Schalke spielt „defensiv“, und das ist auch gut so!

Deutschland, glückliches Land! Nichts bleibt schwammig, alles hat seine Regeln oder zumindest seine Definitionen. Über mein jüngstes Problem mit einem Fußballgefühl half mir der ehrwürdige Duden hinweg:

defensiv
Wortart: Adjektiv
Worttrennung: de|fen|siv

Bedeutungen:
a. der Verteidigung dienend
b. auf Sicherung oder Sicherheit bedacht
c. (Sport) im Spiel die Abwehr, Verteidigung bevorzugend; aus einer verstärkten Abwehr heraus operierend

Ich muss zugeben, zuletzt empfand ich das Schalker Spiel in der Öffentlichkeit häufig als falsch dargestellt. Erst am Samstag gegen Bremen sah ich eine Schalker Mannschaft, die bei Ballbesitz stets den Weg zum gegnerischen Tor suchte. Da wurde nicht lange abgewartet sondern der schnelle Abschluss gesucht. Sie waren dabei meines Erachtens nicht gut, aber bis zur Führung war die Richtung gen gegnerischen Tor klar vorgegeben. Als ich auch nach diesem Spiel las, Schalke spiele ach so defensiv, sogar von Seiten Bremer Fans, deren Mannschaft in diesem Spiel eigentlich deutlich abwartender und hauptsächlich auf Kontersituationen ausgerichtet agierte, verstand ich meine Umwelt nicht mehr. Schauten die denn alle nicht auf den Platz?

Erst heute bemerkte ich meinen Fauxpas. Ich hätte mich früher hinterfragen sollen, nun schäme ich mich ein wenig für meine unberechtigte Selbstsicherheit. Erst der Blick ins richtende Werk der deutschen Sprache öffnete mir die Augen! Der Begriff „defensiv“ bedingt keineswegs irgendwelche Beschränkungen. Er beschreibt lediglich eine Bevorzugung.

So ist das auf Schalke, und so ist das bei den meisten Bundesligaclubs. Auch Teams, die ihre Gegner mit Pressing tief in deren Hälfte nötigen, tun dies, um den Ball vom eigenen Tor fern zu halten. Auch Teams, die nach längstmöglichem Ballbesitz trachten, tun dies, weil ein Gegner ohne Ball perfekt ungefährlich bleibt. Der Schutz des eigenen Tores ist jedem Club wichtig, damit fängt stets alles an.

Ja, nach der Zeit unter Jens Keller, mit ständiger Gefahr fürs eigenen Tor nach Ballverlusten im Mittelfeld, spielt Schalke endlich auch wieder „defensiv“!

Weshalb die Werder-Mannschaft vom Samstag, oder das Spiel von Borussia Mönchengladbach, regelmäßig mit anderen Adjektiven bedacht wird, verstehe ich immer noch nicht. Aber das liegt eben im Auge der anderen Betrachter und soll nicht meine Sorge sein.



40 Kommentare zu “Schalke spielt „defensiv“, und das ist auch gut so!”

  1. norwood sagt:

    Bisweilen habe ich das Gefühl, dass die Stilisierung Schalkes als einfallslos und defensiv mauernde Truppe schlicht vom vermeintlichen Ruf unseres Trainers herrührt.

    Er war noch nicht wirklich im Amt und schon hieß es von einschlägig bekannten Blättern und Internetseiten, dass der Gute ja für seine Mauertaktik berühmt sei (weil sie entweder keine Lust hatten, über die CL-Spiele Chelseas hinaus zu recherchieren, oder weil es ihnen schlicht egal war) und die Königsblauen jetzt den Betonmischer anwerfen. Kürzlich bezeichnete die BILD ihn dann auch noch als „di Mörtel“ und so weiter und so fort.

    Vielleicht ist der Vergleich nicht perfekt, aber vielleicht auch nicht ganz unpassend: so wie manche Medien niemals aufhörten Jens Keller als charismabefreites Gesicht der Krise zu stilisieren, scheinen sie jetzt halt nicht aufzuhören di Matteo als reinen Maurer zu bezeichnen – ganz egal, wie viele augenscheinliche Fakten und Statistiken dem zuwider laufen.

    Ich für meinen Teil bin sehr zufrieden mit unserem neuen Coach, mit der Taktik, mit der Entwicklung, die die Mannschaft nimmt – meine einzige Befürchtung ist, dass in einer längeren Schwächephase die Medien den Druck auf den Verein wieder massiv erhöhen. Die zu dieser Befürchtung passende Hoffnung wiederrum ist, dass unsere Verantwortlichen dann ruhig bleiben und dem Trainer Zeit geben, die er braucht (auch wenn es vielleicht „nur“ EL werden sollte).

  2. blues sagt:

    135 Tage Di Matteo – und kaum noch ein Weg nach vorne. Da lässt man sich gerne durch Worte oder rhetorische Weichzeichner verführen. Doch „Dominate Defensive“, oder auch nur defensiv, Röbis´ Schweizer Riegel ist kein süßer Verführer, sondern eine Betonwand, deren grauer Schlagschatten sich wie ein Übel über das Schalker Spiel legt. Defensive Dominanz passt in den Tagen von „shades of grey“ eben auch gut zu Fußballanalysen und manch Schalker Fan ist tatsächlich wie gefesselt vom Cantenaccio des neuen Zampanos.

    Offensive. Man meinte zu erkennen, dass Di Matteo Einzelspieler besser macht. Fuchs der Außenverteidiger wurde zum Spielmacher erklärt. Leider hat der neue Spielmacher gegen Frankfurt dann die Abschlussqualität eines solchen vermissen lassen. Der Spielmacher Fuchs war eine Eintagsfliege. Der Blogherr war untröstlich, fragte um Hilfe für eine Erklärung nach, dabei wurde Di Matteo einfach nur vom Glück verlassen.

