Trainingslager in Katar: Es ist Politik!

Ich habe vollkommenes Verständnis dafür, dass die Verantwortlichen der Mannschaft und den Trainern ideale Bedingungen für die Vorbereitung auf die Rückrunde, in der schwere Aufgaben anstehen, ermöglichen. Dazu gehört auch ein Trainingslager, das frei von der hierzulande zu erwartenden Witterung ist. Ich habe jedoch kein Verständnis dafür, dass das Trainingslager abermals in Katar aufgeschlagen wird – mögen die klimatischen Rahmenbedingungen noch so ideal sein.

Es dürfte dem Verein nicht entgangen sein, dass die dort suggerierte Weltoffenheit nur vorgetäuscht ist. So weist das Auswärtige Amt darauf hin, dass Homosexualität mit bis zu 15 Jahren Gefängnisstrafe geahndet wird. Über die für Arbeitnehmer unwürdigen Zustände rund um die Bauarbeiten für die WM 2022 wird in schöner Regelmäßigkeit berichtet, auch wenn des deutschen Fußballs Lichtgestalt Franz Beckenbauer bei seiner Stippvisite keine Sklaven gesehen haben will. Katar ist auch offen antisemitisch. So verweigerte man dem israelischen Spieler Dan Mori von Vitesse Arnheim im Rahmen dessen Trainingslagers Anfang diesen Jahres die Einreise. Beim Schwimmweltcup im September 2013 wurden die Flaggen aller teilnehmenden Länder gehisst – nur nicht die Israels!

Ein Abwiegeln, man sei ein Sportclub und nicht für Politik zuständig, ist falsch. Es gibt andere, tatsächlich weltoffene Länder, die sich freuen würden, Mannschaft, Trainer und Funktionäre einzuladen, um im Januar saftgrüne Wiesen bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen ideale Bedingungen zu bieten. Der FC Schalke 04 macht mit seiner Entscheidung, sich erneut in Katar auf die Rückrunde vorzubereiten, Politik! Eine falsche Politik.

Wie schon mit dem Sponsoring durch das staatlich russische Unternehmen Gazprom lässt sich der Verein auch im Fall Katar für eine Scheindemokratie instrumentalisieren. Diese „Partner“ halten Werten wie Toleranz, Gewaltfreiheit oder dem Ablehnen von Diskriminierung nicht stand. Werte, welche sich der FC Schalke 04 in sein Leitbild geschrieben hat. Werte, die hierzulande sowohl Club als auch Fans nach außen tragen. Sich des Geschäfts wegen trotzdem mit Katar einzulassen ist ein Schlag ins Gesicht eines jeden, der ehrliches Engagement für diese Werte aufbringt.

Nach diesem Trainingslager läuft der Vertrag mit Katar aus. Nicht nur anständig reden sondern anständig sein, das erwarte ich von meinem Verein! Jetzt muss das Kapitel Katar enden, 2017 das Kapitel Gazprom. Endgültig!



Dieser Text ist meine S04-Version eines Textes von Ben Neudek. Mögen die Clubs unterschiedlich sein, gleichen Fehlern darf mit gleichen Argumenten, sogar mit gleichen Worten begegnet werden. Danke Ben!



102 Kommentare zu “Trainingslager in Katar: Es ist Politik!”

  1. Ney sagt:

    Völlig einverstanden.

    Hoffentlich verschonen uns die Verantwortlichen unseres selbst-erklärtermaßen so weltoffenen, toleranten und nichtrassistischen Kumpel-und Malocherklubs mit Lobhudeleien für diesen Fliegenschiß von Staatswesen.

    BTW, auch Baby Schalkelos wolltense so zuscheisse mit dat Jeld: https://www.youtube.com/watch?v=CwE4mk2fbow

  2. Bene 2 sagt:

    Ein ganz starker Beitrag. Von dir erwarte ich viel, Torsten, aber das ist auch gemessen an deinem sonstigen Geschreibsel ganz, ganz großes Kino. Sehr gut recherchiert. Falls einer der Schalker Vertragsspieler (versteckt) homosexuell ist: Ich habe mich gerade versucht in die Lage hineinzuversetzen in dieser Position in ein solches Land zu reisen. Gruselig.

    Ganz inständig hoffe ich, dass sowohl der Katar- als auch der Gazprom-Vertrag nicht verlängert werden. Lieber zweite Liga als unmoralisch.

  3. blues sagt:

    „verschonen uns die Verantwortlichen…mit Lobhudeleien für diesen Fliegenschiß von Staatswesen.“

    Nix Lobhudeleien. Es wird nicht gelobt sondern wahrscheinlich gefahren. Unsere Veantwortlichen lassen die Spieler mit SUVs von VW wahrscheinlich mediengerecht durch die Wüste fahren. Katar hält doch 17% der Anteile an VW. Katar spielt mit dem VW Werksclub direkt in der Bundesliga.

    Nix gegen politische Symbolik und die Notwendigkeit Zeichen zusetzen, aber soll Schalke nicht konsequenterweise auch die Verträge mit VW auslaufen lassen? Oder sollen wir im Winter jeden 4. Tag unsere Wohnung nicht mehr heizen, weil 25 Prozent unseres Gases von Gazprom geliefert werden?

  4. Stadtneurotiker sagt:

    Danke fürs Teilen, Torsten!
    Wie Du richtig sagst: Mögen die Clubs unterschiedlich sein, gleichen Fehlern darf mit gleichen Argumenten, sogar mit gleichen Worten begegnet werden.

  5. Torsten sagt:

    Danke für den Kommentar, Bene. Aber das hier ist eine Cover-Version, den Hit hat Ben Neudek geschrieben, siehe den Hinweis unter dem Text.

  6. P.Howard sagt:

    Der Beitrag spricht mir voll aus dem Herzen und es wäre wirklich schön wenn mein Verein diese, eigentlich selbstverständlichen, moralischen Grundsätze leben würde.
    Doch muss ich auch blues rechtgeben – bei näherer Betrachtung kommen mir auch selbst persönlich Zweifel, ob ich mich mit meinem Konsumverhalten dann auch immer so verhalte, wie ich es vom Verein erwarte.
    Desweiteren hätten viele Vereine ein Problem einen warmen und kostengünstigen Platz für ein Trainingslager zu finden, wenn „Scheindemokratien“ ausgeschlossen werden sollen.

  7. ombre04 sagt:

    Ich kann dem gedanklich auf jeden Fall zustimmen, nur letztendlich bringt dein letzter Abschnitt es auf den Punkt:

    „Nach diesem Trainingslager läuft der Vertrag mit Katar aus. Nicht nur anständig reden sondern anständig sein, das erwarte ich von meinem Verein! Jetzt muss das Kapitel Katar enden, 2017 das Kapitel Gazprom. Endgültig!“

    Der Vertrag läuft noch, und so sehr ich dir inhaltlich zustimme, ich möchte meinem Verein keinen vertragsbruch nachsagen lassen wollen. Egal wie sehr ich den anderen Vertragspartner auch verabscheue, die Fehler wurden bei Vertragsabschluss gemacht und können mMn erst bei Vertragsende behoben werden.

  8. ReinerEdelmann sagt:

    Vielen Dank dafür!

  9. Roman Kolbe sagt:

    Wenn wir uns immer selbst hinterfragen, ob wir alles (!) moralisch richtig machen, werden wir irre oder sitzen nur noch auf dem Beichtstuhl. Wir können aber darüber nachdenken, dass wir Dinge besser (!) machen, ohne dabei vielleicht perfekt zu sein.

    Es ist ein Totschlagargument, dass wir dann auch VW nicht als Sponsor haben dürften. Und aus meinem oben angeführten Vorschlag ist das auch nicht zielführend.

    Ich gebe zu, es ist schwierig, eine Art allgemeingültige Moral-Skala zu entwickeln. Aber es gibt einige Kriterien, die sich relativ einfach festmachen lassen, so dass man sagen kann: Das geht nicht! Einige harte Kriterien dafür hat Torsten in seinem Text erwähnt.

  10. Highsuse sagt:

    Danke Torsten!

    Absolut richtig!
    Auch sehe ich den Sponsor Gazprom sehr kritisch. Es kann doch nicht sein, dass ein Verein wie Schalke auf so ein „lupenreines, demokratisches“ Unternehmen angewiesen ist. Bei jedem Blick auf das Trikot beschleicht mich ein ungutes Gefühl und ich habe mir bislang kein Trikot gekauft – aus eben diesem Grund.
    Dann von mir aus Latschenkiefer!

