Ein Sieg wie auf Schienen

Schalke gewinnt in Stuttgart auch in der Höhe verdient mit 4:0 und agiert dabei über 90 Minuten souverän. Nach drei Bundesligasiegen in Folge stehen die Blauen nun wieder Punktgleich mit Leverkusen und Mönchengladbach an der Schwelle zu den Champions League-Plätzen.

Dreimal trat Roberto Di Matteos Mannschaft in der Bundesliga nun in der Formation an, die bei Ballbesitz eine 3er- und in Abwehrsituationen eine 5er-Abwehrkette auf den Platz bringt. Alle drei Spiele wurden gewonnen. Alle drei Siege waren verdient. Obwohl diese Formation eigentlich vor allem die Defensive stärkt, wurde sie offensiv interpretiert und Schalke erzielte in den drei Begegnungen 11 Tore.

Der VfB Stuttgart hatte gegen Schalke in dieser Formation nie eine Chance. Schalkes führte nach 10 Minuten mit 2:0 und stand defensiv so stabil wie man es lange nicht gesehen hat. Die 5er-Kette bei gegnerischem Ballbesitz lässt wenige Lücken. Sie macht Christian Fuchs zu einem sehr wertvollen Spieler, weil sich dieser der Nähe seiner Nebenleute sicher sein und seine Offensivqualitäten entsprechend befreit einbringen kann. Fuchs ist das Plus, dass diese Formation mit sich bringt. Und aus der defensiven Stabilität heraus darf man die Offensive bewundern.

Eric Maxim Choupo-Moting hat im Flügelstürmer-System auf der linken Seite auch gut gespielt. Als direkter Nebenmann von Klaas-Jan Huntelaar agiert er aber herausragend. Mit ihm zentral hat Schalke gleich zwei Stürmer, die vorne anspielbar und gefährlich sind. Zwei Stürmer, auf welche die gegnerische Verteidigung zu achten hat. Beide komplett auszuschalten ist eine kaum lösbare Aufgabe.
Und Schalke hat Spieler, die diese Stürmer bedienen können. Max Meyer bot erneut ein ordentliches Spiel und erzielte einen – wie ich finde – überragenden Treffer. Aber noch „bedienender“ war eben Tranquillo Barnetta, der nach ungefähr zweieinhalb Jahren sein bestes Spiel für Königsblau ablieferte und gleich drei Treffer vorbereitete.

Ja, es war „nur Stuttgart“. Aber man merkt, dass diese Formation die Mannschaft geeignet unterstützt. Die defensiven Schwächen auf Außen werden kaschiert, das Offensivpotenzial der Außenverteidiger wird gefördert, die Stärken der Doppelspitze Choupo-Moting / Huntelaar kommen zur Geltung. Dies gilt es zu nutzen, bis sich die Gegner darauf einstellen. Dann ist es an Roberto Di Matteo, sich was Neues einfallen zu lassen.

Ma’kucken, wohin dies die Blauen führt.



39 Kommentare zu “Ein Sieg wie auf Schienen”

  1. Woischwat sagt:

    Ich muss zugeben, dass ich Choupo anfangs eher für einen Flügelspieler gehalten habe und dachte er sei im Sturm nicht gut aufgehoben. Schön, dass ich eines besseren belehrt würde. Er harmoniert mit dem Hunter wirklich gut.

  2. Jochen sagt:

    EMCM ist bei diesem System genau an der richtigen Stelle und kann seine Qualitätiten hervorragend einsetzen. Vielleicht sollte man noch, außer den von Torsten genannten, Jan Kirchhoff erwähnen, der, wie es scheint, in der zentralen Abwehr auch seine Position gefunden hat. Mal schauen, wie es weiter geht….