    Und dann? Dann half nur noch „schöntrinken.“ Ein Spiel zum schönsaufen, kommentierte der Blogchef folgerichtig das Spiel gegen Madrid. Auch mir war, ob der Schalker Offensive, nach Magenbitter zumute.

    Auf Real folgte Werder. Vielmehr Werder drohte. „Ich denke, Werder ist momentan ein gefährlicher Gegner“ sagte unser Trainer. Mir schwant immer schlimmes, wenn Mannschaften die gerade noch gegen den Abstieg spielten, ganz stark geredet werden. Auch gegen Bremen, lockte uns also Di Matteo mit seinem Alpencatenaccio. Dazu setzte er eine Halbzeit lang auf das, was er wohl unter Angriffsspiel versteht. Von Di Matteo selbst, nicht nur von unserer Mannschaft wurde beim Trainerwechsel der nächste Schritt erwartet. Er blieb bei beiden bisher aus.

    Dann das Gejammere um die Verletzungen hier und anderswo. Plötzlich braucht man doch individuelle Klasse um offensiv zu spielen. Wer hätte das gedacht. Auch die Verletzungen gehen weiter. „Für mich ist das ein erster ganz entscheidender positiver Aspekt der Verpflichtung von Roberto di Matteo: Seit er da ist, haben wir keine muskuläre Verletzung mehr.“… „Roberto hat sofort erkannt, dass man in der Trainingsarbeit etwas ändern musste, beim Warmmachen, beim Stretching. Er hat die Verletzungshäufigkeit abgestellt.“. So wird Clemens Tönnies Mitte November im Kicker zitiert. Wird Di Matteo jetzt entlassen? Oder tritt wenigstens Tönnies zurück. Auf keinen Fall.

    So wundert es niemanden mehr, dass Grau in Gelsenkirchen unter Di Matteo keine Farbe mehr ist, sondern ein neues Eventgefühl ausdrückt. Gut, ich habe die Spielkulturkritik am neuen Schalker System jetzt kurz vor dem halben Jahr das Di Matteo demnächst Trainer war, rausgehauen; wer weiss, vielleicht sieht wenigstens die Punktebilanz nach dem überübernächsten Spieltag, nach BxB, der TSG 1399 und der alten Hertha schon wieder besser aus. Wenn nicht reden wir eben über die neue Krise. Diesmal hat sie kein Gesicht sondern drückt ein Eventgefühl aus. Grau ist das neue blau.

  3. derwahrebaresi sagt:

    @blues

    feine analyse

  4. Torsten sagt:

    Gewohnt wortstark jedenfalls, der blues, und wieder auf seinem Ritt als Rächer des Jens‘ :-)

  5. blues sagt:

    @derwahrebaresi
    Du bist auch so früh unterwegs?

    @Torsten
    Nix Rächer des Jens. Zeit der Satire. Und bei Tönnies sogar Zeit der Realsatire.

    Keller hat jedenfalls Ballbesitz üben und versucht spielen zulassen und ist daran gescheitet, dass er keine Idee hatte, wie er genau den Ball in den gegnerischen Strafraum bringen konnte. Keller kam nicht mehr weiter. Auch in meinen Augen.

    Das Dilemma von Di Matteos´Spielweise nun ist, dass er nicht mal ausreichend Ballbesitz hat um genügend Chancen für Tore herauszuspielen.
    Offensiv ist Di Matteo auf Heroenfußball angewiesen. Ein nur durchschnittlicher Choupo-Moting reicht da schon nicht mehr. Ein Plan für die Offensive ist bei ihm bisher nicht erkennbar und ein Tor des Gegners ist immer drin.

  6. Detlef (Doktor_d) sagt:

    Mir beginnt es langsam Spaß zu machen, dass man Schalke als Maurertruppe bezeichnet. Es zeigt, dass das Konzept von di Matteo aufgeht. Er wollte die Defensive stärken.

    Leider gibt es von Seiten einiger Medien, bzw. Medienvertreter auch andere aussagen: Schalke spielt nicht schön und erfolglos ( so in etwas las ich es bei blöd Online ).
    Erfolglos? Weil man 1 von 5 BL Spielen verloren hat und genau dieses auch ziemlich unnötig, da man hier in der 1. HZ nicht nur defensiv nichts zuließ, sondern auch zielstrebig nach Ballbesitz den Abschluss suchte und fand. Leider fiel kein Tor in dieser 1. HZ gegen Frankfurt.
    Ich amüsierte mich köstlich über den Kommentator WC Fuss der rumeierte das es eine Art hatte. Die defensiven Schalker bla bla bla.
    Noch besser die sogenannten Experten, die sich offensichtlich nur stümperhaft auf die Spiele vorbereiten.

    Auch gut Aussagen von gegnerischen Fans, als Beispiel die Gladbacher: „Wir ( Gladbach ) waren überlegen und hätten mindestens unentschieden spielen müssen.“

    Ihr ( Gladbach ) seid höchstens am überlegen gewesen, wie ihr den vielen Ballbesitz in etwas zählbares umsetzen konntet. Dumm nur, das den Gladbachern so gar nichts eingefallen ist.
    Ballbesitz hat nichts mit Überlegenheit zu tun.

