dass Tuchel in den genannten Disziplinen stärker als Keller ist. Aber hinterm Mond lebt unser Trainer auch nicht.

    Man kann es ja drehen und wenden wie man will. Keller macht jetzt erstmal weiter. Er wird schnell lernen müssen um gut genug für einen Verein mit Schalkes Ansprüchen zu sein. Wenn er den nächsten Schritt nicht packt, kommt halt ein anderer. Aber es wäre schön, wenn er zumindest seinen Vertrag erfüllen kann. Denn zeitgleich wird ja auch ein gewisser Thomas T. frei.

  49. Manfred sagt:

    Leute, die beim Fußball von Philosophie reden/schreiben, mögen sich das mal durchlesen, kurz innehalten, nachdenken und dann einfach mal normal weiterreden/schreiben:
    http://www.11freunde.de/galeri.....ge=2#image

    Ich hab mir den Artikel, den Torsten da verlinkt hat, auch durchgelesen und ich muß sagen: in gedruckter Form paßt das perfekt auf graues, einlagiges Toilettenpapier, was da zusammengestümpert wurde.
    Ich für meinen Teil bin es leid, immer dieselbe Gülle lesen zu müssen, die sich irgendwelche Schmierfinken aus ihren Fingern saugen, die in den allerseltensten Fällen auch nur den Hauch einer Ahnung davon haben, was ein Trainerteam übers Jahr so leistet, Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat. Das gilt auch für den Manager. Wir alle wissen, dass man auf Schalke seit 1958 NIE wirklich zufrieden war; mit Ausnahme des UEFA-Cup-Gewinns vielleicht gab es immer was zu meckern, weil es im und um den Verein gar nicht anders geht.
    Was sich im Titel dieses Blogbeitrags kaum besser widerspiegeln könnte.
    Nichtmal ein Fragezeichen wurde dort ans Ende gesetzt, das spricht Enzyklopädien.
    Beste Rückrunde aller Zeiten – es wird gemeckert. Auf teils abenteuerlich niedrigem Niveau.
    Niederlagen gegen zwei Weltklasseteams – nee, so geht das nicht, klare Schuldzuweisung an den Trainer(stab), der den Spielen in Einzelgesprächen sicher gesagt hat, dass es eh nix bringt, aber man müsse halt antreten. Oder so ähnlich.
    Muß ja. Oder?

  50. Ney sagt:

    Dann lies es halt nicht mehr, wenndzes leid bist.

  51. blues sagt:

    @leoluca

    „eine eigene Philosophie, taktische Kniffe in der Vorbereitung auf den Gegner (wie sie Tuchel von Woche zu Woche zeigt) oder gutes In-Game-Coaching konnte ich bei Jens Keller nicht feststellen.“

    Keller ist der einzige Trainer der Liga, der mit purem Unvermögen und totalem Versagen den dritten Platz schaffte.

    Sieht man dagegen Szalais Spielweise, die langen Jahre die er unter Meister Tuchel trainiert hat, an? Oder Holtby? Oder Schürle?

    Goretzka, Meyer, Kolasinac und Ayan kamen unter Keller und dem Schalker Trainerteam innerhalb von 10 Monaten auf Nationalelfniveau!

    Wieviel Talente hat der Taktikguru in der Karnevalstadt über die Jahre entwickelt und ihnen zum Durchbruch verholfen?

    Warum hat Mainz eigentlich über Jahre hinweg den ältesten Kader der Liga und hat das vielleicht was mit Tuchel zu tun?

    Horst Heldts Plan den Trainerposten abzusichern ist richtig , ein Heiland aber ist der Thomas Tuchel nicht.

  52. Torsten sagt:

    Leute, die beim Fußball von Philosophie reden/schreiben, mögen sich das mal durchlesen, kurz innehalten, nachdenken und dann einfach mal normal weiterreden/schreiben:
    http://www.11freunde.de/galeri.....ge=2#image

    Dass es sich bei dem, was in Sachen Fußball weit verbreitet „Philosophie“ genannt wird, um „Spielstil“ handelt, sollte doch jedem klar sein. Ich denke das kann man voraussetzen, Fußball-Slang eben. Ebenso albern könnte man einen Architekten über den Begriff „hängende Spitze“ reden lassen.

    Was sich im Titel dieses Blogbeitrags kaum besser widerspiegeln könnte.
    Nichtmal ein Fragezeichen wurde dort ans Ende gesetzt, das spricht Enzyklopädien.
    Beste Rückrunde aller Zeiten – es wird gemeckert

    Die Überschrift ist eine Zustandsbeschreibung, und da wäre ein Fragezeichen eben fehl am Platz gewesen, weil eben diskutiert wurde und wird: Über diese Tuchel-Geschichte vor allem. Keineswegs nur von besonders kritischen Leuten, sondern quer durch die Bank von vielen. Weil das eben eine ziemlich ungewöhnliche Story war, an diesem letzten Spieltag.

    Außerdem habe ich überhaupt nicht das Gefühl, dass viel über die Rückrunde gemeckert wird. Eher wird ständig verglichen. Dass, was man gesehen hat, mit dem, was es vorher zu sehen gab, oder mit dem, was man sich noch mehr wünscht, oder mit dem was andere zeigten. Aber doch eher insgesamt, nicht nur auf die Rückrunde bezogen.

    Eher sind es doch gerade die „Nicht-Meckerer“, welche die Rückrunde erstaunlich separat betrachten. So als gehöre die Hinrunde nicht dazu. Insgesamt hat Schalke 64 Punkte geholt. 64 oder mehr Punkte hat Schalke in 5 der letzten 8 Spielzeiten geholt.
    Gut, zweifellos, Champions League-Qualifikation, Ziel erreicht, eben am drittbesten in der Liga, kann man mit zufrieden sein. Aber man hört gerade soviel von Rekordrückrunde und Rekordpunkteschnitt, dass man den Eindruck hat, Schalke hätte da eine historische Saison auf den Rasen gezaubert. Nein, eigentlich wars so ziemlich das gleiche Ergebnis wie vor 2 Jahren.

