Der letzte Job

Da steht er nun. Die Mundharmonika spielt. Überall Staub.

Er hatte ein schlechtes Jahr. Probleme. Er wird mit ihnen nicht fertig, ist unorganisiert, lebt von der Hand in den Mund. Noch fühlt er seinen Stolz, ab man sieht ihn ihm nicht mehr an. Er wankt. Er versucht selbstsicher zu wirken, aber das nimmt ihm niemand mehr ab. Er ist froh, wenn er zur Ruhe kommen kann. Aber da ist noch ein letzter Job.

Da ist noch der Andere, den er zu erledigen hat.

Dem Anderen geht es noch schlechter. Vor 25 Jahren war der Andere noch eine große Nummer. Damals konnte er sich nicht mit ihm messen. Als er später selbst fast ganz oben war, hatte der Andere seinen Anteil daran, dass er doch wieder scheiterte. Doch danach ging es mit dem Anderen stetig bergab. Nun hat er ihn an der Kandare. Sie konnten sich noch nie leiden.

Der Andere darf ihm nicht entwischen. Das darf nicht auch noch passieren, jetzt, da sie eh schon alle auf ihn zeigen, über ihn reden. Er muss es schaffen, auch wenn er längst daran zweifelt, dass es ihm Genugtuung bringen wird. Letztlich sind sie sich doch arg ähnlich.

Überall Staub. Die Mundharmonika spielt. Da steht er nun. Und wankt.



36 Kommentare zu “Der letzte Job”

  1. Malte sagt:

    Oh Mann Torsten, da hast Du ja noch mal richtig einen rausgehauen. Champs-Élysées!

  2. Basten04 sagt:

    Not gegen Elend,
    Pest oder Cholera.

    Wir fahren trotzdem nochmal mit. Was sonst?
    Noch einmal Support, ohne Einschränkung, vorbehaltlos. Zum letzten Mal? Ma gucken.

    Und ich will sehen, dass sich die Mannschaft auch für die Paderborner nochmal den Arsch aufreißt!
    Das sind wir denen schuldig, ich will dass die in der Liga bleiben. Weil ich deren Kampfgeist schätze.

    Weil ich den bei uns so sehr vermisse. Mir ist völlig Wurscht, wessen Kopf bei uns stinkt, ich maße mir nicht an die Arbeit der Vorstände oder des AR zu bewerten. Ich kann die ganzen Expertisten und Experteusen mit ihrer Klugscheisserei nicht mehr hören. Ich bin einfach nur Fan und wünsche mir für Samstag nur eines:

    Ich will unsere Jungs nochmal kämpfen sehen, und zwar alle, egal wie sie heißen, was sie verdienen oder wo sie in Zukunft spielen werden.

    Glück auf!

  3. Jan sagt:

    Vielen Dank dafür. Einer der Höhepunkte des Tages!

  4. tenkelberry sagt:

    Einfach nur großartig! Danke!

  5. nocheinstefan sagt:

    Hammer
    Starke
    Verse

  6. wilbor sagt:

    Klasse.
    Aber ich glaube, dass es ihm gar nicht so wichtig ist, den Anderen zum Scheitern zu verhelfen. Nicht wegen damals und auch nicht weil man sich eh nie leiden konnte. Ich fürchte, es ist ihm einfach egal.

  7. michael sagt:

    Sehr schön. Aber im Augenblick haben wir im Duellieren keine Chance. Müssen erst mal auf Entziehungskur und dann fleißig üben…..

  8. Stollengewitter sagt:

    Amen!

  9. Voice sagt:

    Heute jährt sich der Tag seines größten Triumphes. Und die Kinder, die an diesem Tag geboren wurden, werden heute volljährig. Wie schnell die Zeit vergeht und wie lange man schon dabei ist, man, man, man…

  10. throgsgafen sagt:

    Grandios.

  11. BlueNote sagt:

    Schöne Metapher, Torsten.

    Eigentlich möchte ich das Gesicht des Anderen nicht im Staub liegend sehen. Ich trete lieber gegen ihn an im nächsten Jahr als am Böllenfalltor, bei den Gehörnten oder bei den Nachfahren von Euro-Eddy.
    Andererseits täte es auch mir für die Landbrote unheimlich leid. Die haben letzten Samstag viel Sympathie bei mir erworben.
    Macht keinen Spaß sowas…

  12. detlef sagt:

    Starkes Teil. Ein Lachen huscht über mein Gesicht. Ein flüchtiges, denn der Eine macht mich traurig, der Andere eher nicht. Gleichgültig ist mir der.
    Und trotzdem werde ich Anteil nehmen am Schicksal, familienbedingt.

