Schalke ist zu schwach für die Champions League

Aber man tut so als hätte man es noch nicht gemerkt
 

Schalke kann auch in Augsburg nicht gewinnen und redet doch gleichzeitig weiter von der Champions League-Qualifikation. Das ist peinlich. Wie viel Wirklichkeit braucht es noch, wie viel Realität, mit der flachen Hand ins Gesicht dieses Clubs?

Man müsse weiter von Spiel zu Spiel denken. Man wolle eine Serie starten. Wenn die Mannschaften oben straucheln, wolle man da sein. Das waren die Sprüche von Schalker Seite, nach dem Spiel. Max Meyer und Ralf Fährmann sagten, es hätte in Augsburg an Glück gefehlt. Roberto Di Matteo wollte gar ein gutes Spiel seiner Mannschaft mit vielen Chancen gesehen haben, ein Spiel, das seine Mannschaft „ganz gut kontrolliert“ hätte.

Nein.

In der ersten Hälfte war Augsburg die bessere Mannschaft. Zwar funktionierte Roberto Di Matteos taktische Umstellung zur Halbzeit und Schalke hatte fortan mehr von Spiel. Aber wirklich zwingende Chancen hatte Schalke gerade mal zwei: Ein Kopfball von Joel Matip nach Eckball in der 10. Minute und die Großchance Klaas-Jan Huntelaars in der 54. Minute, welche auf zum Haareraufen animierende Art vergeben wurde. Wenn man mehr nicht zu erzwingen in der Lage ist, ist das kein fehlendes Glück. Dann ist man eben nicht besser als der Gegner.

Schon vor zwei Wochen war Schalke nicht besser als der Gegner, im Gegenteil, gegen Leverkusen unterlag man verdient. Und während auf Schalke der Vorstandsvorsitzende per Sportbild vollen Einsatz fordert, fieselt die „Clubs oben“ ihre Gegner mit jeweils vier Treffern ab.

Am 20. Spieltag gewann Schalke gegen Borussia Mönchengladbach mit 1:0, es war meines Erachtens das beste Saisonspiel der Blauen. Seitdem hat Gladbach kein Bundesligaspiel mehr verloren, aus den folgenden 7 Spielen holte Lucien Favres Team 17 Punkte. Leverkusens Serie begann zwei Spieltage später. Seit dem 23. Spieltag gewann die Werkself fünfmal in Folge, alle Spiele ohne Gegentor. Von Serien gesprochen wird hingegen vor allem auf Schalke. Dabei ist es vor allem Schalkes aktuelle Serie, eben nicht zu gewinnen.

6 der letzten 7 Bundesligaspiele konnte Schalke nicht gewinnen und kam dabei gerade mal auf 6 Punkte. Von 13 Auswärtsspielen konnte Schalke 10 nicht gewinnen: 4 der restlichen 7 Saisonspiele finden auswärts statt. Seit Einführung der 3-Punkte-Regel landete am Saisonende nie ein Club auf den ersten vier Plätzen, der 8 Spieltage vor Schluss mit mehr als 3 Punkten zurücklag: Schalke liegt 7 Spieltage vor Schluss 8 Punkte zurück.

Schalke wird sich in dieser Saison nicht für die Champions League qualifizieren. Dazu war Schalke viel zu oft nicht gut genug. Weiter offen ist, ob Schalke gut genug ist, sich für die Europa League zu qualifizieren. Wenn man weiter davon ausgeht, dass es reicht, sich zwei gute Chancen zu erarbeiten und auf Glück zu hoffen, wird auch dies nicht gelingen.



101 Kommentare zu “Schalke ist zu schwach für die Champions League”

  1. blues sagt:

    Auferstehung? Start einer Serie? Konstanz? Saisonziel Champions League? Gut gespielt? Wo man hinschaut, überall leere Osternester. Wie es weitergehen wird, weiß im Moment niemand so richtig. Eine Prognose fällt schwer. Die Schalker Torausbeute in der Augsburger Puppenkiste war erneut enttäuschend, die Spielweise dem Erreichen des Saisonziels nicht angemessen, nicht gut genug um gegen Augsburg drei Punkte zu holen. Wie schon zuletzt gegen Frankfurt, Bremen und Hertha hat Schalke Punkte liegen lassen. Insgesamt 9 Punkte. Die Punktedifferenz zu den CL Plätzen.

    Der aktuelle Schalker Kader gilt seitens der Schalker Führung als teuer und gut und hier in der Nerdkurve wurde er von vielen sogar als „bester Kader aller Zeiten“ eingeschätzt. Dieser Kader, der zuletzt zweimal die CL erreichte, steht deshalb kaum zur Diskussion und nur im Rahmen des üblichen Transfergeschehens der Bundesligisten zur Disposition.

    Will man keinen Umbruch vom Umbruch, oder auch wenn das Geld dafür fehlt, wird man auf den Trainer, seinen Plan, seine Ideen, die Kunst diese zu vermitteln, auf seine Motivationsfähigkeit, also letztendlich auf seinen Einfluss auf das Schalker Spiel zusprechen kommen müssen. Die Qualität dieses Einflusses drückt sich in Strategien, Taktiken und Spielzügen aus die zu Toren und Gegentoren und Punkten führen und die sich im Vergleich mit den anderen Wettkampfteilnehmern im Tabellenstand ausdrücken. Extrapunkte für Schönheit oder neue Ketten gibt’s nur bei GNTM. Was beim Fußball gezählt und abgerechnet wird, sind Tore.

    Di Matteo ist nach dieser Zählung in seinem bisherigen Schaffen auf Schalke ähnlich erfolgreich wie die Herren, Magath, Stevens und Keller zu dem Zeitpunkt als sie freigestellt wurden. Die Antwort auf die Frage, ob und mit welcher Spielweise mit Di Matteo an den letzten 8 Spieltagen noch was in Richtung Erreichung des Saisonziels geht, war durch nichts gedeckt als durch Hoffnung. Auf die Hoffnung der Rückkehr von ein oder zwei Fußballheroen. Das hat schon in Augsburg nicht gereicht. Das ist für mich als Leistungsnachweis für die Saison 2015/16 zu wenig.

    Schalke sollte sich, sofern die Lücke zu den beiden Teams in der Tabelle vor uns in den nächsten beiden Spielen nicht ein gutes Stück geschlossen werden kann, im Tanz der Hamburger, Stuttgarter und des Brausefabrikaten um Thomas Tuchel einfinden.

    Dadurch, dass die Genannten im Moment alle Hände voll mit dem eigenen Ab- und Aufstiegskampf zu tun haben, hat die Schalker Führungsriege mit etwas Glück, noch zwei oder drei Spieltage Zeit die Lage mit Ruhe zu bewerten. Ein letztes Quäntchen Geduld zuzeigen.

    Ein ganz klein wenig Hoffnung bleibt, denn abgerechnet wird immer erst am 34. Spieltag. Gladbach hat ein schweres Restprogramm, Schalke spielt neben Wolfsburg nur gegen Mannschaften aus der Abstiegszone. Gladbach holte aus den letzten 7 Spielen der Hinrunde nur 7 Punkte. Das Restprogramm von Gladbach:

    (H) Borussia Dortmund
    (A) Eintracht Frankfurt
    (H) VfL Wolfsburg
    (A) Hertha BSC
    (H) Bayer Leverkusen
    (A) Werder Bremen
    (H) FC Augsburg

    Für Statistikliebhaber hier die punktemäßig bestimmte „Entlassungszone“ für die letzten Schalker Trainer. Zahlenallergiker sollten ab hier nicht weiterlesen.

    In ihren jeweils 20 letzten Bundesligaspielen vor ihrer Freistellung erzielten unsere Trainer von 60 möglichen Punkten für S04:

    29 Punkte (Fußball-Diktator)
    25 Punkte (Jahrhunderttrainer)
    30 Punkte (Jugendtrainer)
    32 Punkte („Finale dahoam“ Spielverderber u. Maurermeister)

    In ihren jeweils 7 letzten Bundesligaspielen vor ihrer Freistellung erzielten unsere Trainer von 21 möglichen Punkten für S04:

    8 Punkte (Fußball-Diktator)
    5 Punkte (Jahrhunderttrainer)
    8 Punkte (Jugendtrainer)
    6 Punkte („Finale dahoam“ Spielverderber u. Maurermeister)

  2. derwahrebaresi sagt:

    Aber Blues, warum so ungehalten?
    „Die gute Bilanz gegen Augsburg wurde doch ausgebaut.“ ;-)

  3. deuserband sagt:

    und endlich Planungssicherheit für die kommende Saison!

  4. matz sagt:

    Lass gut sein, Blues.

    RdM ist eine Fehlinvestition.

    Leider wird sich der Fehler, mit dem falschen Trainer in eine neue Saison zu gehen, nach Stevens und Keller zum dritten Mal wiederholen.

  5. leoluca sagt:

    Jenseits der mit Zahlenakrobatik geführten Trainerdiskussion finde ich diese paar Worte hier zum Spiel eigentlich ganz treffend:

    http://www.halbfeldflanke.de/2.....#more-1195

  6. mika sagt:

    Frohe Ostern!
    In Anbetracht der aktuellen Situation sollte der Blog in „Prinzenblog“ umbenannt werden. So, wie wir momentan spielen hat das nichts mit koenigsblau oder „Koenig“ Fussball zu tun, sondern eher mit Karneval….Ich wuerde ja noch den Poldi holen, dann passt et zu 100 Prozent…..- aber das Schlimmste ist, dass sich in Zukunft mit den jetzigen Verantwortlichen wieder nichts aendern wird….“Same procedure as the last 10 years….., only a waste of time and money…..“- das macht mich fertig….

  7. MarkusWiesbaden sagt:

    So, Strich drunter. Auch die letzten Träumer (mich inbegriffen) müssen jetzt wohl einsehen, dass Platz 4 nicht mehr erreichbar ist. Nun gilt es die Saison gut zu Ende zu spielen und Platz 5 zu sichern. Leverkusen und Gladbach spielen diese Saison einfach zu konstant. In der letzten Saison haben sie und Wolfsburg es uns noch durch ihr eigenes Unvermögen ermöglicht in die CL einzuziehen. Das wird diesmal nicht passieren und alle drei Mannschaften haben sich das auch entsprechend verdient.

    Schalke ist selbst Schuld daran. Die Gründe sind meiner Meinung nach vielfältiger Natur. Die Verletzten, natürlich. Der Trainerwechsel mit einer unsäglichen Trainerdiskussion im Vorfeld. Spieler, die weit hinter ihren (meinen) Erwartungen zurück geblieben sind (Boateng, Neustädter, Kirchhoff, Sam).

    Aber jetzt gleich wieder den Trainer in Frage stellen? Das ist mir viel zu früh und führt doch zu nichts. Nur weil jetzt der ein oder andere Spieler auf dem Platz steht, kann doch nicht sofort alles wieder funktionieren als wären sie nie weg gewesen. Das braucht doch auch Zeit.

    Ich hoffe das wir uns von einigen Spielern (Boateng, Neustädter, Fuchs (ich kann die Selbstdarstellung von Fuchs auf Facebook nicht mehr ertragen), Sam und Kirchhoff (zurück zu Bayern))trennen werden und Santana in Griechenland oder wo auch immer bleibt. Und dann muss Heldt liefern. Zwei, drei Verstärkungen im kleineren bis mittleren Millionenbereich die jung und begabt sind und Bock auf Fussball haben und vielleicht noch einen erfahrenen Spieler. Da kann ich dann auch auf den Weltmeister aus Spanien verzichten (obwohl es mir eigentlich gefallen hätte…). Außerdem wüßte ich noch gerne warum HH Wetklo verpflichtet hat. Da hätte er doch lieber die Stadiowurst 20 Cent billiger machen können.

    Und dann werden wir sehen wie es nächste Saison weiter geht. Ich würde mich freuen wenn wir es im DFB-Pokal einmal schaffen würden bis ins Halbfinale zu kommen (auch gerne mal wieder ein Finale) und wenn wir in der EL eine gute Figur abgeben würden. Das Erreichen der CL wird nächste Saison nicht leichter. Leverkusen, Wolfsburg und Gladbach sehe ich weiterhin oben, Dortmund wird wohl auch wieder dabei sein und über die Bayern brauchen wir ja wohl nicht zu reden.

    Ich schaue mir jetzt relativ entspannt die letzten Spiele an und hoffe (leider einmal mehr) auf die nächste Saison.

    Frohe Restostern noch!

  8. derwahrebaresi sagt:

    @M aus W
    Möge uns die EL bitte erspart bleiben!
    Verdient hätte es die Truppe nicht, Geld ist damit auch nicht zu machen
    und auf BL-Spiele an Sonntagen habe ich keine Lust.

  9. blues sagt:

    @derwahrebaresi
    Geht mir ähnlich mit einer EL Teilnahme.

    Beim WDR hat Jörg Strohschein versucht einen differenzierten Blick auf die aktuelle Schalker Misere zuwerfen, ein wie ich finde guter Beitrag zur aufkommenden Diskussion. Er schließt mit dem Fazit: „Bisher ist es noch keinem Trainer gelungen, die Stärken dieses Teams so herauszuarbeiten, dass es konstant auf hohem Niveau spielt, und die Defizite, mit denen jedes andere Team ebenfalls zu kämpfen hat, so gut es geht an den Rand zu drängen. In dieser wohl verunglückten Saison ist das in der Kürze der Zeit kaum noch umsetzbar. Spätestens ab der kommenden Spielzeit sollten sich die Schalker aber so aufstellen, dass ihnen Vorwürfe grundlegender Art, die sie bereits seit einigen Jahren zu hören bekommen, endgültig erspart bleiben.“

    Hier der Link zum Kommentar beim WDR:

    http://www1.wdr.de/themen/spor.....ke100.html

  10. blues sagt:

    Tuchel geht nicht in 2. Liga.
    Das verschafft Heldt gegebenenfalls die paar Spieltage Luft für eine Entscheidung. Denn Hamburg droht dieselbe.

    http://www.spiegel.de/sport/fu.....27220.html

  11. Dropkicker sagt:

    Das war’s dann endgültig. Eigentlich komisch, denn Schalke hat ja zuletzt immer abgeliefert, wenn’s drauf ankam (Freiburg, Saloniki, Basel, Maribor), aber gut, diesmal ist halt Schicht.