    @blues:
    Du schießt Dich schon derart auf Tuchel ein, mir dünkt Du bist Dir ganz sicher, dass der Mann Jens Keller beerbt. Hast Du da Insiderinfos?
    ;-)

  53. W. Hannes ´79 sagt:

    @Manfred

    Das sehe ich GENAU SO. Mich würde ja echt mal interessieren, was die, die hier am meisten am Keller seiner Arbeit das Haar in der Suppe suchen, selbst so beruflich für herausragende Leistungen aufs Trapez bringen. Ich behaupte, dass kein Verein dieses Jahr unter diesen Voraussetzungen so erfolgreich gewesen wäre wie der S04 unter Jens Keller.

    @Torsten

    „…kann man mit zufrieden sein.“
    Jetzt nicht Dein Ernst, oder? Ich muss sagen, so eine Einschätzung hätte ich von Dir nicht erwartet.

    Ich für meinen Teil laufe immer noch grinsend durch die Gegend, weil diese Seuchensaison so hervorragend zu Ende ging.
    Dazu gehört auch, dass die Bayern m.E. noch böser vermöbelt wurden als wir (weil ja Real nach dem 0:3 aufgehört hat, Fußball zu spielen). Das war nämlich gar keine Bankrott-Erklärung. Geht wie gesehen schnell gegen so ne Truppe. Habe da mal mit ´nem Bayern-Blog verglichen: tut weh, dass so schreiben zu müssen, aber die steh´n zusammen.

    Und wir?

  54. blues sagt:

    @Torsten
    Als der neue Heiland der Kellerkritiker, der Erlöser von Jens Kellers übler Spielweise jetzt am blau-weißen Horizont erschien, dachte ich, ich gucke mal, ob es auch Dinge gibt, die der neue Retter vielleicht nicht kann. Und siehe da, einige Schwächen fallen schnell in den Blick.

    Dass Tuchel in einem Jahr auf Schalke anfängt ein Team zu trainieren, davon gehe ich tatsächlich aus. Alles andere wäre nach dem Theater und nach den Statements der Schalker Verantwortlichen, die ja sehr wenig auschließen, sehr überraschend.

    Tuchel ist ein „Guter“, Heldts´ Vorgehensweise, wenn möglich für einen Backup des aktuellen Trainers zu sorgen ist richtig, aber als Heiland taugt Thomas Tuchel bestimmt nicht.

  55. Manfred sagt:

    Torsten, es wird mE eben nicht über das sportliche Ergebnis diskutiert, sondern über ‚Hätte, Wäre, Wenn‘ und ähnlich gelagerten Stuß.
    Niemand hat sich über die Hinrunde gefreut und anschließend eine solche Rückrunde erwartet, oder meldet sich wer freiwillig?
    Mir persönlich ist es komplett schnuppe, aus welchen Personen sich der Trainerstab zusammensetzt. Aber nicht, wie mit diesen Leuten mit dem Cheftrainer an der Spitze umgegangen wird. Alle salbadern auf der einen Seite immer von Kontinuität und sind angepißt, wenn Verein X 3 Trainer in der Saison hat (freiwillig, wohlgemerkt), aber kaum war mal ne Hinrunde schlecht – ne?
    Und dabei geht es mir nicht um das Zusammenstehen als Fans oder ähnlichen Quatsch und auch nicht darum, dass es nunmal ‚unser‘ Verein ist und ‚unsere‘ Spieler sind, aber eben nicht ‚unser‘ Trainer (wie das unter einen Hut paßt – ich will es gar nicht wissen) – es geht einzig darum, dass eigentlich schon vor der Saison hätte klar sein müssen, dass mehr als Platz 3 nicht drin sein wird und es sich um eine Übergangssaison handelt (gut, dass es mit den Verletzungen mal wieder so extrem werden würde – nochmal ein anderes Thema). Oder hat irgendwer tatsächlich mehr erwartet (mit Begründung!)? Und das lag sicher nicht daran, dass der Kader so mau und/oder der Trainerstab so 2. Wahl ist, sondern einfach daran, dass die beiden Vereine vor Schalke stehen, die so ziemlich jeder auch dort erwartet hat.
    Platz 3 ist ein Erfolg und es wird gemeckert. Bei Platz 5 hätte ich sicher auch geflucht, aber jedem war doch klar, dass mindestens Leverkusen ein absolut ernsthafter Konkurrent um Platz 3 sein würde (also jedem mit einigermaßen Hirse in der Birne). Dann wird geschrieben, dass man ja froh sein könne, dass die so ne miserable Serie hatten und das auch für Wolfsburg und Mönchengladbach gilt. Aber Schalke muß 34 Spieltage lang immer Topleistung abliefern, in der CL gleich mit und nur den anderen gesteht man ne Negativserie zu. Wunschdenken, man schaue mal Richtung Süden. Als hätte man da die Luft rausgelassen, pfft und weg war die Form, einfach so. Und in Spanien die 3 Meisterwerdverweigerer? Von der Peinlichkeit des unteren Tabellensechstels mal ganz zu schweigen.
    Shit happens, auch den besten Teams gelingt mal ne Weile gar nix, ganz normal. Und ich behaupte nichtmal, dass es nur beim S04 dann so hergeht, kann ich gar nicht, weil ich die anderen Vereine und deren Drumrum schlicht so gut wie gar nicht verfolge. Es kommt mir aber öfter mal so vor, als sei es genau so.
    @ Ney: nett, dass du mir hellseherische Fähigkeiten zugestehst, aber auch ich muß leider erstmal den Kram lesen, bevor ich am Ende weiß, was da verfaßt worden ist. Anders wär mir das auch lieber…

  56. Torsten sagt:

    @Manfred:

    Die jetzige Diskussion ist doch aus der Tuchel-Geschichte heraus entstanden. Hätte es diese Veröffentlichung nicht gegeben, hätten wir jetzt eine sehr ruhige Woche, davon bin ich überzeugt. Dass diese Diskussion nun aufgekommen ist, sind grundsätzlich erstmal keine „Nörgler“ schuld. Das ergibt sich aus dem, was tatsächlich vorgefallen ist, eben dass S04 mit Tuchel verhandelt hat.

