Matija Nastasic

… ist 21 Jahre jung, 1.87m groß, Serbe, Innenverteidiger, Linksfuß und spielt ab sofort für Schalke 04. Die Blauen haben ihn vorläufig bis Saisonende von Manchester City ausgeliehen. Laut Zeitungsberichten sind dafür an Leihgebühr und Gehalt rund 4,5 Millionen Euro fällig. Außerdem hat Schalke die Option, den Spieler im Sommer fest zu verpflichten. Dafür wäre eine Ablöse von rund 13 Millionen Euro fällig, heißt es.

Nastasic wechselte im Sommer 2011 als 18-Jähriger zum AC Florenz und erspielte sich gleich einen Stammplatz. Ein Jahr später wechselte er für rund 15 Millionen Ablöse nach Manchester und hatte auch dort eine gute erste Saison. Unter Trainer Roberto Mancini bestritt der nun 19-Jährige insgesamt 21 Premier League-, 3 FA-Cup- und 5 Champions League-Spiele. Stets in der Innenverteidigung, in der Regel an der Seite von Vincent Kompany, nahezu immer über die volle Spielzeit. In einer insgesamt schwachen Saison der Citizens wusste der Debütant zu überzeugen und galt als zukünftiger Star.

In der Saison 2013/2014 geriet Matija Nastasic Karriere aber ins Stocken. Ein Grund waren mehrere Verletzungen: Probleme mit dem Knöchel behinderten den Saisonstart im August. Ende November fiel er durch eine in einem Spiel erlittene Verletzung für 4 Wochen aus. Eine Knieverletzung ließ ihn ab Februar fast alle Spiele bis Saisonende verpassen.

Aber auch wenn Nastasic spielte kam er nicht mehr an seine guten Leistungen aus der Vorsaison heran. Bei City hatte mit Manuel Pellegrini ein neuer Trainer das Sagen, und dieser schenkte dem jungen Spieler von Beginn an nicht das Vertrauen, dass er unter Mancini genoss. Er machte Fehler und wurde infrage gestellt. Während Nastasic verletzt war fand Pellegrini seine Innenverteidiger-Besetzung aus erfahreneren Spielern, der Serbe spielte fortan keine Rolle mehr. Noch vor Beginn der aktuellen Saison wurde ihm nahegelegt, sich einen anderen Club zu suchen. Er blieb und kam in der kompletten Hinrunde nicht zum Einsatz.

Schalke 04 ist für Matija Nastasic also ein Neuanfang. Für Schalke 04 ist Matija Nastasic ein Spieler mit Fragezeichen. Ihm fehlt es an Wettkampfpraxis und er war in den letzten 17 Monaten gleich vier Mal verletzt. Roberto Di Matteo mag davon überzeugt sein, dass Matija Nastasic zu alter Wettkampfstärke zurückfindet, tastsächlich ist aber wohl auch etwas Hoffen nötig.

Anderseits wäre ein Matija Nastasic in Topform und als Premier League-Stammspieler für Schalke 04 eben niemals zu bezahlen gewesen. Er ist immer noch erst 21 Jahre alt. Und wenn ein Deal im Sommer nicht bereits fest abgesprochen ist, wenn es sich um eine echte „Kaufoption“ für S04 handelt, dann ist die Rückrunde als Testphase lang genug, dann ist das Risiko für den Verein überschaubar.

Ein Transfer der mir, so wie er sich heute darstellt, gut gefällt. Von welchem verplanten Budget Schalke die Kaufsumme von 13 Millionen Euro im Sommer bezahlt, ob dafür Einnahmen aus Spielerverkäufen generiert werden müssen, werden wir noch sehen. Schalke bleibt immer spannend, natürlich. Aber das wissen wir hier ja.



Lesetipp

Für das Manchester City-Blog Typical City hat David Mooney den Aufstieg und Fall des Matija Nastasic bei den Citizens beschrieben: Matija Nastasic’s Fall From Grace



69 Kommentare zu “Matija Nastasic”

  1. derwahrebaresi sagt:

    dafür haben wir ja (hoffentlich) einen neuen Mladen Krstajic
    :-) verpflichtet.

  2. andres sagt:

    4 Mio (leihe & gehalt) – für ein halbes jahr
    um dann nochmal 13 mio für den kauf drauf zulegen
    so zumindest die kolportierten zahlen
    wenn sich das mal bezahlt macht…

  3. klopenner sagt:

    Jo, ich finde das auch ein großes Risiko. Zumal er in dieser Saison lediglich 1 Spiel und in der letzten wettbewerbsübergreifend 20 gemacht hat. Dafür aber auch häufig verletzt ausgefallen ist. Zuletzt bis Weihnachten.

    Ich hatte Hottes Entscheidung begrüßt, Kirchhoff nicht für 6 Mio zu verpflichten, dafür jetzt aber so ein Risiko Transfer? Für mich unverständlich. Zumal Hotte wohl zitiert wird, dass Nastasic ja ein Linksfuß sei, was unsere Stärke werden könnte, da wir keinen Linksfuß im Kader hätten…

    Zitat in der WAZ http://www.derwesten.de/sport/.....27322.html :“Der große Vorteil für uns ist, dass er ein Linksfuß ist – und der ist bisher in unserem Kader nicht vorhanden.“ Was ist denn Fuchs? Was ist Kola? Was ist Aogo? Oder meinte er das auf die aktuelle Situation bezogen? Kola noch verletzt, Aogo seit heute und Fuchs kann gerade nicht gut sehen?!

    Naja, ich bin sowieso immer skeptisch und kann diesen Transfer für die kolportierte Summe definitiv nicht nachvollziehen. Schon gar nicht, wenn er im Sommer nochmal 13 Mio kosten soll…

    Also abwarten und Tee trinken!

  4. Simon sagt:

    Hm. Das Linksfuß-Zitat wird wohl auf die Position bezogen sein, nehme ich an. Das ist zwar schon jetzt eine Stange Geld, aber ich bin vorsichtig optimistisch.

    Denn immerhin ist das mal ein Transfer, den der Trainer sich so explizit gewünscht hat und das will bei uns ja schonmal was heißen. Di Matteo wird sich also was dabei gedacht haben, und einen Plan haben, wie er den Spieler einsetzen möchte. Es KÖNNTE der Beginn einer überlegteren Transferpolitik sein und ein Ende der manchmal etwas blindwütig anmutenden Schnäppchenjagd. Warten wir es ab. Wenn ihm keines der komischen Autos, die da über den Trainingsplatz wuseln über den Fuß fährt, werden wir ihn wohl schon bald spielen sehen.