  3. Carsten sagt:

    schöööööön

  4. Lutt sagt:

    Das macht mir einem Riesenspaß, die Mannschaft taktisch und offensichtlich auch motivationstechnisch neu eingestellt zu sehen. Klar ist das Konstrukt noch nicht langzeiterprobt. Aber eine taktische Umstellung und daraus resultierende, verdiente Siege – das ist das, was mir unter Keller fehlte. Ich sehe wieder Licht und sehe mich in der Meinung bestätigt, dass der Kader viel mehr kann, als er bisher gezeigt hat. Aus langer Schalke Erfahrung muss ich mich selbst mit der Freude aber noch bremsen, weil der Schalker Mr. Hyde bestimmt bald nochmal zuschlägt. Hoffentlich nicht schon Mittwoch…

  5. Don sagt:

    Choupo ist momentan wirklich gut drauf, man spührt bei ihm das er noch mehr will. Schönes Spiel und absolut verdient gewonnen. Ja es war Stuttgart, dennoch sollte die Mannschaft daraus die Kraft für größere Herausforderungen ziehen.

  6. Simon sagt:

    Ja, es war ‚nur‘ Stuttgart… aber vorher waren es mal auch ‚nur‘ Hannover, Freiburg, Dresden, Frankfurt, wo wir nicht gewonnen haben.

    Die Systemumstellung scheint zu fruchten und wir sind endlich angekommen in einem echten Kampf um die CL-Plätze. Freue mich auf die nächsten Spiele. Und ich freue mich ebenso, dass ich mit meiner Skepsis Barnetta gegenüber, die ich hier vor kurzer Zeit geäußert hatte, offenbar daneben lag. In der Verfassung ist er endlich ein Gewinn für’s Team.

  7. Eigenart sagt:

    Eine Schwalbe macht sicher noch keinen Sommer, und deshalb versuche ich auch, meine Euphorie zu bremsen. Aber trotzdem fällt doch auf, dass wir plötzlich ein „Schalker Spiel“ zu sehen bekommen, also eine Handschrift sichtbar ist. Das hat mir bei Keller gefehlt. Und noch was: ich teile nicht die Meinung einiger Kritiker, dass unter Keller alle Spieler schlechter geworden sind. Aber unter Di Matteo wird ein System gespielt, das unvermutete Qualitäten einiger Spieler sichtbar werden lässt (Fuchs, Barnetta. Auch Meyer hat endlich mal wieder ein gutes Spiel gemacht). Diese Fähigkeit zeichnet gute Trainer aus, und das stimmt mich zuversichtlich. Niederlagen sind besser zu verkraften, wenn man eine grundsätzlich positive Entwicklung sieht. Noch so einen Auftritt am Mittwoch, und ich würde Heldt zu diesem Trainerwechsel aus vollem Herzen beglückwünschen.

  8. JoJoHa sagt:

    Ich möchte das Forum mal nutzen in der Hoffnung, nähere Informationen über die Langzeitverletzten zu bekommen. Wer kann mir mitteilen, wer sich bereits im Aufbautraining befindet und wann die Spieler wieder einsatzfähig sind (z.B. Goretzka oder Farfan)?
    Zur Beantwortung meiner Frage wäre auch ein Link hilfreich.
    Vielen dank im Vorraus.

  9. schalkoholiker sagt:

    Es war „nur Stutgart“ kann ich so nicht unterschreiben: Wir reden immerhin von dem Gegner, bei dem uns in den vergangenen Jahren (und da waren die auch nicht immer spitzenklasse) so gar nichts gelungen ist. Mit genau dieser Nicht-Erwartungshaltung bin ich auch in den Samstag gestartet und habe mich dann sehr gerne und vor allem höchst verdient positiv überraschen lassen.

    Auch wenn ich mich über die letzten drei BuLi-Spiele freue und gerne hoffe, dass wir dort ein zartes Pflänzchen gesehen haben, das noch weiter wächst: So ganz bekomme ich meine Fragezeichen und meine Sprachlosigkeit des Chelsea-Spiels nicht aus dem Kopf. Was ist denn jetzt eigentlich unser Normalzustand? Ist es normal, dass wir mit unserer spielerischen Klasse und unserer (wiedergewonnenen) Stabilität die Gegner des Kalibers Stuttgart und Mainz besiegen – gleichzeitig aber gegen Spitzenmannschaften wie Chelsea oder die roten aus dem Süden nicht den Hauch einer Chance haben?