    Allerdings könnte es natürlich immer noch etwas besser laufen bei Schalke, wenn man nämlich die sich bietenden Chancen in der Offensive besser nutzen würde. Hier ist das Fehlen von vielen offensiven Stammkräften deutlich zu merken.
    Und wenn die mal alle wieder an Bord sind, dann haun wir alle weg. ( Ausspruch von mir zum Nebenmann vor dem Gladbachspiel. Er lachte laut und meinte nur sinngemäss, grosse Fresse haben kannste gut )

    @blues
    wenn schon dann königsgrau ;-)

  7. Thomas1904 sagt:

    Ich fand die letzten Spiele jetzt auch nicht toll. Vorallem hab ich null Lust mehr auf Championsleaguespiele. Die Schere klafft dort doch extrem auseinander.
    Auch die Entwicklung in der Bundesliga gefällt mir überhaupt nicht und das liegt nicht an unserem Team. Ich möchte auch nicht Fan eines Vereins sein dessen zweite Mannschaft überlegen Meister werden würde. Als ich noch ein kleiner Junge war da konnte man davon ausgehen wenn ein Rummenigge oder ein Breitner länger verletzt sind, dann wirds ne spannende Saison. Heute spielt es keine Rolle mehr wer in München verletzt ist – die gewinnen trotzdem.
    Grundsätzlich denke ich macht unser Trainer alles oder zumindest vieles richtig. Die Defensive stabilisieren ist die einzige Möglichkeit auf Dauer erfolgreich zu sein. Unsere erfolgreichste Zeit die letzten zwanzig Jahre hatten wir als wir die wenigsten Gegentore kassierten (Neuer,Kristajic,Bordon,Rodriguez,Pander,Rafinha,Ernst….)von dieser Zeit schwärme ich noch und da müssen wir wieder hin. Damals hatte ich bei keinem einzigen gegnerischen Standard Angst um unser Team. Natürlich auch die Zeit mit Hajto,Waldoch,Nemec,Reck,van Hogdalem hat gezeigt wie wertvoll eine stabile Defensive ist.
    Ich denke auch momentan sind unsere stärksten Spieler gut im Tore verhindern und ich freu mich auf die Zukunft mit der besten Defensive.
    Matip ist einer der besten (und unterschätztesten) Innenverteidiger der Liga, von Nastasic hab ich noch nichts schlechtes gesehen aber viel gutes, Höwedes ist sicher auch einer der besseren Innenverteidiger mit leichten Abzügen im Spielaufbau, Fährmann ist vielleicht der zweitbeste Tormann in der Bundesliga, im Spielsystem mit Dreierkette gefällt mir auch Uchida extrem gut und natürlich ist auch ein Neustädter extrem wichtig für unseren Defensivverbund.Beim linken Aussenverteidiger bin ich mir noch nicht so sicher, ich finde da haben wir noch keine ideale Lösung – eventuell ein fitter Kolasinac?
    In diesem Sinne freu ich mich auf wenig Gegentore und hoffentlich auch bald auf ein schnelles Umschalten mit Zug zum gegnerischen Tor.

  8. RJonathan sagt:

    @blues
    Bremen hat zuletzt gegen Augsburg und Leverkusen gewonnen. Sie sind zusammen mit Wolfsburg das einzige Team ohne Niederlage und mit nur einem Unentschieden in der Rückrunde. Dieser Tritt gegen die Aussagen des Trainers ist purer Populismus. Er hat absolut recht wenn er sagt “Ich denke, Werder ist momentan ein gefährlicher Gegner“. Genau aus der aktuellen Statistik folgert eben das entscheidende Wort *momentan*. Alle Mannschaften haben Form-Hochs und -Tiefs. Und wenn du auf jemanden triffst, der gerade ein Hoch hat, dann ist der aktuelle Tabellenstand – mit dem du hier argumentierst – verfälschend.

    @Defensiv
    Habe mich ja an anderer Stelle schon als Freund des italienischen Stils zu erkennen gegeben. 2006 haben sie offensiv ein ziemlich klares Konzept gehabt: zwei Risiko Pässe (von der Abwehr ins Mittelfeld und vom Mittelfeld auf den Sturm) müssen reichen, um eine Torchance zu erarbeiten. Da beide hohes Risiko sind, springen am Ende wenige – dafür aber ziemlich gute Chancen raus. Da haben dann häufig 2 Chancen gereicht um ein Tor zu schießen.
    Die Berichterstattung über diesen Fußball in Deutschland war grauenhaft. Auch weil man schrecklich beleidigt war, dass die Italiener im Sommermärchen den bösen Wolf gespielt haben. Abgesehen von der unglaublichen kollektiven defensiven Intelligenz (Cannavaro & Nesta!) mit der sie im Raum agierten, und die es ihnen ermöglichte über 90 Minuten fast ohne Tacklings und gelbe Karten auszukommen, wurde auch das Risiko im Offensivspiel nie ausreichend gewürdigt. Dagegen gilt der Ballbesitz-Fußball von Barcelona (den man doch getrost als Offensiv-Catenaccio bezeichnen kann) als mutig. Dem anderen den Ball nicht geben ist vielleicht schlau und erfordert auch einiges an Können und kollektivem Denken, aber mit Mut hat das doch wenig zu tun…

  9. Karsten sagt:

    „Wenn wir den Ball haben, kann der Gegner keine Tore schießen.“
    Dieser Satz fasst ganz gut zusammen, warum die Guardiola’schen Bayern eine ur-defensive Spielweise ist. Ich finde sogar im berühmten „Finale Dahoam“ ließe sich argumentieren, dass Chelsea die offensivere Mannschaft war. Weil die sich in Ballbesitz ganz klar aufs Tor fokussierten, im Gegensatz zu deren Gegnern.

    Aber da gerät man dann an die Grenzen der Sprache und merkt, dass selbst eine präzise Sprache wie Deutsch irgendwann schwammig wird. Letztlich geht es darum ein einheitliches Verständnis für den Sprachgebrauch zu bestimmen, schätze ich.

  10. blues sagt:

    @RJonathan
    Gegen Mannschaften wie Augsburg, Leverkusen, Frankfurt, Bremen, Gladbach muss ein Verein mit unserem Anspruch in der Summe aus Hin-und Rückspiel deutlich punkten. Ohne wenn und aber. Gegen Bayern, Dortmund und Wolfsburg ist das kaum möglich.