  13. Matthias sagt:

    Großartig, danke dafür. Am Ende habe ich fast ein Tränchen verdrücken müssen.

  14. Ney sagt:

    Man kennt ja die Mundharmonika-Melodie aus „Spiel mir das Lied vom Tod“
    https://www.youtube.com/watch?v=sqkHCKcQIkQ

    Der Ursprung dieser Melodie passt zu dem Spiel am Samstag…?
    http://www.moviepilot.de/files.....-Tod-1.jpg

  15. andres sagt:

    auch wenn wir uns bei allem Schrecken, nicht dem Tode nahe sehen sollten.
    gilt für den einen wie den anderen

  16. Ney sagt:

    football…bloody hell

  17. hellwach sagt:

    Wie merk ich mir das nur? Robert Bronson? Charles Tönnies? Henry Beiersdorfer? Bruno Fonda? Sergio Wieland?

    Aber ich merke es mir, gewiss! ;-)

  18. Steffen sagt:

    Mit Vorleserstimme vorhin einer fussballverrückten Freundin als Sprachnachricht vorgesäuselt, großes Kino! Danke

  19. Torsten sagt:

    Mein Text als von Freundinnen vorgesäuselte Sprachnachricht?
    Die hätte ich dann gerne cc in mein Mailpostfach …

  20. Guybrush Threepwood sagt:

    Kann mir mal einer erklären warum wir uns noch nie leiden konnten?
    Beim damaligen Saisonfinale 2001 hatte ich das gegenteilige Gefühl.
    Dieses ganze Gedöns um angebliche Fanfeindschaften wird mir immer suspekt bleiben, jedoch würde ich meine diesbezügliche Wissenslücke gerne füllen.

    Als Gast in vielen Stadien hatte ich noch nie irgendwelche Probleme mit den Fans der gegnerischen Mannschaft oder ein diesbezügliches Unwohlsein (ausgenommen Köln und Dortmund).
    Ich weiß zwar auch, dass wir eine Fanfreundschaft mit Nürnberg haben, obwohl ich mehr Aktivitäten mit den Gladbacherfans erlebe (offenes Fanhaus, gemeinsame Treffen in der Innenstadt und am Bhf. Rheydt usw.).
    Nun sollen wir auch, von unserem Verein vorgegeben, bitte Zenit St. Petersburg mögen. Eine Anhängerschaft, die zum großen Teil offenen Rassismus auslebt.
    Ein oktroyierter Unsinn dem ich nicht folgen will.

  21. #Link11: Schlange stehen vor dem Schicksalsberg | Fokus Fussball sagt:

    […] 8. Nochmal 1.Bundesliga, nochmal Abstiegskampf. Und Verarbeitung. Ein Western aus dem Westen, man hört förmlich die Musik im Hintergrund. Im Königsblog, von Torsten Wieland. “Der letzte Job“. […]

  22. Torsten sagt:

    Gerade bei Facebook, der Herr Schultze, seines Zeichens HSVer:

    Herr Gott wir kennen uns nur vom Hören
    Und ich will auch gar nicht lange stören
    Das Beten ist mir völlig fremd
    Drum red ich einfach ungehemmt

    Am Samstag brauchen wir ein Tor
    (Was komm ich mir grad komisch vor)
    Und zwar eins mehr als S04
    Ja darum Herrgott bitt ich Dir

    Ja Dir, denn Dich das reimt sich nicht
    Drum seh Dir in Dein Gesicht
    Und bitte Dich lass hier auf Erden
    Nicht auch den letzten Dino sterben

    Eine Liga ohne HSV
    Will hier unten keine Sau
    Drückst Du nochmal ein Auge zu
    Lass ich Dich ab sofort in Ruh

    Herr Ney & Co., bitte übernehmen Sie …

  23. BlueNote sagt:

    An einem lauen Maienabend
    Sah man elbabwärts Männer trabend
    Eine Raute auf der Brust
    Schien’s als hätten sie kaum Lust