  10. swe sagt:

    Zum wiederholten male eine ganz starker Blogeintrag. Vielen Dank dafür Torsten! Als erklärter Fan von Christian Fuchs gefällt es mir natürlich ganz besonders, dass die jetzige Formation seine Stärken so schön zum Vorschein bringt. Auch Choupo und Meyer scheinen optimal aufgehoben.

    Bin sehr gespannt wie es in den nächsten Wochen und vor allem nach der Winterpause weitergeht, wenn zahlreiche Flügelstürmer wieder in den Kader stoßen.

  11. leoluca sagt:

    Mit Torstens Kommentar ist das Nötige gesagt.

    Schalke findet sich in der neuen 5-3-2-Formation langsam zurecht und fühlte sich in der defensiven Stabilität diesmal sogar sichtlich wohl.

    Mit der ausgezeichneten Leistung von Barnetta und Meyer kriegte man zwischendurch sogar den Eindruck von Ballbesitzfußball.

    Allerdings hätte ich vorher nicht geglaubt, dass Stuttgart so viel falsch machen kann wie es geschah. Der arme Huub.

  12. Michael sagt:

    danke Torsten für die treffende Analyse. Da ich in Stuttgart wohne, habe ich mich am Samstag geärgert, dass ich doch nicht ins Stadion gegangen bin. Aber in den letzen drei Jahren gab es da immer nichts zu holen und ich bin dann meistens in der zweiten Halbzeit bedröppelt nach Hause gegangen. So gesehen ist zu diesem Zeitpunkt der Saison scheinbar Schalke eine echte Wundertüte……….

  13. bernd sagt:

    „Aber noch „bedienender“ war eben Tranquillo Barnetta, der nach ungefähr zweieinhalb Jahren sein bestes Spiel für Königsblau ablieferte und gleich drei Treffer vorbereitete.“

    Hier stellt sich die Frage an die Statistiker unter den Lesenden: Wie oft in den letzten zweieinhalb Jahren hat Barnetta von Anfang an auf dieser seiner eigentlichen Position gespielt?
    Gefühlt würde ich keinmal sagen.

  14. Սաշա sagt:

    Eine souveräne Leistung, bei der man zu keiner Zeit das Gefühl hatte, dass da – trotz 3:0-Führung – noch etwas anbrennen könnte. Das ist schon mal viel wert und zeugt von der neugewonnenen Stabilität in der Defensive, auf die man mittlerweile schon vorsichtig vertrauen darf. Ob das auch am schwachen Gegner lag oder vor allem an starken Schalkern, kann zunächst dahinstehen. Darüber wird die Zeit urteilen.

    Interessant fand ich einen Auszug aus einem aktuellen Interview mit Di Matteo auf kicker.de. Darin hieß es, Di Matteos taktische „Vision ist ein 4-3-3 oder auch ein 4-2-3-1. Vorausgesetzt, man hat die Spieler, die das umsetzen können.“ Das bestätigt mich abermals in der Ansicht, dass der Kader zwar auf einigen Positionen richtig stark besetzt ist – vor allem wenn die verletzten zurückkehren und andere Spieler mal wieder fit sind – man das aber beileibe nicht von allen Positionen behaupten kann.
    Allerdings freut es mich sehr, wie vor allem Fuchs und Barnetta vom neuen System profitieren und glänzen können. Ich hätte kein Problem damit, wenn Di Matteo auf Grundlage der aktuellen Formation das Team weiterentwickeln würde und würde eine Entwicklung hin zum 4-5-1 oder 4-3-3 eher schade finden. Schon alleine weil EMCM und KJH so einen wahnsinnig guten Zweiersturm bilden. Wenn man Choupo wieder zurück ins Mittelfeld zieht, wird der sicher viel von seiner Torgefahr verlieren.