  11. #Link11: Rotieren oder klebenbleiben | Fokus Fussball sagt:

    […] + + Taktik: Spielverlagerung umreißt die Idee einer Sechser-Kette im Mittelfeld + + + Taktik II: Torsten Wieland kann sich mit dem Begriff “defensiv” als Beschreibung der Schalker Spielweise […]

  12. Oliver Mertens sagt:

    Mauern, Mörtel, Meinungsmacher

    Ich halte diese ganze Defensiv-Diskussion inklusive der die Diskussion auslösenden Medienhysterie für völlig verfehlt. Erinnert sich noch jemand an die Ära Keller? Da war Schalke noch die „Schießbude der Liga“. Ich hatte bei jeder Spieleröffnung Angst vor dem tödlichen Fehlpass von Neustädter, Fuchs oder Matip. Alles was mit Tempo kam, hatte das Potenzial, die Deckung aufzureißen. Entsprechend viel Tore wurden kassiert. Solange noch eines mehr geschossen wurde, war alles ok, schließlich hatte S04 für Spektakel gesorgt. Und so wurden viele glücklich gewonnene Spiele in den Zusammenfassungen zu verdienten Siegen. Das ging immer dann dann schief, wenn der Gegner die Offensive im Griff hatte.

    Muss es da irgendwen wundern, dass der neue Trainer versucht, hinten Stabilität reinzubekommen? Di Matteo wäre ein schlechter, wenn er nicht diesen Weg ginge. Hub Stevens tat dies vorher unter der Prämisse „die Null muss stehen“. Di Matteo hat einen Plan, das ist zu erkennen. Ich hoffe, ich kann noch eine Mannschaft auf Schalke sehen, die er zusammengestellt hat. Angesichts der erschreckend kurzen Halbwertszeit der S04-Trainer kann ich allerdings nur hoffen.

    In dieser Saison kann es nur darum gehen, sich noch für die Championsleague zu qualifizieren. Wenn jetzt nach und nach Spieler wie Goretzka, Kolasinac, Draxler und vielleicht auch irgendwann Farfan zurückkehren, werden hoffentlich mehr Situationen spielerisch gelöst als zurzeit. Von den langen Bällen habe ich langsam genug.

    Der Knackpunkt gegen Bremen war, dass die Mannschaft nicht auf das zweite Tor gespielt hat, sondern sich zurückzog. Chupo war fast ein Totalausfall: sobald er den Ball bekam, war er meist weg. Ein Lichtblick dagegen war Platte. Den kannst du immer anspielen, auch mit dem Rücken zur Abwehr hält er den Ball am Fuß und spielt ihn zum freien Mitspieler.

    CL kann man abhaken, das war aber auch vor dem Real-Spiel schon klar. Bleibt also die Bundesliga. Und da sollten die nächsten beiden Spiele tunlichst gewonnen werden.

  13. leoluca sagt:

    Die offensive Spielweise ist im Prinzip nicht besser und nicht erfolgreicher als die defensive. Wenn beide gut gespielt werden, sind sie auch beide gut. Und wie wenig der spektakuläre Ballbesitzfußball vor einer heftigen spielerischen Krise schützt, weiß man in Dortmund jedenfalls schon länger.

    Dass Schalke in Frankfurt und gegen Bremen Punkte verschenkt hat, lag mMn nicht an der Spielidee von Di Matteo, die aus einer klugen Defensivordnung heraus das Umschalten im Mittelfeld nicht nur nach hinten,sondern auch nach vorn verbessert. Es lag daran, dass die Mannschaft diese Spielidee – anders als gegen Gladbach und Bayern – im ersten Fall nur eine Halbzeit und nicht über 90 Minuten durchgehalten hat, und im zweiten Fall davon gerade mal eine Viertelstunde Gebrauch machte. Gegen Bremen stand Schalke zwar hinten recht gut, aber nach vorn fehlten meist Tempo und Präzision – und vor dem gegnerischen Strafraum der Spielwitz.

  14. Torsten sagt:

    Offtopic-Tipp:
    Das Youth League-Achtelfinale zwischen ManCity und Herrn Elgerts U19 ist heute ab 16:46 Uhr live bei Eurosport zu sehen!

  15. Lutt sagt:

    Ich finde, wir nähern uns der Wahrheit fast einstimmig:

    – Aus einer geordneten Defensive schnell umschalten und nach vorne spielen ist das RdM-Konzept
    – Diese Taktik sorgt dafür, dass man selbst wenig Ballbesitz hat
    – Diese Taktik bedingt, dass der Gegner oft keine Lücken findet, Bälle hin und herschiebt und gegen eine „Mauer“ anrennt. Es sieht aus, wie Mauern.
    – Diese Taktik bietet wenig Höhepunkte, wenn man selbst im Vorwärtsgang fast jeden Ball (schnell) verliert oder die Bälle nur rausdrischt
    – Eine ähnliche Taktik hat den BxB aufgrund hochkarätiger Offensivkräfte mal zum Meister gemacht

    Es läuft doch darauf hinaus, dass die Umschaltbewegung in die Offensive und die Qualität im Offensivspiel verbessert werden müssen. Als Schalke Fan kann ich doch nichts anderes wollen.
    Oder wünscht sich hier jemand das Hin- und Hergeschiebe des Balles zurück (15 Rückpässe auf Fährmann!), bei dem man oft beim ersten Offensivpass (vertikal) ins offene Messer rennt?

  16. Michael sagt:

    „Hässlich – und jetzt auch noch erfolglos!“ so wird Schalke in der blöd verschmäht. Ich finde es eine Frechheit, wie manche Medien versuchen di Matteos Arbeit nieder zu schreiben. Komisch ist nur, dass die Königsblauen mit diesem defensiv ausgerichtet Stil nicht so schlecht da stehen. Ich möchte euch daran erinnern, dass wir unter in den Jahren 2005, 06 und 07 (mit Borden und KrstajiÄ) nicht so viel anders gespielt haben.
    Zweifelsohne gehen wir im Augenblick in der Offensive am Stock und sind vielleicht zu wenig schnell und konsequent in der Chancen Auswertung. Aber diese Schalke bashing von einigen Medien geht eindeutig zu weit.

