Potenzierter Protest

Die Blauen gewinnen gegen Paderborn mit 1:0 und sichern sich damit die Europa League-Teilnahme für die kommende Saison. Das interessierte letztlich allerdings niemanden mehr. Schalke war so schlecht, dass man es schaffte, das ganze Stadion gegen sich aufzubringen.

Welch übler Fußball!

Schon gegen Stuttgart war die Leistung schwach. Gegen Köln war sie miserabel. Aber was da am Samstag, gegen des SC Paderborn, auf den Rasen gebracht wurde, spottete jeder Beschreibung. Wie muss es um die Psyche dieser Mannschaft bestellt sein, wenn man in einem solch wichtigen Spiel, nach dem x-ten Ankündigen großer Kampfbereitschaft, gegen diesen – mit Verlaub – nicht allzu angsteinflößenden Gegner, derart über den Rasen eiert?

Aus Protest gegen die Missstände im Club hatten Schalkes organisierte Fangruppen ein 45-minütiges Nichtunterstützen der Mannschaft angekündigt. Der gebotene „Fußballunfall“ von Roberto Di Matteos Mannschaft potenzierte diesen Protest. Ein Gefühlspingpong aus Gleichgültigkeit, Häme und Wut ging durch die Ränge. Deshalb war auch nach einer Halbzeit nicht Schluss. Deshalb protestierte letztlich nicht nur die Kurve, sondern das ganze Stadion. Man will solchen Mist einfach nicht mehr sehen. Ich auch nicht.

Als das Tor fiel, konnte ich mich nicht mehr freuen. Da war keine Spannung, die sich lösen konnte. Da hatte sich Frust festgesetzt. Um mich herum ging es vielen so. Ralf Fährmann tat mir leid, der nach dem Tor herumsprang, dem man die Erlösung anmerkte. Mein Sohn tat mir leid, der doch nur ein wichtiges Fußballspiel sehen wollte, der immer gewinnen und sich darüber auch freuen will. Ich will auch gewinnen, ich will mich auch freuen. Aber dazu wurde mir die Grundeinstellung nach und nach verleidet. Was die Protagonisten so entscheiden, was sie sagen, wie sie sich geben, welcher Fußball geboten wird: Das war vor allen in den letzten Wochen nicht mehr nachvollziehbar. Damit mag man sich nicht identifizieren, da fehlt es schon an Grundsympathie der Sache gegenüber.

Bitter.



89 Kommentare zu “Potenzierter Protest”

  1. Lucho sagt:

    Treffender Kommentar. Ein gruseliger Nachmittag von Anfang bis Ende.
    Ich musste mich über den Siegtreffer dann doch freuen, weil mein Sohn sich so freute. Wie erklärt man einem 8-jährigen, warum fast alle im Stadion trotz des tabellarisch wichtigen Sieges so frustriert sind? Schwierig.
    Ich bin schon sehr lange dabei, aber diesen Nachmittag würde ich doch historisch nennen. Was hat sich da angestaut! Einige in meinem Umfeld geben ihre Dauerkarten ab, und ich kann sie verstehen. Für mich kommt das trotz allem nicht in Frage.

  2. Simon sagt:

    Irgendwann – vielleicht in drei, vier Monaten – kommt dann der Tag, an dem wir uns auch über diesen Sieg freuen können werden. Weil die Teilnahme an der EL trotz aller Bedenken und allen Moserns am hieraus resultierenden Spielplan vielleicht dann doch ein paar schöne Europacup-Abende bringt, weil es für Schalke natürlich grundsätzlich immer besser ist, zu gewinnen als zu verlieren.

    Am Samstag habe ich das Tor aber auch nur noch abgenickt bzw. gleichzeitig den Kopf geschüttelt. (paradox)

  3. Franzi sagt:

    Ja, ein sehr treffender Kommentar.
    Ich habe das Spiel nur vor dem TV geschaut, mir war zum Heulen zu mute. Wegen der Leistung, aber auch wegen der Stimmung. Es hat mir das Herz zerrissen. Das ist doch nicht mein Schalke.
    Und nun ist Montag und es ist immer noch alles doof… Ich arbeite in einem großen Hamburger Unternehmen 3 Km vom Stadion entfernt. Viele Kollegen natürlich glühende HSV-Anhänger und nun sitz ich hier an meinem Schreibtisch endlos traurig und enttäuscht von meinen Schalkern und fühl mich ziemlich merkwürdig hier. Hab ich mich auf das Spiel in HH gefreut, dieses gefühlte Heimspiel und nun ich weiß nicht….

    Trotz allem blau-weiße Grüße aus Hamburg

  4. Speed Glas sagt:

    Das Spiel ist eigentlich so verlaufen, wie ich es mir gedacht habe. Bloß das Ergebnis habe ich anders getippt, meine Vermutung war, dass Paderborn 2:0 gewinnt. Aber wer hat den wirklich damit gerechnet, dass sich da was bessert im Spiel? Ich bin an den Punkt angekommen, an dem ich glaube, die Mannschaft spielt gegen den Trainer. Ansonsten fällt es mir schwer eine Erklärungen für das schlechte Spiel zu finden. Intressanter Weise wurden ja wirklich ansprechende Leistungen gezeigt, z.B. im Rückspiel gegen Madrid und gegen Bayern – alles auf der vermeintlich großen Bühne auf der man sich präsentieren kann.
    Jetzt fragt sich jeder, woran das liegen kann und man will Heldt und Tönnies vom Hof jagen. Ich bin auch nicht damit einverstanden, wie sich gerade Tönnies nach außen zeigt, aber ich glaube, wenn S04 auf Platz 2 stehen würde, dann gäbe es die Diskussionen um seine Person gar nicht.
    Nein, ich will wissen, was da in der Mannschaft los ist. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Trainer so einen grausamen Fußball spielen lassen will. Jedes Spiel in der Rückrunde, abgesehen von den zwei oben genannten, grenzte immer mehr an einen Offenbarungseid. Siege wie Gladbach oder Paderborn fühlen sich wie Niederlagen an. Die Spieler machen eher Rück- als Vortschritte. Eine Taktik bzw. Idee, gerade im Offensivspiel lässt sich gar nicht erkennen – Planlos mit und ohne Ball.
    Nun wird vom großen Umbruch geredet. Schalke wird von Spieler als Wohlfühloase, statt als Arbeitgeber verstanden. Deswegen verfängt man sich in Aktionismus und wirft Spieler wie Boateng, Sam und Höger der Presse vor. Ich glaube das ganze geht auch intern, ohne es an die große Glocke zu hängen. Davon mal abgesehen, hätte man andere Spieler ebenfalls suspendiern müssen, da wäre es wenigstens glaubwürdig gewesen.
    Bin gespannt, wen man sich für die kommende Saison alles einbrockt, wer dieses Mal der große Heilsbringer wird, der Spieler den Schalke so dringt braucht und dann auch nur unteres Mittelmaß ist. Dann noch schön um 21:05 Uhr Anstoß in der Europa League, wenn am nächsten Tag der Wecker um 4:00 Uhr geht.

  5. Rjonathan sagt:

    Ich glaube wir haben unter Keller und unter Stevens schon ähnlich schlechte Spiele gesehen. Aber inzwischen hat man den Kaffee einfach auf. Wieso reagiert diese Mannschaft nie mit einer verbissenen „jetzt erst recht“-Reaktion? So wie die Bayern das in letzter Zeit großartig gemacht haben. Einfach zwei Schuppen nach legen und 200% geben.

    Aber nein, sie ziehen den Schwanz ein und sind mal wieder total verunsichert. Das nervt inzwischen einfach nur. Mein Kredit ist da aufgebraucht. Das gilt ganz besonders für die Jungs aus der Knappenschmiede. Matip, Meyer – es ist Zeit erwachsen zu werden. Schluss mit dem Jammern.

  6. Ney sagt:

    Dass da die meisten nicht die Nerven haben, noch ein gescheites Spiel aufzuziehen, ist doch menschlich. Unbeeindruckt lässt sowas doch nur Spieler vom Kaliber Chr. Ronaldo. Aber gut, ich bin kein Profi und kann nicht beurteilen, ob die sowas nicht doch zum Teil ausblenden können müssten.

    Allen Feldpielern ein „….könnt Ihr alle gehen“ vor den Latz zu knallen, empfand ich als überzogen. Gerade den jungen Spielern gegenüber, oder denjenigen wie Draxler, die an der verheerenden Rückrunde kaum Anteil hatten.

    Wie andere auch (s.o. Franzi) habe ich jetzt das Problem mit meiner Karte fürs HSV-Spiel. Schalke als Gegner gilt jetzt in Hamburg als bestes Argument gegen den Abstieg, und ich befürchte, selbst so eine Einschätzung wird die Truppe nicht anstacheln dagegenzuhalten.

    Ich hoffe, die Befürchtung ist am Ende grundlos. Es geht für die Mannschaft nämlich sogar noch um etwas: Platz 5 hieße direkter Einstieg in die Europa League-Gruppenphase, also ohne das Risiko und die Mühsal einer Qualifikationsrunde.

  7. nocheinstefan sagt:

    Es erging mir ebenso wie dir Torsten.

    Ich war einfach nur fassungslos und enttäuscht, hatte überhaupt keine Kraft mehr meine Mannschaft anzufeuern, selbst wenn ich es gewollt hätte. Dennoch habe ich sie weder verhöhnt noch den Gegner gefeiert, von fairen Applaus zum Abpfiff einmal abgesehen.

    Als kurz vor Schluss das Tor für Schalke fiel – und da war noch nicht klar, dass es ein Eigentor war – stand ich aber ebenso teilahmslos an meinem Platz wie zuvor.

    Für Freude und Begeisterung war da schlicht kein Raum mehr.

    Da ist kein Feuer mehr dass man weitergeben könnte an die die nach uns kommen. Es glimmt noch ein Flämmchen und vielleicht hilft Luftzufuhr – aber keine heiße.

  8. Woischwat sagt:

    Sehr treffend.

    Die Pfiffe gegen Di Matteo fand ich unangemessen, er hat an der momentanen Situation seinen Anteil, aber er kann mMn noch mit am Wenigsten dafür.

    War aber auf jeden Fall eine sehr grausige Stimmung und da könnte im Sommer einiges vor sich hinschwelen

  9. Roman sagt:

    Treffsicher, wie so oft, Torsten.

    Ich möchte vielleicht ergänzen, dass ich es beschämend finde, dass der vierte Torhüter die Mannschaft nochmal überreden muss, zu den Fans zu gehen. Wenn man dann noch abfällige Handbewegungen von Barnetta sieht und ein Fast-Handgemenge zwischen Draxler und anderen Spielern, dann muss einem doch auch klar werden, dass da ganz gehörig etwas nicht stimmt.

    Und selbstverständlich ist das auch eine Führungsaufgabe (Vorstand Sport und Kommunikation), ein Team zusammen zu stellen, das sportlich und menschlich harmoniert, und bei kleinsten Störungen einzugreifen ist. Das wurde so lange versäumt, dass man jetzt die Situation hat wie sie ist.

    Wir können doch von großem Glück sprechen, dass jetzt bereits der Einzug in die EL geglückt ist. Davon wäre ich nicht ausgegangen, dass alle direkt hinter uns vergeigen.

    Und da die Personalien Di Matteo, Heldt und Tönnies so eng miteinander verquickt sind, fragt man sich, wie denn da überhaupt ein Umbruch stattfinden kann (?).

    Als Hauptgrund für die schlechte Leistung wurde diesmal der starke Druck angeführt. Dieser ist nun komplett weg. Wie wird das Spiel in Hamburg gegen den nächsten Absteiger? Oder wird der HSV nicht absteigen?

  10. eakus1904 sagt:

    Also ich hatte einen tollen Tag. Ich habe viele tolle Leute getroffen, nette Menschen kennengelernt und viel Spaß gehabt. Ok, außer zwischen der 55. und 82. Minute, da bin ich dann doch in den Block gegangen. Mich interessierte zwar mehr die generelle Stimmung als das Spiel, aber man schaut ja dann doch hin. Und es war grausam!
    Ich hab echt Angst vor der nächsten Saison, ich glaube dieser Samstag wird der Mannschaft noch einige Zeit nachhängen. Ist die Psychologin eigentlich noch da?

  11. Erle72 sagt:

    Das Spiel war gar nix. Pfiffe für diese Leistung waren mehr als berechtigt.
    Aber die Spieler persönlich zu beschimpfen – was soll das? Das kotzt mich fast genauso an wie die desolate Leistung der Mannschaft. Wer von uns würde gerne von einer anonymen Masse angeschrien und, getrennt von einem Metallzaun, mit Mittelfingern und Fäusten konfrontiert werden? Von den gleichen Leuten, die bei Erfolg begeistert mitfeiern. Das ist doch krank.
    Und dann wird immer von den jungen Talenten schwadroniert, denen eine Chance zu geben wäre. In so ein Haifischbecken würde ich keinen Teenager schicken.
    Irgendwas scheint mit der Zusammenstellung der Mannschaft grundsätzlich schief gegangen zu sein. Schon die Konstruktion mit Mannschaftskapitän Höwedes, der selten auf seiner Wunschposition spielt und Boateng als Co-Anführer der zwar nicht fußballerisch, aber wohl als coole Sau das Rollenvorbild für einige Jüngere spielt, hat nicht funktioniert.
    Keine Ahnung wie jetzt eine neue Mannschaft entstehen soll mit natürlich 80 % der jetzigen Spieler. Gruppentherapie, neuer Manager/Trainer, Yoga, entscheidene neue Spieler? Gut das in einer Woche Schluß ist. Urlaub von Schalke muß jetzt sein.

