Alles schön auf Schalke – Nur der Fußball stört

Kurz vor Schluss gewinnt Schalke sein Heimspiel gegen den VfB Stuttgart doch noch mit 3:2. Jubel brandet auf, danke, bitte, Abpfiff. Zuvor saß ich mal wieder lange Zeit auf meinem Platz, schaute ins sonnige, so schön anzuschauende blau-weiße Rund und fragte mich, wie Schalke 04 es schafft, mit solch langweiligem Gekicke das Stadion immer und immer wieder voll zu bekommen. Letztlich kam ich drauf. Wir gehen nicht wegen, sondern trotz des Fußballs auf Schalke!

Wir gehen ins Stadion, weil die immer gleiche Abfolge des Drumherum einem fast religiösen Ritus folgt. Wir gehen, weil wir dort Freunde treffen. Um zu quatschen, um zu trinken. Ich gehe immer wieder gerne zusammen mit meinem Sohn, weil Schalke „unser Ding“ ist. Vor mir sitzt einer, der geht auch deshalb, weil er dort rauchen kann; daheim glaubt die Frau, er rauche seit Jahren nicht mehr – wenigstens tut sie so.

Wir feiern gerne, und wenn Schalke mal wieder schlecht spielt, feiern wir uns eben selbst, oder schöne Erinnerungen. Es ist eher selten, dass wirklich das ganze Stadion gemeinsam die Mannschaft anfeuert. Wird aber der „Mythos“ besungen, oder der Weg zum UEFA-Cup-Sieg, da singen alle mit! Gegen Stuttgart griff sogar das Lied von den „unter Brücken schlafenden, asozialen Schalkern“ auf die anderen Tribünen über. Das beginnt mit „Wir sind Schalker“, und darum geht’s vor allem. Wir besingen, feiern und mögen was wir sind, nicht was wir sehen.

Denn gesehen haben wir mal wieder über weite Strecken des Spiels kaum was. Träger Spielaufbau, Pässe ins nichts, schlecht aufeinander abgestimmte Mannschaftsteile. Man hätte nicht erwarten können, dass Schalke Glanzfußball zeige, man hätte eine „unglaubliche Moral aufgebracht“, gab Benedikt Höwedes später zu Protokoll. Liest man sowas, ohne eine Ahnung um die Situation, könnte man glauben, da spräche ein Spieler eines unterklassigen Clubs nach einem Pokalfight gegen einen Bundesligisten. Aber so dramatisch wars nicht. Schalke zeigte sich auf Augenhöhe mit dem aktuellen Tabellenletzten – und tatsächlich hatte schon zuvor auch kaum jemand an mehr geglaubt.

Immer mehr Schalker stört dieser Fußball. Meine beste Freundin, im Stadion neben mir und seit Arena-Eröffnung auf diesem Platz sitzend, wird ihre Dauerkarte am Saisonende abgeben. Eine von vielen, man hört es immer wieder. Andere werden kommen und hoffentlich auch keinen guten Fußball erwarten. Echte Schalker sind sie, wenn sie es halten wie wir, die bleiben: Das Geschehen auf dem Platz, mit der guten Hoffnung auf einige Highlights, vor sich hin plätschern lassen, und derweil sich selbst am richtigen Ort genügen. Mit einem fröhlichen Glückauf auf den Lippen.



Foto: Ute Lochner, vfbegeisterung.de



98 Kommentare zu “Alles schön auf Schalke – Nur der Fußball stört”

  1. Jens sagt:

    Naja, dieses „Stadion voll bekommen“ ist bei 44.000 Dauerkarten und langer Warteliste auch schon seit einer gefühlten Ewigkeit von sportlichen Leistungen entkoppelt.

  2. Maddin sagt:

    Der Urlaub scheint verdammt gut getan zu haben. Sehr schöner Kommentar zur Schalker Gesamtsituation.

  3. woischwat sagt:

    Die Verantwortlichen sollen sich danach über den tollen Support gefreut haben. Dort scheint man nur zwischen gellendem Pfeifkonzert und Gesängen zu unterscheiden. Bzw. will sich gar nicht damit auseinandersetzen. Das passt zur aktuellen Situation.

    Ach ja, schön, dass du wieder zurück bist!

  4. Christian sagt:

    Ein schöner bezeichnender Satz:
    „Schalke zeigte sich auf Augenhöhe mit dem aktuellen Tabellenletzten – und tatsächlich
    hatte schon zuvor auch kaum jemand an mehr geglaubt.“

    Auch ich werde meinen beiden DK Plätze in der kommenden Saison aufgeben.
    Es ist nicht nur der schlechte Fußball, es ist viel mehr das dümmliche Gerede von
    Heldt und Tönnies das ich nicht mehr ertrage.
    Den xx Umbruch werde ich mir dann mal von außen ansehen.

  5. Oli4 sagt:

    Welcome back Torsten et merci bien pour tes mots.

    https://schalkeweb.wordpress.com/2015/05/03/der-drang-zur-ruckbesinnung/

  6. Ute sagt:

    Das kommt einem fast vor wie Jammern auf hohem Niveau…
    Was sollen wir denn dann erst sagen, wenn wir nach zwischenzeitlicher 2:1-Führung noch 2:3 verlieren? DAS, Torsten, ist eine Tragödie. Aber der eigene brennende Kittel ist einem ohnehin stets näher.

  7. Tobias sagt:

    Gefühlt ist die Situation doch so bescheiden wie seit Jahren nicht mehr. Einen Trainerwechsel zieht auch kaum noch einer Betracht, obwohl in ähnlicher Situation in der Vergangenheit schon lange überfällig die Diskussion. Schlechter wars selten, was auf den Platz gebracht wird. Das Drumherum wird von Diskussionen um Verlust von Identität, Größenwahn um Tönnies, Rückgabe von Dauerkarten langjähriger Besucher und permanentem Getöse rund um den e.V. geprägt.
    Ganz traurig ist, dass kaum noch einer meint, dass es im kommenden Jahr in der Konstellation auch nur irgendwie besser werden könnte…..
    Wohl der einzige Lichtblick. Wer nix mehr erwartet, kann nur positiv überrascht werden…..

  8. Christian sagt:

    Vielleicht noch eine kurze Ergänzung zum Spiel.
    Hier spielte ein selbsternannter CL Aspirant mit einem 100 Mill. Kader
    gegen einen Tabellen 18. der sehr wahrscheinlich auch absteigen wird.

    Der FC Schalke 04 hat sich endspielmäßig in einem speziellen Trainingslager
    auf dieses Match vorbereitet. Gespielt haben fast durchgängig National- bzw.
    Ex Nationalspieler. Der Siegtreffer fiel in der 89 Min. durch ein Eigentor.

    Wenn ich jetzt Stimmen lese und höre wie „Moral gezeigt…. super Charakter“
    dann fehlt mir hier der Bezug zur Realität. Wahrscheinlich kennt jeder den Witz
    wo ein Mann vom Hochhaus fällt und am 10 Stock vorbeifliegt und sagt:
    bis hierhin ist doch alles gut gegangen?!

    Lieber Herr Tönnies Herr Heldt, kann man nicht einfach nach dem Spiel kurz
    feststellen das man unendlich viel Dusel hatte und danach schweigen.
    Ihr werdet doch nicht pro Wort bezahlt oder?

  9. eakus1904 sagt:

    Ja, so war auch mein Empfinden am Samstag. Ich habe noch nie so viele Leute beim Siegtreffer einfach sitzen bleiben sehen. Es war ihnen egal. Mir im übrigen auch. Und das liegt in der Hauptsache nicht mal an der sportlichen Leistung. Sicher habe ich auch hier meine Meinung, nämlich dass man mit RDM aber mal so was von ins Klo gegriffen hat, wie es zuletzt wohl nur dem Rudi mit Frank Neubarth passiert ist. Die starke Defensive war nur eine Momentaufnahme und nach vorne wird der Mannschaft einfach jegliche Kreativität genommen. Ausgewechselt wird nur sporadisch und wenn dann meist positionsgetreu. Es scheint, als habe man zu Beginn des Spiels einen Plan, von dem man aber keinen einzigen Meter abweichen kann. Jede noch so kleine Störung wird zum fast unlösbaren Problem.

    Aber wie gesagt, geschenkt. Vielleicht bekommt er mit der Mannschaft in der nächsten Saison die Kurve, vielleicht auch nicht. Fünf, sechs Spieltage wird er Zeit haben, sollten dann die Ergebnisse nicht stimmen, ist es eh vorbei, egal wie oft man noch das Wort „Kontinuität“ in den Mund nimmt. Ist ja nun alles nichts neues und in den letzten Jahren immer mal wieder vorgekommen.

    Nein, es sind viele einzelnen Bausteine, die einem „sein Schalke“ versauen können bzw. es bei vielen schon getan haben. Die sportliche Situation ist eine davon, aber bei vielen Schalkern nicht die bedeutendste. Immer mehr wenden sich ab. „Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit“, diesen Satz habe ich, wenn auch in einem anderen Zusammenhang, auf der grandiosen Mythos-Tour von Oli4 aufgeschnappt. Diese Gleichgültigkeit erlebt man immer wieder und vor allem immer öfter. Eigentlich sollten bei den Verantwortlichen alle Alarmglocken klingeln, aber sie scheinen in diesem Fall blind und taub zu sein(Stumm wäre mir lieber). Traurig.

  10. Roman sagt:

    „Letztlich kam ich drauf. Wir gehen nicht wegen, sondern trotz des Fußballs auf Schalke!“

    Und ich schreib dazu zwei Seiten im Schalke Unser. Und möchte dabei unseren Lesern erklären, was Schalke 04 als e.V. ausmacht. Zusammenhalt, Emotion, jeder zählt gleich, 1000 Freunde.

    Das geht alles viel einfacher. In einem Satz. Danke, Torsten!

  11. leoluca sagt:

    Wenn Bennie Höwedes nach dem Massel-Sieg die Kampfmoral lobt, spricht er wirklich wie der Kapitän eines unterklassigen Clubs nach einem Pokalfight gegen einen Bundesligisten.

    Wir machen uns klein. Das gefällt mir überhaupt nicht.

    Natürlich ist dieses Underdog-Image ganz nett und sympathisch. Beim Beschwören des Mythos und der Vergangenheit pflegen wir es ja auch ganz gern – und müssen dann eben nicht über Fußball reden, der wieder mal zum Abgewöhnen war. Torsten beschreibt das treffend.

    Wir kommen aber nicht mehr wie 1993 von unten, wir sind oben. Früher waren wir klein und schlugen die Großen. Das fanden wir groß und lagen uns in den Armen. Heute sind wir aber selber groß – und haben mit riesigen Zweifeln an unserem Club zu kämpfen, weil wir drohen ins Mittelmaß abzurutschen..

    Da kann für mich die Lösung nicht darin bestehen, dass wir uns wieder klein machen bzw. klein werden.

    Ich möchte, dass Schalke oben bleibt mit richtig gutem Fußball und damit seine große Tradition mischt. Die übrigens immer mehr der Kreisel und der Spielwitz waren als die Blutgrätsche.

    Natürlich ist die Knappenschmiede unsere große Hoffnung, um aus der Misere rauszukommen. Aber sie wird nicht reichen ohne ein Konzept des Managements, das bisher fehlt, und ohne die kluge Mischung aus Talent und reifer Klasse, die dem Trainer bisher nicht gelungen ist.