    @Torsten: weiter so, ich finde es gut.

  17. derwahrebaresi sagt:

    @
    – Diese Taktik bietet wenig Höhepunkte, wenn man selbst im Vorwärtsgang fast jeden Ball (schnell) verliert oder die Bälle nur rausdrischt
    – Eine ähnliche Taktik hat den BxB aufgrund hochkarätiger Offensivkräfte mal zum Meister gemacht

    Ja, weil in der Truppe der Majas ein großer Teil der Jungs m.E. technisch versehentlich besser
    ist und man darum
    den Ball (NICHT schnell) verliert o. nur rausdrischt!

    @blues
    Ja, der frühe Vogel fängt den Wurm.

  18. blues sagt:

    @derwahrebaresi
    war schön zu sehen, dass man morgens nicht allein ist mit seinen Sorgen….

    @Michael
    Mann darf sich beschweren, die von blöd leben aber ausschließlich von der Auf- und besonders von der Erregung. Wenn beides zusammenfällt ist es sogar noch besser fürs Geschäft. Und dass beides zusammenfällt,und der Hingucker richtig aufgewühlt wird, dafür tun die dort einiges: Sie machen dir Stress d.h. sie erfinden Situationen die dich richtig übel aufregen. Die Methode hat bei denen System. Deshalb: besser nur die Bildchen gucken oder gar nicht mehr anklicken…

  19. Carlito sagt:

    Mir ist es ein Rätsel, warum Gladbach, dass seit geraumer Zeit unansehnlicher und auch nicht erfolgreicher spielt, in der Presse laufend gut weg kommt. Und warum bei uns, egal was ist, egal wie gespielt wird, eigentlich immer nur drauf gedroschen wird.

    Mich würde echt mal interessieren, was wir Teilen der Presse getan haben, für diese anhaltende negative Berichterstattung. Die für mich auch einen Großteil zu der ewigen Unzufriedenheit und schnell negativen Stimmung mindestens Trainern gegenüber auf Schalke beiträgt.

    Und dabei meine ich nicht mal nur die Blöd, die ich, nicht nur aus diesem Grunde, seit Jahren nicht mal mehr mit spitzen Fingern anfasse.

  20. blues sagt:

    @Carlito
    Ich habe einen anderen Eindruck. Di Matteo und sein System wurden in vielen Artikeln gelobt, nach dem Bayern- und Gladbachspiel sogar hochgelobt. Als dann gegen die Gegner Frankfurt und Bremen, die Schalke einfach schlagen muss, Di Matteos´ Offensivminimalismus verpuffte und die Abwehr doch die Fehler machte, die das System Di Matteo nicht erlaubt, kippte die Stimmung.
    Zurecht wie ich finde. Di Matteo muss liefern, so ist das Geschäft in der Unterhaltungsindustrie. Die Medien wollen Tore und Punkte sehen, um aufregende Berichte über spannende Spiele an die Leser bringen. Di Matteo ist derzeit nicht in der Lage, das bedienen zu können. Er liefert nur Catenaccio, eine Spielstrategie die nur eine kleine Minderheit interessiert. Oder kurz auch die Masse, wenn er damit Bayern stoppt. Aber im Moment stoppt er nicht mal Bremen oder Frankfurt. Aufregend ist sein Fußball aktuell nur, wenn er als Radioreportage inszeniert wird. Schalke ist unter einem sieglosen Di Matteo medial nur negativ verwertbar.

  21. Carlito sagt:

    @blues: Das sehe ich halt grds. anders, weil ich die Spielweise nicht als Catenaccio sehe. Eine stabile Defensive, ja, aber kein Catenaccio. Und das wir nicht nach vorne spielen, stimmt ja auch nicht. Wir spielen nur ohne elendig langen Ballbesitzfussball nach vorne. Leider geht uns aktuell nur die enorm gute Chancenverwertung aus Teilen der Hinrunde ab.

    Was in meinen Augen viel damit zu tun hat, wer bei uns in der Offensive fehlt, und das schon seit Monaten. Beziehungsweise wer jetzt außerdem noch ohne richtige Winterpause und Überspielt vom Afrikacup zurück gekommen ist.

    Und schon komisch, bei den Zecken gelten ne HALBE Mannschaft als Begründung, wenn sie an Tabellenplatz 18 stehen. Bei uns zählt eine GANZE Mannschaft die fehlt nicht, wenn man auf Platz 4, statt auf Platz 2 oder 3 steht.

    Und ich wage mal zu behaupten, dass wir mit Torwart 1 oder Torwart 2 auch gegen Bremen gewonnen hätten. Und schon hätte die Spielweise von RDM auch dort gereicht. Ohne Wellenreuther daraus jetzt einen Strick drehen zu wollen. Aber irgendwann macht sich der Substanzverlust in Summe dann halt doch auch mal bemerkbar.

