Schalke vor Hannover … und vor China

Schalke 04 steht vor seinem Bundesliga-Saisonauftakt in Hannover. Prince und Klaas-Jan Huntelaar sind einsatzbereit, Jan Kirchhoff, Dennis Aogo und Atsuto Uchida sind mitterweile zwar wieder im Training, für Samstag sind sie aber noch keine Option.

Veränderungen in der Aufstellung wird es auf Grund der jetzigen Einsatzbereitschaft der Nationalspieler Julian Draxler und Benedikt Höwedes geben. Änderungen als Konsequenz aus der Enttäuschung von Dresden sind nicht geplant. Man wolle nun nicht alles schlechtreden.

Jens Keller geht davon aus, dass bei Hannover 96, abgesehen von einem Einsatz von Stürmer Joselu, alles beim Alten bleibt, und die Mannschaft mit der des Vorjahres vergleichbar ist.

In der Personalie Christian Fuchs, der weiterhin als möglicher Abgang gilt, gibt es nichts Neues. Nachbesserungen des Kaders wird es nicht mehr geben, man ist davon überzeugt, dass man mit diesem Kader die Ziele in den verbleibenden Wettbewerben erreichen kann.

Marketingvorstand Alexander Jobst gab unter der Woche in einem Interview mit dem Wall Street Journal Deutschland bekannt, dass Russland kurz und mittelfristig als Ziel der Schalker „Internationalisierungsstrategie“ auf Eis liege. Auch wenn man Sport und Politk streng voneinander trennen wolle, führten doch die politischen Ereignisse zu diesem Schritt. Ein aktives Marketing in Russland würde Schalkes Werten und Grundsätzen widersprechen. Das Sponsoring Gazproms habe mit diesen Entscheidungen zu den Eigeninitiativen des Clubs nichts zu tun, betonte Jobst.

Auch weil Schalke mit Hisense und Huawei gerade zwei asiatische Großkonzerne als Sponsoren gewinnen konnte, sieht Jobst nun Japan und China als erste Ziele der besagten Internationalisierungsstrategie. Möglicherweise wird der Elektronikhersteller Hisense seine Geräte demnächst mit Schalke-TV-App ausliefern. Huawei dränge hingegen in den europäischen Markt und will in naher Zukunft für ordentlichen Internet-Empfang in Schalkes Arena sorgen.

Für die Saison 2014/15 geht Alexander Jobst von einem Marketingumsatz zwischen 80 und 82 Millionen Euro aus. Selbstverständlich erzeuge das auch sportlichen Druck, gibt Jobst zu. Firmen wie Hisense und Huawei gingen selbstverständlich davon aus, mit Schalke 04 einen Champions League-Teilnehmer als Sponsoring-Partner gewonnen zu haben.

Parallel dazu beobachtete Tobias Jochheim für Die Zeit, wie normal und damit erfolgreich „Partner Gazprom“ auf Schalke geworden ist.



37 Kommentare zu “Schalke vor Hannover … und vor China”

  1. Der Hans sagt:

    Danke für den Hinweis auf das Jobst-Interview, das war bisher an mir vorbei gegangen.

  2. Hanseknappe sagt:

    @Torsten
    Danke für den Link zur Zeit, ist mir irgendwie durchgerutscht…

  3. francois04 sagt:

    Ich verstehe die Aufregung nicht?

    Warum muss immer alles in irgendeiner Weise verquickt werden? Wenn das Weltgeschehen und insbesondere die kriegerischen Auseinandersetzungen auf unserem Planeten alle auch immer auf das Sponsoring des Sportes (und ich meine nicht nur des Fußballs) bezogen werden, dann dürften viele Sponsoren nicht mehr berücksichtigt werden.

    Aber vielleicht wäre das gar nicht so schlecht? Einfach diese ganzen finanziellen Unterstützungen wieder streichen. Dann gäbe es möglicherweise auch wieder andere sportliche Verhältnisse.

    Und bevor jemand nun bezüglich meiner Sponsorenargumentation abwinkt. Ist allen immer bekannt und bewußt, wo multinationale Sponsoren (die ja auch das große Geld bringen) in der Wirtschaft ihre Verknüpfungen haben? Und womit Oligarchen und Scheichs, die ihr Geld in den Fußball stecken, handeln?

