Die 36 km/h-Raserei

Das Talent hat in seinem Vertrag eine 49-Mio-Ausstiegsklausel. Das scheint dem Teenie wohl zu Kopf zu steigen. Denn die Fehltritte häufen sich.

„Höhepunkt“: Ein Auto-Unfall nach einer Raserei in Altenessen.

Avdijaj verfolgte mit seinem weißen Mercedes SL 63 AMG V8 Biturbo (564 PS, Spitze: 300 km/h, Preis: ab 158 000 Euro) einen kupferfarbenen Lamborghini. Dann knallte es!

Nach einem Bremsmanöver rauschte Avdijai dem Lamborghini ins Heck. Mega-Schaden! Abschleppwagen! Polizei!

So stellte die lauteste Zeitung des Landes am 29.10. einen Autounfall Donis Avdijajs dar.

Seit gestern ergibt sich ein anderes Bild der Dinge. Der beschädigte Wagen fuhr 36 km/h. Avdijajs Wagen fuhr kaum schneller. Ein normaler Auffahrunfall, der medial zum „Illegalen Autorennen“ wurde, weil es so schön passte, weil sich der „49-Millionen-Bubi“ mit dem teuren Auto so prima zum Vorverurteilen eignete.



30 Kommentare zu “Die 36 km/h-Raserei”

  1. malte sagt:

    „Aufgrund der kolportierten Umstände gab es einen Rüffel von der Schalker Vereinsführung für den Jungprofi.“

    Stimmt das eigentlich? Ich hab zu Anfang nur eine Aussage von Heldt gelesen, man wolle erst mal die Ermittlung der Polizei abwarten, bevor man sich dazu äußert. Seit dem habe ich nichts neues mehr mitbekommen.

  2. Ney sagt:

    Auch die lauteste Zeitung hat den derwesten-Bericht auf ihrer Webseite wiedergegeben.

    NB irre, dass jemand, der überhaupt noch nichts im Profibereich geleistet hat, ein Auto sich anschaffen kann, das unsereinen jede Menge Netto-Jahresgehälter kosten würde.

    Nein, kein Neid meinerseits. Aber man kann immer noch mal staunen.

  3. leoluca sagt:

    Avdijajs passt halt gut ins Beuteschema der Skandaljournaille.

  4. dreiköpfiger Affe sagt:

    @Ney:
    Ob der bei der Unterschrift ordentlich Geld auf die Hand bekommt oder nicht ist doch egal.
    Zur Not wird das Luxusautohaus in der Nachbarschaft schnell Ihren besten Mitarbeiter vorbeischicken, der mit einem supergünstigen, super Kredit für einen Fußballprofi das Ganze schon klar macht.
    Sagt ja keiner, das er das in Bar bezahlt hat oder das überhaupt hätte machen können.

  5. Detlef ( Doktor_D ) sagt:

    Die besagte Zeitung hat einfach ein Fakt, den Unfall, per Vermutung zu einer Nachricht gemacht. Natürlich ohne Recherche wie es scheint.
    Das ist ja nix neues.

    Und viele, auch ich, sind drauf reingefallen.

    @ney
    Aber Donis hat den entsprechenden Vertrag und deshalb kann er sich das Auto leisten.
    Ich staune nicht, sondern schüttel eher mit dem Kopf, warum so ein Brenner.
    Aber ich war auch nie in der Situation mir ein solches Gefährt leisten zu können. Höchstens in 1:18.

  6. bernd sagt:

    Ich halte mich bezüglich Medien eigentlich für auf-und abgeklärt. Trotzdem bin ich doch mal wieder überrascht über meine Naivität und die Dummdreistigkeit der Presse.

  7. Simon sagt:

    Schließe mich da Bernd an. Man könnte aber nun Blog-Beitrag von Torsten über den „kicker“ und den sog. Boulevard wieder hervorholen. Unglaublich.

  8. francois04 sagt:

    Wir sollten an dieser Stelle nicht den Spieler und seine Vertragsbedingungen in Frage stellen. Und schon gar nicht über seine privaten Wünsche urteilen.

    Wir sollten uns lieber einmal Gedanken darüber machen, wie wir, als Bevölkerung, von den Pressemedien hinters Licht geführt werden!

    Und wir sollten uns hinterfragen, warum wir alles, was die so von sich geben, so leichtfertig glauben.

    Gewisse Blätter haben nur deshalb diesen Erfolg – und können sich leisten so etwas zu veröffentlichen – weil es Konsumenten gibt, die diesen Mist kaufen und auf die entsprechend reißerischen Nachrichten abfahren.

