Fußballgeschichte für jeden: Ein Hoch dem „Event“

Es gibt Fußballfans, die an einer Weltmeisterschaft stört, dass es nicht bloß um Fußball geht, denen eine WM zu viel „Event“ ist. Dabei wird es doch gerade dadurch besonders. Ich kann mich durchaus an tolle WM-Spiele erinnern. Aber beim Plaudern mit Freunden, beim Erinnern, geht es in Sachen WM viel häufiger um die Umstände, um das Erlebnis besonderer Spiele, als um die Spiele als solche.

Von dem WM-Finale 1982 weiß ich aus eigener Erinnerung eigentlich nur noch, dass Dino Zoff am Ende den Pokal hob und dass Paolo Rossi traf. Sehr gut weiß ich allerdings, dass ich das Spiel im Sandkasten sitzend sah. Nicht dass ich gespielt hätte, ich war immerhin schon 10. Ich war lediglich Teil einer mindestens dreißigköpfigen Nachbarschaft, die sich um diesen Sandkasten versammelt hatte, um gemeinsam das Finale zu verfolgen. Ein nicht allzu großer Fernseher stand auf einer ungefähr 30 cm breiten und 180 cm hohen Holzwand, welche den Spiel- vom Parkplatz trennte. Man saß auf Holz-Klapp- oder Campingstühlen, Trank Bier oder Mirinda, aß selbstverständlich Kartoffelsalat und wartete auf das gut angekokelte Bauchfleisch vom Grill.

Das Achtelfinale gegen die Niederlande 1990 sah ich auf Mallorca. Mit Lumumba neben meinem Freund sitzend, wir in Deutschland-Leibchen, zwischen 20 Niederländern. In dem Hotel gehörten wir zu sehr wenigen Deutschen, die meisten Gäste kamen aus Skandinavien oder eben unserem Nachbarland. In der TV-Ecke der Lobby war die Stimmung durchweg gut. Polyester-Shirts im Trikot-Stil gab es auf der ganzen Insel. Pro Team gab es je zwei verschiedene Namen. Auf den orangefarbenen stand entweder Gullit oder Van Basten, auf unseren Klinsmann und Matthäus. Den Spuck-Vorfall hatten wir tatsächlich nicht mitbekommen. Im spanischen TV ging man irgendwie darüber hinweg, weshalb Völler und Rijkaard vom Platz mussten, war uns nicht klar. Allen war später allerdings klar, dass dies das große Spiel des Jürgen Klinsmann war. Feiernd, und von den Niederländern um uns herum anerkennend schulterbeklopft, sprang mein Kumpel mit seinem Klinsmann-Shirt nach Abpfiff in den ruhig daliegenden Hotelpool. Von der Rezeption wurde dies nicht goutiert. Den nächsten Lumumba haben wir aber trotzdem bekommen.

Zum Viertelfinale gegen Argentinien, 2006, war ich erst sekundengenau zum Anpfiff vor einer bildgebenden Leinwand. Diese hing im „Knoten“, eine kleine Kneipe in der Düsseldorfer Altstadt. Damals durfte ich für ein Projekt meiner Firma für einige Wochen in London arbeiten, flog montags hin, kam zum Wochenende wieder nach Hause. Frau Wieland holte mich am Flughafen ab. Bis nach Duisburg hätten wir es nicht geschafft, also fuhren wir in die Altstadt und gingen in eine Kneipe, in der wir auch schon ohne Fußball so manches Mal unseren Spaß hatten. Pünktlich zu Anpfiff reindrängeln, das fanden nicht alle um mich herum gut, ich bin immerhin fast 2 Meter groß. Aber wir richteten uns ein, tranken Alt und lagen uns nach Lehmanns Zettelshow in den Armen.

Natürlich gibt’s ähnliche Erinnerungen auch zu Spielen des Vereins. Zu den besagten WM-Spielen der Nationalmannschaft hat aber eben nahezu jeder eine eigene Version, egal aus welcher Stadt er kommt oder welchen Club er liebt, selbst die, die Fußball „sonst nicht so“ interessiert. Nahezu jeder weiß, wo und wie er Odonkors Flankenlauf und Neuvilles Tor in der 90. Minute gegen Polen erlebt hat. Selbst die, die bis zu diesem Tag den Namen Odonkor nie gehört hatten. Ich mag sowas. Die Weltmeisterschaften produzieren Fußballgeschichte für jeden einzelnen. Das ist besonders.



31 Kommentare zu “Fußballgeschichte für jeden: Ein Hoch dem „Event“”

  1. Frodo (Übersteiger) sagt:

    Es ist halt so ein bißchen, wie mit der unbekannten Indie-Band, die man schon in der Garage gesehen hat und toll fand, welche inzwischen ganze Stadien füllt. (Leichte Übertreibung inklusive)

    Wenn man als Fußballfan am Wochenende in den Regionalzügen des Landes unterwegs ist, wird man wahlweise belächelt oder angsterfüllt angestarrt, weil man ja sicher gleich dazu übergehen wird, das Abteil zu zerlegen und Kinder zu essen.

    Bei der WM sind dann plötzlich alle Die-Hard Fußballfans, im Idealfall noch mit diesen albernen Landesfähnchen am Autofenster oder den Außenspiegeln und meinen ganz automatisch, dass einen diese WM doch wohl bitte auch zu interessieren hat.