  12. Lutt sagt:

    hm, das war aber doch – wenn man auch mehr erwarten müsste – zumindest mal wieder Drama pur ;-)
    Ich habe das Spiel genossen. Nach 6 Nicht-Siegen und gefühlten 100 Jahren ohne Hunter-Tor bin ich mit einem solchen Sieg eigentlich ganz happy. Mund abwischen und weiter.

    Ich finde übrigens auch, dass wir zuletzt sehr mit Rumpelfußball gequält wurden, aber genau aus den oben beschriebenen Gründen (Ritus, Drumherum, das „Gefühl“, „Vater-Sohn-Ding“) habe ich meinen Sohn und mich schon vor über einem Jahr auf die Warteliste eingeschrieben. Gegen den Trend.

    Egal, wie die Mannschaft spielt, ich freu mich drauf, wenn das mal was wird. Das Stadion wird immer voll sein, einfach, weil es Schalke ist ;-)

  13. Malte sagt:

    Was hat es mit dieser Dauerkartengeschichte auf sich? Der Schalker an sich neigt ja zu emotionalen Handlungen, aber an so etwas wie jetzt kann ich mich nicht erinnern. Es wirkt ein bisschen so, als wäre die sportliche Flaute ein Katalysator für latente Unzufriedenheit. Sobald der Erfolg als Kitt wegfällt, kommen die Probleme hoch. Zirkusdirektor Tönnies zieht alle Register. Erst Khedira, dann Umbruch. Auf fruchtbaren Boden fällt das nur bedingt.

  14. Wanna sagt:

    Hey

    „Denn gesehen haben wir mal wieder über weite Strecken des Spiels kaum was.“

    Ja und nein.

    Ja, über weite Strecken war es für mich ein schreckliches Spiel (@Christian: nicht nur das 3:2 war ein Geschenk, auch das 1:0) mit wenig bis keiner Stimmung. Ich hab meinen Bruder schon gefragt, warum wir bei dem schönen Wetter nicht auf der Wiese vor dem Stadion sitzen….

    Nein, ich hab für mich gesehen, warum ich eigendlich nicht mehr ins Stadion gehen will (eben s.o.).

    Und ich hab gesehen, warum ich doch wieder komme: Das Hühnerfell wenn das (gefühlte) ganze Stadion exlodiert oder kurz davor ist.
    Ich mein garnichtmal den Jubel beim Ausgleich oder beim Siegtreffer.

    Z.B. als die eigendlich nicht vorhandene Stimmung gegen die Mannschaft (bzw. die Führung) kippte mit den Lobeshymnen auf die alten guten Zeiten.
    Z.B. als man sie wieder kippte, denn da geht vielleicht doch noch was (das typische „Nicht der Besseres soll gewinnen, sondern Schalke“-Gefühl – egal ob eine Niederlage besser/hilfreicher/verdienter gewesen wäre).
    Z.B. wenn das „Wir sind Schalker…“ beim 3:2 mit der gleichen Inbrunst skandiert wird wie beim Stand vom 1:2.
    Wir sind nunmal Schalker – wankelmütige Schalker ….

    BWG Wanna

  15. Ney sagt:

    Ich habe mir, was die Profimannschaft angeht, ein 80er-Jahre-Wochenende gegönnt, auf den Stadionbesuch verzichtet und jedwede Beschäftigung mit dem Spiel auf den Montag verschoben (früher waz, heute königsblog). Sehr entspanndend. Und dann ein so prägnanter Text von Dir, Torsten, mit vielen treffenden Beobachtungen, vielen Dank dafür.

    Nun aber: ein Besuch der U19 am Sonntag in Ückendorf samt Feier der Westdeutschen Meisterschaft nach einem 6:0 (!) gegen den MSV Duisburg macht ein Wochenende mit Schalke doch mal wieder zu einem Gelungenen.

    Habt mal ein Auge auf das anstehende Halbfinale zur Deutschen Meisterschaft, Leute (gegen den Tabellenzweiten Süd/Südwest, Rückspiel am Sonntag 17. Mai in der Veltins-Arena).

  16. tenkelberry sagt:

    Dieses Spiel war genau so schlecht wie die vergangenen!
    Wir habe dieses Spiel nur nicht vergeigt, weil wir gegen
    den 1. Absteiger gespielt haben. Alle drei Schalke-Treffer
    waren doch ausschließlich der Stuttgarter Dummheit geschuldet.
    Wenn man für eine solche „Leistung“ extra in ein Trainingslager fahren muss, dann gute Nacht.
    „Wir haben Moral gezeigt.“ Wenn ich das schon höre.
    Diese Moral hätte ich gerne mal gesehen, wenn Stuttgart einen ihrer
    stümperhaft vorgetragenen Konter zum 1:3 verwandelt hätte.
    Das schönste an dem Spiel war die Choreo auf der Nord.

  17. Stefan sagt:

    Ich werde nach 2 Jahren meine Dauerkarte ebenfalls wieder abgeben.
    Weiß noch, wie dolle ich mich gefreut hatte eine zu bekommen.
    Rund 800 € meines erarbeitenden Geldes verdient das was dort seit 2 Jahren passiert aber nicht. Und damit meine ich nicht nur das Gekicke auf dem Rasen.
    In den Foren taucht einiges an Gedanken auf, welche Sehnsucht das Anstimmen des Liedes „Wir sind Schalker“ auch ausdrückt. Kann mich da nur anschließen. Mittlerweile kann ich mich fast mehr mit Mannschaften wie Freiburg, Augsburg oder Paderborn identifizieren, die mit dem vorhandenen Spielermaterial permanent an ihre Grenzen gehen um ihren Platz zu behaupten. War auf Schalke auch mal so…. Glück auf!

  18. Torsten sagt:

    Habt mal ein Auge auf das anstehende Halbfinale zur Deutschen Meisterschaft, Leute (gegen den Tabellenzweiten Süd/Südwest, Rückspiel am Sonntag 17. Mai in der Veltins-Arena).

    Auf jeden Fall. Ich war mit meinem Sohn zuletzt beim U19-Spiel gegen Köln und wir hatten viel Spaß an „Fußball pur“ und der Stadionwurst ohne Knappenkarte und langem Anstellen. Und damit die Halbfinal-Spiele auch niemand verpasst habe ich sie uns allen auch schon in den Kalender eingetragen ;-)

  19. Speed Glas sagt:

    Das Spiel war wirklich nicht schön anzusehen. Was ich aber wirklich schlimm fand war, dass sich Leute neben und über uns angefangen haben zu schlagen, nachdem jemand gepfiffen hat. Erst kommen Sprüche, dass keiner pfeifen soll, danach sollen sich alle mit dem Rücken zum Feld drehen… Das alles gipfelte dann in einer unschönen Schlägerei in den Reihen 24 bis 26 im N4. Wie weit ist es denn schon gekommen, dass jetzt das Faustrecht gilt, wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt? Bei vielen Leuten um uns im Block sitzt der Frust richtig tief und einige haben ihre Dauerkarten schon letzte Saison abgegeben, weil sie die heutige Situation haben kommen sehen.
    Ich hätte eigentlich spätestens nach dem Derby mit Konsequenzen gerechnet, leider bliebt es aber der traurige Höhepunkt, oder besser Tiefpunkt in der laufenden Amtszeit von Di Matteo. Deswegen kann ich auch die Leute verstehen, die von Identitätsverlust sprechen.
    Wenn ich mir selber die Frage stelle, warum ich Schalker bin, oder geworden bin, dann hat das viele Gründe, aber immer mehr davon sind nicht mehr da. Wenn von den Ritualen gesprochen wird die man hat, muss ich gestehen, dass sie mich mittlerweile nerven.
    Schalke 04 war für mich immer viel mehr als bloß der Fußballverein, der mal für ein paar Minuten Deutscher Meister war und vor fast 20 Jahren mal den UEFA-Pokal gewonnen hat. Meine Brüder und ich gehen immer auf Schalke, mindestnes einer von uns ist immer auswärst mit dabei, egal ob national oder international. Und egal was war, ob wir uns gestritten oder vertragen haben, wir sind zusammen auf Schalke. Doch mittlerweile bleibt einer lieber zu Hause, guckt das Spiel bei Sky und wenn es mal wieder scheiße läuft, dann macht er den TV aus und macht was mit seiner Freundin. Der andere sagt, dass man gegen den VfB Stuttgart eh ne Klatsche bekommt, da kann er besser arbeiten gehen und Geld verdienen, statt es für Bier und Schnitzel im Stadion auszugeben. Als ich dann im Block gefragt wurde, wo meine Brüder wären und warum man keinen von uns in Mainz gesehen hätte, wurden mir die Texte und Kommentare über den Identitätsverlust und die abgegeben Dauerkarten wirklich klar.

  20. BlueNote sagt:

    Willkommen zurück Torsten!

    Ich finde es spannenend, wie unterschiedlich ein Spiel wahrgenommen wird von Stadionbesuchern und Glotze-Guckern. Ich selbst bin ca. 3-6 Mal pro Saison im Stadion und gebe mir die restlichen Spiele live im Pantoffelkino. Das Abo lief vor vier Tagen aus, ich rang lange mit mir, ob ich nicht mal dringend eine Pause von dem ganzen höher-schneller-weiter-teurer-bedeutungsloser-Gedöns bräuchte. Ich wollte nicht mehr Teil sein von dieser grausamen, nimmersatten Gelddruckmaschine, die den Fußball, wie wir ihn noch kennenlernen durften, gierig verschluckt und uns Fans dann die öden Reste, hämisch grinsend, ins Gesicht spuckt.

    Am Ende siegte die Lust auf Fußball, die Leidenschaft für den Club, wenngleich nicht vollumfänglich für für die aktuelle Mannschaft. Ein Leben lang halt. Und, ja, trotz des Fußballs. Damit sprichst Du mir aus der Seele.

    In Fever Pitch wird zu Beginn rückblickend aus der Sicht eines Jungen beschrieben, was er denkt, warum die Männer, die saufend und permanent unflätig fluchend um ihn herumstehen, wohl bewegt, ins Stadion zu gehen. Nach eingehender, kindlich-naiver Analyse, kommt er zu der Erkenntnis: Weil sie es hassen.

    Am Samstag wollte ich es nicht hassen. Ich saß angesichts dieser seltsamen Saison und müde vom monatelangen Dauerfrust, zur Abwechslung einmal demütig und ohne große Erwartungen vor der Glotze. Egal, dass da fast 100 Mio auf dem Platz rumspringen oder frustriert auf der Bank hocken, ich hatte Bock auf Fuppes, nicht auf Probleme. Das Trikot blieb aber diesmal im Schrank. Soviel Begeisterung war dann auch nicht mehr da. Dachte ich. Die Jungs begannen sehr ordentlich, aber die Erinnerung an das Mainz-Spiel klopfte hartnäckig im Hinterkopf an. Dann knipste der Hunter und es riss mich jubelnd vom Sofa. Ich wollte das garnicht, es passierte einfach. Quasi reflexhaft, direkt aus dem Rückenmark in die Beine. Da machste nix. Das isso. Dann die Erkentnis, dass dieses Tor möglicherweise eine Saison Sonntagsspiele bedeuten könnte. Da hasste ich es wieder!