  12. Voice sagt:

    Nachdem ich letzte Woche auch in Köln war habe ich absolut nichts erwartet und war dennoch enttäuscht. Ein extrem schlechtes Spiel mit einem unglücklichen Verlierer. Man hat das Gefühl, es wird immer schlechter. Ein Glück, dass es nun bald vorbei ist. Der Super-Gau konnte nur mit viel Glück verhindert werden.
    Woran es liegt? Ich weiß es beim besten Willen nicht. Tönnies? Vielleicht ein Grund. Aber was käme danach? Gibt es eine „Opposition“, die sich vernünftig aufstellen könnte? Einfach vom Hof jagen ist ja nun auch keine tragfähige Lösung. Heldt? Da bin ich zweigespalten. Kann nicht nur schlechtes über seine Bilanz sagen. Verheerend sich natürlich dieEntscheidungen in Sachen Trainer und der Boateng-Transfer. Das sollte ein Königstransfer sein und entpuppte sich als Rohrkrepierer. Man kann nur hoffen, dass man ihn wider Erwarten wenigstens noch billig (dh. ohne Abfindung) los wird.
    Di Matteo? Hat mich nicht überzeugt, aber ich bin geneigt, ihm weitere Zeit zu gönnen. Dann wird es sich zeigen, ob er eine weitere Trainer-Fehlentscheidung ist oder nicht.
    Die Mannschaft? Fast alle spielen weit unter ihren Möglichkeiten. Auf jeden Fall spielt auch eine gewisse Verunsicherung eine Rolle. Es sollte aber deutliche Veränderungen im Kader geben.

    Aber trotz allem ist mir nicht bange. Solche Zeiten hat es immer wieder gegeben. Zuletzt 2009, in der desaströsen Rutten-Saison mit dem Transfercoup Orlando Engelaar.
    Auch im Herbst 2006 war die Kacke am Dampfen, einschließlich Support-Boykott der Fans, Presse-Boykott der Spieler und erschreckenden Leistungen. Die Mannschaft hat dann aber doch die Kurve gekriegt und wäre fast Meister geworden. Damals hat Slomka Frank Rost rausgeschmissen und einen heute wieder vergessenen Nachwuchstorwart zur Nummer 1 gemacht.
    Huub Stevens Stuhl hatte nach zwei katastrophalen Spielzeiten im Sommer 2000 auch nur noch zwei Beine. Was folgte ist bekannt.
    Ich bin mir sicher auch dieses mal wird Schalke nicht untergehen.

  13. bernd sagt:

    Irgendwie darf das doch alles nicht wahr sein. Wir spielen seit bald 20 Jahren oben mit, spielen regelmäßig international, haben eine der besten Talentschmieden Europas, immer ein volles Haus, die zweitmeisten und besten Fans des Landes, beste Trainings- und Rehabedingungen, aktuell „den besten Kader aller Zeiten“ etc., etc. und nun wieder so ein Tiefpunkt. Das die Chemie in dem Kader nicht stimmt, soll ja wohl schon der Grund für den damals ebenso überraschenden wie plötzlichen Leistungsabfall unter Huub gewesen sein. Klar trägt der Manager dafür eine Mitverantwortung. Aber letztendlich erfordert doch die Auflösung einer negativen Gruppendynamik, das pädagogische Handeln des Trainers. Ja, der Fisch stinkt vom Kopf, aber auch hier steht ein Trainer in Verantwortung, seinen Verantwortungsraum zu klären und zu behaupten. Torsten hat dies Dilemma ja kürzlich als notwendigen Weg, weg vom „Managerclub“, hin zum Club eines starken und entscheidenden Trainers, beschrieben. Aber da gehört nicht nur der Kopf des Fisches zu, dies zu zulassen, sondern auch der entsprechende Trainer, der sich dies durch nachweisliche Stärke und Kompetenz erarbeitet. Die Hoffnung di Matteo könnte so ein Trainer sein, habe ich nicht mehr. Da wird mit ihm nicht besser.

  14. BlueNote sagt:

    Ich war auf der Gegengerade live dabei und fand die Leistung der Nordkurve deutlich schlechter, als das völlig verunsicherte und uninspirierte Gekicke auf dem Rasen. Stimmungsboykott 45 Minuten lang, ok. Aber wie dann ab der 45. ein fleischgewordener Shitstorm auf die Mannschaft einprasselte, das war mir unbegreiflich. Hier wurde Hohn und Spott über z.T. noch sehr junge Spieler ausgekippt, und zwar in einer Art und Weise, die mich erschrocken hat.
    Ausnahmslos jeder im Stadion, sollte sich mal hinterfragen, ob er bei derartiger Agressivität von den Rängen, nach so einer schwierigen Woche, selbst noch eine halbwegs anständige Leistung auf den Platz gebracht hätte. Bei Meyers zweitem Fehlpass zu Beginn des Spiels wurde beispielsweise von Tausenden laut gepfiffen.

    Als dann die Mannschaft wie ein geprügelter Hund vom Platz schlich, echauffierte sich die Nordkurve auch noch, dass man nicht zu ihr kam, wie sonst üblich. Der einzige Grund, warum dies gefordert wurde, war doch, dass man fröhlich weiterpöbeln wollte, um diesen „Scheiß Millionären“ und „Nicht-Schalkern“ mal so richtig die Meinung zu geigen. Als hätten die 90 Minuten vorher nicht gereicht.

    Mir hat’s gereicht. Dieser unsägliche Auftritt der Ultras hat mir weh getan und den Verein mehr geschädigt als die Spielweise der letzten Wochen auf dem Rasen.

    Immerhin wurde auch der Rücktritt oder die Demission anderer und in meinem Augen eigentlich verantwortlicher Protagonisten gefordert. Ein Ansatz, den man weiterverfolgen sollte aber nicht auf diese Art und Weise.

  15. Christian sagt:

    Um mal hier im Kontext zu bleiben „potenzierte Dummheit“ ist das Problem.

    Was jetzt den Spielern, Vorständen und AR um die Ohren fliegt hat schon 2009 begonnen.
    Damals wurde Felix Magath emotional aufgeladen und an das Berger Feld gelotst.
    Erklärtes und leider auch oft kommuniziertes Ziel: die Meisterschaft
    Seine Ära endete 2011 und ab hier übernahm Ralf Rangnick für kurze Zeit.
    Er selbst hat es m.W. nie ausgesprochen, aber das Ziel hieß dann weiterhin die dt. Meisterschaft.
    Die Mannschaft gewann den DFB Pokal und erreichte das 1/2 Finale in der CL.
    Das ließ auf mehr hoffen, gerade in der Kombination mit RR dem wahrscheinlich niemand
    tiefes Verständnis der Fußball Lehre absprechen würde. Leider endete die Ära RR sehr plötzlich.
    Danach übernahmen in kurzer Abfolge Stevens und Keller.
    Der Vorstand und vor allem der AR wäre spätestens jetzt gut beraten gewesen, wenn man das
    Momentum „Meisterschaft“ deutlich runtergetaktet hätte. Leider tat man genau das Gegenteil
    und in der Person von Horst Heldt fiel der Satz: „wenn die Bayern mal schwächeln müssen wir da sein“.
    Dieser Satz im Sommer 2014 leicht dahin gesprochen, entwickelt sich immer mehr zu einem
    fulminanten Rohrkrepierer, vor allem wenn man nicht (wahrscheinlich niemals) liefern kann.

    Statt aber jetzt endlich das blau weiße Licht deutlich herunter zu dimmen und die Erwartungen zu
    reduzieren, wird weiter am großen Rad gedreht. Nun wird bei der HV im Juni über Sonderabgaben
    gesprochen (Antrag 1i Peters) damit hat man dann gleich mal den nächsten Brandherd gelegt.

    Dumm & dümmer…

  16. Äärnz sagt:

    Im Grunde ist ja fast alles gesagt über die Misere im Verein, aber da er einen nicht locker lässt, drängt es einen dann doch immer wieder, zu fragen, wie der Klub so weit kommen konnte. Schon Ende vergangener Saison hat der Fußball, den die Mannschaft spielte, wenig Spaß gemacht, jedenfalls im Vergleich zu fast allen anderen Klubs, die sich im oberen Drittel tummeln. Die CL-Quali hat das nur übertüncht, und es spricht gegen die Vereinsführung, dass sie nicht darauf reagiert hat. Seither ist alles noch schlechter geworden, und wenn die nächste Saison so anfängt, wie diese aufhört, muss sich Schalke auf einen Abstiegskampf, zumindest aber auf sehr graue Tage im hinteren Tabellendrittel einstellen. Zeigt die Vereinsführung Anzeichen, dass sie jetzt die Zeichen erkennt? Nein. Kraftmeierei mit dem Rausschmiss dreier Spieler, die den Trainer beschädigt, Treuebekenntnisse zu diesem, obwohl das Spiel gegen Paderborn deutlich gemacht hat, wie wenig der Rausschmiss bewirkt hat und groß der Mangel an einer Spielidee ist. Fazit: Ein Umbruch muss her, aber einer, der die Vereinsführung mit einbezieht. Der autokratische Stil eines Clemens Tönnies hat sich überlebt (von der Putin-Freundschaft mal ganz abgesehen), die Balance zwischen Führung und Kontrolle muss wieder ins rechte Lot gebracht werden und dann ein Management installiert werden, das über eine klare Strategie verfügt und diese mit dem Auswechseln der Trainers als erste Maßnahme umsetzt. Dann kann es auch gerne eine Saison rumpelig sein, da darf man gerne mal von dem Verein aus der Stadt ohne Namen lernen. Aber mit den Strukturen und dem Personal weitermachen, das geht nicht. Horst Heldt, der seine Verdienste gehabt hat, sagt gerne von sich, das er wisse, wie man eine Meistermannschaft zusammenstellt. Aber 2007 ist lange her, und seitdem hat sich der Fußball massiv geändert. Jetzt muss er zeigen, dass auch er nach wie vor über die Fähigkeit verfügt, einen Verein zum nachhaltigen Erfolg zu führen. Sonst kann man ihm seinen Verweis auf das Saisonfinale 2007 (mit etwas Boshaftigkeit) auch so auslegen: Er weiß, wie man eine Mannschaft so zusammenstellt, dass Schalke am Ende nicht Meister wird.

  17. Detlef sagt:

    Passt 1:1 auf das was ich erlebt und empfunden habe, nur hatte ich keins meiner Kinder dabei. Die freuen sich nämlich noch vorbehaltslos, wenn Schalke gewinnt und verstehen mich nicht recht, wenn ich freudlos nach Hause komme nach Heimspielen.

    Ein beschreibendes Wort suche ich noch für die Situation. Bizarr steht zur Auswahl, Grotesk wurde von den Ruhrnachrichten verwendet, aber all das passt nicht. Auch es mit, das ist Schalke zu beschreiben, trifft es nicht. Irgendwas zerrt an Schalke und zwar in alle möglichen Richtungen. Es gibt tausend Fragen und kaum bis wenig Antworten.

    So etwas wie Samstag möchte ich nie wieder in der Arena erleben und es ist an der Mannschaft, den Verantwortlichen dafür zu sorgen, dass es nie wieder so weit kommt.

    Ob einige Reaktionen der Fans in der Nordkurve überzogen sind, kann man diskutieren, aber es gab genügend andere die bei quasi jedem Fehlpass pfiffen. Normalerweise finde ich sowas komplett daneben, aber es hatte sich wohl bei vielen was aufgestaut was jetzt raus musste und wollte. Vielleicht muss es sogar so sein, dass man endlich wach wird. Außerdem Bene Höwedes doch selbst gesagt, dass die Mannschaft sich die Unterstützung der Fans gar nicht verdient, oder habe ich das nach dem Köln Spiel falsch verstanden?

    Ich werde übrigens keinem der im Sommer geht eine Träne nachweinen. Keinem. Weder auf noch neben dem Feld.

    @eakus
    “ Ist die Psychologin eigentlich noch da?“
    So weit ich das mitbekommen habe ja, zumindest wurde das beim Amtsantritt von RdM so geschrieben.
    Ich hab übrigens am Samstag auch einige Leute kennengelernt vor dem Spiel, allerdings hab ich die 90 Minuten brav abgesessen.

  18. bernd sagt:

    @BlueNote
    ja Du hast recht, dass ging zu weit. Aber auch da gehört doch ein starker Trainer hin der sich vor die Spieler stellt und sagt, ich habe die Spieler trainiert, motiviert und aufgestellt, beschimpft mich. Stattdessen werden die Spieler vorgeführt. Es spielt doch keiner absichtlich schlecht.
    @Detlef
    Ich würde den jungen Spielern, falls welche gehen, nachweinen, weil Schalke das Potential wieder mal nicht genutzt hat.

  19. klopenner sagt:

    Tönnies sprach von Umbruch, DiMatteo von Veränderungen im Sommer, aber keine Revolution, Heldt sitzt dazwischen. Derwesten.de hat da ne kleine Aufzählung gemacht, die man sich als Fan ruhig mal vor Augen führen kann.

    Abgänge (bzw. freigestellt): Boateng, Sam
    Auslaufende Verträge: Höger, Barnetta, Wetklo, Fuchs, Obasi, Kirchhoff

    Das sind schon mal 8 Spieler, die evlt. nächste Saison nicht mehr da sind. Neustädter und Aogo werden von vielen verteufelt und können wohl auch gehen. Nehmen wir dann noch Höwedes dazu, der vielleicht nach England wechselt (wobei das aufgrund seiner Verletzung natürlich noch fragwürdiger geworden ist, als es vorher schon war)

    Das wären dann insgesamt 11 Spieler von denen wir uns trennen, trennen wollen, oder trennen sollen. Das ist schon ein heftiger Umbruch und sollte generell kein Problem darstellen, wenn da nicht die andere Seite wäre. Die Seite der Zugänge. 11 Spieler abgeben heißt in etwa auch 11 Spieler holen. Das geht weder bei unseren finanziellen Mitteln, noch beim Krösus im Süden so einfach. Es sei denn Horst Heldt geht wieder auf die Resterampe und holt die Spieler, die er fast immer geholt hat.

