Schalkes Stolz: Die Knappenschmiede

Schalkes U19 wurde zum vierten Mal in Folge westdeutscher Meister. Im Halbfinale der Endrunde zur deutschen A-Jugend-Meisterschaft trifft die Mannschaft von Norbert Elgert heute um 18:30 Uhr auf den Karlsruher SC. Schalkes Jugendarbeit liefert dem Profikader Top-Talente. Das war bisher schon nicht selbstverständlich, in Zukunft wird es noch schwieriger. Auch der Jugendbereich wird von Investorengeld überschwemmt.

Schalke geht steil, dieser Tage. Die Profis verlieren, der Boss schwadroniert, der Manager suspendiert. Horst Heldt steht in der Kritik. Auch ich schrieb, er sei mit seinem Latein am Ende. Wenn Schalkes Profis die Qualifikation zur Europa League verpassen, verliert Horst Heldt vermutlich seinen Job.

Wenn Schalke steil geht wird rundumgeschlagen. Heldts Transfers wären schlecht, heißt es, ohne die Spieler aus der Knappenschmiede bliebe nicht viel übrig von diesem Kader. Dabei wird geflissentlich übersehen, dass die Knappenschmiede in ihrer heutigen Form erst unter der Führung Horst Heldts geschaffen wurde.

Horst Heldt hat die Jugendabteilung neu strukturiert. Er hat professionelle Trainer und Scouts für diesen Bereich verpflichtet. Er hat mit Oliver Ruhnert einen neuen „Direktor Nachwuchs“ eingesetzt. Unter seiner Führung wurde die Marke „Knappenschmiede“ kreiert und damit die Aufmerksamkeit für diesen Teil des Clubs erhöht. Vor allem hat Horst Heldt dafür gesorgt, dass die Schalker Talente zu allererst dem eigenen Profikader zu Gute kommen. Schalkes Ziel ist, in jedem Jahr zwei Jungs der Knappenschmiede in den Profikader zu bringen. Bislang klappt das vorbildlich.

Wie lange das noch so gelingt bleibt abzuwarten. Auch im Jugendbereich rücken Investoren auf den Plan. In der Süddeutschen Zeitung beschreibt Philipp Selldorf, wie Red Bull mit viel Geld erst das Know How aus Stuttgart, und dann möglichst alle Talente des Landes nach Leipzig holt, in ein neues, 35 Millionen Euro teures Nachwuchszentrum.

Um auch nur den Status Quo zu halten wird sich Schalke verbessern und verändern müssen. Sowohl im Profi- als auch im Jugendbereich. Horst Heldt hatte bislang ein Auge drauf. Bei aller Kritik, diesen Teil seiner Arbeit darf man nicht unterschlagen.



39 Kommentare zu “Schalkes Stolz: Die Knappenschmiede”

  1. Thomas 04 sagt:

    Hallo Torsten, deinen letzten Artikeln kann ich leider nur noch bedingt zustimmen. Ich les deinen Block mittlerweile fast lieber als dass ich ein Schalker Spiel 90 Minuten lang anseh, aber bei den Themen CT und Horst Heldt liegt unsere Meinung meilenweit auseinander.

    Ich weiss ich werd viel Gegenwind bekommen, aber ich seh CT nicht so negativ. Meines Erachtens hält er sich für einen „Gutsherren“ (wie du ihn genannt hast)noch weitgehendst aus dem sportlichen Geschäft raus. So ein/zwei Interviews pro Jahr darf doch unser Big Boss führen, da versteh ich die Aufregung nicht ganz.

    Horst Heldt seh ich leider nur negativ. Sein Händchen in Sachen Spielertransfers ist kathastrophal, die Spieler die aus unserem Kader positiv auffallen sind ausnahmslos nicht von ihm verpflichtet worden!!!
    Und zum Thema Knappenschmiede möcht ich sagen unsere Jugendarbeit ist die letzten 10 Jahre schon überdurchschnittlich positiv. Einige Namen die mir da einfallen sind alle vor Horst Heldts Zeit entdeckt worden. Höwedes, Matip, Neuer,Fährmann,Özil, Hoogland, Baumjohann, Bungert…..Sicher hab ich noch einige vergessen.

  2. wilbor sagt:

    Eine tolle Seite gibt es hier…
    http://www.transfermarkt.de/fc...../verein/33

    Man kommt gar nicht mehr davon los….

    Macht Euch hier selbst ein Bild über die Transferleistungen von Horst Heldt! Ich denke ab März 2011 kann man alles ihm zuschreiben.

    Willi

  3. Raul 04 sagt:

    Die „Huldigung“ von Leistungen von HH z. B. hier im Jugendbereich kommt zu früh, eigentlich formuliert man ja so ein Lob nach „Kündigung“ und Entlassung. Aber da zu befürchten ist, dass beides nicht eintritt, finde ich den Beitrag gut.

    Nur stelle ich mir das so vor, dass ja wohl so um 2010 herum S04 vom DFB sehr schlechte Noten für die Nachwuchsarbeit erhalten hat. Zu dem Zeitpunkt wurde im Juli 2010 HH installiert, quasi noch ohne Funktion, weil Magath alle Ressorts im sportlichen Bereich abgedeckt hat. Da ohne Aufgaben sagte der Vorstand „… oje, wir sind schlecht in der Nachwuchsarbeit, das war uns gar nicht bewusst, Hotte kümmere Dich doch mal um die Jugend.“ Aber ohne beurteilen zu können, wie weit nun die vorbildliche Jungendarbeit HH zu verdanken ist, am Gesamturteil über die bald 5 jährige Tätigkeit gibt es ja kaum unterschiedliche Meinungen.

    Ich finde, dass RDM im Moment noch etwas zu schlecht weg kommt. Wenn HH fast 5 Jahre Zeit für die Beurteilung seiner Leistung bekommen hat, sollte man ihm doch vielleicht 1 Jahr (Oktober 2015) – wenn wir ihn schon mal haben – geben oder?

  4. blues sagt:

    Heldts Beitrag zur Knappenschmiede sehe ich wie Torsten.