    Hört sich in diesem Zusammenhang Scheiße an …. aber „Die Macht geht vom Volke aus!“

  9. dreiköpfiger Affe sagt:

    Aus rechtlichen Gründen nur als Coverversion.

    http://www.youtube.com/watch?v=Yg0vILS0Cjg

    Reinhard Mey hat das schon 1984 thematisiert.

  10. Chris sagt:

    Man kann diese Schmutzmedien nur durch Missachtung strafen. Verleumdung und Vorverurteilung ist leider in der Praxis so gut wie gefahrlos für diese Anti-Journalisten.

  11. Ney sagt:

    @francois04
    Ich selbst staune nicht über das Auto, sondern immer noch darüber, dass
    jemand noch ohne Einsatz im Profibereich schon derart hohes Gehalt bezieht.
    Das Geschäft dreht wirklich enorm heiß. Und eben damit hat dann auch zu
    tun, dass ein Spieler sehr viel Aufmerksamkeit bekommt, selbst wenn er
    de facto noch level U-21 oder 2. Mannschaft ist. Und ein Artikel mit
    „weißer Mercedes SL 63 AMG V8 Biturbo (564 PS, Spitze: 300 km/h, Preis:
    ab 158 000 Euro)“ hat auch mehr Unterhaltungswert als mit „gebrauchter
    Golf GTI, gekauft für 12 000 Euro“.

  12. francois04 sagt:

    @Ney

    …. auch da drehen wir an der Schraube. Wir sind die Konsumenten, die unseren Vereine durch Bereitwilligkeit solche Verträge ermöglichen. Meine beiden Dauerkarten kosten mittlerweile über 1200 € und werden, glaube ich, noch einmal gestaffelt teurer.

    Indirekt tragen wir mit dazu bei, dass dieser junge Mensch sich diesen Luxus leisten kann und sich damit in den Fokus der Öffentlichkeit bringt.

    Und … er ist der Letzte, dem man einen Vorwurf machen darf. So lange es Manager und Vereine gibt, die so Verträge schließen ….

  13. dermax sagt:

    Man koennte auch noch anfuehren, dass es schon am Ausgangspunkt, dieser ach so unfassbaren 49-Mio-Klausel hakt… diese Summe ist rein virtuell, wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nie gezahlt, ist halt nur ein Mechanismus, um sich abzusichern, dass der Junge nicht so einfach weggeholt werden kann.
    Genauso koennte sich 3.Liga-Spieler eine Klausel mit 149 Mio reinschreiben lassen, ohne jede Auswirkung.

    Aber solche Details interessieren die Marktschreier mit den 4 Buchstaben natuerlich nicht…

  14. Torsten sagt:

    um sich abzusichern, dass der Junge nicht so einfach weggeholt werden kann.

    Nein, das auch nicht. Gäbe es keine Klausel, könnte er auch nicht weggeholt werden. Umgekehrt würde Heldt natürlich auch verhandeln, wenn ein Club „nur“ 30 Mio bieten würde.

    Eine Klausel in dieser Höhe ist nur „auf dicke Hose machen“, und zwar für den Spieler.

  15. Fan sagt:

    Nicht erst seit Wallraffs „Der Mann, der bei Bild Hans Esser war“ wissen wir, wie zum Teil Journalisten arbeiten, sich selbst Leserbriefe schreiben, Zeugen erfinden usw.. Leider trifft das alles im Sport und insbes. bei der Berichterstattung über Schalke 04 längst nicht mehr nur auf die Bildzeitung und den Boulevard zu.

    Das Schlimme daran ist, dass Schalke sich seit Jahren nicht gegen diese Schmierfinken wehrt. Es wäre das Mindeste, dass man den verantwortlichen Schmierfink der Bildzeitung endlich Hausverbot erteilt und keinen Zugang mehr zu Pressekonferenzen und zu den Spielern (für Interviews) gewährt. Das ist Schalke nicht nur Donis Avdijaj, sondern auch den vielen Fans schuldig, die bewusst immer und immer wieder desinformiert und aufgebracht werden sollen. Aber von Horst Heldt (Vorstand „Kommunikation“) ist da ja schon lange nichts mehr zu erwarten: Hauptsache er selbst kommt gut in der Presse weg!

  16. eakus1904 sagt:

    Fan sagt:

    Das Schlimme daran ist, dass Schalke sich seit Jahren nicht gegen diese Schmierfinken wehrt. Es wäre das Mindeste, dass man den verantwortlichen Schmierfink der Bildzeitung endlich Hausverbot erteilt und keinen Zugang mehr zu Pressekonferenzen und zu den Spielern (für Interviews) gewährt.

