Mit Höwedes und Draxler zur WM

Um aus dem vorläufigen den endgültigen WM-Kader zu machen, mussten 3 Spieler nach Hause geschickt werden. Bundestrainer Löw entschied sich für Marcel Schmelzer, Shkodran Mustafi und Kevin Volland. Benedikt Höwedes und Julian Draxler fahren mit nach Brasilien.

Benedikt Höwedes wurde von Joachim Löw bereits auf beiden Außenverteidigerpositionen und natürlich als Innenverteidiger eingesetzt. Diese Flexibilität ist sein großes Plus. Für Schalke ist Benedikt Höwedes ein Führungsspieler, der auch schon im Alleingang Spiele in der Schlussphase gewonnen hat. In der Nationalmannschaft war er stets mindestens ein solider Spieler. Seine Nominierung war zu erwarten.

Die endgültige Nominierung Julian Draxlers überrascht da mehr, denn sportlich lief es für ihn in dieser Saison keineswegs rund. Zunächst für das Zentrum geplant, musste er schnell für den neuverpflichteten Prince auf den Flügel ausweichen. Seinen Fähigkeiten entspricht diese Position durchaus, er ist sehr dynamisch, weiß den Raum außen zu nutzen, ist auch aus der Distanz sehr Schussstark. Trotzdem fand er nie so recht seinen Rhythmus, zumal ihn zu Beginn der Rückrunde eine Verletzung zurückwarf.
Er selbst haderte häufig mit sich, zeigte sich ehrgeizig und unzufrieden mit seinen Leistungen. Einerseits war er nicht mehr der unbekümmerte Youngster, andererseits noch nicht die Stütze des Clubs, die er gerne sein will. Es schien für ihn eine Saison der Selbstfindung gewesen zu sein, in der er sich zwischenzeitlich selbst verlor.

Bundestrainer Löw hat für die linke Offensivseite Lukas Podolski und André Schürrle im Kader. Vor allem im Vergleich mit Podolski ist Julian Draxler meines Erachtens (noch) in nichts wirklich besser. Dass Löw den Schalker trotzdem mitnimmt, kann auch als Vertrauensbeweis gewertet werden. Julian Draxler hat das Talent für die überraschenden Aktionen auf dem Platz, die Spiele entscheiden können. Eine WM als Happy End einer eher durchschnittlichen- und als Start in eine besseren, neue Saison: Eine schöne Idee. Möge es Julian Draxler gelingen.



Foto: Michael Kranewitter



27 Kommentare zu “Mit Höwedes und Draxler zur WM”

  1. McP sagt:

    Schön für die Beiden. Draxler überrascht mich auch. Er kann doch bestenfalls eine dritte Option sein. Als Deutschland-Fan möchte ich auf jeden Fall Schürrle links sehen. Zum einen ist der seit Wochen in wirklich ansprechender Form und zum anderen kann so ein Mourinho-gestählter Spieler bestimmt nur gut tun. Ich hätte statt Draxler ganz sicher Volland mitgenommen.

    Aber was weiß ich schon und vielleicht werden wir bei der WM noch einmal positiv von Draxler überrascht (oder meinetwegen auch öfters). Insgesamt habe ich eigentlich ein gutes Gefühl für die WM, weil allgemein die Erwartungen in Deutschland niedrig sind. Mit solchen Voraussetzungen kam die N11 doch meist ins Finale oder wenigstens ins halbe. Doch noch eigentlicher habe ich ein schlechtes Gefühl. Von meinen rein deutschen Gefühlen abgesehen, freue ich mich aber so richtig auf die WM.

    Natürlich wünsche ich der brasilianischen Protestbewegung, dass sie einige Ziele für ihr Bildungs- und Gesundheitssystem erreichen kann. Aber letztlich weiß ich von mir, dass die kindliche Freude über dieses sportliche Ereignis bei mir dominieren wird.

  2. derwahrebaresi sagt:

    ich hätte es lieber gesehen, wenn beide in der heimat geblieben wären.
    nicht, dass ich es ihnen nicht gönne.
    man muss davon ausgehen, dass sie wenig bis überhaupt nicht zum einsatz kommen.
    ein paar wochen urlaub und dann eine vernüftige vorbereitung auf die neue saison wäre für S04 m. e. vorteilhafter, zumal sie in der rückrund lange ausgefallen sind.