  5. Rjonathan sagt:

    Wenn er die Spielintelligenz hat, die DiMatteo von ihm erhofft, sollte er auch 13 Mio wert sein. Ich vermute es kommt so: er spielt ne Bombenrückrunde, wird dann verkauft und reisst sich dann ein paar Bänder in der folgenden Vorbereitung.

  6. Grieche sagt:

    Wenn Nastasic wirklich der absolute Wunschspieler von Di Matteo ist, der der unbedingt für sein System benötigt, ist es natürlich ein guter Transfer (trotz der schon für en halbes Jahr unglaublich hohen Ablösesumme). Ich hatte ja auf eine Kauf von Kirchhoff gehofft (bei dem es ebenfalls heißt, er könne das Spiel von hinten gut aufbauen). Papadopoulos verlässt und dann wohl leider. Und wie der kicker schon vor einer Weile geschrieben hat, ist das Drängen Di Matteos auf einen Innenverteidiger ein Misstrauensvotum gegenüber Ayhan (und Matip?)

  7. Maddin sagt:

    Persönlich finde ich diese kolportierten 2,5 Mio „Leihgebühren “ recht seltsam. Ist das in den anderen europäischen Ligen üblich?
    Ohne die verletzungshistorie jetzt dramatisieren zu wollen kam mir beim Lesen sofort Papa in den Sinn.
    Hoffentlich irre ich mich.

  8. Grotius04 sagt:

    Die Bild nennt heute andere, für Schalke deutlich günstigere Zahlen: keine Leihgebühr, bloße Übernahme des Gehalts bis Sommer, dann Kaufoption für 9,5 Millionen.

    Im Übrigen sollte man bei dem Transfer von Florenz zu City bedenken, dass die Fiorentina neben den 15 Millionen noch den City-Verteidiger Sasic (?) on top bekommen hat, der damals laut Transfermarkt.de einen Marktwert von 8 Millionen hatte (heute 14 Millionen).

    Ändert alles nichts daran, dass es ein einigermaßen riskanter Deal ist, allerdings mit noch größeren Chancen.

    Bin vorsichtig optimistisch. Hauptsache, er übersteht das Trainingslager gesund :(

  9. Lutt sagt:

    Das wären dann summa summarum 12 Mios (bei Kauf) oder der alte Stand 17,5 Mios, jeweils + Gehalt. Macht schon einen Unterschied. Ist schon ne Menge für einen IV. Beides – wobei Ersteres m.E. viel zuviel ist, Letzteres immer noch zuviel ;-)

    Soviel Geld für einen Wunschspieler des Trainers zu investieren, halte ich immer für gefährlich – im Zweifel kann der ja schon in einem halben Jahr wieder weg sein… – ich erinnere an Engelaer/Rutten oder die Post-Magath-Krise, wo selbst der Mannschaftsbus zu klein wurde.

    Generell ein riskanter Deal, der nur zu rechtfertigen ist, wenn der Spieler voll einschlägt. Daher halte ich die Vorgehensweise und das Beharren von Hotte auf eine vorherige Leihe für den einzig vertretbaren Weg. Gut Horst, jetzt nur nicht wieder so ‚n Obasi-Fehler (verfrühter Kauf, koste es, was es wolle).

  10. Malte sagt:

    Interessante Personalie. Hoffentlich bleibt er gesund.

    Dass jetzt ausgerechnet in einen Innenverteidiger so viel investiert wird, mutet auf den ersten Blick schon seltsam an. Andererseits bleibt es ohne Draxler und Farfan wohl auch in der Rückrunde bei der Dreierkette, daher hat man kurzfristig schon Bedarf. Und wenn man mal über die Saison hinausblickt, stehen hinter allen IVs mehr oder weniger große Fragezeichen was den Verbleib angeht. Ausschließen würde ich da nichts, nur ein Abgang von Santana ist wohl sehr wahrscheinlich.

  11. Schalker sagt:

    Ich sehe den Transfer kritisch.

    Jetzt kommt so also noch ein (auch noch extrem teurer!) Innenverteidiger, also für genau die Position, für die wir ja mit Höwedes, Matip, Kirchhoff, Santana, Neustädter, Ayhan, Friedrich (und nächstes Jahr auch wieder Papa) nun wirklich genug Alternativen hätten und bei der wir vor der Saison Papa abgegeben haben!

    Ich sehe auf der 6er und 8er viel größeren Bedarf, angesichts der zum Teil augenfälligen spielerischen Armut dort.

    Auch an Außenverteidigern (beide Seiten!) mit gutem Defensivverhalten herrscht größter Mangel, übrigens schon lange, seit Heldt bei uns sportliche Verantwortung übernommen hat!

    Seinen 30-Mio (Gehalt + Ablöse) „Königs“transfer Boateng, den Heldt wohl schon verletzt verpflichtet hat, wird er jetzt auch nicht mehr los…

    Nicht gerade berauschend auch, dass Nastasic gar nicht mehr ins Trainingslager kommen kann: War ja keine Zeit für Horst Heldt sich frühzeitiger darum zu kümmern…

    So ist das nun mal leider, wenn man – wie Heldt – ein völlig konzeptloses hire and fire mit Trainern praktiziert, die er den Medien immer dann sofort zum Fraß vorgeworfen hat (übrigens auch schon Rangnick mit den bekannten Folgen), wenn es ihm darum ging sich selbst aus der Schusslinie zu bringen: Dann muss man eben den neuen Trainern jeweils zu Beginn ihrer Tätigkeit erst einmal deren Wünsche erfüllen, alleine um so internes Vertrauen aufzubauen.

    Für eine mittel- und langfristige sinnvolle Ausrichtung und Zusammenstellung des Kaders (das wäre eigentlich Heldts Aufgabe!) bleibt dann zwangsläufig kein Raum mehr.

  12. Carsten sagt:

    interessanter Spieler… hoffentlich kann er die Erwartungen erfüllen!

    mal sehen wer da noch für ihn weichen muss?! Santana? Ayhan?

    auf Schalke ist wie immer alles möglich

  13. Malte sagt:

    @Schalker

    Nur mal so:

    Höwedes: Hat schon angekündigt, dass er noch ins Ausland will. Nicht unwahrscheinlich, dass er vor Ablauf des Vertrages geht.

    Kirchhoff und Papa: Leihen enden, Fortsetzung jeweils offen.

    Matip: Vertrag endet 2016, Verlängerung noch offen. Andere Angebote gibt es sicherlich. Will er bleiben?

    Santana: Geht vielleicht jetzt schon, ziemlich sicher im Sommer.

    Neustädter ist kein IV und sollte da auch nicht langfristig eingeplant werden.