    Doch Halt! Es gibt wahrscheinlich noch was im Sinne des Allgemeinwohls zu regeln! Gehässigkeit steckt normalerweise nicht in meinen Genen, aber wenn die Saison so weiterläuft wie es sich jetzt andeutet, kann Schalke am letzten Spieltag wenigstens noch der Fußballwelt einen längst überfälligen Gefallen tun: Den Hamburgern in ihrem Stadion den allerletzten Sargnagel einschlagen. Das würde meine Stimmung erheblich bessern und hätte nebenbei den schönen Effekt, dass die königsblauen Sympathiewerte und Vereinseintritte wohl ins Unermessliche steigern.

    Go for it, Schalke 04!
    Schwingt euch auf zu Kämpfern für die Gerechtigkeit! Der Fußballgott wird genau zusehen und eventl. eine Meisterschale als Belohnung in Erwägung ziehen.

  12. Torsten sagt:

    Uff, blues, Du forderst Tuchel?
    Welch grandiose Rolle rückwärts :-)

    Als ich den ersten Kommentar oben las, dachte ich noch, ich hätte irgendeine Ironie nicht ganz verstanden. Aber Du meinst es nun offensichtlich ernst?!

    Ich kann mich noch bestens an Deine Kommentare gegen eben diesen Tuchel erinnern. Er sei nur eine schlechte Kopie Klopps. Sein Benehmen an der Außenlinie wurde angeprangert. Ein Heiland, auf den man nicht bauen solle.
    Da warst Du freilich auch noch der Meinung, dass Jens Keller ein prima Trainer sei. Den Du jetzt für gescheitert hältst. Oder nicht?! Oder doch?! Aber besser als Di Matteo?! Ich blicke da nicht mehr durch …

    Vielleicht ändert sich das ja auch nochmal und vielleicht sind wir dann irgendwann mal wieder einer Meinung.

    Ja, Schalke hätte Tuchel verpflichten sollen. Am besten direkt nach der „besten Rückrunde aller Zeiten“, eben weil Tuchel ein guter Trainer ist und weil Keller auf Schalke ein glücklicher, aber schwacher Trainer war. Und ja, Di Matteo ist kein Heiland. Aber ob Di Matteo vielleicht trotzdem ein guter Trainer ist, mit dem Urteil sollten wir noch ein bisschen warten. Wir werden es in der nächsten Saison zu sehen bekommen, auf Schalke, natürlich.

  13. leoluca sagt:

    Die erste Halbzeit war schon schlecht genug, nachdem Augsburg der Schalker Defensivtaktik die Luft fast ganz genommen hatte.

    Schlimmer war, dass die taktische Umstellung zur Pause, die absolut einleuchtete, nur in den ersten 10 Minuten ein bisschen mehr Schwung und eine Hundertprozentige für Huntelaar einbrachte, aber man sich danach wieder über den schon unter Keller bekannten Wechsel von Pomade und Geflipper wundern durfte.

    Ich frage mich, warum so viele Spieler überfordert wirkten. Die Außen waren in beiden Hälften tot. Höger in der Mitte als Spielmacher klar überfordert. Nach Goretzkas frühem Aus wusste Aogo wohl selbst nicht so recht, warum und was ausgerechnet er auf dieser Position spielen sollte. Choupo-Moting geht gegen die Mauer von zwei bis drei Gegenspielern regelmäßig ins Dribbling, das er genauso regelmäßig verliert. Meyer kriegt die Bälle, wenn überhaupt, erst dann, wenn die Räume zu sind, wogegen er meist erfolglos versucht, den Ball zu halten. Huntelaar ist so sehr mit dem laufintensiven Spiel ohne Ball beschäftigt, dass er die wenigen Torbälle, die er kriegt, kläglich versemmelt.

    Eigentlich der Zeitpunkt für die Verantwortlichen, Tacheles zu reden. Aber bei dem, was Torsten da an Statements zitiert, ist Schalke derzeit wohl auch in der Analyse im Mittelmaß gelandet.

  14. Hans Hamel sagt:

    BLUES. Du hast in allem Recht.Aber die Forderung nach einem neuen Fußball-Trainer kannst du vergessen. Spielen können die Spieler. Das einzige was sie lernen müssen ist kämpfen. Die Grundlage dazu fehlt ihnen , nämlich LAUFEN.

  15. Detlef ( Doktor_D ) sagt:

    Die Überschrift ist hart – aber treffend.

    Wer jetzt sich jetzt noch ernsthaft auf Schalke mit der Champions League beschäftigt, dem gehört die ebenfalls erwähnte flache Hand ins Gesicht gehauen.

    Ob es die Europa League wird, die sich einige wünschen, andere nicht, bleibt abzuwarten und genau so spielt der S04 leider auch die letzten Spiele zu oft.

    Was eine Nichtqualifikation für einen der europäischen Wettbewerbe bedeuten könnte, kann jetzt wohl noch keiner sagen. Ich befürchte nur, wenn es so weit kommt, werden wohl nicht nur solche Spieler die man gerne loswerden möchte den Verein verlassen, sondern auch welche die man gerne auf Schalke sieht.

    Den Trainer die Matteo darf man schon hinterfragen, aber wäre es wirklich sinnvoll den Trainer schon wieder zu wechseln?
    Aus meiner Sicht hat er einiges Gute bewirkt, aber das wirklich schlechte nicht beseitigen können. Das Mittelfeld ist zu schwach, zu wenig Tempo, zu wenig ins Risiko gehend, siehe dazu auch den von Blues schon verlinkten Kommentar.

    Übrigens wäre Europa League vielleicht doch gar nicht so schlecht. Man muss die nur gewinnen und erhält dann einen CL Startplatz ;-)

  16. Eigenart sagt:

    Für mich war schon vor dem Augsburg-Spiel klar, dass es nächste Saison ohne CL gehen muss. Und eigentlich finde ich das nur folgerichtig, denn in der jetzigen Verfassung hat Schalke dort auch nichts zu suchen. Das Erreichen der CL-Teilnahme hat in den letzten beiden Jahren meiner Meinung nach sehr dazu beigetragen, dass zu vieles auf Schalke schöngeredet werden konnte und wurde. Der Fußball war unansehnlich bis schlecht, auch in der „besten Rückrunde aller Zeiten“ hat Schalke selten überzeugt. Und mit Rumpelfußball und Glück in die CL einzuziehen, kann doch nicht das ersehnte Ziel sein?
    Und was die EL angeht: möglicherweise hätten wir da mal die Gelegenheit, international auf Augenhöhe zu spielen. Als Übung für die jungen Spieler wäre das gar nicht schlecht, jedenfalls nicht schlechter als Kanonenfutter für Real oder Barcelona zu sein.
    Was ich komplett daneben finde, ist eine Trainerdiskussion. Aber das ist wohl Schalke. Eine Entwicklung wie in MG unter Favre wäre bei uns komplett undenkbar. Favre wäre auf Schalke längst geteert und gefedert worden… Für RDM, der am Sonntag erstmals weniger als 9 Verletzte im Kader hatte, heizt man den Kessel ja schon an.

  17. blues sagt:

    @Torsten

    Jeder kommt an Grenzen. Manchmal gesundheitlich wie RR, manchmal gibts Krach mit der Mannschaft wie bei Stevens. Manchmal sinds die Medien wie bei Keller. Kellers zweite Grenze war, dass er das Spiel nach vorne nicht initiieren konnte.

    Bei Di Matteo war das schneller klar, dass er in der Offensive schwächelt. Roberto Di Matteo unterschätzt die Leistungsdichte der Teams und das taktische Geschick der Trainer in der Bundesliga bis heute.

    Ja den medialen Auftritt von Tuchel fand ich selten gut. Ich glaube aber als Trainer und gewieften Taktiker habe ich ihn nicht kritisiert. Was die gezeigte Leidenschaft des Trainers an der Seitenlinie angeht, gehört die wohl heute leider dazu. Da habe ich meine Meinung geändert, denn Guardiola und Klopp üben eine Menge direkten emotionalen Einfluß auf die Unparteiischen und die gegnerischen Spieler und Betreuer aus. Diese Einflußnahme und Präsenz wird dann auch noch indirekt über die Wiederholungen der Auftritte in den Medien den Spielern noch mal klar, so dass bei ihnen der Eindruck enststehen kann, dass sie nicht nur zu zwölft (Fans) sondern auch mit einem 13. Mann(Trainer) spielen. Es gibt da aber weiterhin Grenzen. Hast du die Kritik dieses Schweizer Eishockey Trainers an Klopp gelesen? Der sagte sinngemäß, das Problem in Dortmund sei auch Klopp, da er in seiner Aussendarstellung größer als seine Spieler, ja größer als seine Mannschaft erscheint. Die Spieler aber seien der Star.

    Was Di Matteo angeht, bin ich nicht sicher ob er in der neuen Saison noch die Verantwortung hat. Ich traue ihm die Leistungssteigerung ehrlich gesagt nicht zu. Tuchel ist frei,ausgeruht, kann 5er Kette und kennt die Bundesliga besser. Die sechs Millionen machen den Schuldenbock auch nicht fetter…

  18. Carlito sagt:

    Was ich komplett daneben finde, ist eine Trainerdiskussion. Aber das ist wohl Schalke. Eine Entwicklung wie in MG unter Favre wäre bei uns komplett undenkbar. Favre wäre auf Schalke längst geteert und gefedert worden… Für RDM, der am Sonntag erstmals weniger als 9 Verletzte im Kader hatte, heizt man den Kessel ja schon an.

    Dem kann ich nur beipflichten! Alle fordern eine Entwicklung in der Mannschaft, im Kader. Wollen eine „Handschrift“ des Trainers sehen, ein System. Aber trotzdem will man schon wieder, nach gerade ner 1/2 – 3/4 Saison den Trainer wechseln?!

    Da ist uns nicht nur die eine, sondern leider auch die andere Borussia meilenweit voraus! Aber vielleicht müssen wir auch „nur“ mal so richtig abstürzen und mit dem Rücken zur Wand stehen, wie eben beide Borussias, damit man dann endlich auch auf Schalke mal was vernünftig und mit längerer Halbwertzeit als 0,5 – 1,5 Jahre aufbauen kann…

  19. blues sagt:

    @carlito

    Einerseits stimme ich dir zu. Den Trainer mal nicht schnell in Frage zu stellen, wäre eine gute Sache.

    Aber Di Matteo wurde nicht geholt um in Ruhe über ein, zwei, drei Jahre etwas aufzubauen, sondern weil das Saisonziel des laufenden Jahres 14/15 gefährdet war. Horst Heldt sagte im Oktober: „Die Leistungen der Mannschaft in den vergangenen Wochen sind immer wieder starken Schwankungen unterlegen gewesen. (…) Es fehlt die notwendige Konstanz, um unsere gesteckten sportlichen Ziele zu erreichen.“

    Da das von Horst Heldt Gesagte schon wieder auf Di Matteo zutrifft, er an der gestellten Aufgabe zu scheitern droht, wird natürlich diskutiert werden.

    Unter dem Gesichtspunkt, eine langfristige Perspektive für einen Trainer herzustellen, hätte der von Torsten und anderen vorgeschlagene Trainerweschel zum Ende der Saison 13/14 erfolgen müssen.

  20. Torsten sagt:

    Unter dem Gesichtspunkt, eine langfristige Perspektive für einen Trainer herzustellen, hätte der von Torsten und anderen vorgeschlagene Trainerweschel zum Ende der Saison 13/14 erfolgen müssen.

    M.E. schon nach dem halben Jahr Interimeinsatz Jens Keller. Aber wie dem auch sei: Schalke hat sich für Roberto Di Matteo entschieden. Nicht übereilt, sondern bewusst. Er hat einen Vertrag für den Rest der Saison plus 2 Jahre bekommen. Diese Entscheidung soll sehr wohl Ruhe bringen, und nicht nur den kurzfristigen Erfolg.

    Und egal was wer dazu auch wo schreibt: Ich halte die Idee, Heldt könnte auf die Idee kommen nun wieder den Trainer zu wechseln, für völlig abwegig.

  21. Ney sagt:

    Norbert Elgert…

  22. Torsten sagt:

    … ist das Tafelsilber des Clubs, das sich selbst Heldt nicht auszugeben traut.

  23. blues sagt:

    Und egal was wer dazu auch wo schreibt: Ich halte die Idee, Heldt könnte auf die Idee kommen nun wieder den Trainer zu wechseln, für völlig abwegig.

    1.Die letzten Trainer auf Schalke sind auf das Leistungsprinzip und nicht auf das Prinzip Hoffnung hin verpflichtet worden.

    2. Wenn es da nicht diese Entlassungszone gäbe, könnte man das so stehen lassen und einfach glauben. Fakt ist, es gibt diese Zone in der die Schalker Führung zuletzt dreimal hintereinander die Reißleine gezogen hat, und Di Matteo bewegt sich an ihrem Rand entlang oder steckt drin.

    3. Sollte sich die negative Schalker Serie weiter fortsetzten und Schalke nur einen Punkt gegen Freiburg (möglich) holen und eine Niederlage gegen Wolfsburg (wahrscheinlich)kassieren, wirds eng für Di Matteo. Er hätte dann mit einer katastrophalen Serie das Saisonziel verfehlt. Dann greifen auf Grund des Leistungsprinzips die genannten Mechanismen.

  24. matz sagt:

    Das wäre alles möglich, Blues, wenn der S04 eine Alternative hätte. Die gab es aber schon nicht, als die Reißleine bei Stevens und Keller gezogen wurde.

