Das „Naja-Erstmal-Aber“-Debüt

Beim Debüt von Trainer Roberto Di Matteo gewinnt Schalke 04 gegen Hertha BSC mit 2:0. Ein tolles Ergebnis nach einem eher langweiligen Spiel. Im Stadion war man sich sowohl darin einig, gute Ansätze gesehen zu haben, als auch in der Hoffnung, dass es wirklich nur Ansätze waren.

Da war er nun, der neue Coach, und das Schalker Volk war neugierig und interpretationswütig. Schon als er den Arena-Innenraum betrat. Anzug oder Trainingsklamotten? Anzug, aber ohne Schlips! Ein Mann schwacher Kompromisse, dieser Di Matteo? Ein Trainer für Chelsea-Champions League-Gemauer? Mehr Taktikriese als Jens Keller? Kommunikator, Motivator oder doch nur Moderator?

Es ließ sich gut an, in der Anfangsphase. Schalke öffnete wiederholt mit Diagonalpässen das Feld, erspielte sich gute Chancen. Um mich herum machte sich Zufriedenheit breit. Schalke ging in Führung, Coach Di Matteo zuckte nur kurz mit den Fäusten und ordnete gleich wieder seine Mannschaft. Überhaupt, dass er fast 90 Minuten am Rand seiner Coaching-Box stand und dirigierte, mochte man um mich herum.

Dass er im Verlauf des Spiels vor allem die Defensive dirigierte, forderte allerdings flott das eine oder andere „Naja“ heraus. Man wollte ja nicht moppern, erst recht nicht nach dem 2:0, aber schön war das nicht, bemerkten nicht wenige. Gut, er trägt Anzug, aber wenn Schalke nun immer so spielen würde, dann wäre das ja wohl auch nix.

Tatsächlich tat Roberto Di Matteo lediglich wie angekündigt. Schon in der ersten Pressekonferenz sagte er, dass man zunächst die Probleme in der Defensive angehen müsse. Schalkes große Schwäche in der bisherigen Saison war das Umschalten in die Defensive nach Ballverlust. Gegen Hertha kam Schalke stets schnell hinter den Ball. Man formierte sich in zwei Viererketten, ähnlich wie unter Jens Keller, aber enger gestaffelt. Benni Höwedes zeigte sich als Abwehrchef und hielt seine Nebenleute wiederholt zum Aufrücken an, sorgte dafür, dass Lücken geschlossen wurden.

Dieser Kompaktheit wurde das Offensivspiel untergeordnet. Nach guter Anfangsphase war Schalke den Großteil der Spielzeit mit der defensiver Kontrolle des Spiels beschäftigt. Sehr erfolgreich. Zwar schoss Berlin noch einige Male aufs Schalker Tor, in der Regel aber aus der Distanz. Die Qualität dieser Herthaner „Chancen“ war niedrig, Schalke lies dem Gegner im eigenen Abwehrdrittel keinen Raum.

Dass das Spiel nicht „spektakulär“ war, dass die Spielweise noch verbessert werden kann, räumte Roberto Di Matteo nach Abpfiff selbst ein. Dass er sich und seine Mannschaft für diesen ersten Erfolg nicht vorbehaltlos bejubelte ist schön und macht Hoffnung. Nach der 1:4 Niederlage gegen Mönchengladbach bemerkte Eric Maxim Choupo-Moting, dass man die vorhandene Qualität nicht auf den Platz bekäme, dass man „bei den Basics anfangen“ müsse. Damit hat Roberto Di Matteo nun begonnen. Wohin das führt bleibt abzuwarten.



26 Kommentare zu “Das „Naja-Erstmal-Aber“-Debüt”

  1. Netsmurf sagt:

    Jens Keller hatte 22 Monate Zeit, der Mannschaft seinen Stempel aufzudrücken. Geben wir jetzt RdM auch ein wenig Zeit.

    Einige Ansätze (Boateng wieder im Zentrum) sehen „gewollter“ aus, insumme war es aber kein schönes Spiel. In der 2. Halbzeit tat der Schiri sein übriges dazu, das der Spielfluß noch weiter abnahm. Höhepunkt in Halbzeit 2 war ja schon fast der Einsatz des Freistoßsprays – zumindestens gemessen an dem Applaus vom Knappenpublikum.

    Die Spieler haben früher unter Keller bei solchen Spielen eine Lethargie im Stadion vermittelt. Diese war gegen die Hertha so nicht wahrnehmbar. Ob das nur dem Effekt des Trainerwechsel geschuldet war, oder den ersten Maßnahmen von Roberto die Matteo geschuldet ist, sehen wir in den kommenden Spielen.