    Zum Dessert las ich dann noch ein Interview mit dem GröSaZ auf derwesten.de: http://www.derwesten.de/sport/.....27729.html

    Frage: „Die Rolle, die Schalke 04 gerne gespielt hätte, hat inzwischen der VfL Wolfsburg übernommen.“

    Tönnies: „Die Wolfsburger holen Gustavo, De Bruyne, Schürrle, und die Rechnung wird irgendwo abgegeben – das ist der Idealzustand.“

    Und wieder wünschte ich mir, er würde einfach mal den Nuhr beherzigen. Er hat nichts verstanden. Nothing, nada, rien.
    Hätte er am Samstag mitgesungen bei einem seiner anbiedernden Besuche in der Nordkurve? Hätte er sich mit umgedreht? Sein Gesicht hätte ich gerne dabei gesehen. Aber er hat ein feines Gespür dafür, wann man herabsteigt und sich unters gemeine Volk mischt und wann besser nicht.

    Wie auch immer. Zwei Tickets liegen noch in meinem Regal. Beide für’s letzte Heimspiel. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich vor der Saison heiß auf diese Tickets war, immer in der Hoffnung, dort könnte einmal was Großes passieren. Diesmal wird man vermutlich ein heißblütig in der Nachspielzeit erkämpftes 1:1 gegen die Landbrote abfeiern und schon vorab als großen Charaktertest anpreisen. Das Spiel des Jahrhunderts quasi. Der große Westfalen-Showdown. Barfuß oder Lackschuh. Samstag oder Sonntag. Mittwoch oder Donnerstag. Sofa oder Sitzschale. Bahnhofsmission oder Amuse-Geule.

    Diesmal freue ich mich auf die Sommerpause. Und die JHV.

  21. Detlef sagt:

    Willkommen zurück Torsten. Schöner Blogeintrag.

    Meine Gemütslage
    Vor dem Spiel: Spieler Doof, ganzer Kader Doof, Trainer auch Doof, Manager sowieso DOOF, CT ohne Zweifel DOOF.
    Und dann die Choreo: Blau und Weiß wie lieb ich dich.
    Passt zusammen. Nicht.

    Wohl erstmals habe ich ein Tor des S04 nicht bejubelt ( Ausgleich ), aber immerhin bleibe ich tapfer bis zum Ende. Nicht wie große Teile der Gegengerade, die früher gehen.
    Schalke schafft mich. Aber das ist ja nichts Neues.

    Meine DK Zeit geht auch dem Ende entgegen, ich wollte mal einen Saison alle Heimspiele sehen, warum nur grade in dieser Saison?

    Mir ist das schlicht und ergreifend zu teuer, zumal die Karte noch einmal 10% teurer würde. Und zudem würde meine Frau auch etwas mürrisch werden, weil versprochen „nur eine Saison“.

    Meine Gemütslage
    Nach dem Spiel: Schalke hat gewonnen. Glaub ich, die Gesichter neben mir sagen was anderes. So sehen keine Sieger aus.
    Merkwürdigerweise freue ich mich trotzdem auf mein letztes Heimspiel gegen Paderborn.
    Schalker halt.

    Was im Sommer passiert wird wichtig, wenn denn was passiert und genau da habe ich enorme Zweifel.

  22. leoluca sagt:

    @Blue Note.

    Deine Anspielung auf den GröFaz ist geschmacklos.

    Ich habe nicht den Eindruck, dass die Vereinsspitze den Schuss nicht gehört hätte und den Ernst der Lage ignorierte.

    Man sollte das von dir verlinkte Umbruch-Interview schon ganz lesen, dann findet man zum Beispiel auch solche Passagen:

    Der Westen: Werder Bremen hat jahrelang Champions League gespielt und kommt dafür nicht mehr in Frage. Fürchten Sie, dass Schalke so etwas auch passieren könnte?
    Tönnies: Ja, und zwar nicht in fünf Jahren, sondern in einem Jahr. Die Wettbewerber schlafen nicht. Für uns kommt schon das Spielen um Platz acht nicht in die Tüte, darum schlagen wir jetzt Alarm.

    Oder diese:

    Der Westen: Hat Di Matteo mehr Kredit, weil schon sämtliche Trainertypen ausprobiert wurden? Eine begeisternde Spielidee ist bei ihm bisher auch nicht zu erkennen?
    Tönnies: Ich bin mir sicher, dass wir bei Di Matteo eine Spielidee sehen werden, wenn er die Zeit hat, die Mannschaft auf die neue Saison vorzubereiten und wirklich bei null anfangen kann. Die aktuellen Fehler darf man nicht beim Trainer, beim Manager oder beim Aufsichtsrat suchen, sondern man muss bei der Mannschaft anfangen.

  23. #Link11: Das Ding ist noch nicht durch | Fokus Fussball sagt:

    […] anderen Seite haben diesmal die Punkte, aber keinen ansehnlichen Fußball mehr. Torsten Wieland (Königsblog) zeigt auf, wie sehr das Erlebnis Schalke vom Spiel losgelöst ist: »Nur der Fußball […]

  24. leoluca sagt:

    So ganz losgelöst war das Spiel dann ja zum Glück doch nicht von dem, was da auf den Rängen los war.

    Ich hatte schon das Gefühl, dass nicht nur die Auswechselungen nach einer Stunde, sondern dass auch die Kurve mit zum Auslöser für die Mannschaft wurde, das Spiel noch zu drehen.

    Nicht nur das schöne „Wir sind Schalker…“ und das UEFA-Cup-Lied beim Stand von 1:2 hatten für mich eine feine ironische Note. Klasse auch, als jeder Ballkontakt unseres Teams mit einem „Hey“ begleitet wurde.

    Plötzlich fing die Mannschaft aus lauter Verzweiflung an offensiv und mutig zu spielen.

  25. blues sagt:

    @leoluca

    Schalke braucht einen Umbruch, da hat Clemens Tönnies wohl recht.Clemens Tönnies ist bald 15 lange Jahre Chef auf Schalke. 15 Jahre ohne Meisterschaft und einem riesigen Berg Schulden. Der Mann ist genau wegen diesen beiden Mißständen, Teil des Schalker Problems und nicht Teil seiner Lösung. Es ist ihm in 15 Jahren nicht gelungen die Erfolge aus der Fleischbranche in die Fußballbranche zu übertragen. Er hat versagt.

  26. dreiköpfiger Affe sagt:

    Ich empfehle dazu „Norbert und die Feiglinge“ mit Ihrem Song „Trotzdem HSV“.
    Das trifft den Tenor sehr gut.

    Ansonsten war Torsten wohl doch zu lange in den USA. Da ist ein Spielbesuch (egal welche Sportart) ja mehr ein Happening um alte Freunde zu treffen und lecker Hot Dog zu essen als das Spiel zu verfolgen.

  27. Torsten sagt:

    Apropos in den USA im Stadion HotDogs essen …
    2 HotDogs, eine kleine Tüte Chips, eine Coke Light und ein Bier: 48$

  28. Lutt sagt:

    Das Interview mit CT ist ein Farce.

    Tönnies: Ich bin mir sicher, dass wir bei Di Matteo eine Spielidee sehen werden, wenn er die Zeit hat, die Mannschaft auf die neue Saison vorzubereiten und wirklich bei null anfangen kann. Die aktuellen Fehler darf man nicht beim Trainer, beim Manager oder beim Aufsichtsrat suchen, sondern man muss bei der Mannschaft anfangen.

    Mit anderen Worten:
    „Die anderen sind schuld!“

    Danach kommen noch weitere Aussagen, die nur so zu deuten sind (Achtung! Es folgt subjektive, spekulative Interpretation!):

    „Immer drauf auf die Fußball-Millionäre, die sind schuld!“
    „Wir kaufen Khedira!“
    „Wolfsburg ist nur besser, weil die Kohle in den A.. geblasen bekommen“
    „Hotte ist unantastbar – bis ich einen Plan brauche, um meinen A… zu retten“
    „Die gut situierten Fans sollen uns mal 50 Mios schenken, damit wir das Geld eben diesen Millionären hinterher werfen können!“
    „Umwandlung in Kapitalgesellschaft: ich darf nix sagen, will es aber so gerne. Oder was anderes, das uns einen Sack voll Kohle bringt!“
    und zu guter Letzt:
    „Russland und so is mir alles egal, ich will die Gazprom-Kohle“

    Ich kann solche Interviews nur müde belächeln.
    Ich sehe auch keinen Umbruch oder so, denn letztlich wird immer wieder an den selben Hebeln gezogen. Teure Dauerverletzte kaufen und dann vielleicht den Trainer feuern ;-/

  29. Jörn sagt:

    Also ich hätts wirklich den Stuttgartern, natürlich insbesondere Huub mehr gegönnt zu gewinnen. Ein Großteil der Mannschaft hat es nicht wirklich verdient bejubelt zu werden, mehr aber noch die Führungsriege, die dafür verantwortlich ist, was wir uns Woche für Woche antun müssen. Der Fisch und der Kopf, ihr wisst schon. Die Gelben werden uns noch überholen, aber ich finds okay, die Euroleague verpassen bedeutet weniger Sonntagsspiele und damit könnten alle gut leben. Insbesondere haben uns die Gelben auf Jahre wieder überholt, da sie Tuchel holen und wir einen Trainer haben, der die schlechteste Rückrunde seit Ewigkeiten spielt, aber den ersetzt hat, der die beste gespielt hat. Man hätte schon lang mit Tuchel einen Vorvertrag aushandeln müssen, aber wahrscheinlich wollte Tönnies ihn auch nicht, da Tuchel selbst Mitspracherecht will und Tönnies nur einen „Chef“ in der Kabine sucht.

  30. BlueNote sagt:

    @Leoluca: So ist das halt mit Satire und Geschmack. Jeder empfindet das anders. Und das ist auch ok so.

    Zurück zum Verein: Die von Dir zitierten Passagen machen das gesamte Interview und die Aussagen dahinter doch nicht besser! Zusammengefasst sagt CT darin doch: Andere Vereine überholen uns derzeit, dagegen müssen wir was tun und Di Matteo wird Erfolg haben und eine Spielidee entwickeln. Und: An der Misere ist einzig und allein die Mannschaft schuld.

    Ehrlich gesagt fühle ich mich verarscht, wenn ich so etwas in der Zeitung lesen muss vom höchsten Organ meines Vereins…Gleichzeitig sagt er, dass er selbstverständlich kritikfähig sei. Puh, ich bin gerührt!

    Immerhin hat er im selben Interview nun auch seinen Vorschlag für die Mitgliederfinanzierung des e.V. konkretisiert. Demnach sollen nur noch die 50.000 Besserverdienenden unter den Mitgliedern Ihren Obolus beitragen, um eine drohende Ausgliederung abzuwenden. Ganz großes Kapitalisten-PR-Kino ist das. Dass hier nicht auch noch das Totschlag-Argument der drohenden Arbeitsplatzgefährdung benutzt wird, ist schon erstaunlich. Vermutlich zieht er diesen Joker dann bei der JHV.