  3. Ney sagt:

    So dicke ist unser Kader leider nicht, dass wir viele WM-Abstellungen
    garantiert wegstecken werden, da wären mir Sommerpausen auch für
    Draxler und Höwedes lieber gewesen.

    Aber wer weiß, vielleicht scheiden außer der Auswahlmannnschaft des
    DFB auch diejenigen der Verbände Japans, Kameruns, Bosniens, Ghanas
    und der Niederlande in der Vorrunde aus, dann haben unsere Jungs
    noch genug Erholungsurlaub…

  4. Սաշա sagt:

    Der „Mourinho-gestählte Spieler“ ist Mourinho selbst nur leider nicht gestählt genug, wie Mourinho Anfang des Jahres sogar öffentlich geäußert hat, weshalb er ihn auch selten volle 90 Minuten durchspielen lässt, sondern ihn eher mal 70 Minuten von Anfang oder mal 30 Minuten von der Bank bringt.

    Im offensiven Mittelfeld hat die deutsche Nationalmannschaft allerdings einige Optionen. Ich würde dem Offensivspektakel wegen am liebsten Reus, Götze und Özil gleichzeitig aufstellen, bin mir aber nicht sicher, ob das auch bei gegnerischem Ballbesitz hält. Von Podolski, Schürrle und Draxler halte ich offensiv zumindest weniger. Schürrle hat von den drei genannten sicher noch die besten Anlagen, bringt aber nicht die Arbeitsrate nach hinten mit, die Podolski leistet. Dann gibt es da noch Thomas Müller, der ständig trifft und keiner weiß warum. Bei ihm weiß ich aber nicht, ob man ihn nicht besser statt Klose als Sturmspitze aufbietet (weil er wie erwähnt trifft, auch wenn keiner weiß warum). Das wäre meines Erachtens vielversprechender – auch vielversprechender übrigens als die Option mit Götze als Stürmer. So war zumindest einmal mehr mein Eindruck gestern beim Testspiel gegen Kamerun.

    Am Freitag habe ich nochmal Gelegenheit, mir das aus nächster Nähe anzuschauen, wenn ich mir in Mainz Deutschland gegen Armenien ansehe. Mehr wegen Armenien, aber die anderen wird man zwangsläufig auch wahrnehmen.

  5. Ney sagt:

    Irgendwie sieht der Julian Draxler auf Fotos oft so…der guckt auch irgendwie so…weißnichsachmaschnell…

  6. leoluca sagt:

    Die Nominierung von Julian Draxler ist eine gute Nachricht, denke ich – für ihn selbst und für Schalke.

    Draxler ist in der Tat nicht mehr länger nur das junge Talent, auf das wir alle hoffen. Er ist auf dem Sprung zum Spitzenspieler unseres Teams.

    Da kann diese Nominierung das (momentan arg angeknackste) Selbstbewußtsein wahrscheinlich doch fördern. Für mich ist Draxler der technisch talentierteste Stürmer der Schalker Mannschaft, auch wenn er sich im vergangenen Jahr oft selbst im Weg gestanden hat.

    Egal, ob er spielen wird oder nicht, er wird neue Erfahrung mit nach Hause bringen, die er außerhalb seiner Schalker Wohlfühlzone gemacht hat. Das kann eigentlich nie schaden.

  7. Lukas Heinzel sagt:

    Ich bezweifle dass beide eine essentielle Rolle übernehmen werden, sind wohl eher da weil Schmelzer noch nicht fit genug ist. Und Draxler muß man gucken, sehe ich auch eher auf der Bank.

  8. pfefferstreuer sagt:

    @derwahrebaresi
    @Ney
    Ihr Schalker seid schon ein wundersames Völkchen… Anstatt froh und stolz zu sein, dass zwei Eurer deutschen Knappen nach Brasilien zu dem Spektakel auserwählt worden sind, kleingeistige Befürchtungen wegen der Vorbereitungen für die kommende Saison… Gönnt den Jungens doch das Erlebnis… Das gilt im Übrigen auch für Eure reichlich vertretenen Ausländer…

  9. detlef sagt:

    Schön das es für beide nach Brasilien geht. Speziell für Jule freut es mich. Ich vermute einfach mal, dass es die schon vorhandene internationale Erfahrung war, die ihn statt Volland ins Aufgebot brachte. Und Julian kann Spiele entscheiden.
    Wenn er denn spielt.