  11. Carsten sagt:

    mmmm…. sehr schwierig…

    dürfen dann Fußballmannschaften auch nicht mehr ins TL in die Türkei fliegen? Belek ist doch jedes Jahr mehr als gut besucht!! trotz der Politik Erduans gegenüber den Kurden! gegenüber der EU… und der Einstellung zur IS.

    es gibt so viele Reizpunkte…. wie sieht es mit den Ausrüstern Adidas, Nike, Puma und etc. aus??? sie produzieren zum Teil in Billiglohnländer, Kinderarbeit nicht ausgeschlossen… Ausbeutung und schlimmste Verhältnisse für die Näherinnen und Arbeiter.. werden deshalb Verträge gekündigt??

    man könnte sicherlich viele solcher Beispiele finden…

  12. leoluca sagt:

    Vielen Dank für diesen großartigen Kommentar, der mir aus dem Herzen spricht.

    Das Argument, bei Gazprom oder Katar gehe es nicht um Politik und Moral, sondern nur um Sport und Geld, halte ich für naiv. Denn die Entscheidung, sich von einem russischen Staatskonzern sponsern zu lassen oder mit Katar Geschäfte zu treiben, ist eine Wertentscheidung mit moralischer wie politischer Ausstrahlung.

    Das Argument, jedes Geschäft mit großem Kapital sei schmutzig, halte ich für eine Verharmlosung der Diktatoren und Rassisten.

    Wir dürfen unsere moralischen Werte nicht für Geld verkaufen und Geld ist nicht an sich schmutzig. Ethisches Wirtschaften ist möglich.

  13. Ney sagt:

    @Carsten
    Ja, die Welt ist leider nicht voll von Billiglösungen. Es gibt viele Schattierungen. Aber wir alle sind doch in der Lage, Unterscheidungen zu treffen. Ob Belek o.k. ist oder nicht, kann man diskutieren. Aber die Türkei ist ein demokratischer Rechtsstaat, Katar nicht. Adidas kann man diskutieren. Aber adidas hat anscheinend angefangen, an den Bedingungen was zu ändern.

    VW würde ich sowieso in den A*** treten, wegen deren Fottfingern sowohl im VfL Wolfsburg als auch Bayern München, aber das ist eher Geschmacksache.

    Katar und Gazprom sind meines Erachtens nicht nochmal und nochmal zu diskutieren oder mit Hinweis auf „andere auch“ bis zur Gleichgültigkeit zu relativieren. Ich schäme mich für einen Verein wegen dieser beiden Geschäftsbeziehungen, kann das aber aushalten und hoffe auf bessere Zeiten.

  14. Prinz Poldi sagt:

    Nicht das ich ein Fan von Gazprom bin, aber Gazprom ist kein Staatsbetrieb mehr seit dem Untergang der Sowjetunion. Und eine Firma wird nicht Demokratisch geführt sondern Gewinnorientiert. ;)
    Es gibt auf der Welt ca 10 Firmen die den Weltmarkt dominieren und um unser schönes Leben führen zu können, kommt man um diese nicht rum.

    Die ganzen Rekordbauten in den Vereinigeten Arabischen Emiraten sind durch Billiglohnarbeiter gebaut worden, genau gleich wie unsere Kleider genäht werden usw…

    Ich will hier nicht als Verteidiger für die Missstände auftreten, aber so läuft die Welt, wer denkt es gibt noch Ehtik der ist in meinen Augen einfach nur naiv.

  15. leoluca sagt:

    Zu Gazprom: Der russische Staat hält 50 Prozent und eine Aktie an dem Unternehmen und im Aufsichtsrat die Mehrheit der Sitze.

    Nein, Gasprom ist kein normales Unternehmen, sondern ein semistaatlicher Gigant. Der Konzern entspricht eher einem Staat im Staate als einem Wirtschaftsunternehmen. Gazprom ist symbiotisch mit dem russischen Staatsapparat verbunden. Gazprom-Manager und Russlands politische Kaste arbeiten zum gegenseitigen Vorteil Hand in Hand.

    Gasprom ist nicht nur Russlands Haupteinnahmequelle, sondern zugleich seine schärfste Waffe. Der Gasmonopolist genießt die staatliche Unterstützung für seine expansive Unternehmenspolitik. Menschenrechte und Umweltfragen haben hier keinen Platz.

  16. blues sagt:

    @leoluca
    Schön ist das ja wirklich nicht. Und es ist ja auch nur die halbe Wahrheit. Högschdens. Aber man sieht, wie einfach das Finden von Sündenböcken in einer Zeit des Rußland- und Islambashings geworden ist.

    Man ist sich heute im Königsblog leider so einig, dass sogar der Kommentar eines Fans,dessen Verein mit großer finanzieller Macht die Bundesliga verändert – oder wie manche sagen kaputt macht -, breite Zustimmung findet.

  17. Սաշա sagt:

    Wenn es um Menschenrechte geht, darf man auch durchaus mal einer Meinung sein, blues. Da ist es mir auch furchtbar egal, ob der Autor des ursprünglichen Artikels Fan eines „Retortenvereins“ ist. Schließlich ist das nur vergleichsweise belangloser Sport. Für den autoritären, in Teilen geradezu faschistoiden russischen Staat zu werben bzw. für eines seiner Machtinstrumente oder eben für Katar, wo sämtliche bürgerlichen Freiheitsrechte beschnitten werden, die wir hier als Errungenschaft hochhalten (naja, meistens jedenfalls), ist dagegen eben nicht nur Sport. Wo man anfängt und wo man aufhört, muss man jeder für sich im konkreten Einzelfall differenziert entscheiden. Für Katar und Putins Russland zu werben ist für mich beispielsweise ganz deutlich jenseits der gedachten Linie, die ich als Grenze ziehen würde.

  18. RJonathan sagt:

    Also irgendwo muss jeder seine Grenze setzen. Ich finde bei Qatar ist sie überschritten. Wegen dem Scheiß den sie da wegen des Fußballs veranstalten (Sklaven-ähnliche Zustände).

    Bei Gazprom sehe ich das anders. Die Wirtschaft in westlichen Staaten geht auch mit den Regierungen „ins Bett“. Das ist auch ein und dieselbe Kaste. Und ein Unternehmen wie Telekom ist auch staatlich und international stark auf Expansionskurs. Die Deutschen verhängen auch Handelsembargos für ihre Wirtschaft wenn ihnen gewisse Staaten Probleme machen. Wo ist der große Unterschied den ich nicht sehe? Außer: Wir leben auf dieser Seite der Ost-West-Grenze.

  19. Սաշա sagt:

    Der Unterschied ist, dass unser Staat ein Rechtsstaat ist (naja, meistens jedenfalls) und keine Farce eines Rechtsstaats und wir zudem keine Ambitionen (mehr) haben uns territoriale Gebiete anderer Staaten einzuverleiben und das mithilfe eines staat-im-staatlichen Unternehmen gegen den Widerstand der gesamten Weltgemeinschaft durchsetzen.
    Ich mache mir dabei keine falschen Vorstellungen über die Intentionen der EU. Auch sie versucht strategisch Einflusssphären zu vergrößern (was ja mitunter auch zum Konflikt in der Ukraine geführt hat). Nur reden wir hier mehr über freiwillige Partizipation (meistens jedenfsalls- s. Grexit) und nicht über das Einverleiben fremden Territoriums.

  20. Christian sagt:

    Konsequenz ist meist dann schwierig,wenn
    man sie nicht von anderen einfordern kann
    sondern selbst gefordert ist.
    Daher meine Frage an die vielen moralischen
    Schulterklopfer hier:
    Wenn die Verträge mit Katar & Gazprom
    verlängert werden, dann kündigt ihr eure
    Mitgliedschaft und Dauerkarten ist doch
    richtig oder?
    Oder ist das nur so ein moralisches
    Aufregen hier, weil es ja nichts kostet und
    gut ist für das kleine eigene Seelenleben.

  21. Սաշա sagt:

    Ich sehe nicht, wieso das eine (meine Mitgliedschaft beim S04) zwangsläufig mit dem anderen (Gazprom & Katar) zu tun haben sollte. Schalke ist nicht identisch mit Gazprom oder mit Katar.
    Konsequenz funktioniert, wenn man das mit der Differenzierung endlich mal hinbekommt. Versprochen!

    Oder wir folgen Deiner Logik, @Christian: Ich kann nichts daran ändern, also muss ich es jetzt gut finden, denn sonst bin ich inkonsequent (oder habe zumindest schwerwiegende Probleme damit, Sachverhalte differenziert zu bewerten).

  22. swe sagt:

    Wie schon einige vor mir geschrieben haben: Wo soll man die Grenze ziehen?

    Adidas nutzt Kinderarbeit, deutsche Autombobilunternehmen sind nicht weniger mit der Politik verwoben als große Konzerne anderswo auch. Siemens besticht auf der ganzen Welt, Ergo fliegt Mitarbeiter zu „besonderen Bonusparties“. Deutsche Banken haben kräftig dabei mitgeholfen die globale Wirtschaft in die Krise zu treiben und dann noch kräftig lobbyiert um am Ende doch oben zu schwimmen. Unser Elektroschrott wird immer noch zu großen Teilen einfach nach Afrika gekarrt und dort abgeladen.