    Die Uhr im Volksparkt tickert leise
    Seit ’63 ihre Weise
    Doch nun so scheint es ist bald Schluss
    Mit Hanseatenüberfluss

    Im weit entfernten Pott der Ruhr
    Herrscht dagegen Freude pur
    Ob all der supergeilen Spiele
    Und der Punkte, Tore, viele

    Dort ist die Stimmung ultrageil
    In Curva Nord vor allem weil
    Man hier seit Jahr und Tag
    Des Schlachters geile Würstchen mag

    So reist man nun auf letzter Felge
    Zum Dino an die großen Elbe
    Und kämpft mit breiter praller Brust
    Um Platz fünf und gegen Frust

    In Paderborn doch unterdessen
    Muss man sich mit den Schwaben messen
    Diese gelten hier im Land
    Als bauernschlau und mundgewandt

    Zudem und das ist ganz schön fies
    Sitzt auf der Bank dort Huub der Fries‘
    Und der will ohne Frage nicht
    Laterne sein mit rotem Licht

    In Niedersachsens Hauptstadt denn
    Erwartet man die Breisgau-Gang
    Und auf der Kraichengauer Wiese
    hofft man auf Herthas müde Füße

    Die Mundharmonika erklingt
    Schaurig und die Kugel blinkt
    derweil im Bajuwarenland
    man Pep sucht, der ist längst am Strand

    Aus lauter Championsleagueverdruss
    machte er mit Fußball schluss
    So tat es den Schalkern gleich
    und wurde ohne Schale reich

    Bleibt letztlich noch ein Blick nach Osten
    wo Blech und Sammers Haare rosten
    Kloppo singt dort kurz vor vier
    Die Nummer zwei im Pott sind wir.

    So sieht er aus in ein zwei Worten
    Der Showdown in den Ligaorten
    Und überall, das ist gewiss
    hat man vor Liga 2 viel Schiss.

  24. Jan sagt:

    Let this pernicious hour stand aye accursed in the calendar. (W. Shakespeare)

  25. Chris sagt:

    Und danach: Le roi est mort, vive le roi

  26. Horn sagt:

    Hallo,

    Vielleicht heute die dunkelste Stunde meiner Schalker Fankarriere. Ich hab zweite Bundeliga und Eichberg überlebt. Ich habe 2001 Tränen geweint ob der verpassten Meisterschaft. Ich habe grottenschlechte Spiele und Spieler auf Schalke gesehen. Ich habe es unbeschadet überstanden. Jetzt bin ich am Siedepunkt angekommen.

    Man könnte meinen vor Dortmund, Quali UEFA Cup erreicht, alles fast gut. Nix!!! Das macht die Sache noch schlimmer. Ich schäme mich, dass man Paderborn runtergezogen hat. Ich schäme mich, ob der desaströsen Außendarstellung und der grotenschlechten Auftritte. Es passt nix zusammen.

    Und wer von den Verantwortlichen auf Schalke meint, ein paar Suspendierungen würden Zeichen setzen hat sich geirrt. Irgendwer muss sich ja dafür verantwortlich zeichnen, so Graupen und charakterlose Spieler eingekauft zu haben. Da müssen sich schon Tönnies und Co. verantworten. Stattdessen missbrauchen sie den Verein zur skandalösen neurotischen Selbstinszenierung. Es geht für diese Leute nicht um Schalke, es geht um sie. Heldt ist glaub ich nur ne Marionette all der Machenschaften. Armer Kerl, aber ein Manager muss wissen was er tut und was er ausf Spiel setzt. Ein Mensch mit Charakter hätte längst das Handwurf geworfen. So hätte ich es auch von ihm erwartet. Sowas kann man nicht mittragen. Es sei denn er zeichnet sich doch dafür verantwortlich. Dann macht das für ihn die Sache auch nicht besser.

    Schalke ist auf Kohle gebaut. Es gibt nach wie vor sooo viele Menschen die sich dem Ursprung verbunden fühlen und lieber mit harter Maloche absteigen würden, als solch Darbietungen der derzeitigen Truppe zu ertragen. Von daher ziehe ich den Hut vor Paderborn und Freiburg. Leider hat das Gute im Fussball diese Saison nicht gesiegt.