  14. Սաշա sagt:

    Da Kichhoff – so hoffe ich – nicht verpflichtet wird, Santana ziemlich sicher abgegeben wird und Papadopoulos alles andere als ein Spieler ist, den man in irgendwelche Planungen als Konstante einbeziehen kann, ist es nicht nur sinnvoll, sondern sogar geboten einen neuen IV zu verpflichten. Man hätte dann noch Ayhan, Matip, Höwedes und Marvin Friedrich für die IV, zudem noch Aushilfskandidaten wie Neustädter und Kolasinac, die aber eigentlich auf anderen Positionen eingeplant werden. Ohne Nastasic wären wir also bei vier Spielern für zwei IV-Positionen, von denen zwei noch verdammt unerfahren sind. Diese Personaldecke scheint mir für hoffentlich drei Wettbewerbe 2015-16 doch recht dünn und auch schlichtweg nicht gut genug zu sein.
    Höwedes darf meinetwegen übrigens gerne vor Ablauf des Vertrages gehen. Noch würde er ordentlich Ablöse einbringen.

    Bis zum Sommer hoffe ich allerdings darauf, dass man sich ausreichend Gedanken gemacht hat, wer für den Spielaufbau im zentralen Mittelfeld die Verantwortung übernehmen soll. Es wird leider nicht zu vermeiden sein, dass man dafür teuer Qualität zukauft. Prince kann man dann gerne nach Ingolstadt oder Leipzig verkaufen. Die haben nach dem Aufstieg sicher Bedarf.

  15. Carsten sagt:

    Sead Kolasinac ist auf der 6 groß geworden auch wenn er zuletzt sehr gut als LV spielte!
    Aogo und Fuchs auf der Außenbahn, wobei Fuchs sich jetzt zuletzt sogar für einen neuen Vertrag empfohlen hat!

    ein Ersatz für Uschi muss her und da SAM auch nicht überzeugen kann noch ein weiterer Flügelspieler…. Prince wird schon wieder…. bin ich überzeugt von

  16. Ney sagt:

    Man sollte stets im Auge behalten, es ist eben ersteinmal nur eine Leihe bis zum Sommer.

    Sofern Heldt nicht nochmal dasselbe abzieht wie damals mit Obasi.

  17. Voice sagt:

    Lese gerade, dass Donis Avdijay bis Juni 2016 an Sturm Graz ausgeliehen wird (mit Rückholoption nach dieser Saison).

  18. Ney sagt:

    Lustigerweise kann er seine Mercedes in Graz bei „Pappas Gruppe“ kaufen.

  19. Michael sagt:

    @ Սաշա

    sehe ich übrigens auch so! uns fehlt die Qualität bei der Spieleröffnung, der 6 oder 8, und da fehlt es gewaltig. Ich denke schon, dass der Prince das bringen kann, wenn er top fit ist. Mal sehen, was die Halbsaison bringt.

  20. Lutt sagt:

    @Michael:
    das ist ja einer der Gründe, warum man Nastasic holt. Er soll aus der IV-Position heraus bereits ein exzellentes Aufbauspiel haben und dazu noch als Linksfuß (warum auch immer das wichtig ist).

    @Schalker:
    etwas einseitig, deine Darstellung. Die IV-Masse hatte bereits Malte aufgelöst und auf den AV-Positionen (v.a. rechts) ist Heldt schon länger (leider erfolglos) auf der Suche. Aber auch hier tendiere ich eher zu „lieber nicht“ als „Mittelmaß für viel Geld“!
    Was Heldt mit Rangnick gemacht haben soll, der aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten ist, ist mir unklar.
    Und die „hire and fire“ Mentalität, bei der man einen medial ungeliebten wie Jens Keller knapp zwei Jahre als Cheftrainer arbeiten lässt, ist auf Schalke schon echt ungewohnt.
    Aber zu Boateng gebe ich dir recht. Da hat Mailand sich wahrscheinlich kaputtgelacht. Aber auch dieser Transfer hatte am Anfang echte Zugwirkung und hat uns vielleicht ein Jahr CL-Teilnahme gesichert…

  21. Gino sagt:

    Einige machen eine Welle, das ist ja schon amüsant. Nastasic wurde von Didi Hamann als „super Spieler“ tituliert, der den Schalkern auf jeden Fall weiterhelfen wird.

    Er ist erst 21 Jahre und hat bei Manchester City, bevor ihn Verletzungen aus der Bahn geworfen haben, überzeugt. Er verfügt über eine exzellente Spieleröffnung, gerade da hat es auf Schalke immer gehapert. Ein Santana kann doch nicht vernünftig aus der Abwehr spielen, Matip hat da auch Schwierigkeiten.

    Wenn Nastasic verletzungsfrei bleibt, dann ist er eine glasklare Verstärkung. Er kommt am späten Abend im Trainingslager an, wird morgen früh die sportärztliche Untersuchung machen und danndirekt noch morgen mit dem Team trainieren.

    Er kann dann sogar, dass zweite Testspiel im Trainingslager mitmachen.

  22. Rjonathan sagt:

    Im modernen Fußball ist der Innenverteidiger der erste Spielmacher. Gerade wir, die wir den Ball so oft nicht hinten raus bekommen ohne ihn zu bolzen, haben einen Spielstarken Verteidiger nötig.
    Auf der 6 haben wir mit Goretzka (braucht noch ein paar Jahre), Boateng (wenn er gesund ist), Neustädter (wenn DiMatteo ihn in Form bekommt) immerhin ein paar Optionen. Insofern Halle ich das für die wichtigere und richtigere Investition.

  23. Carlito sagt:

    Ich denke, bei unseren finanziellen Möglichkeiten muss Heldt schon etwas Risiko gehen, so blöd, wie sich das auch anhört.

    Denn einen 100% fitten, bei City immer spielenden, Nastasic hätten wir uns im Leben nicht leisten können.

    Aber grundsätzlich scheint er in seinem noch jungen Alter ja über große Anlagen zu verfügen, ansonsten hätte ihn City nicht verpflichtet und hätte er dann nicht auch noch diverse Spiele als Stammspieler bei ihnen gemacht.

    Ich bin auf jeden Fall gespannt ihn in Aktion zu sehen!

  24. leoluca sagt:

    Ich denke auch, dass Nastasic nicht nur ein guter Verteidiger, sondern ein Mann ist, der das Schalker Spiel aus der Defensive heraus durch Präzision und Raffinesse schnell machen kann. An diesem Punkt hat unsere Defensive bisher ihre größten Schwächen – gerade auch Höwedes – und nur Joel Matip ist wirklich stark im Spielaufbau.

  25. Torsten sagt:

    Off Topic, aber sei’s drum … ist ja leider von Belang …

     
    Hattip an Peter

  26. klopenner sagt:

    Die Untersuchung in Straubing hat wohl ebenfalls eine Zerrung des Kreuzbandes ergeben. Insofern bleibt es vorerst bei 4-6 Wochen.