    Interessant ist auch die taktische Vielfalt der Bundesliga geworden. Es ist bei weitem nicht mehr so, dass in 90 % der Spiele 4-5-1 vs. 4-5-1 auf schnelles Umschalten gespielt wird.
    In Dortmund sah man beispielsweise ein 4-1-4-1 gegen ein flaches 4-4-2, in Stuttgart unser gut funktionierendes 5-3-2, in München hatte Guardiola gar eine Raute aufs Feld geschickt und Mainz gab sich sich am Sonntag in Hamburg ganz weihnachtlich als man in der Christmas Tree Formation (4-3-2-1) verlor. Die Varianz der verschiedenen Formationen sagt zwar grundsätzlich erstmal wenig aus, führt aber öfter zu interessanten Konstellationen durch andere Raumverteilungen, die dann bespielt werden müssen. Der dominierende 4-5-1 Umschaltbrei der letzten Jahre hat mich dagegen echt gelangweilt. Ich hoffe, dass wir gerade nicht bloß einen kurzfristigen Trend sehen. Dann könnte es sogar passieren, dass ich mir auch mal wieder öfter ein BL-Spiel ohne Schalker Beteiligung anschaue.

  15. Detlef (Doktor_d) sagt:

    Souveräne Leistung lese ich hier und bin traurig, dass ich das Spiel nicht in Gänze sehen konnte. Die Zusammenschnitte bestanden fast nur aus Standardsituationen und gaben keine Eindruck vom Spiel :-(

    Froh bin ich hingegen, dass RDM eine Formationen gefunden hat die mit den vorhandenen Spielern funktioniert und das nicht nur einmal, sondern mehrmals.
    Ebenfalls froh bin ich für Fuchs ( ich mag den irgendwie ) das er in dieses System passt.

    Ich hoffe Schalke stabilisiert sich jetzt endlich und lässt sich auch nicht von zwischenzeitlichen Misserfolgen ( mögen sie lange auf sich warten lassen ) zurückwerfen.

    Ich freu mich auf Mittwoch.

  16. Carlito sagt:

    Habe das Spiel leider nur in der Zusammenfassung sehen können. Kann mich aber in allem nur den Vorrednern anschließen. Eine schöne Entwicklung, die wir da aktuell miterleben dürfen. Darf gerne stetig so weitergehen.

    Langsam dürften aber gerne auch mal ein paar Profis wieder gesunden. Und / oder es sollte sich möglichst niemand verletzen, wenn ich mir die Ersatzbank am Samstag so angucke…

  17. Christian sagt:

    Hier meine Wasserzugabe:
    es war zu einfach, die Tore zu schnell
    und der Gegner zu schwach und vor
    allem zu unsortiert. Die nächsten 3
    Spiele gegen Köln, Paderborn und den
    hsv werden erst zeigen wo wir jetzt
    wirklich stehen.

  18. McP sagt:

    Ich empfinde es als übertrieben, von drei verdienten Siegen zu schreiben. Das hört sich so an, als ob diese souverän errungen wurden. Schalke hat sich seine Erfolgserlebnisse gegen Wolfsburg und Mainz ganz sicher verdient, aber die Resultate hätten mit weniger Glück auch weniger Punkte verdienen können. In den vergangenen zwei Jahren wurde Schalke vom Glück ohnehin mehr als verwöhnt. Das wird mir einfach zu viel. Ich für meinen Teil werde die Freude zügeln, so wie ich vorher auch nicht panisch wurde, weil di Matteo mißlang innerhalb von 14 Tagen ein neues Barca zu erschaffen. Aber es ist natürlich angenehm, wenn alle etwas optimistischer in die Zukunft sehen. Das wird auch der Mannschaft helfen.

  19. Lothar04 sagt:

    @Christian
    Ich seh das so: Köln hat 1 Spiel mehr gewonnen als Stuttgart, HSV und Paderborn auch.
    Die sind auch nur wenig stärker als Stuttgart. Und wir spielen von den nächsten 4 Spielen 3 mal zuhause.
    Da kann man dann auch mal nen Sieg erwarten, oder?
    4 Siege wären auch möglich(blau-weißes Augenzwinkern)

  20. Dan sagt:

    Es ist endlich ein System erkennbar und das freut mich sehr! Positviv auch, wie Barnetta plötzlich wieder kicken kann. Er hat mir damals in Leberkusen immer recht gut gefallen und vielleicht packt er es bei Schalke ja doch noch. Er kann es ja! Einen Obasi und Clemens sollte man versuchen in der Winterpause zu verkaufen, wenn auch nur für kleines Geld. Sollte sich jemand für Santana interessieren.. Auch verkaufen und einen anderen IV holen. Im Sommer kommt der Papa wieder, alles andere wäre quatsch! Wie es mit Boateng weitergeht.. Keine Ahnung!