    Eine bessere Beurteilung werden wir wohl erst zu Beginn der Rückrunde vornehmen dürfen/können.

    Und zum Thema Coaching-Box, Roberto di Matteo war da sicherlich aktiv, aber das habe ich bei Jens Keller im Derby auch so wahrgenommen. Auch hier bin ich gespannt, was die Zeit da mit sich bringt.

    Ich bleibe bei meinem ersten Fazit: Es sind positive Ansätze erkennbar, nicht mehr und nicht weniger!

    Daher bin ich verhalten optimistisch und freue mich am Samstag auf die Bayarena. Der Streik der Bahn ist ja für 7 Tage vorerst beigelegt.

  2. blues sagt:

    Ich habe mal nachgezählt…

    Roberto di Matteo schickte insgesamt ACHT defensive Spieler auf den Platz. Jeder Spieler, der noch oder auch schon wieder laufen konnte und in seiner Karriere schon mal „hinten drin“ gespielt hatte, war dabei.

    EIN Torwart (Fährmann),

    FÜNF Verteidiger (Uchida, Höwedes, Ayan, Fuchs, Aogo)

    ZWEI Sechser (Neustädter, Boateng – oder hat jemand gesehen dass Prince viele Aktionen in der Offensive hatte?)

    Disziplin, gute Organisation, Drecksspiel – nenne es wie du willst, ich sage es war reinster Beton.

    Nicht das ich finde, Röbi hätte dabei auch nur eine Kleinigkeit falsch gemacht.

    Noch so ein Spieltag und der BxB läge sieben Punkte hinter uns. Im nördlichen Sauerland würde plötzlich der Wald brennen und Roberto Di Matteo könnte in Ruhe arbeiten…

  3. Detlef ( Doktor_D ) sagt:

    Merkwürdiges Spiel, so haben einer meiner Sitznachbarn und ich das Spiel im Rausgehen eingeordnet. Nicht wirklich gut. Von beiden Seiten.
    Hauptsache gewonnen kam noch dazu. Aber richtig enttäuscht waren wir trotzdem nicht.

    Das die Hertha relativ harmlos war mag ein Grund für das Spiel gewesen sein. Ich hab nur 2 gefährliche Szenen des gegners im Kopf. Einmal als Fuchs grad noch ne Fußspitze an den Ball bekommt ( es stand 0:0 ) und einmal kurz vor Schluß als ein Schuß knapp am Tor vorbei strich.
    Lag das an der Hertha, oder an der defensiven Ordnung bei Schalke?

    Vielleicht wissen wir schon am Dienstag nach dem CL Spiel mehr.

    Schon beim Warmmachen gab es eine Übung für die 4er Kette. Hab so etwas unter Keller nie gesehen. Dabei fiel auch, dass Bene immer dirigierte. Genau das tat er im Spiel auch. Er war der Chef hinterdrin. Überhaupt hat Höwedes gefühlt keinen Zweikampf verloren, die Statistik spricht von 82 % gewonnenen direkten Duellen. Für mich der Mann des Spiels.
    Bezeichnend ein Abwehrspieler, denn nach vorne gab es nur dezente Verbesserungen. Eine davon hätte das 1:0 bringen müssen, aber dem Hunter war der wohl zu einfach ;-)

  4. Carsten sagt:

    3 Punkte

  5. eakus1904 sagt:

    Kurzer Klugscheissmodus: Wir haben in Gladbach 1:4 verloren, nicht 0:3.

    Ansonsten kann ich mich dem Beitrag aber nur anschliessen. Schön war es nicht, aber halt erfolgreich. Und das war wichtig, um die Kurve zu kriegen. In Leverkusen am Samstag wird es nicht so einfach, wie es uns Hertha am Samstag teilweise gemacht hat.

