Die Wetklo-Versicherung

Schalke verpflichtet Christian Wetklo und reagiert damit auf die Verletzung Fabian Giefers. Ein Deal wie eine Versicherung: Schalke bezahlt ein Ersatztorhüter-Saisongehalt und hofft doch, dass mehr nicht folgt, dass Ralf Fährmann durchspielt, dass Fabian Giefer bald gesund zurückkehrt. Eine Personalie, die ich vor einer Weile ganz anders erwartet hatte, die so aber auch nachvollziehbar ist.

Christian Wetklo hat noch die Saison 2012/2013 für Mainz 05 komplett durchgespielt und war ein solider Bundesliga-Torwart, bis er vergangene Saison als Nummer 1 abgelöst wurde. Nun ist er 34 Jahre alt. Als Sohn des Ruhrgebiets, in Marl geboren, kam er als 15-Jähriger zum FC Schalke 04, wurde hier ausgebildet, bis er irgendwann nach Mainz fand.

Eigentlich ein Mann wie gemacht für einen zweijährigen Karriereausklang als Nummer 2 auf Schalke, hinter Ralf Fährmann; hatte ich gedacht, bis die Verpflichtung Fabain Giefers dann doch offiziell wurde.
Mit einem derart starken Ralf Fährmann, wie wir ihn heute erleben dürfen, konnte Anfang 2013 niemand rechnen. Ziemlich offensichtlich wurde Giefers Verpflichtung damals bereits eingefädelt. Damals war völlig offen, wie die Torhüter-Zukunft auf Schalke nach dem auslaufenden Hildebrand-Engagement aussehen würde. Also kam es zum Torhüter-Doppel Fährmann/Giefer, was sich meines Erachtens nach einem zuviel der Kategorie „noch jung und Karriere machen wollend“ anfühlt. Nun kommt Christian Wetklo noch dazu.

Um nochmal zu spielen wechselte er von Mainz zu Darmstadt 98. Als dort die Hierarchie infrage gestellt wurde, wurde der Vertrag schnell wieder aufgelöst. Auf Schalke ist die Hierarchie klar, wenn auch unter anderen Voraussetzungen: Hier soll Christian Wetklo eigentlich nicht spielen. Aber Schalke sichert sich mit ihm ab, kann zur Not auf seine Erfahrung setzen. Und Wetklo ist für eine Saison im Kader des S04 bestmöglich untergebracht, verdient sein Geld, ist „zu Hause“ und kann sich in Ruhe überlegen, wie es mit ihm ab 2015 weitergehen soll.



9 Kommentare zu “Die Wetklo-Versicherung”

  1. dreiköpfiger Affe sagt:

    Ich finde das macht Sinn. Ist ein notwendiger Backupspieler. Einen 18jährigen für 3 Monate ohne Einsatzzeit auf eine Bank zu setzen statt in der Regio spielen zu lassen, halte ich auch für schlecht.

    Aber…wir diskutieren hier gerade:
    Was wird der wohl verdienen?! Ich weiß, das ist nur Spekulation und soll auch keine Neiddebatte sein.
    Ich sage, wenn der zu keinem Einsatz kommt, dann bekomt der 120.000 Euro p.a. mit dann üppigen Einsatzentschädigungen.
    Andere glauben, der kriegt mehr.
    Was meint Ihr?

    Affe

  2. Hanseknappe sagt:

    Was wohl Lukas Raeder jetzt denken wird?
    Die Bauern haben in auch schon wieder aussortiert und nach Portugal geschickt. Das liebe Geld lockt halt doch schon sehr…

  3. McP sagt:

    Was ist eigentlich mit Ferdinand Oswald aus der II.? Laut Goalimpact* wird Oswald 2018 zu den drei besten deutschen Torhütern gehören. Eine Statistik-Spielerei, keine Frage und vielleicht hat diese Statistik auch Schwächen wenn es in die Regionalliga geht. Andererseits hat Goalimpact durchaus häufig schon Entwickelungen gut prognostiziert. Oswald ist knapp 24. Wäre er da nicht der bessere Mann für die Bank? Kann seine Qualität hier jemand einschätzen?

    Und grundsätzlich: Bei aller Euphorie für Fährmann, aber das war bisher nur ein halbes Jahr. Giefer hatte auch mal ein super halbes Jahr. Ich möchte da noch etwas abwarten, bevor mein Vertrauen bei 100% ist.

    * http://www.goalimpact.com/2014.....-team.html

  4. Սաշա sagt:

    Ich, bzw. Transfermarkt.de, kann dir sagen was mit dem ist:

    http://www.transfermarkt.de/fe.....eler/58360

    Ich würde mal sagen: Wird wohl eher nichts mit der WM 2016. Der Wechsel zurück in die Regionalliga Österreichs spricht „tendenziell“ „eher“ gegen eine Nationalmannschaftskarriere. Und für uns ist er damit als Ersatzkeeper naturgemäß auch raus. Schließlich spielt er nicht mehr in unserer U23.

  5. Սաշա sagt:

    *WM 2018 muss es natürlich heißen, auch wenn ihm die zwei Jahre mehr wohl trotzdem nicht helfen werden.

  6. Chris sagt:

    Mal sehen, ob ihm seine königsblaue Luft das ehrgeizige Temperament zu Genüge abkühlt. Freue mich immer, wenn ein echter Typ mit Stallgeruch zur Mannschaft stößt. Bei Wetklo hoffe ich nur, dass er keinen Ärger reinbringt. Besonders pflegeleicht ist er wohl nicht.

  7. RWDJojo sagt:

    Besonders pflegeleicht ist er wohl nicht

    In Mainz und wahrscheinlich auch in Darmstadt hat man sich getrennt, weil es keine klare Hierarchie gab und Wetklo hoffte, Nummer 1 zu sein. Auf Schalke sind die Rollen klar verteilt und Wetklo ist wahrscheinlich einfach nur froh, wieder auf Schalke zu sein und eine Anstellung zu haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er Ärger macht. Und falls doch, dann muss er halt gehen.

  8. Սաշա sagt:

    Wetklo ist doch ohnehin nur als Übergangslösung gedacht, bis Giefer wieder fit ist. Dann wechselt Wetklo in den U23-Kader. Das ist alles so mit ihm besprochen. Ich sehe da nicht, wie er Ärger reinbringen könnte. Unter dieser Prämisse ist jedenfalls nicht zu erwarten, dass er irgendwelche Ansprüche stellt.

  9. blues sagt:

    Ich denke auch, dass er seine Rolle genau kennt. Neben seiner Backupfunktion, leistet er mit seiner Familiengeschichte höchstens noch einen schönen Beitrag zur Schalker Folklore. „Auf Kohle geboren“, überschreibt derwesten.de schon einen aktuellen Artikel zu Christian Wetklo.

    http://www.derwesten.de/sport/.....02414.html

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