    Wenn man dann im Zuge des letzten Spieltags mitbekommt, welche Spieler wo aufhören und/oder noch keine neuen Verträge haben kann einem Angst und Bange werden. Denn Spieler wie Gonzalo Castro oder Kevin Volland werden sich wohl kaum nach Schalke begeben (die ich beide schätze, aber nicht weiß ob sie uns helfen würden)

    Schalke bräuchte also bei 10 neuen Spielern die uns helfen locker ein Transfervolumen (inkl. Gehältern für 3 Jahre) von mindestens 110 Mio (5 Mio Ablöse und 2 Mio Gehalt pro Jahr) mit wenig Hilfe, sprich EL bis hin zu 220 Mio (10 Mio Ablöse und 4 Mio pro Jahr) für hoffentlich mehr Hilfe, sprich CL.
    Das käme nicht mal bei einer Ausgliederung und Spende von 1000 pro „reichem“ Mitglied zusammen. Also müsste Clemens auch noch seine Schatulle öffnen.

    Von Umbruch kann (für mich) aus finanzieller Sicht schon nicht die Rede sein. Vermutlich werden die Verträge mit Fuchs, Höger und Barnetta verlängert. Dazu kommen vielleicht zwei durchschnittliche Zugänge und das war es dann

  20. Detlef sagt:

    @bernd
    Ich kann und will derzeit nicht differenzieren zwischen darf bleiben ud kann weg. Das sitzt zu tief derzeit.

  21. Dirk sagt:

    @ BlueNote: genau so habe ich es auch empfunden!

    Fans und Mannschaft haben sich gegenseitig mit Liebesentzug bestraft. Dummerweise hat aber Liebesentzug als pädagogisches Konzept noch nie funktioniert und wird es auch dieses Mal nicht.

  22. Ney sagt:

    „Man muss nämlich Mensch bleiben im Leben, alles andere hat sowieso keinen Wert.“ (Adolf Tegtmeier)

  23. crisscross04 sagt:

    Ich bin in vielen Teilen bei dir, Torsten. Aber es ist schon extrem bitter, wenn den meisten Fans das Erreichen der Euro League nicht mehr interessiert. Im Gegenteil teilweise Hohn & Spott im Stadion vorherrschte.

    Da ich in Süddeutschland wohne, habe ich mir am Wochenende VfB – HSV live gegeben, weil ich eben auch gerne Fußball schaue und die Atmosphäre im Stadion mag. Es war schon eine sehr beeindruckende Endspielstimmung in beiden Lagern. Ein Mischung aus Angst, Hoffnung und bedingungsloser Vereinsliebe.
    Ich glaube, beide Vereine inkl. Fans würden liebend gerne mit unserer Situation tauschen, denn bei denen herrscht gerade blanke Existenzangst.

    Wenn der HSV am Wochenende mit so einem „dreckigen“ 0:1 die Liga gerettet hätte, wäre es ein Festtag für die Fans gewesen, ganz gleich, was auch beim HSV im Vorstand schief läuft oder wie hoch die Kaderkosten sind.

    Und das sollte uns eigentlich auch so gehen. Wir haben, trotz der Spielweise, etwas erreicht, wovon 2/3 der Liga gerade träumt.

    Wie schon gesagt, ich bin in vielen Bereichen bei dir, Torsten.

    Das, was auf dem Platz gerade oder eigentlich fast in der gesamten Rückrunde gezeigt wird, ist kaum zu ertragen. Es ist eine Mischung aus schlechte, taktische Einstellung, spielerisches Unvermögen, fehlendem Engagement und mittlerweile auch Angst vor dem eigenen Versagen.

    Die Köpfe sind nicht frei und natürlich muss man sich fragen, warum der Trainer die Mannschaft nicht mehr erreicht.

    Bei jedem anderen Verein oder Trainer wäre das ein Kündigungsgrund. Bei uns steht das zurzeit nicht zur Debatte, weil wir Keller in der laufenden Saison entlassen haben und nun auf Kontinuität setzen wollen.

    Aber kann das ein Argument sein?

    Und wird es nach der Sommerpause besser werden?

    Mir fehlt der Glaube daran, weil die Rückrunde und die aktuelle Situation tiefe Gräben hinterlassen haben – bei den Fans, bei den Spielern und beim Führungsstab. Und das Verhalten der Fans hat am Wochenende diesen Graben in eine neue Dimension gebracht.

    Diese Gräben können nicht durch eine Sommerpause oder durch einen Umbruch à la Khedira überwunden werden.

    Daher ist eine einschneidende Veränderung der aktuellen Situation inkl. einer Verarbeitung des Erlebten unbedingt notwendig.

    Eine Lösung aus der verzwickten Lage könnte sein:

    1. Der Vorstand sondiert den Trainermarkt, welcher Trainer mit seiner Spielphilosophie für den aktuellen Kader und für den Verein am geeignetsten ist

    2. Diesen Trainer rechtzeitig verpflichten, der dann noch genügend Zeit hat, in Abstimmung mit HH den Kader sinnvoll zu ergänzen, damit aus der Mannschaft wieder eine Einheit wird. Mit „sinnvoll“ meine ich, dass die Verstärkungen einerseits die Schwachställen des aktuellen Kaders beseitigen müssen, aber gleichzeitig auch auf das Spielsystem abgepasst werden müssen.

    3. Der Vorstand hält die Klappe und posaunt keine unrealistischen Ziele für die neue Saison heraus, um den Druck für einen Neuanfang herauszunehmen

    Der Vorteil dieses radikalen Einschnitts wäre, dass ein neuer Trainer und die aktuellen Spielern einen „relativ“ unbelasteten Saisonstart beginnen könnten. „Relativ“ deswegen, weil es einen gewissen Druck auf Schalke immer geben wird – aber der wäre dann „nur“ auf Normalmaß.

    Der aktuelle Trainerstab und die aktuellen Spieler haben eher überdimensionales Maß an Druck mit sich herumzutragen und zu verarbeiten. Es besteht auch eine große Gefahr, dass die „neuen“ Spieler diesen Druck eher aufnehmen als neutralisieren können.

    Ich wiederhole mich gerne noch einmal:
    Das Erlebnis in der Arena vom Wochenende hat tiefe Wunden bei allen Beteiligten hinterlassen und diese zu verarbeiten, wird eine Herkulesaufgabe für alle Beteiligten in Sommerpause werden!

    Ob das Di Matteo in Zusammenarbeit mit HH gelingt, kann ich mir im Moment aus den o.g. Gründen nicht vorstellen.

    Trotzdem freue ich mich, dass wir in der Europa League spielen! Denn das ist der richtige Blick – positiv und zukunftsgerichtet. Wie gesagt: Es geht wesentlich schlimmer!

  24. BlueNote sagt:

    @bernd: Stimmt, vom Trainer würde ich mir auch mal selbstkritische Worte und eine Analyse wünschen für die kopflosen, blutleeren und oft auch leidenschaftslosen Auftritte. HH nahm zwar medienwirksam alle Schuld auf sich vor dem Haupteingang (hätte ich auch gemacht, wenn 300 Hools besoffen vor mir stünden und mich derart bedrängten), doch das ist ja nur die halbe Wahrheit.

  25. Benjamin sagt:

    @klopenner

    Zu deiner Rechnung fallen mir zwei Anmerkungen ein:

    1.) Außer den geannten werden auch Papadopoulus und Santana den Verein verlassen, denke ich.Die von dir genannten Spieler mit auslaufenden Verträgen verdienen selbst durchaus gutes Geld auf Schalke. Die von dir in den Raum geworfenen 110 Mio. Euro werden sich zu einem erheblichen Teil allein durch die eingesparten Gehälter refinanzieren. Natürlich fällt da ins Gewicht, dass man Sam und Boateng vermutlich ausbezahlen muss und man deswegen einen guten Batzen Geld einfach in die Botanik geblasen hat, aber auch abseits der genannten wird es erhebliche Gehalteinsparungen geben.

    2.) Ich denke durchaus, dass Spieler mit Verdiensten von 2 Mio. p.a. für uns eine deutliche Hilfe sein könnten. Mit Lars Stindl ist ein fertiger Spieler und Kapitän einer Bundesligamannschaft für ein Einkommen von 3 Mio. zu einem unserer Konkurrenten gewechselt. Wir sollten vielleicht einsehen, dass Spieler jahrelang und insbesondere unter Horst Heldt mit marktunüblichen weil zu hohen Gehältern bei uns unter Vertrag stehen und man eben beginnen muss, dieses Gehaltsgefüge nach unten anpassen muss. Dafür muss man dann eben höhere Ablösesummen zahlen, aber gewöhnlich ist das auch mit besserer Wiederverkaufbarkeit von Spielern verbunden, weil die Spieler selbst noch einen Anreiz zum Wechsel haben.

  26. hoffedocS04 sagt:

    Ich halte die Lage gar nicht für so schlecht. Habe ich schon unter „Hoffnungslos“ geschrieben.

    Ich glaube, dieser grausame letzte Heimspieltag der Saison bedeutete auf Fan-Seite ganz einfach ein starkes Gewitter, um Spannungen zu entladen. Das war wichtig und sollte gar nicht bewertet werden.
    Es MUSSTE so sein.

    Der Mannschaft hat es Angst gemacht. Im Spiel war das schlecht. Mittelfristig kann es aber zu wichtigen Denkprozessen bei den Spielern führen.

    Abwarten. Ich selbst glaube, die nächste Saison wird deutlich besser.

  27. Aki65 sagt:

    Dein Sohn sieht das genau richtig. Auch in schlechten Zeiten zu den Blauen zu stehen, das ist wichtig.

  28. klopenner sagt:

    @Benjamin

    Papa und Santana hab ich glatt vergessen, weil die ja gerade gar nicht bei uns spielen. Den einen (Papa) würde ich behalten, den anderen (Santana) auch „für Umsonst“ abgeben.

    Du hast natürlich Recht, dass sich durch eingesparte Gehälter auch neue „günstigere“ Gehälter refinanzieren lassen, aber ich bin da nicht so tief in der Materie um zu wissen welcher Spieler jetzt tatsächlich welches Gehalt hat. Das Problem beim Refinanzieren wäre aber Horst Heldt, denn der hat ja die meisten dieser Gehälter ausgehandelt. Ob sich das mit ihm bei neuen Spielern ändert, wage ich zu bezweifeln. Aus diesem Grunde habe ich das mal einfach weggelassen.

    Der andere Punkt ist der, der mich am meisten stört. Schalke ist offensichtlich für die meisten Spieler nur interessant weil sie richtig fette Kohle bekommen und CL spielen können. Beides dürfte in absehbarer Zeit wegfallen. Deshalb entscheiden sich eben Spieler wie Stindl, Kruse, Kramer, Castro, Volland, deBruyne, Xhaka, Firmino, Shaqiri gegen Schalke. Das sind jetzt auch nur die Spieler die im Fokus der Medien standen und mir daher gerade einfallen, nicht alle waren mal oder sind bei Schalke im Gespräch. Alles mehr oder weniger sehr gute Spieler mit höheren Ambitionen und sicher auch ausreichend Talent um dauerhaft zu glänzen. Und zusammengewürfelt meiner Meinung nach auch fähig einen Verein in die CL zu führen. Aber wie gesagt, ist Schalke offensichtlich nicht mehr interessant genug, nicht bloß wegen der verpassten CL Teilnahme. Unsere Außenwirkung hat in dieser Saison einen großen Schaden erlitten.

    Auffällig ist auch, dass es eigentlich kaum Gerüchte über Neuzugänge gibt. Mal Khedira/Clasie ausgenommen. Das kann sicher auch mal ein gutes Zeichen sein, Boateng kam ja auch sehr kurzfristig und sehr überraschend, oder es spricht eher dafür, dass es einfach nichts an potentiellen Kandidaten gibt, die interessant genug sind.

    Ich weiß es nicht und bin sehr gespannt auf die Entwicklung in den nächsten 6 Wochen, quasi bis zum Auftakt der Vorbereitung.

  29. Ney sagt:

    Demnach sind wir attraktivitätstechnisch jetzt näher an Bremen & Frankfurt als an Gladbach & Leverkusen.

  30. leoluca sagt:

    Dass die paar krassen Hool-Aktionen gegen einige Schalker Spieler peinlich sind, dazu kann es keine zwei Meinungen geben.

    Wirklich fassungslos hat die meisten Schalker wohl was anderes gemacht: dieser völlig mutlose Auftritt der Mannschaft, der nach Freiburg, Mainz und Köln der absolute Tiefpunkt war.

    Es ging längst nicht mehr nur um die Mannschaft. Auch gingen die Proteste bei weitem nicht nur von den Ultras aus, sondern von einem Publikum, das nach der Halbzeit Huub Stevens, kurz darauf Gerald Asamoah und schließlich Ebbe Sand besang. Das war nicht als Scherz gemeint. An diesem Samstag hat hoffentlich der Letzte in der Chefetage kapiert, dass Schalke mehr als eine Firma ist.

    Ein Schalker schreibt in den „11 Freunden“ dazu:

    „Wappen küssende Boatengs, ein »Wir leben dich!«-Motto und Bergbau-Spielertunnel braucht es auf Schalke nicht. Es braucht weder einen Facebook-Höger im Cabrio, noch einen Twitter-Fuchs, der nach beschämenden Spielen die Anstrengung der Flugmeilen moniert. Es braucht Spieler wie Jiri Nemec, der in neun Jahren Schalke kein einziges Interview gab und laut Rudi Assauer nur deshalb keine Tore schoss, weil er Umarmungen hasste – und damit letzten Endes nur eines tat: Malochen.“

  31. Superclive sagt:

    Die Spieler verstehen die Fans nicht und umgekehrt. Das schlechte Spiel vom Samstag verstehe ich – „spiel mal mit einer vollen Hose…“. Auch dass die Spieler keine Lust auf eine „Ehrenrunde“ mit anpöbeln und absauen hatten, alles klar, kapiert. Was ich aber nicht verstehe, ist, dass die Spieler offensichtlich immer noch nicht verstehen, was die mit ihrer Art und Weise (und dabei meine ich nicht nur die Spielweise) bei den Fans anrichten. Ich habe es inzwischen so satt mir Kommentare nach einem wieder mal verkorksten Spiel anzuhören oder mich auf der Vereinswebseite für vollkommen blöd verkaufen zu lassen. Bene hat mal wieder vollen Einsatz gezeigt, ich fürchte nur, dass es sein letztes Heimspiel war. Bei Draxler konnte man sehen, dass er gar nicht schnell genug in die Kabine kommen konnte, na prima. Auch geht mir unser Talentjuwel Max Meyer schon seit längerem gehörig auf die Nerven, lässt schon seit Monaten die Diva raushängen und kommt am Samstag auch noch mit einem Paderborn Trikot für die „Runde“ aus der Kabine.