  4. Torsten sagt:

    @francois04

    Erkennst Du denn die Diskrepanz zwischen den Punkten …

    – Gazprom als prima Partner darstellen
    – Sport und Politik streng voneinander trennen wollen
    – Ein Engagement in Russland als unvereinbar mit den Werten und Grundsätzen
      des S04 erklären

    ?

    Falls ja finde ich das Drama eigentlich selbsterklärend.

  5. Maddin sagt:

    Aus langfristigen Sponsoringverträgen kann man nicht mal eben aussteigen. Man könnte sich freikaufen. Wie schwer es ist sich von einem ungeliebten Partner zu trennen hat die Viagogo-Posse eindrucksvoll bewiesen.
    Hoffen wir mal, dass sämtliche Tochter-Cousin-Schwippschwager-Firmen der Evonic-Gruppe koscher sind und in der nächsten Dekade bleiben. Das sind dann nämlich keine Sponsoren sondern Miteigentümer der Schwattgelben.

  6. der grafschafter sagt:

    @Torsten
    warum jetzt dieses fass aufmachen?
    gazprom war uns immer ein verlässlicher partner.
    sport und politik?!
    wer kann schon da die wahrheit genau rausarbeiten?
    aber klar, diskutieren kann man alles.
    eins nur, was ich gehört habe (stimmt das?) hat gazprom ewig lange
    der ukraine gas extrem unter weltmarktpreis gegeben.
    von mir aus kann die mv auf schalke darüber abstimmen, symbolisch. dann hat man ein stimmungsbild.
    ich denke, es ist ein zu weites feld.

  7. francois04 sagt:

    @Torsten

    *****

    „@francois04

    Erkennst Du denn die Diskrepanz zwischen den Punkten …
    – Gazprom als prima Partner darstellen
    – Sport und Politik streng voneinander trennen wollen
    – Ein Engagement in Russland als unvereinbar mit den Werten und Grundsätzen des S04 erklären ?“

    *****

    Ich erkenne in unserer heutigen Gesellschaft sehr viel Widersprüchlichkeit, Inkonsequenz, Unehrlichkeit, Abhängigkeit und Ignoranz (Unwissenheit).

    Es wird viel erzählt, versprochen, geschwafelt und schon kurze Zeit später kann alles, nach dem Motto: Was stört mich mein Geschwätz von gestern! revidiert werden. Die Halbwertzeit von Versprechungen, Absprachen und Vorsätzen nimmt immer mehr ab.

    Ich spüre in mir, dass mir die Lust am Sport, die Liebe zu meinem Verein aus meiner Heimat immer mehr verleidet wird. IN mir entstehen Zweifel, die mich schon überlegen liessen, ob ich meine Dauerkarten (S4) weiterhin behalte, ob ich mich ganz vom Fußball abwenden soll.

    Ich fühle mich betrogen. Betrogen von der FIFA (ohne Aufzählung der Gründe), betrogen und über den Leisten gezogen von DFB und DFL (fast kein frei empfänglicher Fußball mehr im öffentlich rechtlichen Fernsehen – nur noch Pay-TV)und betrogen (nein … eher für dumm verkauft) von meinem Verein, der ständig Durchhalteparolen vermittelt.

    Warum kann man heutzutage nicht mehr zu seinem Mißerfolg stehen, warum nicht auch einfach mal nur der 10. oder 12. beste sein.

    Warum müssen wir uns mit teuren Spielern verstärken, derweil in unser eigenen Jugend (dank hervorragender Jugendarbeit) super Material nachwächst?

    Und nun schliesse ich den Kreis.

    Warum müssen wir Millionensponsoren haben, die am Ende wegen ihrer Existenz diese Diskussionen aufwerfen? Völlig überflüssige Diskussionen! Denn je mehr Geld ein Sponsor in einen Verein investiert um so größer ist sein Interesse irgend ein Ziel damit zu erreichen.

    Gäbe es Gazprom nicht, dann würde unser Verein versuchen sich einen anderen dicken Fisch aus dem Teich zu angeln …..

    oder den Verein verkaufen. Gerade so wie der FC Bayern (AUDI, Telekom, etc) oder unsere Dortmunder Freunde (AG)!