  25. Markus sagt:

    Bitte nicht schon wieder eine Trainerdiskussion.
    Was würde denn passieren, wenn wir wirklich T. Tuchel verpflichten würden? Bis dessen System richtig funktioniert, dauert es doch mindestens eine Halbsaison; bis dahin vielleicht Platz 8-10, und schon gibt es wieder die nächste Diskussion und Suche nach dem Heilsbringer?
    Die beiden Borussias haben es doch vorgemacht. Wie schon erwähnt, hatten sowohl Klopp als auch Favre 2-3 Jahre Zeit, ein Team zu formen
    (ich sehe es übrigens auch so, dass beide bei Schalke eben nicht genug Zeit bekommen hätten; unser Nachbar war z.B. die ersten beiden Jahre gar nicht europäisch vertreten).
    Und ja, ich bin auch enttäuscht über das derzeitige Auftreten, bin aber der Meinung, das man mit 2-3 gezielten Verstärkungen und etwas weniger Verletzungen im nächsten Jahr durchaus mit MG, LEV mithalten kann.

  26. Torsten sagt:

    Fakt ist, es gibt diese Zone in der die Schalker Führung zuletzt dreimal hintereinander die Reißleine gezogen hat

    Vielleicht musst Du Deine Zone einfach noch um den prozentualen Ablauf der Vertragslaufzeit erweitern, damit sie dann im August auch noch passt.

  27. Carlito sagt:

    Deine Argumente sind nicht von der Hand zu weisen. Trotzdem und gerade deshalb sollte der Club nicht schon wieder einen Trainer vorzeitig entlassen.

    Denn wie, verdammt nochmal, soll denn die Mannschaft Konstanz erlernen und leisten können, wenn wir alle 12 – 18 Monate den Trainer wechseln?!

    Ich hoffe nur, dass hier nicht schon wieder die üblichen Mechanismen auf Schalke greifen und sich HH bei der Verpflichtung von RDM mehr gedacht hat, als nur eine simple, schnelle Lösung, um die aktuelle Saison zu retten.

    Ich will endlich mal eine vernünftige, mittel- bis langfristige Perspektive in unserem Verein! Und kein ewiges von der Hand in den Mund leben.

  28. blues sagt:

    @Carlito

    „Ich will endlich mal eine vernünftige,eine vernünftige, mittel- bis langfristige Perspektive in unserem Verein!“

    Da bin ich voll bei Dir, nur sollten dann die Saisonziele vom Führungspersonal auch entsprechend „niedriger“ formuliert werden, damit nicht gleich wieder die Meßlatte gerissen wird. Das ist weder beim Wechsel zu Keller als auch beim Wechsel zu RDM geschehen. Im Gegenteil, sie wurden geholt um das Saisonziel CL-Teilnahme zu erreichen.

    @Torsten
    Ja, mache ich. Die Anschaffung des Großrechners „King Blue“ ist schon eingeplant.

  29. Simon sagt:

    Ja, Schalke ist diese Saison vom ersten Spieltag an einfach zu schwach für die Champions League. Das kann man ja inzwischen überhaupt nicht mehr weg diskutieren, selbst wenn man dies wollte. Die Gründe sind sicher vielfältig, aber einer liegt meiner Ansicht nach darin, dass wir uns seit Rangnicks Rücktritt eher durchwurschteln als taktisch weiter zu entwickeln.

    In dieser Saison kamen dann zweifellos die vielen schwerwiegenden Ausfälle hinzu, da es durchaus wahrscheinlich ist, dass es wieder einmal für die CL hätte reichen können, wenn Farfan, Draxler, Goretzka und Fährmann nicht jeweils lange ausgefallen wären.

    Vielleicht hat auch deswegen der Trainerwechsel so wenig Wirkung entfaltet. Ich denke jedenfalls, dass Schalke mit di Matteo in die neue Saison gehen sollte und wird. Schauen wir dann, was er nach einer vollen Vorbereitung mit vollem Kader, und nachdem er nun die Mannschaft kennt, in der kommenden Saison aufbauen kann.

    Abhaken sollte man die restlichen Spiele aber deswegen nicht.

    Erstens ist die Quali für die EL noch lange nicht durch – und im Gegensatz zu manch anderen finde ich, dass das auf jeden Fall noch ein erstrebenswertes Ziel ist: wie hier schon gesagt wurde, kann es der Mannschaft nur gut tun, auf gediegenem, aber nicht überforderndem Niveau im Europacup zu spielen und einen zweistelligen Millionenbetrag kann Schalke immer gut gebrauchen.

    Zweitens kann di Matteo nun damit beginnen, seine Mannschaft für die neue Saison zu planen und aufzustellen, und das Saisonfinale so als Vor-Vorbereitung und Auslese zu nutzen. Seinen eigenen Worten nach, war das 5-3-2 ja eher als Notlösung wegen der vielen Verletzten zum Einsatz gekommen. Nun, viele Leute sind nun wieder an Bord, unansehlicher und ungefährlicher kann das Spiel auch kaum noch werden – wenn ihm eigentlich ein anderes System vorschweben sollte (ich glaube, er meinte was von 4-3-3), dann wäre es gegen Freiburg eine gute Gelegenheit, damit zu anzufangen.

  30. Torsten sagt:

    Kurzer Einwurf:

    Ähnlich wie blues oben habe auch ich (und andere) Jörg Strohscheins folgenden, letzten Absatz eines bei wdr.de veröffentlichten Textes als Aufforderung zu einem erneuten Trainerwechsel verstanden:

    Bisher ist es noch keinem Trainer gelungen, die Stärken dieses Teams so herauszuarbeiten, dass es konstant auf hohem Niveau spielt, und die Defizite, mit denen jedes andere Team ebenfalls zu kämpfen hat, so gut es geht an den Rand zu drängen. In dieser wohl verunglückten Saison ist das in der Kürze der Zeit kaum noch umsetzbar. Spätestens ab der kommenden Spielzeit sollten sich die Schalker aber so aufstellen, dass ihnen Vorwürfe grundlegender Art, die sie bereits seit einigen Jahren zu hören bekommen, endgültig erspart bleiben.

    Bei Twitter verwahrte er sich nun dieses Vorwurfs, so habe er das nicht gemeint.

  31. Lutt sagt:

    Die Trainerfrage stellt sich aktuell doch gar nicht, oder habe ich was verpasst?

    Trotzdem frage ich mich, warum ein Trainer nicht auch nach z.B. zwei Monaten schon gefeuert werden sollte, wenn er nicht gut arbeitet. Was soll ich denn einem Trainer Zeit geben, wenn’s nicht passt? Dabei geht es ja nicht um Liebe oder Treue, sondern schlichtweg um einen Job.

    Der Vergleich zu den Borussias hinkt, da diese beiden Eimer schlichtweg ihren Arsch gefunden haben, während man auf Schalke noch hadert. Bei beiden Vereinen lief das Trainerkarussel mit ähnlicher oder gar höherer Geschwindigkeit, bis man den Richtigen gefunden hat.
    Ist di Matteo dies auf Schalke? Keine Ahnung, vermutlich braucht es halt noch etwas Zeit. Aber wenn man merkt, dass er es nicht ist, sollte man auch hier die Reißleine ziehen.

    Ich würde mir übrigens für die nächste Saison (mit oder ohne EL) mal eine „Jugendfördersaison“ wünschen. Verdammt nochmal, ich will keinen Khedira, Boateng oder Santana. Ich möchte Jungs wie Sobottka, Platte, Sane, Multhaup, Ayhan, Avdijai + die Meyers, Draxlers und wie sie alle heißen, sehen. Wenn wir dann nur Zehnter werden, hätte ich als Fan trotzdem Spass!

    Mit welchem Trainer das passiert, ist mir mitunter fast egal. Hauptsache, es passiert mal. Wir müssen uns mal auf unsere Stärken besinnen und aufhören, satten Stars noch mehr Kohle in den Rachen zu werfen.
    Das geht übrigens an Manager und Vorstand, nicht an den Trainer.

  32. leoluca sagt:

    Ausgerechnet dieses Spiel zum Anlass für eine Trainerdiskussion zu nehmen, finde ich absurd.

    Di Matteo stellte zur Pause das Spiel vollständig um, weil er die Schwächen der ersten Hälfte richtig analysiert hatte. Nur konnte die Mannschaft das System nicht so spielen wie gedacht und fiel in ihrer Not in die alte – Kellersche – Bräsigkeit zurück.

    Schalke ist diesmal zu schwach für die CL, nicht, weil man gegenüber der vergangenen Saison schwächer, sondern weil die Konkurrenz stärker geworden ist. Augsburg inclusive.

  33. #Link11: Don’t hate the player(s) | Fokus Fussball sagt:

    […] alt (Deutschlandfunk) + + +  Rückschritt vom Rückschritt: Schalke ist zu schwach für die CL (Königsblog) + + + Weise Worte: Der Rasenfunk zum Spieltag + + + Bissig: Juan Arango macht den Luis Suarez […]

  34. Benjamin sagt:

    @leoluca
    „Schalke ist diesmal zu schwach für die CL, nicht, weil man gegenüber der vergangenen Saison schwächer, sondern weil die Konkurrenz stärker geworden ist. Augsburg inclusive“

    Dein letzter Satz impliziert, dass Di Matteo insgesamt zu wenig verbessert hat. Das sehe ich genauso. Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass unser Offensivspiel nach der Sommerpause mit Di Matteo besser wird. Dann hätten wir nach der Ansicht der meisten hier ggf. eine weitere Saison vertan, weil man ja nur in Sommerpausen als Trainer so richtig etwas ändern kann. Das kann es ja auch nicht sein.

    Generell frage ich mich schon, warum man es als Grundwert ansehen sollte, Trainer nicht „zu früh“ zu entlassen. Ich bin durchaus ein Freund davon, dem Trainer Zeit zur Entwicklung zu geben. Aber dafür fehlt mir bei Di Matteo einfach die Vision bzw. das Konzept, das es umzusetzen gilt. Er wurde vor nicht allzu langer Zeit von vielen für seine pragmatische Herangehensweise gelobt. Pragmatismus leistet man sich nur, weil man schnelle Ergebnisse möchte. Wenn die ausbleiben, wird es eben für den Verantwortlichen dünn.

    Di Matteo schaffte es in 6 Monaten nicht, substanzielle Änderungen im Offensivspiel durchzusetzen. Ich sehe überhaupt nicht, wohin seine Bemühungen führen sollen, wie er unser noch nicht einmal als bemüht zu bezeichnendes Offensivspiel ernsthaft verändern möchte.

    Di Matteo hat in jedem Falle weder die ergebnistechnische noch die spielerische Verbesserung gebracht, die man sich von ihm erhofft hat. Er hat aus meiner Sicht bisher nichts geliefert, das ein Festhalten an ihm rechtfertigen würde, wenn es bessere Alternativen gibt. Aus meiner Sicht wäre es daher fahrlässig, nicht zu versuchen, einen Tuchel zu verpflichten, wenn er auf dem Markt wäre und gewillt, bei uns zu arbeiten.

    Das ist der große Unterschied zu Keller, der zumindest die Ergebnisse brachte, um weiter an ihm festzuhalten, und ein Konzept für das Offensivspiel (Ballbesitz, geduldige Kombinationen, Vorstoß vornehmlich über die außen) verfolgte. Weil er dieses Konzept nicht zum Erfolg führte, wurde er zu Recht entlassen. Aber daraus die Lehre zu ziehen, dass wir diese Zeit allen einräumen sollten, die sich bei uns als Trainer betätigen, selbst wenn sie weder Vision noch Ergebnisse mitbringen, halte ich für falsch.

  35. RJonathan sagt:

    Da das Thema Trainer durch ist (und ich das Spiel nicht gesehen habe), mal was zur Kaderplanung:
    Ich finde eigentlich die Ergebnisse derzeit und in der letzten Saison sehr angemessen zum Kader. Viele unserer Hoffnungsträger sind jung (=Formschwankungen) oder Verletzungsanfällig (=Formschwankungen). Wenn du dein Haus aus Wackelpudding baust, muss du dich nicht wundern, wenn’s wackelig wird, sag ich mal frei nach Dr. Oetker.

    Leistungsträger auf CL-Niveau ohne Verletzungen kosten allerdings mindestens 20 Mio. Der reine Nachwuchs-Ansatz reicht im besten (=glücklichsten) Fall eben nur für EL mit Hochzeiten in der CL.

    Die Frage ist, wie man einen guten Jugendkader geschickt verstärkt. Da hat Heldt eine zimelich einfach Taktik: „Schnäppchen-Jagd“. Das ist verständlich – soll er doch nebenbei auch Schulden abbauen – aber vielleicht wäre ein bisschen besserer Scouting-Ansatz auch nicht schlecht. Papdopolous war der letzte Ausländer, der es bei uns zum Leistungsträger geschafft hat. Und auch wenn Magath und erst recht Müller da einiges an Erde verbrannt haben – gegen ein paar gut-gescoutete Risiko-Transfers unter 5 Mio. hätte ich nichts einzuwenden.

    Erst recht weil diese Taktik bei anderen Clubs irgendwie aus dem Fokus geraten ist, und BMG (Raffael, Kruse, Hahn, Johnson) und LEV (Toprak, Calhanoglu, Son, Bellarabi) ihre Leistungsträger in letzter Zeit fast ausschließlich aus der Bundesliga scouten. Am Ende waren es beim BVB aber vor allem Transfer-Hits, die sie nach ganz oben gebracht haben (Kagawa, Lewandowski).