    Dazu kommt auch noch unsere Zugehörigkeit zum „Westen“. Jenem Teil der Welt, der immer noch imperialistisch handelt (oder zumindest denen folgt sie so handeln) andere Länder zerbombt, aushorcht, entführt, foltert und gleichzeitig anderen vorschreiben will was richtig und falsch ist.

    Dabei will ich Torsten gar nicht widersprechen, dass ich das Trainingslager in Katar für einen Fehler halte, allerdings macht Schalke für mich damit keine Politik (die hat z.B. die FIFA mit der Vergabe an Katar gemacht).

  23. ReinerEdelmann sagt:

    @Christian,

    habe ich etwas verpasst? Warum sollte ich?
    Ich bin als Mitglied und Prosument (Danke, Christoph Biermann, ich kannte den Begriff nicht…) Teil von Schalke und kann versuchen, in kleinem Rahmen Dinge zu verändern.

    Manchmal funktioniert dies (Viagogo), manchmal nicht.

  24. RJonathan sagt:

    @ Սաշա
    Das ist der Unterschied zwischen in der Konstitution von Russland und Deutschland. Und ich finde den auch kritisierenswert. Aber die Verbindung von der ungünstigen Verfassungs- und Medien-Lage in Russland zu „Gazprom ist eines der bösesten Unternehmen auf diesem Planeten“ verstehe ich nicht. Ich glaube deutsche Unternehmen machen zum Teil bösere Sachen und das bei einer besseren Staats-Verfassung. (Siemens verkauft zB im arabischen Raum angeblich Überwachungstechnologie für Internet-Zensur.)

  25. KarstenTS sagt:

    Es passt ein bisschen zum Thema, was ich letztens geträumt habe: Was wenn der DFB die Katar WM absagt?
    http://www.halbfeldflanke.de/2.....r-absagte/

  26. Christian sagt:

    Es hätte zwar keines Beweises bedurft, aber
    die Selbstgerechten werden auch 2015 ein
    gutes Jahr haben – freut euch!

  27. ReinerEdelmann sagt:

    @RJonathan,

    dieser Blog kann das Thema Gazprom nicht „aufdröseln“ – dazu ist es zu komplex.

    Ich hätte aber nicht gedacht, dass Gazprom-Werbung, -Gewinnspiele etc. etc. den Blick so vernebelt hätten. Du kannst doch nicht allen Ernstes Siemens (mit all seinen Skandalen) mit Gazprom vergleichen! Wenn ich mich richtig erinnere, haben wir aber auch Gazprom auf den Trikots stehen und nicht Siemens, oder?

    In (unzureichender) Kurzform: Gazprom ist ein zumindest halbstaatliches, erpresserisches, korruptes und verbrecherisches Unternehmen, das als verlängerter Arm des Kreml fungiert. Hört sich harsch an? Nee, ich werde altersmilde – ist zu zahm.

    Einfach ´mal der einschlägigen Literatur (z.B. Jürgen Roth) folgen.

  28. PZ sagt:

    Danke Torsten für die gelungene Adaption, Du sprichst mir aus der Seele… Danke Սաշա für die klarstellenden Kommentare. Man kann alles bis zur Belanglosigkeit relativieren – bei Gazprom und Katar widerspricht Schalke aber nun mal seinem eigenen Leitbild deutlich.

  29. RJonathan sagt:

    @ReinerEdelmann
    Oho. Ich rede hier nicht FÜR Gazprom. Sondern gegen den Glauben es gäbe irgendwelche internationale Groß-Unternehmen die „Gut“ sind. Ich glaube die Grenze zwischen gut und böse wird dann einfach allzugerne bei der politischen Verortung der jeweiligen Regierung gemacht. Das macht die Welt schön einfach, kann ich verstehen. Mir persönlich ist Gazprom auf dem Trikot allerdings lieber als zum Beispiel Nestlé es wäre. Oder Citibank. Wer Moral und Kapitalismus nicht auseinandergefriemelt bekommt, sollte sich mit vorwitzigen Unterstellungen zur Medienkompetenz anderer schön zurückhalten. Einfach mal die einschlägige Literatur (ab Marx bis heute) lesen.

  30. ReinerEdelmann sagt:

    @Rjonathan,

    nun wird es unschön!

    1. Sollte ich Dich verletzt haben, mea culpa.

    2. Wer hat denn gesagt, dass irgendwelche Großunternehmen gut (was auch immer gut heißt…) sind?
    Was hat dies in diesem Zusammenhang überhaupt für einen Belang oder Bezug?

    3. Haben wir Nesle auf dem Trikot, ist das unser Sponsor? Oder bleiben wir dann doch lieber bei Gazprom?

    4. Reden wir über Gazprom und Katar und den Bezug zu unserem Club oder zu Moral und Kapitalismus im Allgemeinen? Wollen wir hier das Verhältnis von Moral zu Kapitalismus behandeln oder doch lieber anmerken, dass Gazprom vielleicht doch nicht der ideale Schalke-Sponsor ist?

    5. Weg mit der reaktionären Abseits-Regel – freier Zugang zum gegnerischen Tor.

  31. RJonathan sagt:

    @ReinerEdelmann

    1. Ja, ich fand den Beitrag verletzend. Und nehme die Entschuldigung gerne an.

    2. Es geht mir nur um einen bestimmten Eurozentrismus. Die russischen Moral-Vorstellungen sind andere als unsere. Und ich finde unsere auch viel besser. Aber deswegen gibt es von mir keine Pauschal-Verurteilung für Unternehmen aus anderen Kulturkreisen. Seien das nun russische, afrikanische, arabische oder sonstirgendwelche.

    3. Es geht darum: Dreck am Stecken haben andere auch. Wenn du keine moralische Bedenklichkeit willst, dann verzichte auf Millionebeträge. Am Markt setzen sich die fieseren durch, nicht die moralischeren. Welche Unternehmen haben also die Kraft einen konkurrenzfähigen Betrag in einen Verein zu investieren und sind cool? Konkret fallen mir da nicht viele ein.

    4. Das erinnert mich an die Keller-Diskussion. Keller raus rufen ist leicht. Aber wer ist denn eigentlich der Heilsbringer, der alles besser macht.

    5. Zweiundvierzig.

  32. ReinerEdelmann sagt:

    @RJonathan,

    Danke für das Annehmen der Entschuldigung.

  33. leoluca sagt:

    @RJonathan

    Beim Thema Moral, Geld und Kapitalismus stellt aber doch die Frage:
    Was anderes ist Russland denn als ein oligarchischer Staats-kapitalismus? Ein Kapitalismus ohne klare Rechtsstaatlichkeit und politische Freiheit.

    Im Zweifel ist mir der westliche Kapitalismus lieber, den ich nicht schön reden will, der sich aber an Recht und Gesetz halten muss, die auf demokratischem Wege zustande kommen.

    Eine Enteigung der Gazprom-Konkurrenz durch staatliche Gewalt wie in Sotschi oder die ungehinderte Vertreibung von mehreren hundertausend Einheimischen in Sibirien zugunsten einer Gazprom-Förderung, die dort die ökologischen Lebensgrundlagen vernichtet, wäre in der EU undenkbar.

    Noch schlimmer geht es in den Emiraten zu. So ist Katar laut Verfassung eine absolute Monarchie. Staatsreligion ist der Islam und laut Artikel 1 ist die Schari’a die Hauptquelle der Gesetzgebung.

  34. RJonathan sagt:

    @leoluca
    Ja da gebe ich dir weitestgehend recht. Ich sage ja auch, dass ich die Moralvorstellungen (und die damit einhergehende Gesellschaftsordnung) hierzulande deutlich besser finde.

    An lebensgrundlage entziehenden Landenteignungnen sind westliche Konzerne in viel größerem Maße als Gazprom beteiligt. Genau aus diesem grund habe ich weiter oben Nestlé ins Spiel gebracht. Und unsere Politik – wenn sie dieser Tage von „guten Kriegsflüchtlingen“ und „bösen Wirtschaftsflüchtlingen“ redet – spielt da ein ganz übles doppelbödiges Spiel. Erst den Leuten in Afrika riesige umzäunte Felder aufs Land setzen, deren Bewässerung das ganze Land drumherum vernichtet, und dann beschweren, dass die bei uns auf ein besseres Leben hoffen und „nur aus wirtschaftlichen Gründen“ nach Europa wollen.

    An Katar habe ich wirklich nichts gut zu reden. Das habe ich oben auch schonmal erwähnt. Wobei das mit der Schari’a glaube ich nicht ganz so krass ist wie in Saudi-Arabien.