  21. Eigenart sagt:

    @Dan: das mit Papa glaube ich noch nicht, langsam kommen mir Zweifel, ob er überhaupt wieder fit wird. Santana würde ich trotzdem verkaufen, er macht mich immer nervös…

  22. Ney sagt:

    Vor 2 Wochen waren das noch so Sprüche in Bezug auf Fuchs und Barnetta.

    Viehmarkt in Königsblau.

  23. blues sagt:

    Ich denke Jens Keller wird sich ärgern. Da hat er mit Neustädter in der Innenverteidigung aus der Not einen Gewinn mitgebracht. Den Schritt zur Dreierkette, der nahe lag, hat er nicht gewagt. Da hatte er wohl seine eigene taktische Erfahrungsgrenze erreicht.

    Gegen Stuttgart konnte man über das Aufbauspiel nur staunen. Die zusätzlichen Anspielstationen im Defensivverbund des 5-3-2, plus das unter Keller bis zum Erbrechen eingeübte geduldige Passspiel führte unter der von Di Matteo geforderten erhöhten Laufbereitschaft zu so vielen Anspielmöglichkeiten, wie noch nie. Die Stuttgarter irrten dem Ball hinterher, wie Schalke es gegen Chelsea getan hat.

    Die Variabilität und aktuell herausragende Form von Eric Maxim Choupo-Moting im gesamten Offensivbereich führt direkt von der beschriebenen „spielerischen Befreiung aus der Defensive“, zu der schon sehr lange vermissten Durchschlagskraft in der Offensive.

    Man kann es schon jetzt als Di Matteos Erfolg bezeichnen, dass er mit Hilfe der Fünferkette aus Kellers losen Puzzleteilen ein neues, besseres Ganzes geformt hat.

    Mal sehen wie sich Maribor morgen darauf einstellen kann.

  24. blues sagt:

    OT: Heldt und das Scouting

    Interessanter Hintergrundbericht zu einigen Facetten von Horst Heldts´ Scouting beim VfB in der Stuttgarter Zeitung. Wie mir scheint eine Blaupause, deren Schimmern auch bei einigen Schalker Verpflichtungen zu erkennen ist.

    http://www.stuttgarter-zeitung.....de98d.html

  25. malte sagt:

    Mal ganz doof gefragt: wo kommt eigentlich die zusätzliche Anspielstation im Aufbauspiel her? Es war doch schon immer so, dass sich im Aufbauspiel ein Sechser zurückfallen ließ, die Innenverteidiger etwas auseinander zogen und die Aussenverteidiger nach vorne schoben. Im Mittelfeld war dann nur noch ein Sechser übrig, so wie jetzt auch. Den einzigen Unterschied (wenn überhaupt) sehe ich eigentlich vorne: Statt zwei Flügelstürmern hat man jetzt eher zwei Achter und statt einem Zehner hat man jetzt eine zweite Spitze. Phasenweise wurde das früher aber auch schon häufiger so gespielt, dass die Aussenbahnspieler etwas nach innen zogen und der Zehner nach vorne aufrückte. Also für mich hat sich die Formation (zumindest im Aufbauspiel) gar nicht so sehr verändert. Trotzdem wirkt aktuell alles etwas fluffiger.

    Ich bin nicht sonderlich gut darin, gruppen- oder individualtaktische Muster zu erkennen. Aber da muss doch noch etwas mehr passiert sein als einfach nur an der Formationsschraube zu drehen.

