Mit Fünferkette und Zauberzwerg

Zum Glück hat Schalke mit 5er-Kette gespielt, beim 3:1 Sieg über Hoffenheim.

Man müsse alles überdenken, sagte Roberto Di Matteo nach dem indiskutablen Auftritt seiner Mannschaft im Derby. Die von ihm eingeführte Fünferkette war dabei, zum Symbol für risikoarmen Fußball ohne Offensivspiel zu werden. Dass es auch mit dieser Formation schon gute offensive Ansätze zu sehen gab war egal, viele mögen Fußball einfach. Gegen Hoffenheim spielte Schalke offensiv, erzielte drei Treffer. Wäre dies mit einer Viererkette geschehen, es hätte Schalkes Öffentlichkeit einen neuen „Glaubenskrieg“ beschert. Dieser bleibt nun aus.

Die taktische Aufstellung ist nur ein Gerüst. Mit der entsprechenden Spielweise lässt sich nahezu jede Formation beliebig offensiv oder defensiv interpretieren. Gegen Hoffenheim hatte Schalke die gleiche Anzahl an nominellen Offensivspielern auf dem Platz wie in den Spielen zuvor, sie waren in der gleichen Formation angeordnet, und doch war vieles anders. Schalke war bei gegnerischem Ballbesitz nicht so passiv wie zuletzt, störte früher. Man stieß nach Ballgewinnen mit mehr Spielern vor. Damit ging man ein gewisses Risiko ein, da so immer wieder recht große Räume im Mittelfeld entstanden. Dieses Risiko wurde aber belohnt. Schalke konnte sein Offensivspiel durchsetzen, konnte den Ball vorne halten, und nach Ballverlusten funktionierte auch das Absichern der Lücken im Mittelfeld durch Höger und Meyer recht gut.

Überhaupt war Max Meyer natürlich der auffälligste Spieler auf dem Platz und man hört nun schon wieder Rufe, dass, wenn er doch nur mehr hätte Spielen dürfen, alles sicher besser gelaufen wäre, in den letzten Wochen. Auch das halte ich für eine starke Vereinfachung des Geschehens.

Max Meyer hat ein tolles Spiel gemacht, aber er wurde diesmal auch geeignet von Eric Maxim Choupo-Moting unterstützt. Max Meyer ist ein riesiges Talent, aber auch er hatte in dieser Saison schon mehrere Einsätze in denen er sich mit seiner Technik nicht durchsetzen konnte, in denen er blass blieb, die Bälle zu lange hielt und wenig effektiv agierte.

„Du gewinnst nie allein“ ist auf Schalke regelmäßig zu lesen. Nicht mit einem bestimmten Spieler, auch nicht „allein“ mit einer bestimmten Formation oder Spielweise. Gegen Hoffenheim passte lange fast alles, Schalke gewann verdient. Und doch: Kaum verlor Schalkes Spiel gegen Ende etwas an Intensität, fand die TSG auch Lücken, kam zu einem Treffer und stand kurz davor, dass Spiel nochmal spannend werden zu lassen. Fußball ist ein durchaus komplexes Spiel. Aber nun ja, deshalb lässt sich auch so prima darüber diskutieren …



Foto: Tomek Bo



36 Kommentare zu “Mit Fünferkette und Zauberzwerg”

  1. Simon sagt:

    Ein guter, da differenzierter, Beitrag Torsten! Meyer hat, für so einen jungen Spieler ganz normal, auch in den ersten Spielen unter Keller nicht besonders gut gespielt, war teils auch unter di Matteo schwach und brauchte lange, um in diese Saison zu finden. Jetzt scheint er wieder da zu sein – aber ich fand es schon so erstaunlich, auf welche simple Gleichung diese Personalfrage in den letzten Wochen gebracht wurde. Das Spiel hat natürlich die Leute, die es gerne einfach haben, bestätigt (nachzulesen bei derwesten.de).

    Ich freue mich sehr, dass Max Meyer so gut gespielt hat und ebenso darüber, dass Choupo-Moting wieder zu seiner Form gefunden zu haben scheint. Mit Goretzka haben wir bald wieder eine gute Alternative im Mittelfeld. Ein Spiel also, das Hoffnung für die nächsten Wochen gibt. Nur Huntelaar sollte mal langsam wieder treffen.