    Ja, tut sie auch… ungefähr so, wie mich die U15 meines Vereins in der Regionalliga interessiert. Ich guck am Wochenende auf das Ergebnis und wenn ich grad mal in der Nähe bin, guck ich mir eben auch ein Spiel an.

    Und genau die von Dir angesprochene Eventisierung führt natürlich dazu, dass eben ein unfassbar hoher Prozentsatz der Bevölkerung sich für die WM interessiert, ganz wertfrei.
    Kann man gut finden, muss man nicht.

    Allerdings sollte man es (wenn man es nicht gut findet) dann auch nicht übertreiben, sondern sich einfach um andere Dinge kümmern. So, wie es eben der hohe Prozentsatz der Bevölkerung in den ca. 23 Monaten bis zum nächsten Event auch wieder tut.
    Und bis dahin erinnere ich mich dann lieber wieder an das Tor von Marcus Marin gegen Oberhausen ;-)

  2. Dieter sagt:

    Das sind schöne Erinnerungen, aber wortklaubend möchte ich das eher mit dem Wort „Ereignis“ als mit Event in Verbindung bringen. Diese Spiele wurden für Dich aufgrund äußerer Umstände zum unvergesslichen Erlebnis. Dagegen ist doch gar nichts einzuwende. Beim Event versuchen aber andere durch äußere Mittel das Besondere zu erzeugen und Erwartungen zu lenken. Wenn dies im Übermaß geschieht (den Eindruck habe ich bei der WM), dann reagiere ich darauf eher mit Desinteresse als mit Vorfreude.

  3. heinzkamke sagt:

    „Allerdings sollte man es (wenn man es nicht gut findet) dann auch nicht übertreiben, …“

    (Frodo)

    Oder aber: man konzentriert sich, so es einen denn interessiert, einfach auf Fußball. Weil man, wie ich, eine WM für das Größte hält, was der Fußball, was in meiner kleinen Welt der Sport insgesamt zu bieten hat. Wenn andere das auch tun: schön, sollen sie. Wenn sie es in mir unangenehmer Art und Weise tun, finde ich in der Regel Mittel und Wege, mich dem zu entziehen; ist die Art und Weise indes angenehm, werde ich vielleicht in Teilen partizipieren, oder auch nicht.

    Natürlich kann ich mich dem Aufblasen des Turniers nicht entziehen, finde ich manches furchtbar, manches vielleicht auch nicht verkehrt. Am Ende ist es aber schlichtweg Fußball, großer Fußball, geballt, in Turnierform. Mehr geht, ganz subjektiv, schlichtweg nicht. Spielniveau in der Champions League hin, Leistungsdichte bei Europameisterschaften her.

    Und ganz vergessen, sorry: schöner Text, Torsten!

  4. Սաշա sagt:

    Dass die WM auch ein Event ist, finde ich nicht schlimm. Dass sich plötzlich Leute für Fußball interessieren, die es sonst nicht tun, soll mir auch noch egal sein.
    Allerdings habe ich bei einem Teil des deutschen Eventpublikums so meine Zweifel, was deren Motive angeht. Ich bin mir nicht sicher, ob das tatsächlich mit dem Fußballsport zu tun hat. Jedenfalls werden einige in der Masse doch auf eine ziemlich widerliche Art „deutsch“. Damit meine ich nicht einmal nur offensichtlich nationalistische Beweggründe, die glücklicherweise doch wirklich selten zu finden sind, sondern auch die Eigenart, nichts Positives sagen zu können, ohne gleichzeitig abwerten zu müssen. Das fängt allerdings schon beim Kommentator an.
    Aber solange mich die eventgeile Masse in Ruhe Fußball schauen lässt, habe ich auch bei dieser WM prinzipiell meinen Spaß.

    Was man übrigens niemals machen sollte: Ein Spiel der Nationalmannschaft besuchen. Ich habe selten so eine traurige Veranstaltung gesehen. Man kennt es von Karneval, Fasching, Volksfesten oder ähnlichen Veranstaltungen. Einige unserer Mitbürger sind große Fans des Klatschens, sobald irgendwer irgendwo Musik erklingen lässt. Nicht unbedingt den Takt treffend, nicht unbedingt schön, aber dafür umso enthusiastischer.
    All diese Menschen mit ihrer Faschingsmentalität versammeln sich bei Spielen der deutschen Nationalmannschaft im Stadion (in dem es der DFB übrigens nicht einmal für nötig hielt, einen reinen Gästeblock auszuweisen – danke nochmal dafür, DFB!). Und man hört so gut wie nichts von ihnen. Bis ein Tor fällt. Dann wird eine Minute debil zu Pochers „Schwarz und Weiß“ geklatscht, aber dann ist es auch wieder gut. Man muss es ja auch nicht übertreiben.

  5. malte sagt:

    Apropos Ereignisse, zu denen jeder eine Geschichte erzählen kann: http://www.startnext.de/san-siro

    Zum Thema:
    Ich glaube, seit der Heim-WM 2006 hat halt beides (das Befürworten und das Ablehnen der WM) zugenommen. Zwar war das Interesse an einer WM schon immer groß, aber Fanmeilen und groß angelegtes Public Viewing sind meiner Erinnerung nach eine neuere Entwicklung (zumindest in den Dimensionen). Damit einhergehend wird dem tief vergrabenen und lange unterdrückten Verlangen, das eigene Nationalfähnchen rauszuhängen, auf breiterer Ebene nachgegeben.