  35. BlueNote sagt:

    Möglicherweise benötigt unser Verein als zukünftige Entscheidungshilfe eine dringende Ergänzung seiner Einkaufsrichtlinie (sofern es diese überhaupt schon gibt?!), in der sich das im Leitbild beschriebene Wertegefüge wiederspiegelt. Denn selbstverständlich erwarte ich von meinem Club, der sich ausdrücklich im Leitbild zu sozialer Verantwortung, Fairness und Toleranz bekennt, der Gewalt in jeder Form sowie Rassismus entschieden ablehnt, dass er diese Bekenntnisse nicht hinterm Ortsausgangsschild oder jenseits der Stadionmauern, als Worthülsen enttarnt, enden lässt.
    Selbstverständlich erwarte ich, dass Lieferanten, Dienstleister und Geschäftspartner nach ethischen Grundsätzen ausgewählt werden, die offenbar noch genauer definiert werden müssen. Wären eben solche bei der Auswahl des Hauptsponsoren und des Trainingslagergastgebers angewandt worden, bzw. hätten solche Kriterien bei der Auswahl bereits existiert, stünde heute sicherliche ein anderer Firmenname vorne auf den Trikots und das Trainingslager würde in einem Land stattfinden, dessen Führung nicht antisemitsch, homophob oder rassistisch agieren lässt oder gar religiös extremistische Terrorgruppen der übelsten Art finanziell unterstützt. So politisch darf Sport, nein, muss der zweitgrößte deutsche Sportverein, schon noch sein! Denn meines Wissens bedeutet das e.V. nicht „ethische Versager“!

    Ich bin da ganz bei Torsten: die Verträge auslaufen lassen und dann nachhaltig etwas ändern! Alles andere wäre verlogen, unglaubwürdig und nicht mehr akzeptabel.

    Dass fast alle Global Player und börsennotierten Unternehmen als potenzielle Sponsoren Leichen im Keller haben, ist mir dabei durchaus bewusst. Aber ich erwarte doch, dass man zukünftig nicht mehr derart sinnentleert seine Seele an die allerübelsten Teufel verkauft. Aber sag‘ das mal beispielsweise den Werder-Fans…Die können derzeit auch garnicht soviele Hähnchenschenkel fressen wie die kotzen möchten…

  36. leoluca sagt:

    @RJonathan

    Wir sind uns einig.

  37. blues sagt:

    @blueNote
    Wenn du dir dann Gedanken über die Probleme mit der Schalker Führung bei der Erstellung und Umsetzung deiner ethischen Einkaufsrichtlinie machst, frag doch mal bei der Weltlädenbasis in Gelsenkirchen nach, die hat da 10-jährige Erfahrungen. Zusammen mit dem damaligen Stadionpfarrer und Marcelo Bordon brachten sie vor rund 10 Jahren den „fairen“ Schalke Kaffee auf die Strecke. Es blieb – soweit mir bekannt – bis heute das einzige, unter ethischen und nachhaltigen Gesichtspunkten kreierte Produkt. Warum wohl?

    https://www.el-puente.de/lilac_cms/de/,20ed0cc0812d10a8b00a30fb7e100d6a,shop,artikel_anzeigen,94,ko4-1904,,,,,,,,,,1/Schalke-Bio-Kaffee.html

    @Torsten
    Dass du hier der sonntäglichen Fensterrede eines Bayernfans Raum gibst, finde ich unsäglich. Da geht’s mir wie unserm Freund mit dem armenischen Nickname mit Rußland. Man hat und man braucht doch klare Feindbilder. ;-)

  38. Ney sagt:

    Dass wir es mit einem Traingslager in Katar mit Uhren-Kalles Club gleichtun und uns von denselben Typen zuscheiße losse mit ihrem Jeld wie die Bayern, ist wohl ein weiteres schlagendes Argument gegen diesen Trainingsort.

  39. Սաշա sagt:

    @Blues:
    Ich darf also nach all deinen Relativierung unterstellen, dass du das konkrete Verhalten Russlands im Ukraine-Konflikt akzeptabel findest, sowie die Rolle, die Gazprom bei der Umsetzung in diesem und anderen Sachverhalten der russischen Außenpolitik spielt? Ansonsten verstehe ich die Kritik (blablabla „Feindbild“) an meinen Ausführungen nicht. Wie schon gesagt (und da wiederhole ich mich, bis es auch der letzte verstanden hat und es euch zu den Ohren rauskommt): Differenzieren. Das hilft!

    Ich sage schließlich nicht, dass der Ivan wieder da ist und wir uns in Acht nehmen sollen, sondern kritisiere eine konkrete russische Regierung im Kontext konkreter Sachverhalte sowie die konkrete Rolle, die Gazprom in diesem konkreten Sachverhalt spielt. Mit keinem einzigen Wort kritisiere ich abstrakt generell alle russische Unternehmen, alle russischen Bürger oder „den Russen“.
    Wie schon bei der Vorjahresauflage dieser Alle-Jahre-wieder-Diskussion weise ich darauf hin, dass die Verfehlungen anderer Unternehmen und anderer Länder überhaupt keine Rolle spielen, wenn wir uns darüber austauschen, wie wir den Sponsor Gazprom oder den Gastgeber Katar bewerten. Wer alles sonst so welchen Dreck an welchem Stecken auch immer hat, kann man gerne in einer weiteren differenzierten Betrachtung über andere ausbeuterische oder zerstörerische Unternehmen diskutieren, wenn es um die Suche nach Alternativen geht. Denn nur weil uns ad hoc keine lupenreinen Alternativen einfallen, ändert das an den hier konkret diskutierten Missständen nichts. Alles was ich hier lese sind (wie schon beim letzten Mal) Verharmlosungen, weil irgendwelche anderen Länder oder Unternehmen, die mit dem FC Schalke 04 nichts zu tun haben, auch böse sind. Fehlt nur noch das gute alte „wenn wir das Geld von Gazprom/Katar nicht nehmen, macht es eben ein anderer Verein“. Nicht ich mache mir die Welt einfach, sondern die ewigen Relativierer und Opportunisten unter uns.

  40. klopenner sagt:

    Was man an der ganzen Gazprom und Katar Geschichte vielleicht mal beachten sollte: War zum Zeitpunkt der langfristigen Verträge schon alles über den Vertragspartner bekannt?

    Wir haben seit 2007 Gazprom auf der Brust. Da waren die hier noch gar nicht richtig bekannt. Als dann 2011 der Vertrag bis 2017 verlängert wurde, gab es den Konflikt in Russland noch nicht. Dass man dann nicht einfach vertragsbrüchig wird, sollte jedem klar sein.

    Auch mit Katar hatten wir jetzt einen Vertrag über 4 Jahre und die ganzen Missstände wurden doch erst im Zuge der WM Vergabe und der Stadienbauten aufgedeckt. Auch dieser Vertrag wurde irgendwann 2011 geschlossen, damit wir 2012 das erste Trainingslager machen konnten. Katar wurde zwar schon im Dezember 2010 als Gastgeber bekannt, aber war da schon alles Negative bekannt?

    Wir haben laufende Verträge und sind sicher nicht in der Position diese einfach zu brechen, da ich mir bei den Summen schon heftige Strafen vorstellen kann. Daher bringt doch die jetzige Diskussion herzlich wenig. Sollte unser Verein die Verträge erneut verlängern, können wir hier diskutieren und auf die Barrikaden gehen und den Verein mit Missachtung und sonstigen Sanktionen bestrafen. Aber jetzt?

    Dass weder Gazprom noch Katar in unsere moralischen Wertevorstellungen passen haben wir doch schon festgestellt. Wirklich zufrieden ist damit niemand, oder hab ich was überlesen? Alles andere ist erstmal Vertragssache und da sehe ich es genau wie ombre04

    Der Vertrag läuft noch, und so sehr ich dir inhaltlich zustimme, ich möchte meinem Verein keinen vertragsbruch nachsagen lassen wollen. Egal wie sehr ich den anderen Vertragspartner auch verabscheue, die Fehler wurden bei Vertragsabschluss gemacht und können mMn erst bei Vertragsende behoben werden.

    und daher gilt für mich auch die Aussage von Torsten

    Nach diesem Trainingslager läuft der Vertrag mit Katar aus. Nicht nur anständig reden sondern anständig sein, das erwarte ich von meinem Verein! Jetzt muss das Kapitel Katar enden, 2017 das Kapitel Gazprom. Endgültig!

  41. blues sagt:

    @Սաշա
    Ich bin hier geboren. Meine Großonkel wurden auf der Krim in schwarze Meer geworfen bzw. vom Pferd geschossen. Deutschland hat in dieser Gegend nie mehr etwas zu suchen.Schon gar nicht als vermeintliche Helfer. Die Menschen dort müssen ihre Probleme ohne uns zulösen versuchen. Ich gestehe Wirtschaftsfüchtlingen und politisch Verfolgten aus einem ehemaligen russischen Satelltitenstaat eine andere Erfahrung und Meinung zu. Deine matialische Rede, die jede politische Dialogfähigkeit unmöglich macht, teile ich jedoch nicht.