    Von wegen nächste Woche. Ich wünsche Thomas Kraft nichts Schlechtes, aber er scheint für nächsten Samstag auszufallen. Das wiederum bereitet einer echten Stimmungskanone die Bühne. ;):

    http://www.kicker.de/news/fuss.....sv-12.html

    Bilder gibt’s bei youtube

  2. blues sagt:

    Magere vier Tore hatte Schalke seit dem Vorbereitung auf die Rückrunde in acht Pflichtspielen geschossen. Komplexizität hin oder her, man fragte zurecht, was es werden sollte, was Di Matteo in Katar und danach hatte einüben lassen.

    Es ist immer noch schwer erkennbar, aber man durfte sich am Samstag gleich über drei Tore in einem einzigen Spiel endlich mal wieder richtig freuen.

    Ob die Wochen der offenisven Magerkost nun vorbei sind, werden die Spiele nach Hertha BSC, gegen Leverkusen, Augsburg und Wolfsburg zeigen. Für uns ist derzeit fast jeder Gegner, ein schwerer Gegner. Und Real läuft sowieso völlig ausser Kokurrenz. Das hat sich auch unter Di Matteo nicht geändert.
    Zwischen Wunder und Desaster ist weiterhin alles möglich.

  3. Maddin sagt:

    No Matip, no Party!

  4. Benjamin sagt:

    Also meiner Beobachtung nach war das gerade keine Fünferkette, jedenfalls nicht in der Abwehr. Fuchs und Barnetta bzw. Barnetta und Uchida standen sehr hoch und haben sich auch bei Hoffenheimer Ballbesitz nicht bis zur Dreierkette zurückfallen lassen. Das war ein astreines 3-5-2, sprich ein Fünfermittelfeld (sicherlich keine Kette), wovon auch das deutlich offensivere Verteidigen, das du ansprichst, zeugte. Man muss meines Erachtens nach auch erwähnen, dass wir endlich mal ein paar Kombinationen im Offensivspiel hatten und nicht vornehmlich über lange Bälle versucht haben, nach vorne zu kommen. Zudem hat Di Matteo früh auf den Spielverlauf reagiert und Fuchs (bis dahin sicherlich bester Spieler auf dem Feld) rausgenommen, um die eigentlich fällige gelb-rote Karte zu vermeiden. Irgendwie war also so ziemlich alles anders als im Derby. Ich habe insbesondere die offensivere Ausrichtung überhaupt nicht erwartet und bin deshalb sehr positiv überrascht. Hoffentlich geht das so weiter.

  5. Speed Glas sagt:

    Glück Auf!
    Über das Spiel gegen Hoffenheim lässt sich in der Tat nicht meckern. Die beiden Tore von Meyer sprechen für seine gute Leistung im Spiel, aber das Tor von Fuchs war auch absolut sehenswert. Endlich hat Schalke sich mal wieder Torchancen erspielt und den Ball nicht nur einfach hoch und lang nach vorne geschossen.

    Nachdem überall Lobeshymnen auf Meyer gesungen werden und das auch verdient, finde ich, dass man auch mal Höwedes und Höger hervorheben muss.
    Als RIV ist Höwedes bombenstark, ich finde es beeindruckend, wie viele Zweikämpfe er ohne ein Foulspiel gewinnt. In seiner Technik Zweikämpfe zu führen hat er sich seit der WM sehr verbessert. Momentan zähle ich ihn auf jeden Fall mit zu den besten auf dieser Position.
    Was Höger betrifft, ist, dass er von dem Trainerwechsel sehr zu profitieren scheint. Defensiv und offensiv zeigt er richtig gute Leistungen. Für mich ist er defenitiv in allen Belangen Neustädter vorzuziehen. Ich habe auch nicht verstanden, warum er ausgewechselt wurde. Er ist sehr sicher am Ball und im Passspiel, kann Situationen auch spielerisch lösen, ohen den Ball direkt in Aus oder blind nach vorne zu dreschen. Als ZDM ist er für Meyer genau der richtige, weil er ihm den Rücken freihalten kann.
    Natürlich wird es andere Meinungen geben, aber mMn sind diese beiden Spieler die besten in der laufenden Rückrunde.
    Ayhan hat als IV auch eine ansprechende Leistung gezeigt, dafür, dass er fast nur auf der Bank saß. Vielleicht wird er bald mehr als nur eine Alternative auf dieser Position.
    Bleibt nur abzuwarten, wie Kolasinac zurück kommen wird. Ich denke, dass er als Spieler mit einer starken Physis und Zweikampfstärke genau den Wünschen von di Matteo entspricht.

  6. Lutt sagt:

    Es geht doch.