    Das erzeugt eben lautere Gegenstimmen. Einfach nur „sich nicht dafür interessieren“ oder „insgeheim hoffen, dass Deutschland früh rausfliegt“, reicht nicht mehr. Man muss das Desinteresse oder die Ablehnung auch irgendwie nach außen tragen. Kann aber auch sein, dass ich das nur so wahrnehme, weil es seit Twitter, Facebook und co einfach mehr Kanäle gibt, sein Befürworten oder Ablehnen „publik“ zu machen. Vielleicht hätte ich früher mal mehr Leserbriefe lesen sollen. Da stand bestimmt schon das gleiche drin:)

    Ich selbst freue mich auch auf die WM und werde mir auch einige Spiele ansehen, auch wenn mir bei dem ganzen schwarz-rot-geil immer noch unwohl ist. Daher werde ich auch um jedes Public Viewing einen großen Bogen machen. Andererseits finde ich es ganz amüsant, mit Leuten aus meinem Freundeskreis, die sich zwischen WMs und Champions League Spielen mit deutscher Beteiligung überhaupt nicht für Fußball interessieren (O-Ton: „Ach, Samstags kommt auch Fußball?“), gemeinsame Fußball-Abende zu erleben. Das hätte ich mir noch vor einigen Jahren nicht vorstellen können.

  6. Erle72 sagt:

    Dem Eventigen kann ja, bis auf die obligatorischen Huporgien, nach eigenem Ermessen ausgewichen werden. Das viele Leute gerne Partys feiern, auch wenn ihnen Fußball sonst am Arsch vorbei geht – geschenkt; sollen sie doch saufen in SchwarzRotGold und ihren Spaß haben.
    Viele Spiele sehen, sich den Fußball aus der ganzen Welt anschauen und sich einen Monat davon fangen lassen. Begeistert, enttäuscht oder gelangweilt sein. In die Emotionen auf dem Spielfeld eintauchen und die vielen kleinen Geschichten erleben. Das ist für mich die eigentliche Faszination der WM. Den alten Röhren-EM/WM-Fernseher aus dem Keller schleppen und im Garten mit Freunden und hopfiger Begleitung schöne Abende verbringen. Was fehlt zum vollen Genuß? Der Reporterton sollte abstellbar sein, denn im Stadion braucht ihn auch niemand.

  7. Ticker: Dienstag, 10. Juni 2014 | Fokus Fussball sagt:

    […] (kr) Torsten Wieland (Königsblog) freut sich auf die Weltmeisterschaft, weil er bei vergangegenen Turnieren im Sandkasten, in der […]

  8. McP sagt:

    Schöner Beitrag Torsten. Ich habe auch – wie mir scheint – mehr Sympathie für Events und Eventsfans als der durchschnittliche Blogkommentator. Das liegt vor allem daran, dass ich selbst meist „nur“ ein Eventfan bin. Bei den meisten Sportarten picke ich mir fast ausschließlich die Rosinen aus dem Kuchen. Grand-Slam-Turniere im Tennis, Major Turniere und Ryder Cup beim Golf, NBA-Finals, Olympische Spiele, Americas Cup usw. usf.

    Oft suche ich dann Blogs auf, die sich auf diese Sportarten spezialisiert haben, damit ich nicht völlig ahnungslos die Übertragungen ansehe. Und überall freut man sich über die erhöhte Aufmerksamkeit. Außer beim Fußball. Da setzt das große Naserümpfen ein. Ich sehe mir ziemlich viele Spiele an, quer durch Europa. Aber selbst beim Fußball bin ich bei Partien a la Japan-Kolumbien nur Eventfan.

    Kurz gesagt, die meisten Eventfans passen ganz gut in meinen Toleranzbereich, vor allem, weil ich um mein eigenes Verhalten weiß. Was anderes. Falls noch jemand Worte braucht, um seinen ambivalenten Gefühlen hinsichtlich WM und Fifa Ausdruck zu geben. John Oliver ist (auf englisch) behilflich.

  9. RJonathan sagt:

    Saucooler Text Torsten!

    Ich bin auch ein wenig zwiegespalten. Natürlich ist das „ereignishafte“ großartig und ich finde es auch nicht schlimm, dass sich auf einmal Hinz und Kunz für Fußball interessieren. Aber an manchen Punkten nervt der Kontakt zu diesen Leuten dann doch schon. Das hat aber nichts mit der Begeisterung zu tun, die sie an den Tag legen. Sondern eher, weil ich eine grundsätzlich andere Art habe Fußball zu konsumieren (Eben mit all den Gedanken, die wir hier immer so regelmäßig austauschen). Wenn jemand die Bundesliga nicht regelmäßig verfolgt, dann ist er auch nicht in der Lage, vernünftig die Startaufstellung zu kommentieren. oder Auswechselungen. Oder was auch immer für fachliche Höhenflüge der ein oder andere „Event-Fan“ da so bekommt.

  10. Linksaussen sagt:

    kleines addendum: ich weiß nicht mehr, wo ich das 1:0 gegen polen erlebt habe. da kann ich mich tatsächlich nur an das tor selbst erinnern.

  11. Volk ohne RaumdeckungSchlimm - WM in Brasilien und die Bananen sind noch unreif | Volk ohne Raumdeckung sagt:

    […] Wieland erinnert sich auf koenigsblog.de an Deutschland – Holland 1990 auf […]

  12. Lutt sagt:

    Wo ist denn eigentlich das Problem? Wir sehen 6 Wochen lang die größten Fußballer aus aller Welt. Je mehr Leute das mit einem genießen, desto schöner, oder?
    Abgesehen von dieser FIFA, natürlich. McP, dein Video trifft es auf den Kopf.