    Wollen wir das?

    Es gäbe viel zu sagen und um ehrlich zu sein, könnte ich mich Stunden darüber ereifern. Aber dann denke ich: Wenn so viele Menschen das Problem nicht erfassen / erkennen, warum soll ich mich dann darüber aufregen. Die Masse interessiert das nämlich gar nicht. Die interessiert nur, dass es genügend Bier in der Arena gibt und das sie gebetsühlenartig immer wieder die gleichen (wenig gehaltvollen) Gesänge wiederholen.

    Früher war das anders (ja, ich bin ein alter Knacker) und auch schöner.

  8. francois04 sagt:

    Mist, hatte meine Fehler noch korrigiert. Hat aber scheinbar nicht funktioniert! Sorry :-(

  9. Eigenart sagt:

    Es gibt noch andere Bundesliga-Sponsoren, auf die man bei näherer Betrachtung alles andere als stolz sein kann. Ich denke da z.B. an Wiesenhof und seine Hühner-KZ. Und auch Evonik ist unter Umweltschutzgesichtspunkten nicht gerade ein Traumpartner für einen Ruhrgebietsverein. Evonik hat gemeinsam mit RWE die Mingas-Power gegründet (Zweck des Unternehmens: Fracking). Claims unter Lünen und Bergkamen sind bereits abgesteckt.
    Der BvB hätte bekanntlich auch gern die Deutsche Bank ins Boot geholt. Die gilt u.a. als Hauptfinanzier der Atomkonzerne im In- und Ausland.
    Damit will ich die Politik von Gazprom nicht beschönigen. Aber man muss sich im Klaren sein, dass kein Großkonzern ethisch einwandfrei ist und alle durch Sportsponsoring versuchen, Ihr Image aufzubessern.

  10. Ney sagt:

    Welche Rolle Gazprom spielt, ist doch sattsam bekannt. Wenn Dortmund oder Bayern oder Bremen die zum Sponsor hätten, würden wir ihnen diese Drecksfirma unablässig unter die Nase reiben. Soweit einkaufen muss man sich nicht lassen, dass man krampfhaft nach Argumenten zur Verteidigung von Gazprom sucht. Widersprüche („Schalke gut, Schalkes Partner schlecht“) lassen sich zur Not auch mal aushalten.

    Egal. Was aktuell das Interessante ist, hat doch Torsten nochmal herausgearbeitet: Jobst muss (?) zum einen sagen, dass und warum Schalke sich einstweilen von Engagements in Russland distanziert, zum anderen, dass und warum man sich vom Engagement mit Gazprom nicht distanziert. Da befindet sich der Verein in einer ausgesucht delikaten Lage, wie es scheint. Auf weitere Übungen in Jongleurskunst darf man gespannt sein.

  11. blues sagt:

    Warum immer nur Gazprom mit Schalke in die kritische Berichterstattung gerät und nicht auch die Arbeitsbedingungen und Hungerlöhne der Zulieferer von Adidas und Puma ist sehr ärgerlich.

    Die Situation um Gazprom und Rußland ist vielschichtig und pardaox.

    Mir ist nicht klar warum sich Schalke aktuell zu Russland oder Gazprom erklären soll, während gleichzeitig die US -Frima Exxon mit einem russischen Partner in Russland nach Öl bohrt:

    http://www.tagesschau.de/wirts.....t-101.html

    oder eine US-Firma aktuell Raketenteile aus Russland bezieht.

    http://www.spiegel.de/wirtscha.....87235.html

    Das Torsten zur Beleuchtung der Situation des Schalker Sponsors auf „Zeit“ Journalisten zurückgreift, wundert mich auch ein wenig.
    Es gibt doch genug Berichte zu deren tendziöser Berichterstattung zu russisch-amerikanischen Themen in den Zeitungen. Seit der Zeit-Herausgeber Josef Joffe gegen eine Sendung der Satiresendung „Die Anstalt“ juristisch vorgeht, in der dieser mit seinem Amerikanetzwerk schlecht wegkommt, kann man doch die politische Absicht der ZEIT leicht durchschauen.