    Das war gefühlt eine der besten Saisonleistungen und widersprach den Befürchtungen, die aus den letzten Leistungen entstanden sind.
    Wenn das Derby ein Warnschuss war, der alles zum Besseren wendet, nehme ich das mal so hin.

    Dreierkette/Fünferkette ist natürlich DIE Frage für alle Taktikfüchse. Ich mag die Fünferkette, wenn die AVs ihre Rollen offensiv interpretieren und die Kette hoch aufrückt, um in Situationen für schnelles Umschalten zu kommen. Da nehme ich auch mal ein Kontertor oder Tor nach langen Bällen für in Kauf. Generell bin ich 100%ig bei Torsten, dass dieses 5-3-2 keine Aussage über die (Offensiv-/Defensiv-)Ausrichtung der Mannschaft zulässt. Selbst, wenn man es dann mal 3-5-2 nennt oder so. Am Samstag hat die Einstellung der Mannschaft gestimmt und der Trainer hat wohl Vieles richtig gemacht. Gut so. Bitte weitermachen!

  7. Eigenart sagt:

    Ich bin froh, dass RDM bei seinem System geblieben ist. Wie Torsten schon richtig anmerkte, ist die Fünfer/Dreierkette nicht automatisch jeglicher Offensivausrichtung abträglich. Das konnten wir nicht erst am Samstag sehen. Sofern die Außen willens und in der Lage sind, sich die Lunge aus dem Leib zu rennen, geht das ziemlich gut. Umd am Samstag war das so, heißt: die Einstellung der Mannschaft hat gestimmt. Inwieweit auch das Fehlen von KPB einen Anteil daran hat, darf ja dann diskutiert werden. Aufstellung, Einstellung und Auswechselung (Fuchs/Uchida) haben jedenfalls gepasst. So mag ich meine Blauen.

  8. Stefan sagt:

    Toller Kommentar Torsten!
    Super sachlich und nüchtern.
    Konnte diesmal leider nicht in der Arena sein aber nach allem was man so hört, scheinst du den Nagel auf den Kopf zu treffen. Bin mit Max auch nicht immer so zufrieden, er lässt sich einfach oft zu leicht körperlich abkochen.
    Glück auf!

  9. Simon sagt:

    @ Speed Glas:
    Ich glaube im Sportschau-Bericht meinten sie, dass Höger runter musste, weil er leicht angeschlagen war. Nachdem man nachher nicht mehr viel davon hörte, scheint es aber nicht so schlimm zu sein.

  10. Սաշա sagt:

    Es war am Samstag nicht das erste mal, dass die AVs so hoch aufrückten. Schon in den Vorwochen gab es Spiele, in denen die AVs soviel Zeit auf Höhe des gegnerischen Sechzehners verbrachten wie am eigenen. Es waren gegen Hoffenheim auch nicht etwa mehr Spieler, die bei Ballbesitz mit aufrückten. Es gab in den letzten Wochen sogar Spiele, in denen Höwedes in mehreren Szenen mit in den gegnerischen Strafraum aufrückte – auch wenn ich nicht verstehe, warum sowas Höwedes machen muss. Geholfen hatte das nicht unbedingt. Wenn man hier einen Unterschied erkennen will, dann nicht in der Anzahl der aufrückenden Spieler, sondern beim Start des Aufrückens. Die Außenverteidiger warteten in den vorherigen Spielen nach Ballgewinnen meist noch einen Moment ab, was wohl für Sicherheit sorgen sollte, falls man den Ball gleich wieder verliert. Im Ergebnis vertendelte man so einige Konter, weil die Spieler in Ballnähe zu spät Unterstützung bekamen. Gegen Hoffenheim rückten die AVs bei Ballgewinn merklich früher auf.
    Ein entscheidender Unterschied lag für mich hier:

    Schalke war bei gegnerischem Ballbesitz nicht so passiv wie zuletzt, störte früher.

    Zudem hat das Mittelfeld einfach besser mit den anderen Mannschaftsteilen, aber auch untereinander harmoniert. Ob das nun daran liegt, dass Spieler X für Prinz Y auf dem Platz stand oder ob RDM einfach eine andere Aufteilung vorgegeben hat, weiß ich nicht. Es sah jedenfalls deutlich besser aus als zuletzt.
    Unter dem Strich wurde das Spiel nicht „offensiver“ gewonnen, sondern eher „schneller“ und „agressiver“, grundsätzlich aber mit dem üblichen System – unerheblich ob man das nun 5-3-2, 3-5-2 oder gar 5-2-3 nennen möchte.
    Dass die Mär vom „Mauerfußball der Fünferkette“ damit aus den Schubladen der Sportjournalisten und Malen-nach-Zahlen-Experten verschwindet, glaube ich indes nicht. Die Schublade wird bei der erstbesten Gelegenheit wieder freudestrahlend geöffnet – schließlich ist es so schön einfach.