  22. nevolution sagt:

    Ich würde eher sagen endlich spielen wir wieder defensiv sicher. Endlich spricht dies mal einer öffentlich an. Wir kommen in der Presse sowieso immer sehr negativ weg wenn wir nicht gerade eine Siegesserie hinlegen. Gladbach spielt unter dem Schweizer mit französischem Akzent seit jeher ultradefensiv und alle finden es klasse. Man muss sich nur mal deren Rückrundenergebnisse anschauen. 3 mal 1:0 und 2 mal 1:1 Wird daran irgendwo auch nur im geringsten Anstoß genommen? Aber wir haben ein Sturmproblem! Ja nee is kla wenn der einzig nominelle Mittelstürmer 4 Spiele gesperrt ist. Endlich hat auch ein bei uns verantwortlicher Coach mal verstanden wie man gegen sie spielt und sie mit ihren eigenen Waffen geschlagen denn sonst sind wir immer ins offene Messer gerannt. Dazu kommt auch noch das wir eigentlich seit 2 kompletten Serien mit unserer 2. Mannschaft spielen. Schaut euch die Verletztenliste an. Was die Jungs da reißen ist schon fast unheimlich. Wir haben uns trotzdem jedes Jahr für die Championsleague qualifiziert und wo war Gladbach mit ihrer 1. Mannschaft? Auf einschlägig bekannten Seiten wird diese Woche schon zum 2. mal über die ach so tolle Jugendarbeit des Vereins aus dem Süden geredet. Die sind bei Man City mit 0:6 unter die Räder gekommen. Habt ihr unsere Jungs heute gesehen? Die hatten die sowas von im Griff, lediglich ein Torwartfehler war spielentscheidend. Sogar die Britischen Kommentatoren wahren voll des Lobes und fanden den Sieg von City schmeichelhaft. Wir sind zum 2. mal in Folge die einzige Deutsche Mannschaft in der K.O. Phase des Wettbewerbs und es interessiert niemanden. Auch nicht das diese Jungs bei uns eingebaut werden und den Ausfall der halben Mannschaft seit 2 Jahren kompensieren. Stattdessen wird bei jeder Gelegenheit drauf gehauen. Ein Platte spielt gegen Real Madrid… ja genau Real Madrid in einem Play-Off Spiel und wir verlieren nur 0:2 und das unglücklich weil wir die Latte treffen sonst ein nahezu perfektes Spiel machen und Madrid eben diesen Ronaldo hat der ja nicht umsonst die Fussballverdienstkreuze in Serie absahnt. Der macht eben auch aus nichts ein Tor und eine Vorlage. Das wir einen 19 jährigen Keeper drin hatten habe ich dabei ganz vergessen. Man muss sich nur mal Vorstellen was da möglich ist wenn wir keine Verletzten haben. Bremen war ein typisches 0:0 Spiel woran wir nicht die einzig schuldigen waren. Wir werden aber wohl kaum besser wegkommen bis wir endlich mal wieder Meister geworden sind. Die Presse muss halt schreiben und wenn sie nichts zu schreiben hat dann ist auf Schalke immer Potenzial etwas mies zu machen. Von daher eigentlich alles beim alten System hin oder her. Gutgehn!

  23. blues sagt:

    Der Mythos von der Schalker Abwehrschwäche und dem Mann der die desolate Abwehr stabilisierte.

    Nachdem das Schalker Torwartwechselspiel mit der Festlegung und der Leistung von „Ralle“ Fährmann beendet war, waren wir defensiv guter Durchschnitt. Die Gegentorebilanz der ersten 10 Mannschaften am 34. Spieltag der Saison 2013/14 sah so aus:

    Bayern 23
    Dortmund 38
    Schalke 43
    Leverkusen 41
    Wolfsburg 50
    Gladbach 43
    Mainz 54
    Auigsburg 47
    TSG 1399 70
    Hannover 59

    Dass wir in die Saison 2014/15 defensiv schlecht gestartet sind, hatte mMn seinen ursächlichen Grund darin, dass wir bis zum 7. Spieltag:

    4 Spiele ohne Uchida,
    3 Spiele ohne Matip
    4 Spiele ohne Höwedes

    spielten.

    Clemens, Ayan und Santana waren als Backup (Von wegen BESKAZ)auf den Positonen meist überfordert.

    Nach dem Di Matteo die Trainerposition übenommen hatte, kehrten die Verletzten zurück. Dazu machte Schalke vermutlich neue Schulden und kaufte im Winter für 12 Mill. Euro einen IV und löste so das Problem mit Santana. Wenn dann Di Matteo auch noch 7-8 Defensivspieler aufstellt, sollte das Wirkung zeigen. Wir haben zwar kein ausbalanciertes System, daür aber einen neuen Mythos. Der wird sich auflösen…

  24. Ney sagt:

    Mythenbildung betreiben nicht nur Sky-Kommentatoren und Gästefans bei der Betrachtung des aktuellen Schalker Spiels, sondern eben auch die Schalker wenn es um die Beurteilung der jüngsten Vergangenheit und der Gegenwart geht.

    3 Siege aus den letzten 8 Spielen, dabei 7 Tore geschossen, 6 erhalten. Die Bilanz hätte Keller wohl so auch hingekriegt (wenn auch „defensiv unsicher“, also mit eher mit 11:9 Toren oder so). Aber wir können uns gerne weiter daran hochziehen, dass wir Bayern unentschieden gespielt (was allerdings auch schon im Hinspiel der Fall war) und gegen ein Real im Trainingsspielmodus nur 0:2 statt 1:6 verloren haben, oder was wäre, wenn wir keine Ausfälle hätten (hätte, hätte, Fahrradkette).

    Ich traue di Matteo zu, dass er Mannschaft und ihr Spiel noch verbessern wird, aber er braucht jetzt einen Erfolg in Dortmund, sonst ist die Schalker Bilanz in der Rückrunde dieselbe wie in der Hinrunde und im Sommer kommt Tuchel. (kl. Witz)

  25. Lutt sagt:

    @blues:
    Deine Zahlen sind nicht zu widerlegen. Aber ich lege die Gegentorstatistik auf Basis der letzten 10 Spiele (seitdem die Handschrift RdM zu sehen ist, würde ich subjektiv sagen) mal ähnlich aus:

    Wir haben 8 Tore kassiert (u.a. gegen Real u. Bayern gespielt), würde auf einen Bundesliga-Saison-Schnitt gut 27 Gegentore ergeben (im Vergleich zu 43).
    Dabei fehlten zumindest stellenweise Fährmann, Giefer, Kolasinac, Matip, Kirchhoff. Über die Verletzten der Offensivabteilung brauchen wir nicht zu reden.