  6. Torsten sagt:

    Natürlich, eakus, danke. Ich habs zwar mit Zahlen, aber offensichlich nicht mit dem Zählen …

    Deshalb komme ich auch nicht auf blues‘ 8er-Bollwerk, schließlich war die Aufstellung namentlich eine sehr übliche. Vielleicht liegts daran, dass ich Prince keineswegs als Defensivspieler sehe, vielleicht aber auch daran, dass ich mich daran gewöhnt habe, dass viele Fuchs nicht als Verteidiger sehen ;-)

    Samstag allerdings hielt auch/sogar Fuchs seine Seite ordentlich dicht. Ayhan machte neben Hoewedes auch ein gutes Spiel. Prince empfand ich auch als sehr präsent, ähnlich wie damals, bei seinem(!) Debüt gegen Leverkusen. Gerade den „Matchwinner“ Draxler empfand ich als weniger gut – „ausgerechnet“. Er war oft irgendwie zu weit weg. Aber eine Vorlage und ein Tor, da sollte man wohl nicht meckern …

  7. Simon sagt:

    Es war sicher kein besonders tolles Spiel, aber angesichts der Tatsache, dass wir in dieser Saison gerade die vermeintlichen Pflichtaufgaben kaum erledigen konnten (Ausnahme: das 3-0 in Bremen) war das doch ganz in Ordnung. Ich kann die Erklärung von di Matteo, dass es ihm erstmal auf die Stabilisierung der Defensive ankam und auf dieser Basis dann weiter aufgebaut werden soll, auch vollkommen nachvollziehen.

    Aber wie andere hier schon geschrieben haben: Warten wir einfach die nächsten Auftritte bis in die Rückrunde hinein ab, um eine (erste) Einschätzung abgeben zu können.

    Gut fand ich auch, dass dieser Arbeitssieg von Trainer und Spielern recht angemessen eingeschätzt und bewertet wurde. Das spricht in meinen Augen für eine gesunde Einstellung und den Willen, es bald wieder besser spielen zu können.

    In dem Zusammenhang: Spricht irgendwas dagegen, dass Choupo und Draxler mal in der Startaufstellung die Seiten tauschen? Dann könnte Draxler aus vollem Lauf flanken, mit links abziehen kann er auch und Choupo war bislang auf links doch durchaus gut.

    PS: Die Einschätzung im kicker, dass Hertha dominiert hätte, kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Es sollte sich inzwischen herumgesprochen haben, dass ein reines Plus in Sachen Ballbesitz nichts mit Überlegenheit zu haben muss. Da können wir selbst ja durchaus ein Liedchen von singen… Klar ist aber auch, dass wir unsere Außen gern noch dichter machen könnten.

  8. Mario sagt:

    Als Gladbach kurz davor stand, abzusteigen, hatte Favre zwei taktische Sofortmaßnahmen angeordnet.
    Hinten: Dicht.
    Vorne: Reuss.
    Hat geklappt, die Entwicklung der besseren Borussia finde ich sehr beeindruckend und so erfreulich, wie ich einen anderen Verein erfreulich finden kann.

    Vom Potential her finde ich unseren Kader stärker als den der Gladbacher, also warten wir ab, wie sich das Spiel entwickeln wird.
    Ein zu-Null Sieg zum Auftakt ist immer gut, das gibt Ruhe im Verein und im Umfeld und führt hoffentlich dazu, dass die Spieler Vertrauen in den Trainer und dessen Arbeit fassen.

    Wer meint, die ganze Sache stelle sich zu defensiv dar, kann ja mal in Leverkusen, bei der bösen Borussia oder in Bremen nachfragen, was die für eine funtionierende Defensive zu geben bereit wären…
    Alternativ böte sich der Blick nach Paderborn an, die spielen uns mit einem Drittligaetat immer noch was vor, und zwar mit einer starken Defensive und klarer Ordnung.

    Und wenn das bei uns sitzt, das können wir wieder über schön reden. Und wenn´s bis zur Winterpause dauert, what shall´s?

    Grüße,

    Mario

  9. Detlef ( Doktor_D ) sagt:

    @torsten
    Draxler steht in der Sportschau Elf des Spieltags, genau wie Höwedes.
    Bei Draxler zählen da wohl Tor und Vorlage, ich sah ihn am Samstag ähnlich wie du.

    http://www.sportschau.de/fussb.....ht100.html

    @simon
    Hertha dominierte das Spiel, laut Kicker? Sehr exklusive Sicht der Dinge ;-)

  10. leoluca sagt:

    Noch ‚ne Zahl: Hertha schlug insgesamt 29 Flanken vor das Schalker Tor ohne Erfolg.

    Das lag sicher an ihrer Harmlosigkeit. Aber doch vor allen Dingen an der Klasse der Schalker Innenverteidigung, zu der man neben Ralf Fährmann noch Roman Neustädter zählen muss, der oft bis auf Höhe der IV mit zurück ging. Dass allerdings Hertha so oft über die Flügel durchkam, relativiert wiederum das Lob über die stabile Defensive.