    Die Frage ob Horst Heldt aus Unfähigkeit Risikotransfers (Obasi, Baoteng, Sam…) durchführte oder ob er versuchte mit einem engen finanziellen Rahmen (wegen den vielen alten Schulden, die Tönnies nie verkleinern konnte) zuarbeiten, muss mMn vor einer Bewertung von Horst Heldts Transferpolitik geklärt werden.

    Ich bin der Meinung er hatte nur einen eher kleinen Etat,an den er sich gehalten hat, und den er versucht hat durch einige Risikotransfers leicht zu hebeln.

  5. Malte sagt:

    @Thomas 04

    Gerade die Namen Özil und Baumjohann sind meiner Ansicht nach aber gute Beispiele dafür, dass heute die Potentiale der Jugendarbeit besser genutzt werden.

  6. Torsten sagt:

    Eine tolle Seite gibt es hier…
    http://www.transfermarkt.de/fc...../verein/33

    Man kommt gar nicht mehr davon los….

    Macht Euch hier selbst ein Bild über die Transferleistungen von Horst Heldt! Ich denke ab März 2011 kann man alles ihm zuschreiben.

    Ich finde diese Idee der Gegenüberstellung von Ablösesummen falsch, weil zu Transferbewertungen eben mehr gehört. Aber Du hast angefangen, und dann möchte ich kurz bemerken: Erachtet man Heldt für ab 2011/2012 verantwortlich, sind seine Ablösesummen nahezu ausgeglichen. 53,75 Mio für Zugänge, 56,6 Mio für Abgänge.

  7. Benjamin sagt:

    @Torsten

    Die Knappenschmiede war auch vor Horst Heldt schon eine Topadresse für Jugendarbeit in Deutschland. Es mag durchaus sein, dass da noch mehr Geld reingesteckt wurde, aber hervorragende Spieler in großer Zahl wurden auch vor 2011 schon ausgebildet. Dazu zählen auch die echten Säulen der heutigen Mannschaft, namentlich Matip, Fährmann, Höwedes, Draxler, dazu Weltstars wie Neuer und Özil sowie etliche gute Bundesligaspieler. Insofern kann da shcon vorher nciht so shclecht gearbeitet worden sein. Hierfür nur Horst Heldt die Lorbeeren ernten zu lassen, halte ich für unangemessen.

    Der größte Unterschied ist, wie du richtig ausführst, dass wir mehr Spieler aus unserer Jugend halten. Das hat aber weniger damit zu tun, dass die so gut wären, dass man nicht auf sie verzichten möchte, als damit, dass wir uns, im Gegensatz zur Vergangenheit, keine besseren Spieler einkaufen können, weil das Geld für Transfers fehlt. Die Spieler, die wir früher verkauft haben, haben sich fast alle nicht als großer Verlust erwiesen.

  8. Jan sagt:

    Der Ruhm gehört meiner Meinung nach Norbert Elgert. Bevor hier irgendwer HH irgendwas ans Revers haftet, sollte man mal herausbekommen, wieviel % des Umsatzes denn in die Knappenschmiede geht und ob sich das in der Amtsperiode HH verändert hat. Alles oberhalb von 3% würde mich extrem wundern und wenn man das im Verhältnis zu den 53% Kaderkosten sieht, relativiert sich das Bekenntnis zur Knappenschmiede auf eine liebgemeinte Absichtserklärung. Oder böse formuliert: 1 Khedira= 8 Jahre Knappenschmiede :-)

  9. wilbor sagt:

    @Torsten: Mir ging es vielmehr um die einzelnen Namen und damit verbundenen Geschichten. Die Ablöse-Gegenüberstellung ist erst einmal sekundär….

  10. Simon sagt:

    Der Ruhm für die gute Arbeit der Knappenschmiede gehört natürlich – wie ja eigentlich immer bei größeren Projekten und Einrichtungen – nicht einem allein, also weder nur Heldt oder Elgert. Natürlich gab es auf Schalke auch schon vor Heldt eine großartige Jugendarbeit, aber ich würde es schon unterstreichen, dass die Durchlässigkeit für Nachwuchsleute unter Heldts Ägide größer geworden ist, ebenso wie die Vorgabe, diese Leute wenn möglich auch im Verein zu halten.

    Gerade Özil ist doch ein ‚herausragendes‘ Negativbeispiel für die Art und Weise, wie das hier früher abgelaufen ist. Noch früher – in der glorreichen Stevens/Assauer-Zeit bestand für eigene Jugendspieler im Grunde ja kaum eine Aussicht, es mal in die Profielf zu schaffen. Dass dies nun anders ist, hängt nun auch wieder mit den generellen Entwicklungen im deutschen Fußball (ausgelöst durch den Schock der EM 2000) und der speziellen Schalker Situation (wenig Geld für Transfers) zusammen.

    Bei all der berechtigten Kritik an Heldt sehe ich es unterm Strich auch so, dass es nicht gerechtfertigt ist, seine Arbeit zu 100% zu verdammen. Das wird mir in Krisenzeiten oft viel zu eindimensional bewertet.

    Zu der ganzen RB Leipzig-Geschichte und dem Problem der gestiegenen Konkurrenz bereits im Nachwuchsbereich: Ich bin in Hinsicht auf Leipzig eigentlich ganz zuversichtlich, dass Rangnick die Sache dort in seiner bewährten Art und Weise früher oder später vermasseln wird. Er scheint mir von seinem Wesen her viel zu ungeduldig und hektisch, um nachhaltig etwas aufzubauen und ja auch im Umgang kein einfacher Mensch zu sein – das wird auch Red Bull früher oder später erleben und das wird Leipzig immer wieder zurückwerfen.