    Dass bei solch einer Veröffentlichung begonnen wird, die Trainer miteinander zu vergleichen, ist doch klar. Das wäre bei jedem anderen Namen und bei jedem anderen Club ebenfalls so. Alleine aus dieser Sicht heraus kann ich nicht verstehen, dass man sich über die Diskussion an sich wundert.

    Dabei gibt es natürlich viele Ansichten, die man im einzelnen erwidern oder falsch finden kann, klar. Nur weil ich Thomas Tuchel richtig gut finde teile ich noch lange nicht die komplette, hier in den Kommentaren zu lesende Kritik an Jens Keller.

    @blues:

    Niemand taugt pauschal zum Heiland, da sind wir uns einig. Nicht jeder gute Trainer passt zu jedem Club, und je größer das Interesse am entsprechenden Club, desto mehr kommt noch „nicht nur Fußball“ dazu. Ich glaube, dass Thomas Tuchel der richtige Typ für S04 wäre. Aber wissen kann ich das natürlich nicht.

    Ich glaube nicht, dass wir es herausfinden werden, ich denke nicht, dass Thomas Tuchel der Nachfolger Jens Kellers werden wird. Fußball ist Tagesgeschäft, gerade auf Schalke. Bis sich diese Chance reell ergibt, wird sich Tuchel mit einem anderen Club einig sein. Er hat, laut Heidel, nach den Verhandlungen mit S04 auch noch mit Leverkusen verhandelt. Er wird weitere Angebote bekommen. Er braucht nicht und wird nicht darauf warten, dass es für S04 gerade optimal passt.

  57. Sylvia sagt:

    Hallo an Alle hier im Blog, den ich schon seit einigen Jahren regelmäßig lese- ohne bisher aktiv teilzunehmen.
    An dieser Stelle möchte ich Dir Thorsten kurz danken für dein Engagement, die guten Beiträge und die Möglichkeit, (meistens) sachlich über meinen Herzensclub seit Geburt, diskutieren zu können.
    Heute möchte ich mich mal zu Wort melden, weil mich die Trainerdiskussion auf Schalke auch schon Jahre beschäftigt hat, nie aber so intensiv wie in der Zeit mit Jens Keller als Cheftrainer. Das Thema der Trainerfrage auf Schalke ist, da gebe ich Thorsten recht, jetzt noch mal durch das letzte Wochenende hoch gekocht und wird ja auch hier unterschiedlich diskutiert.
    Was mich aber an der Diskussion wundert zuweilen ärgert ist , dass ich den Eindruck habe,dass es keine Zwischentöne in der Diskussion um Jens Keller gibt. Frei nach dem Motto- wer nicht für ihn ist ist gegen ihn und kann seine Leistungen nicht anerkennen. Darum geht es aber m.M. nach nicht. Ich persönlich muss sagen, ich schätze die Arbeit von Jens Keller sehr. Er hat hat gezeigt, dass er in einer sehr schwierigen Situation, langfristig gute Arbeit gemacht hat. Er hat viele Nachwuchstalente in die Mannschaft integriert und gefördert. Er hat es geschafft, ein neues Teamgefühl, ein Miteinander aufzubauen und jeder kann sehen, dass das Spiel der Mannschaft, vor allem bei den einzelnen Spielern und im Zusammenspiel verbessert wurde. Vor seinem Kampfgeist und seinen Nehmerqualitäten habe ich sehr großen Respekt und würde meine Hut ziehen- wenn ich einen hätte. Jens Keller war der richtige Mann zu diesem Zeitpunkt- eine gute Wahl von Horst Heldt. Er hat eine gute Grundlage gelegt. Dennoch gehört Jens Keller nicht zu meinen Lieblingstrainern und ich glaube nicht, dass er derjenige ist, der für einen eigenen Schalker-Spielstil steht, der die Mannschaft so weiter entwickeln kann, dass sie in einigen Jahren wirklich die ganz Großen angreifen kann.Jens Keller hat mir seit seinem Antritt als Cheftrainer noch nie vermitteln können, was ihn leitet, welche Idee und welchen Willen er hat, den Fußball auf Schalke zu prägen. Dem Verein seinen Stempel- ja nennt es ruhig Philosophie- aufzudrücken. Er hat immer sehr pragmatisch und seriös Fußball spielen lassen und das war erfolgreich. Aber es wird nicht reichen wenn man als Verein- und das würde ich mir für Schalke endlich mal wünschen- mit einer Spielweise identifiziert wird. Wie es, ich sage es ungern, die Dortmunder durch die Verpflichtung von Jürgen Klopp geschafft haben. Man mag ihn mögen oder nicht,aber er ist die schillernde Figur des Vereins, er hat die Fußballphilosophie des Vereins geprägt und damit den Verein international an die Spitze geführt.So etwas wünsche ich mir auch für Schalke. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies mit Jens Keller gehen wird. Dafür brauch es glaub ich eine gewisse Besessenheit und Gier im positiven Sinne, die ich bei Jens Keller vermisse. Tuchel hat diese Besessenheit, die Gier gepaart mit einer Fußball- Intellektualität, die dem einen oder anderen im Ruhrpott vielleicht weniger gefallen mag, die ihn aber dennoch zu einem der besten und außergewöhnlichsten Trainer in Deutschland macht.Daher wünsche ich mir schon seit Jahren, dass Schalke sich endlich auf den Weg macht um einen wie ihn langfristig zu verpflichten. Ich halte es für einen Fehler, das Schalke diese Möglichkeit ungenutzt lässt. Hätte der Verein eine solche Absicht, dann müsste sich Horst Heldt nämlich bereits jetzt mit den Planungen für eine Trainerbesetzung für die Saison 2015/2016 beschäftigen und nicht erst, wenn mglw. die nächste Leistungskrise der Mannschaft Mitte der nächsten Saison erfolgt.Dann ist Tuchel nicht mehr auf dem Markt und es kommt wieder zu irgendeiner Trainerverpflichtung. Nein, Schalke muss sich endlich in Sachen Trainer Gedanken machen. Die Trainerbesetzung wird dafür verantwortlich sein, welcher Fußballphilosophie dieser Verein perspektivisch auf Jahre hin folgt bzw. folgen will. Bisher scheinen die einzigen Maßstäbe hierfür die Teilnahme an der Championsleage zu sein. Das wird für die Entwicklung einer auf Jahre prägenden Schalker- Spielphilosophie zu wenig sein. Wenn Schalke wirklich mehr will als das, dann braucht es dazu eine andere Trainerbesetzung.
    Davon bin ich – trotz meiner Achtung vor Jens Keller und seiner erfolgreichen Arbeit- überzeugt.