    CT geht mir auf den Nerv, weil er seine Rolle als AR Vorsitzender völlig falsch interpretiert und die Klappe halten soll. HH weil er vielleicht mal die Qualität eines Spielers durchaus am Charakter und nicht nur am Gehaltswunsch festmachen sollte. Die absolute Kommerzialisierung unseres Clubs mit gleichzeitigem Beschwören der alten Bergmannstraditionen kann ich ebenfalls kaum noch ertragen. Ich will den Spruch „…das ist nicht mehr mein Schalke“ gar nicht bemühen, aber unser Verein ist nicht mehr authentisch und das kotz mich an.

    Ich war gestern nochmals in der Arena um mir den Finaleinzug der U19 anzusehen. Das tat meiner Schalker Seele gut, wieder die Unterstützung der eigenen Mannschaft zu erleben und mit vollem Herzen dabei zu sein. So ein Spiel wie am Samstag brauche ich nicht nochmal.

    Glückauf!

  32. Steffen sagt:

    http://www.reviersport.de/3045.....llein.html

    Ganz guter Kommentar wie ich finde. Sonst gibt es ja wenig zum gutfinden.

  33. michael sagt:

    ich will einen wie Marc Wilmots, Jürgen Klopp, Thomas Tuchel bei Schalke auf der Bank sehen. Einen Trainer der sich voll reinhängt und eine Spielidee hat, der ein Standing hat und der gnadenlos ausmistet, wenn ein Spieler oder das Mannschaftsumfeld nicht mitzieht. Einen der die Sprache der Fans versteht und ein Herz hat, der den Mut zum Risiko hat, aber die grundlegenden Tugenden dabei nicht vergisst. Und Spieler, Spieler, die das verstehen und sich das zu Herzen nehmen, wie die Eurofighter………ansonsten war´s das für mich: das Fass ist übergelaufen.
    Danke Horst Held, danke RDM, danke „Mannschaft“ (wobei das eigentlich eine unzutreffend Wortwahl ist), danke Mr. Tönnies (wobei der am wenigsten dafür kann) für die gefühlt schlechteste Rückrunde der letzten 10 Jahre.

  34. Kowski04 sagt:

    …gewinnen und sich darüber freuen…

    Wird es auf absehbare Zeit mit den Strukturen nicht mehr geben.

    Große Veränderungen sind notwendig. Mal sehen ob wir den Sprung schaffen

  35. MarkuS04 sagt:

    Ich hoffe, das die Sommerpause einiges beruhigt.
    Ich glaube aber nicht, das sich alles in Zufriedenheit auflöst.

    Am den einzelnen Spielern kann es eigentlich nicht liegen, ich denke dass das Grundgerüst mit 18-20 Spielern bereits vorhanden ist (wie die allerdings als ‚Mannschaft‘ funktionieren, kann ich nicht beurteilen, hier liegt aber mMn das Kernproblem, es scheint nicht zu harmonieren).
    Und wie sollte sich das ändern; ein kompletter Neuanfang mit der Jugend, das dauert eher Jahre als Monate (halten wie das vlt. 2-3 Jahre tatsächlich durch, bestenfalls im gehobenen Mittelfeld zu spielen?)
    Ich denke, dass man mit 4-5 neuen Spielern durchaus wieder wettbewerbsfähig ist (auch gegen BVB, MG, LEV – ich glaube WOB ist schon zu weit weg, und die werden weiter zulegen). Im Optimalfall fehlen 2 AV (die aber auch nicht billig wären), 2 MF (ich fände Khedira schon richtig gut) plus 1 Offensivspieler. Allerdings müssten die ‚faulen Äpfel‘ aussortiert werden (sind das nur Boateng und Sam? Oder gibt es noch ein paar mehr Stinkstiefel ?)

    PS: Die absoluten Topspieler sind noch nie nach Schalke gekommen, die gehen nach England, Barca, Real, oder Bayern. Die zweite Kategorie geht natürlich dahin, wo es Geld und / oder CL gibt (ein Raul wäre niemals ohne CL gekommen); das ist aber kein S04-Alleinstellungsmerkmal, dieses Problem haben auch andere Clubs. Allerdings könnte Schalke mal wieder etwas mehr in Benelux oder Skandinavien gucken, da hatten wir meistens richtig Glück mit den Spielern)

  36. #Link11: Mehr als rauf und runter | Fokus Fussball sagt:

    […] 11. Es mag ja Analysten geben, die selbst beim grottigsten Kick noch gutes Verschieben, ein kompaktes Mittelfeld oder eine optimale Besetzung der Zwischenlinienräume erkennen. Mir ist diese Art der Rezeption des Fußballs immer etwas fremd geblieben – so ganz finde ich mich nie zurecht in den spieltaktischen Analysen. Ich erkenne meist nur, ob mir ein Spiel fußballerisch grundsätzlich gefällt oder eben nicht. Bei der Hertha gab es dahingehend wenig zu bestaunen in dieser Saison. In seiner Kolumne beim Tagesspiegel lässt Frank Lüdecke seinem Unmut freien Lauf. Einen bitteren Nachmittag erlebte auch Torsten Wieland beim Spiel seiner Schalker gegen Paderborn – daran konnte auch der Sieg nichts ändern (Königsblog) […]

  37. us.online sagt:

    @ Torsten

    Meine absolute und uneingeschränkte Zustimmung zu Deinen Ausführungen und ich muss sagen, dass es 1:1 das in Worte fasst, was sich auch in mir abspielt. Und ich entnehme den Kommentaren hier und vielen Gesprächen mit Schalkern aus meinem Umfeld, dass wir da nicht alleine sind.

    Manchmal frage ich mich auch´, was jetzt genau das Problem ist. Mal einmal EL nach mehreren Jahren CL muss doch zu verkraften sein.

    Bei Lichte betrachtet geht es für mich jedenfalls doch gar nicht darum. Das sportliche Abschneiden in dieser Saison ist in Summe keinesfalls das was einen so verzweifeln lässt.

    Das was einem Probleme bereitet, ist vielmehr das beständige Gefühl, dass in den für uns Fußballfans besonders interessanten Gebieten, mit so krasser Beharrlichkeit unterperformt wird, dass es einem schon weh tut. Fast egal was ich mir herausnehme (mit Ausnahme von Marketing und Jugendarbeit), es kommt ständig das Gefühl auf, wir waren doch auf dem richtigen Weg und warum sind die führenden Köpfe zu doof das jetzt einfach mal richtig zu machen!?

    Das betrifft das gesamte Vereinsleben. Man gibt sich wunderbare Leitbilder. Man handelt aber nicht danach. Die Vereinsdemokratie wird aus Angst es könnten auch mal andere Köpfe an der Spitze auftauchen und ihre Nase etwas zu tief in den ganzen Klüngel hineinstecken, wohlwollend formuliert mit feinen Winkelzügen beeinflusst. Obschon die breite, deutschlandweite Fanbasis das höchste Gut und der eigentliche Markenkern für Schalke ist, werden Faninteressen regelmäßig überhört. Siehe Vianogo, siehe Ticketpreise. Das alles hätte sich hundertmal besser regeln lassen. Ja es hätten sich absehbare Desaster mit etwas besserer Kommunikation im Verein von vorneherein vermeiden lassen. Noch schlimmer als die Kommunikation nach innen ist doch die Darstellung des Vereins nach außen. Über selbstgelegte und unprofessionelle Eier wie diese lächerlichen Spielersperren 2 Spiele vor Saisonende oder respektable Rückwärtsrollen wie in der Kommunikation des Polizei-Einsatzes in der Nord beim CL-Spiel gegen die Griechen kann man doch nicht ständig hinwegsehen. Mal abgesehen davon, dass unser Aufsichtsratvorsitzender nicht nur einem unfassbaren Irrtum bezüglich seiner eigenen Funktion im Verein unterliegt oder sind wir ehrlich – was natürlich viel schlimmer ist – die ihm von den Mitgliedern zugedachte Funktion bewusst missachtet und wiederholt Kompetenzgrenzen ignoriert, ist es doch geradezu augenfällig, dass er sich an keine abgestimmte Vereinslinie in der Aussendarstellung halten kann. Mir ist ehrlich gesagt scheixxegal ob dafür Eitelkeit oder Dummheit (bei allem geschäftlichem Geschick auf anderem Felde halte ich das zumindest für einen nicht unwesentlichen Faktor) verantwortlich ist. Ich will einfach nur, dass das aufhört.

    Aber offen gestanden: das alles wäre weit im Hintergrund und hätte nicht diesen Einfluss auf das Gesamtbefinden, wenn es parallel sportlich laufen würde. Leider gibt es aber ausgerechnet da – was die sportliche Führung der ersten Mannschaft – allen voran Management und Trainer – angeht die aus meiner Sicht schlimmsten Versäumnisse.

    Selbst wenn ich Spielanalysen und Taktikblogs glauben schenke, wonach man bei Schalke zumindest in den Ansätzen eine Verbesserung sehen können soll, komme ich für mich nicht umhin festzustellen, dass wir die PS schlichtweg nicht auf die Strasse bekommen. Unser Spiel ist für mich beispiellos uninspiriert, langsam und quälend langweilig. Ich frage mich, ob ich für diesen Folterfußball so viel Geld ausgeben möchte. Ich bin bestimmt kein Eventfan, aber ich möchte schon, dass sich mein Stadionerlebnis nicht allein darauf beschränkt die Kollegen im Fanbus wiederzusehen und ein paar Bierchen zu trinken. Ich bin Fußballfan und liebe dieses Spiel. Aber was mir da geboten wird ist für mich einfach nur noch langweilig. Torchancen? Kreiren wir kaum. Spielzüge? In voreinstudierter Form nicht zu erkennen. Packende Laufduelle? Finden nicht statt, da unsere in der Regel meilenweit abgehängt sind. Ein Mannschaftsgeist, der auf die Tribüne überschnappt? Das Erlebnis, dass jeder Quadratzentimeter Rasen mit aller Macht verteidigt oder beackert wird? Ich wüßte nicht wann ich das von unserer Mannschaft zuletzt gesehen habe. Regelmäßig kann ich mir bei uns zu Hause allerdings andere Mannschaften ansehen, die richtig Gas geben. Und damit meine ich nicht nur unterklassige Truppen die über den Kampf kommen müssen. Ne, auch Real Madrid ist mit 2:0 auswärts nicht zufrieden sondern marschiert und schenkt uns sechs Dinger ein.
    Nee, nee – selbst wenn sich (woran ich nicht glauben kann) spielerisch unter diesem Trainer noch etwas verbessern sollte, so ist der Mann für mich schon jetzt gescheitert. In psychologischer Hinsicht hat er aus der Mannschaft einen Schrotthaufen gemacht. Selbst wenn er nur Mist vorgefunden haben sollte. Unter ihm ist doch mal ernsthaft alles noch schlimmer geworden. Ganz abgesehen von den verpassten Zielen.
    Der Kredit dieses Trainers ist schon jetzt bei der überwiegenden Anzahl der Fans unter Null. Starten wir in die neue Saison mit ein paar Niederlagen, greifen aber soetwas von sofort die Marktgesetze. So schnell kann hier keiner gucken.

    Aber das schlimme ist ja, dass unsere unfähige Vereinsführung ausgerechnet so einen Trainer nicht nur holt (jeder wußte doch welchen Fußball man erwarten durfte und dieses Versprechen wurde doch auch 1:1 eingelöst). Nein, sie statten dieses Experiment auch noch mit einem Dreijahresvertrag aus. Kontinuität in allen Ehren, aber genau das verhindert an dieser Stelle, dass hier irgendwer die Reissleine ziehen kann. Wer von Euch ist angesichts der bisherigen Performance denn noch wirklich (!) mit diesem Trainer optimistisch für die kommende Saison?

    Seit Rangnicks Abtritt warten wir hier doch auf einen richtig coolen, modernen Trainer, der mit Charisma und sportlicher Finesse, sowie Kompetenzen in der Menschenführung und Pressearbeit diesen Verein mit Schwung in eine erfoglreiche Zukunft dirigiert. Und was macht unser Manager? Er holt im Grunde für den geilsten Club der Welt eine Pfeiffe (sorry, Fehlbesetzung) nach der anderen. Ein Auslaufmodell, einen Novizen und einen großen Namen mit allerdings höchst fragwürdigen Vorleistungen (und kommt mir jetzt nicht mit dem erduselten CL Sieg).

    Und man stelle sich vor. Thomas Tuchel war auf dem Markt und unsere vergeigen das irgendwie, an eines der größten Trainertalente aus der Buli heranzukommen. Da kann man sich doch nur an den Kopf packen!!!

    Und da schließt sich dann auch irgendwie der Kreis. Mit einem Aufsichtsratsvorsitzenden, der nachhaltig seine Rolle verkennt, den Verein für seine Eitelkeiten missbraucht, fragwürdige Kontakte zu den Potentaten dieser Welt unterhält und seine Vorstände und Trainer regelmäßig alt aussehen lässt, werden wir vielleicht nie eine Trainerpersönlichkeit bekommen, die uns wirklich voranbringt. Wir werden vielleicht auch nie einen Sportvorstand finden, der sich das freiwillig antut und auch die Eier hat dem Tönnies mal einen Boateng oder Khedira und anderen Schwachsinn auszureden.

    Das ist das Gefühl bei mir: Es wird sich mal wieder nichts bessern!!! Und das ist es, was am meisten frustet. Es gibt so viele gute Ansätze, so viel Potenzial in diesem Verein. Bienenfleißige Helfer, Idealisten, tolle Mitarbeiter. Nur an den entscheidenden Stellen der Profimannschaft haben wir keinen, der das vernünftig nutzt. Und wir werden mit diesen Vorzeichen auch keinen finden.