    Dass er im Interview aber auch noch seine Freundschaft zu Putin verharmlost und rechtfertigt mit geradezu abstrusen Vergleichen („Olympiaboykott brachte doch auch nichts…“, inklusive eines Bemühens der deutsch-russischen Geschichte (Wir müssen Brücken bauen!)) macht mich aber wirklich wütend. Das nenne ich dann „geschmacklos“, und das ist noch euphemistisch gemeint. Wie weit will dieser Mensch die Fremdschäm-Spirale eigentlich noch drehen?

  31. leoluca sagt:

    Natürlich, BlueNote, machen die von mir zitierten Passagen des Tönnies-Interviews seine anderen Aussagen zu Gazprom und Mitgliederfinanzierung nicht besser.

    Aber ein paar Argumente gegen diese von mir zitierten Tönnies-Aussagen zur Zukunft des Schalker Fußballs hätte ich schon gerne gelesen. Da kommt aber nichts außer sinnfreier Pöbelei gegen einen AR-Vorsitzenden, dessen Machtfülle zwar kritikabel, der aber dennoch wie wir alle ein Schalker ist.

    Bei deinem Adolf Gröfaz-Vergleich habe wiederum ich mich fremdgeschämt.

  32. detlef sagt:

    @leoluca
    „Nicht nur das schöne “Wir sind Schalker…” und das UEFA-Cup-Lied beim Stand von 1:2 hatten für mich eine feine ironische Note. Klasse auch, als jeder Ballkontakt unseres Teams mit einem “Hey” begleitet wurde.
    Plötzlich fing die Mannschaft aus lauter Verzweiflung an offensiv und mutig zu spielen.“

    Vielleicht lag es auch an den vorgenommenen Einwechslungen und Anweisungen des Trainers.
    Aber ein wenig verzweifelt sah es schon aus, was dann auf dem Platz passierte.

    Zu CT „Vorschlägen“ zu Finanzierung: Wieviel Geld brauchen er und die seinen denn noch zum verbrennen?
    Oder wer sagt denn, das eine Ausgliederung der Weisheit letzter Schluss ist?
    Mit den gleichen handelnden Personen hätte ich da erhebliche Zweifel.

  33. Fritz Kah sagt:

    Jammern auf höchstem Niveau, wer wie ich und viele andere den Bundesligaskandal, die zweite Liga durchgestanden hat, sieht die derzeitige Situation als Momentaufnahme – die Welt und der Ball werden sich weiterdrehn und der FC Schalke? Richtig, Vereinslied, letzte Strophe, nicht untergehn. Ich wohne in einer Stadt, halb westfälisch, halb rheinisch, hier halte ich es gern mal mit den Rheinischen: Lass uns fiere, nit lamentiere ;-) Glück auf

  34. BlueNote sagt:

    @blues, Lutt und detlef: 104% Zustimmung!

  35. Ney sagt:

    @Fritz Kah
    Wir sind seit Jahren dramatisch überschuldet, und dass mittlerweile so extreme Zeiten wie Bundesligaskandal und Zweite Liga als Vergleich herangezogen werden müssen, um die aktuelle Situation wieder etwas relativieren zu können, spricht doch auch für sich.

    Ceterum censeo Tönnies esse relegandum.

  36. Erle72 sagt:

    Booh nääh, jetzt wird sogar mit bildungsbürgerlichem Latein auf den Tönnies eingehauen, nachdem er schon vorher zum größten Fatzke erklärt wurde. Echt fies. Bin gespannt auf die JHV.

  37. Ney sagt:

    Pah, wer haut denn? Latein ist zutiefst humanistisch!

    Ceterum censeo Tönnies esse relegandum.

  38. leoluca sagt:

    @detlef.

    Gewiss haben die Traineranweisungen nach dem 1:2 geholfen, das Spiel zu drehen. Das sehe ich ähnlich wie du.

    Generell war diesmal m. E. der große Schwachpunkt des Offensivspiels nicht das defensive Mittelfeld, sondern der 10er-Raum.

    In den ersten 20 Minuten konnte man deutlich sehen, dass der Trainer die Mannschaft absolut offensiv eingestellt hatte. Von hinten heraus wurde nicht primär über Fährmanns Abschläge, sondern spielerisch über Nastasic, vor allem aber über Matip und Goretzka der Angriff recht ordentlich eröffnet.

    Der Ball verschwand dann aber – vor allem nach dem Gegentor – immer sehr schnell Richtung Gegner, wenn Choupo ihn hatte oder in der Nähe war. Dieser Mann auf der 10er-Position hat einfach unterirdisch, einfach nur mit sich selbst beschäftigt gespielt und man musste sich schon zur Pause wundern, dass er nicht in der Kabine blieb.

    Die Einwechselung von Boateng und Meyer leitete dann die Wende ein, weil es endlich ein offensives Mittelfeld gab und Schalke endlich so stark Druck machte, dass sich das Glück einstellte.

  39. Erle72 sagt:

    Frei nach Asterix, der einzigen Quelle meiner humanistischlosen Bildung, könnte noch angemerkt werden: Timeo Tönnies et dona ferentes (auch wenn sie Khedira heißen).

  40. Սաշա sagt:

    Ich schätze mal, dass – Gündogan-Abgang schon in diesem Sommer vorausgesetzt – der Khedira-Gaul eher in Dortmund einreiten wird. In diesem Fall sollte sich Heldt eher nach einem anderen Spieler umsehen und sich nicht auf ein Wettbieten einlassen. Früher hat man passende Verstärkungen auch mal im Ausland gefunden. Ohne großen Namen, aber dafür mit umso mehr Ehrgeiz. Schade, dass dem Klausel-Aficionado Horst H. ein solcher Transfer nicht zu gelingen scheint, wie es beispielsweise den Dortmundern mit Kagawa oder Lewandowski gelungen ist. Wenn ich mir die Transfers der letzten Jahre anschaue, bin ich ohnehin nicht ganz sicher, ob wir überhaupt noch eine Scouting-Abteilung haben. Geheimtipps waren da jedenfalls keine dabei. Dafür umso mehr verletzungsanfällige Spieler.

  41. andres sagt:

    Zerstörung (hier Aufruf zu einer Straftat, bis hin zum Mord) wird ja nun nicht durch die Verwendung einer toten Sprache humanistisch…

    bleibt die Frage nach der Alternative:
    Freiwillige bitte vortreten

  42. Lutt sagt:

    @andres:
    naja, als alter Lateiner denke ich, es geht um eine Entlassung von Tönnies und nicht die Zerstörung einer Stadt (woher das Zitat sicherlich kommt).

    So ein Königstransfer (Սաշա) wäre schon mal was Tolles. Aber auch bei unseren geschätzten Nachbarn scheint nicht jeder Transfer zu sitzen, wie wir dieses Jahr sehen konnten.

    Als wirklichen Umbruch würde ich es gerne mal sehen, dass keine Kohle auf dem Transfermarkt verpulvert wird – ganz im Gegenteil – man sollte mal ordentlich totes Fleisch aus dem aktuellen Kader abschneiden.

    Stattdessen mal ein bisschen auf unsere Top-Talente setzen, finanziell konsolidieren und gerne auch mal ein Jahr im Mittelfeld rumdümpeln. Auf lange Sicht wird es sich lohnen.
    Aber stattdessen möchte ein Herr Tönnies 50 Mios von den Schalke-Fans kassieren, damit Hotte ihm ein paar hübsche Namen ins Schaufenster stellen kann, die dann wieder nix bringen.

    Das ist kein Umbruch. Ein Umbruch ist für mich etwas, das langfristig wirkt und nicht sofort. Ein Strategiewechsel, Konsolidieren, Luft holen, sammeln, neu angreifen.
    Kein „mehr, mehr, mehr“! Kein weiterer teurer Weltmeister, kein Gazprom, kein Geld-aus-der-Tasche-ärmerer-Leute-ziehen!

    hmpf, aber ich wiederhole mich wohl.. ;-/

  43. Ney sagt:

    @andres
    Schalt mal runter. Tönnies ist nicht Cartago und relegare ist nicht delere. „Relegare“ heißt entfernen, verbannen, wegschicken. Nix „zerstören“ oder Mordaufruf. Relegationsspiele sind ja auch keine Zerstörungsspiele, da geht’s um den Verweis in die tiefere Liga.

    Ceterum censeo Tönnies esse relegandum.

  44. leoluca sagt:

    Tja, so ganz blöd kann die Khedira-Idee ja nun nicht sein, wenn sie nicht nur von unseren eigenen Leuten, sondern auch vom neuen Dortmunder Trainer, Thomas Tuchel, kommt, der Khedira aus alten Stuttgarter Zeiten gut kennt.

    Peinlich für die, die diese Schalker Debatte um eine neue starke Figur im Mittelfeld zum Beleg für das Schalker Missmanagement hochjazzen möchten.

    Die Auswechselungs- bzw. Ablösungsforderung Richtung Tönnies aus Gründen der Überschuldung, die ja an sich unter demokratischen Aspekten nichts Sensationelles und auch nichts Verwerfliches hat, finde ich eher putzig, weil sie einen neuen Mythos in sich birgt. Den des radikalen Neuanfangs. Mythen kommen auf Schalke immer ganz gut. Bis zum nächsten bösen Erwachen, weil der Teufel sich wieder mal nicht in der großen Welle, sondern im Detail versteckt hielt.

  45. Ney sagt:

    Wieso peinlich? Dortmund kann sich einen teuren Transfer zweifelsohne leisten, Schalke ist massiv überschuldet. Ob es sportlich Sinn macht, ist eine Frage für sich. Ob es am AR-Vorsitzenden ist, ständig die Personalplanung zu übernehmen, eher weniger.

    Ceterum censeo Tönnies esse relegandum.

  46. leoluca sagt:

    Peinlich, weil hier die Notwendigkeit eines starken Führungsspielers im Zentrum, wie Khedira einer sein könnte, in der Tat bestritten und die Khedira-Diskussion zum Anlass genommen wurde, der Vereinsführung Inkompetenz und Geldverschwendung in der Kaderplanung zu bescheinigen.

    Wenn einer wie er sportlich Sinn machen würde, dann wäre er auch finanzierbar – so die Aussage der Vereinsspitze.

    Hast du da andere Infos?

  47. Torsten sagt:

    Woher kommt eigentlich die (mittlerweile weit verbreitete) Annahme, eine Khedira-Verpflichtung sei die Idee Tönnies gewesen? Es ist doch noch gar nicht so lange her, als blues dem Trainer einen Strick draus drehen wollte, er „fordere“ diesen Spieler, als er sich positiv über dessen Qualität äußerte.

    Ob Schalke Khedira finanzieren kann, kann ich nicht beurteilen. Zu glauben, Schalke könne ohne Investitionen in die Mannschaft gleich gut oder gar besser als in der jüngeren Vergangenheit abschließen, halte ich für falsch. Die Khedira-Position ist zudem eine der wichtigsten Baustellen.

  48. Ney sagt:

    Zu glauben, Schalke könne ohne Investitionen in die Mannschaft gleich gut oder gar besser als in der jüngeren Vergangenheit abschließen, halte ich für falsch.

    Wenn wir Khedira brauchen, um weniger als 10 Saisonniederlagen und Pokal-Aus in der ersten Runde hinzukriegen, dann sowieso her mit ihm.

    Geht’s schief und die Champions-League Qualifikation wird verpasst, zahl‘ ich halt die von Tönnies gefoderten 1000 Euro (oder 3000, schonmal für die Kinder mit).