  36. Erle72 sagt:

    Lieber den Schweiz-Italienischen-Spatz in der Hand als die Tuchel-Taube auf dem doch Dach. Ich sehe nicht was diese Gurutaube mehr können sollte als unser jetziger Trainer außer mehr Geifer an der Linie. Gewissen Spielern ist beispielsweise eine disziplinierte Zweikampfführung nicht beizubringen (unter 3 Trainern). Die Ersatzleute waren größtenteils verletzt. Neue Spieler haben oft die gleichen Schwächen wie die alten. Lass den Di Matteo mal eine Sommertransferperiode mitbestimmen und sein eigenes Ding aufbauen.
    Was haben die Wolfsburger anfangs unter Hecking für Scheißspiele abgeliefert oder die Dortmunder unter Klopp. ABER das funktioniert nur, wenn die Herr Toennies und Held statt Durchhalteperioden mit realistischen Entwicklungsprognosen daher kommen. Sonst ist nacher der Spatz und die Taube weg.

  37. RJonathan sagt:

    Da das Thema Trainer doch nicht durch ist (Crosspost):

    @Benjamin
    Finde ich schon krass gewagt, jetzt wieder mit dem fehlenden „Konzept“ rumzuhantieren. Warte doch einfach mal ab, bis DiMatteo 2 Monate lang genügend Offensivspieler zur Verfügung hatte um etwas umzusetzen. Insbesondere diese Sätze finde ich erstaunlich:

    Di Matteo schaffte es in 6 Monaten nicht, substanzielle Änderungen im Offensivspiel durchzusetzen. Ich sehe überhaupt nicht, wohin seine Bemühungen führen sollen, wie er unser noch nicht einmal als bemüht zu bezeichnendes Offensivspiel ernsthaft verändern möchte.

    Woran würdest du so etwas denn erkenne, bevor es fertig ist? Die Krux als Fan ist doch, dass wenn es nicht läuft und funktioniert es immer nach „konzeptlos“ aussieht. Auch wenn da vielleicht im Hintergrund ein total klares Konzept steht.

  38. klopenner sagt:

    Zum Augsburg Spiel hat Torsten wirklich alles geschrieben, was ich genauso geschrieben hätte. Sogar die Aussagen der „Verantwortlichen“ nach dem Spiel sind wiedergegeben worden. Wobei Max Meyer noch soetwas sagte wie:“Wenn die über uns straucheln müssen wir da sein“. Diese Aussage zeigt auch auf, dass der Realismus definitiv nicht eingekehrt ist bei Schalke. Die über uns spielen konstant. Die einzigen die permanent straucheln sind wir. Traurig, dass wir aus den ersten 3 Rückrundenspielen 7 Punkte geholt haben, aber aus den folgenden 7 Partien danach nur mickrige 6.
    Tore haben wir in der gesamten Rückrunde zwar nur 10 kassiert, aber auch erst 9 geschossen.
    Generell liest sich die Bilanz unter DiMatteo tatsächlich so, wie es alle Medien prophezeit hatten. Sehr defensiv.

    Seit dem 4:0 in Stuttgart am 14. Spieltag (nach zuvor schon zwei überzeugenden Siegen gegen Wolfsburg und Mainz mit insgesamt 11 Toren in diesen 3 Spielen) haben wir in 13 Spielen danach nur noch 12 Tore geschossen und 13 kassiert, dabei 17 Punkte geholt. Nur Hamburg, Stuttgart und Paderborn haben weniger getroffen. Seitdem läuft es nicht mehr wirklich rund bei uns. Klar, defensiv haben wir uns stabilisiert, auch wenn es nicht immer so aussieht. Aber dass wir offensiv so umständlich spielen, war anfangs auch nicht so. Man könnte wirklich ab und zu vermuten, dass es so vom Trainerteam gewollt ist.

    Ich glaube jeder hatte sich mehr von DiMatteo erhofft und ich kann für mich nicht genau sagen, ob ich einen Trainerwechsel im Sommer wirklich befürworten könnte, aber er hat gefühlt weniger gebracht als Jens Keller. Auch ich habe damals lange gehofft, dass Keller abgelöst wird, nur hatte eben Horst Heldt den idealen Zeitpunkt gleich zweimal verpasst.

    Derzeit scheint DiMatteo quasi das Trainerpendant zu Kevin Prince Boateng zu sein. Als Leuchtturm gekommen, anfangs überzeugt und dann doch schnell nachgelassen und nun verkommen beide zu einem kleinen flackernden Friedhofslicht, wenn man sich einige Kommentare/Berichte hier und überall im Netz durchliest.

    Eins dürfte sicher sein, diese Saison wird DiMatteo nicht entlassen, ob es aber zur neuen Saison so bleibt, davon bin ich noch nicht überzeugt. Ich traue Horst Heldt alles zu.
    Das Problem dürfte nur sein, dass es eben keine Konsequenzen gibt. Weder für schwach spielende, lustlos agierende, mutlos kämpfende und langsam laufende Spieler, noch für Heldt, der bei seiner Trainersuche und seinen Transfers (EMCM ausgeschlossen) scheinbar erneut kein Glück gehabt hat.

  39. Lutt sagt:

    ja, zum Thema „Ansprüche auf Schalke“ lacht die Welt über uns:
    https://www.youtube.com/watch?v=-P8k9GvSuHQ

    Ist ein bisschen offtopic, aber ich fand’s ganz witzig :-/

  40. Raul04 sagt:

    Ich war eigentlich auch von tuchel begeistert und glaube, dass es für den HSV der Hauptgewinn werden könnte, in 1-2 Jahren dann HSV vor S04. Aber, dass Tuchel bei der Entlassung von Keller abgelehnt hat, finde ich enttäuschend. Wenn man Trainer auf Schalke werden darf und die Chance hat, vielleicht mit einem Meistertitel unsterblich zu werden, dann muss man brennen. Schalke bräuchte mal einen Trainer mit einer entsprechenden Historie, von dem man weiß, dass er es kann und leider weiß man es bei di matteo noch nicht und dafür ist er dann sicherlich zu teuer eingekauft.

    Übrigens Zu später fernsehtipp gibt es aber noch bei ard Mediathek bis 11.04.

    Vier Minuten deutscher Meister – das Schalker Trauma von 2001

  41. derwahrebaresi sagt:

    Im letzten Absatz von klopenner’s Kommentar liegt der Hase begraben.
    Dieser gordische Knoten läßt sich auf Schalke augenscheinlich nicht
    lösen.

  42. Thomas25 sagt:

    …vielleicht ist unsere Truppe ja einfach auch nicht viel besser als der Platz in der Tabelle….???

    Wir haben einfach zuviele Spieler die sich nicht der allerbesten Gesundheit erfreuen: Fährmann, Boateng, Farfan, derHunter, Draxler, Matip..dazu kommt noch der Afrika-Cup und der Asian Cup und schon qualifiziert sich eine bessere königsblaue U-19 für die kleine Euro-Liga….

    Keller und Di Matteo sind halt einfach nur solide Glücksspieler die handwerklich nicht viel drauf haben….

    Aber anschauen kann man die Schieberei seit Di Matteo nur noch mit viel Weißbier ( alternativ: frisches Veltins)……mal schauen was passiert: Ich rechne mit dem schlimmsten und hoffe auf das Beste….

  43. Thomas25 sagt:

    zu/über Horst Held:

    „Ein Offizier, verlangte der Alte Fritz von seinen Truppenführern, müsse „Fortune“ haben; Tüchtigkeit allein genüge nicht. Damit rechtfertigte der Preußenkönig den Rausschmiß verdienter Männer, die eine Bataille verloren hatten, auch wenn er wußte, daß er sie selbst nicht hätte gewinnen können“ (quelle Zeit)

    …solangsam braucht Horst auch etwas „Fortune“ bei seinen Transfers und Übungsleitern….ansonsten wird es nicht nur für Di Matteo eng ….(siehe der sehr feine Beitrag zu Beginn von Blues!!!!!!!)

  44. Benjamin sagt:

    @RJonathan

    Wenn man nach 6 Monaten nicht sehen kann, was der Trainer anstrebt, dann liegt die Vermutung nahe, dass er gar nichts bestimmtes anstrebt. Ich glaube nicht, dass ein Konzept gut laufen muss, damit man es erkennt. Kellers Offensivkonzept lief nie wirklich gut, aber die Grundideen (z.B. Ballbesitz, geduliger Aufbau, Dreiecke auf den Außen mit dem Ziel des vertikalen Passes) hat jeder gesehen. Keller hatte übrigens auch einen stetig fluktuierenden Personalstamm zur Verfügung.

    Ein Offensivkonzept vermute ich dann, wenn ich unabhängig vom verfügbaren Personal eine klare Linie erkennen kann, die über mehrere Spiele hinweg konsequent umgesetzt wird. Das ist bisher nicht zu erkennen. Mal spielen wir lange Bälle, mal versuchen wir durch die Mitte zu kombinieren, Anfang der Rückrunde standen wir hinten drin und suchten den Konter. Auf Standards scheint der Fokus auch nicht zu liegen. Ich kann das Konzept bis jetzt nicht erkennen, unter Gutwilligen heißt das Flexiblität oder Pragmatismus, in Verbindung mit den Ergebnisse ist bei mir aber der gute Wille eher gering, insbesondere seit dem unsäglichen Derby. Daher vermute ich, dass es kein Offensivkonzept gibt.

    Klar, man kann auch auf dem Standpunkt stehen, dass Di Matteo nur auf die guten Offensivspieler gewartet hat, um ein Offensivkonzept anzugehen. Aber das wäre erstens sehr kruzsichtig, weil dann unser Offensivspiel wieder komplett in sich zusammenfällt, sobald Spieler ausfallen, was erfahrungsgemäß immer passiert. Und zweitens wüsste ich dann auch nicht, ob unser besseres Offensivspiel nur an den besseren Spielern oder am Offensivkonzept des Trainers liegt. Vielleicht bin ich auch zu negativ, dann würde ich mich freuen, wenn jemand wirkliche Veränderungen ausgemacht hat, hinter denen man ein Konzept vermutet, und diese hier mal ausführt.

  45. Torsten sagt:

    Wir leben in völlig verschiedenen Fußballwelten, Benjamin.

    Das sich unter Jens Keller das Spiel der Mannschaft nur um Nuancen veränderte habe ich nie als sein Konzept erachtet, sondern als Schwäche, nichts verändern zu können. Dass Roberto Di Matteo eine Halbzeit mit 3/5er-Kette, die nächste mit 4er-Kette und Flügelstürmer, gegen Gladbach mit dominanter Defensive und in Madrid mit Voll-Offensive agierte, ist meines Erachtens kein „fehlendes Konzept“, sondern Bockstark; ein Zeichen, dass er sich auf den Gegner einstellt, dass er Dinge erkennen und anpassen kann.

    Es funktioniert nicht alles, ja. Und Schalke erspielt sich seit langer Zeit regelmäßig zu wenige Chancen – ich bin geneigt zu schreiben „seit Rauls Weggang“. Derzeit trifft Huntelaar nicht mal einen See wenn er aus einem Boot fällt und Fährmanns Ausfall hat auch Punkte gekostet. Trotzdem gibt es meines Erachtens viele Anzeichen dafür, dass Roberto Di Matteo eher ein guter denn ein schlechter Trainer ist.

    Und übrigens …

    …so langsam braucht Horst auch etwas “Fortune” bei seinen […] Übungsleitern…

    Ich finde Heldt hatte insgesamt verdammt viel Massel bei seinen Trainerentscheidungen!
    Dass Rangnick krank aufgab, dafür konnte niemand was. Stevens war alles andere als ein Wunschtrainer, dafür hat er aber doch eine ganze Weile sehr gut funktioniert. Keller hätte bei keinem Erstligisten je mehr einen Job bekommen und wird wohl auch sobald nicht mehr in dieser Liga zu sehen sein, aber immerhin fuhr er noch die richtigen Ergebnisse ein.

    Nun ist es das erste Mal so, dass nicht Anfangs die Punkte stimmen und es danach stets weiter ausdünnt bis zur Entlassung. Vielleicht läuft es diesmal „richtig rum“. Ich bin da durchaus hoffnungsvoll gestimmt.

  46. matz sagt:

    ach, das hatten wir doch auch andersrum. Frankfurt stellt zur Halbzeit um und wir geben das Spiel aus der Hand. ohne zu reagieren. Von Dortmund und Leverkusen ganz zu schweigen.

  47. Hans sagt:

    können wir mal bei Herrn Ragnick aufhören von krank zu reden? Ich glaube, dass trifft es nicht so ganz.

  48. Bueskens04 sagt:

    Fährmann: „Wir wollten unbedingt siegen“.
    Schön, nur leider haben wir davon nix zu sehen bekommen.

    Farfan blickt schon nach vorn: „Wir wollen gegen Freiburg gewinnen“.
    Na, da sind aber mal gespannt…falls es wieder nicht klappt, siehe Fährmann!

  49. Torsten sagt:

    können wir mal bei Herrn Rangnick aufhören von krank zu reden? Ich glaube, dass trifft es nicht so ganz.

    Nee, können wir nicht. Dr. Rarreck hat das damals so bestätigt. Ich halte jegliche Verschwörungstheorien diesbezüglich für übel.

  50. StanLibuda sagt:

    Mahlzeit!

    Hömma, blues, nach dem Eingangspost wird Zeit, datte endlich nen eigenen Blog aufmachen tust! ;)

    Ansonsten bin ich froh, daß wir nur Driß spielen. So wird die nächste Saison preiswerter für mich.

    Erster Absatz ist ernst gemeint, der zweite reinster Sarkasmus. :(

    In diesem Sinne
    Glückauf

  51. blues sagt:

    „War stets bemüht“, würde ich in das Zeugnis zum Ende der Probezeit schreiben. Fällt mir nur gerade so ein, weil Roberto Di Matteo gerade sein halbjähriges Jubiläum auf Schalke feiern kann.

  52. blues sagt:

    @StanLibuda
    danke fürs Lob. Ich fühle mich hier wohl. Torsten schafft es perfekt viele verschiedene Meinungen zu einer Fußballkultur zu versammeln. Gut, bei den Trainern verliert er manchmal ein wenig die Balance. Aber das geht uns ja allen so.

  53. Benjamin sagt:

    @ Torsten

    Leider glaube ich, dass in unserer beider Welten die Ergebnisse und die Spielkultur von Schalke unzureichend sind. Wenn in deiner Fußballwelt guter Fußball von Schalke zu sehen wäre, würde ich gerne dazukommen.