  27. Ney sagt:

    Mal wieder extrem schade, die Fährmann-Verletzung.

    Hoffentlich hält Giefer, was man sich von ihm versprochen hatte bei der Verpflichtung.

    Obwohl, den Wetklo hätte ich gerne auch mal spielen sehen. Der wirkt, als würde er für Schalke die gegenerischen Stürmer ohne Gewürz und Soße fressen.

    @Gino

    Ein Santana kann doch nicht vernünftig aus der Abwehr spielen, Matip hat da auch Schwierigkeiten.

    Matip am allerwenigsten.

  28. McP sagt:

    Wenn Nastasic mit seiner Entwicklung da weiter macht, wo er bis zu seinen Verletzungen aufgehört hat, sind 10 Mio sicher gerechtfertigt. Und wenn man dauerhaft zu den Top16 oder besser in Europa gehören will, muss man wohl auch in solche Preisregale greifen. Ob sich Schalke das im Moment leisten kann, ist trotzdem fraglich. Wenn Nastasic in ähnlichen Regionen wie bei City verdienen soll, ist das schon ein schwerer Brocken, ein weiterer Boost für das Gehaltsgefüge.

    Ich muss in diesem Zusammenhang auch an kürzliche Äußerungen von Tönnies denken. Die gingen in die Richtung, dass man von den Ausgaben her auch mal in Vorleistung gehen müssen. Das Ganze würde sich dann selbst zurückzahlen, wenn man ins Viertelfinale der CL und weiter vordringt. Als ob Schalke mit seinen Ausgaben bisher so wahnsinnig zurückhaltend gewesen wäre.

    Und dann wäre dann noch die Sache mit den Verletzungen. Kann man mal machen. Aber seine Zukunft darauf aufbauen, hauptsächlich anfällige Spieler zu kaufen und für das Beste zu hoffen, nun ja. Da wird man wohl mithoffen müssen.

  29. Սաշա sagt:

    Zunächst soll er bis zum Sommer das verdienen, was er auch bei City bekommen hat. Topverdiener wäre er bei uns damit (aktuell knapp 5 mio im Jahr) bei weitem nicht.

  30. Dropkicker sagt:

    Yeah, schöner Link @Սաշա
    Eins muss man den Headline-Akrobaten von der Bild echt lassen, um eine Alliteration allererster Kajüte sind sie nie verlegen.

    Schalke hat die Serben-Sense sicher!

    Großartig!

  31. Hendrik sagt:

    Bundesliga Latest @BL_Latest

    Laut @BILD hat Matija #Nastasic eine Klausel: Absolviert er 7 Spiele für Schalke, verlängert sich der Vertrag automatisch bis 2019. #S04

    Bundesliga Latest @BL_Latest

    In diesem Fall müsste Schalke 04 definitiv eine Ablöse von 9,5 Mio. Euro an Manchester City entrichten. #S04 [Bild]

  32. Der Hans sagt:

    „Nur“ 9,5 Mio. € statt der zuvor herumgeisternden 13? Oder steckt da noch irgendwo eine 3.500.000€-Zahlung drin?

  33. Սաշա sagt:

    Nein, zumindest laut den Details, die BILD zu wissen behauptet, hat Heldt City auf 9,5 mio. heruntergehandelt. Immer noch hoch genug, wenn man die jüngste Entwicklung von Nastasic bedenkt. Die ist leider ähnlich wie die von Papadopoulos, der sicher auch mal einen deutlich höheren Marktwert hatte.

  34. Voice sagt:

    Ich finde interessant wie unterschiedlich Joel Matip gesehen wird. Zwischen „hat [Matip] da auch so seine Schwierigkeiten“ (Gino) und „und nur Joel Matip ist wirklich stark im Spielaufbau“ (leoluca)gehen die Meinungen arg auseinander.
    Ich sehe es eigentlich so, dass er eine recht gute Spieleröffnung hat. Seine Fehlerquote hat er mittlerweile ziemlich minimiert. Höwedes hat seine Stärken sicher woanders, Kirchhoff kann ich noch nicht richtig beurteilen und Neustädter wird wohl nicht dauerhaft dort spielen, Santana ist eher ein Mann für die langen Bälle (was anscheinend auch zwischenzeitlich von di Matteo forciert wurde). Somit wäre Matip tatsächlich momentan (nach Verletzung) der einzige echte IV, der einen Ball gescheit nach vorne tragen/spielen kann.
    Ich denke auch, dass Matip mittlerweile bei den Fans besser gelitten ist als noch vor einiger Zeit, wo er doch oft der Sündenbock war. Ist er besser geworden oder haben die Leute eingesehen, dass er kein schlechter ist?
    Auf jeden Fall können wir einen starken IV mit Qualitäten in dieser Hinsicht sehr gut gebrauchen (den fiannziellen Aspekt mal außen vor gelassen). Sollte sich das Duo Höwedes/Nastasic bewähren könnte Matip wiederum eine Option für die Sechs sein. Ob damit aber die Baustelle defensives Mittelfeld geschlossen wäre möchte ich bezweifeln. Ich denke das wird Heldts Aufgabe für den Sommer sein (hoffentlich mit einer weiteren CL-Quali in der Hinterhand).

  35. Thomas25 sagt:

    @Nastasic:

    Wenn er einschlägt, verletzungfrei bleibt und für plus minus 13 Mille zu haben ist dann könnte sich der HH schon feiern lassen.

    @Schalker: Staubsauger/Spielmacher vor der Abwehr

    Sehe es ähnlich: Wir haben Bedarf auf der 6 und auf der 8: Was da Aogo, Höger und Mitarbeiter so veranstaltet haben erscheint mir stark ausbaufähig: Warum also keinen Kracher auf der 6 für 20 Mille holen?

    @billige Transfers:
    Rudi A. hat doch den großen Jiri Nemec ablösefrei geholt?..:)
    Und mit Ayan, Benny, Matip und vielleicht auch Kirchhof fahren wir doch ganz billig. Dazu noch einen feinen Verteidiger aus Liga 2 holen und wir sind dabei.

    @Kohle:
    Vielleicht verplant Horst schon die Draxler-Milliarden die wir im Sommer vom Scheich bekommen…:)

  36. Սաշա sagt:

    Ich finde interessant wie unterschiedlich Joel Matip gesehen wird.[…] Ich denke auch, dass Matip mittlerweile bei den Fans besser gelitten ist als noch vor einiger Zeit, wo er doch oft der Sündenbock war. Ist er besser geworden oder haben die Leute eingesehen, dass er kein schlechter ist?