    Es ist einfach hoffnungslos…

  38. Maddin sagt:

    Schön zusammen gefasst die Atmosphäre am letzten Samstag. Wobei ich es in n3 durchaus unterhaltsam fand, durch den stimmungsboykott und den fürchterlichen Gruselkick auf dem Rasen hatte man endlich mal Zeit neue Leute im Block kennenzulernen, und mit anderen organisierten fanclubs mal die Nummern zu tauschen. Beim Besingen der alten Helden in Halbzeit 2 haben wir Tränen gelacht als schließlich nur noch „Dioz Mios Fussballgott“ einfiel. Die Trümmertruppe auf dem Rasen ist schon längst nicht mehr der Grund ins Stadion zu gehen….
    Wobei ich deinen ersten Satz kritisieren muss: „Paderborn verliert 0:1″ muss es heißen…

  39. Roman sagt:

    us.online hat aber sowas von in Schwarze getroffen. Danke dafür. Vollständige und absolut korrekte Analyse wie ich finde.

    Mein Senf dazu: Wir müssen nicht über einen neuen Konzept-Trainer nachdenken, solange der Aufsichtsratsvorsitzende Kabinenansprachen hält. Solange das nämlich so passiert, kommt kein solcher Trainer zu uns. Das tut sich keiner an. Ganz einfach. Das hat sich doch inzwischen schon überall herumgesprochen.

    Katastrophe ist das alles …

    Und wenn man nun im kicker (in der Printausgabe soll es stehen) liest, dass Clemens Tönnies zu dem „Fan-Aufstand“ am Sonntag (also einen Tag danach) sagt, dass dies „Konsequenzen für den zukünftigen Umgang“ haben wird, dann ahnt man schon wieder Schlimmes.

    Wo soll das enden?

  40. Pukki1904 sagt:

    @us.online
    danke für deinen Kommentar, der spricht mir aus der Seele, ich erlebe es genau so und das lässt mich ebenfalls nicht hoffnungsfroh in die Zukunft blicken.
    Zu Tönnies: ich befürchte dass seine Analyse aktuell eher die sein könnte,aus gekränkter Eitelkeit heraus erst mal alles so zu belassen wie es ist(frei nach dem Motto, „ich lasse mir doch von den Fans nicht sagen was ich zu tun habe“.)Somit wird erst mal alles bleiben wie es ist, außer dass ein paar neue Spieler hinzukommen.Damit wären wir dann spätestens zur nächsten Rückrunde wieder genau am Anfang- Trainer weg, keine Spielidee, kein Konzept, etc..
    zu Tuchel: in gut informierten journalistischen Kreisen ist längst bekannt, dass er sich mit Horst Heldt nicht an einen Tisch setzen wollte. TT wird wissen warum.
    Das bedeutet aber, wir hätten ihn eh nicht verpflichten können, solange Horst Heldt unser Manager ist. Schade aber so ist es.
    Davon mal ganz abgesehen gehört zur Verpflichtung eines solchen Trainers viel Mut, denn er wird in vielen Belangen Mitspracherechte einfordern. Diesen Mut und diese Entschlossenheit, was die Besetzung der Trainerposition angeht, vermisse ich auf Schalke seit Jahren.
    Mir ist nur nicht klar ob Schalke lediglich die Entschlossenheit bzw.das Konzept dazu fehlt oder ob das Hindernis aus der Befürchtung einzelner Personen resultiert,dann zu viel Macht und Einfluss zu verlieren.?

  41. dergucker sagt:

    So isses ,vom gefühlten Besitzer,vom Werkstattleiter der in letzter Zeit nur Gammel eingekauft hat,den schlechtesten
    Gesellen an die Karre gelassen hat und nun is das Ding kaputt Repariert.Die Karre kostet ein Haufen Kohle , keiner hat
    sie mehr lieb.
    Glaubt den wirklich es ändert sich was.
    Ein in der Führungsetage zusammen gelesener Haufen mit vorliebe aus dem Schwäbischen Raum,warum soll der
    Schalker Blut in sich spüren.Aber all das die Tugenden und warum wir Schalker sind ,Maloche ehrliche Maloche.
    Aber heute wird nicht mehr malocht,heute wird abgezockt.(weiß Sozialromantik).
    Scheisszeiten ,war selbst in Liga 2,nicht so ein Scheissgefühl.

  42. dreiköpfiger Affe sagt:

    Ich finde es erschreckend, wie blass in der Situation RdM ist.
    Sagt der eigentlich mal irgendwas zu irgendwas?

    Spieler wurden suspendiert. HH redet sich den Mund fusselig, CT gibt seinen Senf dazu. RdM???? Hab nix gehört.

    Fans gehen auf die Barrikaden? HH stellt sich öffentlich. CT meldet Konsequenzen an. RdM???? Hab nix gehört.

    Die Spiele der letzten Zeit sind erschreckend schwach. HH erwartet Reaktionen, CT sieht Ziele in Gefahr. RdM???? Nix gehört.

    Darf der nix sagen, will der nix sagen? Beides nicht sehr positiv. Macht den Eindruck als hätt der mit allem nix zu tun…
    Scheint so als wenn der Vorstand sich einen Abnicker sucht, der sich an den Rand stellt und den Trainersessel warmhält.

  43. rjonathan sagt:

    @us.online
    Ah ja. Der Trainer ist schuld. Und Tuchel ist die Lösung. Sind ja ganz neue Gedanken, die du hier auf den Tisch bringst.

    Ganz ehrlich, ich finde das Umfeld ist viel mehr Schuld. zu diesem Umfeld gehört natürlich ein öffentlichkeitsgeiler Aufsichtsrats-Vorsitzender. Aber dazu gehört auch eine Vereins-Öffentlichkeit, die KEINEM Trainer auch nur kleinere Misserfolge oder Schwächephasen durchgehen lässt. Wie soll denn in diesem Umfeld ein guter Trainer zu einem Weltklasse-Trainer reifen? Da gehört es dazu, dass einer Fehler macht. Wichtig ist, dass er daraus lernt. Und das braucht Zeit. Klopp ist mit Mainz abgestiegen und wurde nicht entlassen. Bis jetzt wurde noch jeder gute Trainer auf Schalke spätestens wegen *öffentlichem* Druck entlassen. Slomka und Keller hatten beide eine gute Bilanz und wurden vom Hof gejagt. Und dann wirft man der sportlichen Leitung Unbeständigkeit vor. Unbeständigkeit ist ein Teil der Schalker Seele. In einem ehrlichen, selbsttransparenten Leitbild sollte das meiner Meinung nach drin stehen. „Schalke ist launisch und wechselhaft. Wer heute unser Held ist, wird morgen schon der Teufel sein.“ Aber zu Selbstreflexion ist der durchschnittliche Fußballfan leider nicht in der Lage. Nur zum Motzen und Schönmalen von irgendwelchen Traum-Optionen. Und wenn die Realität mit dem zusammengesponnenen „Alles-Paletti-Leitbild“ dann nicht matcht, dann kann man ja immer schön auf die Führungsriege zeigen und motzen.

  44. michael sagt:

    ich verstehe nicht, dass einige den gravierenden unterschied im Charakter und in der Ansprache zumischen klopp und Tuchel auf der einen und Keller und RDM auf der anderen Seite nicht sehen wollen. Natürlich gehört Mut dazu, so einen Trainer zu verpflichten, weil dieser seinen Philosophie durchdrückt; aber alles andere hat doch in den letzten drei Jahren nicht funktioniert. Also gehört Intelligenz und Selbstreflektion dazu.
    Aber wenn ich (Held) selbst schwach bin oder nicht gerade, dann wird’s schwierig. ich (Held) würde Marc Willmots ein Angebot machen, das er nicht ausschlagen kann. Und der rockt dann die Bude…..

  45. rjonathan sagt:

    Den Unterschied in der Ansprache sehen ist das eine. Daran glauben, dass eine solche Ansprache den Unterschied macht das andere. Schaaf ist mit Bremen auch Meister geworden. Wenger ist ein Denker-Typ. Löw, Hitzfeld, Fergusson – das sind alles keine Kloppos.

    Wilmots fände ich übrigens auch toll. Aber es er möchte wohl die Chance mit einer goldenen belgischen Genration arbeiten zu können, nicht verpassen. Das kann ich verstehen und würde mich da auch für kein Geld der Welt weglocken lassen. In den Vereinsfußball kann er auch noch in 5 oder 10 Jahren wechseln.

  46. Steffen sagt:

    @Pukki1904

    Die Info hab ich die Tage auch erhalten (vertrauensvoll, wenn auch nebulös), Heldt kann nicht mit Tuchel, der wäre nie nach Schalke gekommen.

  47. crisscross04 sagt:

    Wieso glaubt ihr denn, dass Tuchel oder Wilmots oder wer auch immer ausgerechnet Schalke gerade so attraktiv empfindet, um auf Schalke einen Trainerjob anzunehmen? Die Gefahr ist doch viel zu groß, dass genau Schalke, gerade in der Konstellation mit CT & HH, einen Karriereknick darstellen könnte.

    CT sagt HH, was er zu tun hat – Folge: Demontage Manager
    HH sagt dem jeweiligen Trainer, was er zu tun hat – Folge: Demontage Trainer
    Der Trainer hat nichts zu sagen! Ergo sind es Marionetten à la Keller oder RdM.

    Und wenn der Trainer nix zu sagen hat, springen ihm irgendwann die erfahrenen Spieler auf dem Kopf herum.

    Welcher Trainer will schon gerne eine Marionette sein? – Ausnahme: Mangel an Alternativen und Kohle.

    Und wenn schon kein talentierter Trainer zu uns kommen will, dann wollen auch keine talentierten Spieler zu uns kommen – Ausnahme: siehe oben, Mangel an Alternativen und Kohle.

    Die Frage, die wir uns alle doch stellen, ist die: Wie konnte das alles innerhalb von 5 Monaten passieren?

    Ich weiß es noch genau (weil es so selten ist): Es war Nikolaustag 2014 und ich war bei dem 0:4 Sieg von S04 in Stuttgart dabei. Gemeinsam mit der Fanaktion: „Du gewinnst nie allein“ war es für mich einer der größten Festtage, die ich je erlebt habe.

    Personen wie CT & HH wurden zu dem Zeitpunkt öffentlich nicht so in Frage gestellt, da ja wieder der sportliche Erfolg vorhanden war.

    Danach begann das Elend, mit einem Zwischenhoch Anfang Februar gegen Bayern und BMG, seinen unaufhaltsamen Lauf zu nehmen.

    Es hat etwas von einer Viruserkrankung, die sich in Form von körperlichen & geistigen Blockaden, Ratlosigkeit & schlussendlich Gleichgültigkeit in Erscheinung tritt. Zuerst waren Teile der Mannschaft betroffen, dann der Trainer, dann das Management und jetzt hat es auch die Fans befallen… ;-)

    Die Gründe kann ich auch nur im Kaffeesatz lesen. Ein Grund ist sicherlich die oben beschriebene Rangordnung.

    Dramatisch finde ich nur, dass wir bei den ganzen sportlichen und spielerischen Misserfolgen der letzten Monate uns zudem auch noch schlecht nach außen präsentieren. Denn das hat für mich sehr viel größere, nachhaltige Folgen als „nur“ die Euro League Qualifikation. Es ist ein tiefer Fall in alte, fast vergessene Schalker Tage.

    Dabei hat es uns unser Nachbar in den letzten Monaten direkt vorgemacht, wie man mit Krisen umgeht. Klopps Pressekonferenzen waren immer ganz großes Kino – auch als sie Tabellenletzter waren.

    Der BvB war ein Paradebeispiel, wie man mit Krisen umgeht oder professioneller ausgedrückt, wie eine Krisen PR auszusehen hat. Der BvB hat überhaupt keinen Imageschaden davongetragen!

    ABER: Klopp dürfte auch etwas sagen!

    Warum kann unser Management nicht daraus etwas lernen oder sich wenigstens professionelle Beratung suchen?!

    Es ist so unglaublich unprofessionell, wie HH & CT gerade agieren. Und es reißt uns nur immer weiter in die Krise.

    Warum ist mich hier wiederholt zum Image und zur Außenwirkung äußere? Der Verein und sein Management (HH & CT) demontieren jetzt schon seit über einem Jahr das Schalker Image und bei den Fans ist am Wochenende das Fass übergelaufen. Dumm nur, dass das noch weiter unsere Außenwirkung schwächt.

    Wie soll aus der aktuellen Situation heraus eine bessere Zukunft im Sommer entstehen?

    Mir fehlt der Glaube, dass sich das Rad jetzt auf geheimnisvolle Weise wieder andersherum drehen wird – sprich wir auf einmal wieder Erfolg haben werden.

    Die Gräben zwischen allen Beteiligten sind mittlerweile zu tief.

  48. us.online sagt:

    @ rjonathan

    Deine Replik kann ich nicht ganz nachvollziehen. Erstens habe ich das Gefühl mit der Kritik haben sich die Fans eher auf HH eingeschossen. Ich höre jedenfalls ganz oft im Moment, dass ja RdM für die ganze Misere nichts kann. Im übrigen kannst Du mir glauben, dass es mich selbst am meisten ankotzt, dass wir keine Konstanz in das Trainerthema bekommen. Das ist schon bedauerlich.

    Aber jetzt mal ehrlich: Findest Du wirklich, dass da immer die gleiche Platte gespielt wird und dass gerade das Schalker Publikum viel ungnädiger ist mit den Trainern?
    Ich persönlich glaube, dass das Schalker Publikum eine ganz vernünftige Antenne dafür hat, ob da einer wirkt, der wirklich etwas voranbringt. Keller fiel vielleicht seine etwas suboptimale Medienpräsenz vor die Füße. Aber allen anderen Trainern wurde doch einiges an Respekt gezollt. Auch wenn Huub zu seiner 2. Amtszeit nicht unbedingt der Wunschtrainer der meisten Fans war, die ihn lieber als Jahrhunderttrainer in Erinnerung behalten hätten, kann man wohl absolut nicht sagen, dass die Fans ihn abgesägt haben. Anders als bei vielen anderen Clubs habe ich bei uns im Stadion selten bis nie „Trainer raus!“ Rufe gehört.