    Das sich unter Jens Keller das Spiel der Mannschaft nur um Nuancen veränderte habe ich nie als sein Konzept erachtet, sondern als Schwäche, nichts verändern zu können. Dass Roberto Di Matteo eine Halbzeit mit 3/5er-Kette, die nächste mit 4er-Kette und Flügelstürmer, gegen Gladbach mit dominanter Defensive und in Madrid mit Voll-Offensive agierte, ist meines Erachtens kein „fehlendes Konzept“, sondern Bockstark; ein Zeichen, dass er sich auf den Gegner einstellt, dass er Dinge erkennen und anpassen kann.

    Vorneweg: Das Spiel gegen Real Madrid halte ich im übrigen für einen totalen Ausreißer, der sich sowohl aus der Konstellation KO-Spiel und 2-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel als auch vor allem aus der totalen Verweigerung von Real, sich defensiv zu engagieren, ergeben hat. Das war sicherlich als Spiel ein Highlight, taugt meiner Ansicht nach aber nicht dazu, zu denken, die Mannschaft könnte doch Offensive, wenn sie nur wollte. Sie kann es offenbar nicht, da nutzt ein offensiv gutes Spiel im CL-Achtelfinale leider auch nicht.

    Alle von dir aufgeführten Punkte sind eher taktischer als spielerischer Natur. Daher trifft das nicht den Kern meiner Kritik. Ich hatte bewusst von Offensivkonzept gesprochen, weshalb ich einen Wechsel zwischen Dreier-, Vierer- und Fünferkette in einer Diskussion um Offensivkonzepte nicht auf der Habenseite verbuchen würde, auch wenn das natürlich Implikationen für die Offensive hat. Zumal ich anmerken muss, dass wir keines der aufgeführten Defensivsystemen wirklich so gut spielen, dass man behaupten könnte, wir würden das konstant abrufen.

    Nach vorne brauchen wir Spielideen und müssen zu Toren kommen. Nur mit Defensive kommt man eben nicht in die CL, weil vielen Gegnern in der Bundesliga gegen uns ein Unentschieden reicht. Wir sind doch ergebnistechnisch nicht so unkonstant, weil wir so viele Gegentore gegen die vermeintlich Kleinen bekommen haben, sondern weil wir gerade gegen solche Gegner immer Probleme hatten, uns Chancen zu erspielen. Letzte Rückrunde haben wir aus wenig (Chancen) viel (Tore) gemacht. Aber da waren zu recht alle skeptisch, ob das langfristig funktionieren kann, weil wir spielerisch nicht überzeugt haben. Heute machen wir aus wenig (Chancen) wenig (Tore) und überzeugen spielerisch genausowenig.

    Di Matteo ist ein Pragmatiker, da liegt es in der Natur der Sache, dass er sich auf den Gegner einstellt und Dinge anpasst. Das tat aber sogar Keller, der beispielweise in der letzten Rückrunde gegen Hoffenheim (auf Konter ausgerichtete Spielweise) und Leverkusen (einstudiertes Tor von Huntelaar nach einem Freistoß) auch individuell auf den Gegner abgestimmte Maßnahmen eingebaut hat. Solche Einzelmaßnahmen sind aber für mich aber kein überzeugender Grund, an einem Trainer festzuhalten, weil das bis zu einem gewissen Grad jeder Trainer macht. Man kann aber nicht jeden Gegner „auscoachen“.Für einen CL-Kandidaten ist der Versuch, sich ausschließlich auf taktische Spielchen zu verlassen, zu wenig, denn ohne eigenes Offensivkonzept holen wir die für unsere Ansprüche notwendigen Pflichtsiege einfach nicht. Damit steht und fällt eben alles, also ist der Trainer genau daran zu messen. Das ist wohl auch der Grund, warum wir seit Rauls Weggang drei Trainer hatten, von denen keiner überzeugt.

  54. Erle72 sagt:

    Gibt es ein eigenes Offensivkonzept? Ich glaube nicht. Die Offensive ist nur ein Teil des Spiels und es wäre besser von einem Gesamtkonzept zu reden. Die Schaffung einer ausgewogenen Balance zwischen Offensive und Defensive mit den entsprechenden Umschaltmomenten. Das funktioniert momentan auf Schalke nur wenn unsere Stürmer in Form sind und/oder der Gegner uns Räume zum Spielen lässt (Mainz, Stuttgart, Madrid). Sobald ein aggressiver Gegner uns die Räume zustellt gibt es Probleme. Und wenn es auch wie ein ödes Mantra klingt: schnelleres Spiel zu lernen und Pressingresistenz umzusetzen braucht Zeit und die richtigen Leute und Alternativen auf der Bank – das kann dauern. Momentan sehe ich die Situation nicht so schwarz, wenn der Trainer im Sommer zeigen kann wen er gebrauchen kann und wen nicht. Kann er das nicht wird es natürlich schwer.
    PS: Wenn das Wort Konzept nur ein Platzhalter für Fußball alla Schmidt, Tuchel oder Klopp steht, kann das ruhig gesagt werden.

  55. Eigenart sagt:

    RDM hat sein Spielkonzept dem vorhandenen Personal angepasst (5-3-2), das gab es meines Wissens vorher so noch nicht auf Schalke. Ich finde, das hat er gut gemacht, weil so die Schwächen unserer AV kaschiert wurden. Wir alle wissen doch, wie schlecht z.B. Fuchs als Defensiver aussieht. Di Matteo hat sowohl bei ihm als auch bei Barnetta Stärken offensichtlich gemacht, die wir alle schon nicht mehr kannten. Ich halte dies für ein Kennzeichen eines guten Trainers.
    RDM hat die Dreierkette aus Höwedes, Matip und Nastasic auch richtig gut gemacht. Ich sehe die Defensivarbeit als deutlich verbessert an gegenüber früher. Wäre Fährmann die ganze Zeit dabei gewesen, gäbe es hier deutlich weniger zu meckern.
    Die Offensivschwäche: ist zweifellos da und auch der Formkrise von Huntelaar und Choupo geschuldet. Wieviel davon auch mir RDM zu tun, vermag ich (noch) nicht zu beurteilen. Aber mit Farfan, Goretzka und Draxler kommen ja auch erst jetzt Spieler zurück, die auch einen Zug zum Tor haben und die Formschwächen der anderen beiden ausgleichen könnten. Die hier für RDM entstehenden Möglichkeiten würde ich mir in ihrer Umsetzung zunächst mal gern anschauen, bevor ich RDM gescheitert nenne. Klar, für die CL kommt das alles zu spät. Aber diese elende Verletzungsseuche (bei welchem anderen Verein waren schon mal so viele Leistungsträger und zwei Torhüter gleichzeitig verletzt?) kann man nun nicht dem Trainer anlasten. So fair sollte man schon sein.

  56. derwahrebaresi sagt:

    @Nur mit Defensive kommt man eben nicht in die CL, weil vielen Gegnern in der Bundesliga gegen uns ein Unentschieden reicht. Wir sind doch ergebnistechnisch nicht so unkonstant, weil wir so viele Gegentore gegen die vermeintlich Kleinen bekommen haben, sondern weil wir gerade gegen solche Gegner immer Probleme hatten, uns Chancen zu erspielen.

    das ist auch der grund dafür, dass ich gegen eine teilnahme an der EL bin.

    man tat sich schwer gegen die „Großen“ im teilnehmerfeld der cl
    (z.b. maribor u. lissabon) oder im rahmen der qualifikation gegen übermannschaften wie paok.

    viele der europäischen mannschaften im feld der EL sind vergleichbar mit frankfurt, bremen, augsburg, ect. und haben keinen reiz, das kann nur in die hose gehen.

    dann doch lieber eine saison nur buli ohne weitere belastung.
    (im dfb-pokal ist ja ohnehin nach der 1. runde feierabend.) ;-)

  57. Սաշա sagt:

    Momentan sehe ich die Situation nicht so schwarz, wenn der Trainer im Sommer zeigen kann wen er gebrauchen kann und wen nicht.

    Das halte ich ebenfalls für wichtig. Der aktuelle Kader ist nämlich leider nicht annähernd so gut wie er teuer ist, weshalb ich von Di Matteo auch keine Zauberei erwarte. Ich erwarte allerdings, dass einige teure und verhältnismäßig unbrauchbare Spieler den Verein im Sommer verlassen. Dazu zählt dann eben auch der zwischenzeitlich mal wieder erstarkte Fuchs, der aber in einer möglicherweise angestrebten Viererkette wieder so nutzlos und schädlich wäre wie in seinen unfassbar schlechten 45 Minuten in Augsburg. Wenn man jemandem das Gegenteil von Pressingresistenz verbildlichen will, muss man ihm nur etwas Videomaterial von Fuchs vorspielen.
    Ich verstehe auch weiterhin nicht, wieso man mit einem so teuren und so limitierten Stürmer wie Huntelaar verlängert hat. Wenn man aus ihm einen spielerischen Nutzen ziehen will, muss man sein Spiel sehr auf ihn zuschneiden. Ob sich dieser Aufwand für einen Spieler diesen Alters lohnt, möchte ich doch bezweifeln.
    Di Matteo muss sich nun, da er den Kader kennt, überlegen, wie er in Zukunft spielen möchte und Heldt muss dann die passenden Spieler verpflichten. Ich würde ja sagen: einen neuen Ausßenverteidiger für jede Seite und einen taktgebenden 6er/8er. Dürfte nur leider nicht zu bezahlen sein. Erst recht nicht ohne Champions League Einnahmen.

  58. RWDJojo sagt:

    @Pro & Contra EL
    Natürlich ist die EL nicht so glanzvoll wie die CL und wenn man in der CL schon stöhnt, wenn man gegen Maribor und Co spielen muss, dann wird das in der EL noch mehr. Außerdem sind weder die Anstoßzeiten in der EL noch die damit verbundenen Sonntagsspiele in der BuLi wirklich attraktiv.
    Trotzdem hoffe ich darauf, dass Schalke nächste Saison international vertreten ist. Auch wenn die Prämienzahlungen bei Weitem nicht das Niveau der CL erreichen, muss Schalke jeden Euro dankend annehmen. Mir ist es lieber, wenn Schalke 1 Mio € durch sportlichen Erfolg einnimmt, als dass man diese Summe von dem nächsten halbseriösen Sponsor holen muss. Weiterhin kann man mit internationaler Perspektive den ein oder anderen Spieler anlocken, der ansonsten vielleicht nach Augsburg geht (da er da international spielt). Auch für unsere jungen Spieler sollte es sportlich reizvoll und förderlich sein, weiterhin auch gegen internationale Gegner und damit gegen andere Konzepte zu spielen. Auch schon in der Gruppenphase der EL kann man mit etwas Glück auch schon den ein oder anderen interessanten Gegner bekommen. Nicht nur sportlich, sondern auch fantechnisch. Ich finde beispielsweise Everton als Gegner reizvoller als zum x-ten Mal gegen Chelsea zu spielen.

    @Trainer- und Konzeptdiskussion
    Nach einem halben Jahr schon den nächsten Trainerwechsel zu fordern, finde ich Quatsch! Es muss einfach mal wieder gelingen, einen Trainer was aufbauen zu lassen. Di Matteo kann man bis auf einzelne taktische Maßnahmen überhaupt noch nicht bewerten. Das was man bisher (vereinzelt) sehen konnte, finde ich gut. Einführung eines neuen Systems, taktische Variationen während der Spiele. Dass man bisher nicht dauerhaft die Handschrift des Trainers sehen kann liegt meiner Meinung nach darin, dass di Matteo sich noch nicht entfalten konnte. Unter Keller war die Defensive löchrig und nach vorne gelang auch nur wenig. Es war doch klar, dass der neue Trainer zuerst an einem besseren Defensivverhalten arbeitet. Hinten war Schalke unter Keller immer für Gegentore gut und musste sich vorne auf die individuelle Klasse des namhaften Kaders verlassen. Di Matteo hat Schalke defensiv stabiler gemacht und vorne regiert weiterhin individuelle Klasse. Es ist eben leichter, eine Mannschaft defensiv zu verbessern als offensiv. Ich bin mal gespannt, ob di Matteo an der 5er-Kette festhält, wenn Farfan und Draxler wieder in die Startelf rücken. Kann ich mir nicht vorstellen, da die beiden für die Außenposition nicht in Frage kommen und es außer dem Außenverteidiger aktuell keine andere Flügelposition in dem System gibt. Es wird also wieder auf eine 4er-Kette hinauslaufen. Hinten Aogo-Nastasic-Höwedes-Uchida. Davor dann Farfan über rechts und Draxler über links. Im Zentrum muss man mal schauen, ob di Matteo mit einem oder 2 Stürmern spielen lässt. Dementsprechend dann Höger und Goretzka und davor dann Meyer (Chupo-Moting) und Huntelaar.

  59. blues sagt:

    @RWDJojo

    „Di Matteo kann man bis auf einzelne taktische Maßnahmen überhaupt noch nicht bewerten.“

    Doch kann man. Muss man sogar. Die klare Ansage von Heldt war a) Konstanz in die Mannschaft bringen und b) für die CL qualifizieren. Daran wird er gemessen werden, denn die Saisonziele wurden aus diesem gutem Grund von der Schalker Führung bisher nicht zurückgenommen.

    Schafft er das Saionziel nicht, ist er als gescheitert zu betrachten. Ob er als Gescheiterter einen Neuanfang verdient hat, werden die letzten sieben Spiele zeigen.

  60. leoluca sagt:

    Amen!

  61. matz sagt:

    Dass man einen Trainer nach 26 Spielen nicht bewerten kann, muss eine Regel sein, die für di Matteo erfunden wurde. Immerhin haben 42 Spiele bei Chelsea schon ausgereicht, um ihm einen fürstlich entlohnten Job bei Schalke zu verschaffen.