  26. Lutt sagt:

    gute Frage, Malte. Ich erkläre mir das damit, dass die Außenverteidiger etwas anspielbarer werden, weil sich deren Fokus mehr auf die Offensive ausgerichtet hat. Ich meine zum Beispiel, eine erhöhte Passfrequenz von Höwedes auf Uchida wahrgenommen zu haben…

    Mir ist auch im Vergleich zum Chelsea-Spiel aufgefallen, dass es gefühlte 50 Rückpässe zum Torwart gab. Das ist sowohl gegen Mainz, als auch gegen Stuttgart kaum passiert. Stellt sich die Frage, ob der Rückgang eine konkrete Anweisung des Trainers ist, oder eine Folge der besseren Anspielstationen. Ich hoffe, beides ;-)

  27. bernd sagt:

    off-topic:

    Ob das sportliche Gründe waren? Vielleicht sollte er endlich mal lernen, sich mehr auf seine Arbeit zu konzentrieren und weniger die anderen für ihre Arbeit zu kritisieren.

    http://www.derwesten.de/sport/.....26352.html

  28. leoluca sagt:

    @malte

    So schnell, wie sich die Mannschaft mit der neuen Defensivordnung zurecht findet und wie gut – mit dieser neuen Sicherheit im Rücken – die „Kreativspieler“ (in Stuttgart Barnetta und Meyer)im Umschaltspiel ihre Klasse jetzt entfalten – daraus schließe ich zuerst: Sie wird endlich ordentlich trainiert. Sie hat endlich die Freiheit, so nach vorne zu spielen, wie sie es kann und – nimmt man Huntelaars und teils auch Draxlers Aussagen aus den vergangenen Monaten – auch schon länger wollte.

  29. blues sagt:

    @malte
    …zusätzlich ist ein Innenverteidiger. Zudem stehen die drei IV enger und für das vertikale Passspiel in die nächste Reihe tun sich mehr Lücken auf, die durch die „Laufarbeit“ der drei Mittelfeldspieler in diese Lücken bespielbar werden.

  30. leoluca sagt:

    @blues

    Würde das gerne ergänzen, was die Qualität der einzelnen Spieler angeht:

    Mit Kirchhof als zentralem Innenverteidiger ist die Ballsicherheit im Zentrum hoch. Das würde auch für Matip gelten. Links wird Fuchs durch den äußerst zweikampfstarken Höwedes abgesichert. Rechts ist der intelligent im Raum agierende Neustädter da, um Uchidas Defensivschwäche auszugleichen.

    Vor diesem Hintergrund ist es Schalke endlich möglich, hoch und früh zu pressen, wie man es gegen Mainz und vor allem gegen Stuttgart gut sehen konnte. In Stuttgart folgte anfangs sogar ein Gegenangriff dem nächsten.

    Gegen stärkere Mannschaften wird das kaum länger als eine Halbzeit möglich sein.

    Umso bemerkenswerter fand ich die mutige Systemumstellung durch Di Matteo in der Halbzeitpause gegen Mainz: von der Fünfer- auf zwei Viererketten. Und es ging gut.

  31. Torsten sagt:

    OT: Heldt und das Scouting

    Interessanter Hintergrundbericht zu einigen Facetten von Horst Heldts´ Scouting beim VfB in der Stuttgarter Zeitung. Wie mir scheint eine Blaupause, deren Schimmern auch bei einigen Schalker Verpflichtungen zu erkennen ist.

    http://www.stuttgarter-zeitung.....de98d.html

    Finde ich nicht, dass das auch bei S04 zu erkennen ist. Für den Profibereich hat er eigentlich nur bekannte Spieler verpflichtet. Die Obasi-Verpflichtung hatte ein gewisses Geschmäckle. Aber der Artikel nimmt ja letztlich tatsächlich nicht die Managerentscheidungen, sondern das Scouting im Club in den Fokus, und bezogen darauf habe ich eher den Eindruck, dass Heldt aus der Stuttgarter Zeit gelernt hat.

    Immer wieder mal wurden kompetente Leute nach GE geholt, um die Scouting-Abteilung zu unterstützen. Jens Keller wurde beispielsweise zunächst als Scout für S04 tätig, bevor er den U17-Job bekam. Seppo Eichkorn wurde im Club gehalten, als Scout. Wie gut da gearbeitet wird, ist für mich schwierig zu beurteilen. Aber gerade im Jugendbereich, wo sich die Scouts aller Ligen um die Talente kloppen, leistet S04 ziemlich offensichtlich gute Arbeit in diesem Bereich. Und auch das neue Aufstellen der Nachwuchsabteilung, welche der bloßen Vermarktung als „Knappenschmiede“ eben auch voraus ging, als beispielsweise Oliver Ruhnert vom Trainer zum Scout und später zum Nachwuchschef befördert wurde, fällt in die Amtszeit und Verantwortlichkeit des „Vorstand Sport“ Horst Heldt.