  58. Torsten sagt:

    Hallo Sylvia, danke fürs Danken, danke fürs Teilnehmen und vor allem für diesen Kommentar!

    Eben so geht’s mir auch, so sehe und fühle ich das auch. Vollkommen abseits von einzelnen Spielen, Fehlern oder Siegen. Da kann ich jeden Satz unterschreiben.

  59. Maddin sagt:

    Ich wage mal einige steile Thesen:

    – Keller bleibt Cheftrainer bis 2015
    – die kommende Säsong wird die letzte für den Pöhler bei die Schwarzgelben. Dann geht es ins Ausland.
    – Tuchel geht nach Leipzig, vorausgesetzt die bekommen die Lizenz von der DFL.
    – Der Nachfolger von Keller wird 2015 der Willi!
    – Wenn der Pöhler erstmal im Ausland arbeitet diskutiert hier keiner mehr über K-Trainer

    Wetten werden ab sofort angenommen

  60. Maddin sagt:

    http://m.spiegel.de/sport/fussball/a-965920.html

    Diesen Artikel möchte ich dringendst jedem Empfehlen der meint dass Philosophie, Spielidee und ein ganzheitliches Konzept das Allheilmittel für unseren Verein wäre.

  61. Ex-Dubai sagt:

    Ich sehe Heldt nicht als gescheitert oder Keller nicht als gehörnt dastehen. Das man in der Winterpause alle Optionen durchgespielt hat, war wohl jedem klar, auch Jens Keller. Das man sich bei sowas auch mal eine Absage holt, ist für mich auch normal, sozusagen Tagesgeschäft. Klar ist Tuchel kein schlechter Trainer, aber ich glaube nicht das er mit seiner dünnhäutigen Art auf Schalke funktionieren wird. Mainz ist doch in Punkto Presse und Co. eine Wohlfühloase, Schalke dagegen ein Haifischbecken. Den Druck den er hier auf Schalke an einem Tag hat, hatte er in Mainz in 6 Monaten. Wobei bei Tuchel die PK’s bestimmt wieder interessanter wären, nicht so abgeklärt wie bei Keller.

  62. Malte sagt:

    Die Frage ist ja ganz interessant. Braucht eine Spitzenmannschaft im modernen Fußball tatsächlich eine eigene Spielidee, Philosophie oder wie auch immer man das jetzt nennen möchte? Ich meine in der Rückrunde sowohl Andeutungen von Ballbesitzspiel als auch schnellem Umschalten gesehenzu haben. Welche Richtung das nehmen soll, finde ich noch schwer abzusehen. Soweit ich weiß gibt es auch in der A-Jugend kein grundlegendes Spielsystem, die Ausbildung scheint eher sehr vielseitig zu sein.

    Für mich stellt sich tatsächlich die Frage: Eine auf Jahre prägenden Schalker- Spielphilosophie, wie Sylvia, Torsten und andere sie sich wünschen, braucht man die um erfolgreich zu sein?

  63. Ex-Dubai sagt:

    Wie wäre es denn mal zur Abwechslung, wenn der Verein die Philosophie vorgibt und der jeweilige Trainer diese umsetzt?

  64. blues sagt:

    @Silvia
    Gier als Treibstoff um an die Spitze zu kommen? Mit Gier führt man högschdens ganze Systeme an den Rand des Abgrundes. Siehe Investmentbanker.

    Ihr Systemkritiker habt die ausführliche und konkrete Beschreibung und Ausgestaltung eurer Spitzen-Fußball-Philosophie, abgesehen von der Gier und der Kopie des Schwatt-Gelben, bis heute nicht nachgeliefert.

    Der neu angekündigte Heiland, Thomas Tuchel, wird , so eure Hoffnung,diese dann stiften.
    Thomas Tuchel Fußball Gott.

    @Maddin
    Keller bleibt Cheftrainer bis 2015. YEP!
    Sein Vertrag mit Schalke wird verlängert als Trainer der B-Jugend und/oder U21-Trainer und /oder als Cheftrainer.
    Zur Saison 2015/16 kommt Tuchel auf Schalke. Vielleicht noch ein Jahr als B-Jugend-Trainer oder U21-Trainer dann als Cheftrainer.

    In der Saison 2014/15 erliegt Thomas Tuchel der medialen Ehrenamtswerbung des DFB. Er führt auf Basis der steuerfreien Übungsleiterpauschale (max. 2400 Euro pro Jahr) auf Schalke für alle Mannschaften und Fans von der F-Jugend über die Nerdkurve bis hin zur Bundesligamannschaft, Taktikschulungen durch.
    Christian Heidel wird vom DFB wegen Ehrenamt-Bashings zur Ordnung gerufen.

  65. Ney sagt:

    Die Polemik wird allmählich ermüdend.

    Keller wird bald nach Start in die kommende Saison die
    zweitlängste Amtszeit aller Schalke-Trainer seit der
    Ära Stevens I erreicht haben. Ob er auch noch an Slomka
    vorbeizieht, hängt allein vom Erfolg der Mannschaft ab,
    nicht von der Personalie Tuchel und nicht von Ihr-Wir-Debatten.

  66. blues sagt:

    @Ney
    mich amüsierts…

  67. Maddin sagt:

    Blues, wie recht du hast.

    man ist es langsam aber auch wirklich leid. Von all den philosophie-schreienden Konzeptsuchenden Anhängern der Supertrainer-Genesis ist es offensichtlich seit Monaten zuviel verlangt es zuzugeben, dass sie schlussendlich der Pöhlerneid antreibt ständig die fiktive KOPIE des Orginals anzustreben um endlich den fussballerischen Nimbus erreichen zu können.
    Aber ich quatsch mich hier seit Jahren tot. Der Pöhler ist nicht kopierbar. Ist auf Schalke nicht machbar. Ist nicht verfügbar. Ist nicht Tuchel. Ist nicht Tuchel. Ist nicht rangnick.
    Aber bitte: scheiss auf Keller. Lasst uns die Padawan-Kopie vom Super-Kloppo holen. Für das Seelenheil der Konzeptnerds. Geben wir ihm 18 Monate um dann genau an der gleichen Stelle (Platz 3) weiter zu mosern. Ruhe inm blauweissen Umfeld, Rückrundenrekord, Punkteausbeute, Aussendarstellung….drauf geschissen. Titel, Thesen und Triumphe!
    ich bin raus. In jeder 302 lässt sich mittlerweile rationaler diskutieren als hier.