    7 Minuten Satire von „Die Anstalt“ hilft zu einem klaren Blick.

  12. ReinerEdelmann sagt:

    Fast alle Großunternehmen haben – unter unterschiedlichsten Gesichtspunkten – „Dreck am Stecken“.

    Dennoch: Man kann doch Gazprom nicht mit Adidas oder Puma vergleichen! Ich werde hier nun keine Links zu den dunklen Machenschaften von Gazprom einstellen – diese finden sich _überall_.

    @francois04 und grafschafter,

    Aua!

    Wie oben bereits gesagt, als Schalker müssen wir aushalten können, das wir den miesesten Sponsor überhaupt haben; das Fass mit Clemens will ich an dieser Stelle erst gar nicht zusätzlich aufmachen. Schalkig!

  13. malte sagt:

    Natürlich wird man bei allen als Groß-Sponsor in Frage kommenden Unternehmen Dinge finden, die man kritisieren kann. Sonst würden sie sich wahrscheinlich nicht die Position erarbeitet haben, die sie zum Groß-Sponsor befähigt. Dennoch finde ich, dass man mit Gazprom (und auch mit den werbewirksamen Trainingslagern in Katar) ganz tief in die Scheiss-Sponsor-Kiste gegriffen hat. Zu tief meines Erachtens, da kommt kein Wiesenhof, RWE und Evonik dran. Und selbst wenn sie es täten, dann müsste man dort eben genauso kritisieren. Es entlastet uns ja nicht, dass andere auch scheisse sind (auch wenn das immer wieder gerne als Argument genommen wird).

    Wie Ney schon sagte, deshalb muss man ja auch nicht gleich Schalke als Ganzes ablehnen. Aber ich halte es zumindest wie Torsten und kaufe und trage keine Artikel mit Gazprom-Aufdruck. Haha, nehmt das!:)

    Apropos: Gibt es eigentlich irgendwo aktuelle Trikots ohne Sponsor-Aufdruck zu erwerben?

  14. Eigenart sagt:

    @blues,
    danke für den „Anstalt“-Link. Großartig!

  15. Սաշա sagt:

    Schön, wie an dieser Stelle einmal mehr Gazprom relativiert wird. Ein Instrument, mit dem Russland Krieg führt und ganze Länder erpresst. Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal schreibe, aber mittlerweile kann ich voller Überzeugung schreiben:
    Ich würde Schalke lieber als AG in den Händen eines nicht-faschistischen Investors sehen, als mit dem Haus-und-Hof-Unternehmen eines faschistischen Staates auf der Brust (übrigens ganz unabhängig von der Ukraine-Geschichte – wer da die größeren Faschisten sind, sollen andere unbestechliche Quellen klären, wie beispielsweise die europäische Presse. Die macht auf mich einen unheimlich differenzierten Eindruck in diesem Kontext…).

  16. StanLibuda sagt:

    Mahlzeit!

    @Malte
    http://www.schalke-trikots.de
    Ich habe da mal vor Jahren ein Trikot bestellt und
    hoffe, daß die Seite noch aktuell ist.

    Ansonsten:
    „Den Papp‘ auf“ habe ich jetzt nach dem Interview im
    Wall Street Journal.
    „1000 Freunde, unzählige Kumpel; Schalke, wir leben dich!“

    Bei diesem Marketingeschwätz wird mir übel.

    Von mir gibbet nur noch die Dauerkarte, besaufen kann ich
    mich vorm Spiel. Der/die Kioskbesitzer braucht dat Geld dringender.
    Und ich mache auch keine Werbung für die russische Staatsmafia.
    Fleisch vom „Turbokapitalisten“ kommt mir eh nicht ins Haus.
    Es gibt genügend Metzger „auf dem Land“, die schlachten selbständig.
    Vom „Chinesenkram“ versuche ich auch abzukommen. Allerdings
    ist es sehr schwierig Produkte zu bekommen, die nicht in „PRC“
    hergestellt wurden.

    Kapitalisten sind nur an einer Stelle zu bekommen (es hilft
    keine RAF, keine Demos etc): Im Portemonaie!