  10. derwahrebaresi sagt:

    @pfefferstreuer

    nicht, dass ich es ihnen nicht gönne.

    das hast du aber schon gelesen?

  11. RWDJojo sagt:

    Ich sehe die Nominierungen (auch die der „Ausländer“) immer mit einem lachendem und einem weinendem Auge. Natürlich freut es mich, wenn viele Schalker bei einem solchen sportlichen Großereignis vertreten sind. Andererseits teile ich die Befürchtungen der Skeptiker, dass eine solche WM die Vorbereitung erheblich stört und die Jungs sich nicht wirklich ausruhen können. Das dicke Ende kommt dann oft zum Ende der Hinrunde, wenn die Jungs keine Reserven mehr haben und schlecht spielen oder sich gar verletzen.

    Aus rein sportlicher Sicht, glaube ich nicht, dass die beiden deutschen Schalker viele Einsatzzeiten bekommen werden. Höwedes schon eher, weil er hinten flexibel einsetzbar ist und so durch Rotation und Verletzungen schnell in die Mannschaft rücken könnte. Draxler wird weit unter 30 Minuten Einsatzzeit bleiben (es sei denn Löw schickt im Spiel um Platz 3 eine C-Elf auf den Platz).

  12. bernd sagt:

    Tatsächlich könnte ich mir vorstellen, dass Löw, sollte Özil so formschwach bleiben, Draxler als 10er hinter Götze oder Klose einsetzt. Links sehe ich die anderen auch im Vorteil.

  13. Սաշա sagt:

    Ich sehe auch die anderen zentral im Vorteil. In der Mitte hat mich Draxler auch auf Schalke (noch) weniger überzeugt als auf der linken Seite. Sowohl Müller (den ich wie oben erwähnt eher mal als Sturmspitze einsetzen würde) als auch Reus machen zentral einen deutlich besseren Job als Draxler.
    Dass Özil nun seit Monaten in einem Tief steckt ist zwar nicht zu übersehen (teilweise ist er auch einfach überbewertet – man erwartet mehr als er zu leisten imstande ist), aber gerade in der Nationalmannschaft gibt es immer wieder Spieler, die plötzlich aufblühen, weil der Trainerstab offensichtlich sehr gut mit ihnen umzugehen weiß. Das könnte ich mir – trotz des jüngsten Testspiels gegen Kamerun – auch bei Özil vorstellen.

    Als Stammkraft für Özil werden wir Draxler jedenfalls definitiv nicht sehen. Versprochen! (Okay, ein plötzlicher Ausbruch des örtlich vorkommenden Dengue-Fiebers könnte das ändern, aber das muss ja auch nicht sein)

  14. McP sagt:

    Սաշա, Schürrle hat nicht die gleiche defensive Arbeitsrate wie Podolski? Das verstehe ich nicht. In meinen Augen ist das Hauptmanko bei Podolski, dass er sich defensiv zu dumm anstellt. Er verliert mMn schnell den Überblick, was defensiv von ihm verlangt wird.

    Und Schürrle hat seit Jahresanfang auch einen Schritt voran gemacht. Ich müsste mich schon sehr täuschen, wenn seitdem nicht seine Einsatzzeiten deutlich gestiegen sind. An der Arbeitsrate kann ich auch keinen Mangel erkennen. Im Gegenteil, seine ganze Art sich zu bewegen sieht schon nach Arbeit aus. Das gefällt mir alleine schon von der Körpersprache.

    Und es sieht auch nicht nur so aus. Wenn ich alleine das Spiel gegen Liverpool erinnere, da war er gleichzeitig Außenverteidiger und Außenstürmer. Körpersprache, Arbeitsmoral, Selbstbewusstsein, gutes Handwerk in der Defensive, schnelles Agieren im Umschaltspiel – so in etwa sollte mein „mourinho-gestählt“ gemeint sein. Und davon sehe ich recht viel bei Schürrle zur Zeit.

    Ich hätte jedenfalls sehr viel mehr Sorgen, wenn die linke Seite mit Durm/Boateng und dazu Podolski/Götze/Draxler besetzt wäre.