    Ich glaube es hat sich mittlerweile auch bis in die hinterletzte Meckerkopp-Ecke herumgesprochen, dass Innenverteidiger im modernen Fußball mehr können müssen als umholzen und wegbolzen. Dass beispielsweise auch der Spielaufbau mittlerweile zu ihren Kompetenzen zählt. Ebenfalls dürfte mittlerweile erkannt worden sein, dass es die Spielweise einiger Innenverteidiger ist, Situationen zu antizipieren und sie zu verhindern, bevor der Zweikampf entsteht. Darin ist Matip ebenfalls sehr gut. Diese Spielweise ist es aber auch, die dazu führt, dass er gerne kritisiert wurde und noch wird. Denn wenn man sich verspekuliert, sieht man einfach immer dumm aus. Das ist beispielsweise bei Mats Hummels nichts anders.

  37. Michael sagt:

    Ich habe Matip langfristig eigentlich immer auf der 6 gesehen und konnte die teilweise zu heftige Kritik an ihm nicht nachvollziehen. ich würde ihn gerne mal mehrere spiele dort sehen – mit der vollen Rückendeckung der Fans! Ich glaube der wäre einer der besten Balleroberer der BL und Spielaufbau kann er auch, obwohl er sich da sicher noch steigern müßte.

  38. Ney sagt:

    Laut @BILD hat Matija #Nastasic eine Klausel: Absolviert er 7 Spiele für Schalke, verlängert sich der Vertrag automatisch bis 2019. #S04

    It das jetzt ein vorgezogener Aprilscherz von denen?

  39. Chris sagt:

    Das wäre doch ganz clever verhandelt vom Horstl, wenn man mit dazu nimmt, dass die Ablöse 9.5 Mio betragen soll (nicht 13), keine Leihgebühr anfällt (da waren 2,5 Mio kolportiert) und sein Man City Gehalt 5 Mio pro Saison betragen haben soll, während er bei uns amgeblich auf 3 Mio plus CL-Prämie kommt.

  40. RJonathan sagt:

    Ja, möglicherweise hat er diese Klausel eingebaut um den Preis zu drücken – auch wegen der angeblichen Konkurrenz aus Italien, wo man den Spieler direkt kaufen wollte – ohne Leihgeschäft. Ich frag mich aber immer, wo diese angeblichen Summen so herkommen. Kann man da überhaupt was von glauben?

  41. blues sagt:

    @RJonathan
    Ich habs´nicht verfolgt. Kommen die Zahlen zu den Spekukationen zu den Transferkosten von dem Unterhaltungskonzern mit den grossen Buchstaben und den vielen Pornobildchen oder vom seriösen Sprotjorunalismus?

  42. Սաշա sagt:

    Naja, über solche Vereinbarungen herrscht ja grundsätzlich immer Stillschweigen. Wie haltbar solche Zahlen konkret sind, lässt sich wohl kaum überprüfen. Das ist nur dann möglich, wenn die Vertreter der Vereine diese Zahlen bestätigen – was so gut wie nie passiert – oder wenn seitens der Presse eine vereinsinterne Quelle zitiert wird – was aus nachvollziehbaren Gründen ebenfalls nie passiert. Da macht es in diesen Fällen auch keinen Unterschied, ob der jeweilige Artikel aus dem Hause des Adolf Springer Verlags stammt oder vom „seriösen Sportjournalismus“ veröffentlicht wird.

  43. blues sagt:

    @Um2m
    Dass die Quelle für sich keinen Unterschied macht, hatte ich mir schon gedacht; deshalb hatte ich dich ja auch nicht gefragt.

  44. Սաշա sagt:

    Okay, blues, dann sage ich dir stellvertretend für RJonathan trotzdem, dass die konkret genannten Zahlen aus dem BILD-Artikel stammen und nicht vom „seriösen Sprotjournalismus“, wer auch immer das sein soll.
    Keine Leihgebühr und 9 mio. Ablöse schrieb zuletzt die BILD, 13 mio. Ablöse und 2,5 mio. Leihgebühr schrieben zuvor alle anderen (inkl. BILD).
    Ansonsten, wenn man schon nicht ganze acht Beiträge hochsrollen möchte (is ja auch echt weit), weiß aber auch google Bescheid – so als Geheimtipp vom Experten.

  45. blues sagt:

    Die übliche heiße Luft vom dem Unterhaltungskonzern mit den sportausschmückenden Pornobildchen aus der Journalistikabteilung kannte ich schon. Ich dachte es gebe vielleicht auch Fakten.

  46. Rjonathan sagt:

    Man blickt ja nie durch, wert so eine Zahl als erstes in den Raum wirft und er dann von allen anderen ab schreibt. Ich wurde echt gerne mal von einem Insider hören, wie hoch so die Trefferquote bei diesen Gerüchten ist. Zumal sich mit solchen zählen auch immer gut Stimmung machen lässt gegen oder für den Manager. Ich glaube ja bis heute zum Beispiel, dass Jurado keine 12 Mio gekostet hat, sondern dass das von Atletico so gestreut wurde, weil er Publikumsliebling war. Magath hat die Zahlen jedenfalls immer in der ihm eigenen Zynik über Presse und Gerüchte kommentiert.

  47. blues sagt:

    @Rjonathan
    der abgebende und der aufnehmende Verein, der Spielerberater und der Spieler selbst, sind die direkten Akteure in diesem Gerüchtenetzwerk. Dazu kommen dann mindestens noch die Medien, die diese Gerüchte entsprechend in Szene setzen, da sie Aufmerksamkeit für den Verkauf ihre Infos erzeugen müssen. Gerüchte und Sex gehen beim Boulevard bestens Hand in Hand. Mich interessiert halt immer ob es auch aussagen von den beiden Vereinen dazu gibt.

    Was anderes. Heute ist ja die Infoveranstaltung „Zwischen Tradition und Kommerz“ von Schalkevereint. Hat mich interessiert, hatte mich jedoch zu spät angemeldet. Ich machte mich auf die Suche, ob ich wenigstens über die Redner etwas fand. Beim 1. Redner/ Referenten, Dirk Rasch, den langjährigen Präsidenten des VfL Osnabrück und Buchautor wurde ich fündig. Er gab der NOZ ein über 20-minütiges Interview zu seinem Buchthema. Kann man sich gut anschauen und man bekommt vielleicht eine Vorstellung in welche Richtung die Veranstataltung u.a. heute geht. Hier der Link:

    http://www.noz.de/deutschland-.....038;512814

  48. Torsten sagt:

    @ “Zwischen Tradition und Kommerz”

    Ich war da. Den Vortrag von Dr. Rasch fand ich nur so halbspannend. Er sprach einem zwar „aus dem Gefühl“, brachte m.E. aber wenig Argumente zu seinen Thesen. Interessanter war der Vortag von Raphael Brinkert. Aber ich muss das nicht hier und jetzt zusammenfassen. Es lief eine Kamera, die Aufzeichnung wird via YouTube veröffentlicht. Ich werde beizeiten auch hier im Blog darauf hinweisen.