    Grundsätzlich sollte der verlinkte Artikel in der SZ aber jedem zu denken geben, der ernsthaft der Ansicht ist, auf Schalke würde es funktionieren, einen Schritt zurück zu gehen und allein mit den Jungs aus der Knappenschmiede ‚ehrlichen‘ und schön anzusehenden Fußball zu spielen und dafür auch in Kauf zu nehmen, mal 2-3 Jahre um Platz 10 rumzukrebsen. Viele Toptalente wären in diesem Fall sehr rasch nach Wolfsburg, Gladbach oder sonstwo abgewandert. Ganz abgesehen davon, dass man sich in diesem Fall auch kaum noch ein teures Nachwuchszentrum würde leisten können. Der Erfolg der Knappenschmiede und der relative sportliche Erfolg der Profiabteilung der letzten Jahre hängen in meinen Augen eng miteinander zusammen (in beiden Richtungen) und tun dies auch in Zukunft.

  11. Benjamin sagt:

    @Simon

    Özil ist doch der einzige Jugendspieler, dessen Verlust wirklich wehtat. Und den hat man nicht verloren, weil man sein Talent nicht erkannt hat, sondern weil man seine finanziellen Forderungen nicht erfüllen wollte. Das war also keine Frage der Jugendarbeit mehr, sondern der Vertragsverhandlungen/Kaderplanung.

    Zum Thema „Anspruchreduktion und Knappenschmiede“: Die von dir genannten Argumente überzeugen mich überhaupt nicht. Das Abwandern eines Toptalents aus Wolfsburg (Brandt) haben wir doch gerade erst gesehen. Der ist gewechselt, weil er kaum Einsatzchancen hatte, nicht weil er sofort CL spielen wollte. Junge Spieler wollen sich zeigen, das ist umso schwerer, je mehr ein Verein in der Lage ist, Geld in die Hand zu nehmen, um Kaderschwachstellen auszubessern, anstatt im eigenen Nachwuchs nach Lösungen zu suchen.Insofern würde ich behaupten, dass ein Herunterfahren der eigenen Ansprüche die Attraktivität für junge Toptalente eher vergrößert, weil man sich in Ruhe entwickeln kann und um die Europaleague mitspielt.

    Die von dir behauptete Geldmangel für die Nachwuchsarbeit beim Herunterfahren der eigenen Ansprüche ist doch an den Haaren herbeigezogen. Die gute Jugendarbeit von Stuttgart, Hertha oder Mainz wurde/wird mit allenfalls durchschnittlichen Erfolgen des Profiteams finanziert.

  12. Roman sagt:

    Woran wird eigentlich festgemacht, dass Horst Heldt quasi die „Mutter des Erfolgs“ der Knappenschmiede ist?

    Er mag dort die richtigen Leute eingestellt haben, aber dennoch sehe ich hier im Wesentlichen eine Konstante – und die heißt Norbert Elgert.

    Ich gebe zu, dass ich die Jugendspiele des FC Schalke 04 aus Zeitgründen nicht besuche. Wenn ich allerdings soziale Medien verfolge, dann habe ich schön öfter (und zwar in der überwiegenden Zahl) gehört, dass Horst Heldt bei diesen Spielen nicht vor Ort war. Das macht mich zumindest mal skeptisch.

    Die Knappenschmiede ist ein Aushängeschild, in das auch zukünftig noch viel mehr investiert werden sollte, weil hier der Return on Invest besonders hoch zu sein scheint.

  13. Simon sagt:

    @ Benjamin:

    In Hinsicht auf Özil müsste man wohl in der Tat ein wenig differenzierter argumentieren. Aber hier wurde in jedem Fall eine katastrophal schlechte Entscheidung im Zusammenhang mit einem jungen Spieler aus dem eigenen Nachwuchs getroffen, bei dem damals schon jeder sehen konnte, was er draufhat. Dem hätte man das Gehalt auch gerne verdreifachen können und sich stattdessen die Ablösen und Gehälter für Großmüller, A. Streit, Ze Roberto II und Sanchez sparen können, die man dann bald danach unbedingt holen musste.

    Zur Zukunft des Jugendbereichs allgemein:
    Ich behaupte nicht, hier neben mir eine Glaskugel stehen zu haben. Aber ich denke schon, dass sich dieser Bereich des Fußballgeschäfts in Zukunft nochmals stark verändern wird, so dass es für die von dir genannten Vereine bald noch sehr viel schwerer werden wird, ihre Toptalente länger im Verein zu halten. Der Druck wird größer, weil immer mehr Vereine gerne gute Spieler hätten, für die sie keine hohen Ablösesummen bezahlen müssen.

    Außerdem habe ich ja auch nicht gesagt, dass man dann generell gar keine guten Leute mehr zur Ausbildung hätte, sondern meinte, dass diese dann sehr, sehr schnell wieder weg wären. Siehe für zwei aktuelle Beispiele nach Bremen und Frankfurt, wo gute Spieler bereits nach 1-2 Jahren BL sofort weg sind. Nebenbei: Auch ein Elgert arbeitet auf Schalke nicht als Vereinseigentum und könnte, wenn sich die Erfolgsaussichten für die Knappenschmiede mal verschlechtern sollten, durchaus von Wolfsburg oder Bayern abgeworben werden.

    Brandt sehe ich im Rahmen des Themas hier übrigens nicht als taugliches Gegenbeispiel. Der ist von einem Verein mit hohen internationalen Ansprüchen zu einem anderen gewechselt. Das wird es immer geben, da tut sich nicht viel. Es wird natürlich auch immer Leute geben, die merken, dass sie es aktuell in der Jugend eines CL-Vereins nicht schaffen und dann lieber 4-5 Ränge runterwechseln, um Einsatzzeiten zu sammeln und sich dort zu entwickeln. Aber Leute wie Draxler, Meyer, Matip oder vorher Neuer und Höwedes – solche Toptalente bleiben nicht sehr lange, wenn man ‚nur‘ die Plätze 7-12 bespielt.

  14. Torsten sagt:

    Er mag dort die richtigen Leute eingestellt haben, aber dennoch sehe ich hier im Wesentlichen eine Konstante – und die heißt Norbert Elgert.