    Man kann es ja so oder so drehen, aber dass die Mannschaft sich zumindest in ihrem Defensivverhalten stark verbessert hat, ist nicht von der Hand zu weisen und kein Mythos.

    Das reicht aber halt nicht und ist in den Ergebnissen keine wirkliche Verbesserung zu Keller (wie Ney schon sagt), zumindest jedoch schonmal eine Veränderung.
    Aber ich sehe ein halbvolles Glas und in meiner naiven Wunschvorstellung war die Stärkung des Defensivverhaltens Schritt eins von zwei. Wenn Schritt zwei nicht folgt, wird auch die Kritik an RdM lauter werden. Aber ein paar Monate und Rückkehrer sollten wir ihm dabei schon noch gönnen.

  26. Erle 72 sagt:

    Ich verstehe diese ganze Rückblickerei und Rückzählerei und Nachkarterei nicht. Wofür soll das gut sein? Als ob 2015 nicht genug Anlass zum Nachdenken böte. Gegen Gladbach haben die Schalker mich echt überzeugt um gegen Frankfurt dann die fehlende Offensive nachzuholen mit vielen Torchancen – leider nur für 25 Minuten. Das war es dann. Danach wurde die Deckung schwächer; Flanken von außen wurden weniger verhindert und vorne regierten die Fehlpässe. Gegen Bremen das Gleiche. Am Schluß wurden beste Konterchancen hilflos verdaddelt.
    Ist der Trainer auch an der Chancenverwertung schuld? Und jetzt MUSS gegen Dortmund gewonnen werden sonst …
    Was soll überhaupt das „zu defensiv“-Lamento“ wenn gegen Bremen 6-7 Spieler mit überwiegend offensiven Fähigkeiten aufgestellt wurden. Oder sind Barnetta und Fuchs inzwischen Defensivexperten geworden?
    Insgesamt sieht es eher danach aus, dass bis zum letzten Spieltag der Kampf um die europäischen Plätze fortgesetzt wird, mit vielen Aufs und Abs aller beteiligten Mannschaften. Ganz normal eben. Da muss nicht nach jeder Enttäuschung die Schuldfrage gestellt werden. Einfach weiterarbeiten. Dann wird hoffentlich auch das offensive 3 5 2 besser funktionieren und das 5 3 2 stabiler werden.

  27. klopenner sagt:

    Dazu machte Schalke vermutlich neue Schulden und kaufte im Winter für 12 Mill. Euro einen IV und löste so das Problem mit Santana. Wenn dann Di Matteo auch noch 7-8 Defensivspieler aufstellt, sollte das Wirkung zeigen.

    Nastasic ist erstmal nur ausgeliehen, für deutlich weniger als 12 Mio. Die Summe wird zwar angeblich nach 7 Pflichspieleinsätzen fällig, aber dann eben erst im Sommer.

    7-8 Defensivspieler (selbst wenn man Fuchs und Barnetta dazu zählen mag): Wen soll DiMatteo denn stattdessen in der Offensive bringen? Keller hatte zumindest Draxler dauerhaft, Farfan zeitweise, Huntelaar so gut wie immer und Boateng immer auf dem Platz stehen. Von den vier genannten ist einzig Boateng derzeit einigermaßen fit und nicht gesperrt. Sam macht eine gute Halbzeit und dann macht der Muskel zu. Meyer darf spielen, spielt aber die Bälle in 90% der Fälle zu spät. Platte durfte von Beginn an ran, und zählt nicht mal zu den Profis. Mehr ist eben an Offensive derzeit nicht verfügbar.

    Und jetzt spendiert Tönnies dem Verein Khedira?

    Hab ich auch eben gelesen und nach einem Blick auf seine Verletzungshistorie würde ich sagen, der passt perfekt in unseren Kader…ich finde ihn nicht schlecht, aber bei der Masse an Verletzungen wäre er wieder einer, der uns nicht wirklich helfen würde.
    http://www.transfermarkt.de/sa.....eler/29401
    Aber natürlich ist er genau deshalb vermutlich für uns zu finanzieren.
    Dennoch würde ich an Horst Heldts Stelle keine Spieler mehr verpflichten, die schon eine nachgewiesene Krankenakte haben. Das kann natürlich auch bei einem sonst nie verletzten Spieler passiere, aber so risikoaffin wäre ich nach den Erlebnissen der letzten 2 Jahre defintiv nicht mehr.

  28. Torsten sagt:

    Oder sind Barnetta und Fuchs inzwischen Defensivexperten geworden?

    Je nachdem, vor allem bei Fuchs. Wenn es darum geht, ihn schlecht zu finden, ist er kein anständiger Verteidiger. Wenn es darum geht, einen angeblichen Catenaccio mit Zahlen (bzw. mit Zählen) zu untermauern, ist er kein anständiger Offensivspieler.

  29. Manfred sagt:

    Wirklich benötigt werden doch sowieso neben dem 2. Rechtsverteidiger vor allem gefühlt 5 Torhüter.
    Ansonsten ist das, was da seitens der Medien so (v)erbrochen wird, doch nur die übliche ‚Lesen sie was anderes, hier steht eh nur Kolportagengestammel‘-Kotze (sorry, aber ich möchte das nicht anders bezeichnen).
    Säue, die durchs Dorf getrieben werden, Teil 2.549.881 (grobe Schätzung).

  30. derwahrebaresi sagt:

    @blues
    war schön zu sehen, dass man morgens nicht allein ist mit seinen Sorgen….

    ich bin stets bereit vieles zu schultern, aber dass mein herzensverein mir
    sorgen bereitet, lasse ich dann doch nicht zu. -:/

  31. Detlef (Doktor_d) sagt:

    @torsten
    Die Aussenspieler in der 5er Kette sind doch eher Hybridspieler. Sie müssen sowohl defensiv gut sein, aber auch die Offensive unterstützen.
    Eigentlich müssen sie sogar den offensiven Flügelmann ersetzen.
    Das klappt derzeit noch nicht immer gut.