    Im übrigen widerspreche ich der Behauptung hier seien schon so viele „gute“ Trainer wegen öffentlichen Drucks entlassen worden. Ehrlich gesagt finde ich, dass Schalke in einer merkwürdigen Häufung Nonames, Trainernovizen oder Auslaufmodelle auf den Trainerstuhl gesetzt hat. Trainer, die mehr herausgeholt haben als die Summe der Einzelspieler ohnehin hergab, hat es hier sehr wenige gegeben.

    Und weißt Du was mich am meisten anpisst? Es hat seine Gründe warum hier keine modernen und starken Trainertypen anheuern. Was Thomas Tuchel angeht sprechen wir uns in einem Jahr wieder. Was wetten wir, dass hier alle heulen, weil der die Unaussprechlichen wieder ganz weit vorne in der Tabelle einsortiert haben wird?
    Ich denke gerade daran, was nebenan für eine Aufbruchstimmung herrscht, obschon der geliebte Klopp jetzt weg ist. Wenn ich das mit unserer momentanen Stimmung vergleiche…

    Also ich hab meinen Glauben daran, dass uns RdM die Truppe entwickeln kann, mittlerweile verloren. Und diese Einschätzung knüpft nicht allein an das Fehlen von Punkten, sondern sehr viel mehr an das was ich da auf dem Platz sehe, oder besser nicht sehe. Grausam.

  49. hoffedocS04 sagt:

    ..aber wir müssen doch mal zwischen Gefühl – wie es @us.online sehr treffsicher beschrieben hat – und Faktengenauigkeit (sprich: „Kopf“)unterscheiden.

    Wer „hier“ hat eigentlich das ganze Audi-Star-Talk-Interview mit Clemens Tönnies angehört? Ich habe es mir vor ein paar Tagen in einer Wiederholung auf Sky noch mal in ganzer Länge angesehen, außerdem die Aussagen einiger Journalisten, die hauptsächlich über Schalke berichten.

    Wenn wir dann noch dazu nehmen, was wir wann und gegen wen für Spiele von Schalke seit der „Übernahme“ von di Matteo gesehen haben, dann ergeben sich aus all dem einige traurige, aber auch viele vielversprechende Schlüsse:

    a) Es gibt anscheinend eine arbeitstechnisch funktionierende Zusammenarbeit zwischen Tönnies, Heldt und di Matteo, denn di Matteo muss seit einiger Zeit dringlich und dringlicher darauf bestanden haben, dass einige Spieler aus der Mannschaft entfernt werden, weil „die Kabine gespalten“ war. Heldt muss gezögert haben, diese Spieler rauszuwerfen, wohl wegen der Radikalität und Unpopularität dieses Schrittes, und Tönnies hat ihn per SMS dazu ermutigt, diesen Schritt durchzuziehen.
    Also Initiator di Matteo, Umsetzung durch Vorgesetzte nach einigem Zögern.

    b) Es gibt Hinweise, dass di Matteo Konzepte für einen schönen und erfolgreichen Fußball entwickeln kann, s. Spiel in Madrid.
    Siehe auch Aussagen von Höwedes vor laufender Kamera, dass die schlechtesten Spiele dadurch entstanden, dass Spieler di Matteos Vorgaben missachtet haben, weil sie den „Antiströmungen“ in der Mannschaft gefolgt sind.

    c) Tönnies, der mir übrigens wegen seiner Massenschweineschlachterei und Gazprom-Nähe keineswegs sympathisch ist, hat sich aber in dem Interview überhaupt nicht „gutsherrenartig“ – wie hier zu lesen – geäußert, sondern eher zurückhaltend. Eher in einem Sinne, wie ich es in der jetzigen Situation auf Schalke auch tun würde, nämlich von sich selbst (zuerst!), von Heldt, di Matteo und insbesondere der Mannschaft Leistung einzufordern. Motto: Taten statt Maulheldentum, .. und auf die Frage nach Boateng gab er unumwunden zu, dass er ihn zuerst sehr geschätzt habe, als Mensch und Leistungsträger, dass er dessen Veränderung hin zum Mannschaftsspalter nicht verstehe.

    d) Es gibt sehr gute Nachwuchsspieler in der Mannschaft, die man jetzt dahingehend „umerziehen“ muss, dass sie bei allem Talent noch viel zu lernen haben, und dass Spieler-Besserwisserei eher eine Mannschaft spaltet als ihr gut tut. Wer NICHT gegen di Matteo ist, sind bezeichnenderweise die älteren Hauptleistungsträger wie z.B. Huntelaar, Höwedes, Farfan.

    e) die Personalie Khedira, die sicher auch nicht unumstritten ist, hat aber nicht nur fußballerisch/leistungstechnische Gründe, sondern auch die Funktion, einen weiteren den jungen Nachwuchskräften Respekt einflößenden Spieler mit vorbildlichem Verhalten in der Mannschaft zu haben. Ein gruppendynamisch sicher interessanter Versuch.

    Ich sehe die Situation auf Schalke als perspektivisch interessant an und freue mich auf die nächste Saison.

  50. klopenner sagt:

    Demnach sind wir attraktivitätstechnisch jetzt näher an Bremen & Frankfurt als an Gladbach & Leverkusen.

    Neuesten Gerüchten zufolge sind wir an Mario Gomez interessiert. Ist der schon so schlecht, oder liegen wir doch noch über Bremen und Frankfurt!?

    http://www.fussballtransfers.c.....omez_54074

  51. schlupp sagt:

    Könnte man eventuell Karl Allgöwer oder Walter Kelsch unter Vertrag nehmen?
    Sollte Gomez kommen, muss ich gehen!

  52. crisscross04 sagt:

    Oh man, zuerst Harnik, jetzt Gomez und in Zukunft evtl. Cacau, der hat auch in Stuttgart einmal Leistung gebracht, kommt gerade aus Japan und braucht auch einen neuen Job.

    Wenn wir schon immer bei Stuttgart suchen: Gentner, Kostic, Didavi oder Werner fände ich da schon wesentlich interessanter.

    Es wird auf alle Fälle ein unterhaltsamer Sommer, wenn die Gerüchteküche erst einmal in Fahrt kommt.

  53. Lothar04 sagt:

    @us.online 19.5. 14 Uhr
    danke für deine Einschätzung die ich zu 104% teile.
    Für mich ist an dieser Stelle als aktiver Fan Schluß. Dauerkarte abgegeben und meine Mitgliedschaft gekündigt.
    Ich komme gerne wieder wenn die handelnen Personen ausgetauscht sind oder entsprechend gehandelt haben.
    Im Herzen blau und weiß für immer( das kann mir keiner kaputt machen).

  54. klopenner sagt:

    Gomez passt jedenfalls perfekt ins Beuteschema von Horst Heldt.
    Einigermaßen großer Name. Defintiv Großverdiener. In den letzten Jahren eher (unter-)durchschnittliche Leistungen und viele Verletzungen – 73 verpasste Spiele seit Sommer 2012 – 79 hat er gemacht, also zu fast genau 50% verletzt. Dazu kennt Horst ihn schon aus Stuttgarter Zeiten.

    Damit würde Horst Heldt mal wieder zeigen, dass er wirklich wenig kreativ bei der Suche ist und es keine echte Scoutingabteilung für die Profis gibt. Ich bete, dass es ein Gerücht bleibt.

  55. Ney sagt:

    Ungelegte Eier.

  56. leoluca sagt:

    Dass es nach den Turbulenzen der vergangenen Woche auf Schalke so bleiben wird, wie es vorher war, halte ich für ziemlich unwahrscheinlich. Dafür sind die Schalker Verhältnisse zu sehr aufgewühlt worden.

    Ich verstehe daher nicht, wie man sich in dieser Lage für die Hoffnungslosigkeit entscheiden kann. Endlich ist was passiert, die Stimmung im Verein ist zwar unberechenbar, aber auch offen geworden, und die Handelnden wissen jetzt, dass sie nicht einfach zur Tagesordnung übergehen können.

    Die kritische Selbstreflexion, die man von den Handelnden erwartet, sollten man als Fan vielleicht auch von sich selbst einfordern.

    Diese Reflexion habe ich am Samstag bei einem Teil der Nordkurve vermisst, der sich nicht zu blöd war, auf die jungen Schalker Spieler loszugehen und sich zum Mob zu machen. Wozu ich mal gerne was von den gefühlten Fansprechern hier lesen würde.

    Und diese Reflexion sollte sich m. E. auch mit dem auf Schalke traditionell beliebten Empörungs- und Abrechnungsritual beschäftigen, dass leicht in Verachtung gegen Spieler und Verantwortliche umkippt.

    Ich stimme hier rjonathan zu, wenn er im bitteren Ton schreibt:
    „Aber zu Selbstreflexion ist der durchschnittliche Fußballfan leider nicht in der Lage. Nur zum Motzen und Schönmalen von irgendwelchen Traum-Optionen. Und wenn die Realität mit dem zusammengesponnenen “Alles-Paletti-Leitbild” dann nicht matcht, dann kann man ja immer schön auf die Führungsriege zeigen und motzen.“

  57. rjonathan sagt:

    @us.online

    1. Meine Replik rührt daher, dass dein erster Beitrag zu mind 50% über die „Trainerfrage“ ging. Daran habe ich mich aufgehangen – auch weil es jetzt überall langsam anfängt (in Presse und Internet-Kommentaren) Richtung Trainer zu gehen. Wenn man aber sagt, dass die Bedingungen scheiße sind, dann muss man eben auch sagen, dass der Trainer nichts dafür kann. In Kombination macht das keinen Sinn. Wieso machst du also diese Baustelle (auch noch) auf?

    2. Ich habe nicht das Gefühl, dass die organisierte Fan-Szene trainerfeindlich ist. Aber die macht nur einen kleinen Teil der Fan-Öffentlichkeit aus (wenn auch einen sehr lauten und einflussreichen). Keller wurde ja eher von derwesten-Schreibern und Königsblog-Kommentatoren (als Beispiel-Gruppen) aus dem Amt gemobbt als von den Ultras. Und diese besserwisserisch-reißerische Fan-Mitglieds-Journalisten-Öffentlichkeit meine ich mit meinem Vorwurf. Welche Meinungen und Statements von den organisierten Fans kommen, das ist im Grunde sehr berechenbar und das ist auch gut so. Sie belegen einen klaren Flügel in der Vereinspolitik. Die Frage ist, wie sich die große Mitte-Masse stimmungstechnisch bewegt und von welchen Meinungsbildnern sie sich beeinflussen lässt. Ein Verein von 100.000 Mitgliedern funktioniert eben wie Lokalpolitik.

    3. Ich bin total gespannt, wie das mit Tuchel läuft. Aber Tuchel auf Schalke, das passt nicht, da gebe ich dir recht. Das passt nicht, weil er nur auf ein Angebot von DO oder M gewartet hat. Woanders wäre er nicht hingegangen. Warum wollte er nicht zu Schalke? Wegen Heldt? Weil er sich dann den Weg nach DO verbaut hätte? Wegen Tönnies? Man weiß es nicht. Aber ich fände es ein viel größeres Armutszeugnis für einen Verein, wenn man sich einem vielversprechenden Emporkömmling in einer Art anbiedern würde, dass man den ganzen Verein auf links krempelt, damit er kommt. Es gibt in dieser Welt nicht nur Klopp und Tuchel. Ich finde es gut, das Heldt den Mut aufbringt, eigene Trainer zu entdecken. Ein Keller, ein DiMatteo – das hätte klappen können. Und dann wäre es mind. so genial gewesen wie damals Tuchel nach DO zu holen.

  58. Roman sagt:

    @rjonathan: „Ich finde es gut, das Heldt den Mut aufbringt, eigene Trainer zu entdecken. Ein Keller, ein DiMatteo – das hätte klappen können.“

    Hätte klappen können … hat nicht geklappt, weil … siehe Beitrag von us.online.

  59. crisscross04 sagt:

    @rjonathan:
    Dein Konjunktiv in puncto Trainerfrage ist definitv falsch.

    Keller hatte keine Persönlichkeit, was ihm dann auch um die Ohren geflogen ist. Das hätte dir jeder drittklassige Personaler im ersten Vorstellungsgespräch bescheinigen können. HH & CT haben das scheinbar ignoriert, nicht erkannt oder wollten genau das. Auf alle Fälle kann ein Trainer mit einem solchen Defizit auf Dauer nicht funktionieren. Schon gar nicht auf Schalke.

    Und RdM? Seht ihr da einen Trainer mit einer Ausstrahlung oder gar Selbstbewußtsein? Einer, der Ideen und Visionen hat? Einer, der mal Klartext redet oder deutliche Worte findet? Ich nicht!
    Es gibt wirklich keinen Trainer in der Bundesliga, der so wenig Persönlichkeit ausstrahlt wie unser Trainer – meine Meinung.
    Allein die PK nach dem letzten Spiel zeigt mir, wie wenig davon ein RdM besitzt. Selbst ein aktuell Tabelllenletzter, Breitenreiter, hat ein ganz anderes Auftreten – trotz der aktuellen Situation und der bitteren Niederlage.

    Und wenn RdM das nicht in der Öffentlichkeit kann, wie sehen dann die Ansprachen an die derzeit verunsicherten Spieler aus?

    Etwas polemisch gesagt, kommt mir manchmal RdM wie ein „Keller im Anzug“ vor.

    Nein, das Bündnis wird auch hier frühzeitig beendet werden. Nicht jetzt, aber in der nächsten Krise. Kein Konjunktiv.

    Den Rest hat ja schon us.online aus meiner Sicht völlig richtig dargelegt.

  60. Ney sagt:

    Dann feuern wir den dritten Trainer in Folge wesentlich aus demselben Grund, weil er bei Pressekonferenzen nicht gut rüberkommt?