  42. Սաշա sagt:

    Martialisch?! Okay, an der Stelle bin ich raus. Übrigens auch an der Stelle, wo irgendwelche Großonkel von Pferden geschossen wurden und nur bestimmte Personengruppen das Recht haben sollen, etwas zu kritisieren. Wenn die Welt deinem Kredo folgt, dass jede Einflussnahme von Außen verboten ist und sich darüberhinaus sogar niemand ein Urteil erlauben darf, wenn er nicht direkt zu einer der Konfliktparteien gehört, bedeutet das in letzter Konsequenz, dass der Papiertiger Völkerrecht völlig durch das „Recht des Stärkeren“ verdrängt wird. Nur als Beispiel: Völkermorde stoppen?! Neeeeein, die völlig unterlegene, unbewaffnete Minderheit muss lernen ihre Probleme mit den jeweiligen „Herrenmenschen“ selbst zu lösen! Das hat schon immer gut funktioniert, was sowohl die ältere als auch die jüngere Geschichte beweist. Da muss die Welt auch weiterhin zusehen, eine Einflussnahme verbietet sich voll und ganz.
    Was den Dialog übrigens schwer macht, ist der Außenpolitische Habitus Russlands. Wer nämlich fremdes Territorium ohne jeden Dialog einfach so an sich reißt, dann darauf beharrt, dass das nun ihm gehört und darüber auch nicht mehr verhandelt will, der muss sich doch nicht wirklich über Sanktionen wundern. Am Ende bleibt die Krim ohnehin russisch und meinetwegen soll sie das. Die mehrheitliche Bevölkerung dort wünschte das schließlich nicht erst seit gestern. Allerdings hätte man das sicher auch anders lösen können. Dazu hätte es natürlich von vornherein einer Dialogbereitschaft bedurft, aber die hat das russische Vorgehen des „Faktenschaffens“ nun auch irgendwie obsolet gemacht.
    Auf der anderen Seite sollte die EU samt ihrer NATO-Mitglieder Russland auch nicht unbedingt an den Gartenzaun pissen. Vor allem wenn man nach dem Zusammenbruch der Sovietunion dem neuen Russland schon sehr deutlich zu verstehen gegeben hat, dass es trotzdem nicht mitspielen darf. Tja, und heute wundern sich alle. Hätte man besser lösen können, aber wie bei vielen anderen Sätzen, die mit „Hätte“ beginnen, ist auch hier der Zug abgefahren.

  43. BlueNote sagt:

    @Blues: ich stehe gerade auf dem Schlauch oder verstehe Deinen gedanklichen Ausflug zum Schalke-Kaffee gerade nicht richtig. Denn ich sprach vom Einkauf, Du nun aber vom Vertrieb von nachhaltig/fair produzierten Merchandising-Produkten. Oder wolltest Du einfach nur darauf hinweisen, dass der Verein schon früher bei diesen Themen (Nachhaltigkeit, Kommmerz-Ethik)schwächelte, bzw. dass dem Vorstand/dem Verein bislang einfach das nötige Verständnis und der Wille zur Umsetzung solcher Themen fehlte?

  44. leoluca sagt:

    Die Ablehnung eines in Mode gekommenen Russland-Bashings, die ich teile, ändert nichts daran, dass Russlands Autokratie, zu der auch Gasprom gehört, im Innern grundlegende Menschen- und Freiheitsrechte unterdrückt und nach außen auf eine neoimperiale Großmachtpolitik setzt und Krieg im Osten der Ukraine führt.

    Keine gute Voraussetzung für Entspannung und Partnerschaft. Der Gazprom-Vertrag sollte ebenso überdacht werden wie die durch unseren AR-Vorsitzenden öffentlich inszenierte Putin-Freundschaft.

  45. blues sagt:

    @BlueNote
    Einkaufsrichtlinie: Was der Verein verkaufen möchte muss er entweder selbst herstellen oder eben herstellen lassen oder einkaufen. Unter welchen ethischen, nachhaltigen und wirtschaftlichen Regeln er seine Lieferanten auswählt regelt die von dir ins Gespräch gebrachte Einkaufsrichtlinie.

    Dass eine solche, von ethischen und nachhaltigen Grundsätzen geprägte Einkaufsrichtlinie kurzfristig (innerhalb der nächsten 15 Monate – bis zur Lizenzierung für die Saison 16/17)) umsetzbar wäre hälst du für machbar. Ich halte das, mit dem Verweis auf den Beschaffungsprozess beim Schalke Kaffee für Träumerei. Anfangen sollte man trotzdem damit.

    Was meinst du, ist jetzt VW mit 17 % Katarbeteiligung in deinem Sinne noch ethisch korrekt oder Adidas mit den unsäglichen Bedingungen in der asiatischen Bekleidungsindustrie.

  46. blues sagt:

    @Սաշա

    „Wenn die Welt deinem Kredo folgt, dass jede Einflussnahme von Außen verboten ist und sich darüberhinaus sogar niemand ein Urteil erlauben darf, wenn er nicht direkt zu einer der Konfliktparteien gehört,…“

    Ich stelle diese allgemeine Kredo nicht auf, sondern du konstruierst es. Ich sage, dass Deutschland nach seinem Angriff auf Rußland vor 75 Jahren sich speziell und aus historischen Gründen, dort raushalten sollte.

    Dass ich das genauso meinte hast du natürlich auch verstanden.

  47. Erle72 sagt:

    Danke Torsten für deinen engagierten Beitrag. Die Diskussion darüber und deren logische Spagate sind echt interessant.
    These: Tschüss Gazprom und Katar weil scheiß Ausbeuter.
    Antithese: Alle Unternehmen mit Kohle sind scheiße oder sogar noch scheißer. Schalke braucht viel Kohle, deshalb kann es sich keine Gut-Unternehmen-Sponsor leisten. Daher sind alle Gazprom/Katar-Gegner naive moralische(igitt) Gutmenschen.

    Ich kaufe natürlich auch nur bei nur bei kik und Aldi, um mir mein Schalke-Sky-Abo leisten zu können.

    PS Apropos Schweinerei; wann läuft der Vertrag mit Tönnies aus?

  48. Սաշա sagt:

    Dass ich das genauso meinte hast du natürlich auch verstanden.

    Da du nicht etwa schriebst, dass die Menschen ihre Probleme ohne Deutschland lösen müssen, sondern

    Die Menschen dort müssen ihre Probleme ohne uns zulösen versuchen.

    und du auch sonst – aus historischen Gründen oder warum auch immer – eine Meinung zu gewissen Themenkomplexen für nicht angebracht hälst, musste ich davon ausgehen, dass du das anders gemeint hast. Nun verstehe ich natürlich noch weniger, wer wann wem helfen darf und erkenne auch schon wieder leichte Probleme im Rahmen der D-I-F-F-E-R-E-N-Z-I-E-R-U-N-G. Grundsätzlich halte ich ja schon per se nicht viel von bewaffneten Konflikten, noch weniger halte ich von Angriffskriegen. Das sieht die Weltgemeinschaft laut Völkerrecht ganz offensichtlich genauso und das ist es auch, was Russland so erfinderisch auf der Krim machte (wir erinnern uns an die Soldaten ohne Abzeichen). Ich verstehe es durchaus noch, wenn man vor dem von dir erwähnten historischen Hintergrund der Ansicht ist, dass man in dieser Region nicht mehr auf Ketten einfahren sollte – nicht einmal um zu helfen. Ich halte es aber für einen ganz anderen Sachverhalt, wenn man im Schulterschluss mit anderen Nationen der EU und der UN das völkerrechtswidrige Verhalten Russlands wirtschaftlich sanktioniert.

    Um aber zum Kern (FC Schalke 04 Gazprom/Katar) zurückzukommen: Nach dem ganzen relativierenden Gefasel von dir, wer sonst noch alles „böse“ auf der Welt ist und dass alle hier nur Russland-Bashing betreiben und inkonsequent snd (weil sie differenzieren), hätte ich von Dir gerne eine konkrete Einschätzung – ohne jeden Verweis auf (oder Vergleich mit) andere(n) Schurkenstaaten – zu der Frage, ob die im Leitbild des FC Schalke 04 geschriebene Toleranz oder auch deine ganz eigene Vorstellung von freiheitlichen Werten mit der Menschenrechtslage – ganz KONKRET – in Katar (nicht in Russland, Serbien, Australien, Pakistan, der Türkei, dem Iran oder sonstwo) vereinbar sind und wenn nein, ob du es nicht auch besser finden würdest, wenn der FC Schalke 04 keine Werbung für einen absolutistischen, homophoben, antisemitischen Staat machen würde, in dem Arbeiter wie wertlose Sklaven behandelt werden und in dem die Sharia als Rechtsgrundlage gilt, was eben auch die vorgefundene Menschenrechtslage in Katar begründet.

  49. blues sagt:

    Սաշա

    “ …Nach dem ganzen relativierenden Gefasel“

    Dass ich auf deine schrille Tonlage antworte, erwartest du sicher nicht wirklich.