    Das Spiel begann anfangs eigentlich anders. Schalke hielt sich zwar zurück, aber nach Balleroberung versuchte man es tatsächlich durch schnelle Kombination nach vorne zu kommen. In dieser Anfangsphase gab es sogar ein paar wirklich schnelle Konter, die unter Keller immer seltener geworden waren, so dass Huntelaar schon in der 8. Minute nach einer schönen Kombi über Boateng und Uchida die Führung hätte machen können.

    Nach dem Führungstreffer dann allerdings nur noch langer Hafer meist auf CM, während die Außenverteidiger so gut wie nicht mehr aufrückten. Schalke arbeitete an den „Basics“, wie Torsten das treffend umschreibt.
    Dass Di Matteo genau dies nachher einräumte, spricht für ihn. Gegen das offensivstarke Leverkusen wird das ein anderes Brett.

    Hoffentlich ist Sam bald wieder fit und Schalke spielt mit einem richtigen Rechtsaußen.

  11. blues sagt:

    Hertha dominierte das Spiel, laut Kicker? Sehr exklusive Sicht der Dinge ;-)

    Zugegeben ein bischen übertrieben, aber ich fragte mich auch dauernd, was zum Teufel hat den Berliner Trainer bloß geritten, dass er in der Arena das Spiel machen wollte. Dachte mir dann, das war das Gastgeschenk der netten Berliner. Da ist Jos Luhukay unserem Di Matteo sehr weit entgegengekommen…

  12. Werda sagt:

    Ich bin seit meiner Kindheit Werder-Fan. Und da ich zudem noch einige Jahre in Dortmund gewohnt habe stehe ich dem BVB um einiges näher als dem S04. Dennoch – euer Verein fasziniert mich. Der Koenigsblog gehört zu den ersten Seiten die ich am Montagmorgen aufrufe und auch Artikel in der Presse über den S04 sind fast immer lesenswert. Fast ein bisschen schade, wenn mit RdM „etwas“ mehr Ruhe einkehrt, allerdings schön, wenn demnächst mehr über Taktik gesprochen wird.

    Auch lesenswert:
    http://www.zeit.de/2014/43/fc-.....-di-matteo

  13. McP sagt:

    Bis zur Winterpause schiebe ich alles in die Rubrik Kennenlernphase. Di Matteo muss sicher noch einiges über die Bundesliga lernen (und wir über ihn), aber speziell auch, wie seine Spieler im Wettkampf funktionieren. Wenn die Operation „Stabilisierung“ bis dahin erfolgreich ist, hätte er aus meiner Sicht sein Soll voll erfüllt. Für eine bessere B-Note hat er dann immer noch genügend Zeit. Und vor allen hätte er dann ein festes Fundament, von wo aus er das Spiel entwickeln kann.

  14. klopenner sagt:

    Kann mich hier weitesgehend den Meinungen anschließen. Kein sonderlich gutes Spiel, aber auch nicht wirklich schlecht. Zum Zuschauen etwas zu langweilig, aber 3 Punkte!

    Draxler kam mir auch nicht so sonderlich gut vor. Klar Tor und Vorlage sind ne super Ausbeute, aber das waren auch so ziemlich seine zwei einzigen nennenswerten Szenen. Das ist wohl Jammern auf hohem Niveau.
    Allerdings hat mir der Prince auch nicht wirklich gut gefallen. Dafür, dass er auf seiner Lieblingsposition gespielt hat, hatte er wenig echte Offensivszenen.

    Positiv fiel mir Fuchs auf. Nicht nur, als er den Ball vor der Linie weggrätscht. Mir kam es so vor, als hätte er 5-10% mehr Einsatz geszeigt als sonst.

    Über alle Spieler hinweg, hätte ich aber dennoch irgendwie mehr Einsatzwillen erwartet um sich beim neuen Trainer aufzudrängen.

    Coupo auf rechts – hab ich auch schon mal erwähnt – gefällt mir deutlich weniger gut als auf links.

    Höwedes war wirklich bärenstark. Für ein Comeback erst recht sehr sehr gut.

    Wie auch hier die einhellige Meinung ist, war sie auch in meinem Umfeld. Richtige Aussagen zu Veränderungen werden wir erst nach 4-5 Spielen nach der Wintervorbereitung treffen können. Bis dahin wünschen wir uns einfach mal viele Punkte und wenige Gegentore

  15. leoluca sagt:

    Di Matteo vor dem Spiel gegen Sporting: „Wir müssen versuchen, das Spiel zu machen und die drei Punkte zu holen.“

    Da bin ich sehr gespannt.