  15. Սաշա sagt:

    Das, was Podolski nach hinten macht, ist in der Tat nicht immer besonders gut. Aber er macht eben mehr nach hinten als Schürrle und die anderen. Das ist ein Manko, an dem Schürrle zu arbeiten hat, wenn er langfristig eine Stammkraft bei Chelsea und in der Nationalmannschaft werden will. Die Tendenz war zuletzt eine positive. Das hat Schürrle vor allem Mourinho zu verdanken – das weiß er auch. Denn Mourinho hat ihm klar aufgezeigt, wo er seine Schwächen sieht und Schürrle hat hart daran gearbeitet. Die Einsatzzeiten sind in den letzten Wochen leicht gestiegen; deutlich würde ich es nicht nennen. Er hat noch immer bei weitem nicht die Spielminuten einer tragenden Stammkraft. In wichtigen Spielen wie im CL-Halbfinale gegen Atlético kam er beispielsweise nur für wenige Minuten von der Bank.

    Bessere Anlagen hat Schürrle für mich sowieso. Der komplettere Offensivfußballer ist er meiner Meinung nach jetzt schon. Allerdings hat Podolski da noch die Nase vorn, was die Torgefährlichkeit angeht (166 Minuten brauchte Schürrle in der PL für ein Tor, rund 146 waren es bei Podolski), auch was Vorlagen betrifft. Es springt bei Podolski einfach öfter etwas zählbares heraus. Aktuell würde ich einerseits deshalb Podolski auf der linken Seite bringen und andererseits weil für mich seine Arbeitsrate höher wirkt. Und ich bin wirklich kein allzu großer Podolski-Fan.

  16. McP sagt:

    Es ist nicht so, dass ich nun Schürrle Welten vor Podolski sehen würde, allerdings schon einige Prozente. Und man sollte halt die Prozente sammeln, wo man sie kriegen kann. Podolski hat mich halt auch schon oft genug geärgert und ich kann nicht sehen, dass es dieses Mal grundsätzlich besser werden sollte. Es ist ja nicht nur seine taktische Dummheit. Er ist auch für das Kombinationsspiel kaum zu gebrauchen bzw. hat dort einfach keine verlässliche Konstanz.

    Das „Zählbare“ mag tatsächlich für ihn sprechen. Daher wäre ich auch völlig einverstanden ihm die letzten 20 Minuten zu geben, falls man noch einen lucky punch braucht und Schürrle vorher nicht gut funktioniert hatte. Mal gucken, wie es sich dann in der Vorrunde zusammen spielt. Vielleicht ist am Ende der wichtigste Faktor, wer von Beiden die Hitze besser verträgt.

  17. leoluca sagt:

    Durch die Verletzung von Marco Reus sind die Chancen für Julian Draxler auf ein paar Einsätze in Brasilien gestiegen.

    Vielleicht kann er diese Saison des angeknacksten Selbstbewusstseins für sich ja doch noch retten.

    Talent, Spielwitz und Ehrgeiz hat er genug. Ich wünsche es ihm und uns sehr, dass er wieder mehr zu sich selbst und seinen großen Fähigkeiten findet.

  18. Fabian sagt:

    Eigentlich hätte Jogi jetzt einen offensiven Spieler mitnehmen müssen. D.h. z.B. Meyer oder Goretzka, aber er entschied sich für den Abwehrmann Mustafi.
    Ob das nur geschehen ist, weil Mustafi erst seit kurzem Urlaub hat und die anderen genannten schon etwas länger, kann ich nicht beurteilen. Trotzdem wirkt diese Entscheidung auf mich sehr verwirrden. Löw halt.

  19. Ney sagt:

    faz.net zitiert Löw:
    „Auf den Positionen hinter der Spitze habe er mit Podolski, Schürrle, Götze, Müller, Özil, Draxler und auch Kroos „genügend Alternativen“. Deswegen habe er sich für eine weitere Option für die Defensive entschieden. Auf der anderen Seite muss der Bundestrainer nun Offensivkonzepte entwickeln, in denen Reus keine Rolle spielt.“

    Leuchtet ein. Es gibt genügend technisch versierte, kantenlose U25-Frisuren im Team, rückt halt einer nach.

  20. blues sagt:

    @Fabian

    Leon Goretzka macht(e) diese Tage die letzten Schritte zum Abitur. Er wird, behaupte ich mal, in zwei Wochen in den Kader der U19 berufen und fährt dann mit Max Meyer zur U19 EM nach Ungarn.