  68. McP sagt:

    Klopp ist doof, Tuchel ist doof, Spielideen sind doof, Keller ist gut.

  69. Tobi sagt:

    Auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen. Fußball ist so billig einfach, dass im Grunde jede Meinung, jeder Blog, jede Diskussion über ist:

    Gewinnen – Guter Trainer, gute Mannschaft, gutes Konzept
    Verlieren – Schlechter Trainer, schlechte Mannschaft, kein Konzept.

    Im Übrigen: Wer mal die hoch aussagekräftigen Kommentare / Interviews von Trainern in höher klassigen Mannschaften liest wird feststellen: Eigentlich ALLE Trainer wollen, abhängig von der jeweiligen Zeit, so gut wie immer das selbe. Zur Zeit halt: Höheres Verteidigen, aggressives gegen den Ball spielen, Gegenpressing, schnelles Umschaltspiel.

    Geil! Kann ich bald auch mal ne Truppe trainieren. Mit ein bisschen Glück und guten Kickern bin ich dann der neue Trainerliebling der Nation! Ok. Etwas Medienkompetenz und jugendliches Auftreten für den Coolnessfaktor bring ich auch noch mit.

    Schöne Sommerpause noch!

  70. malte sagt:

    Ich verstehe die „Aufregung“ zum Thema Diskussionskultur nicht. Da kamen jetzt ja mehrere Kommentare zu. Was erwartet ihr denn? Dass am Ende alle einer Meinung sein müssen?

    Wer nach den Spielen gegen Stuttgart oder Gladbach mal einen Blick in eines der Foren geworfen hat, für den ist das hier doch die reinste Erholung. Und das ist gerade mal drei Wochen her.

  71. Սաշա sagt:

    Oh ja… ich habe den Fehler gemacht, am Sonntag nach Aufkommen der Gerüchte um Tuchel ein bisschen im Block 5 Forum zu lesen. Wer sich hier ob der furchtbaren Diskussionskultur schon die Augen ausweint, sollte dort mal sein Glück versuchen.
    Wo hier das Problem sein soll, verstehe ich wirklich nicht. Die Tuchel-Heilsbringer-Schreier sind doch hier recht rar gesät und vergleichsweise moderat.

  72. Ney sagt:

    Wehret den Anfängen.

  73. eakus1904 sagt:

    Ich sehe die Diskussionskultur generell in Blogs oder explizit hier auch nicht gefährdet. Sicherlich, bei dem ein oder anderen Kommentar möchte man schon mal in die Tischkante beissen, aber generell ist das hier doch völlig human(Und das ist auch gut so). Die „großen“ Schalke-Foren bestehen im übrigen zu 70% aus Beiträgen,wo sich User gegenseitig anfeinden,eine vernünftige Diskussion kommt da gar nicht erst auf.

    Wenn sich hier dann mal der Polemik bedient wird-bitte,soll so sein! Persönliche Anfeindungen sind hier die absolute Seltenheit. Lasst uns,trotz aller unterschiedlicher Meinungen,doch auch einfach dabei bleiben!

    P.S.: Ich find Keller gut! :-)

  74. Ney sagt:

    „P.S.: Ich find Keller gut! :-)“

    Polemik!

  75. leoluca sagt:

    Zwar hat sich die Schalker Trainerdiskussion erst mal erledigt, aber vermutlich wird sie spätestens zum Saisonbeginn weiter gehen, weil die Kontroversen über den künftigen Schalker Fußball ja bleiben.

    In diesem Zusammenhang verstehe ich einige User nicht, wieso man eigentlich, wenn von Fußball auf Schalke die Rede ist, nicht auch mit solchen Begriffen wie Spielidee, Taktik- und Strategiepläne, Trainerphilosophie, Konzept, Choreographie oder Spielkultur arbeiten kann?

    Diejenigen, für die das zu hochgestochen ist, weil sie den Ergebnisfußball für den Kern des Spiels halten, müssten mir mal erklären, warum wir seit Jahrzehnten nicht nur von den frühen Meisterschaften, sondern auch vom Schalker Kreisel sprechen. Einer in den 1920er und 30er Jahren völlig neuen Spielidee, Spielkultur etc., die darauf zurückging, dass ein paar Jungs aus der Insel-Gefangenschaft neue Spielideen mitbrachten und sie mit der kontinentalen Art, Fußball zu spielen, mischten.

    Sowas passierte dann später immer wieder mal:

    Brasilien spielte seit den 1950er Jahren fast drei Jahrzehnte barock und ballverliebt, weil der afrikanische Einfluss immer größer wurde. Rinus Michels kreiierte in den 1970ern den Voetbal total, der Europas Fußballspiel mindestens so lange dominierte bis hin zum Einfluss auf das TikiTaka von Barcelona, das eine holländisch-spanische Koproduktion war. Und der italienische Real-Trainer Anchelotti hat erst kürzlich den Guardiola-Code geknackt mit einer völlig neuen Mischung aus knochenhartem Konter-und schnellem Offensivfußball. Er und seine Mannschaft hatten gegen Bayern München schlichtweg das bessere Konzept, die bessere Spielidee, die überlegene Spielphilosophie … Die WM in Brasilien wird ja auch deswegen besonders interessant, weil man sehen wird, ob Spanien weiter den Weltfußball dominieren kann oder ob es durch Mannschaften mit neuen Systemen, Ideen etc. abgelöst wird. Belgien, Chile, Frankreich zum Beispiel gelten als Geheimtips.