    Norbert Elgert ist der Leuchtturm der Knappenschmiede, um im Schalke-Duktus zu bleiben. Aber die Knappenschmiede ist eben mehr als ein Trainer. Wenn die Vorstände auf Schalke doch nur immer die richtigen Leute für den sportlichen Bereich einstellen würden …

    Zu Heldts Unterstützung der Jugendabteilung verweise ich mal auf ein älteres Inteview mit Norbert Elgert:

    SPOX: Sie gehören seit Jahren zu den führenden Jugendtrainern des Landes. Aber erst mit dem Wechsel an der sportlichen Führung von Felix Magath zu Horst Heldt 2010 scheint die Nachwuchs-Abteilung eine Aufwertung zu erfahren.

    Elgert: Ich kann hundertprozentig bejahen, dass Horst Heldt die Ankündigung, dass ihm die Nachwuchsarbeit wichtig ist, mit Leben ausfüllt. Ich will nicht sagen, dass es eine Aufwertung ist, weil unserer Abteilung schon immer eine relativ große Rolle zukam. Was vergessen wird: Wir haben nicht nur jetzt, sondern in der Vergangenheit viele Spieler in die Bundesliga gebracht: Christian Pander, Mike Hanke, Sergio Pinto, Tamas Hajnal, Christian Wetklo, Christofer Heimeroth, nur um einige zu nennen. Aber klar ist auch: Wir spüren heute eine sehr starke Unterstützung von Horst Heldt.

    Und ja, Schalkes Jugend war schon länger gut. Aber die Verzahnung mit der eigenen Profiabteilung war zuvor nicht so. Dies war eine strategische Entscheidung und sie war richtig.

  15. BlueNote sagt:

    @Thomas 04: Wenn es wirklich nur 1-2 Interviews im Jahr wären, könnte man eventuell und nach voriger Betäubung mit ‚ner Kiste Veltins damit leben. Hier mal eine kleine, in 2 Sekunden gegoogelte, sicherlich nicht vollständige und repräsentative Auflistung aus dem letzten Halbjahr. Noch Fragen zum Theme Mediengeilheit? Und ja, Schalke kommt in allen Interviews vor.

    17.11.2014: http://www.ruhrnachrichten.de/.....37,2543469

    23.12.2015: http://www.bundesliga.de/de/li.....chalke.php

    14.03.2015: http://www.noz.de/deutschland-.....-ich-nicht

    27.04.2015: http://www.tagesspiegel.de/wir.....86944.html

    01.05: http://www.derwesten.de/sport/.....27729.html

    01.05.2015: http://www.wdr2.de/sport/clemens-toennies-102.html

    12.05.2015: http://www.derwesten.de/sport/.....62971.html

    Zu Deinen Äußerungen zur Knappenschmiede: Auch wenn die Nachwuchsarbeit vorher schon gut war, so ist sie heute eine weltweit beachtete Marke, nein, ein Qualitätssiegel. Und diese Steigerung ist sehr wohl auch HH zu verdanken. Soviel Fairness bei der Hinterfragung seiner Leistungen muss in der Tat schon sein.

    Zu Deinem Blick auf HH und seinem Händchen für Spielerverpflichtungen: Du schriebest, dass die Spieler, die im Kader positiv aufgefallen sind, ausnahmslos nicht von ihm verpflichtet worden sind. Was bitte ist denn mit Choupo-Mouting, Leon Goretzka, Kaan Ayhan, Max Meyer, Sead Kolasinac, Ralf Fährmann, Fabian Giefer, Matija Nastasic, Marvin Friedrich, Pascal Itter und Marcel Sobottka? Deren Verpflichtungen fallen alle in Heldts Amtszeit seit Sommer 2011. Auch soviel Anstand sollte sein, wenn man ihn bewertet. Und ich stehe ihm wahrlich auch recht kritisch gegenüber angesichts des Gesamtergebnisses seiner bisherigen Arbeit.

  16. Benjamin sagt:

    @ BlueNote

    Die deutliche bessere Vermarktung durch den Titel „Knappenschmiede“ macht doch die Jugendarbeit selbst nicht besser. Unsere Jugendförderung war vor der Neubetitelung gut und ist danach gut.

    Ich kann der These, dass Heldt gar keine guten Spieler verpflichtet hätte, auch nichts abgewinnen. Aber als Positivbeispiele Meyer, Ayha und Kolasinac anzuführen, die nicht von Heldt verpflichtet wurden und sich mit Friedrich, Itter und Sobottka auf Spieler zu berufen, die noch überhaupt keine Leistungsnachweise erbracht haben, ist nicht besonders geschickt. Nastasic halte ich für einen soliden Verteidiger, der bis jetzt noch keine 10 Mio. wert ist, Giefer fiel zur Unzeit aus und ist damit bisher keine Verstärkung gewesen und bei Choupo-Moting muss man mal sehen, wo die Reise hingeht. Bleiben Fährmann und Goretzka, die ich als wirklich gute Einkäufe ansehe, wobei auch Goretzka eher ein Versprechen als ein aktueller Leistungsträger ist. Da sind sicherlich einige Fragezeichen bei der Bewertung der von dir genannten Spieler, aber unzweifelhaft ist nur Fährmann ein richtiger Top-Einkauf. Für einen Manager, der einen regelmäßigen CL-Teilnehmer betreut, ist das in vier Jahren keine besonders berauschende Bilanz.