    Gänsehaut habe ich letzte Woche beim Fanaufstand bekommen und das hat mir verdeutlicht, dass ich nicht alleine bin mit meiner Leidenschaft und es noch andere gibt, die wissen wo wir her kommen und was wir sehen wollen. Letzteres muss im Fussball einfach siegen. So hoffe ich, dass die Verantwortlichen zu Verstand kommen und das Zeitliche auf Schalke alsbald möglichst segnen.

    Abgesehen davon macht mir der Trend im Fussball sowieso große Sorgen. Ich mich gefreut habe, dass der Dortmunder Größenwahn Mitte 2000 jäh gestoppt wurde. Neidvoll habe ich allerdings zum BvB geschaut als Klopp neue Zeichen gesetzt hat. Hut ab, das war große Klasse!!! Die Fussballgeschichte gehört zu Recht ihm.

    Wenn aber der Größen- und Wirtschaftswahn weiter geht, haben wir demnächst Mannschaften wie Bayer Leverkusen, VW Wolfsburg, Audi Ingolstadt, Gazprom Schalke in der Bundesliga. Dann doch lieber wieder Parkstadion, Bökelberg, Westfalenstadion.

    Ich war noch nie so weit weg von meinem – nach wie vor geliebten Verein – vom Fussball generell wie heute. Das ist Murks was da läuft. Vielleicht schaffen es doch noch die „einfachen“ Fans die Verantwortlichen dazu zu bewegen wieder zum Ursprung zurückzukehren. Man muss doch die Wahnsinnigen irgendwie stoppen. Nach Schalke kann es jeden anderen treffen. Wir wollen doch einfach alle nur leidenschaftlich schönen, attraktiven Fussball sehen. Ich glaube das sind sich viele von uns einig. Die Tabelle ist leider aus diesen Augen ein Trauerspiel.

    In großer Demut

    Horn

  27. DeepBkue sagt:

    Glaube, dies ist mein erster Beitrag in dieser Saison.
    Meist war ich einfach nur erstaunt, Oder geschockt. Oder verständnislos. Oder völlig apathisch.
    Nun ist die Saison vorbei – endlich vorbei.
    Eine Saison, die mich sprach- und fassungslos zurücklässt,

    ob der offen zur Schau gestellten Leistungsverweigerung extrem gut bezahlter Spieler,
    ob des völligen Fehlens jeglicher Spielidee,
    ob der nicht erkennbaren oder nicht vorhandenen Sport- und Transferstrategie,
    ob der sich ewig wiederholenden „wir entschuldigen uns und geloben Besserung“-Platitüden seitens der Spieler und des Managements,
    ob der unglaublichen Realitätsferne bei der Beurteilung der eigenen Leistungen.

    Ich war heute schon soweit, meinen und die Mitgliedsausweise meiner Kinder kommentarlos zurück zu schicken.
    Doch da man ja auch nicht so einfach aus der Kirche austritt, werde ich da noch ein Nacht drüber schlafen.

    Ehrlich gesagt, würde ich eine kämpfende Nachwuchsmannschaft auf Platz 10 leichter ertragen als dieses fortgesetzte Leistungsversagen.

    Gute Nacht, Schalke.

  28. schalkoholiker sagt:

    Nie war es so leicht wie heute, diese unsägliche Uhr endlich auszuknipsen. Und selbst das haben wir nicht auf die Kette bekommen. Die Saison ist vorbei und ich schäme mich für meinen Verein. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

    @Torsten
    Dank an dieser Stelle für Deine Begleitung durch die Saison. Dein Blog ist ein prima Treffpunkt, um mit Gleichgesinnten Freude zu teilen (leider viel zu selten), Dampf abzulassen oder sich einfach nur verstanden zu fühlen. Und das ganze mit Qualität, Emotion und unerwarteten Griffen in die literarische Schatzkiste (s.o.). Sehr gut.