  50. Սաշա sagt:

    Nein, dass du einmal konkret auf das Thema eingehst, selbst wenn ich dich darauf festnagele erwarte ich nun endgültig nicht mehr. Denn dazu rotiert die immer gleiche Relativierungs-Platte jetzt auch schon zu lange. Aber gut, es liegt natürlich an meiner Ausdrucksweise und weniger daran, dass du zum Thema absolut nichts beizutragen hast – abgesehen von „Alle Kritiker sind inkonsequent, weil andere [Länder, Unternehmen] auch schlecht sind.“

  51. Ney sagt:

    Leutz, soll das eine argumentative Auseinandersetzung sein?
    DAS ist eine argumentative Auseinandersetzung:
    https://www.youtube.com/watch?v=sAhEFuq62-I

  52. P.Howard sagt:

    Es wird Zeit, dass wieder Fußball gespielt wird.

  53. leoluca sagt:

    Wird doch: in Katar.

  54. Սաշա sagt:

    Gutes Stichwort! Sind eigentlich auch Testspiele für die Zeit des Trainingslagers angesetzt? Ich habe bislang nur herausgefunden, dass es – anders als im Vorjahr – keines gegen den FC Bayern geben wird. Für die Moral ist das wohl auch besser so. Zudem spielt man in der Rückrunde früh genug gegeneinander.

    Edit: Hat sich erledigt. Es sind zwei Testspiele angesetzt.

  55. Mike sagt:

    In Katar stehen für die Schalker zwei Testspiele auf dem Programm: am 10. Januar gegen den niederländischen Meister Ajax Amsterdam und am 15. Januar gegen den afrikanischen Spitzenklub Al-Merrikh FC aus dem Sudan (beide 17.30 Uhr Ortszeit im Jassim Bin Hamad Stadion in Doha).

  56. BlueNote sagt:

    @blues: VW ist nach meinen persönlichen (!) Maßstäben schon nicht mehr korrekt. Addidas ebenso. Ob aber eine 100%-ige ethische Einkaufspolitik in unserem Verein zeitnah umsetzbar ist, bezweifle ich genau wie Du auch. Dennoch fände ich, quasi als Initialzündung, eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema innerhalb des Vereins wichtig und richtig. Das Bewußtsein für Nachhaltigkeit und Verantwortung muss erstmal in möglichst viele Köpfe. Und das ist eine Management-Thema, muss also von oben kommen. Dann tut sich da auch was. Zumindest ein paar No Gos könnten doch als ein Anfang konsequent definiert werden. (Kinderarbeit, Beteiligungen von Staaten wie Katar etc.). Das wäre doch ein Riesenfortschritt und mir auch viel wichtiger als eine vegane Soja-Wurst in der Halbzeitpause oder Bio-Fassbrause aus mundgeblasenen Gläsern oder handgesammelten Kokosschalen…Konsum mit Verstand und Augenmaß halt…
    Hach ja…wenn wir Schalker nicht mehr träumen könnten…

  57. Torsten sagt:

    Bei solchen Fragen empfiehlt sich, oben im Blogkopf auf „Kalender“ zu klicken. Da sind auch Testspiele eingetragen ;-)

    @blues:

    Noch zum Einwand, dass der ursprüngliche Text von einem Bayern-Fan stammt .. ich war und bin mir gar nicht ganz sicher, ob Du das ernst meinst, da Du schließlich schon so lange hier kommentierst und mich diesbezüglich einschätzen können müsstest: Ob rot, gelb oder grün, ich pfeife auf Farben, wenn ich den Inhalt für richtig halte. Etwas Gutes nicht schätzen zu können, nur weil es von jemandem mit vermeitlich falschem Schal um den Halb stammt, solche Gedanken kann ich nicht nachvollziehen.

  58. Սաշա sagt:

    Ah, stimmt! Danke für den Hinweis, Torsten! Solange ich ein Android-Gerät benutzt habe, hatte ich auch stets eine Kalender-App mit Deinem Kalender synchronisiert. Da hätte sich die Frage erst gar nicht gestellt. Schließlich war man immer mit allen wichtigen Daten versorgt ;)
    Allerdings nutze ich seit kurzem Windows Phone und bin mir nicht sicher, ob und wenn ja wie man den Kalender dort importieren kann. Mal schauen, vielleicht geht das irgendwie trotzdem über die alte Gmail-Adresse.

  59. blues sagt:

    @Torsten
    War als beißende Ironie auf den Umgang mit „Feindbildern“ gemeint. Was mich beeindruckte, war wie wenig kontrovers dein Standpunkt heute gegenüber dem ersten oder zweiten Trainingslager damals war. Schon fast Mainstream. Sogar Gerd Müller, der Entwciklungshilfe Minster, forderte schon eine Neuvergabe der WM in Katar. Es bewegt sich was. Aber halt sehr langsam. Man braucht Geduld, wie mit den Trainern.

    @BlueNote
    Was du mit „Initialzündung“ beschreibst, meinte ich mit „Anfangen sollte man trotzdem“. Die Einführung von Nachhaltigkeits- und Sozialstandards ist aus meiner Erfahrung ein langes „Bildungsprojekt“, das eher noch zwei wie nur eine Generation braucht, bis es große Fortschritte gezeitigt hat.

    Noch ein paar Gedanken zu Gazprom. Man liest schon vereinzelt, dass sie ihr Ziel, Gas an den europäischen Endkunden zuverkaufen, aufgegeben haben und eine andere Strategie einschlagen werden. Wo Shell schon öfter mit seinem Image zu kämpfen hat, tut sich eine Gazprom logischerweise noch schwerer. Wenn es stimmt das Gazprom sich vom Ziel „Endverbraucher“ verabschiedet, brauchen sie Schalke und die UEFA-CL als Werbeträger nicht mehr und die Frage Gazprom oder nicht, löst sich auf.

  60. Je suis Charlie sagt:

    […] Tage lang ging es in diesem Blog um Politik. Mein Verein, der FC Schalke 04, tut Dinge, die ich schlecht finde. Die Diskussion war hitzig. Wie […]

  61. Mario sagt:

    Es ist wahrscheinlich wirklich fast unmöglich, moralisch einwandfrei zu konsumieren.
    Ein bißchen hat man aber doch selber in der Hand.
    Ich habe meinen Mobilfunkvertrag bei der Telekom gekündigt, weil die die falschen unterstützen.
    Von S Oliver kaufe ich nix mehr, seitdem die Sponsor derer aus dem anderen Dorf waren.
    Unsere Heizung ist eine Wärmepumpe, da können die ganzen Ganoven von drieben ihren Krempel behalten, mich verarschen die nicht.
    Mein VW ist von 1996, da war für mich und insgesamt die Welt da noch in Ordnunger.
    Mein Handy ist nicht von Nokia, weil die uns und Bochum beschissen haben.
    Dem ganzen Mobilfunk/Social Media/Asoziale Netzwerke-Wahn verwehre ich mich fast komplett, ich telefoniere etwas mobil und Ende.
    Meine Paybackkarte hat bislang nur den Schlitz von Aral gesehen, die ist diesbezüglich sehr monogam.
    Ich hatte nie Premiere oder Sky, und bis auf ein Spiel gegen Manchester in der CL habe ich auch noch nie Premiere oder Sky gesehen.
    Urlaub in der Türkei kommt nicht in Frage, da bleibe ich lieber zuhause.

    So ein prima Kerl bin ich.

    Allerdings brauche ich auch Benzin, kaufe auch von Adidas, esse auch Fleisch, gerne sogar, da wird´s dann wieder brenzlig.
    Bestimmt gibt es noch viele andere Dinge, Produkte, Unternehmen, von denen ich nicht weiß, daß damit etwas nicht stimmt.

    So ergibt sich für jeden die Frage: wie weit will ich gehen, wie weit kann ich auch unter finanziellen Aspekten gehen?

    Ich jedenfalls gehe nicht mit nach Katar und auch nicht mit nach Russland!

    Und jetzt? Schreiben wir jetzt jeder einen Brief an den Verein unserer Herzen? Wäre mal ein Anfang. Oder sind wir dazu zu faul?

    Grüße,

    Mario

    Das kriege ich auch ohne Differenzierung hin

  62. Ney sagt:

    „Katar zählt seit Jahren zu den Ländern, aus denen islamistische Terrorgruppen wie al-Qaida, Hamas oder die Taliban finanziert werden. In einem von Wikileaks veröffentlichten Memo äußerte sich auch US-Außenministerin Hillary Clinton besorgt über diese Verbindung.“

    Tageszeitung Die Welt vom 10.12.2012 http://www.welt.de/politik/aus.....Katar.html

  63. Exildynamo sagt:

    Und jetzt? Schreiben wir jetzt jeder einen Brief an den Verein unserer Herzen? Wäre mal ein Anfang.

    Wer ist eigentlich der Hauptverantwortliche für diese Werbeverträge?
    Peters? Tönnies?
    D.h., wie wäre denn der richtige Weg, um darauf Einfluss nehmen zu können?
    Müsste sich doch irgendwie zum gegebenen Zeitpunkt bei der Jahreshauptversammlung besprechen lassen, oder?