    Warum also sollte es vor diesem Hintergrund nicht legitim sein, Zweifel an der Art des Schalker Fußballs zu äußern? Und Argumente für eine sinnvolle Weiterentwicklung des Schalker Spiels stehen in diesem Thread mehr als genug.

    Unser Fußball ist derzeit eben nicht spektakulär, sollte es aber sein. Das Schalker Angriffsspiel ist in der Regel von hinten angefangen zu langsam, zu zaghaft und behäbig und lebt meist von den genialen Momenten der Einzelkönner im Sturm. In den meisten Spielen viel Ballbesitz, bei minimalen Torchancen. Spektakulär wären enorm schnelle Kurzpasskombinationen auf engem Raum und bei Mannschaften, die ungefähr unsere Kragenweite haben und das spielen können (zum Beispiel Dortmund und Atletico), fällt immer wieder auf, wie gut einstudiert das wirkt. Sie haben mit diesem Spiel große Gegner in Verlegenheit gebracht oder sogar geschlagen. Wir nicht.

  76. blues sagt:

    @leoluca

    „Unser Fußball ist derzeit eben nicht spektakulär, sollte es aber sein“

    Bei der Generation „App“ muss sich immer irgendwie etwas ganz cooles ereignen, explodieren, bewegen, kreiseln oder abstürzen. Egal was. Hauptsache es passiert was.

    Der Pöhler ist der Avatar dieser überwiegend technisch verursachten Wahrnehmungsstörung. Ich halt es das eher mit Norbert Elgert: „Als Trainer musst du in erster Linie Mensch sein.“ Dürfte in etwa auch die Linie von Jens Keller sein.

    Der Dortmunder Spielstil ist maschinenartig. Im Kloppschen O-Ton: eine „Pressingsmaschine“. Taktiken sind eine Art Sozial-Technologien, da machtst du aus Menschen rasende und pressende Human-Roboter. Ich möchte das nicht.

    Für Spieler die bei dieser Spielweise zu den Top 5 zählen werden in der Spitze 100 000 000 Euro Ablöse aufgerufen und bezahlt. Spektakulärer Irrsinn.

  77. schoschi sagt:

    der austausch der hier stattfindet ist doch so wie er sein sollte. ohne verbale entgleisungen und von allen seiten beleuchtet! danke! ich bin lange nicht so taktisch fit wie der ein oder andere hier. ich schaue zu und freu mich, schüttle den kopf, ärgere mich und unterstützte. eine klare linie habe ich noch nicht erkannt. aber die neue saison kommt. und wie ich schon erwähnte: wenn alle gesund durch die vorbereitung kommen wird man sehen!!!! erst dann, nach der nächsten saison…….treffen wir uns wieder:) mann, ist fußball schön!! noch mal DANKE und GlückAuf

  78. Սաշա sagt:

    @blues:

    Bei der Generation “App” muss sich immer irgendwie etwas ganz cooles ereignen, explodieren, bewegen, kreiseln oder abstürzen. Egal was. Hauptsache es passiert was.

    Oh ja, das Gefühl habe ich auch. Ich glaube zudem, dass es den meisten gar nicht mal so wichtig wäre, dass tatsächlich taktisch herausragender Fußball gespielt wird – würden sie größtenteils eh nicht merken, sondern eher, dass andere schreiben (vor allem in Taktik-Blogs, die von Laien gegründet wurden, die sich zu Experten aufgeschwungen haben, gleich nachdem sie mal zufällig einen Artikel von Jonathan Wilson gelesen haben oder – oho! – vielleicht sogar ein ganzes Buch) wie toll, cool und ja, natürlich auch megageil der Schalker Fußball ist, wie jugendlich und hip Thomas Tuchel ist – und sowieso wie sein Matchplan immer eine Antwort hat.

    Ich fürchte für einen Fußball-Hipster ist Schalke einfach die falsche Wahl gewesen – da muss man nun konsequenterweise auch den letzten Schritt machen und nächstes mal lieber das gelbe Trikot im Sportgeschäft kaufen. Schalke wird nie hip und cool sein, daran ändert auch die megageile Pressingmaschine-Umschalt-Langeweile nichts – dafür wird man aber auch nie so ein selbstherrlicher, verlogener Haufen wie die Nachbarn. Damit kann ich gut leben.
    Außerdem möchte ich ehrlich gesagt auch gar nicht, dass wir eine Kopie vom BVB werden. Weder auf dem Platz, noch daneben. Ich möchte lieber kreativen Fußball sehen, der auf kontrollierten Aufbau setzt. Fußball, in dem nicht jeder Spieler austauschbar ist, weil immer das gleiche abgespult wird. Fußball in dem Ballbesitz nicht als Symptom einer Krankheit gilt. Ich weiß, das ist gerade gar nicht so im Trend – sieht bestimmt auch Spielverlagerung oder Gegendenball so – und auch in München wurde man zwischenzeitlich schon ganz hysterisch, ob das nicht doch die falsche Philosophie sei. Wenn ich mich auf einer Skala mit den fußballphilosophischen Extremen Dortmund und Bayern einordnen müsste, würde ich jedoch ganz klar auch weiterhin zur bayrischen Seite tendieren. Und ich tendiere unter anderem aus diesem Grund auch ganz deutlich zu „Lieber 20 Jahre Jens Keller als ein Spiel unter Tuchel“.

  79. Torsten sagt:

    Jau. Wer was zu meckern hat, der soll doch gehen. Soll sich ein gelbes Trikot kaufen. Ist eh kein Schalker.

    Wie schlecht.

    Das ist genau so tumb wie diese ewigen Mode- oder Eventfans-Diskussionen, die immer wieder mal aufkommen, wenn zu viele Zuschauer vor Abpfiff das Stadion verlassen oder wenn es Pfiffe gibt. Ehrlich Սաշա, hätte ich nicht gedacht, dass solch ein Schwarz/Weiß-Kokolores von einem so differenzierten Kommentator wie Dir kommen würde.