  49. blues sagt:

    @Torsten
    Lt. seinem Buch vertritt er grob gesagt zwei Thesen die er mit zwei Forderungen verknüpft. Meiner mMn ist seine Diagnose elementar und seine Forderungen richtig. Muß aber ergänzt werden.

    1.These

    Aufgrund der ungleichen Verteilung von TV-Geldern seit dem Jahr 2000, entstand in Europa eine Zweiklassen-Gesellschaft. Fußball wird langweiliger, weil er von wenigen Vereinen dominiert wird, die so stark sind, dass man vor dem Spiel weiß, wer gewinnt. Statt eines offenen Wettbewerbs mit offenem Spielausgang, wird ein Heroenkult (Bp: Bayern) betrieben. Die aktuellen Verteilungsschlüssel der TV-Gelder in der BuLi und auf europäischer Ebene,verfestigen diese (Macht-)strukturen, so dass die Kluft zwischen armen und reichen Vereinen immer noch weiter vergrößert wird.“

    Forderung:
    Gleichrangige Verteilung der TV-Gelder; zehn Prozent der Fernsehgelder für Nachwuchsförderung; mehr Geld für 3. Liga.
    Dazu ein fanfreundliches ethisches Konzept in Bezug auf Anstoßzeiten, Stehplätze und offenem Spielausgang.

    2. These

    Aufgrund der astronomischen Gehälter und Transfersummen (Heroenkult!) plagen die europäischen Vereine hohe Schulden. Insgesamt sind das 25 Milliarden Euro Schulden.

    Forderung: Drastische Reduktion der Gehälter durch die Uefa; Ausweisung sämtlicher Umsätze.

  50. Ney sagt:

    Alles nicht ganz falsch, aber wie Du schon sagst, auch nicht vollständig (was unmöglich ist). Bspw. Dominanz von bestimmten Vereinen ist doch althergebracht.
    Bayern-Meisterschaften:
    1980-89: 6 von 10
    1990-99: 4 von 10
    2000-09: 6 von 10
    Allerdings würden heutzutage die Aktionäre und Sponsoren den Bossen der Bayern AG wohl gehörig aufs Dach steigen, wenn sie bei dem Milliardeneinsatz nur noch 4 von 10 Meisterschaften generierten.

  51. Սաշա sagt:

    Zudem ist die Verteilung der TV-Gelder hier schon am „fairsten“. Hier ist es schließlich nicht wie in Spanien oder Portugal, wo sich die Branchenkönige selbst vermarkten und dem Rest nur Krümel übrig lassen. Nicht, dass ich der Ansicht wäre man könne das nicht noch fairer im Interesse des Wettbewerbs gestalten, aber wenn man den Bayern noch weniger Geld zusagen würde, wären die schneller aus der DFL ausgetreten als Kalle Rummenigge „Europaliga“ sagen kann.

    Im Interesse des Wettbewerbes am ehesten fair geregelt finde ich überraschenderweise die US-Profiligen. Da gibt es Salary Caps und die schlechteste Mannschaft der Vorsaison darf beim Draft den ersten Pick vornehmen (so zumindest in der NBA). So kann man nur Dominanz aufbauen, wenn man wirklich extrem gut arbeitet oder einfach mal einen Michael Jordan oder LeBron James draftet und halten kann. Dieses System ist schon beinahe sozialistisch geprägt – wenn das die Amerikaner wüssten! :D

  52. blues sagt:

    Mit der MSL beschäftigte ich mich auch schon mal ganz kurz. Ich weiss wenig und verstehe ihre Regularien nicht wirklich. Mir kamen sie aber ebenfalls „fast sozialistisch“ vor und fand es fast unglaublich was an Regeln tatsächlich verwirklicht ist.

    @Ney
    Rasch stellt die TV-Geldflüsse ab 2000 vor.

    Meinst du nicht, dass sich tiefgreifend und europaweit etwas ändern muss? Ich denke moralische Apelle und Selbstverpflichtungen reichen nicht mehr aus.

    Für mich z.B. sind massive Geldtransfers in Richtung Basisarbeit in den Vereinen in den Stadteilen und Dörfern denkbar, denn diese Vereine bilden bisher einen Kern der Integrationsarbeit von Migranten hier in Deutschland. Diese ehrenamtliche Arbeit wird auf Grund der Alterspyramide und der verkürzten Schulzeit immer weniger angeboten und kann nur durch bezahlte Trainer kompensiert werden. Das Geld dafür könnte u.a. aus den TV-Geldern kommen. Da käme die Antirassimuskampagne der UEFA dann auch über wie rein plakativen Bandenwerbebekenntnisse hinaus, und der Einsatz fürs Ehrenamt würde massiv gestärkt und wäre endlich mehr als diese medial aufbereiteten Lachnummern mit der DFB-ELF.

  53. Ney sagt:

    Basisarbeit, Integrationsarbeit, ehrenamtliche Arbeit hat aber doch mit dem professionellen Schaugeschäft „Profifussball“ nur die Sportart gemein. Warum sollen die Fussballunternehmen sich da finanziell bedeutend engagieren, über ein gutwillig gewährtes Almosen und einige Symbolaktionen hinaus, es ist doch gar nicht ihre Angelegenheit.

  54. blues sagt:

    @Ney
    Als Fußballunternehmen und Teil einer Unterhaltungsindustrie natürlich nicht. Wenn sich in der nächsten Zeit heraustellt, dass nur noch Kommerz, bereinigt um alles andere, das Selbstverständis der Arena-Unternehmen ausmacht, werde ich einen Teil meiner leidenschaftlichen Zeit wieder anders verbringen. Ein leidenschaftlicher Fan von Unternehmen und Marken wie VW, Redbull, Bayern M., Apple, Adidas und Schalke werde ich sicher nicht werden.

    Nebenbei gesagt, liesen sich genug Gründe finden, die Basisarbeit der Vereine vor Ort finanziell massiv zu unterstützen. Ein ganz egoistischer für die Vereine auf dem Weg zu Arena-Unternehemn soll hier genügen: Ihre Spieler kommen aus diesen (Ausbildungs-)Vereinen und verbringen die ersten 4-5 Jahre dort. Bisher partizipieren die ehrenamtlich geführten Vereine an den späteren Transfererlösen ja auch, sofern die Spieler bei ihnen ab der D-Jugend spielten. Das kann man doch leicht ergänzen.