    In diesem Sinne
    Friede den Hütten! ;)

  17. StanLibuda sagt:

    Übrigens,

    heute ist die russische Staatsmafia völkerrechtswidrig
    mit einem angeblichen Hilfskonvoi in die Ukraine „einmarschiert“.
    Ich halte Putin nicht für einen Faschisten, umzu, der ist
    einfach nur kriminell.

  18. Ney sagt:

    Wenn es wegen der politischen Verhältnisse äußerstenfalls zu einer Auflösung des Gazprom-Deals kommen sollte, dann stellen alle Mann wohl schonmal besser ihre Argumentationskärtchen zum Thema „pro und contra Auslagerung des Schalker Spielbetriebs in eine Kapitalgesellschaft, zwecks Geldbeschaffung“ zusammen…?

  19. Սաշա sagt:

    @Schten:

    Ich meine auch nicht nur Putin. Ich meine den gesamten russischen Staat – der natürlich durch den „starken Mann“ Putin überaus gut verkörpert wird.

    Ich meine etwas, was ich in gewisser Weise der Sowjet-Mentalität zuschreibe, einfach deshalb, weil es sich nicht auf Russland beschränkt, sondern fast ausnahmslos in allen ehemaligen Teilstaaten der UdSSR zu finden ist:
    Irgendwer, der nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion mit etwas bodenständigem wie Toiletten- oder Schuheputzen reich wurde – nein, nein! Das hatte niemals mit illegalen Waffenschiebereien zu tun! – erkauft sich mit seinem Geld und seiner Korruptionskette, den Platz des „starken Mannes“. Dieser wird aus irgendeinem Grund in beinahe allen dieser Länder gebraucht, jedenfalls wenn man große Teile der jeweiligen Bevölkerungen befragt.

    An der Spitze angekommen, werden erstmal die politischen Gegner (also die, die leider nicht reich und/oder korrupt genug waren) kriminalisiert, verhaftet oder wenigstens verprügelt und wenn es sein muss auch ganz „entsorgt“. Die Presse wird gleichgeschaltet, wer es wagt kritisch zu schreiben oder anderweitig seiner Kritik öffentlich Ausdruck zu verleihen, wird ähnlich behandelt wie die politischen Gegner. Ebenso wird behandelt, wer offen einen nicht konformen Lebensentwurf lebt.

    Genau das ist Faschismus, von mir aus eben kein „lupenreiner“, aber im Grunde ist Putin ein ganz gewöhnlicher Faschist in alter Sowjettradition. Daran ändern auch Wahlen nichts. Natürlich ist das alles nicht mehr so plump wie noch vor einigen Jahrzehnten. Viele Pseudo-Freiheiten scheinen das auf den ersten Blick zu entschärfen. So gibt es zumindest auf dem Papier eine freie Presse, die erstmal schreiben kann, was sie will (zumindest bis ein Journalist dem falschen auf die Füße getreten ist). Aber im Ergebnis ist der Unterschied nicht so gravierend und der Faschismus-Vorwurf leider nicht so fürchterlich weit hergeholt. Das schließt natürlich nicht aus, dass die politischen Protagonisten daneben auch noch Verbrecher sind. Viele von ihnen sind schließlich überhaupt erst durch zwielichtige Geschäfte (wie „Toiletten putzen“ etc.) zu Geld und Macht gekommen.

  20. Maddin sagt:

    Ach Gott, bevor ich mich aus dieser pitoresken Diskussion hier ausklinke: reden wir hier noch über Fussball oder über politische Weltbilder?
    Sportlich sei gesagt:we are part of the fucking game. Mit allen möglichen Konsequenzen.

    Politisch würde ich wirklich gerne zu einer Tiefendiskussion einladen, was allerdings nicht hier her gehört. Feststellen möchte ich allerdings dass auch in diesem geschätzten Blog offensichtlich einige im Kalten Krieg hängen geblieben sind und nationalistische Motive – ob berechtigt oder unberechtigt – dem Faschismus gleichsetzen weil: die bösen Russen kommen. Passt auf eure Frauen auf. Marodierendes Kommunistengesocks welches jedes Instrument nutzt um unsere Säfte zu flouridieren.
    Ob da Anfang der Neunziger irgendwelche Abramowitchs etc die russische Bevölkerung, den russischen Staat etc um Bodenschätze und ganze Teile Staatseigentums betrogen haben um sich Chelseas als Spass zu gönnen….geschenkt. Das der Staat Russland Uno-Raketen in der Türkei als selbstverständlich hinnehmen muss….is doch klar. Sind doch alles kleine Gorbis und lustige tanzende Jelzins….. das da jetzt ein Putin sich erdreistet. …….

    aber das führt zuweit und gehört nicht hierhin!