    Gegen eine – so DM – „technisch gute Mannschaft, die gern Ballbesitz hat.“

  16. Frank aus Rheinhessen sagt:

    Mit 3 Punkten zu null starten ist doch erst einmal eine
    erfreuliche Angelegenheit.

    Es fiel tatsächlich auf, dass Fuchs‘ Seite besser geschlossen
    war, was aber auch daran lag, dass Draxler auch mit nach hinten
    gearbeitet hat. Es sah auch so aus, als ob jeder einzelne Spieler
    mehr getan hat als in den letzten Spielen unter Keller. Das hat
    für die Hertha gereicht, die zwar über Uchidas Seite in der ersten
    Hälfte Druck gemacht haben, aber letztendlich nicht gefährlich wurden,
    da der letzte Ball nicht kam und alle Schalker motiviert und auch fokussiert waren.

    Nüchterner zu null Sieg, mehr kann man doch auch nicht gleich erwarten.

  17. blues sagt:

    @leoluca
    Nein, Roberto Di Matteo ist kein Zauberer, sondern ein pragamtischer Arbeiter. Er wird auch gegen Lisboa nicht angreifen, sondern Beton anrühren. Ich tippe mal auf links mit Aogo in der Abwehrkette und davor die drei Sechser Höger – Neustädter – Boateng.

    Wer wie Di Matteo acht Defensivspieler auf Anhieb fast perfekt organisieren kann, wird diese Stärke weiter ausbauen.

  18. DeepBlue sagt:

    Wenn ich die Wahl habe, sehe ich lieber ein langweiliges siegreiches Spiel, statt einer schöngespielten Niederlage.Doch Schalke wäre ja nicht Schalke, wenn es nicht auch nach gewonnenen Spielen etwas zu meckern gäbe. ;-)

    Insofern wünsche ich mir, RdM bringt zunächst einmal Ruhe ins Spiel, Ordnung in die Defensive, Struktur in den Spielaufbau.

    Das wäre die Pflicht. „Schön“ spielen dann die Kür.

    Wenn dann gewonnen UND der Sieg auch noch schön erspielt wurde, findet der ein oder andere Vollpfosten vielleicht auch weniger Gründe, sich nach dem Spiel mit den anderen Kleinkindern im Sandkasten oder am Bahnhof zu prügeln.

    … und jetzt komme mir bitte keiner mit: „die bösen Polizisten/Berliner haben uns aber provoziert“.
    Da gehören immer Zwei zu.

    Glück Auf!

  19. Սաշա sagt:

    Dass allerdings Hertha so oft über die Flügel durchkam, relativiert wiederum das Lob über die stabile Defensive.

    Jein… Optimal wäre natürlich, wenn sowohl im Zentrum, als auch über die Flügel hinten nichts anbrennt. Das sehe ich genauso. Allerdings schien mir die Fokussierung auf die Absicherung der Zentrale durchaus gewollt zu sein. Die Zentrale sollte kompakt stehen und die Außenspieler deshalb auch gar nicht erst zu weit nach außen herausrücken. Was das angeht, kann man sich sicherlich nicht beschweren. Die Zentrale – angefangen bei Huntelaar und Boateng, die ganz vorne immer wieder den Gegner anliefen und dabei auch mal einen Rückpass forcierten bis zu den beiden Innenverteidigern – machte einen wirklich guten Job und war dicht (zu irgendeinem Zeitpunkt wurde eine Grafik eingeblendet, nach der keine 20 Prozent der Berliner Angriffe überhaupt durch die Mitte gespielt wurden – da war also wirklich nichts zu holen für die Hertha).

    Außen hatte vor allem Uchida viel zu tun, der sich öfter einer lokalen Berliner Überzahl ausgesetzt sah. So gut Choupo-Moting dem Offensivspiel auch tut (am Samstag hatte er bis zu seiner Auswechselung die meisten Ballkontakte aller Spieler gesammelt), hat er im vergangenen Spiel doch öfter mal etwas nachlässig verteidigt. Fuchs auf der anderen Seite wurde von Draxler deutlich besser unterstützt (wenn auch nicht immer perfekt) und sah wohl auch deshalb gar nicht mal so schlecht aus.