  13. Ney sagt:

    Ich finde am schönsten den Hinweis von Torsten dass es diese Erinnerungen an Situationen gibt, es ist auch schön dass jetzt eine Diskussion anhebt über doofe Deutsche und Mitdeutsche, die ist ja immer wieder sehr bereichernd und originell, aber wie gesagt, am schönsten ist mir Torstens Beobachtung, dass man doch sich an dies und jenes markant erinnert, mir fiel ein Spiel ein das ich in einem Ausflugslokal bei Pfronten im Allgäu sah, 100+ Leute gebannt im Gastraum auf ihre Stühlen sitzend, vor dem Lokal eine angeblich 1000jährige Eiche, draußen schien die Sonne, einer von den einen Spielern bekreuzigte sich nach seinem Tor, und es war ein F a r b f e r n s e h er !!! Die einen trugen gelb und blau, an die anderen kann ich mich nicht sehr erinnern, weil die wenig Tore schossen, der Kommentar aus dem Fernseh‘ schepperte von weit her weg, im Nachhinein wohl Rudi Michel, und also, Leute, 100+ Erwachsene in Andacht in Pfronten weil Pele spielt, da kommt doch kein Autokorso mit und kein Public Viewing.

  14. blues sagt:

    Von allen Veranstaltungen die wir organisieren um uns in Gemeinschaft zu fühlen, ist mir der Fußball mit Abstand am liebsten.

  15. malte sagt:

    @Ney: Du hast Recht. Es ist schon interessant, wie sich eine (fast) komplette Kommentar-„Diskussion“ am Thema eines Artikels vorbeientwickelt. Im Nachhinein liest es sich so, als hätten wir nach dem ersten Satz aufgehört, den Artikel zu lesen. So funktioniert wohl Internet:).

    Mir geht es allerdings so wie Linksaussen. Ich kann mich (wenn überhaupt) nur noch an die Spiele erinnern, selten an das Drumherum. Daher hätte ich auch keine schöne Event-Geschichte beisteuern können.

  16. Maddin sagt:

    Dass man in den nächsten Wochen all jene Mitbürger mit einem Lächeln tolerieren soll die unsereins in den letzten 2 grosseventfreien Jahren Wochenende für Wochenende dispektierlich als Fussbalasis betrachten: ok. Man soll ja immer mit gutem Beispiel voran gehen.
    Was mich wirklich stört ist die Tatsache, dass sich diese Rosinenrauspicker stets in sommerlichen Temperaturen aalen können und unsereins sich ab September wieder den Allerwertesten abfrieren muss. Welch ungerechte Welt!

    by the way: vielleicht kann mir hier jemand mal erklären was so viele Menschen an diesem verkohlten Bauchfleisch finden. Diese Unsitte erstaunt mich nämlich seit meiner Kindheit!

  17. eakus1904 sagt:

    Seit dem Pokalfinale 2011, welches eakus“klar kriege ich vor dem Stadion ne Karte,hat bisher immer geklappt“1904 an der S-Bahnstation vor dem Berliner Olympiastadion verbrachte, bin ich dankbar über jeden Großbildfernseher, der irgendwo aufgebaut ist.

    Ansonsten schätze ich auch die Gemeinschaft beim Fußball, ganz so groß wie auf den Fanmeilen muss es nicht sein, aber in gemütlicher Runde ein Spiel schauen ist schon toll!

    Und kein noch so großes Nebenbei-Programm kann mir den Spaß an der WM nehmen. Ich freu mich drauf.

  18. Torsten sagt:

    Es ist halt so ein bißchen, wie mit der unbekannten Indie-Band, die man schon in der Garage gesehen hat und toll fand, welche inzwischen ganze Stadien füllt. (Leichte Übertreibung inklusive)

    Aber nur dann, wenn man sich vorstellt, dass diese Indie-Band kurioserweise voll allen bereits in der Garage gesehen wurde. Schließlich haben eben auch „alle“ Pele, Beckenbauer und Cruijff gesehen. Vielfach nicht mal alleine zu Hause, sondern auch mit mehreren. Der Unterschied ist nur, dass das damals eben so war, während es heute als irgendie organisierte Veranstaltung namens „Public Viewing“ daher kommt. Schräg, eigentlich.

    Das sind schöne Erinnerungen, aber wortklaubend möchte ich das eher mit dem Wort “Ereignis” als mit Event in Verbindung bringen. Diese Spiele wurden für Dich aufgrund äußerer Umstände zum unvergesslichen Erlebnis. Dagegen ist doch gar nichts einzuwende. Beim Event versuchen aber andere durch äußere Mittel das Besondere zu erzeugen und Erwartungen zu lenken.

    Ist das wirklich so?
    Das englische Wort Event bedeutet ja erstmal genau das, ein Ereignis, eine Begebenheit. In Deutschland benutzen wir es heute vielfach für „Veranstaltung“. Merkwürdigerweise haftet dem Event als Veranstaltung im Fußball ein Geschmäckle an, während wir uns über Veranstaltungen ergo Events mit anderem Bezug freuen – seien es Stadtfeste, Konzerte, Sommerfeste wie „Kemnade in Flammen“ o.ä.

    Kann aber auch sein, dass ich das nur so wahrnehme, weil es seit Twitter, Facebook und co einfach mehr Kanäle gibt, sein Befürworten oder Ablehnen “publik” zu machen.