  62. leoluca sagt:

    Bitte dann bewerte die Leistung des Trainers doch. Blues hat lediglich ein einziges Kriterium genannt, das darüber entscheiden soll, ob Di Matteo erfolgreich oder gescheitert ist auf Schalke: das Erreichen eines CL-Platzes durch Konstanz in der Mannschaft. Mit ihm vermisst Benjamin ein sogenanntes Offensivkonzept der Mannschaft, ohne genauer zu sagen, was das ist.

    Ziemlich dünne Analyse, finde ich. Hier sind im Laufe der Diskussion ein paar wichtige Punkte genannt worden, die auf die Handschrift des Trainers schließen lassen und zur Hoffnung berechtigen.

    Sie beantworten leider nicht die Frage, warum nach dem guten Start in die Rückrunde ein ganzes Stück Mentalität und Siegeswille verloren gegangen ist. Da setzt der Vorwurf eines fehlenden und in sich schlüssigen Konzepts viel zu hoch an.

    Vielleicht liegt es einfach daran, dass die vielen Rekonvalezenten, die immer auch wieder Rückfälle erleiden, nicht eingespielt sein können und DM teils eine immer wieder neue Mannschaft trainiert.

    Oder daran, dass Boateng, der in der vergangenen Saison eine Reihe von Spielen fast allein drehte, jetzt so gut wie komplett ausfällt. Wir haben uns an diesen herben Rückschlag schon gewöhnt, der aber nicht viel weniger bedeutet als ein paar Wochen ohne einen gestandenen Keeper zu spielen. Allein das Fehlen von Fährmann hat uns, bei aller mangelnden Spielkultur, mindestens zwei Siege gekostet, mit denen wir weiterhin oben dran wären.

    Es kann auch sein, dass jetzt schon die Vertragsverhandlungen bzw. die neuen Personalentscheidungen, die anstehen, zu Disharmonien im Team führen. Wäre jedenfalls keine Überraschung.

    Wir sind eben nicht so weit wie der BvB, der selbst in dieser harten Krise einen gemeinsamen Nenner seines Spiels und seiner Vereinspolitik formulieren kann, an dem sich alle orientieren.

    Di Matteo hat gerade angefangen, sich mit dieser Mannschaft einzuspielen und wird es vermutlich erst in der neuen Saison systematisch und mit ein paar notwendig Neuen können. Da kommt die Forderung nach einem in sich schlüssigen Spielkonzept vielleicht etwas früh, um es höflich zu sagen.

  63. Սաշա sagt:

    Zur CL-Qualifikation als (nahezu alleinigem) Gradmesser für Di Matteos Arbeit:

    Dann machen wir es uns ganz einfach: Gehen wir davon aus, dass der Kader gut genug sei, um die CL zu erreichen, dann kann am Ende wenigstens keiner die sportliche Leitung in Frage stellen. Die hat immerhin CL als Ziel, weil sie ganz sicher den Kader ordentlich zusammengestellt. Gut genug jedenfalls, um die CL erreichen zu können, sonst hätte man das Ziel schließlich nicht so formuliert. Und eine Fehleinschätzung diesbezüglich ist eigentlich auch ausgeschlossen. Kann ja gar nicht anders sein. Das Verpassen der CL lag deshalb am Ende ganz sicher am Trainer und auch den drei bis vier Trainern danach, bevor man sich endgültig aus dem oberen Tabellendrittel verabschiedet, dieses Ziel nicht mehr ausgibt und den Weg von Stuttgart und Hamburg geht.

  64. Torsten sagt:

    Da hat blues recht, am Saisonziel ist Di Matteo gescheitert. Jetzt schon, denn die Chancen sind nur noch rechnerisch.

    Passiert leider. An bestimmten Zielen scheitern Trainer immer wieder. Angesichts des heutigen Pokalabend in Bielefeld kommts mir gerade mal wieder hoch, dass Jens Keller in Dresden schon am Saisonziel „2. Runde DFB-Pokal“ gescheitert war. Der einzige Wettbewerb, in dem S04 sportlich eine Chance auf einen Titel hat …

    Hut ab, Bielefeld, jedenfalls!

  65. rjonathan sagt:

    Man kann sich das auch einfach machen:
    Defensiv hatten wir Anfang der Saison enorm viele Ausfälle (Höwedes, Matip, Uchida, Kola, Kirchoff, jemand vergessen?) – zur Halbzeit und in der Rückrunde erfasste die Seuche dann eher die Offensive (Boateng, Huntelaar, Draxler, Sam, Obasi). Die ganze Saison bis jetzt fehlten Farfan und Goretzka.

    Da muss man gar nicht lange über den Trainer und die Kaderzusammenstellung reden. Wenn dann auch noch die Krisen bei Leistungsträgern (Huntelaar, Boateng, ECM) dazu kommen, ist die Erklärung recht einfach…

    @Erle72
    Übrigens ist es der Vergleich mit Klopp & Hecking sehr interessant. Beide landeten auf Anhieb im Bereich Europapokal-Plätze bzw. knapp dahinter mit ihren Mannschaften, nachdem man zuvor im Abstiegskampf (Do) bzw. Mittelfeld (WOB) versunken war. Das wurde ihnen deswegen als Erfolg verbucht. Der Fluch auf Schalke ist, dass man eine solche Saison aus unerfindlichen Gründen heutzutage als größte Schmach ansieht. Ich verstehe nicht, wieso man bei einem Team mit jungen Leistungsträgern nicht die Ziele ein wenig aufweicht und sagt: Ziel CL, aber bei EL brechen wir uns keinen Zacken aus der Krone. Man muss ja nicht gleich Unambitioniert werden.

  66. blues sagt:

    @leoluca

    Seit er da ist, haben wir keine muskuläre Verletzung mehr“ „Roberto hat sofort erkannt, dass man in der Trainingsarbeit etwas ändern musste, beim Warmmachen, beim Stretching. Er hat die Verletzungshäufigkeit abgestellt.“ (kicker.de)

    Auch bei Verletzungsausfällen hat man sich demanach eine Besserung von Roberto Di Matteo erhofft. Da hat sich Clemens Tönnies im Kicker festgelegt.
    Also darf man neben der Konstanz (a), der CL Teilnahme (b) noch einen dritten von der Schalker Führung öffentlich genannten Punkt ergänzen: Weniger Verletzte (c). In diesem dritten Punkt müssen aus der von Tönnies öfffentlich vertretenen Sicht, auch die Trainingsmethoden von Di Matteo bereits als komplett gescheitert betrachtet werden.

    Während bei der CL Teilnahme, die minimale Restchance durch die vielleicht gestern gestartete schwarze Serie von Gladbach gewahrt bleibt.

  67. SpeedGlas sagt:

    Glück Auf!
    In meinem Schalker Umfeld wird Di Matteo auch äußerst kritisch gesehen und viele machen ihn für den Misserfolg verantwortlich. Da kommen ähnliche Argumente wie in der Diskussion hier.
    Ich finde auch, dass im Schalker Spiel ein Offensivkonzept fehlt, d.h. für mich:
    -Angriffe über die Flügel oder durchs Zentrum
    -Mit geschicktem Passspiel/Flanken und Laufarbeit Spieler in günstige Position zum Torabschluss zu bringen
    -Gegenseitige Unterstützung durch Anbieten und Freilaufen
    -Dinge wie Hinterlaufen, Kreuzen, den Ball prallen lassen, Doppelpässe, offensive Zweikämpfe
    -Das Tempo des Spiels steuern,je nach Situation
    -Bei Standardsituationen wie Ecken und Freistößen mindestens den Ball aufs Tor bringen
    -Den Ball bekommen und sofort wissen, wo er als nächstes hingespielt werden muss

    Ich spiele selber Fußball und bin jetzt schon seit einiger Zeit Trainer – deswegen versuche ich mich auch immer in die Situation von Di Matteo zu versetzen und dabei fallen mir halt die oben aufgezählten Punkte auf, die mMn fehlen.
    Uchida und Farfan haben immer zu solchen Mitteln gegriffen und dadurch viele gute Chancen herausgespielt, die oft zu Toren geführt haben.
    Wenn über die 6/8 Position diskutiert wird, finde ich, dass wir da mit Höger und Goretzga eigentlich gut besetzt sind. Allerdings leben diese Positionen auch davon, dass der Rest der Mannschaft sie unterstützt, ganz besonders als Anspielstation. Gleiches gilt für die Stürmer, ohne ordentlich Zuspiele kann man keine Tore erwarten – und, dass nicht jede Chance direkt ein Treffer ist sollte auch jedem klar sein.

    Irgendwie haben wir eine totale Seuchensaison erwischt, in der zu lange und zu oft wichtige Leistungsträger ausgefallen sind. Deswegen halte ich es für falsch jetzt schon den Trainer in Frage zu stellen. Man sollte versuchen in die EL zu kommen, auch wenn die CL die vielgenannten Vorzüge hat und dann den Fokus auf die kommende Saison legen. Dieses Mal ist keine WM, EM, oder Africa Cup. Im Sommer müssen dann personelle Konsequenzen gezogen, das Augenmerk auf die Fitness und den Gesundheitszustand gelegt werden. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man von einer guten Vorbereitung viel mehr zehren kann, als vom täglichen Training.

  68. Benjamin sagt:

    @leoluca

    Weißt du ernsthaft nicht, was man mit dem Wort Offensivkonzept meinen könnte oder geht es nur darum, dass du eine andere Auffassung hast? Unter dem Begriff „Offensivkonzept“ verstehe ich eine grundsätzliche Antwort auf die Frage, wie wir zu Toren kommen wollen. Vielleicht einige Alternativen, die sich sicherlich nicht ausschließen, aber einen Hinweis darüber geben, wo man das Offensivkonzept eines Trainers verorten könnte: Ballbesitz oder Konterfußball? Ermöglichung von Chancen durch hohes Pressing und schnellen Umschaltfußball oder strukturierter Aufbau von hinten? Schnelle Kombinationen oder hohe Bälle in die Spitze? Angriffe vornehmlich durch die Mitte oder über die Außen? Flanken oder Flachpassspiel? Fokus auf Standardsituationen? Das Offensivkonzept beschreibt, welche Vorstellung ein Trainer vom Spiel mit Ball hat. SpeedGlas hat da weitere, noch viel detailiertere Dinge aufgeführt, von denen ich viele als Elemente des Ballbesitzfußballs mit flachen Kombinationen ansehen würde.

    Bei Leverkusen ist es doch z.B. offensichtlich, was Schmidt will: hohes Pressing, schneller Umschaltfußball, Dribblings über die Außen. Bei Favre ist es das Konterspiel mit wenigen vertikalen Pässen. Bayern hat sich vom stark Ballbesitz orientierten Spiel zum echten Allrounder gewandelt, die können alles, auch wenn naturgemäß der Ballbesitzfußball überwiegt. Da hat keiner ein Problem, das Offensivkonzept zu benennen. Was Di Matteos IDee von Offensivfußball auszeichnet, weiß kein Mensch.

    Alles in allem ist „Offensivkonzept“ ja nur wirklich kein Begriff, bei dem man nicht grundsätzlich verstehen kann, was gemeint ist. Das fällt mir bei den Begriffen deiner Begründung ehrlich gesagt deutlich schwerer. Ich kann mit Worten wie „Mentalität“ und „Siegeswille“ viel weniger anfangen. Das klingt immer wie: „Die müssen mehr laufen und sich reinhauen.“ Als ob man im modernen Fußball nur damit langfristig noch einen Blumentopf gewinnt. Ich hatte auch nicht den Eindruck, dass es daran gefehlt hätte.

    Aber nehmen wir nur mal an, du hättest recht und es liegt vor allem an der „Mentalität“ und dem „Siegeswillen“. Das wäre ja dann ein mannschaftsweites Problem. Immerhin wurde die Mannschaft ja nun auf vielen Positionen auf Grund der Verletzungen und Formkrisen Spieltag für Spieltag verändert, wie man ja hier nicht müde wird zu betonen. Was wäre das denn für ein Armutszeugnis für den Trainer, wenn er es nicht schafft, eine ganze Mannschaft junger Spieler für die Aussicht, das nächste Jahr Champions League zu spielen, zu motivieren? Ernsthaft, das wäre ja noch viel schlimmer…

  69. blues sagt:

    @rjonathan
    „Man kann sich das auch einfach machen:
    Defensiv hatten wir Anfang der Saison enorm viele Ausfälle (Höwedes, Matip, Uchida, Kola, Kirchoff, jemand vergessen?)“

    Wie Torsten schon richtig anmerkte, verpasste Jens Keller das Saisonziel Nummer 1, steigerte von da aus die Punkteausbeute nur minimal (fehlende Konstanz) und sieben Spieltage später war er weg, die vielen Verletzten,die zerrissene Vorbereitung auf Grund der WM, hin oder her.

    Aus welchem unausgesprochenen Grund sollte nun Roberto Di Matteo eine Sonderbehandlung bei dem Abgleich seiner Ergebnisse mit der Zielplanung haben? Zu einer Frage der Sympathie oder Antipathie, ob ein Trainer weitermachen darf oder ob er gehen muss, würde ich das nicht machen. Da sind mir die harten Kriterien von Heldt/Tönnies schon lieber.

  70. Mario sagt:

    Ich bewege mich mal weg von der Trainerdiskussion.
    Mir wäre es am liebsten, wenn wir nicht EL spielen müssten.
    Dann hätte die Mannschaft, die ja seit einer ganzen Saison nie komplett war, endlich die nötige Ruhe, sowohl in der Vorbereitung als auch im Spielbetrieb ein Spielsystem zu entwickeln.

    Es wäre nicht mehr das kurzatmige Hecheln nach den Saisonzwischenzielen, die Diskussionen nach derben CL-Klatschen fielen weg.