    @Ney
    Löw bildet eine Vierer-Abwehrkette aus vier Innenverteidigern, auf den Aussenpostionen im Mittelfeld beginnen Durm und Großkreutz.
    Wenn Boateng und Höwedes zu ihren gefürchtetn Flankenläufen mit dem abschließenden tödlichen Pass oder Kopfball ansetzen, übernehmen Durm und Großkreutz solange die Rollen in der Aussenverteidigung. :-). Früh in der zweiten Halbzeit werden Durm und der Pinkelprinz vom Karnvealsprinzen sowie von Andre Schürrle abgelöst.

  21. Սաշա sagt:

    Nachdem Reus die WM nun verpassen wird, bin ich mir ziemlich sicher, dass es zum Titel nicht reichen wird. Im Gegensatz zum hochgelobten, aber in wichtigen Spielen meist unsichtbaren Özil gehört Reus für mich tatsächlich zu den besten der Welt. Ein herber Verlust.

    Gestern hat Armenien über 70 Minuten engagiert dagegen gehalten, ist aber zum Ende völlig eingebrochen. Ich denke, dass den Gegnern der deutschen Mannschaft bei der WM das überwiegend nicht einfach so passieren wird. Gerade in der ersten Halbzeit hat sich Deutschland doch überwiegend harmlos präsentiert. Da muss noch ein bisschen mehr kommen, sonst könnte auch Ghana zum unüberwindbaren Hindernis werden

    Durch den Reus-Ausfall sollte nun Schürrle in der ersten Elf gesetzt sein, denke ich. Mal schauen, auf welcher Position das sein wird.

  22. Chris sagt:

    Denke auch, dass der Ausfall von Reus eine Katastrophe ist. Der formstärkste Spieler – man könnte auch sagen, der einzige der wirklich in guter Form war…

    Im Radio zitierten Sie Löw so, dass er einen Abwehrspieler nachnominiert hat, weil es im Laufe eines Turniers gerade bei Abwehrspielern durch gelbe und rote Karten Ausfälle geben könne. Warum ihm das jetzt erst eingefallen ist – ? Egal. Ist ohnehin nur Medientalk

  23. Rjonathan sagt:

    @Սաշա
    Dass du ausgerechnet nach dem Armenien-Spiel gegen Özil schießt. „In wichtigen Spielen nicht da“ ist übrigens auch, was man in der Nationalelf auch immer über Ronaldo gesagt hat. Und über Ballack. Und über Messi. Wieso ist Özil alleine (oder einer der anderen genannten) eigentlich immer alleine verantwortlich für „wichtige Spiele“. Wenn die anderen schlecht sind, hat ein Verbindungs- und Verteilungs-Spieler keine Chance. Es gibt kaum eine Position die mehr abhängig vond er GEsamt-Performance des Teams ist.

    Für mich hat vor allem Löw in der Vergangenheit öfters in den wichtigen Spielen falsche Entscheidungen getroffen. Ich hoffe diesmal hat er einen Plan wie man gegen Spanien bestehen kann. Und gegen Brasilien.

  24. Սաշա sagt:

    Ach, das Armenien-Spiel war ein wichtiges? Der Tenor – zumindest was ich so im Zusammenhang mit der Reus-Verletzung gehört habe – war eher „unnötiges Testspiel so kurz vor der WM“. Özil ist nicht alleine für wichtige Spiele verantwortlich, wird aber weitestgehend als Leistungsträger und Motor des offensiven Mittelfelds wahrgenommen. Und in wichtigen Spielen versagt er (auch) ganz persönlich und individuell, nicht nur im Kollektiv. Bei Arsenal, vorher bei Real und sowieso in der Nationalmannschaft. Mir soll’s nur Recht sein.

    Über Ronaldo und Messi haben sowas nur selbstgerechte/neidische Deutsche gesagt und geschrieben. Darunter waren auffällig viele, die mir im persönlichen Gespräch auf Nachfrage bestätigt haben, was ich sowieso schon immer dachte: Abgesehen von den Weltmeisterschaften alle vier Jahre, haben die noch nie ein Spiel von Messi für Argentinien gesehen. Messi ist ganz klar Leistungsträger der Mannschaft und kaum ein Angriff läuft ohne sein Zutun ab.
    Für Ronaldo kann ich das so nicht ganz unterschreiben. Gegen Schweden, wo es ganz besonders darauf ankam, war er sicherlich da. Und wie…! In den schwachen Spielen Portugals, die überhaupt erst dafür gesorgt haben, dass sie in die Play-Offs mussten, war auch Ronaldo besonders schwach und sichtlich mit sich selbst beschäftigt. Ständig hadernd und lamentierend.