  17. Ney sagt:

    Tooooooor! (für unsere U19)

    Liveticker:
    http://www.schalke04.de/de/akt.....212;-.html

  18. BlueNote sagt:

    @Benjamin: Ich habe nichts von „Vermarktung“ geschrieben, sondern dass unter Heldts Einfluss die Ausbildungstrukturen derart qualitativ verbessert wurden, dass eine Qualitäts-Marke entstanden ist. Dies hat zur Folge, dass sich noch häufiger höchst talentierte Jugendliche für die Ausbildung auf Schalke entscheiden. Im Zusammenspiel mit der Tatsache, dass Heldt dann später viele (mehr als früher) der jungen Spieler mit einem langfristigen Profivertrag ausstattet, wird die Sache richtig rund. Und damit kommen wir zum nächsten von Dir bekrittelten Thema: Held hat die von mir genannten Nachwuchsleute zwar nicht in die Knappenschmiede geholt, diese aber sehr wohl dann aus der U19 heraus von Amateuren zu Profis gemacht, sie also für die erste Mannschaft verpflichtet. Punkt. Und das ist gut für den Club. Dass angesichts der großen Konkurrenz im Kader nicht jeder dabei schon auf tausende Minuten Einsatzzeiten und Dutzende Tore kam, ist selbsterklärend, aber nicht Horst Heldt anzulasten. Der Weg ist der Richtige.
    Kola, Max und Ayhan sind somit sehr wohl Positivbeispiele für weitsichtiges Handeln und gutes Management.
    Nastasic ist m.E. eine gute Verstärkung, insbesondere vor dem Hintergrund, dass man nicht weiß, ob Höwedes noch bleiben wird. Choupo wird sicherlich seine Form wiederfinden und Giefers Verletzung ist ja wohl kaum Heldt negativ anzulasten.
    Übler und für mich entscheidender sind da doch die unglücklichen Transfers von Leuten, die in ihren vorigen Clubs Stars und/oder Leistungsträger waren und hier nun hübsch abkacken, Dauerverletzt sind oder gar suspendiert werden müssen. Und das alles muss dann auch noch unter der Berücksichtigung diskutiert werden, dass nur begrenztes Budget für Transfers da war.

    Also Prost auf die Knappenschmiede. Immerhin können wir uns daran zurzeit wirklich und wieder einmal erfreuen.

  19. Ney sagt:

    2:1 in Karlsruhe. Das sieht schonmal nicht schlecht aus.

  20. Benjamin sagt:

    @ BlueNote

    Die Jugendarbeit war meiner Ansicht nach schon vorher „richtig rund“. Wo der Unterschied zwischen besserer Vermarktung durch die Schaffung einer „Marke“ und der Verbesserung der Ausbildungsstrukturen ist, ist für mich offensichtlich: Das eine ist eine Marketing-Maßnahme, die ich Heldt durchaus positiv zurechne, das andere eine substanzielle Verbesserung der eigentlichen Jugendarbeit mit letztlich besser ausgebildten Spielern. Bisher kann ich nicht erkennen, dass die Spieler unter Heldt besser ausgebildet werden als vorher und auch das von Thorsten zitierte Interview mit Norbert Elgert spricht nicht dafür, denn der behauptet selbst, dass die Jugendarbeit nicht aufgewertet wurde. Ich sehe Heldts Unterstützung eher in den Marketingaspekten und der Durchlässigkeit zum Profikader. Das sind ja durchaus Fortschritte, aber den Kern der Knappenschmiede, die eigentliche Ausbildung von Fußballtalenten, berührt das nicht.

    Der Aufstieg von Jugendspielern in den Profikader ist sportlich gesehen vor allem dann gut, wenn sie den Kader verbessern. Das kann man bei der Hälfte der von dir genannten Spieler (noch) nicht sagen, deswegen sind das keine Positivbeispiele für Heldts Arbeit. Niemand verlangt „tausende Minuten Einsatzzeiten und Dutzende Tore“, das habe ich auhc nie geschrieben. Aber eine nennenswerte Spielzeit zur Bewertung eines Spielers wäre schon sinnvoll.

    Meyer wäre bei praktisch jeder Mannschaft der Welt im Kader, davon bin ich überzeugt. Deswegen ist dessen Aufstieg zu den Profis keine Leistung. Man kann es als Leistung von Heldt ansehen, dass er Meyer den Weg freigehalten hat, indem Raffael abgegeben wurde, aber mit Blick auf die sportliche Leistungsfähigkeit des Kaders in den letzten zwei Jahren war das sicherlich ein Rückschritt, also lebt auch diese Entscheidung von einem aus meiner Sicht sinnvollen Versprechen, das, Stand heute, noch nicht eingelöst wurde.

    Kolasinac und Ayhan sind bei uns Kaderspieler, die kann man als Positivbeispiele für Heldts Kaderplanung anführen, weil sie vermutlich günstiger sind als externe Spieler. Dafür wurden aber auch Abstriche bei der Qualität gemacht, weil beide vornehmlich auf den Außenpositionen eingesetzt wurden, wo sie alles in allem eher durchschnittliche Leistungen gezeigt haben. Sie sind das Paradebeispiel dafür, dass Heldts Entscheidung, aus der (Transferbudget-)Not eine (Jugendspielereingliederungs-)Tugend zu machen, durchaus auch Qualitätsverluste mitbringt. Ein echter Linksverteidiger wurde ja trotz Kolasinacs Kaderplatz trotzdem noch verpflichtet und einen echten Rechtsverteidigerbackup haben wir bis heute nicht.

    Nastasic ist dann eine halbwegs verständliche Verpflichtung, wenn Höwedes geht. Aber selbst dann ist er mit 10 Mio. Anschaffungskosten sehr teuer und ein (Winter-)Transfer in dieser Größenordnung wäre auf der 6 sehr viel wichtiger gewesen als in der Innenverteidigung. Ich bezweifle, dass wir solche Summen mehrfach in einer Saison aufrufen können, da wäre es sinnvoller gewesen, die seit Jahren bestehenden Baustellen des Kaders anzugehen, statt den 3. Innenverteidiger mit Internationaler Klasse zu holen.

    Die Verletzung von Giefer ist unglücklich, aber Transfers bewertet man doch neben der Sinnhaftigkeit zum Zeitpunkt ihrer Tätigung auch nach den letztlichen Leistungen, die die Spieler dann im Zeitverlauf erbringen. Und da hat Giefer bisher leider nichts vorzuweisen.