    Ich denke auch, dass das so ist. Ähnlich ist es doch auch bei Diskussionen um S04. Früher las man 2 Zeitungen, sah die Sportschau und unterhielt sich mit Freunden, daraus erschaffte man sich sein Bild. Heute liest man online zusätzlich die Texte mehr oder weniger aller anderen Zeitungen, bekommt immer alle möglichen Meinungen via Twitter, Facebook, Foren und Blogs um die Ohren. Das kommt einem um ein vielfaches „lauter“ vor.

    … dass ich selbst meist “nur” ein Eventfan bin. Bei den meisten Sportarten picke ich mir fast ausschließlich die Rosinen aus dem Kuchen. […] Und überall freut man sich über die erhöhte Aufmerksamkeit. Außer beim Fußball.

    Schön auf den Punkt gebracht. Wobei sich die, die mit dem Fußball Geld verdienen, natürlich auch sehr freuen ;-)

    @Linksaussen:
    Für Dich haben ich das „nahezu“ eingefügt ;-)

    @Ney:
    Ja, schön, nicht?! Und so was wird auch in den nächsten Wochen wieder stattfinden, selbst wenn dann ein Schild „Public Viewing“ vor der Tür steht.

    vielleicht kann mir hier jemand mal erklären was so viele Menschen an diesem verkohlten Bauchfleisch finden. Diese Unsitte erstaunt mich nämlich seit meiner Kindheit!

    Ich kanns nicht erklären. Heute esse ich das auch nicht mehr. Ich weiß nur noch: Damals mochte ich das, und Würstchen, und immer alles mit Curryketchup.

  19. Սաշա sagt:

    @Malte: Ich meine: Wenn man den Artikel ganz gelesen und verstanden hat, merkt man, dass sich die (fast) komplette Diskussion gar nicht am Thema vorbeientwickelt hat.
    Torsten stellt hier die These auf, dass eine WM doch gerade so toll ist, weil sie ein Event ist, ein Event also nichts negatives ist. Man würde so ein Event besonders intensiv erleben und jeder hätte gerade deshalb so viele bis heute sehr präsente Erinnerungen, wüsste zum Beispiel noch genau wo er bei Spiel x war.

    Darauf eingehend: Ja, das stimmt. Ich kann mich erstaunlich gut erinnern, wo ich ’94 das Eröffnungsspiel D – Bolivien gesehen habe (Trainingslager Fußball), dass ich viele Spiele auf einem von meinem Großvater auf mine Initiative hin draußen aufgestellten Röhrenfernseher auf der Terrasse gesehen habe und auch wo ich das deutsche Ausscheiden gegen Bulgarien gesehen habe (Urlaub mit den Eltern irgendwo in Bayern) – ein sehr enttäuschendes Erlebnis. Wir sollten doch auf Jahre hinaus unschlagbar sein!?

    Der Unterschied zwischen heute und damals ist aber ein ganz einfacher: Die Weltmeisterschaften waren mal ein Event für Fußballfans und -interessierte. Da waren auch schon immer Leute dabei, die nur sehr unregelmäßig Fußball geschaut haben. Aber die haben die WM dann tatsächlich des Fußballs wegen geschaut. Heute ist die WM in Deutschland zu einer von vielen beliebig austauschbaren Parties verkommen – es könnte genauso gut Rock am Ring, Loveparade, eines dieser Holi Farbfestivals, Oktoberfest oder Karneval sein. Jeder geht zum Public Viewing, auch und vor allem die hohlen Bratzen, die früher nach eigenem Bekunden noch alles doof fanden, was auch nur entfernt mit Fußball zu tun hat.
    Ich erinnere mich noch an die EURO 96 – Halbfinale gegen England. Fünfte Klasse. Klassenfahrt. Wir hatten extra den Fernsehraum bekommen und sind total durchgedreht. Die aus der anderen Klasse kannte ich bis dahin gar nicht. Aber man hat ordentlich zusammen gefeiert, wie man das in der fünften Klasse eben so macht. Von den ganzen schwarz-rot-geilen Bratzen, die heute alle zwei Jahre von jedem Fußballevent Bilder auf Facebook posten, auf denen sie angemalt sind und völlig durchdrehen, hat man in diesem Raum niemanden gesehen.
    2002 musste man sich zum Teil noch früher aus der Schule verdrücken. In diesem Jahr wird mancherorts der Unterricht später beginnen, weil am Vorabend Deutschland um 22 Uhr spielt. In der Uni sorgt die Fachschaft dafür, dass sich die Klausuren bloß nicht mit den Deutschland-Spielen beißen.
    Denn jetzt ist die WM kulturelle Pflichtveranstaltung für jeden, der etwas auf sich hält. Stört mich, wie erwähnt, eigentlich gar nicht mal so sehr, solange ich nicht mit diesen Menschen in Kontakt komme oder sie wenigstens nicht so viel Unsinn reden oder mir noch „einen erzählen“ wollen.
    Das ist aber leider sehr schwierig, denn auch ich will eine WM immer noch erleben. Das heißt, ich will mich nicht in der Wohnung einschließen und jedes Spiel alleine zuhause sehen. Die großen Hallen und Plätze des Public Viewings meide ich ja. Da besteht meinerseits gar kein Interesse. Ich gehe auch eher in alte, urige Kneipen, die nicht den Eindruck machen, Hipster und eventgeiles Publikum anziehen zu wollen. Aber das funktioniert eben auch nicht immer.

