Stehplatz Vierfuffzich: Der MSV braucht wieder Geld

… und verkauft schon mal Tickets für die Saison 2038/2039.

Vor einem Jahr wurde der MSV Duisburg 11. der Zweiten Liga und zitterte danach um die Lizenz. Zwischen Verbleib in Liga 2 bis zur Insolvenz schien alles möglich, das Ruhrgebiet zeigte sich solidarisch, die Fans bangten. Am Ende stand der Zwangsabstieg in die Dritte Liga, verbunden mit der Hoffnung, sich dort wieder aufrappeln zu können, Personalien und Finanzen zu ordnen, um eines Tages zurückzukommen.

Jetzt, ein Jahr später, fehlt es dem MSV an Geld für die Lizenz zur Dritten Liga. Bis zum 27. Mai müssen 2,7 Millionen Euro aufgebracht werden. Außerdem habe der Club für die kommende Saison noch nicht die 2 Millionen Euro Rücklage an den Verband gezahlt, die jeder Verein hinterlegen muss, um die finanziellen Auswirkungen einer möglichen Insolvenz abzufedern, schreibt die Rheinische Post.

Um schnell auch zukünftiges Geld ins Heute zu holen, bietet der MSV seinen Fans jetzt eine „Generationen-Dauerkarte“ an. Diese gilt für 25 Jahre und kostet 1.902 Euro (Stehplatz) oder 3.999,02 Euro (Sitzplatz). Sicherlich ist das nur eine Blüte im Strauß der Geldbeschaffung, und bislang interessierten sich nur 30 bis 40 Fans für dieses Angebot. Aber 9,41 Euro für einen Sitzplatz und 4,48 Euro für einen Stehplatz, auf 25 Jahre hinaus, sind schon ein arges Verschachern des eigenen Produkts. Trainer Baade nannte einen ähnlichen Fall zu recht abstrus. Nun ist ausgerechnet „sein“ MSV der nächste Club, der zu solchen Mitteln greifen muss. Ein Jammer.



4 Kommentare zu “Stehplatz Vierfuffzich: Der MSV braucht wieder Geld”

  1. Kees Jaratz sagt:

    Zugegeben, es gibt einiges, was gegen diese Art des schnellen Geldbeschaffens spricht, doch du wirst dir schon denken, dass ich das Ganze nicht für ganz so abstrus halte wie du. Dazu muss allerdings die ganze Geschichte der finanziellen Schwierigkeiten beim MSV erzählt werden und in der ist dieses Angebot ein Mosaikstein mit dem nicht nur das Geld beschafft wird, sondern auch der Schulterschluss mit den so lange verprellten Fans verdeutlicht werden soll. Diese Karten sind auch ein Symbol für die Einheit in und um den Verein, mit der wiederum die wirklich wichtigen Geldgeber beeindruckt werden sollen. Verschachern kannst du das nur nennen, weil du es alleine in der Rubrik „Einnahme“ verbuchst. Da sehe ich auch den Unterschied zur Wattenscheider Aktion. Es geht um mehr als um das Eintrittsgeld.

  2. Detlef (Doktor_d) sagt:

    Neulich erzählte mir ein Kollege, dass es das in Braunschweig auch gegeben hat. Ein Bekannter von ihm hat so eine „lebenslange“ Dauerkarte und konnte so Erstligafußball schauen.

    Also ist die Idee weder neu, noch originell, sondern ein weiterer Versuch Geld zu generieren. Immer noch besser als das Handtuch zu schmeißen.

  3. #Link11: Ungeheuerlich, Wahnsinnige werden wieder demütig! | Fokus Fussball sagt:

    […] Mixed Zone: +++ Verpflichtet: Rouven Schröder wird Sportdirektor bei Werder Bremen (fussball.de) +++ Verlängert: Das Müngersdorfer Stadion zu Köln behält bis 2018 seinen kommerziellen Namen (effzeh.com) +++ Verletzt: Chiles Matias Fernandez muss bei der WM passen (kicker) +++ Verunsichert: Das Halbangst-Blog macht sich Gedanken um die Zukunft seiner Beziehung zum Fußball +++ Versammelt: Schalkes Fans suchen nach Spendern für ein Filmprojekt zum UEFA-Cup-Sieg 1997 (unter Flutlicht…) +++ Verwirrt: In Düsseldorf gibt es eine Hängepartie um den kranken Trainer Lorenz-Günter Köstner (Sportschau) +++ Verrechnet: Der MSV braucht wieder Geld und verkauft Generationen-Dauerkarten (Königsblog) […]

  4. Manfred sagt:

    Ich erinnere mich dabei an die Bongartz-Mark.

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