    Bei der Bewertung der Transfers von Leistungsträgern, die bei uns deutlich schlechter spielen als vorher, stimme ich dir vollständig zu. Spätestens hier verkehrt sich die je nach Sichtweise durchschnittliche oder positive Bilanz von Heldts Kaderplanung vollends ins negative. Dazu zähle ich im Übrigen auch die zum Teil sehr teuren Vertragsverlängerungen, die ich z.B. im Falle von Huntelaar als Fehler ansehe. Das Argument war immer, die Verlängerung ist so wichtig, weil wir uns die Anschaffung eines Stürmers seiner Klasse aktuell nicht leisten können. Nun haben wir die Anschaffung eines solchen Stürmers um 2 Jahre verschoben und bezahlen das fehlende Transferbudget, wie unter Heldt üblich, aus dem Gehaltsbudget. Das halte ich für einen Fehler, weil das den notwendigen Umbruch nur verzögert und gleichzeitig die Motivation der Spieler (in diesem Fall Huntelaar) nicht erhöht. Diese Verlagerung von Transferbudget ins Gehaltsbudget macht uns zudem für die Zukunft unflexibel, weil wir die Spieler schlechter loswerden können, und lässt uns bilanziell schlechter dastehen. Diese Strategie kann ich nicht nachvollziehen.

  21. rjonathan sagt:

    @Simon @Benjamin
    DAS Beispiel für Jugendarbeit in Deutschland ist doch Freiburg. Die machen das schon seit den 90igern. Auf einem anderen Niveau und mir fällt jetzt auch kein Freiburger Spieler ein, der Nationalspieler geworden ist (gibt es aber wahrscheinlich schon?). Die Strategie ist jedenfalls, den Spielern ein tolles Umfeld zur Entwicklung zu geben und sie dann irgendwann ziehen lassen zu müssen, wenn sie zu gut werden. Der Kader wird dann mit ein zwei Ausländern und zwei drei Nachwuchspielern wieder aufgefüllt. Und hier und da ein Ergänzungsspieler von einem Mittelfeld-Klub. Eine solche Strategie (inklusive Job-Garantie für einen „nachwuchsstarken“ Trainer) kann man also fahren, man muss aber auch sagen, dass Freiburg jedes Jahr Abstiegskandidat ist. Auch wenn es in ganz besonders guten Jahren für die EL reicht. Ich befürchte (meine Frau kommt daher – deswegen hege ich besondere Sympathien), dass die Freiburger es dieses Jahr tatsächlich erwischen wird. Von „Mittelfeld“ kann da also meiner Meinung nach nicht die Rede sein.

  22. Benjamin sagt:

    @rjonathan

    Freiburg hat aber hinsichtlich der Substanz des Clubs ganz andere, um es deutlich zu sagen, schlechtere Voraussetzungen. Kleineres Stadion, kaum überregionale Fans, kürze Bundesligageschichte, kaum Strahlkraft. Mit unserem finanziellen Unterbau sollte es problemlos möglich sein, gehobenes Mittelfeld zu spielen und einen Kader mit Personalkosten von 50 Mio. Euro zu finanzieren. Das ist der Gesamtumsatz des SC Freiburg! So aufgestellt, wäre die Zielvorgabe wahrhaft nur noch, nicht abzusteigen, was problemlos gelingen kann. Ich glaube durchaus, dass man die Strategie des Sc Freiburg in größerem Maßstab fahren kann. Nur so als Beispiel: Ajax Amsterdam hat mit so einer Strategie mal die CL gewonnen.

  23. leoluca sagt:

    Schalke hat als einer der größten europäischen Clubs natürlich den Anspruch, eine Spitzenmannschaft der Liga zu sein, die man in den letzten 10 Jahren war.

    Dass es schwerer geworden ist, diesen Anspruch einzulösen, hat diese Saison gezeigt. Strukturelle und konzeptionelle Veränderungen im Club stehen auf der Tagesordnung und dulden keinen Aufschub mehr.

    Warum sollte man ausgerechnet in einer solchen Lage freiwillig mit den sportlichen Ansprüchen runtergehen und sich mit der Perspektive eines Ausbildungsvereins (wie Freiburg, Mainz, Stuttgart) begnügen?

    Das Ajax-Beispiel sticht nicht. Als man zuletzt in den 90ern die CL gewann, war Ajax eine europäische Spitzenmannschaft, vollgepackt mit den Besten des Jahrgangs. Heute ist Ajax ein Ausbildungsverein für die ganz Großen in Europa, wo die besten Talente den Club bereits mit 19/20 verlassen, und meilenweit davon entfernt, in der CL überhaupt irgendeine Rolle zu spielen.

    Als Marc Wilmots die belgische Nationalelf übernahm, empfahl er den vielen großen Talenten im Alter zwischen 19 bis 21 (Courtois, de Bruyne, Hazard etc.) , die er dort vorfand, ihre alten Vereine schnell zu verlassen und sich in den großen englischen Clubs weiterzuentwickeln, weil sonst Stagnation und Rückschritt drohe.

    Würden wir heute nur noch ein Ausbildungsverein sein, wären nicht nur Draxler und Matip, sondern auch Meyer und Goretzka längst nicht mehr auf Schalke.

  24. Benjamin sagt:

    @ leoluca

    Die Antwort auf deine Frage, warum man freiwillig mit den sportlichen Ansprüchen heruntergehen sollte, gibst du selbst: Weil es sehr viel schwieriger geworden ist, diese Ansprüche einzulösen. Das Risiko wird einfach sehr viel größer und es ist gefährlich, sich einen Kader mit Kosten eines CL-Achtelfinalisten zu leisten, wenn man diese Ansprüche nicht erfüllt. Wie bereits ausgeführt, können wir ohne Probleme ein Ausbildungsverein auf höherem Niveau als Freiburg, Mainz oder Stuttgart sein. Diese Schwarzmalerei, man würde sofort in de Bedeutungslosigkeit verschwinden, wenn man mal anfangen würde, die ohnehin langfristig nicht erreichbaren Ansprüche abzuschreiben, ist doch albern.