    Ceterum censeo Tönnies esse relegandum.

  49. Parkstadtionbolzer sagt:

    @Lutt
    Ich persönlich könnte auch gut damit leben, wenn es auf Schalke in der Bundesliga ein, zwei Nummern kleiner zuginge, aber dafür freudiger. Allerdings: Die Schalker Verantwortlichen verweisen zurecht darauf, dass das kontrollierte Downsizing in der Bundesliga schwer zu bewerkstelligen ist. Ich kenne aus der jüngeren Vergangenheit kein gelungenes Beispiel, nur abschreckende: Stuttgart, HSV und so weiter. Es droht also immer der Totalabsturz. Und solche Krisen, Junge, Junge, die wären hier auf Schalke sicher noch chaotischer als anderswo.

  50. leoluca sagt:

    @Ney.

    Für mich kam Ralf Fährmann nach der Niederlage in Mainz der Wirklichkeit am nächsten: “Wenn wir schon spielerisch nicht glänzen können, müssen wir wenigstens mehr kämpfen und laufen.”

    In Mainz und gegen Stuttgart sahen wir eine hochkarätig besetzte Offensive, die in den ersten 20 Minuten auch durchaus dominant spielte.

    Doch nach dem ersten Gegentreffer war diese Schalker Mannschaft – in beiden Spielen – bereits wieder so verunsichert, dass die spielerische Dominanz komplett weg war. “Mentalität schlägt Qualität”, sagte dazu vor einer Woche der Mainzer Trainer.

    Nun kann man sich zwar über die Absicht der Schalker Vereinsführung mokieren, im Sommer einen teuren Spieler wie Khedira zu holen, und diese Absicht als typischen Größenwahn eines folkloristischen Aufsichtsratsvorsitzenden ansehen.

    Man könnte allerdings auch das Naheliegende annehmen und diese Personalie als Ausdruck dafür verstehen, dass die Vereinsführung verzweifelt nach einem Spieler sucht, der diese kopf- und mutlose Mannschaft antreibt und lenkt.

  51. andres sagt:

    @ney
    keine Sorge, hatte nicht wirklich einen Mordaufruf gelesen (auch wen die Punier ihre Entfernung kaum überlebt haben dürften)
    nur das ein Latinum zu Humanismus führen soll, ging mir noch nie in den Kopf :-)

    ich teile zwar das Unwohlsein bzgl unseres AR-Vorsitzenden, denke aber auch, das es sich eher um ein strukturelles Problem des Vereins handelt.
    Leider sind Satzungsänderungen schwieriger zu formulieren, als rollende Köpfe zu fordern

  52. Lutt sagt:

    @Parkstadionbolzer: dieses „Downsizing“ halte ich für Schalke deshalb für sinnvoll, weil Talente in den Startlöchern stehen, die andere Vereine nicht haben. Gerade bei Stuttgart hat das 2005-2007 funktioniert.

    @Torsten: CT wird nicht müde, in die Kamera zu sagen, wie toll „Weltmeister-Khedira“ ist. Die Idee mit dem Fanzuschuss lag ja auch zeitlich nicht ganz so weit von der Khedira-Debatte weg. Da kann man so eine Annahme schon mal treffen.
    Aber, ja, es ist Spekulation.

    Ich habe nichts gegen Khedira und könnte ihn mir auch als Schalker vorstellen. Es ist nur so ein Schalker-Reflex-Griff in die Krisenkiste, einen verletzungsanfälligen Topnamen zu holen, wenn’s nicht läuft. Hat selten geklappt ;-/

  53. Torsten sagt:

    Aber ich sehe da eben die Tendenz, aus einer aktuellen Krise heraus Transfers als grundsätzlich schlecht zu betrachten, die doch eine ganze Weile funktioniert haben.

    Kaum auszudenken, wie die letzten Jahre ohne Huntelaars Treffer verlaufen wären. Und auch Boateng hat anfangs funktioniert, ich behaupte sogar, dass seine Verpflichtung einen ganz maßgeblichen Anteil an der letztjährigen CL-Quali hatte.

    Ich sage nicht, dass es nicht anders funktionieren kann. Ich würde mich riesig freuen, wenn Schalke mit innovativem Scouting 3 oder 4 Spieler von kleineren Clubs verpflichtet, die allesamt auf Schalke durchstarten und S04 mit viel Fußballlust in neue Höhen treiben.

    Fakt ist aber, dass Schalkes Kadermischung aus einigen teuren Stars plus Elgert-Bubies dreimal in Folge die CL ermöglichte. Und fakt ist auch, dass es in der Liga keinen Club gibt, der sich ohne viel Geld auszugeben in der Spitzengruppe halten könnte.

  54. blues sagt:

    @Torsten

    Ich dreh dem Trainer keinen Strick. Ich kritisiere dessen fehlende Weiterentwicklung des Schalker Angriffsspiels. Interessanterweise bin ich damit nun gar nicht mehr alleine. Zu Khedira: Es war Tönnies im Doppelpass himself, der den Eindruck vermittelte, er sei es der Khedira wollte…

  55. Roman sagt:

    Weil es oben mal gefragt wurde, wer denn den Namen Khedira das erste Mal ins Spiel brachte. Das war in der Tat Tönnies – und zwar im selben Sport-Bild-Interview, in dem es auch um die 1000 Euro ging. Ich kann den Artikel auch gern als Scan zur Verfügung stellen.

  56. Torsten sagt:

    Es geht mir nicht darum, wer eine Personalie zuerst ausposaunt. Das mag Tönnies gewesen sein, er redet zu viel, dieser Meinung bin ich auch. Aber einige Kommentare legen die Vermutung nah, die Kommentatoren gingen davon aus, dass die Verpflichtung bestimmter Spieler die Idee(!) Tönnies seien. Ich las sogar schon, er wolle sich mit Stars „schmücken“.

    Ich kann weder das eine, noch das andere beweisen, aber ich halte das für Quatsch. Ich denke, dass Horst Heldt diese Entscheidungen trifft. Dass Tönnies grundsätzlich hinter den Entscheidungen des Sportvorstands steht (sofern keine aus Tönnies‘ Aufsichtspflicht hervorgehenden Gründe dagegen sprechen), kann man m.E. eigentlich nur richtig finden.

    @blues:

    Ich meinte diese Passage hier

    Was ich nicht in Ordnung finde ist, dass auch Di Matteo mit in den Ruf nach Khedira laut einstimmt. Schalke fehlt aber ohne CL das Geld für Khedira. Es ist wie ich finde etrwas vermessen, Khedira zu fordern, aber für die Kosten der Anstellung nicht die nötige Leistung abzuliefern.

  57. Simon sagt:

    „Kontrolliertes Downsizing“? Mit unseren Talenten aus der (wirklich grandios arbeitenden) Knappenschmiede 2-3 Jahre Konsolidierungskurs fahren und dann mit neuer Kraft die Spitzenränge anvisieren?

    Leute, wie soll das ablaufen? Sobald Schalke nicht mehr den Status ein Vereins hat, der regelmäßig und einigermaßen berechenbar die Plätze 3-5 belegt, wird es schon schwierig werden die wirklich talentierten 16-17jährigen länger als eine Saison an Bord zu halten. Fragt mal in Mainz oder Bremen nach, wie schnell solche Leute bei Vereinen aus dem Mittelfeld weg sind. Abgesehen davon ist diese Idee des Im-Mittelfeld-Gesunden auch etwas schräg – da würde auf Schalke nichts gesunden, sondern der Laden erst richtig hochgehen. D

    Die Alternative sieht also eher so aus, die Mannschaft für die nächste Saison (die letzten drei Spiele wird man spielerisch nicht mehr viel erwarten dürften) zu verstärken, um dann wieder anzugreifen. Anders als über Erfolg wird Schalke sich kaum konsolidieren können.

    Ob ein neuer Spieler für die 6er Position nun Khedira heißen wird oder nicht, werden wir sehen. Aber man kann wohl kaum bestreiten, dass wir gerade dort dringend Verstärkungsbedarf haben (neben einem neuen, weiteren RV). Das ist in meinen Augen die Scharnierstelle, auf der es bei uns seit Jahren hapert. Goretzka mag dort mal ein Großer werden, braucht aber noch seine Zeit. Höger ist ein Kämpfer, aber kein Mittelfeldchef, Neustädter ein Mitläufer und Boateng konnte es zwar eine Spielzeit ausfüllen, aber aus welchen Gründen auch immer funktioniert dies auch nicht mehr.

    Dass Heldt nun gezielt hierfür sucht, kann man ihm kaum anlasten. Im Gegenteil zeigt es vielleicht einen Wandel weg vom blinden Schnäppchenkauf, hin zu gezielten Verstärkungen für Problemstellen im Kader. Dass Heldt in den letzten Jahren generell keine guten Transfers gelungen wären, ist freilich so auch keine haltbare These.

    Im Übrigen bin ich bei Torsten: Ich finde es generell sehr befremdlich, wie auf Schalke in Krisenzeiten auf Spielern rumgehackt wird, die nachweislich zu den wichtigsten Erfolgsgaranten der letzten Jahre gehören. Das war früher bei Kuranyi zwar noch schlimmer, aber ich kann nur den Kopf schütteln, wenn bei einigen Beobachtern bei jeder zweiten Gelegenheit das große Hunter-Bashing losgeht. Und in der Tat: Diese Saison läuft es mit ihm nicht mehr, aber ohne den Boateng-Transfer wäre Schalke letzte Saison sehr wahrscheinlich nicht in die CL gekommen. Von daher hat sich der Transfer doch bereits gelohnt.

    Dieses komische Rumgehacke auf Spielern gibt’s in der Form wohl auch nur auf Schalke – und gehört zu den Traditionen, die wir gerne loswerden könnten.

  58. blues sagt:

    @Torsten

    Schalke verfehlt die CL -Teilnahme. Schalke hat dadurch hohe Einnahmeausfälle in Höhe von ca. 30-35 Mill Euro: ausfallende TV- und Sponsorengelder und fehlende Ticketverkäufe. Dazu kommen dann 10 Mill. Handgeld für Khedira. Dann sind wir schon bei 40-45 Mill Euro.

    Diese ungedeckte Summe kann nur durch neue Schulden, also den Verkauf der Zukunft oder durch die Ausgabe von Aktien kompensiert werden,also mit dem Ausverkauf des Vereinsgedankens. Deshalb bin ich dagegen.

    Ich frage mich halt, warum die letzten beiden Jahre das Geld für einen Sechser fehlte und ausgerechnet jetzt, ohne die CL-Gelder ein Kauf möglich ist.

    Zu Di Matteo selbst und seinem Wirken, habe ich, für meinen Teil, bereits alles gesagt. Aus der weiteren Diskussion zum aktuellen Trainer und seinem möglichen Scheitern oder seinen Wunschspielern halte ich mich möglichst raus.

  59. Torsten sagt:

    Ich mag solche Rechnungen nicht aufstellen, ich kann sie auch nicht wiederlegen. Ich halte nichts von Ablösesummen-Rechnungen und ich weiß auch nicht, was in den Verträgen der Schalker Spieler so steht.