    Warum sollten sie auch? Jede Berichterstattung ist wichtig für den Verein. Ich denke nicht, dass man hohe Sponsorengelder generieren kann, wenn über den Club nur am Samstag kurz in der Sportschau gesprochen wird. Auf jedem Bild vom Training ist mindestens ein Sponsor zu sehen, Interviews werden vor diesen Sponsorenwänden geführt usw. Das ist wichtig für die Geldgeber. Und da ist es auch erstmal egal, ob es positive oder negative Presse ist. Das einzige was man-als Fan- machen kann ist: Den Mist nicht lesen.

  17. Wanna sagt:

    @ Torsten

    „Gäbe es keine Klausel, könnte er auch nicht weggeholt werden. Umgekehrt würde Heldt natürlich auch verhandeln, wenn ein Club “nur” 30 Mio bieten würde.“

    Und umgekehrt würde Heldt auch ohne Klausel natürlich verhandeln, wenn ein Club “trotzdem” 30 Mio bieten würde.

    „Eine Klausel in dieser Höhe ist nur “auf dicke Hose machen”, und zwar für den Spieler.“

    Das trifft es wohl

  18. Lutt sagt:

    eine heldtsche Angewohnheit, diese Klauseln mit Mondbeträgen. Bei unseren Nachbarn wollte man das abschaffen (hab nicht nachverfolgt, ob das auch gelungen ist):
    http://www.spiegel.de/sport/fu.....98055.html

    Das würde ich mir bei uns auch wünschen. Denn in die Situation, dass die Spieler mal so überragend auffallen, dass andere Vereine die Summen tatsächlich aufbringen, sind wir mit Schalke ja irgendwie noch gar nicht gekommen. So eine Klausel kann höchstens irgendwie einen Trostpreis-Effekt bewirken, wenn ein Spieler mal so Granate aufspielt, dass du ihn gar nicht abgeben willst.
    Und die negativen Nebenwirkungen spüren wir ja gerade ;-/

  19. Torsten sagt:

    @Lutt:

    Watzke wollte Klauseln generell abschaffen. Die Klausel Reus‘ ist angeblich mit 25 Mio veranschlagt. Das ist bei seiner Klasse kein Mondpreis.

    Aber was Watzke als „Clubseite“ in Verhandlungen will ist eben nur die Hälfte. Für Reus ist eine Klausel in dieser realistischen Höhe eine Option zur „Freien Entscheidung“ über einen Wechsel zu einem Top-Club, der sowas zu zahlen bereit ist. Und Spieler hoher Qualität bekommt man eben nur, wenn man sich in den Verhandlungen einigt.

  20. Սաշա sagt:

    25 mio. für Reus halte ich im Moment für das mit großem Abstand beste Schnäppchen des Weltfußballs. Ein Spieler der Klasse Bales für einen Viertelbale. Für mich der beste Offensivspieler Deutschlands. Und das in der „Liga der Weltmeister“! Die Klausel ist meines Erachtens deutlich zu niedrig angesetzt worden. Wenn englische Klubs allen Ernstes bereits sind, rund 45 mio. Euro für Julian Draxler auf den Tisch zu legen, dann beginnt eine „realistische“ Klausel für Reus nicht unter 50 mio. Das sieht man im Vergleich auch an Arsenals Ablöse für Özil, der mit etwas gutem Willen und an guten Tagen in unwichtigen Spielen gegen kleine Mannschaften und wenn das Wetter schön ist, in etwa die Klasse von Reus hat. Wenn Reus tatsächlich für die kolportierte Ausstiegsklausel von 25 mio. Euro den BVB verlassen kann, wäre das jedenfalls fast so amüsant, wie die lächerlichen 17 mio. Euro, die sich Sporting seinerzeit von United für den 18-jährigen Ronaldo hat überweisen lassen. Ja, er war erst 18, aber bei dem Ausnahmetalent Ronaldo hat man schon damals gesehen, wo die Reise hingeht.

    @Avdijaj: Dass er zur Enttäuschung aller Boulevard-Journalisten (und jenen beim Kicker, die es gerne noch werden wollen) nun doch nicht das zum gewünschten Image passende illegale Autorennen gefahren ist, ändert an meiner Enttäuschung über seine Entwicklung nichts. Selbst wenn sich diese Geschichte als wahr herausgestellt hätte, bliebe immer noch seine Unlust, sich in der U23 reinzuhängen, die ich schlimmer finde. Man kann jetzt natürlich Horst Heldt dafür verantwortlich machen, weil Avdijaj den Vertrag hat, den er nunmal. Oder die Medien, die Fans, den Hype etc. Diesen Hype haben aber auch schon andere Spieler gespürt, genau wie diese Verträge auch schon andere Talente bekommen haben. Nur haben die weiter an sich gearbeitet und offensichtlich nicht vergessen, dass sie noch einen weiten Weg vor sich haben. Der oben genannte Ronaldo ist dafür gar kein so schlechtes Beispiel. Auch der kauft gerne teure Autos und Designerklamotten, spielt gerne mit dem arroganten Image. Aber er ist auch als erster auf dem Trainingsplatz und geht als letzter runter. Alleine seine Physis zeugt davon, wie hart er arbeitet. Seit er 2003 als „halbes Hemd“ Sporting verlassen hat, ist er zu einem richtig bulligen Spieler geworden, den man so leicht nicht aufhält.