  11. BlueNote sagt:

    Ein ordentliches Spiel der Blauen aber kein Grund zur Euphorie. Viel Positives war aber zu beobachten.
    Erfreulich die Leistungssteigerung von Meyer und Choupo und dem Fuchser. Sie kommt zur rechten Zeit, da der Hunter seit der Roten Karte und der Vertragsverlängerung mächtig Ladehemmung hat und manchmal wie ein Fremdkörper im Spiel wirkt, z.T. aber auch nur noch wenig gefüttert wird mit verwertbaren Bällen.
    Der Defensiv-Verbund, der bekanntlich schon ganz vorne beginnt, ist immer dann stabil, wenn die Laufintensität gegen den Ball hoch gehalten wird. Diesmal sogar schon deutlich höher als zuletzt, also weiter in Richtung gegnerisches Tor nach vorne verlagert. Als dies gegen Ende des Spiels spürbar nachließ, kam die bis dahin schlappen Kraichgauer gleich zu zwei gefährlichen Chancen, die schnell den bis dahin guten Eindruck unserer Jungs zunichte hätten machen können.
    Mit einer zufriedenstellenden Leistung in Madrid könnte man nun Selbstvertrauen tanken und an der Konstanz arbeiten, um dann die Spiele in Hertha, gegen die Pillendreher und schließlich in Augsburg mit breiterer Brust als zuletzt anzugehen. Das werden vier besonders spannende Wochen. Die Länderspielpause Ende des Monats mit den Hammerspielen gegen Australien und Georgien mal ausgenommen.

  12. #Link11: Ausrasten am Montag | Fokus Fussball sagt:

    […] Aufstellung von Max Meyer den entscheidenden Faktor für den Sieg gegen Hoffenheim aus (Welt, bzw. Königsblog). Kevin-Prince Boateng könnte dagegen nun seinen Stammplatz an Meyer verlieren (Der […]

  13. blues sagt:

    @um2m

    „5-3-2, 3-5-2 oder gar 5-2-3″

    mehr malen nach Zahlen geht kaum, oder?

  14. Սաշա sagt:

    @blues: Ich werde es zwar bereuen, aber: Was willst Du mir damit sagen?

  15. blues sagt:

    @mu2m
    „Was willst Du mir damit sagen?“

    Ist doch klar. Zwei Dinge. Erstens,keine Fußballanylyse kommt ohne Zahlen aus. Auch deine nicht. Zweitens, dass mich deine drollige Rede von den „malen nach zahlen expteren“ an Matthäus 7.3 erinnert. Das ist die Geschichte mit dem Splitter im Auge des andern und dem Balken im eigenen …

  16. Carlito sagt:

    Sehr gute und treffende Analyse, Torsten! Mir geht diese ewige schwarz-weiß-Malerei (5-3-2 = Beton) tierisch auf den Senkel. Aber is halt so schön einfach, wie du schon schreibst.

    Kleine Anmerkung noch zum Hunter, der in vorherigen Kommentaren schon genannt wurde. Natürlich is er aktuell nicht gut drauf bzw. ihm fehlt oft die Bindung. Aber er bindet halt trotzdem immer mindestens einen Verteidiger. Und schafft damit Räume für die anderen Offensivkräfte. Was man immer dann am besten sieht, wenn er nicht dabei ist. Dann fehlt nämlich noch mehr Durchschlagskraft.

  17. leoluca sagt:

    Interessanter Kick, denn Schalke spielte im defensiv ausgerichteten 5:3:2/3:5:2 beinahe schon einen Ballbesitzfußball. Jedenfalls offensiv, aggressiv und daher dominant.

    Entscheidend war für mich, dass die Dreierreihe und Neustädter auf der defensiven 6 ein ausgezeichnetes Spiel (Raumdeckung, Passgenauigkeit) machten und die Hoffenheimer Pressingtaktik durchkreuzten. Wie richtig gut das gespielt war, sah man auch, als gegen Ende des Spiels diese Intensität der Defensivordnung nachließ und Hoffenheim sofort mehr Luft kriegte und zu Chancen kam.