    Reden wir jetzt wieder über Fussball? Denn damit erhoffe ich mir eigentlich für ein paar Stunden pro Woche dieser weltpolitischen Farce zu entfliehen.
    also: Peace! Der Ball rollt wieder.

  21. Սաշա sagt:

    Ja gut, offensichtlich keine Ahnung von der Sache und schön weiter relativieren. Wir sind halt einfach part of the game. Da muss dann eben auch alles erlaubt sein, was irgendwie Geld reinspült.

    Wo unterstelle ich eigentlich die erwähnten nationalistischen Motive, wenn ich z.B. die allseits bekannten Unzulänglichkeiten in Sachen Presse- und Meinungsfreiheit anprangere?
    Die Stelle, an der ich das Gebären der NATO-Staaten gegenüber Russland als positiv einstufe, konnte ich in meinem Beitrag übrigens genauso wenig finden. Es war dem Autor wohl einfach ein Bedürfnis darauf hinzuweisen, dass er auch mal was gelesen hat. Meinen Glückwunsch hierzu! Leider hat das mit meinem Beitrag wenig zu tun, der sich größtenteils am innenpolitischen Russland abarbeitet.

    Schöner Reflex übrigens und immer wieder gerne gelesen: Ist doch nur Fußball. Lasst uns doch einfach über Fußball reden. Fußball ist unpolitisch. Nee, ist er nicht (zeigen aktuell auch die möglicherweise drohenden europarechtlichen Konsequenzen aufgrund der Aufwendungen öffentlicher Gelder für finanziell bedrohte Profifußballvereine in Deutschland), war er nicht und er ist es erst recht nicht, wenn man Gazprom auf der Brust spazieren trägt. Aus der Nummer kommt man auch nicht mit dem billigen Alltagsflucht-Argument.

    Man kann sich gerne mit allem abfinden. Mit wirklich allem. Dann muss man sich um gar nichts mehr Gedanken machen. Aber es ist nochmal ein ganz anderer Schritt, wenn man alles relativiert und gerechtfertigt wissen will. Das wird nicht passieren. Auch nicht, wenn andere genauso schlimme, fast so schlimme, 0,1% schlimmere oder sogar die schlimmsten Sponsoren haben. Selbst wenn der BVB ab morgen mit einem noch zu gründenden Tourismusprogramm des Islamischen Staates als Sponsor („vISit!“ wäre nett) auftreten würde, wäre unser Werben für Gazprom dadurch nicht einmal ein winzig kleines bisschen besser.

  22. der grafschafter sagt:

    unfassbar.schlimmer geht nimmer.
    wie einfach ist das doch : hier die bösen , da die guten.
    habt ihr in geschichte wirklich aufgepasst oder wart ihr nur in sport und musik gut?
    diese diskussion gehört m.e. nicht hierher. sie muss unglaublich tief,
    mit sachverstand und ohne schaum vorm mund geführt werden.
    da verstehe ich auch den autor nicht!

  23. StanLibuda sagt:

    Unfaßbar ist nur, daß Du anfängst persönlich zu werden.

  24. Սաշա sagt:

    @der grafschafter: Jaja, in Geschichte nicht aufgepasst… Du hast wohl eher beim Lesen nicht aufgepasst. Ich schreibe nicht über Vergangenheit, sondern über Gegenwart und werte auch nicht zwischen Ukraine und Russland in „gut“ und „böse“. Das sind Kategorien, die ich in diesem Kontext – wie oben geschrieben – den westlichen Medien und einfacheren Gemütern überlasse.

    Aber bitte, erkläre uns doch einfach, wie man dieses Thema unglaublich tief und unglaublich richtig – aus der Laiensphäre heraus beurteilt – diskutieren soll und muss. Könnte amüsant werden.