    Was ich oben anführte war was anderes:

    Weil vermutet wird, dass sich S04 einen teuren Transfer nicht leisten kann, wird das wiederum vermutete Handeln gegen das Wohl des Clubs dazu verwandt, Protagonisten ans Bein zu Pinkeln. Das ist dann gerne Tönnies, weil ihn die meisten loswerden wollen. Das war in Deinem Fall dann auch mal Di Matteo, weil Du den loswerden willst. Und das ist dann sicher für andere auch mal Heldt.

    Das ist mir einfach viel zu willkürlich.

  60. leoluca sagt:

    Es stimmt nicht, dass Clemens Tönnies als erster den Namen Khedira in die Öffentlichkeit brachte.

    Am 25. Februar erschien eine erste Meldung zum Schalker Bemühen um Khedira, sie stand in Bild und Spiegel gleichzeitig und lautete so:

    „Der FC Schalke 04 scheint seine Transferbemühungen um Sami Khedira von Real Madrid zu intensivieren. Der 53-malige Nationalspieler steht nach Angaben des „Kicker“ in Kontakt mit Schalke-Manager Horst Heldt.
    Die beiden kennen sich noch aus ihrer gemeinsamen Zeit beim VfB Stuttgart. Dort gewannen sie 2007 die Deutsche Meisterschaft.“

    Bild meldete am 25.2. außerdem: „Schalke-Boss Clemens Tönnies (58) sagt im SPORT BILD-Interview nur: ‚Wir werden uns punktuell um Top-Leute bemühen. Dazu sind wir in der Lage.‘ „

  61. Ney sagt:

    @Torsten
    Nicht willkürlich. Der Aufsichtsratchef hat immerhin als einziger Sündenbock (fast) die absolute Mehrheit der Königsblog-Nutzer auf sich gezogen http://tinyurl.com/l7g87jx . Da kam selbst Kevin Kurany nicht mit!

    Ceterum censeo Tönnies esse relegandum.

  62. leoluca sagt:

    @Ney.

    Leider hat dein Latein der Demokratie einen Haken.

    Wenn 46 Prozent (29 von 65 Teilnehmern) Clemens Tönnies für den „Sündenbock“ auf Schalke halten, dann halten ihn 54 Prozent nicht für den Sündenbock.

    Da kann nur noch die Cohabitation helfen. Oder der Supervisor.

  63. Roman sagt:

    @leoluca: Das Sport-Bild-Interview mit Clemens Tönnies erschien exakt am Mittwoch, den 25.02., also am selben Tag wie die von Dir genannte Quelle.

    Meine starke Vermutung geht daher dahin, dass die von mir genannte These, dass Clemens Tönnies als erstes von Khedira sprach, doch stimmt. Die Sport-Bild hat m.W.n. übrigens bereits am Montag Redaktionsschluss. Ich denke, man kann davon ausgehen, dass Tönnies vor dem 24.02. mit der Sport-Bild gesprochen hat. Insofern solltest Du zur Untermauerung Deiner These eine Quelle abführen mit einem Datum vor dem 24.02.

  64. leoluca sagt:

    Eigentümliche Beweisführung:

    Du schreibst, Tönnies habe den Namen Khedira als erster öffentlich ins Spiel gebracht und zwar, wie du behauptest, „… im selben Sport-Bild-Interview, in dem es auch um die 1000 Euro ging“.

    Du kannst aber aus diesem am 25. Februar veröffentlichten Interview kein Zitat von Tönnies beibringen, weil es keines gibt.

    Sportbild meldet vielmehr am 25. Februar das:

    „Der FC Schalke 04 plant intensiv die sportliche und wirtschaftliche Zukunft, um auch auf Dauer mit der nationalen und europäischen Spitze mithalten zu können. Im Gespräch mit SPORT BILD sagt Aufsichtsrats-Boss Clemens Tönnies: „Wir werden uns punktuell um Top-Leute bemühen. Dazu sind wir in der Lage.“ Konkrete Namen nennt er nicht. Aber SPORT BILD erfuhr: Der Revier-Klub will für die neue Saison Weltmeister Sami Khedira verpflichten, der bei Real Madrid seinen auslaufenden Vertrag bisher nicht verlängert hat und ablösefrei wäre. Manager Horst Heldt hat sein Interesse bei der Khedira-Seite hinterlegt. Auf SPORT BILD-Nachfrage hielten sich Schalkes Verantwortliche bedeckt. Klar, keine Unachtsamkeit soll den Deal gefährden.“

    Woher Sportbild die Info hat – vom Kicker, von Heldt, vom Khedira-Berater, vom Spiegel, von Tönnies, aus dem AR – ist reine Spekulation.

    Du allerdings schreibst oben das:

    „Weil es oben mal gefragt wurde, wer denn den Namen Khedira das erste Mal ins Spiel brachte. Das war in der Tat Tönnies – und zwar im selben Sport-Bild-Interview, in dem es auch um die 1000 Euro ging. Ich kann den Artikel auch gern als Scan zur Verfügung stellen.“

  65. Roman sagt:

    @leoluca: ich muss mich berichtigen. In der Tat gibt es in diesem Artikel kein Zitat, das dies belegen könnte. Im selben Artikel wird beides miteinander „verarbeitet“: die 1000 Euro-Idee (Tönnies) und ein möglicher Khedira-Transfer. Hier wird nicht klar, wer den Namen Khedira ins Spiel gebracht hat. Kann Tönnies gewesen sein oder Heldt oder …

    Was mich jedoch stutzig macht, ist, dass dieses besagte Sport-Bild-Interview die S04-Pressestelle offenbar unvorbereitet getroffen hat. Dies entnehme ich der Reaktion von S04-Mitarbeitern, mit denen ich an diesem Tag kommuniziert habe.

  66. Ney sagt:

    Die Sache wurde doch schon vor viel längerer Zeit angebahnt
    http://tinyurl.com/27w5cma
    .
    .

    Ceterum censeo Tönnies esse relegandum.

  67. klopenner sagt:

    Die Sache wurde doch schon vor viel längerer Zeit angebahnt
    http://tinyurl.com/27w5cma

    Witzigerweise ist im Artikel noch von einem „Offensivallrounder“ die Rede. So offensiv finde ich Khedira jetzt nicht. ;-)

  68. leoluca sagt:

    Ich hab’s geahnt: Das hat der Kotelettkaiser von gaanz langer Hand gefickt eingeschädelt.

  69. BlueNote sagt:

    Die Khedira-PR-Panne (aus Sicht vieler Fans) ist doch nur ein kleines Puzzle-Teilchen in der Frage, wie der Verein zukünftig geführt werden soll. Ein fitter Khedira würde sportlich gut passen, finde ich. Ob auch charakterlich und finanziell, fällt mir schwerer zu beantworten, hilft in der aktuellen Situation aber auch nicht wirklich weiter.
    Die zum schlechtesten Zeitpunkt (von wem auch immer zuerst) lancierte PR-Kampagne um ihn, ist grottig und peinlich im sportlich schwierigen Saison-Endspurt, aber letzlich nur ein Symptom für die aus der Sicht nicht weniger Fans und Mitglieder abgenutzte und unbefriedigende und mißbrauchte Führung des Clubs.

    Mißbrauchte Führung? Ja, gestern habe ich mir mal die Satzung vorgenommen. Zu den Befugnissen und Aufgaben des AR-Vorsitzenden steht da leider nicht viel, im Prinzip nur, dass ein Vorsitzender zu wählen ist. Welche Befugnisse dieser genau hat, ist nicht näher beschrieben. Jedenfalls steht dort nicht, dass er die Geschicke des Vereins führt. Zu den Aufgaben des Aufsichtsrates als Kontroll-Organ jedoch sind dedizierte Ausführungen zu finden.

    Nach meiner Wahrnehmung der Satzung ist der Vorsitzende lediglich eine Stimme im Kreise des AR. Er leitet die Sitzungen, kann wie andere AR-Mitglieder auch, in Ausschüsse entsandt werden, hat aber satzungsgemäß keine darüber hinausgehenden besonderen Befugnisse. Ausnahme, s. 8.3. der Satzung: „Die Vertretung des Vereins gegenüber dem Vorstand und seinen Mitgliedern obliegt dem Aufsichtsrat, der dabei von seinem Vorsitzenden und einem weiteren Mitglied des Aufsichtsrates vertreten wird.“ Eine Vertretung nach innen also!

    Sieht man CT aber in den Medien, entstand ein ganz anderes Bild. Dieser Widerspruch stört mich am meisten. Er tritt häufig auf, als wäre er der Vorstand Sport und Kommunikation. Dieser hat jedoch gemeinsam mit seinen beiden Kollegen die in meiner Wahrnehmung höchsten operativen Befugnisse und Verantwortungen. So sieht es auch die Satzung vor.

    Ich wünsche mir vom AR-Vorsitzenden, dass ich ihn im laufenden Jahr kaum wahrnehme oder allenfalls nur in repräsentativen Aufgaben und Zusammenhängen. Er ist definitiv nicht der Club-Chef, nicht der Oberboss oder der Präsident. Aber sogar die Medien nehmen ihn als solchen wahr und lancieren ihn genau in dieser Rolle. Ist ja auch einfach. Er plaudert gerne aus der Westentasche, ist PR-geil, selbstverliebt und im Affekt leider viel zu auskunftsbereit. Ein gefundenes Fressen für jeden Journalisten. Dass er Schalke liebt steht außer Frage. Geschenkt. Aber er ist kein Kumpel und kein Malocher. Er ist im Leben außerhalb des Clubs Chef eines Imperiums, er ist ein auf Gewinnmaximierung um fast jeden Preis ausgerichteter Unternehmer, brüstet sich mit Freundschaften zu Kriegstreibern, denen Demokratie in etwa so Nahe ist, wie dem Vatikan die Antibabypille und lässt so am Ende des Tages leider bei vielen von uns den Eindruck entstehen, dass ihm persönliche Interessen wichtiger sind als das Wohl des Clubs. Von wegen in Deutschland gäbe es keine Oligarchen…

    Das höchste Organ ist jedoch die Mitgliederversammlung, das Tagesgeschäft obliegt ausnahmslos dem Vorstand, welcher vom Gremium AR kontrolliert wird, nicht jedoch von dessen Vorsitzendem. So lese ich die Satzung.

    Die Befristung der Amtszeit der AR-Mitglieder ist m.E. ein guter Vorschlag. Aber müsste nicht eigentlich auch die Satzung näher regeln, was ein AR-Vorsitzender darf und was nicht, um solche Auswüchse zukünftig zu vermeiden? Momentan knirschen alle nur hilflos mit den Zähnen und schauen augenverdrehend zu, wenn CT mal wieder den Kopf in die Glotze hängt und rumschwadroniert wie das alles zu funktionieren hat. Er operiert ganz raffiniert in einer Grauzone der Satzung, finde ich.

    Sieht das noch jemand so oder lese ich die Satzung falsch? Habe ich was übersehen?

  70. Ney sagt:

    Ich schätze mal, Gerd Rehberg hat in 14 Jahren so viel Interviews gegeben wie Tönnies in 14 Tagen.

    Hansi Müller ist wegen Schwafelei beim VfB zurückgetreten.

    Tjaja, die Schwaben.
    .
    .
    Ceterum censeo Tönnies esse relegandum.