    Die hier schon mehrfach angesprochene Stabilisierung der Defensive kann ich nur begrüßen. Auch wenn das zunächst nicht sonderlich attraktiv aussehen mag, weil zum Beispiel die Außen nicht so weit und so schnell aufrücken, damit man sich nicht wieder einen Konter nach dem anderen fängt, so muss man doch einfach mal erkennen, dass dies unser Hauptproblem ist (hoffentlich bald „war“), welches man erst einmal in den Griff bekommen muss. Wie man aus der stabilisierten Defensive wiederum ein nettes Offensivkonzept schustert, ist eine Frage für nächstes Jahr. Darüber darf sich Robbie gerne schon Gedanken machen, aber ich verzichte da erstmal.

    Gespannt darf man auf jeden Fall auf das morgige Spiel gegen Sporting sein. Die sind gut drauf und haben am Wochenende auswärts den FC Porto mit 3:1 aus dem Pokal geworfen. In der Liga sind sie noch ungeschlagen (3-4-0) und haben dabei unter anderem schon Unentschieden gegen Benfica und Porto verbuchen können. Zumindest im Kontext der portugiesischen Liga machen sie einen Defensiv stabilen Eindruck (4 Gegentreffer in 7 Spielen).

  20. Dropkicker sagt:

    @blues
    Mit dem Beton wäre ich mir nicht so sicher, wenn man di Matteo heute auf der PK zum CL-Spiel gehört hat: „Wenn man ein Heimspiel hat, muss man die Initiative ergreifen.“
    Da stellt sich mir natürlich sofort die Frage, warum diese Maxime nicht auch gegen den Lieblingsgegner aus Berlin zählt, zumal es die Herthaner in den letzten Jahren nichtmal geschafft haben, ein Tor auf Schalke zu schießen. Hmmm …

    Ansonsten war das am Samstag ein Auftritt nach Ansage; Defense stärken und kompakt stehen, 3 Punkte holen, egal wie grässlich und dreckig. Pragmatismus pur und soweit auch okay.
    Ich bin zuversichtlich und verhalten optimistisch für die Zukunft, aber wenn sie so aussieht wie gegen Hertha, will ich sie lieber nicht sehen.

    P.S.: Ich war nicht im Stadion, aber kann es sein, dass in der 2. Halbzeit eine bedrückende, bleierne Ruhe im Stadion herrschte? Ich saß zwar in einer Sky-Kneipe mittenmang Herthanern, dieses ungewöhnliche Stillhalten war dennoch nicht zu „überhören“. Bloß nicht meckern schien die Devise, bloß nicht im ersten Spiel schon pfeifen.
    Stimmt das?

  21. matz sagt:

    In N1 fand ich die Stimmung ganz normal. Zufriedenheit ob des Sieges ohne allzu große Euphorie.

    Ich bin erst mal so schlau wie zuvor. Dass RDM defensive Grundordnung kann, war so ziemlich das einzige, was ich verlässlich über ihn wusste. Was noch kommt, blieb Samstag erstmal offen. Dass ich mir davon schon eine Ahnung erhofft hatte, war dann vielleicht mein Fehler.

  22. Lothar04 sagt:

    @dropkicker
    Wir pfeifen nie. Es war nicht so toll wie gegen die Zecken, aber auch nicht bedrückend oder bleiernd.
    Also normales Bundesligaspiel.

  23. Lutt sagt:

    Der entscheidende Faktor für die stabilere Defensive war m.E. die Vermeidung von leichten Ballverlusten im Mittelfeld. Das hat man vermieden, indem in engen Räumen mit langen Bällen oder Rückpässen agiert hat. Somit stieß Hertha fast immer auf eine geordnete Defensive.
    Ich vermute, das man dieses Mittel bewusst eingesetzt hat, weil schnelleres Umschalten wohl in einer Woche nicht geübt ist :)
    Nicht schön, dafür pragmatisch. Und hat gereicht.

  24. Michael sagt:

    Ordung ist das halbe Leben…..in diesem Sinne war das Spiel richtungsgebend, weil gewonnen und man darauf aufbauen kann. Alles weitere brauchte Zeit, Zeit und nochmals Zeit – und die sollten wir dem neuen geben.
    schau wir mal was heute abend in der der CL rausspringt. Glück auf….

  25. Torsten sagt:

    In der SZ gibt’s heute einen netten Selldorf Text zu Klaas-Jan Huntelaar:
    „Der Jäger erweitert sein Revier“

  26. 100 Tage Roberto Di Matteo: Ein Rückblick sagt:

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