    Schön, dass Choupo-Moting wieder voll da ist. Zu Meyer muss ich zugeben, ihm diese saubere Leistung nach seinen letzten Auftritten nicht zugetraut zu haben. Einfach beeindruckend, wie er sich diesmal mit seiner feinen Technik nicht verdribbelte und festlief, sondern sie äußerst effektiv einsetzte.

    Tja, was ist mit dem Hunter los, dem am Ball nicht viel gelang? Vielleicht hat es einfach damit zu tun, dass er immer zwei, drei Leute auf sich zieht und dadurch vor allem Räume für Choupo schafft. Ist eventuell zu anstrengend, um dann auch noch kreativ am Ball zu sein.

  18. Oliver Mertens sagt:

    Danke, Torsten, das war eine sehr gute Zusammenfassung.
    Zum Thema Meyer: Ja, er hat ein gutes Spiel gemacht, aber in der Rückrunde hat er auch viele Spiele gehabt, die komplett an ihm vorbeigingen. Bei Fuchs habe ich immer dann ein gutes Gefühl, wenn er in der Defensive nicht gebraucht wird. Insofern war seine Auswechslung folgerichtig, denn er wäre mit Sicherheit irgendwann mal wieder zu langsam gewesen und hätte von hinten grätschen müssen.

    Für mich war mal wieder Höger einer der Besten, das sehe ich wie Speed Glas. Seine robuste und technisch zugleich anspruchsvolle Art, Fußball zu spielen, macht mir Freude. Und ohne den unauffälligen Antreiber von rechts wären die Tore so nicht gefallen.

  19. peterausge sagt:

    Für mich zeigen die unterschiedlichen Spiele sehr deutlich, das es eigentlich „nur“ um die richtige Einstellung geht. Mit Power und Teamgeist kannst du jeden schlagen. Leider stimmte häufig die Einstellung nicht.

  20. Alex.GlueckAuf.04 sagt:

    Es war vielleicht ähnlich wie nach der 0:5 Klatsche gegen Chelsea. Man verliert hoch aber danach lernt man daraus. Nach Chelsea gab es ein 4:1 gegen Mainz. Nach dem Derby ein 3:1. Deswegen hoffe ich das Schalke jetzt wieder in die Spur findet. Das Spiel hat mich sehr überzeugt, da man einen klaren Zug zum Tor gesehen hat und kein passives verteidigen mehr. Wenn man den Ball früh eroberte wurde gut gekontert und wenn man den Ball später erobert hat wurde gut von hinten rausgespielt aber mit dem Ziel ein Tor zu schießen. Fast die ganze Mannschaft hat gut gespielt, natürlich besonders Meyer und Choupo, nur Huntelaar und Neustädter haben noch nicht ganz überzeugt.
    Doch das wäre ein Anfang für weitere gute Spiele nach der Art und mit Meyer in der Startelf.

  21. Սաշա sagt:

    @blues: Okay, die üblichen Albernheiten also, bei denen man die tatsächliche Aussage unterschlägt (nämlich dass es mir gerade nicht darauf ankommt, wie man die elf Spieler in Zahlen anordnet – also genau das Gegenteil dessen, was du mir gerne unterstellt hättest). Zahlen können natürlich in Einzelfällen als Indikatoren dienen, als alleinige Argumente in komplexen Sachverhalten sind sie aber ziemlich schwach auf der Brust.
    Mein Vorschlag zur Güte: Ich ignoriere jeden folgenden deiner Beiträge und du machst einfach weiter mit Torsten aus, wie unfair der arme Jens Keller von der Presse und Torsten behandelt wurde, was du dann von mir aus auch gerne mit irgendwelchen Zahlen ohne Kontext und den dazugehörigen Relativierungen „untermauern“ kannst. Einen Malen-nach-Zahlen-Vorschlag hast du ja meinerseits bereits bekommen.

    @Zweite Luft Hoffenheims:
    Hier muss man allerdings auch Gisdols Änderungen nach der Halbzeitpause hervorheben, die Hoffenheim von da an auf den Flügeln aggressiver auftreten ließ und für mehr Präsenz dort sorgte, als es noch in den ersten 45 Minuten der Fall war (wir erinnern uns zum Beispiel an Fuchs, der zwar früh rotgefährdet ausgewechselt wurde, davor aber ein Offensivfeuerwerk ablieferte oder auch an Choupo, der kaum zu halten war, wenn er auf den Flügel auswich). Zwar ließ Schalke auch nach, vor allem aber bekam Hoffenheim durch Gisdols Änderungen mehr Zugriff auf den Flügeln und schaffte es grundsätzlich besser die Räume zuzustellen, wodurch Schalke schon in der Abwehr nicht mehr so viele Anspielstationen vorfand. Die Folge waren die gewohnten langen Bälle, mit denen Hoffenheim aber deutlich besser zurechtkam und viele zweite Bälle erobern konnte. Fast schon eine Ohrfeige für platte Defensiv-Analysen: Schalke fängt sich bei 3:0 ein Kontertor, weil es eben nicht abgeriegelt hat.