  80. Սաշա sagt:

    Nein, ganz im Gegenteil, wer was zu meckern hat, soll gerne meckern, kritisieren oder sonst wie abkotzen. Wer aber ein Problem damit hat, dass Schalke in der öffentlichen Wahrnehmung nicht als „cool“, „trendy“ oder „hip“ gilt und wem das nicht in seinen Lifestyle passt, der sollte sich einfach keine unrealistischen Hoffnungen machen: Das wird vermutlich so bleiben (abgesehen vom kurzen Zeitraum um die Meisterschaft der Herzen, vielleicht noch ein paar Jahre vorher, ca. mit dem Gewinn des UEFA Cups kann ich mich jedenfalls nicht erinnern, dass Schalke mal überwiegend positiv wahrgenommen wurde).

    Da wäre es doch einfacher – wenn auch nicht besser – wenn man gleich aufgibt und sich umorientiert. Auf mich wirkt das zum Teil eben so ein bisschen wie „Mamaaaaaa, die anderen Kinder finden mich nicht coooool…“. Soweit es darum geht, plädiere ich einfach dafür, sich damit abzufinden. Dagegen hilft nicht einmal das beste Umschaltspiel und ein Trainergespann aus Klopp, Tuchel, Streich und Favre zugleich.

  81. Steffen sagt:

    Was das denn fürn Fatalismus in den Aussagen? Das schlägt ja in die Nische wo jemand vor ein paar Tagen sinngemäß schrieb „bloss nicht Meister werden, sonst kommen zuviele Modefans und dann wird Schalke doof“.

    Als wenn Spielidee, Philosophie oder ein ausgeklügeltes Spielerbewegungskonzept Zweck und Mittel sind um den Verein „hip“ und „cool“ zu machen. Es geht hier darum eine Mannschaft mit individueller Stärke mehr Rüstzeug an die Hand zu geben die Spiele auch über den taktischen Weg zu gewinnen und nicht nur über den Mannschaftsgeist und Kampf/Einsatz sondern auch über die taktische Komponente den gegnerischen Mannschaften die Daumenschrauben anzusetzen. Natürlich besteht ein gewisser „Hype“ um gewisse Trainer – erfolgsbedingt zurecht.

    Warum soll derartiges auf Schalke nicht möglich sein, um sinnvollen taktischen Fussball zu spielen muss man ja nicht Ronaldo und Co. auf dem Platz haben und erfolgreiche Zeiten sind meistens mit einer eindeutigen Spielidee gekennzeichnet – in Kombination mit guten Spielern.
    Aktuell ist es doch auf Schalke so, dass man enorm viel Geld auf den Tisch (Platz) legen muss um über die Einzelqualität zum Erfolg zu kommen.

  82. Սաշա sagt:

    Gegen eine eindeutige Spielidee habe ich ja auch gar nichts. Aber warum muss man da – wie seit Jahren üblich – einem taktischen Mainstream hinterherlaufen? Warum tun plötzlich alle so, als ob man erfolgreichen, attraktiven Fußball nur mit Pressing und Umschalten spielen kann? Und warum konnten wir so ganz ohne sinnvolle Taktik überhaupt trotz aller Verletzungen Dritter werden? Alles nur durch individuelle Klasse? Obwohl wir – wenn überhaupt – selten mit der ersten Garnitur antreten konnten?! Muss ja ne ziemliche Zirkusliga sein, diese Bundesliga…

    Deinem ersten Absatz nach verstehst du nicht, worauf ich hinaus will. Es geht mir nicht um Befürchtungen, dass Schalke mit dem aktuell so angesagten Pressingmaschinenfußball plötzlich noch als cool durchgehen könnte. Es geht mir darum, dass ich diesen Fußball ganz furchtbar finde und Schalke ganz unabhängig davon sowieso nie „cool“ sein wird.

  83. Torsten sagt:

    Es geht hier darum eine Mannschaft mit individueller Stärke mehr Rüstzeug an die Hand zu geben die Spiele auch über den taktischen Weg zu gewinnen und nicht nur über den Mannschaftsgeist und Kampf/Einsatz sondern auch über die taktische Komponente den gegnerischen Mannschaften die Daumenschrauben anzusetzen.

    Eben. Dann lass doch diesen cool/hip/nerd/app-Quatsch weg. Das hat @blues doch gerade erst a.G. eines ausgeschnippelten 11 Wörter-Zitats von @leoluca erfunden. Du packst Leute mit unterschiedlichsten Ansichten in eine Kiste, schreibt „Tuchel“ drauf und wertest sie ab.

  84. blues sagt:

    @Torsten

    „lass doch diesen cool/hip/nerd/app-Quatsch weg“

    Gehst du ernsthaft davon aus, dass Fußball ohne Moden auskommt und der Zeitgeist keine Wirkung auf das hat, was im Fußball als auf der Höhe der Zeit gilt, was gerade als hip,cool oder als „state of the art“ wahrgenommen wird?

    @Սաշա
    (Fußball-)Romantiker bringen bekanntlich die Wirklichkeit nicht mit ihrem Wunschdenken in Einklang. Da ihnen der Realitätssinn zumindest teilweise abgeht, führt das zu verklärten Erzählungen, zu Märchenstunden z.B über Wunschtrainer und Taktiken und Spielstile.

    Die geträumte Taktik-Taube auf dem Dach ist ihnen letztendlich lieber als der Dritte-Platz-Spatz, in der Hand.

  85. leoluca sagt:

    @blues

    Könnte es evtl. sein, dass du dir deine Kontrahenten so lange zurecht legst, bis sie für dich schlagbar sind?

  86. johajoha sagt:

    Ich verstehe in der Sache zu wenig, um mich in diese Diskussion detailliert einbringen zu können. Es hilft aber generell, über das Thema zu sprechen, und nicht übereinander.

    Wie Torsten auch immer wieder betont, die Unterteilung der „Schalker“ in irgendwelche, mehr oder weniger beliebigen Gruppen ist unschön, und trägt in der Regel nicht zu einem guten Austausch bei. Die meisten von euch werden sich erinnern, dass es zur Magath-Zeit zum Beispiel auch so war – natürlich in einem viel extremeren Ausmaß.

    >ein bisschen was zum Thema:
    Schalkes Fußball muss sicherlich nicht spektakulär sein, um irgendeinen Selbstzweck zu erfüllen, aber in meiner persönlichen Schalker Lieblingssaison (2001), war er genau das. Sehr sogar.