  55. leoluca sagt:

    @Ney und blues

    Bin mir nicht sicher, ob die soziale Basisarbeit der Vereine wirklich mit dem professionellen Schaugeschäft „Profifußball“ nur noch die Sportart gemein hat. Das würde dann ja auch für jedes ethische Vereins- und Fankonzept gelten.

    Ich denke schon, dass man eine vernünftige Verbindung zwischen Kommerz und Vereinsimage ziehen kann. Schalke versucht es jedenfalls in seiner Außendarstellung, wenn es heißt, man sei mehr als nur ein Verein, Schalke sei ein Lebens- und Familiengefühl. Die Kumpel-Kampagne von Jung van Matt hat ja genau das zum Inhalt, auch wenn ich sie nicht für sonderlich überzeugend und gelungen halte, weil sie nah am Revierkitsch segelt. Aber der Versuch ist ja richtig.

    Bin daher mal auf den Vortrag von Raphael Brinkert gespannt, der für rhetorischen Esprit bekannt ist.

  56. Ney sagt:

    @leoluca
    Eine Kurzfassung zu Brinkert ist ca. ab der Mitte von http://www.westline.de/fussbal.....09,2130380

  57. leoluca sagt:

    Danke für die Kurzfassung. Hoffe, die Youtube-Version gibt mehr her.

  58. blues sagt:

    @leoluca
    Als Unterhaltungsevent oder als Zirkus brauche ich den ProfiFußball nur gelegentlich. Wenn er sich dem Gemeinwohl demnächst nur noch in der Form
    von flotten Marketingkamagnen und gelegentlichen Spenden verpflichtet fühlt, wird er bei mir seinen Stellenwert verlieren. Für andere mag die zunehmende Eventisierung des Fußballs gerade recht kommen, das ist mir schon klar.

  59. leoluca sagt:

    TV-Gelder: der nächste Kampf um die Fleischtöpfe kündigt sich an. Im nächsten Jahr werden die 2017 auslaufenden Rechte neu verhandelt.

    Dazu ein lesenswerter Kommentar von Robin Patzwald auf „Ruhrbarone“:

    http://www.ruhrbarone.de/tv-ge.....more-99089

  60. leoluca sagt:

    @blues.

    Geschenkt, was am Kommerz schlecht ist: Spieler und Fans entfremden sich, Emotionen und Traditionen werden für die Kraft des Geldes instrumentalisiert…

    Trotzdem ist der Profifußball viel mehr als nur ein Geschäft. Das Ziel ist nicht primär die Profitmaximierung, sondern guter und erfolgreicher Fußball. Alle wirtschaftlichen Anstrengungen unseres Clubs sind doch darauf gerichtet, eine gute Mannschaft zu haben und oben mitzuspielen.

    Ich denke, es ist eine fortdauernde Auseinandersetzung darum, wie viel Geschäft sein darf und wieviel Platz für Werte und Gefühle ist. Bei Viagogo damals und bei Katar heute hört für viele von uns der Spaß am Geschäft auf und das ist auch gut so.

    Andererseits sitzen in der Schalker Chefetage genug Leute, die eine große Nähe zum Vereinsleben, ein Verständnis für die Tradition und den Mythos, für die Werte und das Imaginäre unseres Vereins haben. Das ist mehr als nur Marketing wie auch eine Imagekampagne viel mehr ist als nur flotte Werbersprüche.

  61. blues sagt:

    @leoluca

    Ich sehe die weiter Entwciklung nicht so optimistisch wie du. Der Fußball steht für mich „gefühlt“ am Scheideweg. Die Diskussion darüber beginnt ja aber auch erst. Insofern habe ich auch noch Hoffnung.

    Ich glaube es geht VW, Bayer, Audi, Adidas, Puma, Redbull und wer demnächst noch dazu kommt, nur darum, die Profite zu erhöhen. Es muss ihnen darum gehen, denn ohne Überschuss platzen ihre Kredite und sie sind pleite. Da gibts keinen Weg raus aus den Profiten für kapitalgetriebene Wirtschaftsbetriebe, egal ob ein Einmannbetrieb oder Konzern.

    Der aktuelle Profifußball, also der Heroen- und Heldenfußball als medial inzeniertes Großereignis, zerstört mir zu viele andere Dinge die mir wichtig sind und die aus meiner Sicht dem Gemeinwohl völlig abträglich sind. Er kannibalisiert durch seine Strahl-und Medienmacht andere Sportarten und Kulturformen und er zerstört mit seinem eigenen Amateurberich sogar seine Grundlagen, u.a. durch die Ausdehnung seiner Anstosszeiten.Den ehrenamtlich geführten Vereinen bleiben die Spieler, das Personal und die Zuschauer weg. Die demografische Entwickung tut ihr Übriges. Während im Fußballolymp riesige achtstellige Beträge über den Tisch gehen, finanzieren sich die Fußballkreise durch Strafzahlungen für absurd konstruierte Vergehen ihrer Mitgliedsvereine.

    Der aktuelle Profifußball, der allein auf heroenhafte Spitzenleistung und Profit fokussiert ist, zerstört den Sinn fürs Gemeinwohl durch seine absurd hohen Heldenlöhne und Transferzahlungen und durch seine mediale Selbsstilisierung. Es zählt nur noch die Leidenschaft für das ganz, ganz große Ding.

    Wie heldenhaft erhöht und verklärt der Fußballstar in unserer Wahrnehmnung zwischenzeitlich auftritt, zeigt der Vergleich zwischen einem Politiker und einem Fußball-Star. Schau auf das öffentliche und mediale Bild des SPD-Politkers Edathy und schau auf das öffentliche Bild von Frank Ribery. Beide hatten einen Sexskandal/Mißbrauchsvergehen mit Minderjährigen oder Fotos von Ihnen. Der eine spielt weiter den Fußballgott, der andere steht am Pranger und wird fertiggemacht.

  62. Torsten sagt:

    Im Interesse des Wettbewerbes am ehesten fair geregelt finde ich überraschenderweise die US-Profiligen. Da gibt es Salary Caps und die schlechteste Mannschaft der Vorsaison darf beim Draft den ersten Pick vornehmen (so zumindest in der NBA). So kann man nur Dominanz aufbauen, wenn man wirklich extrem gut arbeitet oder einfach mal einen Michael Jordan oder LeBron James draftet und halten kann. Dieses System ist schon beinahe sozialistisch geprägt – wenn das die Amerikaner wüssten! :D

    Mit der MSL beschäftigte ich mich auch schon mal ganz kurz. Ich weiss wenig und verstehe ihre Regularien nicht wirklich. Mir kamen sie aber ebenfalls “fast sozialistisch” vor und fand es fast unglaublich was an Regeln tatsächlich verwirklicht ist.