    Ein Glück, dass ich mir dieses Zeug nie angucke, scheint die Gewichtung von Beurteilungskriterien ja gewaltig zu verschieben.

  61. Pukki1904 sagt:

    @rjonathan
    ich verstehe deine Argumente gegenüber guten Trainern wie Klopp oder Tuchel überhaupt nicht und ich finde sie auch überhaupt nicht logisch.Mittlerweile hört sich das nur noch nach persönlichen Vorbehalten an. Es ist ja ok jemanden unsympathisch zu finden, dann aber zu behaupten, das hätte auf Schalke nicht geklappt, finde ich ehrlich gesagt unreflektiert.Genau dass ist doch u.a. Schalkes Problem seit Jahren, dass genau solche Trainertypen fehlen. Mit einer eigenen Spielphilosophie und Durchsetzungsvermögen- übrigens in alle Richtungen- sowohl gegenüber den Fans als auch gegenüber der Vereinsführung.Klopp kann man mögen oder nicht aber wie der die Ruhrgebietsmentalität verkörpert ist schon beeindruckend. Also warum bitte hätte der auf Schalke nicht funktioniert? Tuchel ist da sicher noch mal ein ganz anderer Typ aber der wird das in DO sicher hinkriegen und dann schauen die Schalker wieder neidisch nach Do, wenn die in der nächsten Saison ihre Erfolge einfahren.Das solche Trainer nicht verpflichtet werden hat doch nichts mit Mut zu tun sondern viel eher mit dem Gegenteil-. Horst Heldt fehlt offensichtlich der Mut einen wirklich starken Trainertypen auf Schalke zu verpflichten. Oder wie soll man das ganze Sonst interpretieren?

  62. crisscross04 sagt:

    @Ney:
    Ist klar… Wach auf. Es geht hier nicht „um gut rüberkommen“, sondern um Persönlichkeit gepaart mit Führungsstil und Standing. Und das haben weder Keller noch RdM.

    Ich kann leider die Trainer nur aufgrund ihrer PKs, Interviews und ihr Verhalten auf dem Platz beurteilen, welche Konzepte, Ideen und Vorstellungen hinter ihren Mannschaftsaufstellungen stecken.

    Und wenn einer da „nicht gut rüberkommt“, zeigt mir das, dass er wahrscheinlich gegenüber der Mannschaft genauso wenig „rüberbringt“.

  63. Rjonathan sagt:

    @pukki1904

    Mein Argument gegen diese Trainer ist, dass sie nicht zu Schalke wollen. Sonst nix. Sie werden aber dennoch ständig ins Feld geführt. Und unsere Führungsetage wird angegriffen, dafür dass sie es nicht schaffen ein Schalke zu bauen, das diesen beiden Trainern nicht gefällt. Wie kann man sich an zwei (ja: herausragende) Einzelpersonen derart anbiedern. Wir könnten uns auch argern, dass Guardiola oder Mourinho nicht zu uns wollen. Oder Beckenbauer. Oder Weisweiler. Die Fixierung auf einen Typen und seinen Klon finde ich nervig. Und wenn der Anspruch an das Management ist, besorg uns einen von den beiden, oder du fliegst raus – dann ist das einfach lächerlich.

    @crisscross04
    Ich halte es mit Ney. Ich bin der Meinung, dass man es meistens gar nicht gut beurteilen kann, ob und wie ein Trainer für die Misere verantwortlich ist – oder ob es andere Rahmenbedingungen gibt, die dem Erfolg im Weg stehen. Wenn wir aber unterhaltsame PKs haben wollen, dann lass uns doch mal Mario Barth fragen. ;)

  64. Ney sagt:

    Ach Du liebes bißchen. Und ich dachte, ich übertreibe einfach mal aus Frotzelei. Dass über das interne Wirken und die Qualität des Trainers wirklich und wahrhaftig anhand von PK-Auftritten geschlossen wird, hätte ich nicht erwartet.

    Stimmen die Punkte, ist dasselbe halt nicht problematische Persönlichkeit / falscher Führungsstil / mangelndes Standing, sondern „cool“ oder was immer.

  65. crisscross04 sagt:

    Es geht mir doch gar nicht, um einen Unterhaltungsfaktor bei PKs oder sonstwo, sondern ob ein Trainer in der Öffentlichkeit Selbstsicherheit über seine getätigten Maßnahmen ausstrahlt.
    Ich glaube, dass die Außendarstellung bzw. -wirkung sehr wohl ein Spiegelbild dafür ist, wie er mit seiner Mannschaft „umgeht“ bzw. kommunizieren kann und was er überhaupt zu sagen hat. Auch eine gewisse Selbstreflektion ist dabei nicht ganz unwichtig.
    Außerdem spiegeln Interviews und PKs sehr wohl wieder, was ein Trainer im Verein zu sagen hat und was er dadurch im Umkehrschluss überhaupt bewirken kann.
    Und das alles habe ich bei Keller vermisst und vermisse es auch bei RdM.

    Dass dieses fehlende, ich nenne es mal „Standing“, der alleinige Grund der Misere ist, habe ich nie behauptet. Aber es ist sicherlich nicht gerade förderlich.

    Und zu dem Thema „Qualität des Trainers“: Woran misst ihr denn die Qualität des Trainers?
    Am Erfolg der Mannschaft? Am Teamspirit? Am Kampfgeist? Am kreativen Spielwitz? Am funktionierenden Abwehrbollwerk? Alles nicht vorhanden.

    Alleinig CT & HH sind von der Qualität des Trainers überzeugt und halten zu ihm. (Grundsätzlich finde ich das ja nicht schlecht)

    Für mich zeichnet sich ein Trainer dadurch aus, wenn er keinen Erfolg hat, dass er eine Mannschaft auch in schwierigen Zeiten aus einer Krise herausführen kann. Nur bei uns dauert die Krise einfach schon zu lange und ich sehe keine Besserung. Im Gegenteil.

    Aber genau da spiegeln für mich die öffentlichen Auftritte sein Handeln wieder: ich sehe RdM rat-, konzept- und formatlos. Höre jeden Spieltag neue Standard-Parolen, die am nächsten Spieltag wieder nicht von den Spielern abgerufen werden.

    Aber das ist „nur“ meine Meinung. Mir sind in meiner beruflichen Laufbahn noch nicht so viele rat- und formatlose Personen in Führungspositionen begegnet.

    Aber nun gut, jedem seine Meinung.

  66. blues sagt:

    Darf man ernsthaft annehmen, irgendein Trainer auf Schalke hätte auch nur den Hauch einer Chance, wenn der der Vorsitzende des Aufsichtsrates häufig in der Kabine auftaucht?

    Wohl zum wiederholten Male ist unser ostwestfälischer Wursttycoon nach dem Paderborn Spiel in der Kabine aufgetaucht und hat seine Erfahrungen aus dem fabrikmäßigen Abschlachten und Verarbeiten von Tieren aufs Fußballgeschäft übertragen: „Wir liefern seit Monaten ein schlechtes Produkt ab! Wenn ich so eine schlechte Wurst machen würde, würden die Kunden sie mir vor die Fabrik schmeißen!“ Auf das Spiel der Mannschaft haben jedoch solche Blut & Wurst Reden für jeden erkennbar, nur noch negative Auswirkungen.

    Nicht nur mit seinen Blut & Wurst Reden ist Tönnies gescheitert, sondern auch mit seiner Strategie. 15 lange Jahre versucht Tönnies seine Erfolge mit der Wurst auch auf den Platz in der Arena zubringen. Er war dabei nur bei mit Reklame für seine Produkte auf den Werbebannern und mit seinen Produkten in den Würstchenbuden erfolgreich.

    Viele, viele Jahre in denen kaum Schulden abgebaut und keine Meisterschaft gewonnen wurde. Clemens Tönnies sollte jetzt den Weg frei machen. Außer ihm selbst, würden das nicht mehr alle Schalker als „Weglaufen“ empfinden, sondern neben einem notwendigen Umbruch auch als Erlösung von seltsamen Eitelkeiten. Die Spieler würden die seltsamen Motivationsreden kaum vermissen und könnten sich weg von der Wurst wieder auf den Fußball konzentrieren.

  67. mika sagt:

    @blues

    Volle Zustimmung.

    In den letzten 15 Jahren haben wir keinerlei Fortschritte erzielt, die in einem gesunden bzw. angemessenen Verhältnis zu den aufgewendeten finanziellen Mitteln stehen.

    Ein Schuldenabbau hat nicht stattgefunden,
    Aussendarstellung nur noch zum fremdschämen,
    sportliche Leistungen miserabel mit Tendenz nach unten, frei nach Fabian Ernst 2005: „Wir können noch schlechter spielen!“

    Ich verstehe auch gar nicht, das unsere Teilnahmen an der CL als Erfolg bewertet werden. Nach der Gruppenphase waren wir immer absoluter Aussenseiter und es gab meistens Langholz….

    Mir graust schon vor der nächsten Saison, weil sich wieder gar nichts ändern wird in unserem „Komödianten-Stadl“….

  68. michael sagt:

    Sorry, da ein ich doch eher bei @crisscross04. Ein Trainer mit Format muss genau das bringen: Klare Ansprache, der muss sich voll reinhängt und eine Spielidee haben. Ein Standing und der gnadenlos ausmistet, wenn ein Spieler oder das Mannschaftsumfeld nicht mitzieht. Einen der die Sprache der Fans versteht und ein Herz hat, der den Mut zum Risiko hat, aber die grundlegenden Tugenden dabei nicht vergisst.
    Das alles vermisse ich leider bei RDM größtenteils. Mag sein, dass der von HH und CT klein gehalten wird, aber genau das spürt das Umfeld und die Spieler, und dann läuft es eben in die falsche Richtung.

  69. Jan sagt:

    Zitat blues: „Darf man ernsthaft annehmen, irgendein Trainer auf Schalke hätte auch nur den Hauch einer Chance, wenn der der Vorsitzende des Aufsichtsrates häufig in der Kabine auftaucht?“

    Zitat aus der Vereinssatzung: „Der Aufsichtsrat kontrolliert die Wahrnehmung der Vereinsaufgaben durch den Vorstand.“ Das entscheidende Wort ist „kontrolliert“ — aus der operativen Geschäftsführung hat sich der AR herauszuhalten. Aus den Medien gewinne ich wiederholt den Eindruck, dass unser AR-Vorsitzende seine Kompetenzen nach Belieben überschreitet und ihn dabei niemand in die Schranken zu weisen vermag. In sofern finde ich es fraglich, in welchem Umfang die jahrelange Misere vom Sportdirektor und/oder von ständig wechselnden Trainern zu verantworten ist. Wer von denen hat denn eine Chance, wenn sich der AR-Vorsitzende derartig ins operative Geschäft einmischen kann?

    Und mir möge bitte niemand wiederholte CL-Teilnahmen als Leistungsnachweis präsentieren. Der Schuldenberg, mit dem diese Teilnahmen erkauft wurden, spricht m.E. für sich. Die aus dem anderen Dorf hat ein solches Geschäftsmodell vor Jahren fast die Existenz gekostet. Man schaue sich mal EBITDA von Schalke 04 und der ungeliebten Thekenmannschaft aus Norditalien im Vergleich an. Da sieht man, wer von der Substanz lebt und wer eine solche erwirtschaftet.

  70. leoluca sagt:

    „Draußen war es deutlich angenehmer als im VIP-Bereich.“

    Horst Heldt soeben auf der PK zu den vielen Diskussionen vom letzten Samstag.

  71. rjonathan sagt:

    @Jan
    Zieh mal die Anteilsverkäufe an Adidas, Audi und Allianz ab, dann sieht das anders aus. Und rechne bei Dortmund einen Stadionbau drauf, dann sieht das bei denen auch anders aus. Möchte hier ja nix schönreden. Aber so einfach is die Welt nu ma auch nich.

    Interessanterweise kommt der beste Kommentar zur Krise aus der Bild-Zeitung. Fragt mich nicht, was mich geritten hat den zu lesen, aber ich fand ihn so gut, dass ich ihn hier jetzt sogar verlinke:
    http://www.bild.de/sport/fussb......bild.html

  72. MarkuS04 sagt:

    Ist RdM der Richtige? Sieht im Moment sicher nicht so aus. Ich fand die Entscheidung aber gut, und es hat ja auch nicht so schlecht angefangen.
    Aber mit dem Spiel in Frankfurt und dem anschließenden 1:1 gegen Bremen (das hätten auch 6 Punkte sein können) ist irgend etwas in der Mannschaft passiert, danach ging es dramatisch abwärts. Aber ist das nur die Schuld des Trainers? Es gibt hier im Forum viele interessante Anmerkungen, aber wie das Innenverhältnis der Mannschaft einschl. Trainer wirklich ist, ich kann mir da keine abschließende Meinung bilden. Daher würde ich ‚riskieren‘ mit di Matteo in die nächste Saison zu gehen, und sehen was dann passiert. Dazu noch ein paar neue Spieler (trotz aller Bedenken fände ich Khedira gut), und die ‚faulen‘ Äpfel aussortieren.

    Noch was zum Thema Klopp als ‚Heilsbringer‘ in Dortmund. Ich glaube, die Ausgangssituation bei DO war ganz anders, als es heute bei uns ist. Die Mannschaft war am Boden, praktisch ohne Perspektive irgendwo im Mittelfeld / Niemandsland. Es gab einige Hoffnungsträger davor (Röber, Doll), die nicht funktioniert haben. Dann kam Klopp, hatte in den ersten 2-3 Jahren wenig bis gar keinen Erfolg, sortierte dafür aber einen Publikumsliebling nach dem anderen aus (ich habe das alles hautnah mit erlebt – ich wohne in Dortmund, und viele Freunde und Bekannte, sogar meine eigene Partnerin ;-)) sind BVB-Fans). Da waren die Fans nicht begeistert. Und genau dieses Szenario 1-2 Jahre zu warten auf Besserung, halte ich bei uns schlicht für unmöglich. Das wäre aber bei einer kompletten Neuausrichtung des Kaders (was auch unter Tuchel sicherlich passieren müsste) sicherlich zu erwarten (ich glaube, Chr. Metzelder hat mal irgendwann bei Sky erwähnt, das mit Spielern wie Draxler, Meyer, Farfan das Klopp’sche / Tuchel’sche System nicht umsetzbar wären).