  71. Detlef sagt:

    Zu Khedira
    Torsten schrieb hier schon vor Wochen, dass Schalke einen Spieler „wie Khedira“ braucht und genau das meine ich auch.
    Interessanterweise hat Schalke eigentlich schon einen ähnlichen Typen im Kader. KPB hat in der letzten Saison bewiesen, dass er diese Rolle übernehmen kann, sowohl auf, wie auch neben dem Platz.
    Schade das er das in dieser Saison sehr selten bestätigt hat.

    zu CT
    siehe bluenote
    CT wird als Schalke Boss vorgestellt in den Medien und fühlt sich wohl auch so ( Vermutung ).
    Das stört mich massiv.

    Noch eine kleine Anmerkung. Kaum jemand erwähnt mögliche Abgänge.
    Ich werfe mal 2 Namen in den Raum. Höwedes und Draxler. Beide haben Ausstiegsklauseln und beide haben sich nicht erklärt wo es weiter geht.
    Bei einem ( Draxler ) würde ich hoffen, dass er bleibt, beim anderen ( Höwedes ) hätte ich mehr als verständnis, wenn er woanders mal reinschnuppert.

  72. andres sagt:

    Einen Wechsel von Draxler halte ich für wenig wahrscheinlich – wer gibt so viel Geld für einen Spieler, der nach so einer langen Verletzungspause noch nicht wieder Fuss gefasst hat
    Ich mach mir da eher Sorgen um Matip, der immer stiefmütterlich behandelt wird. Der ist bestimmt auch ein Kandidat, der im Gehaltsgefüge benachteiligt ist

  73. derwahrebaresi sagt:

    @beim anderen ( Höwedes ) hätte ich mehr als verständnis, wenn er woanders mal reinschnuppert.

    ich hätte nichts dagegen wenn er ginge, solange er weiter RV spielt.
    dazu, und das gilt m. e. auch für LV, ist er nicht geeignet.

  74. Torsten sagt:

    Ich mach mir da eher Sorgen um Matip, der immer stiefmütterlich behandelt wird.

    Wird er das? Wird er nicht, meines Erachtens.
    Allenfalls in den Medien. Beim Trainer steht er offensichtlich als IV vor Höwedes. Das ist schon ein deutliches Statement.

  75. leoluca sagt:

    Ich sehe das ähnlich: Matip hat bei RDM einen guten Stand – und das mit Recht, denn seine Passquote im Spiel nach vorn liegt in der Regel bei über 90 Prozent.

    Gegen Stuttgart war er einer der wenigen, die mir gefallen haben. Gerade weil er diesmal einen besonders schweren Stand hatte, denn er musste nicht nur Innenverteidigung spielen, sondern faktisch oft auch den dritten 6er geben.

    Nastasic verteilte von hinten die Bälle nicht nur auf Neustädter, Aogo und Höwedes, die im Zweifel erstmal wieder quer oder zurück spielten, sondern auch auf Matip, der immer wieder durch weite Pässe versuchte, das Mittelfeld zu überbrücken und auf die Offensivreihe zu spielen.

    Das gelang ihm nur bedingt, weil bis zur 60. Minute der 10er Raum durch die indisponierte hängende Spitze Choupo praktisch nicht existierte.

    Mit Boateng und Meyer wurde dann Matips Spiel nach vorn zum Glück deutlich effektiver.

  76. andres sagt:

    zu Matip
    hatte bei der Stiefmutter vor allem an sein Standing bei einer Vielzahl der Fans gedacht
    aber auch HH scheint eine Vertragsverlängerung (zu angepasstem Gehalt) erstmal auf die lange Bank zu schieben – bis klar ist was mit Höwedes wird?!
    bei RDM ist er z Zt gesetzt, hoffentlich auch noch wenn es mal einen neuen RV gibt

  77. Ney sagt:

    Ist Matip als potenzieller 6er eigentlich nicht mehr denkbar?
    War mal früher so öfter im Gespräch.
    .
    .
    Ceterum censeo Tönnies esse relegandum.

  78. mika sagt:

    Zur Überschrift: „Welcher Fußball….?“

    Ceterum censeo „pediludium“ esse ludendum.

  79. Quästor sagt:

    Das Hauptproblem ist meiner Ansicht nach nicht der Fleischfabrikant sondern der Finanzvorstand. Wie der Herr Peters das seit über zwanzig Jahren macht, nötigt einen ja schon beinahe Respekt ab! Finsterst! Aber klar, er wohnt ja auch in der verbotenen Stadt – haha.
    Es hilft natürlich auch nicht, wenn Horst Heldt vor allem Stuttgarter Zeiten reloaded oder Spieler einfach nur holt, weil sie ablösefrei oder günstig sind (z.B. Sam oder Santana). Hat er vermutlich vom Magath „gelernt“ und für gut befunden (Ali Karimi – yes!) Die Folge sind maßlos überhöhte Gehälter (man hat ja bei der Ablöse gespart), die eine entsprechende Selbstüberschätzung zur Folge haben, die man dann auf dem Platz auch sieht. So gesehen müsste eigentlich ein solider Finanzmensch her, der auch das Standing hat, den Vorstellungen der sportlichen Führung einen vernünftigen Rahmen zu geben.

  80. blues sagt:

    @BlueNote

    Ich habe die Satzung ähnlich interpretiert.

    Eine Ergänzung noch zu Tönnies Medienverhältnis. Es ist durch die Macht seines Werbeetats geprägt. Er ist mit seinen vielen Marken ein großer Player im Werbemarkt nicht nur des Mediensports. Da wäscht wahrscheinlich, und nicht nur wenn es wie im Vorfeld von Mitgliederversammlungen drauf ankommt, die eine Hand oft die andere. Mich würde mal ein gute und realistische Schätzung des Werbeetats der Tönniesgruppe interessieren.

    Noch ein paar Sätze zum Auftreten und Geschäftsgebaren von Herrn Tönnies, denn dieses lässt auch sonst, nicht nur in der Vereins- und Rußlandfrage, sehr zu wünschen übrig. Er ist einfach kein Vorbild, sondern ein zynischer Absahner, der uns Kunden beim Kauf seiner Wurstprodukte gerne über den Löffel barbiert. In ihrem Bericht „Wurstkönig Tönnies trickst das Kartellamt aus“ (s. Link unten), beschrieb die Wirtschaftswoche im Februar dieses Jahres, wie uns Tönnies beim Wurstkauf durch Preisabsprachen zuerst blechen lässt und dann durch Tricks die fälligen 120 000 000 Euro (120 Mill.) Kartellstrafe für die verbotene Preisabsprache spart. Schalke hat diesen Menschen als Chef einfach nicht verdient.

    http://www.wiwo.de/unternehmen.....0-all.html

  81. leoluca sagt:

    Seit 15 Jahren ist die ostwestfälische Fleischfabrik unseres AR-Vorsitzenden immer mal gut für schlechte Gerüchte und Nachrichten: illegale Saisonarbeiter, schadhafte Lebensmittel, branchenbezogene Preisabsprachen, Putin-Diplomatie bei gleichzeitiger Investition in russische Fleischfabriken …

    Seit 15 Jahren ist mir ziemlich mulmig, wenn meine nichtschalker Freunde mit mir über Tönnies‘ große Marketingpräsenz in der Schalke Arena und den Gazprom-Deal reden wollen. Ich wechsele dann gerne in den Schweigemodus über oder manchmal gebe ich ihnen einfach nur recht in ihrer Kritik. Das Gazprom-Trikot werde ich niemals tragen.

    Seit 15 Jahren nun lebt Schalke mit dieser Situation – bei gleichzeitig einer ganzen Reihe von großen Erfolgen in Liga und Champions League. Schalke kam von unten und ist jetzt oben, wo es bleiben will.

    Und da sagt mir der User „blues“ nun heute im Brusttone eines Predigers: „Schalke hat diesen Menschen als Chef einfach nicht verdient.“

    Ja, aber warum hat dieses Schalke ihn dann 15 Jahre akzeptiert, warum hat dieses Schalke ihn damals inthronisiert, warum will dieses Schalke ihn bis heute nicht loswerden? Der Mann wurde nicht von einer fremden Macht eingesetzt, er hat sich auch nicht mit einer Kalashnikow ins Amt geschossen, nein, er wurde gewählt und immer wieder bestätigt.

    Das solltest du mir mal erklären und nicht, mit wem wir es hier zu tun haben. Das weiß seit 15 Jahren jeder auf Schalke.

  82. blues sagt:

    Tja, leocluca jeder sucht und findet so seine persönlichen Helden, die er meint verteidigen zu müssen. Das ist halt Pluralismus. Meine Meinung muss ich in einer Demokratie nicht jedem erklären, ich kann sie einfach haben, sagen oder schreiben. Sie steht dann da und deine steht daneben. So ist das eben. Wenn es anders wäre, wäre es wohl eine Diktatur.

  83. hellwach sagt:

    Meine Fresse,

    nach Niederlagen, gar in Serie, wurde/wird immer das Große und Ganze in Frage gestellt.

    Zuletzt wurde gegen Stuttgart gewonnen.

    Geld schießt wohl doch Tore, allerdings nicht, wenn Geld (Robben, Ribery, Alaba) gar nicht auf dem Feld steht. Im Gegensatz zu Messi, Neymar jr. und !Rakitic.

    Hätten Draxler, Farfan und der laut Kicker-Liste bisher beste Torhüter der Saison immer spielen können, hätten wir vielleicht ein paar Punkte mehr und es würde über den letzten/nächsten Gegner diskutiert.

    Statt dessen nutzen Manche die negative Presse, um erneut -wie zu Magaths Zeiten- den Spaltpilz „Gute vs. schlechte Fans“ zu streuen.

    Mich nervt das mittlerweile nur noch geringfügig und ich bin zuversichtlich, dass die Stimmung -auch in der Arena- wieder besser wird, wenn die Dauerkarten-Rückgabe-Aktion abgeschlossen ist.

    Tschüss und Glückauf

  84. hellwach sagt:

    @derwahrebaresi
    Bei RDM ist Bene aktuell offenbar Nr. 3, sollte Papa wirklich zurückkommen wird er eher Nr. 4. Wirtschaftlich wie sportlich eindeutig, menschlich schade, ich mag ihn (als Innenverteidiger und Typen).

  85. hellwach sagt:

    Ach ja, weil ich gerade den Begriff sportlich benutzt habe:

    Prince, der nach seiner Einwechselung bis zum 2:2 keinen Zweikampf gewonnen hat, keinen Ball behauptet hat, mit seinem Seitfallzieher, der im Irgendwo gelandet wäre, den Siegtreffer eingeleitet hat, wird als Matchwinner bezeichnet?!

  86. leoluca sagt:

    @Blues.

    Meinen Text als „Verteidigung“ eines „persönlichen Helden“ zu bezeichnen, darauf muss man kommen. Du möchtest den Text also gerne falsch verstehen, wenn ich dich richtig verstehe.

    Deine Meinung musst du mir auch nicht erklären. Steht so da nicht. Lies noch mal.

    Erklärt haben würde ich gerne, warum sich CT mit seinen diversen Geschäften, die vielen und auch mir nur bedingt gefallen, so lange an der Spitze des AR hält und eine Mehrheit das wohl auch weiter so will. Und warum einige ausgerechnet jetzt die Relegation von Tönnies fordern und sich davon versprechen, dass Schalke so aus der sportlichen Krise herauskommen kann?

