Das gute Gefühl weggepfiffen

Nach 69 Minuten hat Schiedsrichter Yuichi Nishimura das Eröffnungsspiel der WM 2014 für den Gastgeber Brasilien entschieden. Das nahm nicht nur Kroatien die Chance auf einen Erfolg sondern auch mir als neutralen Zuschauer den Spaß an einem bis dahin tollen Spiel.

Das Turnier begann großartig, die ersten Halbzeit bot tollen Fußball. Kroatiens Ballgewinne im Mittelfeld, das schnelle Umschalten, Brasiliens Offensive, in der scheinbar jeder überall spielt: Kein Abwarten, ein durch das frühe Tor angeheiztes, intensives Spiel.

Die zweite Hälfte war langsamer, lebte aber gut von der Spannung, eben bis zu Herrn Nishimuras Pfiff. Ein Pfiff, der zu einem Ergebnis führte, das nun so ist wie es sein sollte, damit die WM in Brasilien ein Erfolg werden kann. Selbst als nüchterner Zeitgenosse kann man sich bei einer solch klaren Fehlentscheidung kaum gegen das schlechte Gefühl wehren: Dass die Schiedsrichter dem Druck nicht standhalten, dass sie im Zweifel für den brasilianischen Freudentaumel entscheiden, statt die Emotionen des Landes endgültig ins Wanken zu bringen.

Brasilien war die bessere Mannschaft und hat sich den Sieg verdient. Trotzdem war dieses Spiel eine erste kleine Niederlage für dieses Turnier.



23 Kommentare zu “Das gute Gefühl weggepfiffen”

  1. blues sagt:

    …schön gesagt. Ging mir auch so. Eine Maniulation, aus politischen Gründen. Unter solcher Vorraussetzung spare ich mir die Zeit für Spiele die ab 0.00 h stattfinden für andere Dinge auf…

    Dieses Hantieren mit dem Kreidespray hat was von Playmobilhandwerkzeug angesichts des Verzichts auf technische Möglichkeiten zur Revison solch eklanter „Schiedsrichterfehler“, wie heute. Meine Rede, dass auf den Einsatz technischer Möglichkeiten von offizieller Seite u.a. auch deshalb verzichtet wird, weil er Manipulationen einschränkt, wurde selten klarer belegt.
    Die Begründung, die Unterbrechung und mediengestützte Überprüfung sei im ultraschnellen Eishockey, wegen dem Wahrnehmungsproblem auf Grund der hohen Geschwindigkeit richtig, muss auch für Teilbereiche des Fußballs gelten: für einige Schiedsrichter ist das Spiel längst zu schnell geworden.

  2. johajoha sagt:

    Geht mir auch so. Bis zum Elfer war es ein interessantes Spiel, und auch das 3:1 hat mir am Ende noch gefallen.

    An „Manipulation aus politischen Gründen“ (was Torsten auch nicht schreibt) glaube ich aber nicht. Emotionale Befangenheit passt da vielleicht besser, wenn man überhaupt in diese Richtung argumentieren möchte. Denn auch in der J-League ist Herr Nishimura durchaus dafür bekannt, in genau solchen Situationen sehr schnell Elfmeter zu pfeifen. Generell ein sehr kleinlicher Vertreter seiner Zunft. Der japanische Tenor auf Twitter war ein lauter Seufzer, „Schon wieder der Nishimura…“. Wenn man sich da vorher schlau macht, was ja durchaus nicht unmöglich ist, lässt man die Hand einfach weg.

    https://twitter.com/aishiterutokyo/status/477204828334993410

    Nicht das wir uns missverstehen: Auch aus meiner Sicht eine klare Fehlentscheidung und sehr schade.

  3. blues sagt:

    @johajoha
    „Wenn man sich da vorher schlau macht, was ja durchaus nicht unmöglich ist, lässt man die Hand einfach weg.“

    Das Argument, dass brasilianische Schauspieleinlagen mit ganz geringen Kosten und technischen Mitteln, gemessen am WM-Milliardenaufwand, als solche erkannt und als Schwalbe mit Gelb bestraft werden könnten, wird dadurch aber keineswegs entkräftet. Dass sich die kooruptionsverseuchte FIFA dem Manipulationsverdacht aussetzt, entsteht ja nicht durch „menschlichen Irrtum“ des Schiedsrichters sondern durch den absichtlichen Verzicht auf eine Regel und Technik, die den Irrtum revidieren und Schwalben als solche entlarven würde.