    Dazu kommen noch die von mir in meinem ersten Beitrag (10. Juni 2014, 10:26 Uhr) geschilderten Umstände und dann komme ich auch schon zum Schluss:
    Nein, die WM ist für mich nicht mehr die gute Art von Event. Das war sie bis einschließlich 2002. Die potentiell schönen Erinnerungen überhaupt erst mal zu erleben ist ungleich schwerer geworden. Ich habe die WMs früher geliebt und tue das grundsätzlich auch noch heute. Darauf freue ich mich immer noch wie ein kleines Kind schon Monate (ok, ich bin ehrlich, vielleicht auch Jahre) im Voraus.

    Diese tollen Erinnerungen, wie man mit vielen Fremden im Urlaub oder vielen Freunden zuhause ein Spiel schaut, alle mehr oder weniger fußballbekloppt sind, man zusammen feiert oder eben auch nicht (was für einen Hass ich auf Letchkov hatte – den kann ich heute noch nachfühlen, so stark ist die Erinnerung), wird man so vielleicht nie wieder haben.

    Um mal auf ein Beispiel außerhalb einer Weltmeisterschaft zu verweisen: Wenn ich mich nur daran erinnere, wie ich unser 5:2 in Mailand gesehen habe… da war ich bei einem Kollegen, der tatsächlich auch sehr fußballverrückt ist. Allerdings hat sich auch noch eine Kommilitonin selbst eingeladen (das macht sie gerne), die nun auch schon seit Jahren krampfhaft versucht so zu tun, als wäre sie Bayern-Fan oder würde sich überhaupt für Fußball interessieren, denn die wollte das Spiel auch sehen. Da läuft also im Fernsehen gerade dieses historische Spiel und diese Nervensäge kann einfach nicht einen Moment aufhören zu reden – und es ist nicht so, dass sie dummes Zeug über das Spiel gesagt hätte, nein, das Spiel hat sie tatsächlich gar nicht interessiert. Das ist meine Erinnerung an das Spiel. Nicht etwa wie Edu das fünfte Tor macht, sondern wie diese nervige Person ihre verdammte Fresse einfach nicht halten kann.
    Dieses Erlebnis steht für mich – obwohl kein WM-Spiel – symbolisch für jede WM ab 2006.

    @Bauchfleisch:

    Mmmmmmmmmmmmmh… verkoooohltes Bauchfleisch.

  20. Ney sagt:

    dito @Bauchfleisch:

    Meine erste WM als Vegetarier. Da wird dann
    in der Erinnerung wohl nicht viel hängenbleiben.

  21. klopenner sagt:

    „Kemnade in Flammen“? Kommst du nicht aus Duisburg, Torsten? Hat Kemnade echt eine so große Wirkung durch das Ruhrgebiet? Interessantes Beispiel jedenfalls. Direkt vor meiner Haustür. :-D

    Thema Event: Die Übersetzung als Ereignis ist schon mal richtig. Warum es in Deutschland immer direkt als Veranstaltung übersetzt wird, ist mir auch nicht klar. Ich bin, wie es der Zufall will, ausgebildeter und studierter Eventmanager. Genau betrachtet, soll ein Event immer noch ein Ereignis sein. Die Veranstaltung auf der dieses Ereignis oder auch Erlebnis stattfindet, wird in der Regel von den Veranstaltungskaufleuten geplant. Lediglich den gewissen KICK soll der Eventmanager beisteuern. Natürlich wird da Hand in Hand gearbeitet, macht ja sonst keinen Sinn, aber da wir in Deutschland ja unheimlich viele Anglizismen nutzen, und auch viele davon nicht ganz korrekt übersetzt wären, hat sich EVENT eben irgendwie so „eingebürgert“

    Im Falle einer WM kann man schon von Event sprechen, ist schließlich das besondere I-Tüpfelchen für die Fußballwelt. Für die meisten jedenfalls.

    Aber das was du in deinem Ausgangstext beschreibst, ist ziemlich genau das, was ein Event verursachen soll. Emotionen und Erinnerungen. Egal ob positiv, oder negativ. Manch einer erinnert sich eben mehr an das Spiel, ein anderer mehr an das Drumherum. Und dieses Drumherum, gepaart mit emotionaler Erinnerung, wäre per Defintion meines Profs ein Event. Zumindest wenn es geplant gewesen wäre, diese Emotionen heraufzubeschwören.

    Wie dem auch sei: Das Gefühl mit Freunden und Bekannten Fußball zu gucken, kennt ja nun jeder von uns. Egal ob in der Öffentlichkeit, oder vor dem heimischen TV oder im Stadion. Das wird durch die WM nur auf die Spitze getrieben, weil auch die WM die Spitze des Fußballs ist.
    Es mag jetzt viele „Trittbrettfahrer“ geben, die sich die Rosinen rauspicken. Ich finde das jedoch eher positiv. So muss ich nicht überlegen, welche meiner Freunde ich zum Gucken einlade, sondern kann alle einladen. Die Frauen sind einfach dabei und freuen sich über Tore oder Trikottausch, und schnattern im Hintergrund bei Salat und Bauchfleisch, während die Männer mit der Kanne Bier bei jedem Foul den Fernseher anschreien. Ist zwar reichlich klischeehaft, und auch schwarz und weiß, aber hey, das sind unsere Farben! ;-)

    Ich mag die WM oder EM. Aber ich bin genauso froh, wenn sich die „Laien“ nach den Großereignissen dann auch wieder in ihre Höhle zurückziehen und mich während des Tagesgeschäfts (Buli und CL) wieder in Ruhe lassen.