  87. Սաշա sagt:

    Ich glaube nicht, dass einige „ausgerechnet jetzt“ die Abwahl von Tönnies oder auch die Wahl neuer unabhängiger, kritischer AR-Mitglieder fordern. Das hat auch nichts meiner einer wie auch immer gearteten sportlichen Krise zu tun. Das ist die selektive Wahrnehmung einer Entwicklung, die im Kern deutlich langfristiger ist.
    Warum eine Mehrheit ihn seit Jahren immer noch wählt? Darüber kann man natürlich nur spekulieren. Mein Eindruck war oft, dass der im Detail gar nicht mal so gute Zirkelschluss daran einen gewissen Anteil hat, nach dem Tönnies dem Verein in finanzieller Not mit seinem Vermögen zur Seite springt. Dass Tönnies dem Verein nur Geld leiht, nicht etwa schenkt und dieses Geld samt marktüblicher Zinsen zurückgezahlt werden muss (gut, man könnte jetzt noch positiv: Woanders hätten wir vielleicht gar kein Geld bekommen, schon gar nicht zu marktüblichen Zinsen) und dass die Notwendigkeit dieser kleinen Finanzhilfen der Tatsache geschuldet ist, dass Vorstand und Aufsichtsrat ihren Job seit Jahren nicht ordentlich machen, scheint mir bei vielen nicht angekommen zu sein. Wenn man denen dann noch ein paar Musicalnummern und Derbykarten auf die Tagesordnung der JHV setzt, ist der gute Tönnies schon so gut wie gewählt. Wer darüber hinaus auch noch auf markige Worte steht, ist CT natürlich restlos verfallen.

  88. leoluca sagt:

    @Սաշա

    Einverstanden. Diese Mischung aus Finanznot und Folklore erklärt vieles und natürlich kann ich mir schönere Gründe vorstellen, nach denen die Macht auf Schalke verteilt wird.

    Aber zu behaupten, Tönnies sei für die anhaltende Überschuldung allein verantwortlich, eventuell betreibe er sie sogar bewusst, um im Spiel zu bleiben, wie das hier behauptet wurde – das ist die Suche nach der ganz einfachen Lösung und mir viel zu willkürlich.

  89. Սաշա sagt:

    Nein, soweit, dass er sie bewusst betreibt, würde ich auch nicht gehen – obwohl es sich ganz nüchtern betrachtet ziemlich perfide anhört: Einer der Verantwortlichen für diese langfristig entwickelte finanzielle Misere leiht dem Verein in dessen Not Geld und sackt dafür auch noch Zinsen ein. Dabei den Schritt weiter und an bewusst herbeigeführte Abhängigkeit bzw. an Gewinnabsichten zu denken, ist mMn zumindest nicht völlig abwegig, auch wenn ich selbst davon nicht ausgehe.
    Tönnies ist für mich zwar auch nicht alleine verantwortlich, allerdings gehe ich soweit, dass ich ihn (und Peters) für verantwortlicher halte als alle anderen, die gerade im Vorstand und AR sitzen, einfach weil sie seit 20 Jahren in ihren jeweiligen Positionen wirken und somit auch während der gesamten Entwicklung bis hin zur Beinahe-Insolvenz die Weichen gestellt haben. Ich denke da bietet es sich schon an, die handelnden Personen einmal „auszutauschen“. Nur kommen da wieder die Folklore und die „großzügigen“ Kredite von Tönnies in Spiel. Es ist ebenfalls kaum zu leugnen, dass Tönnies sich in diesen 20 Jahren mithilfe seiner Kontakte und seines Geldes eine Struktur aufgebaut hat, die ihn im AR beinahe unangreifbar macht.

  90. Detlef sagt:

    @derwahrebaresi
    Ich leide jedesmal wenn ich Bene auf Aussen sehen muss. Das kann er einfach nicht, hinten klappt es noch einigermassen, aber vorne vor allem im Zusammenspiel mit Farfan nimmt man beiden Spielern einen Teil ihrer Stärke.
    Aber er sagt selbst, ich spiele da wo der Trainer mich hinstellt.

    Wenn Papa wiederkommt, ist der Spielertyp Höwedes aus meiner Sicht überflüssig. Einen IV der mässig im Aufbau ist kann man sich leisten, bei zweien ist einer zu viel.

    @ney
    Matip hat schon 6er gespielt und ist auf Grund seiner Übersicht und seines Stellungsspiel sehr wohl geeignet dafür. Aber als IV ist er für S04 wertvoller.

  91. derwahrebaresi sagt:

    @detlef and others

    ich kann nicht nachvollziehen, warum viele so große stücke auf matip als iv und/oder 6er halten.
    ich sehe da lieber so abräumer wie papa und höwe.
    wie gut bspw. die übersicht von matip ist konnte man zuletzt im spiel gegen stuttgart sehen, da hat er mal „locker“ das 1-2 vorbereitet.

    im spielaufbau „arbeitet“ er m. e. zu oft nach dem motto „langholz“ nach vorne.

  92. Torsten sagt:

    Für mich ist ja vor allem Papadopoulos einer der überschätztesten Spieler überhaupt. Wenn er denn überhaupt mal spielt. Beziehungsweise grätscht. Bei kaum einem ist der Begriff Fußball“spielen“ so unangebracht.

  93. detlef sagt:

    @derwahrebaresi
    Matip entschärft viele Situationen bevor Gefahr entsteht, er ist im Zweikampf geschickt und er kann das Spiel eröffnen.
    Spielertypen wie Papa und Bene sind kurz vor dem Aussterben. Sie sind nur defensiv stark im Kampf Mann gegen Mann und bei Standards in der Luft. Das reicht aus meiner Sicht einfach nicht mehr.

    Und das Matip vor dem 1:2 einen Fahler gemacht hat ist klar. Alle machen Fehler, Bene hat gegen Stuttgart gleich mehrere gemacht, alle vorne und kam anschliessend nicht mehr schnell genug zurück.

    Persönlich würde ich Bene gerne weiter in Blau sehen, aber wenn die Chance für ihn da ist zu wechseln, dann kann S04 das Geld sehr gut brauchen.

    @Torsten
    Ich hab mal beobachtet wie Bayer 04 Papa im Aufbau eingesetzt hat. Gar nicht. Die haben einfach um ihn rum gespielt. Das untermauert etwas deine Wahrnehmenung von seinen fussballerischen Fähigkeiten.
    Er ist ein reine Abräumer.

  94. M-1904 sagt:

    Zum Thema Höwedes:

    Er ist kein Rechts-oder Linksverteidiger, auch wenn er auf dieser Position Weltmeister geworden ist.
    Devensiv recht gut, offensiv technisch limitiert und hilflos.
    Er hat aber in den letzten Jahren einen sehr guten Job als IV gemacht.
    Di Matteo hatte vor der Winterpause kaum einsatzfähige IVs, so dass sogar Neustätter dort aushelfen musste.
    Er hätte aber wissen müssen, das zur Rückrunde mit Höwedes, Matip, Ayhaan, Kola… zurückkommen.
    Trotzdem wurde mit Nastasic ein „Königstransfer“ getätigt (10 Mio Ablöse +Gehalt)
    Dieses Geld hätte man sicher sinnvoller in einen Rechtsverteidiger investiert.
    Nun ist Höwedes sicher nicht schlechter als Nastasic, aber Di Matteo muss scheinbar zu seinem Wunschspieler halten.
    So vergraulen er unseren Kapitän und UR-Schalker, der eigendlich als IV gesetzt sein müsste.
    Spätestens am 5 Spieltag der nächsten Saison ist Di Matteo Geschichte und hinterlässt eine kopflose Mannschaft.

  95. leoluca sagt:

    Im Spiel gegen Stuttgart war Nastasic der Dreh-und Angelpunkt der offensiv ausgerichteten Spieleröffnung, der – anstelle von Fährmanns Abschlägen -die Bälle auf Neustädter, Matip, Aogo u Höwedes verteilte. Diese Idee von RDM finde ich richtig und dazu braucht er einen passsicheren IV wie Nastasic.

  96. Simon sagt:

    Mit Verlaub: Das ist doch Quatsch, dass Di Matteo gerade dabei sei, Höwedes zu vergraulen.

    Der Spieler hatte schon kurz nach der WM gesagt, dass er nochmal gerne ins Ausland, vor allem nach England gehen möchte. Das finde ich auch vollkommen ok. Höwedes spielt schon ewig hier, hat klar gesagt, dass er nicht innerhalb der BL wechseln möchte, und ihm kaufe ich das auch ab, dass er halt nochmal was anderes kennenlernen möchte – und klar: mit Chelsea oder MANU englischer Meister zu werden, wäre natürlich auch schön.

    Der Plan war also schon mindestens seit einem Jahr vorhanden, eher länger, da sonst diese gestaffelte Ausstiegsklausel wenig Sinn gemacht hätte. Die Verlängerung wurde zum Derby im Frühjahr 2013 bekannt gegeben.

    Höwedes ist 27 und so langsam aber sicher muss er sich nun mal entscheiden, ob er das mit der englischen Liga wirklich noch machen will. Ob er wechselt, hängt nun kaum davon ab, ob er nun 3-4 Spiele RV spielen muss, sondern allein davon, welche Vereine in den nächsten Wochen auf ihn zukommen. Tottenham ist wohl eher nicht das, was er sich vorstellt. Wenn aber Chelsea kommt, dann wechselt er halt.

    Und genau dann hätten wir mit Nastajic schon einen sehr ordentlichen IV im Kader, der nächste Saison mit Matip dort spielen wird. Falls Höwedes bleibt, wird Papa bei Bayer bleiben dürfen oder sonstwohin wechseln – wie Torsten halte ich diesen Spieler für recht überschätzt. Falls Leverkusen wirklich 6 Mio. für ihn auf den Tisch legen sollte, können wir uns die Hände reiben. Falls Höwedes geht, dann kommt Papa eher zurück und wird IV Nummer drei.

    In jedem Fall werden wir in der nächsten Saison 4 gute und bewährte IV (ich gehe davon aus, dass Santana geht) haben, was bei vermutlich drei Wettbewerben + der Tatsache, dass dies alles auch Nationalspieler sind, die sich immer mal Verletzungen einhandeln, gewiss keine groteske Überbesetzung, sondern das Ergebnis einer vorausschauenden Planung wenigstens für diese Position darstellt.

    Aber halt – das mit der Planung passt ja grade nicht ins Bild. Da hänge ich mich lieber an die Sportbild, die alle paar Tage ‚enthüllt‘, dass Höwedes eine Ausstiegsklausel im Vertrag hat.

  97. Wat so im Gespräch is’ sagt:

    […] lebt, heutzutage ein seltenes Gut ist, macht Schalke alles richtig und feiert sich und ihn selbst (was wir ja bekanntlich am liebsten tun). Am 14. November, in der Arena, mit allem Pipapo. Ehrlich gesagt, darauf freue ich mich mehr als […]

  98. Schalke enttäuscht weiter sagt:

    […] es mehr oder weniger zufällig ein glückliches Ende nahm. Auch unter André Breitenreiter, Roberto Di Matteo und Jens Keller mussten wir immer wieder solch schlechten Fußball ertragen. Nichts, was einen […]

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