    Das die US-Profiligen so funktionieren, lässt sich aus ihrer Historie erklären. Die US-Ligen haben sich schon immer als Show verstanden. Während sich in Europa Fußball-Clubs bildeten um sich im sportlichen Kampf zu messen – und sich damit schnell in sportlich / natürlichen Konkurrenzsituationen befanden – gründete sich in den USA mit den Cincinnati Reds der erste Baseball-Club, um zunächst mal als eine Art Showtruppe durch das Land zu reisen. Sie zeigten ihre Kunst – in diesem Fall ihr professionelleres Spiel gegenüber allen anderen Amateurclubs – ähnlich wie wir es heute noch von den „Harlem Globetrotters“ kennen. Sie verdienten damit Geld. Aus diesem Verständnis heraus gründeten sich Ligen, in denen es keinen Auf oder Abstieg gab, weil es eben um die Darbietung des Spiels ging. Und darum, damit Geld zu verdienen. Das ist grundsätzlich anders als die Entstehung des Profisports in Europa, wo lange der Amateurstatus als edler als das bezahlen von Profis galt.

    Vielleicht hat ja der eine oder andere den Film „Eine Klasse für sich“ (A League Of Her Own) gesehen, der mit Madonna, über die Frauen-Baseballliga in Zeiten des 2. Weltkriegs. Da wurde anschaulich dargestellt, wie Spielerinnen im ganzen Land gesucht und dann nach Stärke gleichmäßig auf die Teams aufgeteilt wurden – eben damit der Wettbewerb funktioniert.
    Auch der Ansetzung von Spielplänen im College-Football oder auch dem Umziehen von Clubs in andere Städte obliegt immer nur der eine große Grundsatz: Die Show muss funktionieren, muss attraktiv sein.

    „Die Show“ ist übrigens auch die umgangssprachliche Bezeichung für die großen Ligen, jedenfalls im Baseball. Wenn da ein Nachwuchsspieler eines Farmteams den Anruf des dazugehörigen Major League-Clubs erhält, dann wechselt er „in die Show“.

    Macht man sich das alles klar, wird einem auch schnell bewusst, warum das in Europa nicht umsetzbar ist. Die Regeln der US-Ligen funktionieren nur in einem in sich abgeschlossenen System. Ein System, das keinen Auf-, Ab- oder Einstieg vorsieht. Somit sind die US-Ligen paradoxerweise gleichzeitig das aus fußballtraditionsdeutscher Sicht tollste und furchtbarste zugleich: Ein in sich sehr soziales System, stets darauf bedacht auch das schwächste Team stark zu halten, und gleichzeitig der absolute Inbegriff des Kommerz‘.

  63. Simon sagt:

    Danke Torsten! – Für diesen kleinen historischen Exkurs. Das war mir so bislang überhaupt nicht bewusst, aber es klingt vollkommen plausibel. Mir kam die Möglichkeit einer solchen Übertragung der Verhältnisse der US-Sport-Ligen auf den europäischen Fußball intuitiv immer abwegig vor, aber deine Erklärung unterfüttert das ganze mit handfesten Argumenten.

  64. Սաշա sagt:

    Hätte man mir vor zehn Jahren gesagt, was ich jetzt schreibe, hätte das Vergangenheits-Սաշա ganz sicher überhaupt nicht gefallen:

    Das US-System, „The Show“, ist mir aus heutiger Sicht deutlich lieber, als das, worauf wir tendenziell zusteuern – aber auch grundsätzlich gar nicht mehr unsympathisch wie früher.

    Wenn der Fußballsport schon bedingungslos vor dem Kommerz kapitulieren muss, dann bitte wenigstens zugunsten von des Sports und der Fußballmarken, sprich den Teams selbst (‚Teams‘ hier synonym zu ‚Franchise‘ und gerade nicht ‚Klub‘ oder ‚Verein‘ zu verstehen). In einer Schwarz-Weiß-Betrachtung wäre mir ein Franchise-System lieber, in dem die Teams und der Sport – die Show eben – den alleinigen Markenkern bilden. Damit könnte ich mich eher anfreunden als mit einer Pseudo-Vereinshierarchie, an deren Spitze künstlich aufgeblähte Vereine stehen, deren Primärzweck es ist, Teil des Volkswagen-, Red Bull- oder Audi-Marketings zu sein.

    Der angenehme Nebeneffekt des spannenden Wettbewerbs ist gerade aus aktuellem Anlass nicht zu verachten. Der unangenehmste Nebeneffekt ist sicherlich das Gefühl, wenn man morgens aufwacht und man überrascht feststellen muss, dass plötzlich das Team nicht mehr da ist, das gestern noch in der Stadt war.

  65. Ney sagt:

    „Nastasic bei Generalprobe verletzt“
    las ich heute geschockt in der waz online, aber in Wirklichkeit stand da: „…bei Generalprobe gesetzt.“

    Da wird man doch langsam bekloppt, ey.

  66. andres sagt:

    jetzt ist er also ‚gekauft‘
    wegen einer im Leihvertrag festgelegten Einsatzzeit
    und ich frage mich: kann man eigentlich wirklich von einer Leihe sprechen, wenn eine solche Klausel besteht
    was hätte Schalke tun solln, Millionen an Leihgebühr und Gehalt zahlen und ihn dann nicht einsetzten, um nicht ggfs den Kauf herbeizuführen?
    nun ja, immerhin scheint er eine Verstärkung darzustellen.
    Ob er seinen Preis wert ist, werden wir dann nächste Saison sehen

  67. Ney sagt:

    Sieht so aus, als wäre damit die Rückkehr von Papadopoulos eher unwahrscheinlich? Würde Papa verkauft, wäre Nastasic damit quasi schon halb finanziert.

  68. andres sagt:

    da zB scheint es keine vergleichbare Klausel gegeben zu haben?!?

  69. klopenner sagt:

    wegen einer im Leihvertrag festgelegten Einsatzzeit

    Auf „DerWesten.de“ ist davon die Rede, dass durch seine Einsätze die Option nicht automatisch gezogen wurde, sondern erst aktiviert wurde. Soll heißen: Wir hätten uns seit gestern überlegen können, ob wir die Kaufoption ziehen möchten. Dass Hotte das direkt getan hat, hat mit der Vertragssituation nichts zu tun. Er hätte die Option auch verstreichen lassen können. Hätte sich Nastasic verletzt, oder wäre nicht eingesetzt worden, dann hätte es diese Option nicht gegeben.
    So jedenfalls hab ich das verstanden.

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