    Die Mannschaft wäre auch medial nicht mehr so im Fokus, vielleicht wäre ein bißchen mehr „uninteressante Mannschaft für die BILD-Zeitung“ hülfreich für den Trainer, die jungen Spieler und die Rekonvaleszenten, die sich ja kaum noch beim Vornamen kennen.
    Dann volle Konzentraion auf die Bundesliga und den Pokal. Ich vermute, dass z.B. die Gladbacher sich umschauen werden, welche Mehrbelastung und mitunter auch ekelige Negativpresse die richtig harten CL-Spiele bedeuten können.
    Währenddessen könnte ein flurbereinigter Kader zusammenwachsen, der wieder Freude am Spiel erkennen läßt. Könnte…

    Ob sich die EL finanziell überhaupt lohnt, wenn man die Mindereinnahmen durch die Sonntagsspiele gegenrechnet, weiß ich auch nicht, die Gondelei durch halb Osteuropa ist der Leistung sicherlich nicht förderlich.
    Zu Transferaktivitäten: es geht doch kein Spieler, der die Wahl hat, lieber zu Augsburg als zu Schalke, weil die einen mal international spielen, und die anderen mal nicht.
    Und wenn tatsächlich Spieler verpflichtet werden sollten, dann wäre es mal schön, wenn ein vierbeiniges Pferd gekauft würde, und nicht dauernd vier einbeinige.
    Der Kader ist groß, positionsweise zu groß, eine Reduzierung desselben brächte Spielraum, um zumindest punktuell nachbessern zu können.
    Und wenn´s für die drei Wunschpositionen nicht reicht, dann lieber nur eine Verpflichtung, aber die dann richtig.
    Und wenn dann die erste Halbserie durch ist, dann können wir über den Trainer diskutieren. Mit dem ich zugegebenermaßen auch nicht mehr so zufrieden bin, wie zu Beginn seines Schaffens.
    Aber doch nicht jetzt schon.

    Grüße,

    Mario

  71. Erle72 sagt:

    Die harten Kriterien von Heldt/Tönnies haben zum Status quo geführt…
    Wir sind nicht in der Schule: Wenn der ne Drei hat dann will ich aber auch…
    Letztlich ist alles eine Frage des Vertrauens und der Kommunikation. Hat der Trainer etwa kommende Probleme schon frühzeitig angesprochen? Hat die Analyse der Spieler zwingende Veränderungen der Kaderzusammenstellung nahegelegt? Hat der Manager dem Trainer diesbezüglich Zusagen gemacht? Wie ist überhaupt die Stellung des Managers im Verein? Wir wissen dies und vieles andere nicht. Jeder Trainer wird da andere Spielräume haben.
    Zu glauben zwei unterschiedliche Trainer mit einer Mengenlehren-Logik bewerten zu können, erscheint da ein wenig kurz gesprungen.

  72. RJonathan sagt:

    @blues
    Die Frage ist: Sind die Entscheidungen (Keller raus, DiMatteo nicht raus) von Held falsch, oder sind nur seine Begründungen und Äußerungen Mumpitz?
    Ich denke: nichtmal letzteres. Hoffentlich gibt es einen Unterschied zwischen dem, was man öffentlich verkündet, und dem, was man unter vier Augen bespricht. Hoffentlich gibt es tatsächlich andere, weichere Faktoren, wie Erle72 schon anbringt, die bei der Trainerfrage entscheiden. Ich bin jedenfalls großmütig genug, Held den Spielraum zu geben, die Entscheidung nicht automatisch nach Punkte- und Ziel-Ausbeute vornehmen zu müssen, selbst wenn das in der Vergangenheit tatsächlich der Fall war. Bei dir klingt es so, als ob du sagst: Heldt hat früher Mist gebaut, dann soll er bitteschön auch mistig weitermanagen!

  73. Königsblau MS sagt:

    Schlachte, schlachte Schweinchen Tönnies bringt die Scheinchen – schön wär’s.
    Für die CL ist die Straßenbahn in Gelsenkirchen wohl ohne die Mannschaft abgefahren. Heldt muss die Position Personalaufwand neu aufstellen. Das wird spannend, da viele Spieler wie „Kaas-Klaas“ ihre Vertragskonditionen in trockenen Tüchern haben und für den gewinnbringenden Verkauf zu alt oder derzeit einfach zu schlecht sind. Na dann …

  74. blues sagt:

    @Erle72; @RJonathan

    ich halte mich an das was die Vereinsführung in ihrer Jahres- und Saisonplanung an Zielvorgaben kommuniziert. Das ist in der Innenkommunikation gegenüber Mitarbeitern, Vereinsgremien und den 100.000 Mitgliedern verbindlich.

    Klar kann man Vermutungen anstellen und spekulieren. Das ist legitim und macht Spass und bringt oft auch gute Ideen hervor. Aber es ist eben eine ganz andere Diskussion. Eine Diskussion über etwas was ich mir wünsche oder was ich wünschenswert fände. Wünsche sind tendenziell endlos und deshalb ist und wird das eine unendliche Diskussion, an der ich mich nicht beteiligen möchte.

  75. Torsten sagt:

    Ich halte mich an das was die Vereinsführung in ihrer Jahres- und Saisonplanung an Zielvorgaben kommuniziert. Das ist in der Innenkommunikation gegenüber Mitarbeitern, Vereinsgremien und den 100.000 Mitgliedern verbindlich.

    Bis dahin gebe ich Dir zu 100% recht. Offensichtlich falsch ist nur Deine Schlussfolgerung, dass das Verfehlen von Zielen in einer Entlassung müden muss.

    Diese Handhabe von „Bestrafung nach Misserfolg“ gibts schlicht nicht. Nirgendwo. Die Entscheidung über eine Entlassung oder ein Festhalten erfolgt nie rückblickend, sondern immer vorausschauend. Entlassen wird, wenn man glaubt, dass man mit dem Trainer die nächsten Ziele nicht erreichen wird. Festgehalten wird, wenn man glaubt, dass der Trainer in der Lage ist, die nächsten Ziele zu erreichen.

  76. blues sagt:

    @Torsten
    Warum Bestrafung? Warum eine Freistellung von Di Matteo in den Bereich des Moralischen als Bestrafung gestellt wird und nicht einfach als Zielverfehlung bewertet werden kann, will mir nicht so richtig in den Sinn.

    Es wird interssant, die nächsten Schalker Ziele zu hören. Also die Ziele für 2016. Sie sind meines Wissens noch nicht öffentlich formuliert. Ich denke auch, dass dem Trainer für das Jahr 15/16 explizit Entwicklungszeit eingeräumt wird. Das verschafft Trainer und Vereinsführung mehr und erweiterte Handlungsoptionen. Für die Jahre 13/14/15 wurde diese nicht ausdrücklich eingeräumt. Vielleicht wird für 2015 noch etwas nachgereicht, dann muss Di Matteo in den restlichen Spielen noch mindestens 14 Punkte einfahren. Wobei Konstanz ja auch Spielraum hätte für: konstant weiterentwickelt. Diese konstante Weiterentwicklung der Mannschaft ist aber bisher in Di Matteos Arbeit nur für wenige sichtbar.

  77. Torsten sagt:

    Ok, nochmal vereinfacht …

    Ich bin total moralfrei. Meine Aussage ist: Trainer werden nie für verfehlte Ziele entlassen, sondern für den Eindruck, dass sie kommende Ziele nicht erreichen können.

    Deshalb ist das Errechnen einer „Entlassungszone“ nach Punkten auch Mumpitz.

  78. rjonathan sagt:

    @blues @Torsten
    Oder andersrum: Wenn man Ziele NICHT erreicht, bedeutet das, dass man sich hinsetzen muss, analysieren muss woran es lag, und dann eine Entscheidung treffen muss. Eine mögliche Entscheidung wäre es, die Führungskraft auszutauschen. Aber das ist dann nur eine Option, wenn das Ergebnis der Analyse wäre, dass die Führungsarbeit mangelhaft war.

  79. blues sagt:

    @rjonathan

    Ich kenne die Zielvorgaben und ich kenne die Ergebnisse der Trainer vor ihrer Freistellung. Es gibt also einen Mangel an erzielten Punkten, der in der Vergangenheit zu Konsequenzen geführt hat. Ich habe diese Zahlen auf Di Matteo angewendet, jenseits aller mir unbekannten sonstigen Bewertungsgrundlagen. Natürich gibt es diese anderen Kriterien auch, nur meistens erfahren wir die ja nicht.

    Zum andern muss natürlich die Vereinsführung erklären, warum es keine Konsquenzen hat, wenn die Zielvorgaben nicht erfüllt werden. Die neuste, sehr kurzfristige Zielvorgabe für Di Matteo lautet: Er sollte vor einer Woche einen Serie starten.

    Ich würde wetten, schafft er aus den letzen 7 Spielen, in denen er gegen 6 potentielle Absteiger spielen muss und fast den kompletten Kader zur Verfügung hat, keine 13 Punkte war es die letzte Zielvorgabe auf Schalke für ihn. Jetzt ist der Zeitpunbkt, wo er mehr abliefern muss als eine Fünferkette um das Vertrauen in ihn zu bestätigen, meinst du nicht?

  80. Սաշա sagt:

    Oh Gott, dieses stumpfe Analysieren komplexer Sachverhalte rein anhand irgendwelcher Zahlen, nur um irgendwem irgendwas zu beweisen (was einem dann aber doch so gar nicht gelingt), scheint deutlich mehr Spaß zu machen als es nach Außen den Anschein hat.

  81. Ney sagt:

    Du lernst es einfach nicht…

  82. Սաշա sagt:

    Dass man die Arbeit eines Trainers tatsächlich anhand von Zahlenspielen bewerten kann?! Dass man „Entlassungszonen“ errechnen kann?! Nein, das werde ich zum Glück nie lernen. Das halte ich genau wie andere Kommentatoren (RJonathan, Erle72, Torsten) für „Mumpitz“.

  83. blues sagt:

    @um2m

    Du hattest doch versprochen mich zu überlesen. Vielleicht ist es ja eine Schwächeform von arithmetischem Denken,dass du da keine zahlenmäige Struktur erkenntst. :-)

  84. Սաշա sagt:

    Kann sein. Entweder eine Schwächeform meinerseits oder eine Simplifizierung deinerseits.
    Denn mal ehrlich: Die Bewertung einer Trainerleistung bzw. den endgültige Schlussstrich wirst du doch nicht ernsthaft auf Grundlage von grundsätzlich ja ganz interessanten, aber alleine doch wirklich nicht genügend aussagekräftigen Zahlen vornehmen wollen. So bedauerlich das zugegeben auch ist, wenn es zuwenig Punkte sind und vor allem der Tabellenplatz nicht den Vorgaben entspricht, so würde man das doch kaum als Hauptkriterium zur Bewertung eines Trainers heranziehen. Wenn zum Beispiel eine Mannschaft nach 20 Spieltagen abgeschlagen mit 0 Punkten auf dem letzten Tabellenplatz steht, wird man als seriöser Verein wohl hoffentlich nicht sagen: Der Trainer muss weg, weil er nicht gepunktet hat.
    Die Punkteausbeute und der Tabellenplatz ist in dem Fall wie in unserem doch nur ein Symptom, dessen Ursprung es zu erforschen gilt.

    Da bin ich dann ganz bei rjonathan:

    Wenn man Ziele NICHT erreicht, bedeutet das, dass man sich hinsetzen muss, analysieren muss woran es lag, und dann eine Entscheidung treffen muss. Eine mögliche Entscheidung wäre es, die Führungskraft auszutauschen. Aber das ist dann nur eine Option, wenn das Ergebnis der Analyse wäre, dass die Führungsarbeit mangelhaft war.

    Am Ende einer solchen Analyse wird als Ergebnis – hoffentlich – niemals stehen: Der Tabllenplatz/die Punkte waren zu niedrig.

  85. blues sagt:

    Ich bin ja verwundert über die Aufregung und auch schon wieder über die Mißtöne die mein kleines Tool dieses Mal verursacht. Im Anschluß an meinen letzten längeren Post vor sechs Wochen, als ich die „Graue Krise“ unter Di Matteo heraufziehen sah, wurde ich noch in Richtung eines Mythen erfindenden Trolls im königsblog gerückt, weil ich meine Aussage, das Problem das Di Matteo u.a. vorrangig zu lösen hätte, wäre keins der Defensive sondern eines seiner Offensivstruktur, nicht aufgab. Von daher sind ein paar Spieltage weiter, in denen sich im Spiel nach vorne aber auch gar nichts gebessert hat, die Töne meiner damaligen schärsten Kritiker doch schon ein wenig leiser und moderater geworden. Mit der einen üblichen Ausnahme natürlich.

    Link zum Post (königs)grau ist das neue blau vom 24. Februar
    http://koenigsblog.net/2015/02.....ment-57551

  86. Սաշա sagt:

    Zunächst mal war es nach der damaligen Verfassung des Teams Priorität die Defensive zu stabilisieren. Das wurde damals auch öffentlich so kommuniziert.
    Das Offensivspiel hat schon seit Jahren kein Konzept und wird es mit diesen Spielern auch nie haben. Egal ob der Trainer Keller, Stevens, Magath, Di Matteo, Tuchel oder Jesus Christus heißt (jedenfalls wenn letztgenannter fair bleibt und keine Zaubertricks einsetzt).
    Langfristig kann man ein offensiv stimmiges Spiel, das mehr als die Summe seiner einzelnen Teile ist (s. z.B. alle Teams im oberen Tabellendrittel abgesehen von uns), nur dann erreichen, wenn man sich zuvor überlegt, was man vorhat und dann die passenden Spieler dafür verpflichtet. Das funktioniert natürlich schlecht, wenn man alle 12-18 Monate den Trainer wechselt und Spieler nur danach auswählt, ob sie eine Klausel haben oder ablösefrei sind.

  87. leoluca sagt:

    Ein schlüssiges und gleichzeitig variables Spielkonzept hat Schalke sicher nicht und die Gründe liegen offen auf der Hand.