    Alleine zu sagen, man wolle mal so gut sein wie Ronaldo, hilft da leider nicht. Natürlich ist Avdijaj noch jung und verloren ist da auch nichts endgültig. Allerdings habe ich doch einige Zweifel, ob er nochmal in die Spur findet. Vielleicht würde ihm eine Leihe helfen. Aber wenn der aufnehmende Leihverein nicht Real Madrid oder Barca heißt, wo er natürlich auch immer spielen muss, würde er vermutlich einfach nur irgendwo in Mainz oder Frankfurt auf der Bank sitzen und keine Lust haben.

  21. Torsten sagt:

    Das Unterschreibe ich voll und ganz.

    Ich habe bezüglich Donis Avdijaj ähnliche Befürchtungen. Aber das kann auch schnell wieder gut werden. Jemand muss ihm eben seine Chancen aufzeigen. Ich glaube ich las, dass es bei Kolasinac ähnlich war. Er hatte wohl auch „Kopfprobleme“ bevor er zu Schalke wechselte, bis es irgendwann Klick machte und der nötige Wille wuchs.

  22. Simon sagt:

    @ Սաշա: Besser kann man es kaum zusammenfassen. Talent allein reicht nicht aus und andererseits sagt das Image erstmal wenig aus über die Klasse und Einstellung eines Spielers.

    Vielleicht wäre es aber in der letzten Rückrunde auch keine schlechte Idee gewesen, Avdijaj einfach mal in irgendeinem Spiel beim einem Spielstand, bei dem es um nichts mehr ging, reinzubringen. Das hätte auf ihn mutmaßlich motivierend gewirkt und auch diesen komischen Zustand beendet, dass das mutmaßliche Supertalent nach wie vor ohne eine Minute Einsatzzeit im Profibereich dasteht. Nein, das ist keine weitere Nachkritik an Jens Keller, sondern einfach nur ein Gedanke, der mir bei diesem Thema mal kam.

    Grundsätzlich ist der Zug aber natürlich noch lange nicht abgefahren, wie Torsten ja auch schon schrieb.

  23. derwahrebaresi sagt:

    in der letzten Rückrunde auch keine schlechte Idee gewesen, Avdijaj einfach mal in irgendeinem Spiel beim einem Spielstand, bei dem es um nichts mehr ging, reinzubringen.

    ich kann nich nicht daran erinnern, dass es diese situationen gab ..

  24. Սաշա sagt:

    3:0 in Hamburg, 4:0 zuhause gegen Hoffenheim, die 1:5-Klatsche in München (auch da ging es – spätestens nach 24 Minuten – um nichts mehr), 4:1 am letzten Spieltag gegen den Club. Das waren die Spiele, in denen man nichts riskiert hätte, wenn man ihn für ein paar Minuten reingeworfen hätte. Die Frage ist natürlich, ob man das will bzw. ob das Sinn macht, ihn mit Einsatzzeiten zu belohnen, wenn man mit seiner Einstellung nicht zufrieden ist. Dabei darf auch die Wirkung auf die Kollegen außer Acht lassen, die sich vielleicht etwas mehr reinhängen als er das mutmaßlich tut.

  25. Rjonathan sagt:

    Wir wissen doch alle: eine 3:0-Führung ist bei und nicht sicher… ;)

  26. Moritz // Schalke-News.de sagt:

    Yo, hatte mich auch furchtbar aufgeregt *damals*. Hat „Bild“ mittlerweile eigentlich mal ein Update/eine Richtigstellung gebracht? Meine, nicht…

  27. Ney sagt:

    Sie haben die Meldung aus derwesten.de gebracht, also insofern eine Richtigstellung.

  28. dfIas sagt:

    Entweder sind es 36 km/h-Rasereien oder eine einzige 36-km/h-Raserei. Was denn nun?

  29. Anonymous sagt:

    […] genau, du vollhonk. Die 36 km/h-Raserei […]

  30. Alexander Nübel und Donis, direkt sagt:

    […] Avdijaj hatte am Mittwoch Geburtstag und wurde 19. Nach dem Bohei um seine Ausstiegsklausel und der falschen Story um ein angebliches Autorennen spielt er nun in der Österreichischen Bundesliga für Sturm Graz. Er ist ausgeliehen, hat […]

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