  4. dremmler sagt:

    So klar es auch kein Elfer war, ueberall wird der Schiri in den Mittelpunkt des Dramas gestellt.

    Ist der Spieler etwa ein schlauer Fuchs, es so zu probieren, und auch noch Erfolg zu haben? Meines Erachtens sollte der mindestens fuer die Gruppenspiele gesperrt werden. Aber die FIFA ist wahrscheinlich noch am Geld zaehlen.

    In der NBA ist vor kurzem ein Spieler mit eine Geldstrafe belegt worden, weil der eine Schwalbe hingelegt hat. Ist in der NBA die Regel, die Strafen steigen sukzessive. Super Idee! (Bei Interesse: http://nba.si.com/2014/05/29/l.....rs-heat-2/)

  5. Jake1965Blues sagt:

    Entgegen dem allgemeinen Tenor finde ich nicht, dass das eine klare Fehlentscheidung war. Statt dessen sage ich: Den kann man durchaus pfeifen, da Lovren Fred schon am Trikot zieht. Der Rest ist Theatralik, auf die der Schiedsrichter wunschgemäß eingeht. Ein souveräner Schiedsrichter hätte es nicht getan.

    Beim Rest stimme ich zu: Ein durchaus sehr sehenswertes Spiel, das anzusehen mir viel Spaß gemacht hat. Dabei fiel mir auf, dass es den Kroaten immer wieder gelungen ist, die brasilianischen Innenverteidiger mit schnellen Kontern in Verlegenheit zu bringen. Angesichts deren offensiver Ausrichtung waren die teilweise nämlich nicht schnell genug in der Rückwärtsbewegung und kamen so das eine oder andere Mal ins Schwimmen. Ich hoffe, Sie haben das gesehen, Herr Löw.

  6. johajoha sagt:

    @blues
    Da hast Du recht. Das ungute Gefühl entsteht durch die empfundene Möglichkeit zur Manipulation. Auch wenn es im konkreten Fall vielleicht nur die Kombination falscher Schiedsrichter im falschen Spiel war. Alleine für den Preis des Stadions in Manaus hätte man sicher in jedem der anderen Stadien und auch für die nächsten 5 oder 10 Turniere die Kosten für Monitore und Personal für einen Videobeweis stemmen können.

    Das Für und Wieder der Einführung wurde hier ja erst vor kurzem sehr ausfährlich diskutiert. Anläßlich Kießlings Phantomtor, glaube ich.

    @dremmler
    Ich bin auch für eine härtere Bestrafung von Schwalben. Solange es – auch von vielen Fans und Hobbykickern – mehr oder weniger toleriert wird, sich theatralisch oder auch nicht fallen zu lassen, wird es auch immer mal wieder einen Schiedsrichter geben, der darauf hereinfällt. Auch dafür bräuchte man aber wohl den Videobeweis (den es in der NBA natürlich gibt). In einer Situation wie gestern den Spieler nachträglich zu bestrafen, obwohl die Schwalbe im Spiel nicht erkannt wurde, und zu Elfmeter und Tor geführt hat, wäre schon etwas paradox.

  7. Ticker: Freitag, 13. Juni 2014 | Fokus Fussball sagt:

    […] die Springer-gefütterten Münder ab und werfen einen ersten Blick auf die WM. Torsten Wielands (Königsblog) gutes Gefühl wurde weggepfiffen. Miasanrot setzt den Fokus auf die (Ex-)Bayern-Spieler im […]

  8. MarkusWiesbaden sagt:

    Ganz klare Angelegenheit, der Elfer ging so nicht in Ordnung. Ich stimme eigentlich allen Vorrednern zu. Es war bis zum Elfmeterpfiff ein prima Kick. Danach habe ich mich ein wenig geärgert noch wach zu sein.

    Was mich beim Klick durch die internationale Presse allerdings ein wenig stört, ist die Tatsache, dass es nur um den Pfiff von Schiedsrichter Nishimura geht. Was ist eigentlich mit Fred? Solch eine Schauspielleistung bei einer WM im eigenen Land? Wie peinlich ist das denn eigentlich? Warum regt sich denn kaum einer über diese üble Schauspieleinlage auf?