    Aber um daraus die Behauptung zu ziehen, der Trainer Di Matteo habe keinen Sinn für offensiven Fußball und als Idee lediglich die 5er-Kette anzubieten, dazu muss man schon eine Menge Fakten aus dem Schalker Spiel der vergangenen Monate ignorieren.

    Ich will das nicht noch mal im einzelnen beschreiben, aber wenigstens empfehlen, die Spiele gegen Gladbach und Hoffenheim oder die in Frankfurt und Berlin anzuschauen. Auch gegen Bremen hätten wir mit Stammtorwart verdient gewonnen.

    Immer war da eine ziemlich gekonnte Mischung aus Defensivordnung und direkt-offensivem Spielwitz zu sehen. Kein Ballbesitz- und Dominanzfußball zwar, kein Superpressing, aber trotzdem ein sichtbarer spielerischer Fortschritt gegenüber dem vergangenen Jahr.

    Wer die starke Betonung der stabilen Defensivordnung durch DM kritisch sieht, sollte sich über den Tellerrand geguckt mal anschauen, was die Bayern da momenan so spielen.

    Ohne Ribery und Robben, ohne Schweinsteiger und Alaba sieht Guardiola eine andere Manncshaft auf dem Platz, mit der er aus der Not anders spielen lässt, nämlich ungewohnt defensiv und ungehobelt statt leichtfüßig und flüssig nach vorn.

    Bayern steht momentan unglaublich tief in der eigenen Hälfte, das sah man bei ihrer Niederlageg gegen Gladbach, in Dortmund, wo sie auch hätten verlieren können, und jetzt gegen Leverkusen. Die Bayern halten ihren Lieblingsfußball einfach derzeit nicht für stabil genug und ziehen daraus die richtigen Konsequenzen.

  88. blues sagt:

    @leoluca

    Jetzt wurden wir doch vier Jahre lang von Besenstielen trainiert und schafften es mit den Besenstilen 4x in die CL. Ausgerechnet jetz, wo wir vorgeblich einen richtig guten Trainer haben, scheint das zu scheitern. Das ist doch mindestens komisch.

  89. Torsten sagt:

    Von daher sind ein paar Spieltage weiter, in denen sich im Spiel nach vorne aber auch gar nichts gebessert hat, die Töne meiner damaligen schärsten Kritiker doch schon ein wenig leiser und moderater geworden.

    Dass die „Kritiker leiser“ geworden sind halte ich für Ermüdungserscheinungen. Bei mir ist das jedenfalls so. Egal wer auch immer wie sachlich auch immer was erwidert, Du fängst einfach mit dem Gleichen immer wieder von vorne an und verstehst andere gerne falsch, damit sich das alles noch weiterdrehen lässt.

    Irgendwann sind einem die Spitzfindigkeiten dann einfach nur noch wurscht. Mit „schweigender Zustimmung“ hat das nicht das Geringste zu tun.

  90. blues sagt:

    Oh, ich dachte ich wäre im Rahmen. Der ist ja u.a. dadurch mitgeprägt , dass Du hier im August 2013 Keller schon mal entlassen und die Bühne bereitet hast , ein Jahr lang durchgehend und ohne Ende das Schalker Spiel von ihm zu kritisieren. Wobei der Clou ist, dass die tiefergelegte Kritik (wo ist sie eigentlich geblieben?) durch Erreichung des Hauptziels (CL_Teilanhem) auch ein ziemlich Stück weit ins Leere lief. Da habe ich mich dann getäuscht. Das ist dann hier von dir doch tendenziöser gewollt als ich mir das so vorgestellt habe.

  91. Torsten sagt:

    dass Du hier im August 2013 Keller schon mal entlassen und die Bühne bereitet hast, ein Jahr lang durchgehend und ohne Ende das Schalker Spiel von ihm zu kritisieren.

    Ich hielt Jens Keller früh für einen schwachen Trainer. Trotzdem habe ich ihn keinesfalls „durchgehend und ohne Ende“ kritisiert. Wenn ich Spiele gut fand habe ich das geschrieben, und wenn ich Spiele schlecht fand, habe ich auch das geschrieben. Lässt sich alles prima im Archiv nachlesen.

    Wobei der Clou ist, dass die tiefergelegte Kritik (wo ist sie eigentlich geblieben?) durch Erreichung des Hauptziels (CL_Teilanhem) auch ein ziemlich Stück weit ins Leere lief. Da habe ich mich dann getäuscht. Das ist dann hier von dir doch tendenziöser gewollt als ich mir das so vorgestellt habe.

    Ich habe wirklich keine Ahnung, was Du mit „tiefergelegter Kritik“ meinst, und ich habe ebenfalls keine Ahnung, was Du mit „tendenziöser gewollt“ meinst.

  92. derwahrebaresi sagt:

    Jungens, jetzt bleibt doch mal locker.
    Es ist NUR Fußball, ferner ist das
    Wetter heute so schön. ;-)

  93. Սաշա sagt:

    Ein schlüssiges und gleichzeitig variables Spielkonzept hat Schalke sicher nicht und die Gründe liegen offen auf der Hand.

    Aber um daraus die Behauptung zu ziehen, der Trainer Di Matteo habe keinen Sinn für offensiven Fußball und als Idee lediglich die 5er-Kette anzubieten, dazu muss man schon eine Menge Fakten aus dem Schalker Spiel der vergangenen Monate ignorieren.

    Ich will das nicht noch mal im einzelnen beschreiben, aber wenigstens empfehlen, die Spiele gegen Gladbach und Hoffenheim oder die in Frankfurt und Berlin anzuschauen. Auch gegen Bremen hätten wir mit Stammtorwart verdient gewonnen.

    Das sehe ich im Grunde genauso. Das Problem bei Keller, seinen Vorgängern und nun auch seinem Nachfolger ist aber, dass es durchaus immer mal wieder gute Ansätze gab, jedoch nie mehr daraus wurde. Es gibt durchaus Dinge, die man Keller positiv anrechnen darf: Als er mit vielen Verletzten planen musste, hat er es verstanden in kurzer Zeit Jugendspieler einzuflechten und die haben auch noch unglaublich gut gespielt. Nun bei Di Matteo gab es Ansätze in einigen Spielen, die von einem italienisch-englischen Stil zeugen. Ein schnelles vertikales Spiel nach vorne, mit langen Bällen, Abprallern, ein Spiel bei dem es auch mal den Mut zum Risko gab, wo schnell abgelegt wurde, ganz im Gegensatz zur Keller’schen Pomade (die ich aber zum Teil auch den jeweiligen Spielern anlaste, denn einige von ihnen haben für diese Pomade einen Faible, den man ihnen erstmal ein Stück weit austreiben muss).
    Dauerhaft hat sich allerdings nichts etabliert, unter keinem der Trainer war konstant eine gute Offensive zu erkennen (das hätte ich mir noch am ehesten bei Rangnick vorstellen können, aber da hat uns das Schicksal einen Strich durch die Rechnung gemacht). Deshalb gehe ich mittlerweile davon aus, dass der Kader trotz all seiner zweifellos vorhandenen individuellen Klasse in der Summe einfach nicht gut zusammenpasst, weil er schlecht und konzeptlos zusammengestellt wurde. Das ist natürlich weder die Schuld von Keller, noch die von Di Matteo. Das ist einerseits schlechte Personalpolitik auf der Trainerposition, weil die jeweils neuen Trainer immer ihre paar Wuschspieler bekommen, womit wir nun einen Wunschkader aus dem Querschnitt von fünf Trainern haben, also etwas, das man sich eher nicht wünschen würde. Andererseits ist es diese Schnäppchenmentalität – Hauptsache ablöse frei oder Klausel! – die natürlich unserer Finanzlage geschuldet ist – ein Spagat, der aber besser gelingen könnte. Andere Vereine machen aus weniger Geld schließlich mehr stimmiger Kader (beispielsweise unser Gegner vom Sonntag). Auch der Hang zu verletzungsanfälligen Spielern scheint mir mittlerweile problematisch. Die verletzen sich nämlich unter allen Trainern immer wieder. Unter dem Strich mache ich mir Sorgen über Horst Heldts Kaufverhalten. Möglicherweise ist das mit den Klauselspielern zwanghaft und ohne professionelle Hilfe nicht zu stoppen.

  94. derwahrebaresi sagt:

    Immerhin den Vorsprung auf Dortmund ausgebaut. -:)

  95. Dropkicker sagt:

    Erstmal herzlichen Glückwunsch an Senore di Matteo, denn 3 Ligaspiele ohne Tor gab es zuletzt vor 14 (!) Jahren, also zu einer Zeit als die Twin Towers noch standen und Sachen wie Social Media, eine Frau als Kanzler und Champions League-Siege von Bayern München reine Träumerei waren.
    Dass dieses Kunststück ausgerechnet in einem Heimspiel gegen einen Abstiegskandidaten mit Pokalspiel in den Knochen vollendet wurde, steht für immer den Schalker Annalen.

    Bombenvorstellung, Jungs. Es ist ein reines Vergnügen euch zuzusehen. Echt!

  96. blues sagt:

    Bilanzzeit.
    Bei derwesten.de haben sie deshalb auch nochmals nachgezählt. Und sie kommen auf dasselbe Ergebnis. Den Eindruck, den Di Matteos´ Schalker Ansatz auf dem Platz hinterlässt, kann man mit „kelleresque“ bezeichnen, wie ein Forist es hier vor einigen Wochen treffend nannte. Oder man kann den besagten nächsten Schritt bei Mannschaft und Trainer sowie das Offensivkonzept vermissen, wie ich es getan habe. Oder man kann es schlicht Rumpelfußball nennen, wie es der Westen.de in seiner Halbjahresbilanz von RDM tut. Auch hier lautet das Ergebnis „Vorerst gescheitert“. Achtung, Zahlenallergiker müssen auch hier aufpassen, dass sie ob der vielen Zahlen und Rechnungen mit der die Bilanz belegt wird, nicht gleich wieder „die Fische füttern“.

    Link zur Bilanz bei derwesten.de
    http://www.derwesten.de/sport/.....51846.html

  97. blues sagt:

    @Torsten

    Mit „tiefergelegte Kritik“ meine ich, dass von verschiedenen, auch von Dir versucht wurde weitere und erweiterte Sichtweisen auf das Schalke Spiel zu finden und anzuwenden. Also weg von einer eher oberflächlichen Betrachtung hin zu einer neuen Tiefe im Analyseblick, der der Komplexität des Schalker Spiels besser gerecht werden konnte. Dass „Tieferlegen“ einen ironischen Touch haben kann, ist dabei insofern gewollt, dass ich bei den an sich sinnvollen und oft auch guten Analysen häufig den Eindruck hatte, sie wurden „als das Stöckchen über das Keller springen sollte“ (siehe Beskas) gemacht.
    Da für mich das wichtigste Ergebnis oder die Essenz dieser neuen Blickwinkel war, dass Schalke das Spiel nicht selbst machen konnte, war ich sehr verwundert, dass der Faden nicht weitergeführt wurde und auf das Spiel unter Di Matteo Anwendung fand. Es gab einen Aufschrei als ich im Februar schrieb, Schalke hätte auch unter Di Matteo weiter ein ungelöstes Offensivproblem. 6 Wochen später, also heute ist ein solches Betrachtungsergebnis zumindest teilweise schon längst wieder in der Diskussion.
    Und genau dieses Überdehnen der Analyse um Ansprüche zu formulieren die ein Trainer nicht erfüllen kann und damit im Zusammenhang, dass das große Schalker Offensivproblem „das Spiel gegen tiefstehende oder hoch pressende Gegner zumachen, unter Di Matteo nicht mehr thematisiert wurde, ja fast schon tabuisiert wurde, war für mich eine neue Erkenntnis im Rahmen der Dikussionskultur hier im Blog. Ich schrieb ausdrücklich in diesem Zusammenhang von tendenziöser „als ich mir vorgestellt habe“ und meinte das völlig subjektiv ohne den kleinsten Kern einer Verallgemeinerungsfähigkeit.

  98. matz sagt:

    @blues
    Es ist schon wahr, dass vieles, was gegen Keller ins Felde geführt wurde, nun anscheinend keine Rolle in der Analyse mehr spielt. Da ist doch viel Wunschdenken dabei, wenn di Matteo wahlweise als Konzepttrainer, Teamentwickler, Förderer junger Spieler, Taktikguru etc gedeutet wird. Ein Trainer, der noch keine zwei Spielzeiten in Folge bei einem Verein absolviert hat. Da seine Vita nichts dergleichen hergibt, da es von ihm auch keine Äußerungen über sein Verständnis von Spielphilosophien gibt, kann man ihn doch wirklich nur anhand seiner bisherigen Trainertätigkeit beurteilen. Und sicher auch jetzt schon, den dass ein Trainer nur zu beurteilen ist, wenn ihm die Bestbesetzung zur Verfügung steht, wie von einigen angeführt wird, halte ich doch gerade auf Schalke für wenig sinnvoll. Bei der Verletzungshistorie einiger unserer Spieler wird RdM auch in der nächsten Saison improvisieren müssen.

  99. Torsten sagt:

    Es ist schon wahr, dass vieles, was gegen Keller ins Felde geführt wurde, nun anscheinend keine Rolle in der Analyse mehr spielt.

    Wirklich? Mir fällt eigentlich gerade nichts ein, was Di Matteo/Heldt/Tönnies nicht von irgendjemandem vorgeworfen wird …

  100. blues sagt:

    Jetzt ganz akutell, wo vielen deutlich wird, was Di Matteo alles nicht leistet, wird natürlich vor Schreck die ganze Litanei durchgebetet. Finde ich in Ordnung. Ich sprach von einer anderen Form der Kritik,und bezogen schon vor der Zeit der aktuellen und unfreiwilligen Offenbarung des Matteo. Ich denke ich war auch so zuverstehen. Ich belasse es jetzt dabei.

  101. hellwach sagt:

    …Überdehnen der Analyse…

    …subjektiv ohne den … Kern einer Verallgemeinerungsfähigkeit.

    blues, jetzt ist ma` gut.

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