  22. Torsten sagt:

    “Kemnade in Flammen”? Kommst du nicht aus Duisburg, Torsten? Hat Kemnade echt eine so große Wirkung durch das Ruhrgebiet? Interessantes Beispiel jedenfalls. Direkt vor meiner Haustür. :-D

    Eher der See als diese Veranstaltung im Speziellen. Wir – Frau, Kinder, ich – waren am letzten Wochenende dort, als nettes Ausflugziel. Bisschen Schiffchenfahren, entspannen, Pommes essen, ein Weizen in der Sonne. Dass an diesem Tag „Kemnade in Flammen“ stattfinden würde, hatten wir nicht gewusst, das haben wir erst vor Ort mitbekommen.
    Richtig, in Duisburg wird eher „Rhein in Flammen“ registriert.

  23. Ney sagt:

    Heute Abend haben wir ja noch ein Schalker event.

    Etwas mißlich, dass wegen der Sturmschäden anscheinend
    keine Straßenbahnen fahren. Immerhin Schienenersatzverkehr.

  24. pfefferstreuer sagt:

    Ich habe zwei sehr persönliche Erinnerungen an Fußball-WM´s ohne Event-Charakter:
    Die WM 1974 erlebte ich in Holland mit guten holländischen Freunden in einer urgemütlichen Kneipe. Auch das Endspiel…Erst war alles Friede, Freude, Eierkuchen, bis es dann zum entscheindenden Tor kam… Danach war alles anders, die Stimmung kippte und es wurde richtig agressiv… Schade eigentlich…
    Bei der WM 2006 machte ich Urlaub auf Kuba…Bedingt durch die Zeitverschiebung (6 Stunden) waren alle Spiele sehr uhrlaubsfreundlich zu sehen. Um 9 Uhr zum Frühstück, um 12 Uhr zum Mittagessen und um 15 Uhr zum Absacken… Die Stimmung unter den vielen internationalen Touristen war super – wer gerade verloren hatte, wurde sofort von den Anderen getröstet…
    Nur von der Super-Stimmung in Deutschland außerhalb der WM hat man dort fast nichts mitbekommen…

  25. Torsten sagt:

    Nur von der Super-Stimmung in Deutschland außerhalb der WM hat man dort fast nichts mitbekommen…

    Wie ich oben schon schrieb, zur Zeit der WM 2006 hatte ich in London gearbeitet. Als ich gefragt wurde, ob ich das tun wolle, fand ich schade, dass dieses Projekt ausgerechnet zur Zeit der WM stattfand. Tatsächlich war es aber toll, da ich dadurch sowohl die Stimmung in England als auch die in Deutschland miterleben durfte.

    England war begeistert von dieser WM, davon, dass die als humorlos erachteten Deutschen plötzlich ein Fest zu feiern imstande waren. Und England feierte dafür Klinsmann, der durch seine Zeit bei Tottenham eben auch ein bisschen Londoner war. Er war der passende Held, mit dem sich diese Überraschung erklären lies.

    Für 3 WM-Spiele hatte ich Karten, die fanden zum Glück alle am Wochenende statt (Schweiz – Togo und Schweden – Trinidad/Tobago, beides in DO, beides mit Frau Wieland; und England –Schweden in Köln, alleine, gewonnen in einem Gillette Gewinnspiel ..). Das Ausscheiden der deutschen Mannschaft habe ich in einem englischen Pub gesehen, irgendwo in Hounslow. Gemeinsam mit den deutschen Kollegen vor Ort, ich glaube wir waren um die 12. Einige englische Gäste des Pubs hielten zu Italien, man floppte sich ein wenig, sie „gewannen“ am Ende, aber man lies uns dann auch in Ruhe. Dieses Ausscheiden hatte ich schon als Enttäuschung empfunden, obwohl die Erwartungshaltung vor dem Turnier nicht hoch war. Ich kann mich noch erinnern, dass ich nach Abpfiff meine Frau anrief und nach dem Spiel 2 Busse vorbeifahren lies, bis ich schnallte, dass ich an einer Haltestelle stand, an der man winken muss, damit der Fahrer hält … England eben.

    Seit dieser Zeit habe ich übrigens auch eine schöne, große England-Fahne … trotzdem liegt mir in Sachen Fußball zugegebenermaßen Oranje näher.

  26. McP sagt:

    Hachjah, 2006. 2006 fing bei mir schon deutlich vorher an, mit diesen komplizierten Ticketbestelldingens. Meine Freunde und ich hatten sich dann die besten Chancen mit den Follow-the-Team Tickets ausgerechnet und hier speziell bei Nationen, deren Quali-Chancen so mittelprächtig waren. Die Wahl fiel dann auf DR Kongo, Elfenbeinküste, Ecuador, Uruguay und noch irgendwas in Afrika. Wir würden die Tickets bekommen, falls sich diese Nationen qualifizieren. So gespannt habe ich noch nie Spiele in Afrika und Südamerika verfolgt. Die Ecos qualifizierten sich u.a. dann mit einem Sieg gegen ARG. Die Elfenbeine hatten am letzten Spieltag in der 89. oder so einen Elfer gegen sich, der an den Außenpfosten ging.