    Wir reden hier auch nicht von Genk bzw. Lille, sondern von uns als einem Traditionsclub der Bundesliga mit einer europaweit beneideten Jugendarbeit. Eine bessere Entwicklungsstufe kann es für junge Talente kaum geben. Ja, ein Weltklassespieler wie Hazard würde nicht blieben, aber der wäre auch nicht bei Lille geblieben, wenn die Champions League gespielt hätten, dafür war sein Talent einfach zu groß. Aber die anderen zwei der drei Weltklassetalente, von denen du redest, wurden übrigens von den großen englischen Clubs, die sie so wahnsinnig weiterbringen sollte, erst einmal verliehen. Warum es für diese Spieler nicht attraktiv sein soll, direkt bei den „Ausbildungsvereinen“ zu bleiben, zu denen sie sowieso zurückgeschickt würden, ist mir schleierhaft.

    Die Talente Draxler, Meyer und Goretzka können sich doch auch in der aktuellen Situation berechtigte Hoffnungen machen, von Schalke noch weiter nach oben zu klettern. Die bleiben aber trotzdem bei uns, obwohl sie nächstes Jahr maximal Europa League spielen, vielleicht nicht einmal das. Wir würden mit heruntergeschraubten Ansprüchen vielleicht nicht mehr Spieler wie Holtby verleihen, sondern sie selber bei uns entwickeln. Ob das jetzt ein echter Rückschritt wäre, glaube ich nicht.

    Die Hoffnungen, die ich mit dieser Strategie verbinde, sind langfristig ansehnlicher Fußball auf gutem Niveau ohne die identitätsraubenden Auswüchse der totalen Kommerzialisierung mitgehen zu müssen und so ein Verein zu bleiben, mit dem man sich noch identifizieren kann, ohne sich schämen zu müssen. Wir spielen auch heute in der Champions league nur die Statisten für die großen 8 Mannschaften, die praktisch dauerhaft im Viertelfinale stehen. Und in Zukunft werden da noch mehr Vereine mit noch mehr Geld hereindrängen. Warum sollte man das unbedingt wollen?

    Man muss, denke ich, einfach mal einsehen, dass man gegen kickende Aktiengesellschaften, Marketingclubs, Scheichspielzeugen und Ableger von Großkonzernen langfristig sowieso kein Land sieht, wenn man nicht genauso werden will. Wenn man das mal akzeptiert, dann sieht man auch, dass abseits der mittlerweile durchaus häßlich glitzernen Marketingwelt der Champions League sehr viel ansehnlicher Fußball gespielt wird, den ich mir deutlich lieber anschauen mag als das aktuelle Gewürge unseres Teams. Wenn man mich fragt, ob ich uns als Champions-League-Teilnehmer mit der grausigen Spielanlage der letzten 3 Jahre oder als hoffnungsvoller Europa-League-Aspirant mit ansehnlichem Fußball und echter Identifikation bevorzuge, ist meine Antwort klar.

  25. BlueNote sagt:

    @Benjamin: Kola und Ayhan sind Positivbeispiele, weil sie günstiger sind als externe Spieler, schreibst du. Oh, Mann. Solche Sprüche habe ich zuletzt von Chefcontrollern gehört, denen die Menschen und deren Indentifikation mit dem Arbeitgeber auch am Arsch vorbeigehen. Großes Kino. Lass‘ gut sein. Ich denke, wir kommen hier in weiten Teilen auf keinen Nenner.

  26. Benjamin sagt:

    @BlueNote

    Was soll ich zu dieser Einlage jetzt sagen? Du hast von den beiden als Beispiel für gutes Management von Horst Heldt gesprochen. Da ist die Bewertung nach ökonomischen Kriterien ziemlich naheliegend. Dass du jetzt die angebliche Identifikation der Spieler, die hier keiner von uns auch nur im Ansatz auch nur beurteilen kann, als alles entscheidendes Argument einführen willst, ist schon ein wenig überraschend. Dazu bringst du da eine persönliche Ebene rein, die ich weder nachvollziehen kann noch als sonderlich sinnvoll erachte. Schade, ich fand den Austausch eigentlich ganz spannend.

  27. hellwach sagt:

    Ich habe beileibe nicht alle Kommentare gelesen, aus den wenigen jedoch den Eindruck gewonnen, dass auch ich bei diesem Thema einige Dinge anders sehe, als die meisten:

    Bei allem Respekt vor Norbert Elgerts erfolgreicher Arbeit:
    Fährmann – Chemnitz
    Özil – RWE
    Max Meyer – RWO/MSV
    Kolasinac – KSC (statt Hoffenheim)
    Goretzka – VfL (ohne Knappenschmiede)
    Gündogan (Gelsenkirchen) – gar nicht
    Volz (Moritz)- 1 Mio gerne genommen
    Boyamba – MSV

    Meine Güte, alles unvollständig, aber auch der geilste Club der Welt nimmt am Jugendmarkt teil, um Erfolg zu haben. Da gibt es ebensowenig heile Welt, wie das Label Knappenschmiede oberflächlich ist.

  28. BlueNote sagt:

    @Benjamin: Identifikation hat für mich zwei Seiten. Nämlich auch die der Fans mit jungen Spielern, die aus der U19 hochgezogen werden. Für mich ist das ein erheblicher Mehrwert und oft ein Grund zur Freude. Die Emotionalität meiner „Einlage“ rührt daher, dass ich es einfach nicht mehr hören und lesen kann, wenn immer alles nur auf den Euro reduziert wird. Klar sind wir hier in einem knallhart durchkommerzialisiertem Umfeld, und am Ende soll auch vom Umsatz Gewinn übrig bleiben, aber ich will immer über diesen Tellerrand hinaussschauen und die menschliche, emotionale Komponente mitbetrachten. Diese ist, genauso wie das Image einer Ware oder Dienstleistung, kaum in Euro auszudrücken. Muss man auch nicht. Für mich als Fan ist es wichtig, dass hier ein konsequenter Weg verfolgt wird (jährlich mind. 2 Spieler hochziehen) und die Verbesserung des Marketings der Knappenschmiede mit all ihren positiven Folgen macht mir als Fan noch viel mehr Freude, als in den unbestritten auch schon tollen Jahren des Nachwuchses davor. Die von Torsten eingangs genannten Strukturverbesserungen und die noch stringentere Durchprofessionalisierung des Nachwuchsbereiches seit HH, bringt vielleicht heute für Dich noch nicht in Euro ausgedrückt den durchschlagenden Erfolgt, aber vielen Fans wie mir ein saugutes Gefühl und ist eine der wenigen Sachen, auf die man im Moment Stolz sein kann im Club. Dieser emotionale Nutzen ist für mich unbezahlbar. Und daran hat HH sehr wohl auch seinen Anteil. Mehr wollte ich eigentlich nicht zum Ausdruck bringen. Ich mache halt Erfolg nicht nur an Zahlen sprich Euro und Einsatzminuten fest sondern auch an Gefühlen. Ich denke, dass wir beide da einfach einen anderen Ansatz haben oder bisher in der Diskussion hatten. Nichts für ungut…