    Wie gesagt, der Elfmeter war in meinen Augen keiner. Vom Sofa aus betrachtet. Zurückgelehnt mit einer Flasche kaltem Veltins in der Hand. In aller Ruhe geschaut. Auch noch dreimal in Zeitlupe. Nishimura hatte da wohl andere Bedingungen. Lovrens Hand berührte Freds Schulter. Der Rest ist WM-Geschichte. Ich hoffe nur, wir haben keinen Fred in Brasilien dabei. So möchte ich nicht gewinnen…

  9. Սաշա sagt:

    Ich würde nicht so weit gehen, das Verhalten von Fred als Schwalbe zu deklarieren. Es gab tatsächlich einen Kontakt. Aber dafür darf man niemals Elfmeter pfeifen.
    Wenn das so ist, dass der Schiedsrichter dafür bekannt ist, Elfmeter zu pfeifen, die keine sind, wieso wird er dann überhaupt zur WM geschickt? Gut, das wird man sich bei diesem Turnier wohl noch öfter fragen, fürchte ich.
    Ich hatte ehrlich gesagt schon vor dem Elfmeter das Gefühl, dass es ein leichtes Gefälle in den Entscheidungen des Schiedsrichters gibt. Kleinigkeiten im Mittelfeld wurden auf der einen Seite deutlich öfter gepfiffen als auf der anderen.
    Ich hoffe nur, dass die FIFA bei dieser Auflage ihre Nummer von 2002 nicht zu überbieten versucht. Damals hatte man Co-Gastgeber Südkorea besonders dreist immerhin bis ins Halbfinale durchgeboxt.

  10. Maddin sagt:

    Mein erster Gedanke ging nicht in Richtung Gastgeber-Bonus sondern eher in Richtung Ante Sapina und asiatischer Wettmafia……

  11. dreiköpfiger Affe sagt:

    Wer macht jetzt den größeren Schei**?
    Der Beschei**ende oder der Beschi**ene?

    Ich sehe nicht den großen Verrat an der Fußballnostalgiker Front.
    Es hat bestimmt auch jemand auf Band, wie der Blatter subtil nickt, kurz vor dem Elfmeter um zu signalisieren, dass es Zeit wird für eine Wendung der Ereignisse. So ein Quatsch…

    Der Lovren verhält sich dumm, indem er Fred an das Trikot und die Schulter fast und Fred nimmt die Einladung dankend an. Auf so eine Einlage fallen tausende Schiedsrichter zuhauf rein. Daher meine Frage oben, wer ist jetzt der Dumme?!

    Ich halte es mit Dremmler und sage, der Schiri ist der Dumme ohne Wiederholung.
    Von Verschwörungen halte ich nichts…

    Ich halte aber etwas davon, nicht aus bloßer Gleichberechtigung aus jedem Land einen Schiedsrichter zu schicken, nur weil er halt der Einäugige unter den Schiedsrichtern aus Japan ist.

  12. blues sagt:

    Der Schiedsrichter hatte Schulden bei der Selecão schreibt die „Taz“:

    „Falls Kovac sich weiter aufs Verschwörungstheoretische verlegen will, dann sei ihm der Blog des brasilianischen Sportjournalisten Juca Kfouri empfohlen. Der schrieb nämlich zwei Tage vor dem Eröffnungsspiel über den japanischen Schiedsrichter Yuichi Nishimura: „Er hat Schulden bei der Seleção.“ Kfouri bezog sich dabei auf einen nicht gegebenen Elfmeter von Nishimura während der WM 2010, den der Niederländer de Jong an Kaká verschuldet habe.“

    Da hat die korruptionsverseuchte Fifa ihren Gestaltungsspielraum geschickt genutzt…

    Hier der Link:

    http://www.taz.de/Schiedsricht.....t/!140299/

  13. Սաշա sagt:

    Klar, dreiköpfiger Affe, dass die FIFA z.B. korrupt wäre, ist ja auch völlig weit hergeholt. Dass Fußballspiele verschoben wurden, ist noch nie passiert. Alles völlig unrealistisch und undenkbar.

    Der Schiedsrichter gestern ist entweder einer solchen Kulisse nicht gewachsen oder hat (auf vorherige Ansage der FIFA?) dem Gastgeber etwas Starthilfe gegeben. Anders ist seine Leistung (nicht nur beim Elfmeter) nicht zu erklären. Welche Variante auch immer zutrifft: Bei einer WM hat er so oder so nichts verloren.