  64. Ney sagt:

    Wer ist eigentlich der Hauptverantwortliche für diese Werbeverträge?

    Was Katar angeht, Alexander Jobst http://www.wa.de/sport/schalke.....55203.html

  65. Johannes sagt:

    Für die Vermarktung, also auch Werbedeals, ist doch Alexander Jobst inzwischen der zuständige Vorstand. Allerdings stammt der Gazprom-Deal aus 2006, da hatte er nix mit zu tun, das war doch „Chef-Sache“, sprich: hat doch Tönnies höchstpersönlich mit Hilfe von G. Schröder eigefädelt, wenn ich mich recht entsinne.

    Was kommt nach Gazprom, wenn der Vertrag/die Kooperation mit Gazprom einfach ausläuft und nicht verlängert wird, aus welchen Gründen auch immer. Die Gedankenspiele oder der Plan B von Jobst/Vorstand/AR für diesen Fall würden mich sehr interessieren – und nataürlich würden Jobst usw. diesen Plan – aus wiederum sehr nachvollziehbaren Gründen – niemals offen darlegen …

  66. leoluca sagt:

    Wenn ich Herrn Jobst richtig verstanden habe (es gab im letzten Sommer mal ein Interview in der Financial Times), so plant man parallel zu und erst recht nach Gasprom mit neuen Geschäften in China, womit man ja auch schon begonnen hat.

    Die Wertediskussion hier ist also auch unter diesem Aspekt noch lange nicht beendet …

  67. Torsten sagt:

    Hisense und Huawei sind ja schon „Partner“. Ein FT-Interview habe ich verpasst, aber an das WSJ-Interview kann ich mich erinnern. Wir hatten das hier thematisiert:
    Schalke vor Hannover … und vor China

  68. Ney sagt:

    Bei unserem „Glück“ entpuppt sich das eine Unternehmen später als Ausbeuterbetrieb mit Massentodesfällen und Kinderarbeit, der andere als europaweit korrupt und mit staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen konfrontiert. Und dann fängt China wohl auch noch’n Krieg mit Japan an.

  69. Elmar Redemann sagt:

    Hallo Torsten und Co.! Hast mir aus der Seele gesprochen, deshalb hab ich das in ähnlichem Duktus via RS print und online auch so kommentiert. In letztem Fall mit Verweis auf hier.

  70. Torsten sagt:

    TV-Tipp: S04 gegen Ajax wird von Sport1 live gezeigt. Samstag, 15:30 Uhr.
     
     
    @Elmar Redemann
    Danke!
    Für die Mitleser: Elmars Text gibt’s hier.

  71. klopenner sagt:

    Irgendwas muss ja immer passieren:

    Unser bester Mann der Hinrunde ist verletzt. Fährmann hat sich das hintere rechte Kreuzband gezerrt (zum Glück nicht gerissen), fällt aber dennoch erstmal längere Zeit aus. Trainingslager ist jedenfalls schon mal beendet. Ausfallzeit vermutlich 4-6 Wochen

  72. Michael sagt:

    Das neue Jahr fängt ja schon wieder super an…….. habe gerade gelesen, dass S04 ohne zehn ins Trainingslager gereist ist und nun, der 11te kommt oben drauf. Ist wieder die medizinische Abteilung schuld oder wird einfach falsch trainiert? alles Muskel- und Sehnen-Verletzungen (ausser Farfan). Da läuft m.M. nach was grundsätzlich falsch.

  73. Dan sagt:

    Danke für diesen Beitrag! Du sprichst mir aus dem Herzen!

  74. Maddin sagt:

    Ich kann also zusammenfassen:

    – Vertrag mit Gazprom auflösen. Besser gestern als heute.

    – Nie wieder ein Trainingslager oder anderweitige mediale Unterstützung in/für ein unterdrückendes Regime.

    – In jedem Fall eV bleiben.

    – jedes Jahr CL spielen. Dabei auch gerne mal Chelsea oder Real Madrid schlagen.

    – Schulden abbauen. Am besten so um die 10 Mio pro Jahr

    – Gerne mindestens 5 Talente aus der Knappenschmiede in die Stammelf stellen.

    – Kein Zwanni fürn Steher

    Merkt ihr selber, oder?

  75. Ney sagt:

    Was ich merke ist, dass das keine „Zusammenfassung“ ist, noch nicht einmal eine halbwegs getreuliche Wiedergabe einiger Positionen, sondern eine verzerrende Darstellung und im Ergebnis platte Polemik. Das bringt niemandem was und die Diskussion auch nicht voran.

  76. leoluca sagt:

    @Maddin
    Ich merke, dass ich was vermisse: deine eigene Meinung.

  77. Maddin sagt:

    Dann sag ich mal so:
    Als über beide Ohren verschuldeter Verein (einziger eV im CL – ACHTELFINALE ?) der nicht auf Dauer auf die Geldschatulle von Tönnies angewiesen sein möchte, muss man halt mal Kompromisse machen. Ich finde die Partnerschaften mit Gazprom und Katar auch grenzwertig, aber nicht grundsätzlich verwerflich. Verträge im Sponsoring sollte man einhalten wenn man in der Zukunft auch weiterhin als verlässlicher Partner gelten möchte. Ich denke häufig an die JHV zurück als wir Mitglieder den Viagogo – Deal abgeschafft haben. Demokratie funktioniert und sowohl Jobst als auch Tönnies waren sich da offensichtlich der Tragweite dieser Kooperation nicht im Klaren.
    Ich bin überzeugt davon, dass nach Ablauf der Verträge neue Sponsoren gefunden werden. Man wird jedoch immer ein Haar in der Suppe finden so man denn nur gründlich genug sucht.

  78. McP sagt:

    Real, Barca und ich meine auch FC Porto und FC Basel sind ebenfalls Vereine im Achtelfinale.

  79. klopenner sagt:

    Jetzt reist auch noch Aogo aus Katar ab, wegen Verdacht auf Muskelfaserriss. Kann doch alles nicht mehr wahr sein. Werden wir die Seuche nie los?

  80. Carlito sagt:

    Sehr guter Beitrag! Hoffentlich nehmen sich die Verantwortlichen die Einwände von eigentlichen allen nicht nur zur Kenntnis, sondern handeln endlich auch mal gemäß dem Vereinsleitbild!

  81. BlueNote sagt:

    Das jüngste Interview mit Horst Heldt lässt nichts Gutes ahnen bez. Katar. Er nimmt einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Thema schon früh die Luft aus den Segeln:

    “ (…) Wir müssen nicht darüber diskutieren, dass hier auch schlimme Fehler gemacht wurden, die nicht akzeptabel sind. Aber der Dialog, die Auseinandersetzung mit dem Land findet vor Ort statt und nicht aus der Entfernung. Die Kataris haben sich diesem Thema (gemeint waren die Arbeitsbedingungen beim Stadionbau) sehr angenommen und in der Gegenwart Missstände behoben. Es ist eine Entwicklung, die man unterstützen und im Dialog begleiten sollte.“ Quelle: http://www.derwesten.de/sport/.....39491.html

    Oder will er einfach nur diplomatisch gegenüber dem Gastgeber sein und vor der Abreise keine Erde verbrennen?

  82. RJonathan sagt:

    Ich glaube ja, dass diese Aussagen Teil des Deals sind. Schalke bekommt das gratis, dafür müssen sie in Interviews drüber reden. Aber das ist nur eine Laien-Vermutung, keine Ahnung, wie solche Deals aussehen.

  83. Սաշա sagt:

    Abseits aller Diskussionen über wichtigere Belange wie Menschenrechte und Arbeitsbedingungen beschert uns nun auch der Sporteventveranstalter Katar im Rahmen der Handball-WM erste Eindrücke, was uns möglicherweise bei der Fußballweltmeisterschaft 2022 erwarten könnte:

    http://www.welt.de/sport/handb.....ftakt.html

    Beim Fußball dagegen hat Katar nicht glänzen können: Nach zwei Niederlagen beim Asian Cup in Australien ist die Nationalelf Katars schon vor dem letzten Gruppenspiel ausgeschieden. Bis zur WM im eigenen Land sind es allerdings noch sieben Jahre. Bis dahin findet sich vielleicht noch ein arbeitsloser Startrainer und vielleicht auch das ein oder andere Talent, dass für Geld den Pass wechselt.

  84. Rjonathan sagt:

    Noch nicht vergessen ist das unschöne Erlebnis mit Viagogo – Peters räumt ein, dass er die eine Million Euro Sponsorengeld „gerne gehabt“ hätte, aber letztlich sei dieser Vertrag eine „falsche Entscheidung“ gewesen. Für Schalkes Aufsichtsrats-Mitglied Ingolf Müller stehen auch Sponsorenverträge mit der Rüstungsindustrie, der Erotikbranche oder Finanzvermittlern auf der Tabu-Liste.

    http://www.derwesten.de/sport/.....50032.html

  85. Ney sagt:

    @Rjonathan
    In dem Artikel wird so auffällig oft betont, dass Schalke ein e.V. bleibt (immer mit dem leisen Unterton, dass eine Kapitalgesellschaft es leichter hätte), dass man den Termin für die Umwandlung schon anfangen kann zu raten.