  25. Dropkicker sagt:

    Totalausfall ist seit einem Jahr Princess Boateng. 10 Millionen um ein bisschen Last von den Schultern der jungen Spieler zu nehmen, insbesondere vom überforderten Draxler, war okay, aber langsam muss er auf die Bank. Sportlich ist das mittlerweile konstant indiskutabel, vom Leitwolf ist auch nichts mehr übrig, und es schält sich der wahre Kern heraus. Ein halbes Jahr bei Milan ein paar schöne Pässe auf Ibrahimovic gespielt, das war auch das einzig erwähnenswerte in seiner Vita, neben dem Ballack-Foul. Leider befürchte ich, dass Keller nicht die Eier hat ihn auf die Bank zu setzen.

    Auf jeden Fall wird’s jetzt richtig lustig, die Presse legt schon los: Schalke-Debakel, Krise, Kellerschock usw. usf.
    Last Exit Bayern, mit einem Sieg ist alles weggewischt, bei einer Niederlage brennt die Geschäftsstelle endgültig. Sieht nicht gut aus.

  26. McP sagt:

    Wenn Leverkusen das gerade Gezeigte halbwegs durch die Saison bringt, kann Schalke noch 50 Mio in Spieler investieren und hätte nicht den Qualitätszuwachs, den alleine Roger Schmidt gebracht hat. Meine Fresse würde dem Schalke zu Füßen liegen für einen derart aggressiven und engagierten und selbstbewussten Stil. Kann gar nicht glauben, dass so eine Änderung mit nur einer Vorbereitung möglich ist.

  27. hellwach sagt:

    …Übergangsjahr… *gähn*

  28. Maddin sagt:

    @McP

    auf
    den
    punkt
    gebracht!

    und soll noch einer sagen in Leverkusen hätte man ja ach soviel Geduld. Aber bitte, abgerechnet wird am Ende der Saison. Gucken wir uns weiter diesen unmotivierten Sch*** an, blamieren uns 2x geben die Bayern und im Derby, kommen mit hängen und würgen auf Platz 4, treten weiterhin auf der Stelle und geben dem Trainer Zeit hier was aufzubauen.
    wenn jemand erkennt was da aufgebaut wird lasst es mich wissen. Bis dahin träume ich davon was unsere goldene Generation leisten könnte wenn jemand ne Idee hätte…

  29. Maddin sagt:

    Nobbi Elgerts Jugendarbeit opfern um ihn als Profitrainer zu installieren? Langsam könnte ich bereit sein dieses Wagnis einzugehen.

  30. blues sagt:

    @McP; @maddin

    Wenn Leverkusen das gerade Gezeigte halbwegs durch die Saison bringt,…

    Solch ein Pressing? Solch ein Kampf? Über eine ganze Saison?

    Unmöglich.Niemals im wirklichen leben. Högschdens auf der Playstation.
    Nach 20 Spielen wäre jede Mannschaft komplett durch!
    Hoffe die machen so weiter. Sie wären, in der 2. Runde der englischen Wochen und spätestens in der Rückrunde, kein Gegner mehr.

    Das ändert natürlich erstmal nichts an dem fast hoffnungslosen Kick unserer Mannschaft.

  31. Simon sagt:

    Ich befürchte eine wirklich bittere Hinrunde, in der wir natürlich auch noch unsere Punkte machen werden, aber wohl zusehen müssen, wie sich andere Teams (z.B. Bayer) eine ganze Menge Punkte Vorsprung erarbeiten werden.

    Wenn es so kommt, bleibt wieder mal nur die Hoffnung auf die Aufholjagd in der zweiten Saisonhälfte. Mag man jetzt verrückt finden, nach zwei Pflichtspielen den groben Verlauf der Saison skizzieren zu wollen, aber mir kommt das alles inzwischen nur schon viel zu bekannt vor, als dass ich eine grundlegend positive Veränderung erwarten könnte.

  32. DeepBlue sagt:

    Im Prinzip ist der Gazprom-Deal doch intelligenter politischer Widerstand:
    Wir schwächenden den russischen Staat, indem wir seinem Gasproduzenten Kapital entziehen! ;-)
    Ich kenne zumindest niemanden, der Gazprom-Gas bezieht.