  29. Äärnz sagt:

    Kein Spaß heute, in Hamburg zu wohnen und Schalke-Fan zu sein. Vor dem Spiel hat meine Frau, langjähriger HSV-Fan, geweint in der Erwartung des direkten Abstiegs, nach dem Spiel ich. Bzw. geschäumt ob der unfassbar unsportlichen Einstellung de Mannschaft. Für diese lasche Einstellung hochbezahlter Profis gibt es nullkommagarkeine Rechtfertigung oder Entschuldigung. Kein Wille, kein Engagement, nur Wurstigkeit. Welches Selbstverständnis Haben diese Spieler eigentlich? Wie kommen die auf die Idee, mit so einer Haltung in ein so entscheidendes Spiel gehen zu können? Und was wird eigentlich im Training geübt und in der Kabine besprochen? Dass, um Lukas Podolski abzuwandeln, Fußball wie Mikado ist, nur ohne Stäbchen? Bitter für Freiburg, dadurch absteigen zu müssen. Für einen Moment überlegt man, dass man die Schalker zur Strafe verdonnern möchte, in der kommenden Saison für Freiburg zu spielen, aber dann denkt man, dass das die Freiburger auch nicht verdient haben. Eine Schande. Zeit für umfassende Erneuerung – auf allen Ebenen.

  30. blues sagt:

    Der letzte Spieltag 14/15 wird sich nach und nach tief in das Bewusstsein eines jeden Schalker einschreiben. Zu den Sympathien für den Verein des Meisters der Herzen, gesellt sich von nun an die Häme vieler Fußballfans über die Schalker Selbstüberschätzung die durch den gescheiterten Abbau der Hamburger Bundesligauhr ein großes Symbol gefunden hat. Schalke hat an diesem Nachmittag viele Sympathien und nicht nur das Spiel verloren. Da ist nichts mehr was strahlt und alles steht irgendwie schief. Wenn Picasso heute ein Bild über den modernen Fußball malen würde, es wäre blau-weiß.

    Das Spiel HSV gegen S04, AG gegen e.V., Kühne gegen Tönnies, machte eine Sache ganz deutlich: egal ob AG oder e.V., wenn die falschen Leute, ihre Eitelkeiten und (Macht-)Interessen die Konzepte und Strategien eines Fußballclubs und seiner Mannschaft beeinflussen oder gar bestimmen, macht die Organisationsform im Ergebnis keinen Unterschied. Schalke braucht also zuerst eine Diskussion über die Führung und Ausrichtung des Vereins und erst anschließend eine über die Organisationsform.

    Ob Tönnies in der Lage ist seine Rolle neu zu definieren und sein Gebaren daran auszurichten, muss sich zeigen. Der Verein steht am Scheideweg. Für Tönnies steht einiges auf dem Spiel. Hat er sich bisher immer als Retter von Schalke stilisieren können, so steht nun auch sein Ruf auf dem Spiel.

    Er nennt Leute, die nur wenige mögen, wie Hoeneß und Putin als seine Freunde und führt seit Jahren heftige Familienstreitigkeiten um Macht, Geld und Einfluss. Tönnies drückt für seine Wurstprodukte erhöhte Preise in den Supermärkten durch illegale Preisabsprachen durch, um die fälligen 100 Mill. Euro Kartellstrafe versucht er dann mit juristischen Taschenspielertricks herumzukommen. Viele Schalker Schulden, für die er teilweise bürgt, sind unter seiner Ägide entstanden und insgesamt sind sie wahrscheinlich sogar gestiegen. Dazu die sich lange abzeichnende spielerische Katastrophe. Der Mann sitzt im Glashaus er hat es nur noch nicht bemerkt.

    Dem Scherbenhaufen aus Einzelspielern, schwer enttäuschten Fans, miesen Konzepten, lahmen Heroen und Eitelkeiten der Führung, kann wahrscheinlich nur Norbert Elgert eine Struktur und Ordnung und neuen Halt geben. Außer ihm sehe ich weit und breit niemanden, der die Reputation bei Fans und jungen Spielern für diese Herkulesaufgabe hat und der den Rückhalt der Fans für den Neuaufbau erhalten würde.

  31. Roman sagt:

    @blues: Ich stimme mit Deiner Analyse überein, aber Clemens Tönnies bürgt nicht (mehr) für den FC Schalke 04.

    http://schalkevereint.de/index.....chalke-04/

  32. blues sagt:

    @Roman

    Wenn es denn so ist (die Arena wurde ja auch schon ein paar Mal abbezahlt), was ist dann als Sicherheit hinterlegt? Die restlichen Anteile der Arena, die Transferrechte an Höwedes,Draxler u. Goretzka?