  87. Maddin sagt:

    Es ist noch keine 5 Jahre her, da war der Gedanke 3 Jahre hintereinander CL zu spielen geradezu utopisch. Da wurde oft zurecht beklagt, man hätte zuwenig Identifikationsspieler im malocherclub und man verliere so einen teil der schalker Seele.
    Bei uns würde eh an jedem Trainerstuhl gesägt und in Ruhe könne bei uns ja sowieso niemand etwas aufbauen. Wie gerne würde ich jedem – vor allem außerhalb dieses Blogs – dieses ganze Gejammer und die vor fünf Jahren geforderten Parameter jetzt schwarz auf weiß vor den Latz knallen.
    Aber offensichtlich ist es mit Schalke so wie mit den Frauen: da hat man alles was man schon immer wollte und merkt plötzlich dass die Perle vom Mitschüler dickere Möpse hat…..
    Man will halt immer das am meisten, was man gerade nicht haben kann.

    ach….eines noch:
    über alle Systeme hinweg gilt bei aller Offensivzauberei und kloppschem Hurrafussball eine eherne Regel
    Die Offensive gewinnt Spiel, die defensive Titel.

  88. blues sagt:

    @Maddin

    „Die Offensive gewinnt Spiel, die Defensive Titel“

    Es kommt im Ursprung des Zitats (USA) noch schlimmer für den Hurramannschaftssport.
    „Offensive verkauft Tickets, Defensive gewinnt Titel.

    Dem Traditionsverein aus Zuzenhausen (nach Rangnick und vor Gisdol) blieben die Zuschauer weg, deshalb spielen sie dort jetzt eine Kamikazevariante des Hurrafußballs. Ein überwiegend wirtschaftliches Phänomen um ein Kunstprodukt zu pimpen.

    @leoluca

    Was Torsten für ein beliebig „ausgeschnippelte(s) 11 Wörter-Zitat“ hält und du für rhetorischen Schnickschnack, ist die Zielformulierung deiner Argumenation, warum der Schalker Fußball einen anderen Trainer braucht: „Unser Fußball ist derzeit eben nicht spektakulär, sollte es aber sein“

    Du fragst „Könnte es evtl. sein, dass du dir deine Kontrahenten so lange zurecht legst, bis sie für dich schlagbar sind?“ Meinst du, ich bin so eine Art Tuchel beim Kommentieren und Diskutieren? Das wäre zuviel der Ehre.

  89. Torsten sagt:

    Guten Morgen.

    Heute ist Pokalfinal-Samstag! Um 11:00 Uhr spielt Schalkes U19 in Berlin gegen den SC Freiburg. Sport1 überträgt das Spiel ab 10:55 live.

    Mein nächste Beitrag zur Diskussion folgt später.

  90. Սաշա sagt:

    Ah, stimmt ja! Danke für die Erinnerung, Torsten. Und ich dachte schon heute laufe abgesehen vom entscheidenden Spiel um die spanische Meisterschaft gar kein interessantes Fußballspiel…

  91. Der Hans sagt:

    Um 18 Uhr gibt es auch noch das FA-Cup-Finale zwischen Arsenal und Hull City.

  92. Սաշա sagt:

    Richtig, aber leider genau zeitgleich mit dem erwähnten (für mich interessanteren) Spiel um die spanische Meisterschaft. Wäre doch nur eines der beiden Spiele erst um 20 Uhr – da habe ich noch nichts vor. ;)

  93. Ney sagt:

    Nu gugge. Wenn Atletico die spanischen Branchenriesen hinter sich lassen
    kann, dann gelingt vielleicht auch Schalke einmal Entsprechendes.

    Atletico hat ja einen sehr guten Trainer, wie man hört. (SCNR)

  94. leoluca sagt:

    @Ney
    Kann nicht. Das Pokalendspiel hat uns doch gezeigt, dass da zwei Übermannschaften unerreichbar vor uns stehen, oder etwa nicht?

  95. Ney sagt:

    @leoluca
    Verstehe den Satz nicht. Die eine Mannschaft war unsere, und Freiburg war gut, aber keine Übermannschaft?

  96. Nichts, was es nicht gäbe, in der 302 sagt:

    […] stand ein netter Typ, rundum gemäßigt, in Meinung, Fan-Outfit und Alkoholisierung. Das Spiel, die Qualifikation, die Tuchel-Gerüchte, wir waren nicht gleicher Meinung aber kamen überein, in den ersten 10 Minuten der Fahrt, bis […]

  97. blues sagt:

    Da mir nicht klar ist, was Torsten in seinem „Rollin Dixie“ Artikel genau diskutieren möchte, stelle ich noch einen Kommentar zur Rolle der Taktik in diesen Thread.

    Wie so oft, wurde auch das sonnabendliche Pokalspiel nicht durch eine überlegene Taktik gewonnen, sondern durch einen individuellen Fehler, in Form eines schlechten Abwurf durch den schwatt-gelben Torwart und durch einen Schiedsrichter der Schicksal spielte, entschieden.

    Ich wäre ja dafür, statt die Torlinientechnik einzuführen, auf Technik ganz zu vezichten. Es wäre sicher noch aufregender, die Torlinie zwischen den Posten gleich ganz wegzulassen…

  98. Սաշա sagt:

    …und außerdem wieder auf zwei Holzpfosten mit Schnur als Latte umzustellen. Ich bin da ganz bei dir, blues! ;)

  99. McP sagt:

    Früher brauchte es auch keine Schiris. Strittige Situationen haben die die Kapitäne entschieden. Oder wie Gary sagte: Fußball ist ein einfaches Spiel. 22 Mann rennen dem Ball hinterher und am Ende macht der Schiri alle Bemühungen zunichte.

  100. Ney sagt:

    Das Problem fing an, als in den Regeln festgelegt wurde, dass das Spielfeld frei von Büschen und bäumen zu sein habe. Das sind alles Eingriffe in die Natur des Spiels.Und nun auch noch Torlinientechnik…

  101. Philipp1234 sagt:

    „Viel zu oft muss da der Schiri als Schuldiger herhalten.“

    Is doch super!! Willst du die eigenen Spieler öffentlich runter machen?! Lieber das Selbstvertrauen hoch halten!

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