    Wenn wir übrigens solche Elfmeter als angemessen empfinden, weil irgendein Spieler blöd war und der Schiri blind sein darf, sollten wir uns demnächst auf bis zu zehn Strafstöße pro Spiel einstellen.

    Spätestens seit 2002 traue ich der FIFA alles zu, was kleine Subventionen für Gastgeber in Form von Spielvorteilen angeht.

  14. Mario sagt:

    Hallo
    Ich finde, dass der Elfmeter für Brasilien weder die erste noch die einzige Fehlentscheidung zu Gunsten des Gastgebers war.

    Wenn ich die Annahme zu Grunde lege, dass Herr N. kleinlich pfeift, dann ist meine Meinung die Folgende:

    In der ersten Halbzeit steigt Neymar zum Kopfball hoch. Vorher schaut er nach seinem Gegenspieler und schlägt diesem dann beim Sprung seinen Ellenbogen in´s Gesicht.
    Der Erzählonkel aus den Fernsehen kommentiert das mit: „Klare gelbe Karte, da braucht er sich nicht zu beklagen.“
    Ich sage: Sonderangebot, das war eine Tätlichkeit, rote Karte, Vorrunde vorbei. Dann fällt weder das eins zu eins, noch kann er den Elfmeter schiessen, von der langen Unterzahl bei Rückstand ´mal ganz zu schweigen.

    Vor dem Elfer für Brasilien fällt ein Kroate im brasilianischem Strafraum. Warum? Leichte Berührung des Fusses durch einen Gegenspieler, dadurch stolpert er und fällt. Foul? Elfmeter? Pfeift er das hier nicht, darf er den anderen Elfer auch nicht pfeifen. Pfeift er den Elfer für Brasilien, hätte er diesen hier auch pfeifen müssen.

    Also drei strittige Entscheidungen, die er allesamt gegen Kroatien gepfiffen hat.

    Warum?
    Wie 2010. Die unterklassigen Spielleiter sind dem Tempo des Spieles nicht mehr gewachsen.
    Ich muss schon fast sagen, hoffentlich.
    Denn so schlimm diese Tatsache auch wäre, alle anderen hier angerissenen Möglichkeiten wären ja noch schlimmer…

    Das Spiel selber hat mich dahingehend überrascht, als das es schnell war, torreich und die Brasilianer getreten haben wie die Kroaten und die Kroaten gespielt haben wie die Brasilianer.
    Zumindest manchmal…

    Und ich empfinde genauso wie Torsten, wäre die Schierileistung der der Spieler ebenbürtig gewesen, wäre es ein toller Auftakt in eine WM gewesen, auf die ich mich wegen all´der unappetitlichen Begleitumstände nicht richtig freuen kann.
    Für mich wird´s immer so bleiben: ich würde jeden Weltmeistertitel gegen eine Meisterschaft für Schalke eintauschen.
    Es sei denn, Höwedes köpft Draxlers Flanke in der 93. Minute des Endspiels zum 3-2 „für uns“ inne Maschen.

    Hach, stellmavor!

    Grüße,

    Mario

  15. blues sagt:

    @dreiköpfiger Affe

    Ich mach mal den Versuch, die aktuelle Situation der Fifa kurz darzustellen:

    0. Die Fifa ist derzeit ein stark kritisierter und mit vielen und massiven Korruptionvorwürfen überzogener Verband. Die Manipulationsvorwürfe erreichen aktuell ihre wichtigsten Repräsentanten (u.a. Franz Beckenbauer, den Kaiser).

    1. Zum erstenmal erlebt die FIFA einen direkt gegen ihre Macht, konkret die WM-Vergabemodalitäten, gerichteten, ganz breiten Protest in einem Land.

    2. So wie bei uns nur die CDU die Atomkraft und nur die SPD die Arbeitlosenversicherung abschaffen kann,so könnte nur eine fußballbegeistere Bevölkerung, wie die Brasiliens, die Macht der Fifa in ernsthafte Bedrängnis bringen.

    3. Ein frühes Ausscheiden Brasiliens würde den Irrsinn der brasilianischen Milliardeninvestionen für die WM den Brasilianern überdeutlich werden lassen und den Protest auf der Straße vermutlich explodieren lassen.