    Schön, dass du dir schon die Frage nach Spanien stellst. So war das bei vielen auch schon 2012. Da sagte mir sogar jemand, der (für ihn ziemlich wahrscheinliche) Titel würde für ihn deutlich weniger zählen, wenn man auf dem Weg – am besten im Finale – nicht Spanien geschlagen hätte. Außerdem habe ich sehr oft sowas gehört wie: „Die Frage ist eigentlich nur, gegen wen wir im Finale spielen.“
    Dementsprechend groß war die Freude bei mir, als Italien respektive Balotelli den Deutschen mal so richtig schön die Grenzen aufgezeigt und eine Fußball-Lektion erteilt hat. Mal schauen, wer diese Aufgabe dieses Jahr übernimmt. Ich hoffe ja auf Ghana und Kevin-Prince, ferner auf die in der Quali zum Teil grauenhaften USA mit Jermaine Jones. Aber da bin ich eher zu optimistisch. Rational weiß ich, dass es zumindest für Ghana und die USA trotz der ganzen angeschlagenen und verletzten Spieler immer noch reichen müsste. Aber die Hoffnung stirbt natürlich zuletzt.

  25. blues sagt:

    Vier Innenverteidiger…?

    „Seien Sie nicht überrascht, wenn hinten das Tor zugenagelt wird, und vorne knallen Neymar, Hulk oder Oscar das Ding dann rein. “ meint Urs Siegenthaler, wie heute im“Reutlinger Generalanzeiger“ zu lesen ist.

    Zu taktischen Fouls sagt er: „Ich habe dieses Phänomen sogar bei der FIFA angesprochen. Wenn die Schiedsrichter da nicht durchgreifen bei der WM, dann ist der Pokal schon vergeben. Beim Confed-Cup wurden bis zu 90 Prozent der Gegenstöße von den Brasilianern mit taktischen Fouls unterbunden. Ein kurzes Halten, damit nehmen sie dem Gegner alle Waffen weg.“

    Der Link zum Interview mit Siegenthaler im Reutlinger Generalanzeiger:

    http://www.gea.de/sport/fussba.....738596.htm

  26. Սաշա sagt:

    Das Interview habe ich – wie schon andere Siegenthalers zuvor – mit großer Verwunderung gelesen.
    Brasilien bleibt mit vier Abwehrspielern hinten? Wo doch die Außernverteidiger Marcelo und Dani Alves heißen, die man beide öfter am gegnerischen 16er findet, als am eigenen? Das halte ich vorsichtig ausgedrückt für eine gewagte Behauptung.
    Auch der Vergleich des Umschaltspiels im Fußball zum Tempogegenstoß im Handball… Wieso?! Ganz andere Dimensionen, ganz andere körperliche Anforderungen. Da frage ich mich ernsthaft, welche Erkenntnis man daraus gewinnen will. Wenn man die Strecke des üblichen Tempogegenstoßes zuende gelaufen ist, hat man auf die Dimensionen des Fußballfeldes übertragen noch nicht einmal die Mittellinie erreicht. Deshalb passiert das in einem Handballspiel auch ständig – der Weg ist einfach nicht so weit. Die deutsche Nationalmannschaft darf natürlich gerne versuchen, bei jedem Ballgewinn wie blöde nach vorne zu sprinten. Gerade bei den klimatischen Verhältnissen, die sie in Brasilien vorfindet, würde ich das sehr unterhaltsam bis belustigend finden. Aber für zielführend halte ich es nicht.

    Vielleicht meint er aber auch jeweils etwas ganz anderes, ist aber einfach nicht besonders gut im Umgang mit den Medien. Dieses Thema hatten wir hier im Blog schon ausführlicher bezüglich anderer Personalien diskutiert.

  27. blues sagt:

    @Սաշա
    Habe seine Aussagen mehr als Blaupause für das deutsche Spiel interpretiert.

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