  22. blues sagt:

    @um2m.
    Du hast halt noch nicht die alleinige Definitionsmacht was ein Einzelfall ist oder auch nicht. Ansonsten ist dein Vorschlag toll. Allein, du wirst wie bisher mit Schöpfungen wie „malen-nach-zahlen-eperten“ weiter über Bande spielen…

  23. eakus1904 sagt:

    Torsten, ein schöner, sachlicher Artikel, vielen Dank dafür. Ich stimme da dir und dem @peterausge zu, es liegt sehr häufig an der Einstellung der Spieler, die Taktik ist im Endeffekt nur zweitrangig.

    Jetzt aber mal kurz Offtopic. @blues und um2m: So gerne ich eure Beiträge hier lese, aber diese persönlichen Animositäten sind einfach nur Kappes!

  24. Սաշա sagt:

    eakus1904: Ich bin da ganz bei Dir. Aber mal eine Frage, die auch gerne von jemand anderem beantwortet werden darf und danach – versprochen! – werde ich mich zu dieser wirklich nervigen Angelegenheit nicht mehr äußern.

    Ich schrieb:

    Zahlen können natürlich in Einzelfällen als Indikatoren dienen, als alleinige Argumente in komplexen Sachverhalten sind sie aber ziemlich schwach auf der Brust.

    Wie verstehst du/versteht ihr das? Langsam mache ich mir nämlich Gedanken, ob ich meine eigene Sprache nicht beherrsche, denn man scheint mich ziemlich schwer verstehen zu können.

  25. klopenner sagt:

    @Սաշա:

    Deine Aussage ist für mich eindeutig. Sie trifft zwar nicht ganz 100%ig meine Meinung, aber missverständlich ist sie in meinen Augen nicht.

  26. Jan sagt:

    @Um2m, blues: Zahlen können als KPI dienen, aber es müssen auch die richtigen Zahlen gewählt werden. Und darüber scheint sich keiner von euch beiden Gedanken gemacht zu haben.

    Ist aber auch Wurst, denn das Thema ist hochkomplex. Die Geschichte der „Vermessung“ des Fußballspiels anhand von Daten und KPIs hat Christoph Biermann in seinem Buch „Die Fußball-Matrix“ beschrieben. In der aktuellen „11 Freunde“ ist ein Artikel enthalten, der die mittlerweile erkannten Probleme anspricht.

    Einen Punkt habt ihr m.E. in eurer Privatfehde vergessen: ein Trainer ist das „Gesicht“ eines Vereins und nicht nur ein „Fußballlehrer“. Der Trainer steht regelmäßig im Blickpunkt des öffentlichen Interesses. Da braucht es Ausstrahlung, Charisma, Stil, möglicherweise auch Entertainer-Qualitäten. Alles Punkte, die Jens Keller nicht vorweisen konnte. Salopp gesagt: er war eine lahme Ente.

    Wenn dann der Erfolg ausbleibt, ist es schnell vorbei.

  27. Սաշա sagt:

    Die Entertainer-Qualitäten und wie wichtig sie im Kontext des Fußballgeschäftes für einen Trainer sind, hatten wir in diesem Blog bereits lange und breit diskutiert. Ich war der Meinung, dass der Trainer kein Schauspieler sein muss, sondern in erster Linie ein Fachmann des Fußballs und der Teamführung. Zum Teil muss ich das aber relativieren. Wie man bei Di Matteo erkennen kann, hilft es schon ein wenig, wenn ein Trainer den Blödsinn der Pressevertreter relativ locker weglächelt, anstatt sich immer wieder Woche für Woche verbissen zu verteidigen.

    Was Zahlen als KPI angeht: Ja, das funktioniert mit hohem Aufwand bis zu einem gewissen Grad, aber diesen Aufwand und die komplexen statistischen Analysen, wie sie mittlerweile im professionellen Sport üblich sind, erkenne ich bei den hier zuletzt angeführten Zahlenspielen beim besten Willen nicht. Am Ende ist der Fußball dank seiner Komplexität im Detail aber auch mit riesigen Datenbanken voller Zahlen nicht restlos zu erklären.