    Interessant auch die Definiton der Pflichten des Vorsitzenden des AR nach Peter Peters:

    Zu den Aufgaben des AR wie sie Peters sieht„Er muss sich in diesem Zusammenhang auch mal mit möglichen neuen Spielern und Trainern treffen, um sich ein umfassendes Bild zu machen. Das ist im Sinne guter Arbeit nötig.“ Dieses Einmischen sei nicht nur die Aufgabe des Aufsichtsratsvorsitzenden, sondern sogar
    seine Pflicht. Formal rechtskräftig werden Geschäfte erst, so Peters, wenn der Aufsichtsratsvorsitzende diese genehmigt und entsprechende Verträge unterschrieben habe. Die Mitglieder des FC Schalke 04, so spannte er den Bogen zurück zur Satzungsdiskussion, hätten den AR-Vorsitzenden mit viel Einfluss ausgestattet.

    Ich frage mich immer, wenn diese Führungsaufgaben und Eingriffe ins operative Geschäft notwendig und sie rechtlich sogar geboten sind, wie man das als Nebenjob machen kann.

    Die Geschäftsführung eines mittelständischen Unternehmens als Nebenjob eines Konzernchefs mit Millardenumsätzen? Vielleicht ist Tönnies in der Fußballbranche nicht nur fachlich sondern auch zeitlich überfordert.

    Das Schuldenmanagement von Tönnies scheint ja, wie Peter Peters erklärt, sehr gekonnt zu sein und für den Verein eine tatsächliche Win-win-Situation darzustellen. Clemens Tönnies sollte seine Finanzierungserfahrungen in Zukunft als einfacher Aufsichtsrat mit Schwerpunkt „Schuldenmanagement“ einbringen und das fußballerische einem Fachmann überlassen.

  33. hoffedocS04 sagt:

    Ich liebe diesen Verein immer noch und finde es gerade sehr spannend.

    Kein Grund, Mitgliedschaften zu beenden, sondern sich verstärkt einzubringen.

    Morgen spielen meine beiden Herzen in Form der U19 gegeneinander, freue mich darauf.

    Und Hans Sarpei hält bei „Let´s Dance“ bravourös die Schalker Fahne hoch;-)

  34. leoluca sagt:

    Man kann dran fühlen, da oben tut sich endlich was, nachdem es in Hamburg noch mal ordentlich Alarm von unten gegeben hat. Vermutlich erstmal in Gestalt einer neuen Unübersichtlichkeit des Stützens und Stürzens.

    Tönnies sagt seinen ursprünglich zugesagten Termin beim Doppelpass ab und verzichtet damit – erstmals? – auf einen seiner legendären öffentlichen Auftritte, wird allerdings beim Thema “Schalke” auch nicht von Horst Heldt vertreten.

    Stattdessen redet Christoph Metzelder an gleicher Stelle über Schalke wie einer von uns und deutet mit ein paar gewundenen Formulierungen die nicht vorhandene Bindung zwischen Mannschaft und Trainer an. Das hat gestern wirklich jeder gesehen.

    Bereits direkt nach dem Spiel hat Di Matteo per TV seine äußerst abwartende Defensivtaktik für Hamburg preis gegeben und damit gleich selbst ein triftiges Argument für seine Entlassung geliefert.

    Ma gucken, was man morgen so alles am Rande des U19-Spiels noch hört und sieht ….

  35. hoffedocS04 sagt:

    Also rollt doch wieder ein Kopf … oder rollen Köpfe??

    Habe gerade eine große Südwestfamilie im Garten versammelt.

    Die Lilien feiern, die Lauterer trauern, alle fühlen mit den Freiburgern und sind für die TSG ein bisschen enttäuscht, aber auch froh, dass Volland bleibt. Und wir ALLE wissen, wen wir uns für Schalke wünschen. Unisono.

    Das mag nicht jedem von Euch gefallen, aber wir haben den FC Schalke als Ehrenmitglied in die Südwestfamilie aufgenommen;-)

    Hier gibt es sooo viele königsblaue Fans, nur sind die nicht so dramatisch veranlagt wie die echten Gelsenkirchener;-)

  36. Ney sagt:

    „Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen
    Den Vorhang zu und alle Fragen offen.“

    (Bertolt Brecht, Der gute Mensch von Sezuan)

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