    Ausführlicher zur Veranstaltung übrigens http://www.westline.de/fussbal.....09,2130380

  86. leoluca sagt:

    Der FC Bayern trainiert in Katar, spielt in Saudi-Arabien. Und was ist mit den Menschenrechten? Ein offener Brief eines Mitglieds an seinen Verein

    http://www.zeit.de/sport/2015-.....bien-katar

  87. To Qatar or not to Qatar, eine Frage der Prioritäten | rotebrauseblogger sagt:

    […] Königsblog (Schalke 04) […]

  88. Ney sagt:

    Nachtrag zu Dienstreisen in Öldiktaturen und die Rechtsform von Fussballvereinen:
    Der Show-Auftritt von Bayern München in Saudi-Arabien, der parallel zur Folterung eines politisch unliebsamen Bloggers durch den dortigen Staat durchgeführt wurde, geschah auf Betreiben des Bayern-Anteilseigners Volkswagen http://www.sueddeutsche.de/spo.....-1.2311898

    Nun wird man „Wünschen“ von Großsponsoren auch als e.V. ein Ohr schenken müssen, aber ein Mitbesitzer der Profiabteilung wäre auf Schalke in einer Position, bei der ein Wunsch schon fast Befehl ist. Sollte man bei zukünftigen Debatten bedenken.

    Wieso der Volkswagen-Konzern demnächst als Besitzer bzw. Anteilseigner von 3 Teams (Wolfsburg, Bayern, Inogolstadt) in der Bundesliga vertreten sein darf, ist mir nebenbei schleierhaft.

  89. ReinerEdelmann sagt:

    @Ney,

    So ist es!

    Zudem zeigt sich immer wieder, welch peinliche Person Guardiola ist. Dies hat nichts damit zu tun, dass er augenscheinlich ein großartiger Trainer (zumindest von Spitzenteams) ist.

  90. Ney sagt:

    Bisher fragte ich mich, wo sich konkret die AG-Form auswirken könnte, jetzt wird mir das Bild prägnanter. Man hat beispielsweise die Vertreter des Anteilseigners im Aufsichtsrat sitzen, von wo sie ihren Druck auf den Vorstand ausüben können.

    Beispielsweise sitzen bei Ingolstadt, wo die Fussballabteilung zu 80% dem Verein und zu 20% einer Audi-Tochter gehört, 2 ehemalige und 1 aktueller Audi-Manager im sechsköpfigen Aufsichtsrat. Bei Bayern München sind von 9 Aufsichtsräten 2 aus dem Volkswagen-Konzern, dazu noch Allianz, adidas, unicredit, Telekom. 6 von 9 aus der Wirtschaft, obschon dem Verein noch 75% der Aktien gehören.

    Man wird versuchen, das mit „strategische Partnerschaft“ und „Anteilseigner sind lieb und mischen sich nicht ein“ zu verkaufen, wie Dortmund und Bayern das auch tun. Aber wie das Saudi-Beispiel zeigt, will ein Anteilseigner natürlich aus seinem Engagement etwas herausschlagen. Und Trainer und Verantwortliche sehen sich verpflichtet, sowas wie den Saudi-Auftritt eine „Ehre“ zu nennen (siehe Pep G), und dem Verein noch weitere Schande zu bereiten.

  91. blues sagt:

    @ney
    Schön dass du darauf verwiesen hast. Damit dürfte sich zumindest an diesem Punkt, auch der fortdauernde Relativismusvorwurfs eines Kommentators der hier gerne im rheotrischen Kampfanzug auftritt, relativiert haben. ;-)

  92. Սաշա sagt:

    Was für eine neckische Spitze, blues…! Fragt sich nur: Unmittelbarer Zusammenhang zum weiter oben Diskutierten? Aber okay, lassen wir es gut sein.

    Interessanter finde ich da schon Neys Frage:

    Wieso der Volkswagen-Konzern demnächst als Besitzer bzw. Anteilseigner von 3 Teams (Wolfsburg, Bayern, Inogolstadt) in der Bundesliga vertreten sein darf, ist mir nebenbei schleierhaft.

    Er darf das, weil es aktuell noch keine Regelung gibt, die dieses Vorgehen verbietet.
    Ich kann mich erinnern, dass Braunschweig den Trikotsponsor von VW Nutzfahrzeuge zu Seat gewechselt hat, als es in die 1. Bundesliga aufstieg. Grundsätzlich scheint ein Bewusstsein für dieses Problem also vorhanden zu sein – auch wenn Seat natürlich ebenfalls zur Volkswagen-Familie gehört. Zudem ist mehrfaches Sponsoring auch nicht unüblich. So ist Adidas, Puma oder auch Nike Sponsor gleich mehrerer Bundesligisten, ganz ohne dass man dies kritisch betrachten würde.

    Gerade wenn es aber über bloßes Sponsoring hinausgeht, wenn ein Konzern – wie VW bei Wolfbsburg, Bayern und Ingolstadt – in den Aufsichtsräten mehrerer Bundesligisten vertreten ist, muss man Bedenken haben, ob sich hier in gewissen Konstellationen nicht zwangsläufig Interessenkonflikte ergeben. Die Frage, die sich die DFL stellen muss, ist ob und wie man dem einen Riegel vorschieben kann. Das dürfte rechtlich ein sehr interessantes Projekt sein.

  93. Ney sagt:

    Mit Bayer Leverkusen & Bayer Uerdingen gab es ja schon einen extremen Vorläufer (Leverkusen und Wolfsburg verabscheue ich mittlerweile noch mehr als ohnedies schon, weil sie als Präzedenzfälle auch noch dafür sorgen, dass die DFL gegen Gebilde wie RB nicht mehr angehen kann/will).

    BTW, die Uefa-Regelungen kenne ich nicht genau, also wieso 100% VW-Konzern Wolfsburg und 8% VW-Konzern Bayern München denn beide gleichzeitig zu den internationalen Wettbewerben zugelassen sind, obwohl teilnehmende Clubs nicht denselben Besitzer haben dürfen. Dass VW maßgeblichen Einfluss auf die Bayern AG ausübt, wissen wir ja spätestens seit dieser Woche.

  94. leoluca sagt:

    Die Verbindung von VW und Bayern München ist ja eigentlich schon seit ein paar Jahren gegeben durch die Doppelfunktion von Martin Winterkorn als Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG und als Aufsichtsratsmitglied bei Bayern München.

  95. derwahrebaresi sagt:

    kamerun raus, fein. ;-)

  96. Ney sagt:

    Kamerun als Sieger wäre noch besser gewesen.
    Dann fehlte zwar ein Spieler etwas länger,
    aber wer mal was gewonnen hat, wächst daran.

  97. Simon sagt:

    An beiden Sichtweisen ist etwas dran.

    Ich hätte es Choupo-Moting gegönnt, bei dem Turnier mehr zu erreichen, aber für uns ist es natürlich nicht so schlecht, dass schon am Samstag wieder dabei sein könnte. Er kann zudem noch sicher das ein oder andere Turnier mitmachen in seinem Alter.

  98. blues sagt:

    Human Rights Watch aktuell: Sport-Events und Menschenrechte

    Unter dem Titel „Immer weiter, immer höher“ – Sportveranstaltungen und die Menschenrechte, hat die Menschrechtsorgnaisation „HRW“ dem auch hier leidenschaftlich diskutierten Zusammenhang von Sportzirkus und Menschenrechten in ihrem Jahresbericht ausführlich thematisiert.

    Hier der Link zu dem Essay:

    http://www.hrw.org/de/world-re.....ers/132331

  99. leoluca sagt:

    Ein ausführliches Gespräch mit Minky Worden, eine der Direktorinnen bei der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch.

    Über IOC und FIFA, Katar und Russland, Fußball und Politik etc.

    http://www.faz.net/aktuell/spo.....95805.html

  100. RJonathan sagt:
  101. Johannes sagt:

    Wo ich gerade den Lesetipp von RJonathan sehe, möchte ich an dieser Stelle mal das Ebook „Macht Moneten Marionetten“ von Jens Weinreich empfehlen. Wenn man an Sport, Politik, Sportpolitik usw. interessiert ist, ein umfang- und detailreiches, insgesamt lesenswertes Werk.

  102. Jobstler sagt:

    Was wollen die katarischen Bestimmer eigentlich mit ihrer Geldschmeißerei und Korrumpiererei erreichen? Sichere Häfen, falls sich eines Tages das Volk aufmacht, um Emir Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, Scheich Abdullah bin Nasser bin Chalifa Al Thani und Co. an Laternenpfähle zu hängen? Oder einfach als Hobby (aber warum nicht lieber Eisenbahnspielen im Maßstab 1:1)?

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