    @klopenner: Danke für die Rückmeldung.

  28. derwahrebaresi sagt:

    @Am Ende ist der Fußball dank seiner Komplexität im Detail aber auch mit riesigen Datenbanken voller Zahlen nicht restlos zu erklären.

    Wer braucht das schon?
    Entscheidend ist auf dem Platz!
    Leidenschaft und Einsatzwillen, gepaart mit technischen Fähigkeiten,
    das möchte ich von unserer Truppe sehen.

  29. schoschi sagt:

    Habe Berlin gegen Stuttgart gesehen! Da sollte unsere neue/andere Offensive richtig was reißen können!!! Ich freu mich schon wieder!!!! Morgen hoffe ich auf ein gutes Spiel! An euch zwei: trefft euch doch mal!!! Und/Aber bleibt hier erhalten:))) GlückAuf

  30. Speed Glas sagt:

    Eigentlich ist das doch ganz interessant wie die beiden sich „streiten“. Da prallen halt unterschiedliche Meinungen aufeinander. Ich glaube einig werden die sich nur darüber, dass Schalke gewinnen soll.

    Ich weiß auch nicht, was man von dieser ganzen Zahlenanalyse halten soll. Am Ende gewinnt immer der mit den meisten Toren. Als ich gestern selbst noch gespielt habe, gab es eine 2:1 Niederlage, obwohl wir eigentlich in allen Belangen besser waren: Mehr Torschüsse, mehr Ecken, mehr gewonnene Zweikämpfe, aber unterm Strich haben wir nur eine Chance genutzt. Die Enttäuschung am Ende war groß und selbst nach 5 Flaschen Bier konnte ich mir nicht erklären, warum das Spiel verloren gegangen ist.

  31. Mario Albrecht sagt:

    Speed Glas, spielst Du bei Paderborn?

    Zum Thema Einstellung: ich glaube nicht, dass die Einstellung entscheidend dafür ist, ob man ein Spiel gewinnt.
    Sie lässt eine Niederlage erträglicher erscheinen, weil ja „alle alles gegeben haben“. Sie macht einen Sieg befriedigender, weil man ja sieht, „dass die nur mal wollen müssen, dann können wir jeden schlagen“.
    Nein. Können wir nicht. Haben wir ja gesehen. Das Spiel in dem anderen Dorf war wieder so ein Mysterium, ein sehr ärgerliches obendrein, aber zu glauben, das sei nur wegen fehlender Einstellung in die Hose gegangen, finde ich naiv. Das war wieder eines aus der Reihe der Niederlagen gegen Bayern, Chelsea, Madrid, wo man sich nachher fragt: „Warum muss das immer so derbe ausfallen? Geht nicht auch mal 1-2?“
    Die gewünschte, oft besungene gute Einstellung klappt fast nur gegen schwache Teams oder starke Teams an einem richtig schlechten Tag.
    In den anderen, normalen Spielen gegen die Branchenriesen klappt die Mannschaft regelmäßig zusammen. Warum, das wüsste ich auch gerne. Aber bestimmt nicht, weil sie gerade alle mal nur wenig Lust haben…

    Zum Thema Gisdol: hier sind in der Vergangenheit immer mal Stimmen laut geworden, die ihn als unseren Trainer fordern.
    Erstens glaube ich langsam, dass er immer noch auf unserer Gehaltsliste steht, so nett, wie er seine Truppe immer nicht vorbereitet.
    Und so viel besser als di Matteo kann er nicht sein, jetzt hat er schon zum zweiten Mal hintereinander nicht viel zu bestellen gehabt bei uns.

    Form, Krisen und Formkrisen: Meyer hat etliche Spiele wirklich schlecht gespielt, da war schon gerechtfertigt, dass er wenig gespielt hat. Er ist aber erst 19 Jahre alt, ich meine, dass es völlig natürlich ist, dass solche Durchhänger vorkommen.
    So gesehen war Boatengs Formkrise ein Glücksfall für uns.
    (Wie lange ist eine Krise eigentlich nur eine Krise, und ab wann gilt ein Spieler als dauerhaft schlecht ?)
    Bei Choupo-Moting hoffe ich, dass er jetzt den vermaledeiten Malariapokal aus den Knochen hat, und zwar auch gegen stärkere Mannschaften. Ich sehe den unheimlich gerne spielen-wenn seine Technik funktioniert.
    Huntelaar hat immer mal wieder solche Phasen, warum er deswegen immer sofort so hart angegangen wird, verstehe ich nicht. Bei solchen Eseleien wie gegen Hannover könnte ich auch ausrasten, aber doch nicht wegen phasenweise schlechter Leistungen, die oft auch nur Ergebnis der schlechten Leistungen seiner Zuliefererbetreibe waren. Ruhe bewahren.