    Spieltag 1: Yeah – wir stehen in der Tabelle vor den Lüdenscheidern! Das ist doch unser eigentliches Ziel, oder?

    Glück Auf!

  33. klopenner sagt:

    Kolasinac hat übrigens einen Kreuzbandriss. Also würde ich mal tippen, dass Fuchs doch bei uns bleibt, sonst müssten wir für links nochmal aktiv werden. Oder vielleicht kommt Keller ja auch auf die grandiose Idee den Löw zu machen und Höwedes auf die linke Seite zu stellen.
    Angst und bange wird mir jedenfalls mit Blick auf das Spiel gegen die Bauern. Falls Aogo noch nicht reif für die erste Elf sein wird, spielt Fuchs gegen Robben…das könnte spaßig werden…

    Die Verletzungsseuche reißt also definitiv nicht ab.

  34. Simon sagt:

    Das Bayernspiel wird in jedem Fall richtungsweisend. Wenn wir das gewinnen, kann das Auftrieb geben und die ersten zwei Niederlagen sind dann erstmal vergessen (auch wenn man sich dann natürlich erst recht fragen müsste, wie das sein konnte), wenn wir es (wohl erwartungsgemäß verlieren), dann rutscht die Stimmung nach zwei Spieltagen so richtig ab.

  35. Torsten sagt:

    Wenn Leverkusen das gerade Gezeigte halbwegs durch die Saison bringt, kann Schalke noch 50 Mio in Spieler investieren und hätte nicht den Qualitätszuwachs, den alleine Roger Schmidt gebracht hat. Meine Fresse würde dem Schalke zu Füßen liegen für einen derart aggressiven und engagierten und selbstbewussten Stil. Kann gar nicht glauben, dass so eine Änderung mit nur einer Vorbereitung möglich ist.

    Ist es auch gar nicht. Egal, was anderswo passiert. Es gehört zum Wissen eines jeden, der nicht sofort nach einer Niederlage „Trainer raus“ brüllt, dass eine Entwicklung und ein ein Trainer Zeit braucht, dass „es“ daran liegt auf Schalke, dass ein Trainer nie Zeit hat.
    Und überhaupt, Roger Schmidt, wenn Horst Heldt Deinen Kommentar liest, zeigt er Dir die Krallen. Schließlich hat Schmidt nichts erreicht, wie Heldt weiß. Meister in Österreich zählt nichts und auch international kommt er nur auf ein gutes Match gegen Amsterdam. Vollkommen ungerecht, ihn vor oder nach einem Spiel mit Leverkusen zu „glorifizieren“.

  36. leoluca sagt:

    Kralle Heldts Kabinengeflüster war vermutlich seine letzte Gelegenheit, so einen auf dicke Hose zu machen – gegenüber der clubinternen Kritik und der sportlichen Konkurrenz. Bereits gestern war außer ein paar knappen Durchhalteparolen nichts zu vernehmen. Nimmt man die Aussagen Kellers nach dem Spiel hinzu (68-Minuten-Plan, schon Großes geleistet) könnte man vermuten, die beiden rechnen bereits mit dem Schlimmsten.

  37. McP sagt:

    blues, da wäre ich mir nicht so sicher. RB Salzburg hat das immerhin zu 80% der letzten Saison so durchgezogen, inkl. internationaler Belastung. Ja, ich weiß, nur Österreich. Aber andererseits, obwohl es national keine Konkurrenz gab, haben sie das intensive System jedes Spiel auf den Platz gebracht. Die Spieler haben es nicht einfach mal locker angegangen, weil sie ja eh gewinnen würden, sondern sind dem System und Trainer bedingungslos gefolgt.

    RB Leipzig hat dieses System auch die komplette Drittligasaison durchgezogen, immerhin 38 Spieltage plus Pokal mit Spielern die hauptsächlich aus der dritten Liga abwärts rekrutiert wurden. Klar bleibt die Entwicklung von Leverkusen abzuwarten. Ich habe ja selber oben diese Einschränkung gemacht. Aber sie werden in der Bundesliga nicht in jedem Spiel bis zu 95. Minute Vollgas geben müssen. Etliche Spiele sind vorher entschieden. Von daher brauchen sie also auch keine ganze Saison jeweils 90 Minuten durchhalten.

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