  32. blues sagt:

    @Torsten

    Barnetta und Fuchs in der 3er/5er Kette

    „Wenn es darum geht, ihn den Spieler schlecht zu finden, ist er kein anständiger Verteidiger. Wenn es darum geht, einen angeblichen Catenaccio mit Zahlen zu untermauern, ist er kein anständiger Offensivspieler.“

    Die wenigen Vorlagen, Tore und wenigen Punkte aus den letzten Spielen die daraus resultierten, sprechen da ja eine klare Sprache was die Offensivqualität der Herren betrifft. Rhetorische Kniffe hin oder her.

    Ich wage wiedermal eine Prognose: drei Spieltage weiter, haben wird die „Graue“ Krise, wegen der fehlenden Qualität des wenig mediengerechten Offensivspiels.

  33. blues sagt:

    @Detlef (Doktor_d)
    Schön auf den Punkt gebracht.

  34. Ney sagt:

    @Detlef (Doktor_d)
    Achwas Hybridspieler – in den Genlabors der Knappenschmiede arbeiten sie doch längst an der Erschaffung von Chimären http://tinyurl.com/3vaownj . Die Kreuzung aus Rüdiger Abramczik und Willi Schulz kommt zur Rückrunde 2015/16.

  35. blues sagt:

    @klopenner
    Die Abwehr brauchte nicht stabilsiert werden, die ist besserer Durchschnitt. Santana musste ersetzt, und dazu müsste noch ein Backup für Uchida geholt werden. Beide Maßnahemen bringen zusammen nochmals 5 bis 7 Gegentore weniger und wir stünden dann bei 36-37 Gegentoren. Dafür brauchte es aber keinen neuen und dazu noch besonders ausgewiesenen Catenaccio-Trainer.

    Keller scheiterte nicht im Spiel nach hinten sondern im Spiel nach vorne. Er kam mit seinem System und seinen Ideen zu selten zum Strafraum durch. Das Ballgeschiebe ohne das erkennbare und erreichbare Ziel „gegnerischer Strafraum“, wollte und konnte keiner mehr sehen.

    Dass Di Matteo die defensiven Seiten der 3er/5er Kette sehr gut beherrscht und auch vermitteln kann, ist sichtbar und ein taktischer Zugewinn für die Mannschaft. Aber was seine Offensivideen angeht, hat er mich bisher, obwohl er mit „seiner“ Aufstellung arbeitet, nicht überzeugt.

    Ich messe Di Matteo an seiner Handschrift in der Offensive, und die ist nach bald einem halben Jahr, noch mit ganz blaßgrauer oder fast unsichtbarer Tinte geschrieben. Da muss mehr königsblau rein.

  36. klopenner sagt:

    Ich messe Di Matteo an seiner Handschrift in der Offensive, und die ist nach bald einem halben Jahr, noch mit ganz blaßgrauer oder fast unsichtbarer Tinte geschrieben. Da muss mehr königsblau rein.

    Da sind wir uns absolut einig. Wir sollten DiMatteo aber eben zugute halten, dass er in der Offensive eben nicht ständig auf die Bestbesetzung zurückgreifen konnte.

  37. Rjonathan sagt:

    @blues
    Gute Rede. Lass uns DiMatteo daran messen, aber geben wir ihm zumindest noch ein wenig Zeit.

  38. DSTS: Dortmund flitzt und Dost knipst - Zweierkette sagt:

    […] Schalke spielt defensiv und das ist auch gut so – ob Torsten Wieland vom Königsblog das nach dem Derby immer noch so sieht? Das 0:3 ist eine herbe Niederlage, schwerer jedoch wiegt die Chancenflut (31!) der Dortmunder, die das Ergebnis auch empfindlich höher hätte gestalten können müssen. Dass die Königsblauen nach vorne wenig bis nichts zu Stande brachten, kommt noch dazu. So befindet sich der Klub einmal mehr in einer fußballerischen Identitätskrise. Egal ob offensiv, defensiv, konstruktiv, destruktiv, Dreier-, Vierer- oder Fünferkette: Punkte müssen her oder das System wird unweigerlich in Frage gestellt. Gegen Hoffenheim, Hertha und Leverkusen warten intensive Duelle – wie wird di Matteo sie angehen? […]

  39. blues sagt:

    10 Wochen später steckte Schalke in der tiefsten Krise seit der Entlassung von Huub Stevens. Nach einer 2:0 Niederlager gegen den Beinaheabsteiger 1. FC Köln wurden Sam, Boateng und Höger von Horst Heldt medienwirksam suspendiert, um Handlungsstärke vor zugaukeln. Heldt war ziemlich hilflos ob der Situation. Vom Trainer war nichts zu hören. Etwas Neues war von ihm ja seit der 5er Kette nicht mehr zu sehen.

  40. blues sagt:

    Di Matteo ging nach dem letzten Spiel der Saison. Ein Reklamegeldempfänger von Tönnies Wurstfabriken „Spottblöd“ berichtete das bereits am späten Nachmittag des Pfingstsonntags. Am Pfingstmontag um 12.00 h fand sich zur Entlassung von Di Matteo und seinem Team aber immer noch keine Meldung auf der Schalker Homepage. Dabei steht ja besonders Pfingsten für die hohe Zeit der Kommunikation. Man könnte fast glauben, die Schalker Führung ist platt vor Überraschung, weil Di Matteo der Schalker Führung voraus war und hingeschmissen hat und nicht von Tönnies per SMS an Heldt rausgeschmissen wurde. Man hat sich einvernehmlich geeinigt, heißt es. Mmmh.

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