    blues und Um2m: Könnt ihr den Fußball nicht mal von der nicht-wissenschaftlichen Seite betrachten? Und dann die Versuche einstellen, ein bereits gespaltenes Haar weiter zu spalten?
    Ich glaube, Ihr habt beide echt viel Ahnung und ich habe manchmal den Eindruck, dass der eine deswegen ein Problem mit dem anderen hat. Oder?
    Hier bei uns auffem Land würden wir das auf Schützenfest bei einem Bier und ein paar Schnäpsen klären, ohne virtuelle blaue Augen.
    Ich lade Euch ein, Ende Mai geht´s wieder los!

    So, für Dienstag ein anständiges Spiel, nach Verlängerung mit einem….

    Schluss jetzt!

    Grüße,

    Mario

    P.S. Ich würde Boateng sogar ablösefrei gehen lasen, wohin auch immer er will…oder seine Truse

  32. eakus1904 sagt:

    @um2m: Du hattest mich direkt gefragt,deswegen noch kurz die Antwort dazu: Missverständlich ist deine Aussage für mich nicht. Ich stimme die auch zu, dass die nackte Zahl als Alleinargument für die Bewertung eines Fußballspiels nichts taugt. Oder sagen wir es anders: Für mich nichts taugt. Fast jede Spielanalyse bezieht sich ja auf irgendwelche Statistikdaten und Zahlen. Sehen also scheinbar viele Experten anders.

  33. Սաշա sagt:

    Danke auch an Dich, eakus1904. Das ist genau das, was ich ausdrücken wollte. Schön zu wissen, dass es doch nicht an mir liegt, wenn Blues meine Beiträge gewollt oder ungewollt missversteht.

  34. leoluca sagt:

    Mir geht’s ähnlich: so aussagekräftig manchmal eine Zahl sein kann, so allergisch bin ich gegen Zahlenhubereien – und so habe ich die Bemerkung von Սաշա auch verstanden.

    Beispiel 1: Schalke hatte gegen Hoffenheim über weite Strecken sage und schreibe über 60 Prozent Ballbesitz, aber ich käme nicht auf die Idee, deswegen von Ballbesitzfußball zu sprechen, den andere Mannschaften spielen, aber derzeit bestimmt nicht Schalke.

    Beispiel 2: Wie gut Neustädter diesmal gespielt hat, habe ich nicht nur an seiner klugen Raumdeckung gesehen, ich kann das auch durch eine Zahl belegen. Seine Passquote betrug 90 Prozent.

  35. Fussball Sportwetten sagt:

    3er, 4er oder 5er Kette ist (eigentlich) egal. Mir fehlt bei S04 eine „Grundphilosophie“. Schaue ich nach Leverkusen oder Gladbach erkennt man diese bereits seit 2-3 Jahren. Selbst Teams wie Hannover und Augsburg haben eine, auf Schalke ist man meines Erachtens noch zu sehr vom „Trainer“ abhängig…

  36. Benjamin sagt:

    @ Fußball Sportwetten

    Die Grundphilosphie von Leverkusen hat sich doch mit dem letzten Trainer und damit zur aktuellen Saison radikal geändert. Von abwartendem Konterfußball mit 3 Sechsern und einem alles dominierenden Abschlussstürmer Kießling hin zu einem (vor allem in der Hinrunde) radikalen Pressingansatz mit hoher Abwehr und extrem forcierten Umschaltspiel nach Ballgewinn. Da kann man viel eher denken, dass deren Spielweise sehr „vom Trainer abhängig“ ist. Wie man da bei Leverkusen seit 2-3 Jahren eine durchgängige Grundphilosophie ausmachen kann, ist mir daher schleierhaft. Vielleicht verstehe ich aber auch nur nicht, was du mit dem Begriff ausdrücken möchtest.

    Und wenn man mit Gladbachfans redete, wurden die im letzten Jahr nicht müde, einem zu erzählen, dass Favre gerade von Konterausrichtung hin zu Ballbesitzfußball umstellt. Ich konnte das zwar nicht so beobachten, allerdings sehe ich Gladbach auch fast nie spielen. Aber auch das würde gegen mein Verständnis von „Grundphilosophie“ sprechen.

Schreibe einen Kommentar