  73. leoluca sagt:

    @rjonathan.

    Eine wirklich gute Viergroßebuchstaben-Analyse, auf die ich normal nicht gestoßen wäre.

    Aber eigentlich dann doch nicht überraschend: Man muss nur mal die zweite Reihe ran lassen, schon wird’s besser ….

  74. Ney sagt:

    @rjonathan: Ja, bemerkenswerter Kommentar.

    Überrascht hat hat mich diese drastische Einschätzung:

    Das Bedrohliche: Zieht Tönnies als Ober-Bürge den Stecker bei den Banken, ist Schalke (Konzern-Schulden: ca. 200 Mio Euro) über Nacht so gut wie platt. Ein Kollaps-Szenario.

  75. Malte sagt:

    @Ney

    Genau das ist das große Dilemma. Es ist die pure Macht, die Tönnies Einflussbereich sichert. Deswegen ist das im Artikel dargestellte Szenario wahrscheinlich wirklich die einzig realistische Hoffnung die man haben kann. Problematisch ist allerdings, dass Tönnies an einem finanziell gesunden FC Schalke wohl wenig Interesse hat. Denn dann wäre er verzichtbar.

  76. leoluca sagt:

    Aber mit dieser puren Macht leben wir seit mindestens 15 Jahren.

    Die vielfachen Rücktrittsforderungen der vergangenen Wochen, so radikal sie sich geben, wirken auf mich eher naiv, ich halte sie auch für eine Ausblendung der zahlreichen Schalker Erfolge im vergangenen Jahrzehnt.

    Sie müssen ja genauso erklärt werden, wie das heftige Wanken unseres Clubs derzeit, das sich länger vorbereitet hat, und das nach mehr Macht- und Gewaltenteilung, Kooperation und Kompetenz verlangt.

    Was ich bei Tönnies nicht kapiere: Diese Macht und dieser Erfolg, den er zweifellos hat, hindert ihn nicht daran, sich – und damit Schalke 04 – öffentlich lächerlich zu machen. Mir gruselt jetzt schon vor dem nächsten DoPa-Auftritt, der, wenn die Gerüchte stimmen, für nächsten Sonntag ansteht.

    Wie oft hat er sich von den Boulevard-Pimpfen dort schon zum Tanzbären machen lassen. Der Folklore-Kasper als Repräsentant einer der größten Ligaclubs in Deutschland. Von solchen Auftritten sollte der große Vorsitzende wirkliçh zurücktreten.

  77. Malte sagt:

    Die öffentlichen Auftritte unseres Obermetzgers sehe ich eher positiv. Denn sie sind es, die seine Kompetenzüberschreitungen überhaupt erst öffentlich und damit diskutierbar machen. Ein im Stillen SMS schickender, die Mannschaft zusammenstauchender und mit Gazprom verhandelnder Aufsichtsratsvorsitzender wäre am Samstag bestimmt nicht so angefeindet worden. Als naiv sehe ich die Rücktrittsforderungen allenfalls aufgrund monetärer Sachzwänge, wodurch hat sich Tönnies denn sonst unersetzlich gemacht? Was wir brauchen ist mehr Sachkompetenz, meinetwegen gerne in Ergänzung zu Horst Heldt.

    Dass mit den 15 Jahren relativiert sich übrigens, wenn man berücksichtigt dass Rudi Assauer bis vor etwa 10 Jahren noch gewirkt hat. Auch wenn er gerade am Ende bestimmt einiges falsch gemacht hat, hat Schalke unter seiner Ägide die größten Schritte nach vorne gemacht. Tönnies hat seine Macht stetig ausgebaut, aber seit dem Ende der Magath-Zeit scheint er noch mal deutlich einflussreicher geworden zu sein.

    Einigermaßen erfolgreich war Schalke zuletzt, das ist richtig. Durch gute Jugendarbeit und einen aufgeblasenen Gehaltsetat, um es mal verkürzt zusammenzufassen. Aber diese starke Abhängigkeit von einer Einzelperson ist brandgefährlich für den Verein, das sollte einen schon die Vereinshistorie lehren.

  78. Lurker04 sagt:

    Nach Sonnenkönig jetzt Schnitzelkönig.

  79. blues sagt:

    @leoluca

    „…die zahlreichen Schalker Erfolge“ müssen erklärt werden?

    Dann erkläre mal. Aber welche Erfolge? Schon wer Zweiter ist, hat verloren.

    Solche Behauptungen wie oben werden ja nicht besser, dadurch dass sie auch in der Bildzeitung stehen und hier wiederholt werden.

    Ein Pokalsieg in den letzten 10 Jahren, ist doch gemessen am Spieleretat, der Schalker Kostenseite und den Ansprüchen gar nichts.

    Und zu behaupten, dass Schalke unter Tönnies die letzten 10 Jahre ein Verein mit finanziell gesunder Struktur geworden ist, wäre auch eher lächerlich. Macht, Geld und Einfluß, der Oligarchenanteil in der Schalker Mischung sind auch eher ein Fall für Transparency International als ein schlechtes Beipiel für folkloristisch interpretierte Eitelkeiten einer provinziell anmutenden Vereinsmeierei.

    Tönnies konnte seine Erfolge aus der Fleischerindustrie nicht in die Fußballbranche übertragen. Er hatte 15 Jahre Zeit zu zeigen was er drauf hat, er produziert aber nur Schuldenblasen und eitle TV-Auftritte. Tönnies streitet sich seit Jahren heftig mit dem Sohn seines toten Bruders in dessen Namen er vorgeblich überhaupt erst auf Schalke agiert. Werden vor dem Hintergrund von solch langen und heftigen Familienstreitigkeiten nicht sogar letze Versprechen als Totenbettfolklore instrumentalisiert?

  80. blues sagt:

    @rjonathan; @Ney

    Das Bedrohliche: Zieht Tönnies als Ober-Bürge den Stecker bei den Banken, ist Schalke (Konzern-Schulden: ca. 200 Mio Euro) über Nacht so gut wie platt. Ein Kollaps-Szenario.

    Wenn das so stimmt, kann man es in der Tat kaum deutlicher ausdrücken, dass es Tönnies die letzten zehn Jahre versäumt hat, dem Verein gesunde finanzielle Strukturen zu verpassen. Stattdessen steckt der Verein in der Abhänigkeit von diesem einen Mann? Wenn es so ist, muss sein Wirken erst recht ein Ende haben. Jetzt ein Ende mit Schrecken, als dieser Tönniesches Schrecken ohne Ende,ohne Meisterschaft und dann bald ohne e.V.

  81. leoluca sagt:

    @Blues

    Die Auffassung, dass die letzten 15 Jahre auf Schalke durchaus erfolgreiche Jahre waren, wird gewiss dadurch nicht besser, dass auch die Bild das schreibt. Aber sie wird dadurch auch nicht schlechter.

    Wer glaubt „Schon wer Zweiter ist, hat verloren“, muss das natürlich anders sehen.

    Schalke gehört seit über 10 Jahren zur Ligaspitze, die mal aus drei bis vier und derzeit aus vier bis fünf Clubs besteht. Davor waren wir zuletzt Anfang der 1970er oben mit dabei.

    Die große Nervosität haben wir doch gerade deshalb, weil diese starke Position, die der Club erreicht hat, nun ernsthaft auf dem Spiel steht und die Führung das scheinbar jetzt erst erkennt, weil die Vereinsbasis tobt.

  82. Jan sagt:

    @Ney: Anteilsverkäufe sind nicht Bestandteil des EBITDA.

  83. Torsten sagt:

    Noch eine Beitrag zu diesem „wenn dem so ist“:

    Wenn dem so ist, hat er doch alles in der Hand. Wieso sollte er dann die Umwandlung vom e.V. in eine AG oder sonstige Gesellschaftsform forcieren, was ihm ja von (mehr oder weniger) den gleichen Kritikern unterstellt wird?

    Das erscheint mir als nicht zusammen passend. Gesellschafter oder Anteileigner kaufen sich immer auch Einfluss und Einblick. Da würde er automatisch auch kontrolliert werden.

    Umgekehrt: Wenn er die Umwandlung des Clubs in eine andere Gesellschaftsform forciert, dann handelt er gegen die jetzige Allmachtssituation. Dann kann man das natürlich immer noch scheiße finden, aber der Vorwurf, er würde eine Umwandlung aus dem „bösen“ Grund wollen, damit er sich den Club endgültig in die Tasche stecken kann, der zieht dann nicht. Denn „wenn dem so ist“, steckt der Club da ja schon.

  84. blues sagt:

    @Torsten

    Zwischen „bürgen“ „um in der Hand zu haben“ und „besitzen“ als rechtlicher Eigentümer liegen halt ziemliche Welten! Ein Mit-Eigentümer der AG hat einen klaren rechtlichen Status, auch bei der Einflußname. Dazu kann der Aktionär seinen Anteil jederzeit weiterverkaufen. Tönnies als AR muss seine satzungsgemäßen Grenzen dauernd negieren um den Verein „in der Hand zu haben“.

  85. blues sagt:

    @leoluca
    ich „glaube“ das nicht nur, dass der Zweite mindestens immer gegen den Ersten verloren hat, sondern es ist ein Fakt. Die Wettbewerbsregeln in der Bundesliga und im DFB-Pokal sind da eindeutig.

  86. Roman sagt:

    In meinen Augen spielt sich da im Augenblick nicht nur ein sportliches und vereinspolitisches Drama ab, sondern auch eine menschliche Tragödie.

    Wie man hört, hat es diverse Versuche gegeben, Clemens Tönnies zu bewegen, weniger und vor allen Dingen behutsamer in der Öffentlichkeit aufzutreten. Auch mal bitte nicht die Bild-Zeitung zu bedienen. Geholfen hat dies anscheinend insofern nicht, als dass er nun am Sonntag im Doppelpass bei Sport1 als Gast auftritt. Nach allem, was ich in den letzten Wochen erlebt habe, gehe ich nicht davon aus, dass die Außendarstellung am Sonntag fundamental besser wird.

    Aber nun zur menschlichen Tragödie. Es kommt mir vor, als hätte Clemens Tönnies überhaupt niemanden mehr, keinen guten Freund, der ihn mal beiseite nimmt und ihm sagt „so geht das nicht, Clemens“. Es gibt viele Leute, die das anscheinend grad versuchen, aber er hört auf niemanden. Gibt es da wirklich niemanden, auf den er hört? Kein Vertrauter? Ist er es wirklich nur gewohnt, dass ihm Leute nach dem Mund reden und er sich vielleicht auch deshalb nur mit solchen Menschen umgibt?

    Das wäre wirklich tragisch. Auch für ihn als Mensch.

    Meine persönliche Meinung: Clemens Tönnies steht einer besseren Lösung für unseren Verein inzwischen im Weg. Wenn es bislang sein Handeln war – ob etwaige Eingriffe in das operative Geschäft oder ob seltsame Auftritte in den Medien -, das den Verein beeinträchtigt hat, so ist es inzwischen seine Person als solche. User crisscross04 u.a. haben es bereits schön beschrieben, ich nehme das nochmal auf:

    Wer immer meint, dass es mit einem neuen Trainer oder Sport-Vorstand besser wird, sollte sich vor Augen führen, dass wir höchstwahrscheinlich keinen guten Sport-Vorstand oder Trainer mehr bekommen werden. Der Karriere-Knick ist nämlich schon vorprogrammiert, denn seit Jahren zeigt sich das immer gleiche Szenario. Welcher Trainer will schon gerne eine Marionette sein? Wer tut sich das freiwillig an? Das kann nur jemand sein, den man mit Geld (und einer quasi schon reservierten Abfindung) lockt. Leute, die man mit Geld lockt, interessiert Geld. Nur Geld. Und bei den Spielern sieht es doch nicht anders aus. Auch die sind nur noch mit viel Geld zu locken, nicht aber mit Perspektive. Und so schließt sich der Kreis zu den sportlich gezeigten Leistungen auf dem Platz.

    Vor etwa drei-vier Wochen – so genau weiß ich das gar nicht mehr – hab ich hier in den Kommentaren geschrieben, dass Schalke 04 ein Führungsproblem hat. Mir wurde damals von einigen Usern entgegnet, es wäre doch wenn überhaupt nur eine sportliche Krise, allenthalben ein Kommunikationsproblem, aber ein Führungsproblem wäre das doch sicher nicht. Ich lasse das jetzt mal so stehen.

  87. rjonathan sagt:

    @Roman
    Wenn du auf die Diskussion im Artikel „Schuld-Bescheinigung“ anspielst, dann hatte ich da eher den Eindruck, dass (nicht zuletzt dank Deiner Beiträge) da am Ende große Einigkeit über die Führungskrise herrschte. :-)

  88. Malte sagt:

    Ob bei Tönnies schon die Dimension einer menschlichen Tragödie erreicht ist kann ich nicht beurteilen. Aber für mich las sich der Bild-Artikel wie der Ratschlag eines guten Freundes. So in der Art „Hömma Clemens, bist nen Töften. Aber auf Schalke musst Du langsam mal nen Gang zurückschalten, sonst läuft die Sache völlig ausm Ruder.“

    Und diese Freundschaft ist wohl unzweifelhaft.

  89. Taisumi sagt:

    SSNHD meldet heute Castro wechselt von Kusen zum BxB. An anderer Stelle las ich heute Reinartz geht zur Eintracht nach Frankfurt. Rolfes beendet seine Karriere. Heißt: gut für Schalke! Denn bis auf Sven Bender und Christopher Kramer hat Kusen in der kommenden Saison keine anderen defensiven Mittelfeldspieler. Die Lücke zu füllen, wird schwierig, denke ich. Nächste Saison also ein Konkurrent weniger für S04. ;-)

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