    4. Dieser Protest würde zur Hälfte auf die Fifa zielen. Die Fifa wäre danach nie mehr das, was sie vorher war.

    Die Fifa wird dies mit allen Mitteln verhindern. Der Fußball in der Form der Fifa ist, zumindest in ihrer Selbstwahrnehmung, und im Kontekt der Fußballmedienindustrie „TOO BIG TO FAIL“. Die Fifa zählt zu den Monstern unserer Zeit.

  16. Flo sagt:

    @Mario
    Da waren noch mehr Fehlentscheidungen, der Schiedsrichter war einfach schlecht.
    -Vor dem 3:1 meine ich ein Foul im Mittelfeld von Ramires gesehen zu haben … aber diese Szene ist vom brasilianischen Fernsehen vorsorglich nicht ein einziges Mal als Wiederholung gezeigt worden.

    -Olic angebliches Handspiel, wo er den Ball klar in Gesicht bekommen hat und dadurch eine relativ gute Chance verliert und es noch Freistoss für Brasilien gibt.

    – Alves kreuzt einmal Olic Laufweg so dass dieser sich selber in die Haken tritt und stürzt. MMn ein Foul gewesen, ebenfalls eine gute Chance gewesen.

    -Marcelo hat zwischendurch mal ne Gelbe Karte für Kroatien gefordet, was ja nach Regeln eine Gelbe nach sich zieht.

    Das sind nur die relativ klaren Fehlentscheidungen, ich hatte zwischendurch auch den Eindruck das er eher mal Foul für Brasilien als für Kroatien gegeben. Da Scolari aber ja nach der zehnten Wiederholung immer noch felsenfest davon überzeugt ist, das es auf jedenfall ein regulärer Elfer war, vielleicht hab ich das auch einfach alles falsch gesehen. ;-)

    Mexiko hat übrigens zwei Tore gegen Kamerun nicht anerkannt bekommen, wo man beim ersten noch sagen konnte ok, knapp nicht Abseits, Pech gehabt. Da weiss ich beim zweiten wirklich nicht was der Linienrichter da gesehen haben will, ich hab keine Ahnung warum da abgepfiffen wurde.

  17. blues sagt:

    @Fifa & VT

    Beckenbauers Sperre wir von Jens Weinreich, dem Fifakenner schlechthin, im Spiegel erklärt:

    http://www.spiegel.de/sport/fu.....75133.html

  18. dreiköpfiger Affe sagt:

    Ich sag ja nicht, die FIFA sei nicht korrupt. Aber die Leistung des Schiedsrichters in eine direkte, logische Kette von Korrjption und FIFA Willen zu stellen halte ich für etwas zu heftig. Das die Ansetzung des Schiedsrichters bewusst erfolgt ist (hat noch ne Rechnung offen) mag ich gerne Glauben, aber eine direkte Ansage die Gewinnen zu lassen, da sonst die Proteste im Land die WM zerstören, sehe ich nicht…falle beim Beweis des Gegenteils aber nicht aus allen Wolken ;-)
    Der Schiri war schlecht…aber auch nicht soo schlecht. Und wenn wir hier schon einzwlen Fouls raussuchen, diezugunsten von Brasil gefällt wurden, haben wir demnächwt bei jedem BuLi Spiel ne Menge zu tun…

  19. leoluca sagt:

    Klar, bei den spielentscheidenden Schiri-Pfiffen gegen Kroatien/für Brasilien gleich die Verschwörungstheorien auszupacken, ist mir auch zu vordergründig.

    Obwohl: man kann spätestens seit der WM in Fernost vor 12 Jahren Schiri-Bestechungen nicht mehr ausschließen, weil es sie dort nachgewiesenermaßen gegeben hat – und die Einflussnahme durch die schnelle Eingreiftruppe des FIFA-Bosses kennt sicher noch andere Wege als das profane Geld.

    Interessant finde ich, dass man der FIFA inzwischen fast alles zutraut – das war längst nicht immer so.

    Vielleicht erleben wir mit dieser WM in Brasilien sogar den Anfang vom Ende eines Systems „Fifa-WM“, das wir lange für normal hielten. Zerstört durch Profitgier, despotische Kontrolle, Korruption und kulturelle und soziale Ignoranz. Da steht plötzlich in Brasilien eine alte korrupte Kolonialmacht auf tönernen Füßen.