  32. blues sagt:

    @Torsten

    „…warum er Spieler wie Marica überhaupt geholt habe“ wurde Horst Heldt gefragt. „Weil mich keiner gestoppt hat“ war seine Antwort

    Marica, Obasi, Hildebrand, Clemens – weil ihn keiner gestoppt hat. Dass er zwischenzeitlich dazu gelernt hat,auch was den Aufbau des eigenen Scoutings betrifft,da kann ich zustimmen.

  33. hellwach sagt:

    weil ihn keiner gestoppt hat? Bullshit! Wer sollte das tun? Der Aufsichtsrat? Der Dank 300 TEUR Klausel Magath gestoppt hat? Meine Güte. Guck dir die Rogon-Liste an, denk an Müller und mach dir deinen Reim drauf.
    Im Übrigen gibt es zu jedem Transfer eine Entscheidungsgrundlage, die ohne Glaskugel mit Garantie für die Zukunft gilt. Ich hätte Lust, alle Kommentare von blues zum Thema Boateng den aktuellen Verrissen der BLÖD & Co gegnüber zu stellen…

  34. Rjonathan sagt:

    @blues @torsten
    Also ich würde ja mal zwei Arten von Scouting unterscheiden. Das eine ist Jugend-Scouting, das andere ist die Suche nach Schnäppchen auf dem internationalen Markt. Spieler aus der Bundesliga (oder der zweiten) muss man meiner Meinung nach nicht Scouten. Das ist der Heimatmarkt, den muss ein Manager kennen.
    Im Ausland hat Heldt noch gar nicht eingekauft. Insofern scheint es bei Schalke auch derzeit kein herausragendes Scouting zu geben. Vorbildlich in diesen Bereich ist vor allem Leverkusen (Spahic, Caldirola, Jedvaj), Allofs (Guilavogui) oder vor ein paar Jahren Dortmund (Kagawa, Subotic, Kuba, Lewandowski).

  35. Dan sagt:

    @Eigenart
    So geht es mir bei Santana auch immer: Er macht mich total nervös!

    Zu heute und damit zu Maribor: Ich hoffe noch immer auf ein weiterkommen. Glaube jedoch nicht, dass Chelsea sich besonders anstrengen wird. In Maribor werden wir wahrscheinlich klar und deutlich gewinnen und wenn nicht: Für diese Saison abhacken!

  36. blues sagt:

    @Hellwach
    Boateng hat högschdens 15 Mill. Euro gekostet. Einfache Weltklasse kostet das Dreifache. Ein Spieler wie Mchitarjan nur das das Doppelte. Gemessen an seiner Ablöse ist Boateng aus meiner Sicht sein Geld wert. Schalker Ansprüche und die dauernde Schalker Sündenbocksuche und die aufgebauschten künstlichen Aufregunger des Boulevards fürs Zeitungverkaufen hin oder her. Dass Prince seinem eigenen Anspruch nicht gerecht wird, ist eine andere Sache.

    Zu Heldts´Handeln: Du fragst wer sollte das tun? Er selbst, meine ich. Solches Handeln, Entscheidungen auf solche einer dünnen Grundlage zu fällen, ist für einen Manager heutzutage nicht angemessen. So selbstgefällig darüber zu reden noch viel weniger.

    Meine leise Kritik ändert ja nichts daran dass Heldt bisher auf Schalke einen guten Job macht. Dass Schalke sich öfter keine gestandenen Manager und Trainer leisten kann, sondern immer welche die von niedrigerem Level aus den nächsten Schritt machen wollen, ist bekanntlich unserem Schuldenberg geschuldet und wird von mir immer anerkannt.

  37. Ney sagt:

    Melde mich freiwillig als Scout: Hjöberg ist unzufrieden bei Bayern München (Dänen lügen nicht!).

    Begnüge mich bei Verpflichtung mit 1 Promille der Vertragssumme als Honorar.

  38. 100 Tage Roberto Di Matteo: Ein Rückblick sagt:

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