  29. BlueNote sagt:

    @hellwach: schon klar, dass nicht alle der genannten so wie Ayhan durchgehend seit dem vierten Lebensjahr im Verein sind. Dass so viele Jugendliche vielleicht erst mit 16, 17 aus anderen Vereinen zu uns kommen, um sich in der Knappenschmiede „veredeln“ zu lassen, ist doch einer der tollen Nebeneffekte dieses Ausbildungsmodels. Schalke ist als Ausbildungsclub gefragt wie kaum eine anderer in Deutschland. Gut für die jungen Spieler, gut für mich als Fan.
    Ich für meinen Teil kann mit der „Teilnahme am Jugendmarkt“ gut leben und mich durchaus auch mit Jungs identifizieren, die bei uns „nur“ die Zweitausbildung bekommen. Nicht wenige von denen sind dann auch schnell „echte Schalker“ geworden.

  30. rjonathan sagt:

    Ich zitiere mal Torsten aus dem Artikel oben:

    Horst Heldt hat die Jugendabteilung neu strukturiert. Er hat professionelle Trainer und Scouts für diesen Bereich verpflichtet.

    Das entdecken und binden von jungen Talenten ist ausschlaggebend in der Jugendarbeit. Niemand kann ansatzweise voraussagen, welcher F-Jugend-Knirps mal zum BL-Star taugt. Das kann nicht der Anspruch sein.

  31. Thomas25 sagt:

    @hellwach:

    Sehe ich genauso. Der Grundlagenbereich scheint gut zu sein, der Leistungsbereich scheint sehr gut zu sein. Über den Jugendmarkt werden im Leistungsbereich aber immernoch gefühlt mehr leute hinzugeholt als ausgebildet. Spieler die von der U-1 bis zur nationalmannschaft bzw. Bundesligamannschaft durchmarschieren sind schon sehr selten, trotz der Propaganda über die Knappenschmiede.

    Aber diese Topleute sind halt selten. Dennoch sollte man, was die Teilnahme am Jungendmarkt angeht, ehrlich damit umgehen. Das ist halt nun mal so. …

    Interessant finde ich bei diesem Aspekt seit Jahren: Schalkes u-19 schlägt die Fehlfarben bei jeder Gelegenheit, nur die zweite Mannschaft der KGaA spielt seit Jahren dritte Liga und wir nur vierte Liga….wie kann das sein???????

  32. Max sagt:

    @Thomas25

    Gute Frage warum wir immmer noch 4. Liga spielen und die 3. Liga. Habe ich mich auch schon immer gefragt. Irgendwie kann das ja nicht sein…
    Bei den ganzen Jungs die wir hervorbringen… Naja sind halt alle zu gut für die Regio oder die Dritte Liga :) kommen direkt in die BuLi.

  33. Ney sagt:

    Soooo… glücklicherweise hat unsere U19 mit einem 1:1 den Finaleinzug geschafft. 8004 Zuschauer in der Arena.

    Das 1. Finalspiel gegen Blechdosen oder SAP ist laut S04-Homepage am Pfingsmontag ab 20:15 in Wattenscheid (!?).

  34. Torsten sagt:

    Genau, in Wattenscheid.

    Deshalb in Wattenscheid, weil 04 Tage später auf Schalke dieses „Grüne Hölle“-Rockfestival stattfindet, was eben keine normale Veranstaltung ist, sondern in und um die Arena herum viel Vorbereitung braucht. Das ist jedenfalls die Begründung, die mir dafür zugetragen wurde.

    Aber Lohrheide ist doch ganz nett.
    Wir sollten uns da alle auf ein Königsblog-Saisonabschluss-Kaltgetränk treffen.

  35. Ney sagt:

    Ja, Lorheide ist natürlich ok. Sollten wieder 8000+ kommen, dann wirkt das dort kompakter als in der Arena.

  36. leoluca sagt:

    Bin sicher, dass die 8.000+ auch kommen.

    Zu erwarten ist der ganz heiße Fight, bei dem der Titelverteidiger Hoffenheim wohl der Favorit ist. Das letzte Ligaspiel gewann man 5:0 bei den Bayern, davor wurde der amtierende Pokalsieger Freiburg mit 0:7 gedemütigt.

    Bin gesppannt, was Meister Elgert dazu einfallen wird.

    Immerhin ist die Statistik auf unserer Seite: Seit Einführung der U19-Bundesliga hat noch kein Club den Titel verteidigt.

    Übrigens qualifiziert sich der Meister seit dieser Spielzeit für die UEFA Youth League.

  37. Detlef sagt:

    @torsten
    „Wir sollten uns da alle auf ein Königsblog-Saisonabschluss-Kaltgetränk treffen.“
    Alle weiß ich nicht, aber ich werde da sein.

  38. crisscross sagt:

    Mal eine gute Nachricht:
    Das Bochumer Abwehrtalent Karakas, der gerade mit der U17 bei der EM Erfolge feiert, soll laut BILD zu Schalke wechseln. Und warum? Wegen Norbert Elgert. So muss das sein. Erfolg macht sexy. ;-)

  39. Christian Heidel folgt auf Horst Heldt sagt:

    […] Heldt hat sich in den Jahren auf Schalke vollkommen mit seiner Aufgabe identifiziert. Er hatte maßgeblichen Anteil daran, dass die „Knappenschmiede“ zur Marke wurde und dass heute die Verzahnung von Jugend- und […]

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