    Bei dieser WM wird die FIFA, zu deren Auflagen die Steuerbefreiung im Ausrichterland gehört, rund drei Milliarden Euro Gewinn machen; Brasilien wird derweil rund elf Milliarden investiert haben.

    Im Unterschied zu früher wird das nicht mehr stillschweigend hingenommen. FIFA fahr zur Hölle – dieser Slogan schmückt viele Proteste auf Brasiliens Straßen und Plätzen und zeigt der Weltöffentlichkeit an, dass man die schmutzigen Geschäfte der FIFA und ihre korrupte Verbandspolitik satt hat.

    Der Elektronikkonzern Sony hat als erster großer Sponsor der FIFA eine Aufklärung der Korruptionsvorwürfe um die geplante Weltmeisterschaft 2022 in Katar gefordert. „Als Fifa-Partner erwarten wir, dass diese Vorwürfe angemessen untersucht werden“, zitierte die Londoner Zeitung Sunday Times aus einer Erklärung des japanischen Elektronikkonzerns. Sony erwarte von dem Verband, dass er sich in allen Bereichen an seine Prinzipien von Integrität, ethischem Verhalten und Fairness halte.

    Blatter musste seine übliche Rede zur Eröffnung einer Weltmeisterschaft für letzten Donnerstag absagen, weil er befürchten musste, dass ihn die Zuschauer in Sao Paulo niederpfeifen würden.

  20. Torsten sagt:

    ich hatte zwischendurch auch den Eindruck das er eher mal Foul für Brasilien als für Kroatien gegeben.

    Ja, ich auch. Auch die bloßen Daten unterstreichen das. Herr Nishimura pfiff gegen Kroatien 20 Fouls, gegen Brasilien 5. Das ist schon krass in einem Spiel, dass keinesfalls rüde war. Oranje hat m.E. gestern deutlich bewusster „zugelangt“ als Kroatien, da ließ sich das ähnliche Verhältnis (18:5 Fouls) deutlich erkennen.

  21. blues sagt:

    Franz Beckenbauer, der Kaiser,hat jetzt Stadionverbot bei der WM. In welcher Gesellschaft sich die Bayern Granden wiederfinden, ist erstaunlich.

    Wobei in der Presse auch zu lesen ist, er hätte endlich nach Wochen jemanden gefunden der Englisch kann und im die Fragen der Etikkommission in die Deutsche Sprache übersetzt, so dass er sie nun endlich auch beantworten kann. Sehr skurill ist das alles.

  22. Flo sagt:

    Das mit Beckenbauer und der FIFA ist doch nur Dickköpfigkeit und Machtspiele alter Männer … und zwar auf beiden Seiten. Beckenbauer sagt in der Bild, er habe die Fragen in „Juristenenglisch“ vorgelegt bekommen. Da finde ich die Frage (wie sie auch immer formuliert war), dass man es ihm in deutsch vorlegt nicht so ungewöhnlich oder unangebracht. Grundsätzlich dürfte es aber für beide Seiten nicht so schwer sein einen Übersetzenden Juristen zu finden. Ich glaube beide Seiten wollten das einfach eskalieren lassen, um persönliche Animositäten auszuleben. Wobei „Ethik“-Kommission bei der FIFA ist ja sowiso ein Hohn an sich. ;-)

  23. leoluca sagt:

    Wenn die Ethik-Kommission der FIFA sich auf Druck der Öffentlichkeit und vor allem auf Druck der großen Sponsoren gezwungen sieht, so eine Fußball-Ikone wie den Kaiser zu überprüfen, dann kann man das doch eigentlich nur gut finden.

    Und zu klären gibt es einiges:

    Weshalb wurde Beckenbauer just nach der Entscheidung für die WM in Russland und Qatar im Dezember 2010, an der er als wahlberechtigtes Mitglied teilnahm, mit zwei ominösen Beraterverträgen ausgestattet.

    Der eine Vertrag machte ihn zum „Sportbotschafter“ des Verbandes Russischer Gasproduzenten. Der andere verband ihn als Berater mit der Hamburger Capital Holding, die eine Kooperation mit einem Schiffbau-Investmentfonds in Qatar betreibt.

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