    Beide Mannschaften brachten uns dann massig Tickets. Dazu kamen noch paar Einzelspiele. Wir hatten natürlich auch Bestellungen im Namen möglichst fußballferner Bekannter abgegeben, da man selbst ja nur limitiert ordern konnte. Insgesamt hatten wir dann 11-12 Spiele ergattert. Hamburg, Berlin, Gelsenkirchen, Dortmund, Stuttgart, München, Leipzig. Was für ein Sommer! Mit so vielen kleinen und großen Geschichten. Meine Enkel werden sich viel anhören müssen.

  27. Սաշա sagt:

    Für 3 WM-Spiele hatte ich Karten, die fanden zum Glück alle am Wochenende statt

    Beide Mannschaften brachten uns dann massig Tickets. Dazu kamen noch paar Einzelspiele. Wir hatten natürlich auch Bestellungen im Namen möglichst fußballferner Bekannter abgegeben, da man selbst ja nur limitiert ordern konnte. Insgesamt hatten wir dann 11-12 Spiele ergattert.

    Das war die größte Enttäuschung überhaupt. Ich hatte für zwei verschiedene Austragungsorte versucht zu ordern, war bereit jede Kategorie zu bezahlen und habe auch extra nur Vorrundenspiele gewählt, weil ich mir dachte, dass die K.O.-Spiele sicher etwas gefragter sein würden. Am Ende hatte ich nicht eine einzige Karte bekommen.
    Irgendwie hatte sonst jeder, der wollte, Karten bekommen oder war zumindest in Frankfurt für das Catering im Stadion eingeteilt (das haben einige aus meinem Jahrgang gemacht, weil das Catering-Unternehmen der Commerzbank-Arena in unserer Region ansässig war). Ein Englisch-Lehrer unserer Schule hatte sich das Teamticket für Togo gesichert und durfte damit u.a. den späteren Finalisten Frankreich am letzten Gruppenspieltag sehen.
    Die von mir ausgewählten Spiele hätten mir (nachdem der Spielplan bekannt wurde) zwei Mal Argentinien (vs. SRB und NED) und einmal Portugal (vs. IRN) beschert. Das wäre für mich ein absoluter Jackpot gewesen.
    Dennoch hat die WM wirklich Spaß gemacht. Aber das war schon eine große Enttäuschung.

  28. Maddin sagt:

    @Um2m

    ach ja…diese sich selbst einladenden ignoranten und dazu völlig empathiefreien Dumpfbacken. Wenn man da anfängt Toleranz zu zeigen öffnet man die Büchse der Pandora. Bei solchen Gelegenheiten ist es mir geradezu ein Fest den Fussballasi raus hängen zu lassen. Welches sich im Nachhinein – auch im Alltag – Alltag stets als goldrichtige Entscheidung erweist.
    Man muss ja auch nicht ewig den Gutmenschen spielen….

  29. malte sagt:

    @Սաշա: Am Thema vorbei ist falsch ausgedrückt, das stimmt auch wieder. Natürlich kann man diese These aus dem Artikel herauslesen und genau so habe ich (und viele weitere) auch in meinem ersten Post darauf geantwortet. Torsten erzählt aber auch einfach einige schöne Erlebnisse, die er während dieser Events hatte. Eine ebenso mögliche Reaktion auf den Artikel wäre es also gewesen, diese Geschichten mit selbst Erlebtem zu ergänzen. Ney war aber der erste, der diesen Aspekt aufgegriffen hat. Das fand ich lediglich bemerkenswert.

    Und die bisherigen Schilderungen haben auch mein WM-Gedächtnis ein wenig reaktiviert. Das Eröffnungsspiel der WM 2006 habe ich in einer Kneipe in Sankt Petersburg gesehen. Wir waren mit ca 5-6 Deutschen vor Ort und diejenigen unter uns, die es mit der deutschen Elf hielten, waren anfangs noch etwas unsicher wie sich wohl die Mehrheitsverhältnisse im Lokal entwickeln würden und nahmen sich vor, sich im Erfolgsfall etwas zurückzuhalten. Als Deutschland dann das 1:0 schoss brach aber im gesamten Laden großer Jubel aus und die Leute lagen sich teils in den Armen als wäre es ihr Heimteam gewesen, das in Führung gegangen ist. Das schöne dabei: als Costa Rica den Ausgleich schoss, war die Reaktion exakt die gleiche:). Und so ging das dann noch vier weitere Male, jedes Tor wurde ausgiebig gefeiert, egal für wen. Auch insgesamt war das ein sehr bemerkenswerter Abend. Fußball gucken in einem anderen Land hört und fühlt sich einfach komplett anders an als man es hier gewohnt ist. Zumindest ging mir das an diesem Abend in dieser Kneipe so. Alleine das Raunen, das bei den einzelnen Aktionen durch den Raum geht, hat einen komplett anderen Klang als ich das aus deutschen Kneipen und auch Stadien kenne.

  30. Der eingebrannte Abend sagt:

    […] Spiel, ein Ereignis, ein Abend, das und den keiner von uns jemals wieder vergessen wird. Weltmeisterschaften schaffen Erinnerungen. Ich habe dieses Spiel im Kreis meiner kleinen Familie erlebt. Meine Tochter (6) konnte sich nach […]

  31. Eine Frage der Liebe sagt:

    […] der Nationalmannschaft bin ich Eventfan. Ich mag die großen Turniere sehr. Ich weiß zweifellos auch dabei den Fußball zu […]

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